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101 Nacht
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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

klassiker, buchmesse

101 Nacht

Claudia Ott
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783717590262
Genre: Gegenwartsliteratur

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Meine geheime Autobiographie
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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

tagebücher, autobiographie, biographisches, mark twain, usa

Meine geheime Autobiographie

Mark Twain , Hans-Christian Oeser , Andreas Mahler , Rolf Vollmann
Fester Einband: 1.056 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783351035136
Genre: Biografie

Rezension:

Ganz schön selbstbewusst, der liebe Samuel Langhorne Clemens! Der besser unter dem Namen Mark Twain bekannte Autor ging davon aus, dass es auch 100 Jahre nach seinem Tod noch Menschen geben wird, die seine Bücher lesen, und verfügte, dass seine Autobiographie erst zu diesem Zeitpunkt erscheinen dürfe. So konnte sich wenigstens niemand beschweren, der im Buch nicht gut wegkam.
Das Selbstbewusstsein war durchaus berechtigt. Mark Twain wird immer noch gern gelesen, nicht nur von Kindern, die die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn verschlingen, sondern auch von Erwachsenen, denen die scharfe Zunge dieses Autors gefällt.
Dieses Buch ist eine wahre Fundgrube an scharfsinnigen, satirischen, sarkastischen, humorvollen und vor allem zeitlosen Zitaten.
Die Äußerung „Ich finde es bedauerlich, dass die Welt so viele gute Dinge ablehnt, nur weil sie ungesund sind.“, passt nahtlos auch in unsere gesundheitsfanatische Gegenwart.
Und auch die Bemerkungen über den Vorstand eines Clubs sind zeitlos, denn sie treffen auch auf heutige Gremien zu: „…wenn es nicht derselbe Vorstand war, den man zu Anfang hatte, so lief es doch auf dasselbe hinaus, denn er muss von Zeit zu Zeit aus demselben Irrenhaus gewählt worden sein, aus dem schon der ursprüngliche Vorstand bestückt worden war. (…) Das Vorgehen des Vorstands war genau wie sein Vorgehen von jeher – willkürlich, anmaßend, dumm. Der richtige Ort für diesen Vorstand war von Anfang an das Irrenhaus.“
Ebenso aktuell ist die Beschreibung eines Finanzspekulanten: „Schon vor seiner Zeit hatte das Volk Geld begehrt, er aber lehrte es, davor niederzuknien und es anzubeten. (…) Nun lehrte Jay Gould die gesamte Nation, Geld und Menschen zu Götzen zu machen, wie auch immer das Geld erworben sein mochte. (…) Seine Botschaft lautet: Beschaff dir Geld. (...) Beschaff´s dir in riesigem Überfluss. Beschaff´s dir auf unehrliche Weise, wenn du kannst; auf ehrliche, wenn du musst.“
Sehr klarsichtig ist der Autor, wenn er die „Krankheit des Mannes“ beschreibt, nämlich die „mangelnde Belastbarkeit“, die im Gegensatz zu den Kräften der Frauen stehe.
Ebenfalls aktuell und nützlich im Umgang mit heutigen Medien ist seine Feststellung: „Die meisten Verleumdungen nutzen sich durch Schweigen ab.“ Und dass „Auffälligkeit das Einzige (ist), was Interesse weckt“, stimmt heute leider mehr denn je. „Berühmt ohne Leistung“ werden viel zu viele Menschen.
Schreiend komisch ist die vom Autor zitierte Anekdote über Begriffe, die aus zusammengewürfelten Einzelwörtern bestehen. Da kommen dann so schöne Sachen heraus wie Hottentottenstottertrottelmutter und Lattengitterwetterkotter. Was dann insgesamt aus diesen Begriffen entsteht, hört man sich am besten von Harry Rowohlt gelesen an.
Weil der Autor sich „aus dem Grab“ meldet, nimmt er kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Beurteilung seiner Zeitgenossen geht.
Zum Beispiel sagt er über Rockefeller, dieser besäße „Geld statt Können“, und über James W. Paige, dem Erfinder einer Druckmaschine, er könne „jeden überreden, überzeugen kann er keinen.“
Nicht einmal vor der Bibel macht die scharfe Zunge des Autors halt. So interpretiert er die Geschichte Josephs völlig anders und konstatiert, dass Joseph sich „alles unter den Nagel riss“ und dies „als Wohltätigkeit verkaufte“. Ich finde diese Interpretation übrigens durchaus schlüssig und nachvollziehbar.
Ich könnte noch seitenlang solche Beispiele anführen, aber das würde erstens den Rahmen einer Rezension sprengen und zweitens das Vergnügen nehmen, sich selbst diese Juwelen zu erlesen.
Samuel Langhorne Clemens beschreibt sein Leben und seinen Alltag und schildert dabei auch peinliche Momente. So arbeitete seine Frau mit farbigen Karten, die sie ihm unauffällig zeigte, um ihn offizielle Dinnereinladungen ohne peinliche Verhaltenspatzer überstehen zu lassen. Das klappte allerdings auch nicht immer. Einmal kamen 16 Diener auf einmal angerannt, weil er sich auf die Klingeln gesetzt hatte.
Aber auch ernste Töne gibt es im Buch. Sehr schmerzlich war für Samuel Langhorne Clemens der Tod seiner Tochter Susy. Er zitiert im Buch ausführlich aus ihren Erinnerungen, die sie aufgeschrieben hat, um eine Biographie ihres Vaters zu verfassen.
Das Familienleben nimmt viel Raum in diesem Buch ein, aber auch die politischen Ansichten des Autors. So schreibt er über Präsidentenwahlen, über das Urheberrecht, über gehaltene Reden, über Bildung und Kriminalität, Toleranz, Rezensenten, Lesungen, Vorträge und allgemein über Sprache. Prägend war für ihn die Begegnung mit der taubblinden Helen Keller. Wie sein Land mit Blinden umgehe, sei „eine Schande“.
Im gesamten Buch wird deutlich, dass Samuel Langhorne Clemens mit Recht so selbstbewusst und von seinen Qualitäten überzeugt war. Dieser Mann war intelligent, humorvoll und äußerst scharfsinnig. Das macht dieses Buch zu einem echten Lesevergnügen.
Aber ich war nicht nur inhaltlich von diesem Buch begeistert. Auch die äußere Form gefällt mir ausgesprochen gut. Im Zeitalter der e-books fällt es umso mehr auf, wenn noch schöne, aufwändig gestaltete und liebevoll ausgestattete echte Bücher erscheinen. Ein schöner Leineneinband, hochwertiges Papier, ein angenehmes augenfreundliches Schriftbild, viele Fotos und der Luxus zweier Lesebändchen tragen nicht unwesentlich zum Lesegenuss bei.
Besonders genial finde ich die Idee, die Fußnoten und Anmerkungen zusammen mit umfangreichem Zusatzmaterial in einen Extra-Band zu packen. So ist der Lesefluss im Haupttext nicht gestört und der Anhang kann ausführlicher ausfallen als normalerweise üblich. Auch der Materialband ist komfortabel mit zwei Lesebändchen ausgestattet.
Diese edle Ausgabe ist ein ideales Geschenk. Am besten für sich selbst.

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Miss Lonelyhearts
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leben, presse, alle, realismus

Miss Lonelyhearts

Nathanael West , Dieter E. Zimmer
Fester Einband: 150 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 01.08.2012
ISBN 9783717522744
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Was zu unserer Zeit Dr. Sommer in der „BRAVO“ ist, ist in diesem Kurzroman, der 1932 spielt, Miss Lonelyhearts bei der „Post Dispatch“. Die Briefkastentante, in Wirklichkeit ein Mann, bekommt jeden Tag ganze Stapel Briefe, die zum größten Teil erschütternde Schicksale beschreiben.
Von den Kollegen wird Miss Lonelyhearts nicht ernst genommen; die Kolumne dient nur der Auflagensteigerung und ist nicht als wirkliche Hilfe gedacht. Die wäre wahrscheinlich, wenn man die im Buch abgedruckten Briefe als Maßstab nimmt, per Kolumne auch nicht möglich gewesen, zu schwerwiegend sind die beschriebenen Probleme, die allenfalls mit Hilfe von Ärzten, Sozialarbeitern oder Juristen lösbar wären.
Miss Lonelyhearts, ein Christusfanatiker, zerbricht an dem geballten Elend, das ihm aus den Briefen entgegenschlägt. Nach monatelanger Auseinandersetzung mit immer schlimmeren Schicksalen weiß er einfach nicht mehr, was er antworten soll. Um die Kolumne so zu schreiben, dass sie die Auflage der Zeitung steigert, bräuchte er eine gehörige Portion Zynismus, die zwar sein Verleger, nicht aber Miss Lonelyhearts selbst besitzt. Das wird ihm zum Verhängnis.
Dieser Roman ist kurz. Für meinen Geschmack zu kurz, denn er verzichtet weitestgehend auf Beschreibungen und Betrachtungen. Mit einer Hauptperson, von der man nicht einmal den richtigen Namen erfährt, kann man schlecht warm werden, so ging es mir jedenfalls mit Miss Lonelyhearts. Seine Verzweiflung hätte mich eigentlich emotional berühren müssen, aber dazu war mir die Sprache des Romans zu knapp.
Berührt dagegen haben mich die abgedruckten Briefe, die das Elend der damaligen Verhältnisse greifbar machen. Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist, neben der bei Manesse üblichen liebevollen Ausstattung, der ausführliche Anhang mit Fußnoten und einem kompetenten Nachwort.
Nathanael Wests scharfzüngige und intelligente Analyse des menschenverachtenden Umgangs der Medien mit Hilflosen und Verzweifelten hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht.

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Musik, das edle Ungetüm
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Musik, das edle Ungetüm

Heinrich Heine , Jan-Christoph Hauschild
Fester Einband: 127 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 17.02.2012
ISBN 9783455502428
Genre: Biografie

Rezension:

Heinrich Heine liebte Musik, allerdings nicht alle Musiker und Komponisten. Während er beispielsweise Rossinis „funkelnde Schmetterlingsträume“ glühend verehrte, verglich er Donizetti mit einem Kaninchen.
Ob nun ein Sänger wie ein „Waldesel“ klingt, Chopin von Lobsprüchen „parfümiert“ wird, oder bei Liszt die Tasten zu „bluten“ scheinen, Heine beschreibt mit scharfer Zunge und ohne falschen Respekt die kleineren und größeren Macken der Musikschaffenden.
Hochaktuell ist Heine mit seiner Beschreibung von Paganini und mit seinen Äußerungen zum Urheberrecht.
Leider fehlte mir für einige der Texte, die sich auf heutzutage nicht mehr so bekannte Personen beziehen, das Hintergrundwissen, aber trotzdem waren die intelligenten Betrachtungen ein Genuss.
Völlig einig bin ich mir mit Heine in der Frage, was Musik ist: „Sie ist ein Wunder.“
Und dies ist ein wunderbares kleines Büchlein für Musikliebende.

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Kindheiten
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erinnerungen, interview, bildband, zeichnungen, biographie

Kindheiten

Jean-Jacques Sempé , Patrick Süskind
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 02.07.2012
ISBN 9783257021202
Genre: Comic

Rezension:

Heute wird Jean-Jacques Sempé 80 Jahre alt. Der Diogenes Verlag feiert diesen Geburtstag mit einer prachtvoll ausgestatteten großformatigen Biographie in Bildern, begleitet von einem langen Interview, das der Journalist Marc Lecarpentier mit Sempé geführt hat.
Sempé zeichnet überwiegend Kinder. Kinder, die eine glückliche Kindheit verleben, ganz im Gegensatz zu seiner eigenen. Sempés Kindheit war von den ständigen gewalttätigen Auseinandersetzungen seiner Eltern geprägt; auch er selbst wurde oft geschlagen. Die Armut zwang die Familie zu häufigen Umzügen und schloss Sempé von den Unternehmungen seiner Freunde weitgehend aus.
Sempés Rettung war das Radio. Von den damals noch langen inhaltlichen Sendungen hat er mehr gelernt als vom Schulunterricht. Auch seine Liebe zur Musik ist so entstanden. Immer bemüht, aufzusteigen, einen guten Eindruck zu hinterlassen, hat Sempé viel gelesen, um seine Rechtschreibung zu verbessern, was ihm auch gelungen ist. Das Zeichnen hat sich der Autodidakt selbst beigebracht.
Man merkt es seinen wunderbaren Zeichnungen an, dass Sempé innerlich immer noch ein Kind ist. Genau das finde ich so schön an ihnen. Die Zeichnungen strahlen Lebenslust und Geborgenheit aus, die Freude an den kleinen Dingen und den Sinn für einen schönen Moment. Das macht sie so zeitlos.
Sempé zeichnet schöne Kindheiten als Ausgleich zu seiner eigenen, zaubert beim Betrachten ein Lächeln aufs Gesicht und schafft damit eine kleine Auszeit vom grauen Alltag.

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Grete Minde
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Grete Minde

Theodor Fontane , Helmuth Nürnberger
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei dtv, 21.02.2012
ISBN 9783423140874
Genre: Literatur vor 1945

Rezension:

Stiefmütter sind nicht nur im Märchen böse, das muss Grete Minde Anfang des 17. Jahrhunderts selbst erleben.
Grete wird ständig schlecht behandelt, beschimpft und gedemütigt. Heutzutage könnte sie sich an das Jugendamt wenden, aber damals interessierte es keinen Menschen, ob es einem Kind gut geht oder nicht.
Nur der Nachbarsjunge Valtin hält zu ihr, zeigt ihr seine Liebe und flüchtet schließlich gemeinsam mit ihr. Leider gibt es kein glückliches Ende einer Liebesgeschichte, sondern ein schreckliches Ergebnis einer späten Rache.
Theodor Fontane gehört zu meinen Lieblingsschriftstellern. Ich mag seinen Schreibstil und seine ruhige, aber eindringliche Art, eine Geschichte zu erzählen. Dabei ist selbst in einer einfachen Novelle zwischen den Zeilen viel Gesellschaftskritisches verborgen.
Die Geschichte der Grete Minde, die auf einer wahren Begebenheit beruht, hat mich stark berührt. Sie hat alles versucht, um ihren schlechten Lebensbedingungen zu entfliehen, aber sie hat es nicht geschafft.
Diese Neuauflage hat einen ausführlichen und nützlichen Anhang, mit Anmerkungen, Erklärungen, Briefen und Bemerkungen zur Entstehungsgeschichte.

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Odyssee
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klassiker, homer, odyssee, epos, abenteuer

Odyssee

Homer , Kurt Steinmann , Walter Burkert
Fester Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 04.11.2011
ISBN 9783717522485
Genre: Literatur vor 1945

Rezension:

Ferienzeit – Klassikerzeit. Jedes Jahr in den Ferien nehme ich mir einen umfangreicheren Klassiker vor, für den ich im Alltag keine Zeit habe.
Diese wunderschöne Ausgabe und die geniale Neuübertragung machen es sehr leicht, sich an dieses Werk heranzutrauen. Der ausführliche Anhang mit Erklärungen und Namensregister sorgen dafür, dass auch Nicht-Altphilologen den Text verstehen.
Die Geschichten selbst kennt jeder auf die eine oder andere Art, schließlich ist dieser Text die Grundlage unserer abendländischen Kultur und Vorbild vieler Romane und Filme. Selbst Computerspiele bedienen sich aus dem Fundus dieser Erzählungen. Und Trojanische Pferde stellen nach wie vor eine Gefahr dar, wenn auch heute in einer anderen Form.
Wie modern dieser Text ist, zeigt sich auch daran, dass der Held Odysseus des Öfteren weint. Ein Verhalten, das lange als unmännlich galt und erst in neuerer Zeit glücklicherweise weithin akzeptiert wird.
Besonders lesenswert macht diese Ausgabe die Neuübersetzung, die den Text entstaubt und gut lesbar macht, dabei aber den besonderen Rhythmus der Verse aufrecht erhält.
Wie immer bei Manesse ist die liebevolle Gestaltung des Buches ein besonderer Pluspunkt. Ein aufwändig gestalteter Schutzumschlag, edles Leinen für den Einband, hochwertiges Papier, ein angenehmes Schriftbild und, das liebe ich besonders, ein zweites Lesebändchen für die Fußnoten im Anhang. Dass im Zeitalter des eBooks noch so schöne und hochwertige Bücher hergestellt werden, kann man dem Verlag gar nicht hoch genug anrechnen.
Diese Ausgabe werde ich wohl noch oft aus meinem Regal der Lieblingsbücher holen.

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Das Große Hobbit-Buch
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hobbit, tolkien, beorn, zwerge, orks

Das Große Hobbit-Buch

J. R. R. Tolkien , Douglas A. Anderson
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 29.02.2012
ISBN 9783608937145
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Es gibt viele Ausgaben dieser wunderbaren Geschichte, aber diese ist in meinen Augen bisher die schönste. Sie ist sehr liebevoll gestaltet und bietet vor allem viele zusätzliche Informationen.
Neben dem Text sind auf den breiten Rändern die Fußnoten in blauer Schrift abgedruckt, das lästige Blättern entfällt also. Außerdem gibt es Illustrationen aus verschiedenen Hobbit-Ausgaben aus aller Herren Länder mit Kommentaren in Schwarz. Das macht diese Ausgabe schon optisch zum Genuss, daneben sind Format und Papier edel, das Buch liegt gut in der Hand und die Schrift liest sich auch gut.
Besonders spannend fand ich die Hinweise auf die unterschiedlichen Übersetzungen sowie die Literaturbeispiele, von denen Tolkien sich inspirieren ließ. Auch einiger seiner Gedichte sind als Fußnoten abgedruckt.
Diese Ausgabe ist ein Muss für alle, die diese Geschichte noch einmal lesen und mehr über die Hintergründe und Entstehung erfahren wollen, aber auch für alle, die sie noch nie gelesen haben und dann gleich mit der besten Ausgabe einsteigen sollten. Letzteren empfehle ich, erst einmal den reinen Text zu lesen, um den Lesefluss nicht zu stören und dann beim zweiten Mal die Kommentierungen zu genießen.
Im Anhang findet sich noch die Erzählung von Gandalf darüber, was ihn bewogen hat, Bilbo auf diese abenteuerliche Reise zu senden.
Einfach rundherum schön, diese Ausgabe!

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Macbeth
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86 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

drama, shakespeare, klassiker, tragödie, macbeth

Macbeth

William Shakespeare
Flexibler Einband: 167 Seiten
Erschienen bei Reclam, Ditzingen, 01.01.1986
ISBN 9783150092200
Genre: Lyrik & Drama

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Morgue und andere Gedichte
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Morgue und andere Gedichte

Gottfried Benn , Georg Baselitz
Flexibler Einband: 30 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 16.03.2012
ISBN 9783608939415
Genre: Sonstiges

Rezension:

Genau 100 Jahre ist es her, dass Gottfried Benn diese Gedichte veröffentlicht hat, und es wundert mich gar nicht, dass sie einen Sturm der Entrüstung ausgelöst haben. Schließlich waren Leichenschauhäuser und Sektionen nicht so präsent wie heute zu Zeiten der zahlreichen Fernsehserien, die sich um Autopsien drehen.
Damals war es revolutionär, über Leichen zu schreiben, über ihren beklagenswerten und oft sehr unappetitlichen Anblick, über Todesarten und Todesursachen.
Auch Armut ist ein Thema dieser Gedichte, also die unzumutbaren Wohnverhältnisse, die zu Krankheit und Tod führen, die schweren Geburten, die oft tödlich enden. Drastisch werden Krebserkrankungen und Blinddarmentzündungen beschrieben.
Die apokalyptischen Zeichnungen von Georg Baselitz wurden anfangs ebenfalls von der Öffentlichkeit nicht gut aufgenommen, passen aber sehr gut zu der düsteren Atmosphäre der Gedichte.
Die Jubiläumsausgabe orientiert sich in Schriftwahl, Typographie und Format an der Erstausgabe und ist deshalb ein kleines Juwel.

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Hamlet (Penguin Shakespeare)
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Hamlet (Penguin Shakespeare)

William Shakespeare
E-Buch Text: 404 Seiten
Erschienen bei Penguin, 07.04.2005
ISBN B002XHNNN4
Genre: Sonstiges

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Romeo and Juliet
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klassiker, liebe, shakespeare, feindschaft, montague

Romeo and Juliet

William Shakespeare
Flexibler Einband: 155 Seiten
Erschienen bei Penguin Books Ltd, 30.06.1994
ISBN 9780140620931
Genre: Sonstiges

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Unser Vater Charles Dickens
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dickens, biographie, leben, tod, geschichten

Unser Vater Charles Dickens

Mary Dickens , Charlie Dickens
Fester Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 12.10.2011
ISBN 9783351033668
Genre: Biografie

Rezension:

Charles Dickens war kinderlieb. Nicht nur seinen eigenen Kindern gegenüber, denen er schöne Kindheitserinnerungen beschert hat, sondern auch gegenüber seinen literarischen Figuren, deren Portraits sogar neben denen der Familienmitglieder an der Wand hingen, ganz so, als wären sie lebendig gewesen.
Auf der anderen Seite war er ein penibler Workaholic und sicherlich nicht immer einfach im Zusammenleben. Er stellte extrem hohe Ansprüche an seine Kinder, die überwiegend daran gescheitert sind.
Seine Tochter Mary allerdings, deren Texte den Hauptteil dieses Buches ausmachen, beschreibt überwiegend die schönen Erlebnisse mit ihrem Vater. Verklärt, wie Kindheitserinnerungen eben sind, und voller Bemühungen, das positive Bild der Öffentlichkeit über Charles Dickens nicht zu zerstören, konzentriert sie sich auf die guten Eigenschaften von Charles Dickens.
Nur am Rande wird die Trennung von der Mutter erwähnt, die gerade für Mädchen nicht einfach gewesen sein kann. Besonders, da der Vater sich eine Geliebte im Alter der Tochter Kate nahm.
Aber trotz dieser einseitigen Betrachtungsweise liest sich dieses Buch sehr gut und bringt einem den Menschen Dickens näher.
Es ist ein wunderbares Buch, das die soziale Kompetenz und die Warmherzigkeit von Charles Dickens zeigt. Seine Fehler treten dabei in den Hintergrund. Nobody is perfect.

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Das Geheimnis des Edwin Drood
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england, klassiker, roman

Das Geheimnis des Edwin Drood

Charles Dickens , Ulrike Leonhardt , Burkhart Kroeber , Burkhart Kroeber
Fester Einband: 762 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 01.09.2001
ISBN 9783717519768
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Edwin Drood ist schon als Kind mit Rosa Bud verlobt wurden. Die beiden mögen sich eigentlich auch, aber die Vorherbestimmtheit ihrer Beziehung ist eine so große Last, dass sie sich dauernd nur streiten.
Rosa ist in dem Mädcheninstitut, das sie besucht, mit der aus Ceylon stammenden Helena Landless befreundet, deren Zwillingsbruder Neville sich in Rosa verliebt. Neville ist ein hitziges und aufbrausendes Kerlchen und gerät in Streit mit Edwin. Und dann verschwindet Edwin Drood spurlos.
Sein opiumabhängiger Onkel Jasper, Kantor des Ortes und ein recht schmieriger Typ, der es ebenfalls auf Rosa abgesehen hat, beschuldigt Neville des Mordes.
Damit beginnt eine Kriminalgeschichte, die gleichzeitig eine herrliche Provinzsatire ist und, wie immer bei Dickens, von einer Vielzahl skurriler Typen bevölkert wird.
Die ersten Leser dieses Romans im Jahre 1870 waren fürchterlich entsetzt, als die Lieferung der Romanteile nach dem 22. Kapitel abbrach. Charles Dickens war gestorben, ohne seinen letzten Roman vollenden zu können. Seitdem ist die literarische Welt fasziniert von diesem unvollendeten Kriminalroman. Eine ganze Bibliothek kann mit Spekulationen über den von Dickens geplanten Fortgang und mit Fortschreibungen gefüllt werden.
Der in diesem Band abgedruckte von Ulrike Leonhardt weitergeschriebene Teil trifft den Tonfall und Stil von Dickens recht gut, und das von ihr erdachte Ende finde ich plausibel. An das Original reicht ihr Text natürlich nicht heran, das wäre auch zu viel verlangt. Und wer weiß, wie viele überraschende Wendungen Dickens noch für seinen ersten Kriminalroman geplant hatte.
Das Geheimnis des Edwin Drood wird sich nie endgültig lösen lassen.

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Ein Engel an Güte
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Ein Engel an Güte

Ippolito Nievo , Barbara Kleiner , Lothar Müller
Fester Einband: 556 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 22.09.2010
ISBN 9783717521747
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Engelsgüte und Unschuld, dafür war im Venedig des 18. Jahrhunderts kein Platz. Denn die Gesellschaft war äußerst dekadent. Es wurde intrigiert, gelogen, betrogen, gesoffen. Und die Sexualität war wesentlich freier, als man gedacht hätte.
Mit diesem Verfall der Sitten wird Morosina, die bisher in einem Kloster der Seraphininnen untergebracht war, wo sie nicht besonders viel Kontakt mit den anderen jungen Mädchen hatte, schlagartig konfrontiert, als sie das Kloster verlässt und bei ihrem Paten, den Inquisitor Formiani, in Venedig unterkommt. Jetzt bewegt sie sich in der höchsten Gesellschaftsschicht, wo ihre Unschuld für Koketterie gehalten wird, weil man unschuldiges und freundliches Benehmen schon gar nicht mehr erkennen kann. Die venezianische Gesellschaft spielt fortwährend Theater, die Menschen zeigen sich nicht als Persönlichkeiten, sondern in ihren Rollen, die an die Commedia della Arte erinnern.
Das gilt auch für Cavaliere Celio, der nicht merkt, dass Morosina tatsächlich in ihn verliebt ist. Ihre Freude ist groß, als ihr eröffnet wird, dass der Pate sie verheiraten will, geht sie doch davon aus, dass ihr Bräutigam wird. Weit gefehlt. Der über 70jährige Formiani selbst möchte sie ehelichen und sogar noch Vater werden. Morosina ist es gewöhnt zu gehorchen, sie geht also diese Ehe ein und wird zur Krankenpflegerin ihres Mannes, der eine maßgebliche Rolle in den politischen Intrigen Venedigs spielt.
Die Unschuld und die Güte Morosinas sind für ihre Umgebung so ungewohnt, dass Morosina als Engel gesehen wird, als Engel der Güte. Und damit schafft sie es auch, das verschüttete Gute in den Menschen ihrer Umgebung zum Vorschein zu bringen.
Ich habe diesen Roman, der mal Komödie, mal historischer Roman ist, sehr genossen. Besonders die komödiantischen Elemente, am besten verkörpert durch den Gerichtsschreiber Chirichillo, der sogar ein eigenes Romanende bekommt, haben es mir angetan. Ippolito Nievo hat eine so reiche Erzählkunst, dass er es spielend hinbekommt, das Komödiantenhafte mit dem Ernsten zu verbinden und daraus einen in sich stimmigen Roman zu gießen.
Die im Verfall begriffene venezianische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts wurde mir hier auf wunderbare Art nahe gebracht. Dazu tragen auch die Anmerkungen und das Nachwort bei.
Im Nachwort wird dieses Buch als Vorspeise und „Bekenntnisse eines Italieners“ als Hauptgang bezeichnet. Das werde ich mir zu Herzen nehmen und meinen durch die Vorspeise angeregten Appetit möglichst bald durch den Hauptgang stillen lassen.

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Lady Susan und andere Erzählungen
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Lady Susan und andere Erzählungen

Jane Austen , Ilse Leisi , Renate Orth-Guttmann , Katharina Hagena
Fester Einband: 331 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 16.03.2011
ISBN 9783717523345
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Lady Susan ist ein veritables Biest. Egoistisch, intrigant, eitel, und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Und ihrer Tochter gegenüber ist sie kalt und gefühllos. Eine sehr unsympathische Heldin also. Trotzdem ist es ein reines Vergnügen, diesen kurzen Roman, den Jane Austen im Alter von gerade mal 17 Jahren verfasst hat, zu lesen.
Die Form eines Briefromans ist zwar etwas ungewohnt für heutige Leser. Aber wegen des wunderbaren Schreibstils liest sich auch diese Art des Romans sehr gut. Herrlich, wie in den von unterschiedlichen Personen geschriebenen Briefen deren Sichtweisen über Lady Susan deutlich werden, die völlig mit der Eigenwahrnehmung dieser feinen Dame kollidieren.
Auch die drei Erzählungen in diesem Band, Liebe und Freundschaft, Drei Schwestern, und Catherine, sind so bissig und satirisch geschrieben wie die Romane von Jane Austen.
Eigentlich lese ich Jane Austen lieber im Original, aber bei dieser schönen Manesse-Ausgabe habe ich eine Ausnahme gemacht. Zum Glück. Denn die in diesem Band versammelten Frühwerke von Jane Austen haben mir viel Spaß bereitet.

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Ben Hur
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klassiker, iras, jesus, esther, scheich ilderim

Ben Hur

Lewis Wallace , Günter Jürgensmeier , Günter Jürgensmeier
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei dtv, 19.11.2010
ISBN 9783423139458
Genre: Literatur vor 1945

Rezension:

Den Film kennt jeder. Charlton Heston als Ben Hur, ein riesiges Aufgebot an Statisten, das spektakuläre Wagenrennen, mehrere Oskars, einer der erfolgreichsten Filme der Welt. Mit einem der bekanntesten Fehler der Filmgeschichte: Eine gut sichtbare Rolex am Arm Ben Hurs.
Aber, mal ganz ehrlich, wer hat auch das Buch gelesen? Wie immer, wenn die Verfilmung so herausragend ist, gerät die Romanvorlage leicht in Vergessenheit.
Schade! Denn das Buch ist wirklich gut. Es liest sich wie ein Schmöker, ist dabei aber voller Verweise, die im Anhang erklärt werden, und lässt die Zeit des frühen Christentums äußerst lebendig werden.
Im Roman werden die Geschehnisse und Charaktere viel deutlicher. Während im Film naturgemäß die Action eine größere Rolle spielt, beschäftigt sich das Buch gründlicher mit den Gedanken und Motivationen der Protagonisten. Denn hinter dieser Geschichte steckt mehr als nur ein Wagenrennen. Parallel zum Leben Ben Hurs werden Leben und Sterben Jesu beschrieben, und so ist im Buch die Kreuzigung Jesu der Höhepunkt, nicht das Wagenrennen.
Ich habe selten eine so berührende Beschreibung der Kreuzigung gelesen wie in diesem Roman. Ein echtes Meisterwerk und ein Klassiker, den zu lesen sich lohnt.

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Die Drehung der Schraube
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Die Drehung der Schraube

Henry James , Paul Ingendaay , Ingrid Rein , Paul Ingendaay
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 22.09.2010
ISBN 9783717523307
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Dieses Buch ist gruselig. Aber warum eigentlich? Eigentlich passiert gar nichts, oder? Es gibt Andeutungen, Vermutungen, Ahnungen. Aber nichts Konkretes. Es ist keine Gespenstergeschichte, keine Horrorgeschichte. Aber irgendwie wird die Ordnung der Dinge gestört.
Die Handlung ist einerseits ganz klar und einfach, andererseits aber auch verschleiert.
Eine Erzieherin tritt ihre erste Stelle an. Die beiden Kinder kommen ihr wie Engel vor. Aber warum wurde der Junge der Schule verwiesen? Ist das kleine Mädchen wirklich so lieb und unschuldig?
Der Erzieherin erscheinen die Geister einer Frau und eines Mannes. Wollen sie den Kindern schaden? Warum will der Onkel der verwaisten Kinder, der sie aufgenommen hat, nichts von ihnen hören?
Auch das Ende lässt viele Fragen offen. Wie verlässlich ist eigentlich die Erzählung der Erzieherin?
Henry James hat eine äußerst raffinierte Geschichte geschrieben, die einen ganz besonderen Sog entwickelt und lange nachwirkt. Ich konnte sie jedenfalls nicht aus der Hand legen.
„Die Drehung der Schraube“ ist eine ganz besondere Geschichte, die man immer wieder lesen kann.

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Die schönsten Erzählungen
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weltliteratur

Die schönsten Erzählungen

Leo N. Tolstoi , Hermann U. Asemissen , Marlies Juhnke , Lew Tolstoi
Fester Einband: 329 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 01.10.2010
ISBN 9783351033156
Genre: Literatur vor 1945

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Stopfkuchen
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klassiker, seefahrt, mord

Stopfkuchen

Wilhelm Raabe , Arno Geiger
Fester Einband: 393 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 22.09.2010
ISBN 9783717522140
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Wir alle kennen solch einen Mann: Von sich und seiner Überlegenheit überzeugt, auch Geschichten so erzählend, dass er immer besonders gut wegkommt, sich in sich selbst sonnend. Die beiden Protagonisten der „See- und Mordgeschichte“ gehören genau diesem Typus an.
Eduard ist weit gereist und in eigener Sicht weltgewandt und intellektuell. Auf die in seinen Augen rückständigen Daheimgebliebenen blickt er herab.
Als er in seinen Heimatort zurückkehrt, trifft er „Stopfkuchen“, der schon als Schüler ein Außenseiter war und den er für beschränkt hält.
Hier wird diese im 19. Jahrhundert spielende Geschichte modern. Denn das eigentliche Thema ist nicht die Seefahrt oder der im Ort begangene Mord, sondern die Art des Umgangs mit dem „Stopfkuchen“ genannten Heinrich, die man heute neudeutsch als Mobbing bezeichnen würde.
Alle Merkmale des Mobbings sind vorhanden, samt derer Folgen. Unser ach so modernes Problem ist in Wirklichkeit also uralt.
Heinrich, der ausführlich von sich und seinem Leben erzählt und dabei auch die erlittenen Kränkungen nicht außen vor lässt, hat diese überwunden und seinen Weg gemacht. Er steht sogar materiell besser da und ist belesener als der weit gereiste Eduard.
Die Erzählung strotzt vor historischen und literarischen Anspielungen, die im Anhang erklärt sind und die Lektüre zu einem intelligenten Spaß machen.
Ergänzt wird diese edle Ausgabe durch ein lesenswertes Nachwort.
Dies war das erste Buch von Wilhelm Raabe, das ich gelesen habe und ich freue mich schon darauf, auch seine anderen Bücher für mich zu entdecken.

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Mr. Harrisons Bekenntnisse
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cumberland, london, mr. harrison, scharfer blick, schwerenöter

Mr. Harrisons Bekenntnisse

Elizabeth Gaskell , Andrea Ott , Alice Reinhard-Stocker
Fester Einband: 371 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 22.09.2010
ISBN 9783717522584
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Wie konnte es eigentlich passieren, dass ich bisher noch nichts von Elizabeth Gaskell gelesen hatte? Zum Glück konnte ich diese Bildungslücke jetzt mit Hilfe dieser schönen Ausgabe, die drei Erzählungen enthält, auf sehr edle Art schließen.
Die Erzählungen sind so unterschiedlich, dass schon mit diesem kleinen Ausschnitt deutlich wird, wie vielseitig diese Autorin ist, die immer ein wenig im Schatten von Jane Austen stand.
Die erste Erzählung nimmt uns mit zu einer Schafschur. Die idyllische Landschaft wird beschrieben, die „Heile Welt“ auf dem Lande, aber Gaskell stellt auch mit viel Realismus die Arbeitsbedingungen dar.
In der zweiten Erzählung geht es um die ergreifende Geschichte von Cousine Phyllis. Hier kommt einmal mehr die Unfähigkeit der Männer, sich in Gefühlsdingen adäquat zu verhalten, zum Vorschein. Aber auch die Kraft der Frauen, sich wieder aufzurappeln.
Mein Favorit ist die dritte Erzählung, „Mr. Harrisons Bekenntnisse“. Diese herrliche Satire ist mit so viel Wortwitz und mit so spitzer Feder geschrieben, dass es eine reine Freude ist, das zu lesen. Gaskell hat eine überaus genaue Beobachtungsgabe und nimmt die Gesellschaft einer Kleinstadt sehr gekonnt aufs Korn. Der arme Junggeselle, der als neuer Arzt in die Stadt kommt, kann einem fast leidtun. Wenn er denn nicht so furchtbar von sich überzeugt wäre.
Ich werde auf jeden Fall auch noch alles andere aus der Feder dieser wunderbaren Autorin lesen!

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Ein Kampf um Rom
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völkerwanderung, goten, kriege, totila, teja

Ein Kampf um Rom

Felix Dahn
Flexibler Einband: 1.128 Seiten
Erschienen bei dtv, 22.06.2009
ISBN 9783423137645
Genre: Literatur vor 1945

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The Return of the Native
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heide, klassiker, liebe, englischsprachige literatur

The Return of the Native

Thomas Hardy , Tony Slade
Flexibler Einband: 449 Seiten
Erschienen bei Penguin Books Ltd, 01.09.1999
ISBN 0140435182
Genre: Sonstiges

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The Return of the Native
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The Return of the Native

Thomas Hardy , Alan Rickman
Audio CD
Erschienen bei Audiogo, 28.01.2007
ISBN 1572705701
Genre: Sonstiges

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The Jungle
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The Jungle

Upton Sinclair , Earl Lee , Kathleen De Grave
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Independent Pub Group, 01.05.2003
ISBN 1884365302
Genre: Sonstiges

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