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Seide
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(84)

124 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

japan, liebe, seide, frankreich, sehnsucht

Seide

Alessandro Baricco
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei dtv
ISBN 9783423133357
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

„In dem Raum war alles so still, und reglos, dass das, was unversehens geschah und gleichwohl ein Nichts war, wie eine Ungeheuerlichkeit wirkte.
Ohne die leiseste Regung
Schlug das Mädchen
Plötzlich
Die Augen auf.“
(S. 27/28)

Klappentext:
Knisternde Seide, kühl, edel und kostbar. Als 1861 eine nahezu weltweite Epidemie in der Seidenraupenzucht um sich greift, fühlen sich die Seidenspinnereien des südfranzösischen Städtchens Lavilledieu bedroht. Daher bricht der Seidenhändler Hervé Joncour im Herbst desselben Jahres auf zu einer beschwerlichen Reise in das gegen alle äußerlichen Einflüsse abgeschottete Japan. Die Geschäfte mit dem japanischen Edelmann Hara Kei sind beinahe getätigt, da sieht er sie: wie eine Skulptur, wie ein stummes Abbild perfekter Weiblichkeit liegt das junge Mädchen, gehüllt in einen Seidenschal, zu Füßen ihres Gebieters. Nur ein Blick und eine kurze Botschaft – mehr ist es nicht, was Joncours Leidenschaft entfacht. Niemals wird er auch nur die Stimme der rätselhaften Schönen hören. Doch die Sehnsucht bestimmt fortan sein Leben. Jahr für Jahr treibt es ihn ins ferne Japan....

Eine unglaublich schöne und auch traurige Geschichte, die zu verzaubern vermag. Die Sätze scheinen nur so dahin zu schweben, es wird mit einer unglaublichen Leichtigkeit erzählt und doch war es eine Schwere, die mich beim Lesen überfiel. Die Sprache war so unglaublich schön, trotz ihrer Schlichtheit. Die Wiederholungen einzelner Sequenzen, wie zum Beispiel Hervés Reise nach Japan, war ein gut gewähltes Stilmittel und auf keinen Fall störend. Doch was für mich schließlich den größtem Zauber der Geschichte ausmachte, war der Liebesbrief. So wunderschön und doch auch voller Erotik.
Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was ich beim Lesen dieser kurzen Geschichte empfand. Ich weiß nur, dass ich Hin und Weg war bzw. noch bin und dem Buch fünf Sterne geben kann.

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Der Teezauberer
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(19)

47 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

tee, hamburg, liebe, suche, bücher

Der Teezauberer

Ewald Arenz
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.04.2011
ISBN 9783423139786
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

„Tee, geliebtes Weib“, sagte Jakob mit halben Ernst, „ist etwas anderes . Kaffee ist auch etwas anderes. Kakao und Gewürze… das kann man nicht im Laster mit tausend anderen Sachen zu uns bringen. Das ist, als ob du Liebesbriefe mit dem Computer schreiben würdest oder mit diesem unmöglich hässlichem Auto zur Kirche fahren würdest.“ (S. 20)

Jakob ist glücklich verheiratet, hat eine süße Tochter und übt seinen Traumberuf aus. Er ist Teehändler geworden, denn Tee und auch Gewürze, Kaffee und Kakao sind etwas Einmaliges für ihn. Er ist im Land der Düfte zu Hause, schafft es, in ferne Länder zu reisen, wenn er das Wort „Tee“ nur ausspricht. Und doch fehlt ihm etwas in seinem Leben. Es fehlt ihm, sich nach etwas zu sehnen, die Liebe absolut und ohne Zögern zu erleben. Eines Tages wacht er auf und stellt fest, dass für ihn der Geschmack des Tees verloren gegangen ist, ebenso wie die Fähigkeit, mit Wörtern zu reisen…

„Der Teezauberer“ ist vor allem eines: eine Geschichte des Sehnens, des Liebens. Mit seiner einmalig schönen Schreibweise, die mich schon bei „Der Duft von Schokolade“ und „Das Diamantenmädchen“ begeistert hat, schafft es Ewald Arenz auch diesmal, mich vollkommen in seinen Bann zu ziehen. Er schafft es, die Grenzen zwischen Traum und Realität sosehr zu verwischen, dass ich mich manchmal wirklich gefragt habe, wo ich mich gerade befinde. Genauso schafft er es, die Orte, die er beschreibt, förmlich vor dem Leser erscheinen zu lassen, so dass ich das Gefühl hatte, wirklich im Teegeschäft von Jakob zu stehen oder mit ihm durch die Straßen zu irren und nach etwas zu suchen, von dem er selbst nicht wusste, was es ist.

Von mir gibt es für dieses traumhaft schöne Leseerlebnis fünf Sterne, auch wenn es schon ein paar Tage her ist, dass ich den Duft von Tee und Gewürzen in der Nase haben durfte.

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Crank
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67 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 15 Rezensionen

drogen, crank, jugendbuch, liebe, erste liebe

Crank

Ellen Hopkins
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.08.2010
ISBN 9783551582300
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Alleinsein heißt mit der Person zu sein, die in mir steckt. Inzwischen mag ich sie ein bisschen lieber, als die Hülle, die ich nach außen zeige.“ (S. 12)

Kristina ist ein ganz normales siebzehnjähriges Mädchen. Sie lebte zusammen mit ihrer Familie: Mutter, Stiefvater, lesbischer Schwester und kleinem Bruder. Als sie einen Sommer bei ihrem leiblichen Vater verbringt, der so viel weniger von einem Prinzen hat, als sie sich das in ihrer Fantasie ausmalt, kommt sie zum ersten Mal in Kontakt mit Drogen und sie verliebt sich. Doch in ihr drin schlummert ein Wesen, sie nennt es Bree, das durch die Drogen immer mehr an Oberhand gewinnt. Als die eigentliche Freundin ihrer großen Liebe Adam sich vom Balkon stürzt, kehr Kristina nach Hause zurück.
Dort gerät sie jedoch immer tiefer in den Drogensumpf, greift immer öfter auch zu viel härteren Drogen, stürzt immer weiter ab. Sie gerät an Brendan, der sie vergewaltigt, an Chase, der sie anscheinend wirklich liebt. Doch immer bleibt sie bei den Drogen, entfernt sich immer weiter von ihrer Familie, bis es zum Äußersten kommt…


Kristinas Geschichte ist eine aufwühlende Geschichte. Die Geschichte eines Mädchens, das mit sich selbst nicht zurechtkommt, eines Mädchens, das Zuflucht in Drogen sucht, vielleicht auch um die Aufmerksamkeit ihrer Familie zu bekommen. Was dieses Buch so besonders macht, ist Ellen Hopkins’ Art zu schreiben. Die ganze Geschichte ist in Versform geschrieben und wenn man sich erstmal an diese ungewöhnliche Art des Erzählens gewöhnt hat, versinkt man förmlich in den einzelnen Zeilen, im Schicksal des jungen Mädchens, das zwei Persönlichkeiten ins sich zu tragen scheint.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte gewinnt noch mehr an Eindringlichkeit, wenn man bedenkt, dass die Autorin etwas Ähnliches erlebt hat und mit diesem Buch versucht, ihre eigenen Erfahrungen zu verarbeiten.

Dieses Juwel von einem Buch verdient meiner Meinung nach mehr als nur 5 Sterne. Die Nominierung zum Deutschen Jugendliteraturpreis ist vollkommen gerechtfertigt. Ein Buch, das, denke ich, auch gut als Schullektüre geeignet ist. Schüler, die „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ lesen müssen, können genauso gut „Crank“ lesen, ein Buch, das nicht weniger eindringlich ist, vielleicht sogar mehr durch die gewählte Erzählform.
5 Sterne von mir.

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Harold
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57 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

england, harold, vater, melvin, schwarzer humor

Harold

Einzlkind
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 08.09.2011
ISBN 9783453435971
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

„Harold glaubte, nach Mutters Tod erbe er die Villa und erhänge sich zweimal die Woche in der Vorhalle“ (S.7)

Genau das ist Harold. 49 Jahre alt, arbeitet in einem Feinkostladen hinter der Fleischtheke, lässt sich die Schikanen seiner erklärten Feindin Carol gefallen und mit dem chronischen Hang zu Selbstmordversuchen.

„Harold erhängt sich höchstens einmal im Monat, in der ersten Hälfte, nie dienstags, aber vor 21 Uhr“ (S. 19)

Doch auf einmal ändert sich alles, als Harold gekündigt wird. Nach 17 Jahren in ein und dem selben Geschäft ist er auf einmal arbeitslos. Zu allem Überfluss erfährt er von seiner Nachbarin und Bridgepartnerin (auf ihren Wunsch hin natürlich, denn Harold kann diesem Spiel eigentlich nichts abgewinnen), dass die eine leere Wohnung in seinem Haus vermietet wurde. An eine Frau und ihren elfjährigen Sohn.

Genau diese beiden stehen noch am selben Tag vor seiner Tür. Die Mutter mit der unglaublichen Bitte auf den Lippen, Harold möge doch die nächsten sieben Tage auf ihren Sohn aufpassen, da sie überraschend nach Paris reisen müsse.

Melvin ist eine Klasse für sich. Er ist nämlich ein Savant. Ein Genie, für diejenigen, die es nicht wissen. Er besitzt 1238 Bücher, natürlich alle gelesen, hat alle Bach-Sonaten auswendig gelernt und noch so einiges mehr. Genau auf diesen Jungen soll Harold nun aufpassen.
So schwierig kann das doch eigentlich gar nicht sein, oder doch?
Denn Melvin kommt auf die aberwitzigsten Ideen, die Harold mehr als einmal in die Bredouille bringen. Alles gipfelt schließlich darin, das Melvin seinen Vater finden will, von dem er nur den Namen kennt: Jeremiah Newsom. Ganze vier gibt es davon in Großbritannien.
Wider besseren Wissens macht sich Harold gemeinsam mit Melvin auf den Weg, in einem altersschwachen Saab, nachdem Harold über 20 Jahre nicht mehr hinter dem Steuer gesessen hat-


Wer Ironie, schwarzen Humor und Zynismus liebt, wird auch Harold lieben. Schon der erste Satz zwingt einen förmlich, dieses Buch unbedingt weiter zu lesen. Von da an saß ich eigentlich durchgehend mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht da, sobald ich „Harold“ in die Hand genommen habe. Spätestens nach der so wunderbar treffenden Beschreibung einer Busfahrt im Londoner Nahverkehr, die sich auch wunderbar auf andere Städte übertragen lässt, war mir klar: Ich liebe dieses Buch!
Die Sprache des Autors, die Liebe zum Detail und vor allem der Humor haben es mir angetan. Witzig. Schlagfertig, zynisch. Herrlich.

„Harold ist beeindruckt und versucht, seine Augenbrauen hochzuziehen, aber er benutzt den falschen Muskel und gähnt aus Versehen.“ (S. 39)

„Melvin hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass selbst Verkehrsteilnehmer jenseits der 80 und einwandfrei sehbehindert, sie gar in den engsten Kurven wutschnaubend überholten und nur dank ihrer vollendeten Höflichkeit auf obszöne Gesten und gellendes Gehupe verzichteten.“ (S.110)

„Einfach rückwärts rein? Ist der Boxer dement? Harold kommt spontan in die Wechseljahre und transpiriert, als würde es keinen Morgen geben“ (S.126)

Um nur mal ein paar kleine Eindrücke von der Art der Sprache zu geben. Ein tolles Buch und für mich einer der Überraschungshits meiner diesjährigen Leseliste!

Top!

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Der Eiserne König
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65 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

märchen, fantasy, der eiserne könig, john henry eagle, abenteuer

Der Eiserne König

John Henry Eagle
Fester Einband: 650 Seiten
Erschienen bei Fischer FJB, 08.09.2011
ISBN 9783841421173
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

„Fünf Finger hat die Hand – (…) – Man sollte nicht auf Wunder hoffen, sondern selbst zur Tat schreiten.“ (S. 651)

Wir befinden uns in Pinafor. Dort begegnen wir Hans, der als Kind zusammen mit seiner Schwester Grete von einer Hexe gefangen gehalten wurde, die ihn im Ofen brutzeln wollte. Mittlerweile ist er erwachsen und hat sich einer Räuberbande angeschlossen.
In Pinafor jedoch scheinen sonderbare Zeiten angebrochen zu sein. Die Bewohner scheinen plötzlich Unmengen an Gold zu haben. Geld wie Heu (oder sollte man vielleicht besser sagen, wie Stroh?) Die Arbeit wird nicht gemacht, die Leute werden faul.
Als Hans nach einer Begegnung mit einem Mädchen mit grünen Augen und einer Karte in den Rücken eingebrannt, die mit dem Tod seiner Kameraden endet, wieder zu sich kommt, ist er bei den 13 weisen Frauen, die einen Auftrag für ihn haben.
Er soll das Mädchen mit der geheimnisvollen Karte auf dem Rücken wieder finden. Er bekommt Gefährten zur Seite gestellt: Sneewitt, die hinter den sieben Bergen Kampfkunst erlernt hat und eine unerklärliche Abneigung gegen Äpfel hat, Sanne, deren Haar sich in Gold verwandelt, sobald man es abschneidet und die Perlen weint, Kunz, der austickt, wenn man ihn bei seinem wirklichen Namen (den ich hier nicht hinschreiben werde) nennt, und Horn, der einen Sack bei sich trägt, den er mit „Knüppelsackattack` zum Leben erwecken kann.
Doch die Gefährten werden verfolgt, von dem grausamen Krieger Grimm, der den Gefährten mit seinen sieben Raben immer knapp auf den Fersen ist.

Klingt nach einen wahrhaft märchenhaften Abenteuer, oder? Hätte es auch werden können. Es waren wirklich viele tolle Ideen vorhanden, viele Märchen wurden angeschnitten, humorvolle Andeutungen gemacht und so weiter. Aber dann findet der Autor irgendwie den Weg weg davon und hält sich ewig an dem Kampf gegen den eisernen König auf. Dadurch, dass sich das ganze so hingezogen hat, ging auch einiges an Spannung verloren und es hat sich ziemlich gezogen.
So konnte der Funke, den dieses Buch für einen Märchenliebhaber wie mich verheißt, leider nicht überspringen. Was, wie gesagt, wirklich schade ist, denn die Ideen waren da, sie hätten nur weiter ausgereift sein müssen und der Fokus nicht so sehr auf dem Kampf liegen dürfen. Die Charaktere waren ungemein sympathisch und haben einiges wettgemacht, was ich sonst an Enttäuschung für dieses Buch empfunden hätte.
Trotzdem kann ich der Geschichte nur drei von fünf Sternen geben, vorrangig für gute Ansätze und wirklich liebenswerte Charaktere.

Schade. Aber vielleicht hat mich das Buch auf dem falschen Fuß erwischt. Es ist immer schwierig, sich für irgendwas zu begeistern, wenn man aufgrund des Frühdienstes total übermüdet ist.

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Asylon
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111 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 24 Rezensionen

dystopie, stadt, gefängnis, torn, asylon

Asylon

Thomas Elbel
Flexibler Einband: 441 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.08.2011
ISBN 9783492267922
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:  
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Ein Kuss ist ein ferner Stern
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(32)

78 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, august, freya, hamburg, rudi

Ein Kuss ist ein ferner Stern

Alexander Rösler
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Arena, 17.06.2011
ISBN 9783401065373
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Möchtest du mit mir reden?“, frage ich.
„Bin nicht gut darin, mit Leuten zu reden“, sagt er. „Rudi sagt es, meine Mutter sagt es, die Lehrer sagen es. Ich versteh die Dinge oft falsch, die zwischen den Menschen passieren, gerade die ohne Worte. Aber ich bin froh, dass ich hier sitze. Es ist gut, dass noch jemand da ist, also du.“
(S. 28)

Dies ist die Geschichte von Freya und August. Es ist eine besondere Geschichte, denn August ist etwas Besonderes. Er ist Autist und damit sind Gefühle und alles was dazu gehört, nichts weiter als ein großes Rätsel für ihn. Umso schöner ist die Geschichte, wie er und Freya zueinander finden. Sie lernen sich kennen, als beide in Hamburg in ein Auto steigen, um zu trampen, bzw. sitzt er schon drin, als sie dazu steigt. Während der ganzen Fahrt wechseln die beiden kein Wort miteinander, bis er irgendwo mitten auf der Strecke ausgesetzt wird, weil er seinen Fahrern nicht geheuer ist. Freya steigt mit aus, obwohl sie ihn gar nicht kennt. Die beiden verbringen ein wenig Zeit miteinander, bis sie zu ihrer eigentlichen Verabredung muss.
Doch wie sieht man sich jetzt wieder? Scheint unmöglich, wenn man nichts weiter voneinander weiß, als den Vornamen- Und doch schaffen es die beiden, wenn auch nur durch Zufall, als Freyas Schwester einen Mathenachhilfelehrer sucht. Aber da ist ja auch noch das Problem, dass Freya eigentlich schon einen Freund hat…


Diese Geschichte ist einfach nur unglaublich süß. Freya und August sind so ein sympathisches Paar, dass man sie einfach lieben muss. Und dann die Sprache. Einfach zum Darin versinken, zeitweise gewöhnungsbedürftig, vor allem, wenn ich an Augusts erste Schreibversuche denke, aber im Nachhinein doch umso schöner.
Die Geschichte wird anhand der Notizen von Freya und August erzählt, die alle von Augusts bestem Freund Rudi gesammelt und kommentiert wurden. Augusts Notizen sind zu Beginn eigentlich nur Schreibübungen, die er von Rudi aufbekommt, um seine Gedanken in Worte fassen zu können, doch mit der Zeit findet er auch eigene Themen zu denen er schreibt und die Beiträge werden länger, tiefgründiger.
Ich finde, Alexander Rösler ist mit diesem Roman etwas ziemlich schwieriges gelungen. Er hat es geschafft, sich in einen Menschen hineinzuversetzen, der unglaublich schwer zu verstehen ist und es ist ihm gut gelungen.
Freyas und Augusts Geschichte hat mir ein paar vergnügliche Lesestunden beschert, die mich daran glauben ließen, dass manchmal auch das Unmögliche oder das Ungewöhnliche möglich ist.
5 Sterne dafür.

  (5)
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The Forest - Wald der tausend Augen
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(81)

162 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 34 Rezensionen

wald, zombies, fantasy, liebe, ungeweihte

The Forest - Wald der tausend Augen

Carrie Ryan , Catrin Frischer
Fester Einband: 398 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.08.2009
ISBN 9783570160497
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Ich will schlafen, Träume sollen mich aus der Welt herausziehen und in Vergessen hüllen, die Erinnerungen zur Ruhe bringen, die um mich herumwirbeln, und diesem Schmerz, der mich verzehrt, ein Ende bereiten.“ (S. 32)


Es ist ein einfaches Leben, das Mary und ihre Familie führen. Aber auch gefährlich, auch wenn es innerhalb der Zäune für sie einigermaßen sicher ist. Ihr Leben wird von der Schwesternschaft bestimmt, die den Lebensrhythmus vorgibt. Nach der Rückkehr, die viele Menschen infiziert und zu Ungeweihten gemacht hat, ist es besonders wichtig, gesunde Nachkommen zu zeugen, um die nächste Generation zu sichern.
An dem Tag, an dem sich Marys Leben komplett ändern soll, wird sie von Harry zum Erntefest eingeladen, was beinahe einem Heiratsantrag gleichkommt. Doch während sie ein paar ungestörte Minuten mit Harry verbringt, geht ihre Mutter zu dicht an den Zaun.
Die Ungeweihten erwischen sie, sie wird infiziert.
Aus Schmerz über diesen Verlust übergibt Marys Bruder Jed seine jüngere Schwester der Schwesternschaft. Sie soll ein Leben hinter den Mauern des Münsters führen.
Doch dort wird ihr klar, dass die Schwestern Geheimnisse hüten, spätestens dann, als ein Mädchen ins Dorf kommt, von außerhalb, das sich durch den Wald der tausend Augen geschlagen hat.
Als das Dorf schließlich von den Ungeweihten überrannt wird, bleibt Mary und ihren Freunden nichts anderes übrig, als zu fliehen, dem Pfad zu folgen, auf dem Gabrielle, das Mädchen von außerhalb, ins Dorf gekommen ist.
Mary kann an nichts anderes mehr denken, als an ihren Traum, den sie schon seit Kindertagen hegt. Den Traum vom Meer.

Dieses Buch hat mich überrascht. Viel hatte ich mir davon nicht erwartet, es kam mir durch den Klappentext so vorhersehbar vor, aber das war es nicht. Zombies sind nicht jedermanns Sache, meine eigentlich auch nicht, was auch schon ein Grund war, warum ich ziemlich skeptisch an dieses Buch herangegangen ist. Doch das Gefühl des Ekels, von dem ich geglaubt habe, dass es mich aufgrund des Themas irgendwann unweigerlich überfallen muss, blieb aus.
Stattdessen habe ich etwas in diesem Buch gefunden, was ich nie erwartet hätte. Es war so nachdenklich, fast melancholisch, dass es nahezu lächerlich leicht war, sich in der Geschichte zu verlieren. Außerdem gab es eine tiefgehende Liebesgeschichte, die ich in diesem Setting auch nicht erwartet hatte. Im Grunde war es ein Buch voller Überraschungen, trotz des Themas irgendwie schön.


„Wer sind wir, wenn nicht die Geschichten, die wir weitergeben? Was passiert, wenn niemand mehr da ist, der diese Geschichten erzählen kann? Oder zuhört- Wer wird je wissen, dass es mich gegeben hat? Was ist, wenn außer uns niemand mehr da ist? Wer wird unsere Geschichten dann kennen? Und was wird mit den Geschichten von allen anderen passieren? Wer wird sich an sie erinnern?“ (S.270)

Ich weiß nicht genau, wie viele Sterne ich diesen Buch geben soll, ob nun vier oder fünf. Deshalb wähle ich die Zwischenlösungen und gebe dem Buch 4 ½ Sterne.

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Nightshade
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126 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

wolf, liebe, wächter, hüter, sucher

Nightshade

Andrea Cremer , Michaela Link
Flexibler Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Lyx, 03.11.2011
ISBN 9783802583827
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Um Shay zu retten ist Calla kurz vor der Vereinigungszeremonie mit ihm geflohen. Sie suchen Schutz in seinem Haus, doch dort warten schon die Sucher auf sie, die sie bewusstlos schlagen und mitnehmen.
Als Calla wieder aufwacht, ist sie an einem fremden Ort, umgeben von lauter Suchern. Auch Shay ist dort, denn die Sucher haben nichts anderes getan, als den beiden zu helfen. Doch Callas Rudel und auch Ren sind zurückgeblieben und Calla weiß, dass die Hüter keine Mühen scheuen werden, um etwas über ihren und Shays Aufenthalt herauszufinden, denn schließlich ist Shay der Spross und Calla ist eine Verräterin. Auch vor Folter schrecken sie nicht zurück, was Calla nur allzu bewusst ist, deshalb will sie nichts weiter, als ihr Rudel zu sich zu holen.
Außerdem steckt sie noch immer in einer Zwickmühle, was ihre Gefühle zu Shay und Ren angeht. Sie fühlt sich zu beiden hingezogen, muss eine Entscheidung treffen.
Und dann sind da noch die Wahrheiten, die die Sucher aufdecken. All die Lügen der Hüter, die es zu verdauen gilt…


Der Krieg zwischen Hütern und Suchern geht in die zweite Runde. Viele offene Fragen werden geklärt, neue werden aufgeworfen, Es geht spannend weiter. Calla und Shay sollen ein Bündnis mit den Suchern eingehen, etwas dass es früher schon gegeben hat, was aber böse geendet ist. Das Hin und Her zwischen den drei Protagonisten geht weiter, ging sogar soweit, dass ich Calla manchmal am liebsten einfach geschüttelt hätte und ihr entgegengebrüllt hätte: „Entscheide dich endlich!“
Und doch ließ sich die Geschichte flüssig lesen, macht nun Lust auf das hoffentlich ebenso spannende Finale. Wird es gelingen, Ren zu retten? Wie wird der Krieg zwischen Hütern und Suchern ausgehen? All das sind Fragen, die hoffentlich geklärt werden.

Bis dahin verbleibe ich ebenso wie für den ersten Teil mit guten vier Sternen.

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Nightshade
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(133)

292 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 48 Rezensionen

wächter, hüter, sucher, wölfe, werwölfe

Nightshade

Andrea Cremer , Michaela Link
Flexibler Einband: 378 Seiten
Erschienen bei Lyx, 09.05.2011
ISBN 9783802583810
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

„Warte…“, sagte er und machte noch einen Schritt auf mich zu, Was, wenn ich warten konnte, wenn ich in diesem Moment mein Leben anhielt? Was, wenn ich mich mir noch ein klein wenig mehr Zeit stahl und mir einen Vorgeschmack von dem erlaubte, was so lange verboten gewesen war? Wäre es so falsch? Ich würde diesen Fremden nie wieder sehen. Was konnte es schaden, hier ein wenig zu verweilen, stillzuhalten und zu erfahren, ob er versuchen würde, mich so zu berühren, wie ich es mir wünschte?“ (S. 9)

Calla ist Wächterin. Nach Belieben kann sie zwischen Menschengestalt und Wolfsgestalt wechseln. Ihre Aufgabe als Alphawölfin ist es, ihr Rudel zusammen zu halten und für die Hüter zu kämpfen. Ihr ganzes Leben ist vorher bestimmt. Schon seit Ewigkeiten steht fest, dass sie mit dem Alphawolf des Bane-Rudels verbunden werden soll. Ren. Obwohl sie davon eigentlich nicht sonderlich begeistert ist, hat sie sich damit arrangiert, beginnt sogar, Gefühle für den gut aussehenden Alpha zu entwickeln.
Bis sie eines Tages auf einer Patrouille durch den Wald von Haldis auf Shay trifft und sich ernsthaft verliebt. Sie beginnt, ihr ganzes Leben in Frage zu stellen. Ist es wirklich richtig, was die Hüter wollen? Sollte sie nicht viel eher auf das hören, was ihr Herz ihr sagt?
Schließlich gelangt Shay auch noch an ein geheimes, ja verbotenes Buch, das die Geschichte, die Calla ihr ganzes Leben lang eingetrichtert bekommen hat, der Krieg zwischen Hütern und Suchern, ganz anders verlaufen sein soll. Wer sind wirklich die Bösen in dem ganzen Spiel? Und für wen wird Calla sich schließlich entscheiden: für Ren, für den sie schon ihr ganzes Leben lang bestimmt ist oder für Shay, der nie gekannte Gefühle in ihr weckt?


Die Geschichte von Calla, Ren und Shay ist eine äußerst spannende Geschichte mir viel Gefühl. Sie wird aus Callas Sicht erzählt und verdeutlicht gut ihren inneren Konflikt zwischen Traditionen und Gefühlen. Das Hin und Her zwischen den dreien war zwar manchmal anstrengend, aber wahrscheinlich doch nötig. Gut fand ich, dass auch die anderen Wölfe alle eine eigene Geschichte haben. So verliebt sich z.B. Callas Bruder in ihre beste Freundin Bryn und auch die anderen Wölfe tragen das ein oder andere Geheimnis mit sich herum. Natürlich sind in diesem ersten Teil der Trilogie viele Fragen offen geblieben, aber ich hoffe, sie mit der Lektüre der Folgebände klären zu können.

Bis jetzt gibt es für diesen guten Anfang vier Sterne von mir.

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ALTERRA
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(271)

480 Bibliotheken, 2 Leser, 10 Gruppen, 95 Rezensionen

fantasy, kinder, sturm, new york, alterra

ALTERRA

Maxime Chattam , Maximilian Stadler , Nadine Püschel
Fester Einband: 389 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 07.09.2009
ISBN 9783426283004
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

„Und schließlich gibt es noch uns: die Pans. Als würde die Erde noch Hoffnung in uns setzen. Sie hat die Menschen nicht völlig ausgelöscht, sondern ihre Kinder verschont, damit sie die Welt wiederaufbauen und respektvoller mit ihr umgehen." (S. 163)

Matt ist fünfzehn und steckt mitten in dem Hin und Her der Scheidung seiner Eltern. Seine beiden Freunde Tobias und Newton geben ihm etwas Halt. Eines Tages betritt er im Zuge einer Art Mutprobe einen Laden, den andere Kinder grundsätzlich meiden und sieht dort etwas, was eigentlich gar nicht sein dürfte. Generell häufen sich merkwürdige Vorzeichen, die auf eine Veränderung hindeuten, Wetterphänomene, verschwundene Obdachlose und vieles mehr, rätselhafte blaue Blitze und vieles mehr. Auf einmal bricht ein Sturm los und alle, die von den blauen Blitzen getroffen werden, verschwinden. Großteils Erwachsene.
Matt scheint als Einziger übrig zu sein. Doch dann findet er seinen Freund Tobias wieder und gemeinsam machen sie sich auf den Weg um noch weitere Überlebende zu finden. Was sie sehen, erscheint unglaublich: die Natur scheint sich die Erde in Windeseile zurückzuerobern. In ganz New York liegt meterhoch Schnee, der nächste Ort ist völlig on Pflanzen überwuchert. Unheimliche Wesen schleichen umher, die alle irgendwie hinter Matt her zu sein scheinen.
Schließlich sto0en sie auf einen Hinweis auf wertere Überlebende und wenden sich nach Süden. Doch auch dort ist nicht alles so wie es sein sollte, auch wenn Matt und Tobias tatsächlich andere Kinder und Jugendliche finden, die dem Sturm entkommen sind.


Der erste Band von Alterra ist ein ist ein Buch, das mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt, bzw. mit einer gewissen Unsicherheit, wie ich das Buch nun bewerten soll. Die Idee fand ich wirklich gut, dass es nach einem bestimmten Ereignis Aufgabe der Kinder und Jugendlichen ist, die Welt wieder in Ordnung zu bringen und sich ihrem Handeln bewusst zu werden. Aber andererseits gab es Elenente, die mich gestört haben, die zu viel waren. Zum Beispiel: braucht Matt als Hauptfigur wirklich gleich zwei große Feinde, gegen die er sich behaupten kann? Einer hätte es doch auch getan, egal ob nun die Zyniks mit ihrer geheimnisvollen Königin oder der Torvaderon. Ich fand die Welt, in der er und seine Freunde sich nun behaupten müssen, schon spannend genug, als dass ich noch mehr gebraucht hätte. Auf mich hat das den Eindruck gemacht, als ob der Autor all seine Ideen schon im ersten Band anschneiden wollte um sie dann in den folgenden Bänden weiterzuführen. Aber es hätte auch gereicht, erst eine Idee auszubauen und dann im nächsten Band vielleicht noch eine Idee einzubringen.
Trotzdem fand ich die Geschichte wirklich spannend und auch den erhobenen Zeigefinger empfand ich nicht als störend, was ja schnell passieren kann. Ich weiß nur nicht wirklich, wie viel Sterne ich nun geben soll. Da ich mich nicht wirklich entscheiden kann, ist es wohl das beste, das Buch im guten Mittelfeld anzusiedeln und diese etwas konfuse Rezension Rezension sein zu lassen.

Also gibt es von mir drei Sterne mit Tendenz nach oben.

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Die Worte der weißen Königin
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(62)

137 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 23 Rezensionen

seeadler, gewalt, lion, ostsee, märchen

Die Worte der weißen Königin

Antonia Michaelis , Kathrin Schüler
Fester Einband: 267 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.08.2011
ISBN 9783789142918
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Ich habe oft Erwachsenen zugehört, die Geschichten vorlasen, im Kindergarten. Sie lasen Sätze vor und die Sätze gaben einen Sinn, und das war in Ordnung so, Doch die Stimme hinter dieser Tür las Worte, und die Worte gaben einen Klang, und ich stand ganz still, um keines zu verpassen. Es war wie Musik. Es war wunderbar.“ (S. 28)

Klappentext:
Niemanden beneidet Lion mehr als die Seeadler, wenn er sie beobachtet, wie sie hoch im Himmel kreisen, so frei und glücklich. Bei ihm zu Hause in dem verfallenen Dort an der Ostsee gibt es nicht viel, auf das man neidisch sein könnte.
Und eines Tages, als sein Vater längst mehr als nur einen Schritt zu weit gegangen ist, flüchtet Lion in den Wald zu den Adlern. Doch das Leben dort ist hart und einsam und schließlich fasst Lion einen Entschluss: Er macht sich auf in Richtung Berlin, getrieben von der Sehnsucht nach der weißen Königin, der alten Frau, die ihm einst so wunderbar vorgelesen hat.
Durch sie hat er den Zauber der Worte, ihre Wärme und Kraft entdeckt.


Da ich schon den Märchenerzähler von Antonia Michaelis geliebt habe, war für mich klar, dass ich auch dieses Buch lesen musste.
Ich habe versucht, eigene Worte zum Inhalt zu finden, aber es wollte mir einfach nicht gelingen, Worte für den Zauber zu finden, den die Geschichte ausübt. Irgendwie klang alles viel zu banal, deshalb habe ich den Klappentext gewählt, der eigentlich schon wieder viel zu viel verrät und doch viel zu wenig, denn auch er wird der Geschichte nicht gerecht, die mich so vollkommen in ihren Bann gezogen hat.
Antonia Michaelis’ Schreibstil hat etwas unverwechselbares, auch ihr gelingt es, Worte zum Klingen zu bringen, wie der weißen Königin in der Geschichte.
Lions Geschichte ist kein leichter Stoff, man kann dieses Buch nicht einfach mal so nebenbei schnell weglesen. Es erfordert Zeit, sich auf die Geschichte einzulassen, Es gibt Bücher, deren Worte und Seiten nur zu schnell dahinfliegen, die man in nullkommanichts durchgelesen hat. Aber es gibt auch Bücher, die verzaubern, die zum Innehalten, zur Langsamkeit zwingen, einfach um die einzelnen Worte wirken zu lassen.
Dieses Buch ist eins davon.

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Die Winterrose
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liebe, england, ärztin, london, afrika

Die Winterrose

Jennifer Donnelly
Fester Einband: 776 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.01.2008
ISBN 9783492048323
Genre: Historische Romane

Rezension:

London, 1900.
India Selvyn-Jones hat gerade ihr Studium beendet und ist anerkannte Ärztin, eine der wenigen Frauen zu dieser Zeit.
Ihr größter Traum ist es, eine Klink für die Armen zu eröffnen, vor allem aber für Frauen und Kinder. Doch dazu fehlt ihr das Geld. Denn um ihren Traum zu verwirklichen hat sie sich von ihren reichen Eltern losgesagt. Um Geld sparen zu können, fängt sie in einer Praxis in Whitechapel an zu arbeiten, dem ärmsten, aber auch gefährlichsten Teil Londons.
Eines Tages landet ein schwer verletzter Mann auf ihrem OP-Tisch. Sid Malone. Der berüchtigste und reichchste Bandenchef Londons. Allen Widerständen und UNterschieden zum Trotz fühlen sich die beiden zueiander hingezogen Doch India ist verlobt, mit Freddie Lytton, dem Abgeordneten, der nichts weiter will, als mit ihrem Geld seine Karriere Voranzutreiben.,,,

Wie auch schon "Die Teerose" hat mich "Die Winterrose" komplett für sich eingenommen, Vom ersten Satz an war ich in der Geschichte drin, bin in das London um die Jahrhundertwende eingetaucht. Mit India hat Jennifer Donnelly einen weiblichen Charakter geschaffen, den man einfach mögen muss. Und auch Sid ist trotz oder gerade wegen seiner Laufbahn sympathisch, sodass man die Geschichte der beiden gern verfolgt.
Auch alte Bekannte habe ich wiedertreffen können, denn Fiona und Joe, die Helden des Vorgängers sind mitnichten vergessen. Schließlich steht Fiona mit Sid Malone in einer Verbindung, die nicht ignoriert werden kann.
Die Umstände, die damals in London herrschten wurden sehr gut und glaubhaft beschrieben. Es ist immer wieder so, als wäre ich selbst dort geween. Doch die Geschichte bleibt nicht in London, sie erstreckt sich bis Afrika und hat eigentlich für jedem was dabei: Liebe, Intrigen, Rache, Politik, Spannung, Herzschmerz und noch vieles mehr.

Damen hoch für dieses Buch! Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung, auf die ich zum Glück nur noch bis April warten muss.

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Katzen-Märchen
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Katzen-Märchen

Barbara Stamer
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Königsfurt-Urania Verlag, 24.02.2010
ISBN 9783868260144
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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Das Schokoladenmädchen
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98 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 16 Rezensionen

schokolade, riga, liebe, zuckerbäcker, historischer roman

Das Schokoladenmädchen

Katryn Berlinger
Flexibler Einband: 443 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.07.2004
ISBN 9783426625705
Genre: Historische Romane

Rezension:

Madelaine Gürtler und ihre Mutter kratzen nachdem der Vater sie verlassen hat, ihr letztes Geld zusammen, um sich eine Überfahrt zurück nach Deutschland leisten zu können.
Doch das Schiff soll sein Ziel nie erreichen. Es versinkt mitten im Ozean und Madelaine ist eine der wenigen, die sich retten können.
Urs Martielli, ein bekannter Konditor und Chocolatier, nimmt sie unter seine Fittiche und bringt ihr sein Handwerk bei., Schon bald kann sie es mit ihm aufnehmen, übertrifft ihn sogar, sodass er ihr weitgehend freie Hand lässt. Doch dann verliebt sich Madelaine. Nicht in irgendjemanden, nein in einen ungarischen Grafen. Eigentlich aussichtslos. Außerdem ist in Riga, wo sie nach dem Schiffsunglück schließlich landet, eine Revolution am köcheln, die auch an Madelaine nicht vorübergeht…

„Das Schokoladenmädchen“ ist ein gut geschriebener historischer Roman mit einer starken Frau als Hauptfigur. Madelaine muss viele Höhen und Tiefen erleben, bevor sie endlich ihr Glück finden darf. Kathryn Berlinger zeichnet das Bild einer Zeit, in der viele Umbrüche stattfinden. Sie zeichnet das Bild einer jungen Frau, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg findet. Auch Graf Marzary ist jemand, der sich über Konventionen hinweg setzt, ein Querdenker, der trotz seiner privilegierten Position Verständnis für die hat, die aufbegehren. Ebenso sympathisch sind die anderen Nebencharaktere.

Mir hat „Das Schokoladenmädchen“ schöne und vor allem auch geschmacksintensive Stunden beschert, denn mehr als einmal hätte ich nur zu gern von Madelaines himmlischen Kreationen gekostet, deren Geschmack ich während des Lesens fast auf der Zunge hatte. Wie gern hätte ich Madelaines Reich betreten und mit ihr zusammen neue Köstlichkeiten kreiert.

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Saphirblau
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3.245 Bibliotheken, 35 Leser, 27 Gruppen, 314 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, fantasy

Saphirblau

Kerstin Gier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401063478
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Sag mal, küsst du mich gerade?“ „Nein, nur beinahe“, murmelte Gideon, die Lippen direkt über meiner Haut. „Ich möchte auf keinen Fall ausnutzen, dass du betrunken bist und mich gerade für einen Gott hältst. Aber es ist irgendwie schwer für mich…“ (S.328)

Die Geschichte von Gideon und Gwendolyn geht in die zweite Runde. Die Handlung schließt nahtlos an das Ende des ersten Teils an. Nach dem Kuss mit Gideon ist Gwendolyn natürlich total verunsichert, was ihre Gefühle für Gideon angeht. Eigentlich mochte sie ihn doch gar nicht…
Auf jeden Fall geht es spannend weiter. Nicht nur, dass Gwendolyn sich über ihre Gefühle klar werden muss, nein, es taucht auch noch Gideons jüngerer Bruder Raphael auf, außerdem trifft Gwendolyn ihren Großvater in der Vergangenheit und darf eine Soiree besuchen, die nicht so abläuft, wie sie eigentlich geplant war. Als dann auch noch ein Anschlag auf Gideon stattfindet, der angeblich von Gwendolyn in Auftrag gegeben worden sei, scheint die Stimmung zu kippen. Doch auch Gideon scheint nicht immer ganz ehrlich zu sein…


Vom ersten Teil war ich ja etwas enttäuscht. Nach dem ganzen Wirbel um die Edelsteintrilogie hatte ich mir mehr erhofft. Der zweite Teil hat mir nun etwas besser gefallen. Gideon ist mir etwas sympathischer geworden und ich finde es gut, dass Gwendolyn trotz des ganzen Wirbels um ihre Person sie selbst bleibt und nicht ihr angenehmes Wesen verliert. Außerdem fand ich den kleinen Dämonengeist Xemerius äußerst sympathisch. Er hat die ganze Geschichte mit seinen witzigen Kommentaren aufgelockert.
Doch trotzdem kann ich mich dem ganzen Hype nicht anschließen. Ich habe schon jetzt, nach Beendigung des zweiten Teils eine ziemlich genaue Vorstellung, wie der dritte Teil ablaufen und ausgehen wird. Dass das Ganze so vorhersehbar ist, finde ich schade. Und doch wäre es nicht schlimm, wenn sonst alles stimmen würde. Ich habe durchaus schon Bücher gelesen, bei denen ich schon zu Beginn wusste, worauf es am Ende hinauslaufen würde, die mich aber trotzdem restlos begeistert haben, weil sie einfach so unglaublich spannend waren, dass sie mich einfach mitgerissen haben.
Das war hier leider nicht der Fall. Deshalb gibt es von mir nur vier Sterne. Der erste Teil hat dreieinhalb bekommen, eine kleine Steigerung ist also zu sehen.

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Rubinrot
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(2.588)

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liebe, zeitreise, london, zeitreisen, fantasy

Rubinrot

Kerstin Gier
Fester Einband: 345 Seiten
Erschienen bei Arena, 16.01.2009
ISBN 9783401063348
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Bereit, Gwendolyn?“, fragte er schließlich. Ich lächelte ihn an. „Bereit, wenn du es bist.“ (S.316)

Ihr ganzes Leben wird Charlotte Montrose darauf vorbereitet, sobald sie sechzehn Jahre alt wird, in der Zeit zu springen. Geigen- und Tanzunterricht, Benimmregeln und Umgangsformen pauken und Fechten steht bei ihr auf dem Stundenplan. Und etwas, das sich Mysteriumsunterricht nennt-
Doch dann passiert etwas Unvorhergesehenes. Nicht sie ist es, die in der Zeit umher springen wird, die letzte, um den Kreis der Zwölf zu vervollständigen. Ihre Cousine Gwendolyn ist die Gen-Trägern.
Gwendolyn, die vollkommen unvorbereitet ist, soll nun gemeinsam mit dem zwei Jahre älteren und obendrein, wie sie findet ziemlich arroganten Gideon de Villiers durch die Zeit reisen um das Blut der restlichen Zeitreisenden zu besorgen, das nötig ist, um den Kreis der Zwölf zu vervollständigen. Doch wem können die beiden trauen? Der Geheimloge der Wächter oder doch eher Lucy Montrose, Gwendolyns Cousine?


Ich war ehrlich gespannt auf das Buch. Soviel wurde darüber gesprochen, Begeisterungsstürme brachen los, wenn man von Gwendolyn und Gideon sprach. Dementsprechend viel habe ich mir von dem Buch erwartete. Und wurde, um ehrlich zu sein, etwas enttäuscht. Irgendwie hatte ich mehr erwartet. Für mich hat es ewig gedauert, bis schließlich mal ein bisschen Fahrt aufkam, Gideon fand ich am Anfang eher unsympathisch, obwohl sich das zum Ende hin gebessert hat. Wen ich wirklich mochte war Leslie, Gwendolyns beste Freundin, eine Seele von Mensch, die man einfach lieb haben muss. Zum Ende hin wurde das Buch dann wirklich interessant und ich bin nun auch gespannt, wie es weitergehen wird, aber ich glaube, wenn ich mir das Buch auf die zahlreichen Empfehlungen gekauft, Geld dafür ausgegeben hätte, wäre ich wirklich enttäuscht gewesen. Für fünf Sterne, wie sie so viele gegeben haben, reicht es für mich bei Weitem nicht. Nach einigem Überlegen gebe ich der Geschichte allerdings vier Sterne, was nach dem schwächelnden Anfang wohl am meisten dem viel versprechenden Ende und Leslie geschuldet ist, die ich wirklich ins Herz geschlossen habe.

Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht und ob es der zweite Band eher schafft, mich komplett für sich zu gewinnen, was dem ersten leider noch nicht gelungen ist.

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Der Junge im gestreiften Pyjama
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831 Bibliotheken, 4 Leser, 7 Gruppen, 123 Rezensionen

freundschaft, auschwitz, nationalsozialismus, konzentrationslager, kz

Der Junge im gestreiften Pyjama

John Boyne , Brigitte Jakobeit (Übers.)
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 27.07.2007
ISBN 9783596852284
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

„Genau genommen waren es keine Kinder. Zumindest nicht alle. Es waren kleine Jungen und große Jungen, Väter und Großväter. Vielleicht auch ein paar Onkel. Und ein paar von den Leuten, die allein wohnen, weil sie keine Verwandten haben. Sie waren jedermann.“ (S. 42)

Das ist es, was Bruno aus seinem Fenster in dem Haus in Aus-Wisch sehen kann. So viele Menschen, die alle gestreifte Pyjamas tragen, nur durch einen Zaun von ihm getrennt. Er versteht nicht, warum er den ganzen Tag allein, allenfalls mit seiner älteren Schwester Gretel verbringen muss, die er als hoffnungslosen Fall bezeichnet.
Generell passt es ihm nicht, dass die Familie ihr schönes Haus in Berlin verlassen muss, um in dieses im Gegensatz dazu so ungastliche Haus zu ziehen, in diesem Ort mit dem merkwürdigen Namen Aus-Wisch. Nur, damit sein Vater einer wichtigen Arbeit nachgehen kann, für die er vom Furor bestimmt wurde.
Doch dann macht Bruno sich auf Entdeckungsreise, weg von dem Haus, in dem es so gar nichts zu entdecken gibt, hin zu dem geheimnisvollen Zaun, der die zahlreichen Menschen von ihm trennt, Ewig, so kommt es ihm vor, wandert er an dem Zaun entlang, bis er zu einer Stelle kommt, an der der Zaun nicht richtig befestigt zu sein scheint.
Dort trifft er auf Schmuel, den Jungen im gestreiften Pyjama. Die beiden ungleichen und doch so ähnlichen Jungen, die nur von einem Stacheldrahtzaun getrennt sind, entwickeln eine ungewöhnliche Freundschaft, neugierig auf das Leben des anderen.
Ob das gut geht, wenn man bedenkt, wofür die beiden stehen?


Die Geschichte von Bruno und Schmuel ist unglaublich schon, aber auch unglaublich traurig. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft in einer Zeit, in der alle alles Ungewöhnliche verteufelt wird. Dass Bruno ein doch recht naiver Junge ist, macht die Geschichte für mich irgendwie noch anrührender, noch tragischer, da alle Schrecknisse dieser Zeit nur angedeutet werden, aus der Sicht eines unschuldigen Kindes beschreiben werden.
Für mich war es auch nicht störend, dass Bruno so naiv, dargestellt wurde, denn ich kann mir vorstellen, dass die Kinder damals ganz anders erzogen wurden, dass diese Schrecken von ihnen ferngehalten bzw. ganz anders erklärt wurden. Zudem kommt wahrscheinlich hinzu, dass Bruno viele Dinge einfach nicht sehen will, weil er nicht glauben kann, dass auf der Welt, genau in seinem Umfeld so böse Dinge geschehen, wie damals in „Aus-Wisch“ geschehen sind.
In der Hinsicht habe ich Schmuel bewundert, dass er niemals die Geduld mit Bruno verloren hat,
Alles in allem konnte man sich, trotz der teilweise nur wagen Andeutungen ein gutes Bild von der damaligen Zeit machen, was allerdings besser gelingt, wenn man schon etwas Hintergrundwissen über diesen Abschnitt der Geschichte hat.

„Der Junge im gestreiften Pyjama“ ist ein Buch, das ich jedem an Herz legen möchte. Denn obwohl es Dinge beschreibt, auf die bestimmt niemand sonderlich stolz ist, ist es doch auch ein Buch über die Freundschaft. Eine Freundschaft, die Grenzen überwindet.

5 Sterne dafür.

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