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Skulduggery Pleasant - Die Diablerie bittet zum Sterben
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magie, fantasy, skulduggery pleasant, erwachen, gesichtlose

Skulduggery Pleasant - Die Diablerie bittet zum Sterben

Derek Landy , Ursula Höfker
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.01.2012
ISBN 9783785574058
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die Abenteuer des lebenden Skeletts gehen in die dritte Runde.

Noch immer geht es darum, zu verhindern, dass die Gesichtslosen wieder in die Welt zurückkommen. Obwohl Skulduggery Pleasent zusammen mit Walküre Unruh schon zwei Zauberer ausgeschaltet hat, deren Ziel genau dies war, gibt es immer noch jemanden der will, dass die Welt ins Chaos gestürzt wird. Und dieses Mal steht die Diablerie auf Seiten der Bösen.
Skulduggery und Walküre, vom neuen Großmagier vom Sanktuariumsdienst suspendiert, tun alles, um herauszufinden, wer in kürzester Zeit vier Teleporter umgebracht hat und warum.
Sie haben alle Hände voll zu tun und dann ist da noch Walküres Spiegelbild, das ihr Dinge verheimlicht und das zulässt, dass Walküre ihren ersten Kuss bekommt, ohne dass sie selbst dabei ist…

Wieder geht es rasant und spannend weiter, sodass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Skulduggery und Walküre sind zwei Hauptfiguren, die man einfach mögen muss. Mir macht es immer wieder Spaß, die Kabbeleien der beiden zu beobachten, zu lesen, wie Skulduggery immer wieder aufs Neue von Kenspeckel Grouse zusammengestaucht wird, weil er das junge Mädchen unentwegt in Gefahr bringt. Es ist schön, alte Bekannte wie Tanith Low und Vaurien Scapegrace wieder zu treffen. Auch Grässlich Schneider erwacht wieder zum Leben.

Alles in allem ist „Die Diablerie bittet zum Sterben“ eine gelungene Fortsetzung, allerdings mit einem fiesen Ende, bei dem ich am liebsten sofort weiterlesen würde, anstatt wie auf heißen Kohlen sitzend auf den nächsten Band zu warten.

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Die Wahrheit über Sherlock Holmes
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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

holmes, gegner, verschwunden, feind, verbrecher

Die Wahrheit über Sherlock Holmes

James Moriarty , Edith Beleites , Colonel S. Moran
Fester Einband: 155 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 27.10.2011
ISBN 9783821836881
Genre: Comic & Humor

Rezension:

Hier kommt sie nun endlich, die Wahrheit über die zahlreichen Fälle, die Sherlock Holmes laut Arthur Conan Doyle gelöst haben soll.
In Wahrheit wurden so gut wie alle diese Verbrechen, die Holmes so meisterhaft gelöst hat oder in manchen Fällen auch nicht gelst hat, von Professor James Moriarty verübt. Holmes’ ärgstem Widersacher-

In Doyles Romanen schändlich falsch dargestellt, meldet sich nun Moriarty persönlich zu Wort, mit Hilfe seiner gesammelten Unterlagen, die von Colonel Moran zusammengetragen wurden. Er räumt auf mit Sherlock Holmes’ angeblichen Scharfsinn, erklärt, was eigentlich hinter den Fällen gesteckt hat.

Ich kenne leider (noch) nicht alle Fälle, die Holmes zusammen mit seinem Gefährten Dr. Watson gelöst hat, wodurch ich einige Berichte Moriartys nicht zuordnen konnte, aber trotzdem war dieses kleine Büchlein eine interessante und amüsante Lektüre für mich. Der Aufbau und die Gestaltung des Buches sind ansprechend, bewusst auf alt gemacht, es wird viel mit Bildern gearbeitet. Amüsant waren auch die Anmerkungen Morans, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben.

Als Fan von Sherlock Holmes war die Lektüre dieses Büchleins eine Abwechslung für mich, da der Meisterdetektiv einmal nicht in den Himmel gelobt wird, sondern im Gegenteil eher abfällig über ihn gesprochen wird.

Wer also mal „die andere Seite“ kennen lernen möchte, sollte dieses Buch lesen. Es ist jedoch hilfreich, wenn man sich, zumindest oberflächlich mit den Fällen auskennt, die Sherlock Holmes gelöst hat- Außerdem sollte man das Buch nicht allzu ernst nehmen und es als das sehen, was es ist, eine amüsante Lektüre, mit der man den Tag gut rumbringen kann.

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Die Wildrose
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liebe, london, krieg, 1. weltkrieg, familie

Die Wildrose

Jennifer Donnelly , Angelika Felenda
Flexibler Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2012
ISBN 9783492300384
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Sei nicht dumm, Willa. Nimm alle Liebe, die du kriegen kannst in dieser elenden Welt. Es ist wenig genug. Ergreif sie mit beiden Händen. Um deinetwillen. Um Seamies Willen und dem Jungen zuliebe.“ (S.741)

Nachdem Fiona und Sid in den ersten beiden Bänden der Rosentrilogie ihr Glück gefunden haben, ist nun Seamie, ihr kleiner Bruder an der Reihe, glücklich zu werden. Schon im vorhergehenden Band bekamen wir eiinen Ausblick darauf, wer Seamies Glück sein könnte. Wer genau so einen ruhelosen Entdeckergeist ist wie er, wer es nie lange an einem Ort aushält, wen es wegzieht aus England, genau wie ein. Willa Alden.
Doch dann passiert im Himalaja ein schrecklicher Unfall, der alles verändert. Willa verliert ein Bein und gibt Seamie insgeheim die Schuld daran. Ihre Liebe scheint zerstört. Acht Jahre vergehen, in denen die beiden ein Leben getrennt voneinander führen, jedoch nie wirklich voneinander loskommen.
Bis Seamie Jenny kennen lernt. Endlich scheint er sein Glück zu finden. Ohne Willa. Er heiratet, erwartet sein erstes Kind. Doch dann taucht Willa aus heiterem Himmel wieder auf und beide stellen fest, dass ihre Liebe noch genauso stark ist wie zu dem Zeitpunkt, als sie sich getrennt haben. Sie beginnen eine Affäre. Doch wie lange kann das gut gehen? Schließlich ist Seamie verheiratet und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der alles verändern wird, der beide in unterschiedliche Richtungen führen, in gefährliche, lebensbedrohliche Situationen geraten lässt, steht kurz bevor….


„Die Wildrose“ war ein reinstes Leseerlebnis. Wieder gelingt es Jennifer Donnelly, den Leser in vergangene Zeiten zu entführen, ihn gefangen zu nehmen. Obwohl ich mit Willa und Seamie, die ich ja schon aus den vergangenen Büchern kannte, zu Beginn nichts anfangen konnte, vielleicht weil Seamie für mich irgendwie immer noch der kleine Junge war, der er in der Teerose gewesen war, hat mich die Geschichte der beiden von Seite zu Seite mehr und mehr begeistert. Ich versank einmal mehr zwischen den Seiten und tauchte nur widerwillig wieder auf, wenn ich es musste. Gemeinsam mit Willa und Seamie erlebte ich den Ersten Weltkrieg, lernte Menschen kennen, denen man trauen konnte oder auch nicht, traf alte Bekannt wieder, denn auch das Leben von Fiona und Joe und Sid und India ging weiter und auch sie wurden vom Schicksal nicht verschont.
Das ist auch etwas, was mir an Jennifer Donnelly so gefällt, dass sie ihre Charaktere nicht in Watte packt, sondern sie schonungslos einen Schicksalsschlag nach dem anderen erleben lässt und sie daraus entweder gestärkt oder gebrochen wieder hervorkommen lässt, was dem ganzen noch mehr Realität verleiht und mir als Leser das Gefühl gibt, wirklich mitzuerleben, was dort auf denn Seiten geschrieben steht.

Für mich verdient auch dieses Buch wieder fünf von fünf Sternen. Ich freue mich darauf, in Zukunft noch mehr von Jennifer Donnelly zu lesen. Zwei Bücher gibt es ja noch, die ich noch nicht kenne und auf die ich schon sehr gespannt bin.

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Sternensturm
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liebe, loduun, iason, kim winter, mia

Sternensturm

Kim Winter , Maria-Franziska Ammon , Maria-Franziska Ammon
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Planet Girl, 01.05.2012
ISBN 9783522503099
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Brauchst du wirklich noch einen Beweis meiner Liebe?“ Seine Augen schimmerten zärtlich auf. Zeigen dir nicht mein Blick, meine Stimme und überhaupt alles an mir in jeder Minute, dass du mich verzaubert hast?“ Er legte die Hände an mein Gesicht. „Aber das Wichtigste, das Entscheidendste, was einer wie ich dir sagen kann, ist doch wohl, dass ich dich liebe.“ (S.45)

„Sternensturm“ ist der zweite Teil der Trilogie um Mia und Iason. Nach den turbulenten und gefährlichen Ereignissen im Sommer scheint erst einmal etwas Normalität eingekehrt zu sein. Mia und Iason genießen ihre Gefühle, das Leben im Tulpenweg nimmt seinen Lauf…
Doch dabei bleibt es nicht lange, denn Lokondra und seine Drohnenarmee steht nicht still, auch wenn Die Hand, der vermeintlich letzte Teil von SAH, seinem gefährlichsten Handlanger, nun tot ist.
Eine neue Loduunerin taucht auf, Taria. Sie und Mia verstehen sich sofort, werden schnell Freundinnen. Doch fast zeitgleich passieren rätselhafte Entführungen, denen auch Mias Freundin Barbara zum Opfer fällt, und Mia hört ein geheimnisvolles Flüstern in ihrem Kopf, dass sie in eine bestimmte Richtung zu drängen scheint.
Durch Taria erhält Mia eine ganz neue, andere Sicht auf den Krieg, der auf Loduun tobt, und sie beginnt zu zweifeln, ob ihr Weg, ob ihre Gefühle für Iason wirklich richtig, wirklich stark genug sind. Vor allem dann, als Iason sich immer weiter von ihr zu entfernen scheint, als die restlichen Wächter auf der Erde auftauchen. Was verbirgt sich wirklich hinter Iasons Sinn? Ist es wirklich seine Aufgabe, Mia zu beschützen oder steckt etwas anderes, viel bedrohlicheres dahinter?


Mit „Sternensturm“ ist Kim Winter eine Fortsetzung gelungen, die es in sich hat. Die ganze Geschichte gewinnt noch einmal an Spannung und auch Mias und Iasons Gefühle entwickeln sich weiter, durchleben weitere Höhen und Tiefen. Diesmal ist ihre Liebe wirklich in Gefahr und nicht nur die, nein, auch ihr Leben hängt am seidenen Faden. Ebenso wie der Glaube an sich selbst.
Mit Skyto und den anderen Wächtern tauchen neue Charaktere auf, die wir kennen lernen dürfen. Skyto mochte ich bis fast zum Ende gar nicht, weil er so vehement gegen Mia und Iason gearbeitet hat und ich ihn nicht verstanden habe, doch zum Schluss ging mir einfach nur noch das Herz auf. In diesem Teil der Reihe merkte ich, wie dicht Liebe und Hass beieinander liegen können und wie schnell sich das eine in das andere verwandeln kann. Außerdem wurde noch einmal deutlich, wie unterschiedlich Menschen und Loduuner letztendlich sind. Deshalb bewundere ich Mia und Iason dafür, dass sie trotzdem alles versuchen um zusammen bleiben zu können.

Nun warte ich gespannt auf die Fortsetzung. Wie wird es weitergehen? Wer oder was ist Bert wirklich? Haben Lena und Finn eine Chance? Und vor allem: Wie geht es mit Mia und Iason nach den letzten Ereignissen weiter?

Mir bleibt nun nichts weiter zu tun, als für diese gelungene Fortsetzung fünf von fünf Sternen zu vergeben und mit mir Zeit bis zum Erscheinen des dritten Teils so gut es geht zu verkürzen.

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Zeitriss
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china, vergangenheit, zeitriss, aufstand

Zeitriss

Christopher Ride , Angela Koonen
Flexibler Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.11.2010
ISBN 9783404165186
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Klappentext:
Wenige Jahre in der Zukunft: Ein unerklärliches Phänomen verwandelt die USA über Nacht in ein Entwicklungsland. Der Forscher Wilson Dowling entdeckt die Ursache in alten Geschichtsbüchern, die offenbar eine völlig neue Historie wiedergeben. Dort ist die Rede von einem Mann, der angeblich unsterblich ist und Kugeln mit der bloßen Hand fängt. Er verändert im Jahr 1898 den Lauf der Geschichte: Mit seinen Fähigkeiten führt er die Rebellen des chinesischen Boxeraufstandes zur Weltherrschaft. Wilson muss einen Weg finden, ihn aufzuhalten. Denn ansonsten wird es die Welt, in der er lebt, nie gegeben haben.

Ein Klappentext, der ein wirkliches spannendes Buch verspricht. Dieser und das Cover, das ein chinesisches Schiff vor der Silhouette einer amerikanischen Großstadt zeigt, verleiteten mich, das Buch zu kaufen.

Doch es stellte sich als etwas vollkommen anderes heraus. Das, was im Klappentext beschrieben wird, passiert erst auf den letzten 70 Seiten. Auf den vorhergehenden 440 Seiten wird erst einmal erzählt, wie es überhaupt dazu kommen konnte. An sich wirklich spannend, nur eben nicht das, was ich mir von dem Buch erwartet habe.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2084, in dem Randall Chen für den Esra-Transport vorbereitet wird. Er soll in die Vergangenheit reisen und dort verhindern, dass die Engländer und Franzosen die verbotene Stadt Pekings einnehmen. Es sind uralte Dokumente aufgetaucht, die so genannten Esra-Texte, die nötige Missionen beschreiben, um die Welt im Gleichgewicht zu halten. Dazu ist es notwendig, dass jemand, der so genannte Aufseher, in die Vergangenheit reist, und diese im Sinne des Esra-Textes beeinflusst. Wilson Dowling hat eine solche Reise schon hinter sich und ist nun der Mentor von Randall Chen, bereitet dieses nun auf seine Reise vor. Dies ist der erste Erzählstrang.
Der zweite spielt in Peking im Jahr 1860 und beschreibt den Verlauf von Randall Chens Mission

Das Buch bietet eine wirklich spannende Geschichte. Wenn der Klappentext nur anders lauten würde. Denn so hatte ich bestimmte Erwartungen an das Buch, habe immer darauf gewartet, das nun endlich das eintritt, was der Klappentext beschreibt, Dadurch zog sich das Buch für mich unnötig in die Länge, obwohl es an sich wirklich spannend und auch gut lesbar war. Es ist schade, wie sehr ein Klappentext das Lesevergnügen letztendlich mindern kann, einfach weil man durch diesen ein vollkommen anderes Buch bekommt, als man eigentlich erwartet hatte.

3 Sterne gibt es von mir für ein Buch, bei dem man sich ausnahmsweise einmal gar nicht am Klappentext orientieren sollte, Hätte ich dies nicht getan, hätte ich bestimmt einen Stern mehr gegeben, denn die Geschichte ist wirklich nicht schlecht, aber die durch den Klappentext geschürte Erwartung hat einfach viel kaputt gemacht.

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Das Mädchen mit den gläsernen Füßen
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glas, liebe, fantasy, ida, midas

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Ali Shaw , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 397 Seiten
Erschienen bei script5, 09.01.2012
ISBN 9783839001318
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

„Was war das überhaupt für ein Gefühl gewesen, auf Knochen und Muskeln zu gehen, auf Ferse und Sohle? Sie konnte sich nicht erinnern. Jetzt fühlte es sich an, als würde sie schweben, immer ein paar Zentimeter über dem Boden.“ (S.17)

Midas Crook lebt zurückgezogen auf St. Hauda’s Land. Am liebten sieht er die Welt durch seine Kamera. Fotografie ist seine Art, Dinge wahrzunehmen. Eines Tages begegnet er auf einem seiner Streifzüge über die Insel einem Mädchen mit viel zu großen Schuhen. Ida Maclaird. Er fühlt sich zu ihr hingezogen, wenn da nicht sein verkorkster Charakter wäre, der es ihm nicht erlaubte, sie einfach anzusprechen.

„Ich bin ein riesiger Knoten aus Ängsten. Erstens kriege ich kaum einen geraden Satz formuliert, zweitens sehe ich in so gut wie allem, was ich tue, meinen Vater und dafür hasse ich mich, verdammt noch mal. Und drittens fühlt sich mein Körper, immer wenn ich jemanden berühre, an wie Eisen.“ (S.308)

So beschreibt sich Midas an einer Stelle selbst. Kein Wunder, dass es zwischen den beiden ständig Stolpersteine und Missverständnisse gibt. Dann ist da noch der Grund, warum Ida überhaupt nach St. Hauda’s Land gekommen ist. Sie ist auf der Suche nach Henry Fuwa, einem Mann, der ihr bei ihrem ersten Besuch auf den Inseln rätselhafte Dinge erzählt und gezeigt hat. Sie hofft, dass er ihr helfen kann. Denn viel Zeit bleibt ihr nicht mehr. Ihre Füße sind zu Glas geworden und die Verwandlung schreitet immer weiter fort.


Wenn ich der Stimmung in diesem Buch eine Farbe verpassen müsste, so wäre es grau. Trist, traurig. Und doch hatte es etwas an sich, was es mir schwer machte, nicht weiter zu lesen. Die Umwelt, die Ali Shaw zeichnet, hat trotz ihrer Farblosigkeit, Monochromität, wie Midas es ausdrücken würde, einen Zauber an sich, dem ich mich nicht entziehen konnte. Zudem fand ich die Charaktere gut gewählt, mal was anderes im Gegensatz zu den sich immer wieder ähnelnden unglaublich gut aussehenden Charakteren, die fast schon zu perfekt waren, wie man sie in anderen Büchern findet. Ich glaube, das war auch einer der Gründe, warum ich mich so gut in die beiden hineinversetzen konnte, weil sie einfach nicht perfekt waren, eher das Gegenteil davon.
Ebenso hat mich die Sprache verzaubert, auch wenn es oft ziemlich traurig war. Die Geschichte ist voll von Erinnerungen und Rückblenden, von denen nur wenige wirklich schön waren. Doch sie trugen dazu bei, zu verstehen, warum Midas so wurde, wie er sich im Buch gibt und sie erklärten auch Idas Schicksal.

Alles in allem bin ich froh, das Buch gelesen zu haben und kann ihm guten Gewissens 4 von 5 Sternen geben.

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Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet
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krimi, mord, england, chemie, briefmarken

Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet

Alan Bradley , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 15.09.2010
ISBN 9783442376247
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Ich war ich. Ich war Flavia und ich fand mich toll, auch wenn ich da die Einzige war.“ (S. 83)

Das ist Flavia, wie sie leibt und lebt. Mit ihren zarten elf Jahren ist sie die Jüngste von drei Schwestern und muss sich dementsprechend viel gefallen lassen, doch sie weiß sich zu wehren, denn Flavia hat eine Leidenschaft: die Chemie. Sie ist begnadete Hobbygiftmischerin. Keiner kennt sich so gut aus, wie sie. Als sie eines Morgens im Gurkenbeet hinter der Haus eine Leiche findet, bleibt sie kühl und abgeklärt. Erst als ihr eigener Vater unter Verdacht gerät, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln und findet heraus, dass dieser tatsächlich ein dunkles Geheimnis hat. Aber ist er wirklich ein Mörder?


Von Flavia hat wahrscheinlich jeder, der sich einigermaßen in der Bücherwelt zu Hause fühlt, schon einmal gehört. Zumindest gesehen hat sie wohl schon jeder, der ab und zu einen Buchladen besucht. Bei mir stand sie nun schon einige Zeit im Regal und war schon kurz davor, Staub anzusetzen, bevor ich sie vor ein paar Tagen endlich befreit und mich gemeinsam mit ihr auf eine Zeitreise in die Fünfzigerjahre begeben habe. Denn genau dort ist der Roman angesiedelt. Es ist alles so herrlich beschrieben, dass ich mich tatsächlich in der leicht verstaubten Atmosphäre auf der Schwelle zur Moderne befand. Das gute alte Telefon zum Beispiel ist etwas, was in der Familie de Luce noch mit Misstrauen beäugt und nur in äußersten Notfällen benutzt wird.
Ich muss sagen, ich habe mich mit Flavia sehr wohl gefühlt, habe sie gern auf ihren detektivischen Streifzügen à la Sherlock Holmes, den sie übrigens, neben zahlreichen bekannten Chemikern aufs glühendste verehrt, begleitet. Die Anspielungen auf die Chemie sind denke ich auch für jeden Nichtchemiker verständlich oder stören zumindest nicht weiter. Ich fand sie durchweg amüsant, vor allem da Flavia ja erst elf Jahre alt ist und mit einer Selbstverständlichkeit von diesem Fachgebiet redet, die nicht mal ich als erwachsener Mensch mit Abitur an den Tag legen würde. Außerdem musste ich immer wieder über die zahlreichen Einfälle, die sie hat, um ihren Schwestern das Leben zur Hölle zu machen, lachen.
Die Charaktere waren generell alle durchweg sympathisch, gut beschrieben, alle hatten ihre Macken, sodass ich sie alle liebgewonnen habe.

Wer Sherlock Holmes toll findet, wird auch Flavia lieben und deshalb gebe ich ihr ohne Bedenken fünf Sterne und freue mich schon auf weitere Fälle der begnadeten Giftmischerin.

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Isländische Märchen und Sagen
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mythologie, märchen, sagen, island

Isländische Märchen und Sagen

Erich Ackermann
Fester Einband: 254 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 01.09.2011
ISBN 9783866476929
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Sie lebten noch lange und glücklich,
hatten Kinder und Kindeskinder,
gruben Wurzeln und Kräuter
und nun weiß ich die Geschichte nicht mehr weiter."


Das ist Islands Variante von unserem „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“
In Island werden viele Märchen erzählt, von Trollen, von Elfen, von Riesen, von bösen Stiefmüttern, von Königen und Königinnen. Von Liebe, von Eifersucht, von Rache und von Hilfsbereitschaft.
Und meistens gehen die Märchen gut aus, auch wenn es vielleicht für einige Personen im Märchen ein böses Ende nimmt. So werden Köpfe abgeschlagen, die Bösen zwischen zwei Pferde gebunden und auseinander gerissen, mit dem Schwert erstochen, vergiftet und noch einiges mehr.
Auch finden sich dort Märchen, die an unsere bekannten erinnern. So fand ich dort eine Variante von Hänsel und Gretel, von Schneewittchen und Rumpelstilzchen.
Und überall wird die Landschaft Islands beschrieben, was das Lesen der Märchen besonders reizvoll machte.

Für mich sind Märchen und Sagen der einzelnen Länder immer ein schöner Einblick in die Kultur des jeweiligen Landes. Ein guter Weg, das Land kennen zu lernen, wenn man liest, was sich die Menschen dort für Geschichten erzählen. Spannend finde ich es auch, wie sehr sich die Märchen teilweise ähneln, wie viele ähnliche Motive es in Märchen aus Ländern gibt, die scheinbar meilenweit auseinander liegen .
Da ich von den isländischen Sagas eher enttäuscht war, hat mich diese kleine Sammlung überrascht. Es hat mir soviel Freude gemacht, die einzelnen Märchen zu lesen, Ähnlichkeiten und Unterschiede festzustellen, wiederkehrende Motive zu finden, das hätte ich nach der Enttäuschung mit den Sagas nie gedacht.
Gefallen hat mir auch, dass die Märchen eigentlich immer ein gutes Ende haben. Zwar gibt es den einen oder anderen Toten in den Geschichten, aber trotzdem hat es immer ein gutes Ende, was mir im Moment gut getan hat. Etwas zu lesen, wo es trotz aller Widrigkeiten gut endet, habe ich glaube ich, einfach gebraucht um mich fallen zu lassen, einzusinken in den Märchen.

Weil die isländischen Märchen in mir irgend etwas berührt haben, genau meinen Nerv getroffen haben, gibt es volle fünf Sterne von mir.

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Die schönsten isländischen Sagas
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Die schönsten isländischen Sagas

Rolf Heller , Arthúr Björgvin Bollason
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 21.07.2011
ISBN 9783458357445
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
Die unterhaltsamen Geschichten aus dem alten Island erzählen von starken, mutigen und waghalsigen Männern und Frauen, die sich vor über tausend Jahren dort niederließen. Nicht nur hatten sie Konflikte und Fehden auszutragen und sich Wind, Wetter und der rauen Natur zu stellen, auch für ihre ehrenhaften Heldentaten sind sie weithin bekannt.

Der Klappentext klingt vielversprechend. Für mich, die ich sowieso ein Fan von Literatur aus fernen Ländern bin, eindeutig ein Grund zu diesem Buch zu greifen. Das Vorwort klärt darüber auf, in welchem Zeitraum die Sagas entstanden sind und was sie auszeichnet.

„Bauern verprügeln sich“, heißt es humorvoll im Vorwort zum Inhalt der einzelnen Sagas, zum beherrschenden Thema. Ich muss zugeben, ein bisschen mehr ist es schon, aber doch spielt dieses Thema eine große, wenn nicht gar die größte Rolle in den einzelnen Geschichten. Ich meine, nach über dreißig Seiten, auf denen aufgrund eines Nachbarschaftsstreits abwechselnd jeweils die Bediensteten erschlagen werden um sich für den vorherigen toten Dienstboten zu rächen, wird es irgendwann langweilig.
Auch die Sprache hat mir nicht wirklich zugesagt. Klar gab es im 12.Jahrhundert andere literarische Maßstäbe, aber für mich kamen die Emotionen einfach zu kurz. Wenn zwei Menschen „sich lange unterhielten, sodass jeder sie hören konnte“ als Beschreibung dafür, dass sie sich ineinander verlieben, dann reicht mir das einfach nicht. Beschreibungen wie „Die Magd schrie laut auf, aber sie trennten sich am Ende so, dass sie sich nicht über Grettir beschwerte“ für Geschlechtsverkehr sind dann fast schon wieder amüsant, aber doch zu nüchtern für mich.

Mir hat einfach irgendwie durchgehend etwas gefehlt. Zudem fand ich die ellenlangen Beschreibungen der Familienverhältnisse, wer nun Sohn oder Tochter von wem war, teilweise ziemlich anstrengend, schwer zu durchblicken.

Alles in allem war es für mich eher ein Hangeln von Seite zu Seite als ein wirkliches Lesevergnügen, doch auch das passiert ab und zu, wenn man versucht, sich auf die verschiedensten Bücher einzulassen. Trotzdem bekommt dieses Buch leider nur zwei Sterne von mir.

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Wir sind die Könige von Colorado
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ranch, pferde, colorado, erziehungsanstalt, gewalt

Wir sind die Könige von Colorado

David E. Hilton
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Arche, 01.03.2011
ISBN 9783716026472
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

„Ich glaube, manchmal beginnt man sogar zu vergessen, was sich überhaupt hinter dieser verschlossenen Tür verbirgt. Aber dann, manchmal, wird die Tür eingetreten und ob man es will oder nicht, man erinnert sich doch.“ (S.5)

Sein ganzes Leben lang behält William Sheppard seine Erinnerungen tief in sich verborgen, achtet sorgsam darauf, dass sie nicht an die Oberfläche treten. Doch dann passiert etwas, das seine Erinnerungen wieder weckt und er beschließt, sie aufzuschreiben. Erinnerungen, die teilweise so schrecklich sind, dass sie vielleicht doch lieber für immer verschwunden wären.
Will ist dreizehn, als er mit einem Messer auf seinen Vater losgeht, der ihm und seiner Mutter seit Jahren das Leben zur Hölle macht. Obwohl sein Vater überlebt, wird Will verurteilt, zu zwei Jahren in einer Erziehungsanstalt in Colorado. Pferde abrichten soll er dort.
Gewalt steht dort auf der Tagesordnung. Sowohl unter den Jungs, als auch zwischen den Aufsehern und den Jungs. Gewalt und Missbrauch werden geduldet, wenn nicht sogar forciert. Alle schauen weg, nur eine nicht: Miss Doreen Little, die Krankenschwester. Trotz aller Widrigleiten findet Will auf der Ranch Freunde, Freunde fürs Leben.
Und doch geht es täglich um nichts anderes, als zu überleben.


Dieses Buch ist anders. Dieses Buch ist für mich einzigartig. Es geht an die Nieren, ist teilweise alles andere als schön und doch schafft es, zu begeistern. Es ist eine Geschichte über die Freundschaft, die Dinge wie Gewalt, Missbrauch, Angst und Tod beinhaltet. Eine Geschichte über eine harte Zeit, die ein ganzes Leben prägt.
Bei diesem Buch ist etwas passiert, das nicht oft passiert: Mir kamen die Tränen und das nicht nur einmal. Ich war teilweise so aufgewühlt, dass ich es beinahe zur Seite gelegt hätte, wäre da nicht die Faszination gewesen, die es trotzdem auf mich ausgeübt hat. Will, Coop, Benny und Mickey sind vier Jungs, die ich ins Herz geschlossen habe. Jeder für sich hat sein Bündel zu tragen, hat seine eigene Geschichte und doch verbindet die vier eine Freundschaft, die ihresgleichen sucht.
Zudem ist der Schreibstil von David E. Hilton so eindringlich, dass ich als Leser das Gefühl hatte, direkt daneben zu stehen, wenn z.B. Gewalttaten passierten, die Schmerzen am eigenen Leib zu spüren.

„Wir sind die Könige von Colorado“ ist ein Buch, das hängen bleibt, das nach dem Lesen irgendwie immer einen Platz in den Gedanken einnehmen wird. Zumindest wird es mir so gehen.
Ich kann nur eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen, allerdings mit der Warnung, dass man einiges aushalten können muss, selbst wenn die Dinge nur auf dem Papier stehen. Für mich steht dieses Buch außerhalb der Wertung, hätte mit Sicherheit mehr als 5 Sterne verdient, doch so bleibt mir nichts anderes übrig, als lediglich die beste Wertung zu geben, die hier möglich ist: 5 Sterne.

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Gone 1: Verloren
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149 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 27 Rezensionen

jugendliche, dystopie, jugendbuch, gewalt, superkräfte

Gone 1: Verloren

Michael Grant , Jaqueline Csuss
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 25.01.2010
ISBN 9783473353163
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Von einem Augenblick auf den anderen verschwinden alle Menschen, die über 15 Jahre alt sind. Übrig bleiben nur die Kinder Nach dem ersten Schreck klingt das wie das Paradies, Ein Leben ohne Erwachsene, doch das ist es keineswegs. Denn nicht nur, dass auf einmal alle Erwachsenen weg sind, nein, einige der Kinder scheinen rätselhafte Kräfte zu entwickeln. So auch der fast fünfzehnjährige Sam Temple, der mehr oder wenige gezwungen wird, das Kommando zu übernehmen, bis sich die Situation wieder stabilisiert hat.
Doch das tut sie nicht. Im Gegenteil. Auf einmal tauchen dir Schüler der Coates Academy auf, die sich bisher strikt von den Perdilio Beach Kids abgesondert hatten. Da sie jedoch besser mit der ganzen Situation umzugehen scheinen, passiert es schnell, dass die Verhältnisse sich ändern und Sam an Einfluss verliert.
Nun heißt es Sam oder Caine, welche Seite wird sich behaupten? Dann ist da auch noch die Barriere, die auf einmal den ganzen Ort einschließt und aus der es kein Entkommen gibt. Und die wichtigste Frage: Wie ist das ganze überhaupt passiert?

Mit „Gone: Verloren“ hat Michal Grant den spannenden Auftakt einer Reihe geschaffen, die es sich weiterzuverfolgen lohnt. Obwohl als Jugendbuch konzipiert, ist es doch streckenweise ziemlich heftig. Die Charaktere waren im Allgemeinen gut gewählt und gut beschrieben, sodass ich sie mir gut vorstellen konnte. Ich gehe davon aus, das offene Fragen in den Folgebänden noch geklärt werden, die ich mir auf jeden Fall zu Gemüte führen werde. Außerdem finde ich das Setting gut gewählt. Welche Auswirkungen die unmittelbare Nähe zu einem Atomkraftwerk haben könnte, ist gut und teilweise ziemlich erschreckend beschrieben, wenn es sich auch um reine Fiktion handelt. Doch ich denke, auf die Zielgruppe, für die die Geschichte angelegt ist, könnte die Geschichte neben ihrer ganzen Spannung durchaus aufrüttelnden Charakter haben und zum Nachdenken anregen.

Für diese spannende Dystopie gibt es von mir 4 von 5 Sternen, weil sie wenn auch nicht das Beste, was ich in diesem Genre gelesen habe, aber doch ziemlich gut ist.

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Marina
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387 Bibliotheken, 7 Leser, 5 Gruppen, 65 Rezensionen

barcelona, liebe, freundschaft, spanien, tod

Marina

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar , Carlos Ruiz Zafón
Fester Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 08.04.2011
ISBN 9783100954015
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

„Wir alle haben im Dachgeschoss unserer Seele ein Geheimnis unter Verschluss“ (S. 11)

Jahrelang schleppt Oscar Drai diese Geschichte mit sich herum, bis er bereit ist, sie zu erzählen.
Er ist 15 Jahre alt und besucht ein Internat in Barcelona, als er eines Tages auf einem seiner zahlreichen Spaziergänge durch die Straßen der spanischen Stadt ein scheinbar leer stehendes Haus betritt, aus dem Musik erklingt, wie er sie noch nie gehört hat. Doch das Haus ist nicht leer. Als sich plötzlich ein Mann aus einem Sessel erhebt, erschreckt Oscar so sehr, dass er Hals über Kopf das Haus verlässt, mit einer Uhr in der Hand, von der er gar nicht gemerkt hat, wie er sie in die Hand genommen hatte.
Als er sich ein paar Tage später dazu überwindet, die Uhr seinem rechtmäßigen Besitzer zurückzubringen, lernt er Marina kennen.

Von diesem Tag an ist sein Leben nie wieder so, wie es einmal war. Aus Langeweile führt Marina Oscar auf einen alten verborgenen Friedhof und zeigt ihm eine in schwarz gekleidete Dame, die regelmäßig vor einem Grab mit leerem Grabstein steht.
Die beiden folgen ihr und werden Zeuge einer Geschichte von Trauer, Wut und Größenwahn, die ihresgleichen sucht.

Die Bücher von Carlos Ruiz Zafón haben etwas Zauberhaftes an sich. Sie entführen den Leser in die Straßen Barcelonas, lassen ihn in die Geschichte eintauchen. Wenn man das Buch zuschlägt, hat man das Gefühl, aus einem besonders intensiven Traum zu erwachen.
So erging es mir. Die Worte, die Zafón findet, um seine Geschichte zu erzählen, scheinen Flügel zu haben, schaffen es zu verzaubern, selbst dann, wenn der Inhalt der Geschichte alles andere als zauberhaft ist.
„Marina“ war für mich ein fesselndes Buch, das ich nur schwer aus der Hand legen konnte. Die Worte und Seiten flogen nur so dahin, so spannend war die Geschichte zeitweise. Aber trotz der Spannung und der schönen Momente, die sich zwischen den Buchdeckeln fanden, war die Geschichte auch unbeschreiblich traurig, sodass ich, die das Buch vor ein paar Minuten zugeschlagen hat, mit einem Gefühl zurückbleibe, das ich nicht so recht beschreiben kann. Melancholie kommt ihm vielleicht am nächsten.

Ein unglaubliches Buch, das auf jeden Fall fünf Sterne verdient hat, wenn nicht sogar mehr.

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Zwei Verliebte im Gegenwind
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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

sizilien, liebe, drogen, betrug

Zwei Verliebte im Gegenwind

Susanne Wittpennig
Flexibler Einband: 378 Seiten
Erschienen bei Brunnen, 20.10.2011
ISBN 9783765541445
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die aufregende Geschichte von Maya und Domenico geht weiter.
Im letzten Band hat Domenico, um Maya zu beweisen, dass er es mit ihr wirklich ernst meint und fest dazu entschlossen ist, sein Leben zu ändern, Maya einen Heiratsantrag gemacht.
Natürlich kann sich Maya trotz aller Probleme, die sie mit Domenico hatte, nichts schöneres vorstellen, als für immer mit ihm zusammen zu sein.
Sie planen, sich gemeinsam in Berlin ein neues Leben aufzubauen.
Doch es gibt einige Faktoren, die die beiden bedenken müssen. Zum einen ist da Mayas schwer kranke Mutter und zum anderen Domenicos noch immer ungeklärte Vergangenheit.
Um erstmal für eine Weile allem zu entfliehen, wollen die beiden Urlaub auf Sizilien machen, denn was ist besser als ein romantischer Urlaub zu zweit um die Beziehung zu festigen?

Der Urlaub wird jedoch alles andere als romantisch, als Domenico von seiner Vergangenheit eingeholt wird und sich auch noch Angel in die Beziehung der beiden hineindrängt.

Ob die beiden es schaffen, trotz aller Turbulenzen zusammen zu bleiben?


Obwohl es schon eine ganze Weile her ist, dass ich den letzten Band gelesen hab, war ich ziemlich schnell wieder in der Geschichte drin und mit den Umständen vertraut. Für mich ist es immer wieder schön, mit Maya und Domenico mitzufiebern, mit ihnen gemeinsam die Höhen und vor allem die Tiefen ihrer Beziehung durchzustehen Zu sehen, dass es trotz allem, was auf der Welt passiert, noch eine solche Liebe gibt, die alle möglichen Schwierigkeiten zu überwinden weiß.
Der Reiz, den dieser siebte Band der Reihe ausmacht, liegt auch darin, dass nun endliche Licht ins Dunkel kommt, was Domenicos Vergangenheit angeht. Endlich werden alle Geheimnisse gelüftet.
Zudem bekommt man einen Eindruck davon, wie schwer es die beiden eigentlich haben: Maya muss mit Domenicos Marotten klarkommen und Domenico muss damit klar kommen, dass er psychisch total kaputt ist, was, wie in diesem Band deutlich wird, ihm sehr wohl bewusst ist.
Dieses Mal geht es fast soweit, dass Maya aufgibt. Dass ihr alles zu viel wird. Dass sie es einfach nicht mehr schafft, um ihre Liebe zu kämpfen. Dass sie mit dem Gedanken spielt, sich von Domenico zu trennen.

Meiner Meinung nach hat die Reihe auch nach sieben Bänden nichts von ihrem Charme verloren, auch wenn ich mich manchmal doch gefragt habe, wie lange es mit diesem ganzen Hin und Her noch weitergehen kann. Doch um einfach aufzuhören, die Reihe weiter zu verfolgen, habe ich die Charaktere inzwischen einfach viel zu lieb gewonnen.

Von mir gibt es trotzdem fünf Sterne, weil diese Reihe für mich etwas hat, was ich nicht wirklich beschreiben kann, eine unglaubliche Anziehungskraft, die es mir unmöglich macht, mich den beiden zu entziehen, auch wenn ich schon viele (auch um weiten besser geschriebene) Bücher gelesen habe.

Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als darauf zu warten, dass endlich der nächste und damit achte Teil der Reihe erscheint.

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Das verbotene Eden. David und Juna
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707 Bibliotheken, 6 Leser, 15 Gruppen, 143 Rezensionen

dystopie, liebe, david, juna, hass

Das verbotene Eden. David und Juna

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 459 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 18.08.2011
ISBN 9783426283608
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Hast du dir keine Sorgen gemacht, dass ich vielleicht nicht wiederkomme?“ David schaute sie verwundert an. „Natürlich nicht“, sagte er. „Für mich war immer klar, dass du dein Wort halten würdest. Auch wenn ich nicht genau weiß, warum.“ Ein kurzes Lächeln huschte über ihr Gesicht. „Da geht es dir wie mir.“ (S. 330)


Irgendwann in der Zukunft.
Zwischen Männern und Frauen gibt es nur noch eines. Hass.
Ein mutiertes Grippevirus hat 65 Jahre zuvor dafür gesorgt, dass die Anziehung zwischen Mann und Frau, die Liebe, die sie füreinander empfinden können, sich in das Gegenteil verwandeln, in Verachtung und Hass.
Die Männer leben in den Ruinen der alten Stadt, die Frauen haben sich auf das Land zurückgezogen und besinnen sich auf die, die man in der Vergangenheit als heidnische Göttinnen bezeichnet, während die Männer einer nahezu fanatischen Verehrung des Christengottes frönen.
Männer sind Teufel und Frauen Hexen. Zumindest wenn es nach den jeweils anderen geht.
Juna ist Kriegerin, Brigantin und Tochter der Hohepriesterin Arkana.
David ist Mönch, Bibliothekar. Er liebt Bücher und vor allem eines: Romeo und Julia. Ein Buch, das von der Liebe zwischen Mann und Frau handelt. Ein verbotenes Buch.
Als beide sich schließlich begegnen, müssen sie feststellen, dass die Wahrheiten, mit denen sie aufgewachsen sind, auf sie anscheinend nicht zutreffen. Denn sie empfinden keine Verachtung füreinander. Eher das Gegenteil….
Nun müssen sie sich entscheiden. Für ihr Volk oder für ihre Gefühle.

Dieses Buch stand schon eine ganze Weile ungelesen bei mir im Regal, bis das Los endlich darauf fiel. Ich war unglaublich gespannt, zu erfahren, wie eine Welt, in der Männer und Frauen vollkommen getrennt voneinander leben, sich so gut wie nie begegnen können, geschweige denn wollen, funktionieren kann. Während der Lektüre dachte ich manchmal „Nun kommt doch mal aus dem Knick“ weil erst Ewigkeiten vergangen sind, bevor die beiden sich überhaupt begegnet sind. Doch jetzt im Nachhinein finde ich es gut, dass erst soviel Zeit auf die Beschreibung der Lebensumstände verwandt wurde. So konnte ich mir die ganze Umwelt viel besser vorstellen, die Unmöglichkeit der Liebe zwischen David und Juna, die ja eigentlich doch nicht so unmöglich ist.
Obwohl die Vorstellung eine schreckliche ist, so hat mir die Welt, die Thomas Thiemeyer entworfen hat, doch sehr gefallen. Das ganze Szenario war erschreckend überzeugend und macht einem erstmal wieder bewusst, in welchem Luxus man eigentlich lebt. Wenn ich bedenke, dass vor allem die Frauen sich vollkommen auf ihre Ursprünge besinnen mussten, macht mir das schon teilweise Angst, auch wenn ich denke, dass es machbar ist, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat. Dass manche nicht einmal Lesen gelernt haben, fand ich traurig. Wenn ich bedenke, was mir fehlen würde, wenn ich nicht lesen könnte.

Der Gesamteindruck des Buches ist für mich nach dem Ende der Lektüre durchweg positiv und deshalb kann ihm guten Gewissens fünf Sterne geben und freue mich schon auf den nächsten Band.

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Die Insel der besonderen Kinder
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(501)

950 Bibliotheken, 13 Leser, 12 Gruppen, 205 Rezensionen

insel, fantasy, kinder, monster, zeitschleife

Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Fester Einband: 415 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 27.10.2011
ISBN 9783426283684
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Ich hatte kein Ziel. Manchmal muss man einfach durch eine Tür gehen." (S. 108)

Jacob liebt seinen Großvater und seine Geschichten. Er wächst mit Geschichten über besondere Kinder auf, de in der Lage sind, riesige Felsbrocken mir nur einer Hand zu stemmen, die unsichtbar sind und nur wahrgenommen werden können, wenn sie Kleider tragen oder die fliegen können ohne Flügel zu haben. Doch irgendwann kommt er in das Alter, in dem er die Geschichten als das abtut, was sie eigentlich sein müssten: nichts weiter als Märchen für Kinder.

„Und ich glaubte ihm wirklich, zumindest ein paar Jahre lang. Aber das tat ich vor allem deshalb, weil ich es wollte, so wie andere Kinder in meinem Alter an den Weihnachtsmann glauben wollen. Wir klammern uns an unsere Märchen und wundersamen Geschichten, bis wir einen zu hohen Preis für unseren Glauben zahlen müssen.“ (S. 13)

Doch als schließlich sein Großvater brutal umgebracht wird und Jacob glaubt, eines dieser Wesen zu sehen, von denen sein Großvater immer erzählt hatte, wird alles anders. Gemeinsam mit seinem Vater reist er auf eine Insel in der Nähe von Wales. Die Insel, auf der sein Großvater einen Teil seiner Kindheit verbracht hat, in einem Heim für besondere Kinder. Dort hofft er, mehr herauszufinden über die Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind. Und vor allem will er herausfinden, was hinter den Geschichten seines Großvaters wirklich steckt.
Hat es die besonderen Kinder wirklich gegeben oder war das ganze tatsächlich nur ein Märchen?


Ich weiß noch nicht, wie ich das Buch endgültig bewerten soll.- Hat es volle fünf Sterne verdient oder nur gute vier bis viereinhalb? Irgendwas hatte die Geschichte an sich, was mich in seinen Bann gezogen hat. Mir hat das Szenario mit der Parallelwelt in der Zeitschleife sehr gut gefallen. Auch der Gedanke, dass sich der gleiche Tag immer wieder wiederholt. Auch die Charaktere fand ich im einzelnen sehr sympathisch, natürlich bis auf die Wights und die Hollowgasts. Aber trotzdem war da auch irgendwas, was mich gestört hat, auch wenn ich nicht einmal benennen kann, was genau es war.
Pluspunkte gibt es natürlich für die aufwendige Gestaltung des Buches. Das macht ja immer etwas her, wenn einem während des Lesens auch etwas für die Augen geboten wird. Mir wäre es zwar auch nicht schwer gefallen, mir die Kinder vorzustellen, aber die Fotos fand ich wirklich schön, auch weil sie zur Geschichte gepasst haben und die einzelnen Personen sehr gut wiedergegeben haben.
Das Ende war ziemlich offen und lässt natürlich auf mehr hoffen. Ich würde mich freuen, wenn da noch etwas mehr kommt, auch wenn ich traurig bin, dass der Zauber der Zeitschleife, in der Miss Peregrine und die Kinder gelebt haben, zerstört ist, aber trotzdem wäre ich sehr gespannt darauf, wie es nun weitergehen könnte. Ob die Kinder noch andre Zeitschleifen entdecken und noch andere, die so sind wie sie.

Rein vom Bauchgefühl würde ich dem Buch nun, auch trotz oder gerade wegen der Kritik und weil ich nicht genau benennen kann, was mir eigentlich nicht gefallen hat, fünf Sterne geben, weil es Ransom Riggs trotz des teilweise erschreckenden Szenarios des 2. Weltkriegs geschafft hat, mich zu verzaubern und mich vollkommen für seine Geschichte einzunehmen.

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Skulduggery Pleasant - Das Groteskerium kehrt zurück
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44 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

jugendbuch, irland, elemente, magie, pleasant

Skulduggery Pleasant - Das Groteskerium kehrt zurück

Derek Landy , Ursula Höfker
Flexibler Einband: 334 Seiten
Erschienen bei Loewe, 08.06.2011
ISBN 9783785573631
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Ich zähle bis drei“, sagte Skulduggery leise, „dann laufen wir. Verstanden?“ „Verstanden“ Die Spinnen klackten näher und näher, das Klacken wurde zu einem Höllenspektakel. „Weißt du was?“, sagte Skulduggery. „Vergiss das mit dem Zählen. Lauf einfach.“ (S. 134)

Genauso und ähnlich sieht Stephanies alias Walküre Unruhs Alltag aus, seit sie Skulduggery Pleasent kennt und seine Schülerin geworden ist. Ihr Spiegelbild lebt ihr Leben für sie, geht zur Schule, macht die Hausaufgaben, isst mit ihren Eltern zu Abend, während das ungleiche Duo sich aufmacht um magische und übernatürliche Bösewichte zu jagen.
Diesmal geht es ans Eingemachte. Nachdem die beiden es vorerst verhindert haben, dass die Gesichtslosen zurückkehren, startet nun schon wieder jemand einen Versucht und zwar niemand geringerer als Baron Vengeous. Sein Ziel ist es, das Groteskerium wiederzuerwecken, das ein Portal öffnen kann, das die Gesichtslosen wieder zurück in die Welt holen kann.
Doch genau das wollen Skulduggery Pleasent, Walküre Unruh, Tanith Low und ihre Mitstreiter verhindern.

Der zweite Teil ist genauso gut wie der erste. Wieder ist es spannend, rasant und witzig. Neue Charaktere tauchen auf, andere verschwinden und mittendrin immer wieder die überaus amüsanten Wortgefechte. Gespannt bin ich, wie es mit Walküres Spiegelbild weitergeht, wenn es jetzt sogar schon Dinge vor ihr verheimlichen kann.
Zum Glück habe ich den Folgeband hier schon liegen.

Ein passendes Buch für alle Jugendlichen und jung gebliebenen, die einen guten Abenteuer nicht abgeneigt sind.

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Skulduggery Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand
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98 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

magie, jugendbuch, fantasy, skelett, skulduggery pleasant

Skulduggery Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand

Derek Landy , Ursula Höfker
Flexibler Einband: 343 Seiten
Erschienen bei Loewe, 10.02.2011
ISBN 9783785572689
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die zwölfjährige Stephanie führt ein ganz normales Leben.
Bis eines Tages ohne irgendwelche vorherigen Anzeichen ihr Onkel stirbt und ihr sein ganzes Vermögen vererbt.
Am Tag seiner Beerdigung taucht ein merkwürdiger Mann in Stephanies Leben auf. Er zeigt sich nur vollkommen verhüllt, mit breitem Hut, Perücke und Sonnenbrille.
Denn Skulduggery Pleasemt ist kein normaler Mensch. Eigentlich nicht mal ein Mensch im eigentlichen Sinne. Er ist ein Skelett, ein lebemdes Skelett.
Von nun an ist in Stephanies Leben nichts mehr so, wie es einmal war. Sie schlittert hinein in ein Leben voller Abenteuer, voller Risiko, Gefahren aber auch voller Spaß, denn Stephanies altes Leben war ihr schlicht und einfach viel zu langweilig.

Mit "Skulduggery Pleassent" ist Derek Landy der tolle Auttakt einer Jugendbuchreihe gelungen, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Die Seiten flogen nur so dahin es war spanned, aber auch unglaublich witzig. Die Sticheleien zwischen Skulduggery und Stephanie waren einfach herrlich und brachten mich mehr als einmal zum Lachen.

Ein tolles Buch, das sich schnell lesen lässt, das man aber bestmmt nicht allzu schnell vergisst, schon allein wegen der einprägsamen Charaktere und den ungewöhnlichen Namen.

Ich freue mich schon auf den zweiten Teil.

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Lob
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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Lob

Daniel Kehlmann
Fester Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 14.07.2010
ISBN 9783498035488
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Ein Buch übers Lesen.
In diesem kleinen Büchlein sind verschiedensten Texte von Daniel Kehlmann gesammelt. Kritiken, Reden zu Geburtstagen berühmter Autoren. Laudatien und ein Interview, das der Autor mit sich selbst führt. um eine Poesie-Vorlesung aufzufrischen.

Daniel Kehlmann gehört zu meinen Lieblichgsautoren. "Die Vermessung der Welt", "Beerholms Vorstellung" und "Ruhm" habe ich geliebt. Klar, dass auch dieses Büchlein, wenn auch kein Roman, seinen Weg in mein Regal finden würde. Ich fand die Texte im allgemeinen sehr ansprechend. Es war für mich nur schwierig, bei buchbesprechungen von Werken, die ich nicht kannte, nachzuvollziehen, worauf er anspricht. Besonders gefallen hat mir sein Interview mit sich selbst. Da gab es etliche Pasagen, bei denen ich schmunzeln musste. Außerdem fand ich die Besprechungen zu Shakespeare und Stephen King gut.
Kehlmann hat es geschafft, mich endlich davon zu überzeugen, "Roman eines Schicksalslosen" von Kertez zu lesen. Ein Buch, um das ich schon ewig herumschleiche, dass es bis jetzt jedoch nicht in mein Regal geschafft hat. Das wird sich demnächst ändern, denke ich.

Den einen Punkt Abzug gab es von mir deshalb, weil ich wie gesagt, nicht mit allen Besprechungen etwas anfangen konnte. Da ich sie trotzdem sehr interessant fand, sind es vier Sterne geworden.

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Wenn du mich siehst
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182 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 37 Rezensionen

liebe, geist, tod, geister, tara hudson

Wenn du mich siehst

Tara Hudson , Ute Brammertz
Fester Einband: 351 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 25.08.2011
ISBN 9783453267237
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

"Joshua", setzte ich mit leiser Stimme an. "Glaubst du wirklich... nein, weißt du wirklich, dass ich tot bin? Dass ich nicht mehr lebe? Und es nie wieder tun werde?" (S.147)

Amelia ist 18 Jahre alt. Zum Zeitpunkt ihres Todes. Mehr weiß sie nicht über sich. Sie tut nichts weiter, als ziellos herumzuirren, bis sie sich irgendwann immer wieder im Fluss wiederfindet und ihren Tod noch einmal erlebt.
Doch an einem Tag ist alles anders. Als sie selbst wiederholt im Fluss ertrinkt, sieht sie im Fluss plötzlich ein Auto vor sich, in dem ein Junge sitzt. Bewusstlos. Kurz vor dem Ertrinken. Amelia kann förmlich hören, wie sein Herzschlag immer langsamer wird. Doch auf einmal schlägt er die Augen auf und sieht sie direkt an.
Etwas, das eigentlich gar nicht möglich sein dürfte, denn nie zuvor hat jemand sie gesehen? Warum nun auf einmal?
Warum kann Joshua sie sehen und vor allem, wie erklärt man einem Jungen, in den man sich Hals über Kopf verliebt, dass man eigentlich gar nicht existiert? Dass man ein Geist ist?


"Wenn du mich siehst" war ein Buch, von dem ich nach Stöbern in den Rezis nicht wusste, was ich davon erwarten sollte. Eine Liebesgeschichte zwischen einem Menschen und einem Geist? Klingt abgedreht, Und doch hat es mir gefallen, Amelia und Joshus waren einfach unglaublich süß miteinander, sodass ich sie einfach mögen musste. Alles in allem war das Buch ein reinstes Vergnügen für mich, ein Buch, das mit einer gewissen Langsamkeit gelesen werden muss.

Gute vier Sterne gibt es von mir für diese ungewöhnliche Liebesgeschichte.


(Ich mag meine Rezis nicht, wenn ich sie nicht am eigenen Computer vorschreiben kann, bevor ich sie hier rein setze...Aber dafür fehlt mir dieses Mal leider die Zeit.)

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Die Entbehrlichen
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31 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

liebe, leben, organspende, menschenversuche, endspende

Die Entbehrlichen

Ninni Holmqvist , Angelika Gundlach , Angelika Grundlach
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 08.02.2011
ISBN 9783596183319
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

„Darf man nachts nicht hierher?“; fragte ich. „Doch, natürlich. Es ist nur nicht so üblich, dass es jemand tut.“
Die Stille war jetzt gestört, gewissermaßen durchbohrt. Auf einmal war mir kalt und ich fröstelte.“
(S. 40)

Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft. Dorrit lebt in einer Gesellschaft, die nur auf das Kapital ausgelegt ist. Nichts ist wichtiger, auch die Menschen sind nur dazu da, das Kapital zu mehren. Wird man fünfzig Jahre alt und hat bis dahin keine Kinder oder einen Beruf, der von der Gesellschaft als wichtig angesehen wird oder steckt in einer Beziehung mit einem Benötigten, der bezeugt, dass man gebraucht wird, wird man für entbehrlich erklärt.
Dorrit ist eine von ihnen. Genau an ihrem fünfzigsten Geburtstag wird sie abgeholt und weggebracht. An den Ort, wo alle Entbehrlichen hinkommen. Dort werden sie untergebracht, es wird für ihr leibliches und gesundheitliches Wohl gesorgt, doch sie müssen sich für Experimente zur Verfügung stellen und für Organspenden, kurz gesagt für alles, wofür die Benötigten zu schade sind. Bis sie schließlich zur Endspende angemeldet werden. Sie können keinen Schritt tun, ohne Kameras ausgesetzt zu sein, die jede ihrer Handlungen, sei sie auch noch so klein und unwichtig, zu überwachen. Und doch steht ihnen andererseits niemand im Weg, wenn sie sich innerhalb der Einrichtung verlieben.
Genau das passiert Dorrit und plötzlich ist alles anders. Das Leben in der Einrichtung ist auf einmal gar nicht mehr so schlimm und auch die Kameras geraten in den Hintergrund, bis etwas passiert, was eigentlich gar nicht möglich sein dürfte…


"Die Entbehrlichen“ ist ein erschreckend realistisches Buch. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass unsere Gesellschaft sich tatsächlich in eine solche Richtung entwickelt. Umso beklemmender für mich als Leser war es, dass ich mir der Kameras, die dort um die Menschen herum waren, die ganze Zeit nur allzu bewusst war, die Dorrit ja zeitweise fast zu vergessen haben schien. Auch die Tatsache, Menschen kommen und gehen zu sehen, ohne wirklich etwas tun zu können, ging mir an die Nieren. Ebenso wie das Ende. Als ich das Buch schließlich zuschlug brauchte ich eine ganze Weile, bevor ich ein neues Buch in die Hand nehmen konnte, was bei mir sonst kein Problem darstellt. Ich stelle ein Buch als gelesen ins Regal und nehme mir das nächste. Nicht so diesmal. Ich musste wirklich den Rest des Tages pausieren und habe erst am nächsten Tag ein neues Buch in die Hand genommen.


„Die Entbehrlichen“ ist ein Buch, das Eindruck hinterlässt, das nachwirkt, das man so schnell nicht wieder vergisst. Schon allein dafür hat es fünf Sterne verdient.

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Eine Studie in Scharlachrot
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82 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

sherlock holmes, detektiv, john watson, krimi, london

Eine Studie in Scharlachrot

Arthur Conan Doyle
Fester Einband: 159 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 01.12.2005
ISBN 9783036951430
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

„Mein Gefährte errötete vor Freude ob meiner Worte und der ernsthaften Art, in der ich sie vorbrachte. Ich hatte bereits festgestellt, dass er für Schmeicheleien über seine Kunst so empfänglich war, wie nur je ein Mädchen, wenn es um seine Schönheit geht.“ (S. 57)

"Eine Studie in Scharlachrot“ ist der Anfang der Geschichten von Sherlock Holmes und Doktor Watson. Watson, gerade aus dem Afghanistan-Krieg zurückgekehrt, sucht in London eine bezahlbare Unterkunft, was beileibe nicht einfach ist. Da trifft er einen alten Studienkollegen wieder, der ihm Sherlock Holmes vorstellt, der ebenfalls auf der Suche nach einer Bleibe ist. Obwohl Holmes doch ein ziemlich exzentrischer Bursche zu sein scheint, der gern Geige spielt, der gern tagelang Pfeife rauchend auf dem Sofa verbringen kann, ohne irgendetwas zu tun und der stets und ständig rätselhafte Besucher aus allen Klassen empfängt, kommen die beiden doch gut miteinander aus, vor allem dann, als Watson schließlich eine Kostprobe von Holmes brillanten Verstand bekommt und ihn bei der Lösung eines Falls begleiten darf, den er schließlich dokumentiert.


Nun habe ich endlich auch den ersten Fall gelesen, den Holmes und Watson gemeinsam gelöst haben. Einmal mehr war ich vollkommen begeistert, konnte gar nicht schnell genug lesen, um zu erfahren, wie es weitergeht. Ich liebe die beiden und ich weiß, dass ich traurig sein werde, wenn ich irgendwann das letzte Buch gelesen haben werde.
Doyle schreibt zwar einfach, doch trotz allem unglaublich spannend und witzig, sodass es immer wieder eine Freude ist, eine Buch von ihm zu lesen. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Geschichte und gebe der Studie in Scharlachrot ohne Bedenken volle fünf Sterne, weil man Sherlock Holmes einfach lieben muss.

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Oliver Twist
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(75)

175 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

klassiker, england, armut, diebe, diebesbande

Oliver Twist

Charles Dickens , Gustav Meyrink
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.12.2005
ISBN 9783257210354
Genre: Literatur vor 1945

Rezension:

Erzählt wird die Geschichte des Waisenjungens Oliver Twist.
Sein Weg führt ihn von einem Waisenhaus auf dem Land ins Arbeitshaus, wo er erst eine Lehre bei einem Schornsteinfeger machen soll, dem man seine Brutalität schon an den Augen ansieht, und dann schließlich bei einem Sargtischler landet. Von seinen Mitangestellten schikaniert, nimmt er schließlich Reißaus und flüchtet nach London. Dort gibt es einen ständigen Wechsel von Glücks- und Unglücksmomenten, so dass man schließlich glaubt, dass das Schicksal es nicht will, dass Oliver irgendwann einmal glücklich werden kann.

„Oliver Twist“ ist der zweite Roman, den ich von Charles Dickens gelesen habe. Und wieder, wie schon bei den Weihnachtsgeschichten, hatte ich meine reinste Freude an den Dickens’schen Schachtelsätzen, die zum Teil zweimal gelesen werden mussten, damit sich der Inhalt vollständig erschließt. Versucht man, diese in ein Notizbuch zu zwängen, füllen gerade einmal vier Sätze eine ganze Seite. Und doch liebe ich sie.
Die Geschichte des Oliver Twist hat mir gut gefallen, auch wenn man merkt, dass es sich um einen der frühen Romane von Dickens handelt. Der arme Junge hat mir einfach leid getan. Immer wenn er es endlich geschafft hatte, glücklich zu sein, kam wieder irgendwas dazwischen, was ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Obwohl die Geschichte von Gaunern und Schurken nur so wimmelt, waren die Charaktere dennoch durchweg sympathisch, gerade wegen der vielen satirischen, ironischen Elemente, mit denen Dickens seine Geschichte ausschmückt.

„Die alte Dame machte eine achtungsvolle Verbeugung, die besagen sollte, dass sie den Doktor für einen ungemein gescheiten Herrn halte. Der Doktor schien von sich selbstverständlich die gleiche Ansicht zu haben“ (S. 98)

Sätze wie dieser brachten mich immer wieder zum schmunzeln. Außerdem merkt man, dass Dickens wusste, wovon er schrieb, dass Dinge, die er Oliver in der Geschichte erleben lässt, selbst erlebt oder zumindest mit angesehen hat. Dadurch wird die Geschichte umso authentischer und Dickens zeichnet ein gelungenes Bild der Zeit, in der er selbst gelebt hat, ohne allerdings Dinge zu beschönigen oder zu verschweigen.

„Oliver Twist“ gehört zu den Klassikern, die man unbedingt einmal gelesen haben sollte. Ich bin froh, dass ich es endlich getan habe, nachdem er nun schon mehrere Jahre auf meinem SuB verstaubte.

Vier Sterne sind es, weil es sich um ein frühes Werk von Charles Dickens handelt und Steigerung durchaus möglich ist.

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Charlie und der große gläserne Fahrstuhl
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(16)

29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

fahrstuhl, kinderbuch, abenteuer, weltraum, charlie

Charlie und der große gläserne Fahrstuhl

Roald Dahl , Adolf Himmel , Roswitha Fröhlich
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.03.2003
ISBN 9783499212123
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Charlies Abenteuer gehen weiter.
Gerade hat Charlie von Willi Wonka erfahren, dass er der künfrige Besitzer der einzigartigen Schokoladenfabrik wird. Die Geschichte beginnt damit, dass Wonka, Charlie und seine gesamte Familie auf dem Rückweg zur Fabrik sind. Allerdings ist es nicht so einfach, wieder in die Fabrik zu kommen, denn es ist eine hohe Geschwindigkeit von Nöten, um durch das Dach der Schokoladenfabrik zu kommen.
Was tut man also anderes, als die Erde zu verlassen, um die nötige Geschwindigkeit zu erreichen? Allerdings darf man nicht zu hoch hinaus, denn dann kommt man nicht wieder zurück und landet in der Erdumlaufbahn.
Genau das passiert mit dem großen gläsernen Fahrstuhl und seinen acht Insassen.

Ich habe schon „Charlie und die Schokoladenfabrik“ geliebt und fand nun die Fortsetzung genauso toll. Roald Dahl hat so unglaubliche Ideen, dass es einfach Freude macht, seine Bücher zu lesen. Denn wer sonst könnte gewürmte Nilche erfinden und Großmütter aus Versehen ins Minusland befördern? Außerdem liebe ich die Wortspielereien und die Gedichte, mit denen das ganze Buch gespickt ist. Der Hoteldirektor namens T.Pich-Boden hat mir besonders gefallen und auch das Lied der Vizepräsidentin ist es wert, dass man dieses Buch liest. Für Kinder finde ich außerdem die versteckten Botschaften super, denn so kann man ihnen etwas vermitteln ohne gleich den obligatorischen erhobenen Zeigefinger gebrauchen zu müssen.

Das perfekte Buch, das an einem verregneten Sonntag für gute Laune sorgt! Denn mal ehrlich, wer verbringt denn das Wochenende nicht gern mit dem exzentrischen Schokoladenfabrikbesitzer Willi Wonka?

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Nybbas Nächte
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(31)

80 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 19 Rezensionen

dämonen, jennifer benkau, fantasy, clerica, liebe

Nybbas Nächte

Jennifer Benkau
Buch: 400 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.06.2011
ISBN 9783941547148
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

„Hast du eine Vorstellung davon, was ich alles für dich tue? Ich verrate meine Art. Ich habe meinen Mentor in die schrecklichste aller Höllen gelockt und hatte widerlichen Spaß dabei. Ich scheiß auf meine Ehre und auf meinen Stolz (…) Ich laufe vor den Konsequenzen meines Handelns weg, um dich in Sicherheit zu bringen. All das, was ich jahrelang für meine Stärken hielt, habe ich weggeworfen und mit Füßen getreten. (…) Und ich tue es gern. Aber nicht aus Schuld, Joana. Ich bin dir nichts schuldig. Ich bin niemandem etwas schuldig. (…) Ich…liebe dich nur.“ (S. 315)

„Nybbas Nächte“ ist der zweite Teil der Schattendämonen-Trilogie. Nachdem es Joana und Nicholas im ersten Band gelungen ist, sowohl vor den Clerica als auch vor den Dämonen zu fliehen, die hinter ihnen her waren, haben sie sich in Portugal eine kleine Rückzugsoase aufgebaut, in dem Glauben, dass sie dort niemand findet. Doch so ist es leider nicht. Elias taucht auf und eröffnete den beiden, das Luzifer bereits ihre Spur aufgenommen hat, denn schließlich hat Nicholas einen seiner Brüder getötet, ein unverzeihliches Vergehen.
Das Paar geht nach Island, wo Rut lebt, eine Clerica, die sich abgewandt hat, weil sie sich mit einer Dämonin angefreundet hat. Außerdem gibt es dort ein Rudel Fuchsdämonen, die den Bewohnern das Leben schwer machen. Als Nicholas und Joana dem auf den Grund gehen wollen, geraten sie selbst in Gefahr, sind kurz davor, ihre Beziehung aufzugeben…

Es geht spannend weiter. Dass nun Island der Ort ist, an dem die Geschichte zum großen Teil spielt, hat mir besonders gefallen. Es bietet sich als Setting auch so wunderbar an, da es ein Land voller Sagen und Legenden Ist, die sich um Dämonen und andere Wesen drehen. In diesem Band werden die Schwierigkeiten, die Probleme, die in der Beziehung von Joana und Nicholas entstehen und bestehen, weil sie unterschiedlichen Arten angehören, umso deutlicher. Es war erfrischend, mit den beiden zu leiden und zu streiten. Denn nicht immer kann alles nur Friede Freude Eierkuchen sein, wie es in manch anderen Büchern manchmal der Fall ist. Gut und nachvollziehbar fand ich auch, dass es Momente gab, in denen beide ihre Beziehung in Frage stellen, daran zweifeln, ob es auch richtig ist, was sie tun. Auch die Szene zwischen Nicholas und Elias war ein Highlight für mich.
Natürlich kam auch die Erotik nicht zu kurz. Diese Szenen waren so gut geschrieben, dass es mir manchmal schwer fiel, sie unterwegs zu lesen, ohne mir anmerken zu lassen, was ich da gerade lese.

Auch der zweite Teil der Trilogie, die im Juni 2012 zu Ende geht, hat wieder gute vier Sterne verdient und weckt Hoffnungen auf ein spannendes Finale.

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Nybbas Träume
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dämonen, liebe, clerica, fantasy, nybbas

Nybbas Träume

Jennifer Benkau
Buch: 408 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.06.2010
ISBN 9783941547025
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

„Es klingt sicher seltsam, aber ich habe mir schon als kleines Kind immer vorgestellt, dass ein Monster unter meinem Bett hockt. Das war mir einfach lieber, als ganz allein zu sein.“ „Interessant.“ Er schmunzelte und zog sanft eine ihrer Locken zwischen seinen Fingern glatt. „Ich werde aber nicht unter deinem Bett schlafen, das kannst du vergessen.“ (S. 246)

Joana Sievers führt in Hamburg ein ganz normales Leben als Taxifahrerin. So normal das Leben eben sein kann, wenn man in seinen Träumen fast täglich mit ansehen muss, wie der eigene Vater umkommt, den man nicht einmal kennen lernen durfte, weil er schon vor der Geburt gestorben ist.
Eines Abends in ihrer Schicht, beobachtet sie aus dem Taxi heraus, wie ein Mann verfolgt wird und geht der Sache auf den Grund, nur um sich Nicholas gegenüber zu finden, einem ungewöhnlich attraktiven Mann mit Machoallüren, die ihresgleichen suchen.
Doch Nicholas ist kein normaler Mann, im Grunde nicht einmal ein Mensch. Er ist ein Dämon, der Nybbas, der den Menschen Gefühle nimmt, um sich von ihnen zu nähren. Genau das hat er auch mit Joana vor, wenn da nicht die eigenen Gefühle dazwischen funken würden….
Doch auch Joana verbirgt etwas….

„Nybbas Träume“ ist ein Buch, bei dem man sich eigentlich nach Lesen des Klappentextes schon den gesamten Plot zusammenreimen kann und auch schon ganz am Anfang weiß, wie es ausgehen wird. Und doch hat mich die Geschichte für sich eingenommen. Denn trotz der bekannten Idee, Dämon verliebt sich in Mensch, waren mir die Charaktere so sympathisch und war die Geschichte so geschrieben, dass ich einfach ohne Probleme darin versinken, abschalten konnte. Mich mit den Problemen, den Gefühlen anderer auseinanderzusetzen, und dabei eigene Sachen, die mir auf der Seele liegen, zu vergessen.
Manchmal brauche ich ein solches Buch einfach und Nybbas Träume“ war dafür perfekt. Ein Buch zum Abschalten. Ein Buch bei dem man nicht nachdenken muss. Aber doch gut geschrieben, so dass es Freude macht, es zu lesen.

Ich gebe dem Buch gute vier Sterne und freue mich schon auf den zweiten Teil, den ich gleich im Anschluss lesen darf.

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