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Der Untergang der islamischen Welt
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Der Untergang der islamischen Welt

Hamed Abdel-Samad
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 08.09.2011
ISBN 9783426784068
Genre: Sach- & Fachbuch

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Der Schock
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thriller, psychothriller, mord, psychopath, marc raabe

Der Schock

Marc Raabe
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein TB, 10.06.2013
ISBN 9783548285245
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Das nenne ich schlechtes Timing: Kaum hat Jan seine Jugendliebe Laura wiedergetroffen und ist sogar mit ihr, seiner Schwester und deren Geliebten an die Côte d´Azur in Urlaub gefahren, verschwindet Laura während eines Unwetters schon wieder.
Als Jan ihr Smartphone findet, ist ihm klar, dass Laura nicht, wie vermutet, nach einem Streit abgehauen, sondern entführt worden ist. Denn auf dem Phone ist ein verstörendes Video, das Laura kurz vor ihrem Verschwinden aufgenommen hat.
Die Spur führt zurück nach Berlin, und kaum dort angekommen, überschlagen sich für Jan die Ereignisse. Er wird des Mordes an seiner Nachbarin verdächtigt, und der Entführer Lauras hat es offensichtlich auch auf ihn abgesehen.
Während Laura in den Händen eines Psychopathen ist, versucht Jan, mehr über seine alte Flamme herauszufinden. Denn Laura hat Einiges durchgemacht in ihrem Leben, und Jan deckt eine verstörende Geschichte auf.
Wie schon das erste Buch dieses Autors habe ich auch dieses in einem Rutsch verschlungen.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass eine Figur als „an den Rollstuhl gefesselt“ beschrieben wurde. Zum Finden besserer Formulierungen empfehle ich die Website leidmedien.de.
Abgesehen davon stimmt bei diesem Thriller alles. Eine äußerst spannende Story mit unerwarteten Wendungen, die rasant geschrieben und mit interessanten Charakteren versehen ist, sorgt dafür, dass man das Buch erst aus der Hand legen kann, wenn man die letzte Seite gelesen hat.
Das Erscheinen dieses Buches muss für den Autor jedoch ähnlich frustrierend sein, wie das tägliche Kochen für eine Familie, die das Ergebnis einer stundenlangen Arbeit in der Küche innerhalb von Minuten weggeputzt. Das Ergebnis monatelangen Schreibens und Überarbeitens wird von uns Lesern innerhalb einer Nacht weggelesen - und schon fordern wir Nachschub…

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Das Kind, das nicht fragte
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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

sprachlosigkeit, italien, fähigkeit gut zuzuhören, kindheit als nachkömmling in der familie, kindheit

Das Kind, das nicht fragte

Hanns-Josef Ortheil
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 19.11.2012
ISBN 9783630873022
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Benjamin Merz trägt seinen Namen zu Recht, ist er doch als Nachzügler geboren worden. Der jüngste seiner vier Brüder ist acht Jahre älter als er. Das hätte aus Benjamin ein verwöhntes Nesthäkchen machen können, aber leider ist es genau umgekehrt gelaufen, seine Brüder haben sich gegen ihn verbündet und ihn gequält. Auch den Eltern ist nicht aufgefallen, dass selbst sie den kleinen Benjamin benachteiligen und schlechter behandeln als seine Brüder. Zum Beispiel wurde nie gekocht, was er mag, es zählten nur die Wünsche der älteren Brüder.
Die Folge ist, dass der sensible Benjamin am Familientisch stumm bleibt und versucht, möglichst nicht aufzufallen. Etwas für sich einzufordern oder auch nur eine Frage zu stellen, ist ihm unmöglich. Auch in der Schule hat er Probleme, Kontakte aufzubauen.
Auf den ersten Blick ist es seltsam, dass ausgerechnet ein so schüchternes Kind sich der Ethnologie zuwendet und das Fach sogar als Professor lehrt, aber seine Fähigkeit, sich in Andere einzufühlen, macht ihn in seiner Fachrichtung erfolgreich.
Jedoch verbessert sich das Verhältnis zu seinen Brüdern dadurch nicht, denn sie sind als Anwalt, Arzt oder Apotheker noch erfolgreicher als er, besonders materiell. Nach dem Tod der Eltern bevormunden sie ihn noch mehr als bisher.
Das ändert sich, als Benjamin ein Forschungsprojekt auf Sizilien beginnt. Er mietet sich in dem für seine Dolci berühmten Ort Mandlica ein und führt im Rahmen der „Teilnehmenden Beobachtung“ Gespräche mit den Dorfbewohnern.
Nach und nach wird er Teil der Dorfgemeinschaft, und so, wie sich besonders die Frauen in den Gesprächen mit ihm öffnen, beginnt auch er, sich den Menschen, besonders den Frauen, gegenüber zu öffnen. Und dann tritt Paula in sein Leben.
Dieses Buch liest sich einfach wunderbar. Ortheil schreibt atmosphärisch dicht, er lässt Italien so plastisch vor dem inneren Auge entstehen, dass ich am liebsten sofort dorthin aufgebrochen wäre. Beim Lesen kann man fast den Duft der Zitronen riechen.
Man merkt dem Buch an, das hier sehr viel von der Lebensgeschichte des Autors eingeflossen ist. Es ist gefühlvoll und gleichzeitig reflektiert geschrieben, intelligent und glänzend formuliert, kurz, ein Lesegenuss, der lange nachwirkt.


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Die achte Offenbarung
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thriller, mittelalter, krimi, kryptologie, rätsel

Die achte Offenbarung

Karl Olsberg
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 06.03.2013
ISBN 9783746629179
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Der Historiker Paulus Brenner arbeitet an der Uni Hamburg und hat ein ziemlich ruhiges, fast schon langweiliges, Leben. Das ändert sich, als ein Amerikaner ihm ein Familienerbstück in die Hand drückt: Ein verschlüsseltes Dokument aus dem Mittelalter.
Zusammen mit der chaotischen Mele und ihrem Mitbewohner Dirk schafft Paulus es, die mehrfachen Codierungen des Textes zu knacken und ihn nach und nach zu übersetzen.
Und was sie dort herausfinden, ist schockierend: Ein gewaltiger Terrorakt ist geplant. Und während sie von den Terroristen gejagt werden, müssen Paulus, Mele und Dirk einen Weg finden, die US-amerikanische Regierung von der Bedrohung zu überzeugen. Schnell.
Das Buch ist spannend und gut geschrieben. Trotz kleinerer logischer Ungereimtheiten ist die hier erzählte Geschichte weniger weit hergeholt, als es auf den ersten Blick scheinen mag.
Die Dekodierungen sind gründlich beschrieben, und es hat mir Spaß gemacht, mit zu rätseln. Besonders gefallen hat mir das rasante und überraschende Finale des Buches.
Ein richtig schöner Schmöker für verregnete Tage.

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Der Konvoi
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Der Konvoi

Lukas Hartmann
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.02.2013
ISBN 9783257241945
Genre: Gegenwartsliteratur

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Die Scanner
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mobril, büchergilde, zukunft, ultranetz, gefahr

Die Scanner

Robert M. Sonntag
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Fischer KJB, 01.03.2013
ISBN 9783596855377
Genre: Kinder- & Jugendbuch

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Dance of Shadows
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ballett, new york, dämon, dämonen, jugendbuch

Dance of Shadows

Yelena Black
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ars edition, 04.02.2013
ISBN 9783760799148
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Vanessa geht an die New Yorker Ballett-Akademie, aber nicht nur, um zu tanzen, sondern um ihre verschwundene Schwester Margaret zu finden. Margaret ist vor drei Jahren spurlos aus der Akademie verschwunden.
Vanessa findet an der Ballett-Akademie eine Freundin, aber auch diese verschwindet nach ein paar Wochen und ist nicht mehr erreichbar. Vanessa sucht jetzt also nicht nur ihre Schwester Margaret, sondern auch ihre Freundin Elly.
Wenn Vanessa tanzt, verändert sich die Welt, aber dieses Talent wird ihr später zum Verhängnis…
Die Protagonistin Vanessa gefiel mir, aber manchmal kam sie mir im Buch ein bisschen sehr naiv vor. Ihre Freunde sind sympathisch. Den geheimnisvollen Justin mochte ich von Anfang an, während mir Zep nicht gefiel, weil er einfach zu perfekt war.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben. An einigen Stellen wusste ich schon ganz genau, was passieren wird, weil ich schon die ganze Zeit über mit gerätselt habe.
Da mir das Ende sehr offen vorkam, hoffe ich, dass es möglichst bald eine Fortsetzung gibt, und auch sonst würde ich gern mehr Bücher dieser Autorin lesen.
(Gastrezension meiner Tochter)

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Die Reisen mit meiner Tante
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Die Reisen mit meiner Tante

Graham Greene , Brigitte Hilzensauer
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.01.2013
ISBN 9783423141796
Genre: Gegenwartsliteratur

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Der Clown ohne Ort
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berlin, debüt

Der Clown ohne Ort

Thomas Martini
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 01.03.2013
ISBN 9783627001889
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Naїn könnte ein tolles Leben führen: Politikstudium, Auslandssemester in Barcelona, guter Job. Aber er schafft es nicht, weiterhin die Erwartungen seiner Eltern zu erfüllen, hat einen Zusammenbruch, trägt dauernd die grüne Strickmütze von seiner Großmutter und betäubt sich immer mehr mit Alkohol und Drogen. Auch bei einem Job im Theater und ebenso mit dem Versuch, mit seinen Kumpeln eine irgendwie politische Sozusagen-Organisation aufzubauen, scheitert er.

Naїn schlittert von einem Drogenrausch in den nächsten, unterbrochen von hilflosen Beziehungsversuchen und den körperlich unangenehmen Folgen seiner Exzesse. Es wird ziemlich viel gekotzt in diesem Buch. (Was mich nicht störte, ich hatte, während ich das Buch las, eine Magen-Darm-Grippe und fühlte mich beim Lesen nicht so allein mit meinem Problem.)

Und schließlich steht ein riesiges Schaf in Naїns Schlafzimmer...

Ich finde es ziemlich schwierig, dieses Buch zu beurteilen. Wahrscheinlich gehöre ich altersmäßig einfach nicht in die Zielgruppe für diesen Roman. Ich kannte ja nicht einmal alle der erwähnten Drogenarten!

Somit konnte ich auch nicht mit dem Protagonisten warm werden. Ich hätte ihn am liebsten kräftig durchgeschüttelt und in die nächste Entzugsklinik verfrachtet. Dass er seinen Job nicht mag, geschenkt, das passiert. Dann orientiert man sich eben um und versucht, etwas zu finden, was einem eher liegt. Aber mit Drogen wird das nun wirklich nichts. Auch die Beziehungsunfähigkeit des Protagonisten ging mir auf den Geist. So geht man einfach nicht mit Frauen um!

Ich fand jedoch interessant, dass das Buch wie ein Triptychon aufgebaut ist. Der Wechsel zwischen den Beschreibungen des Berliner Alltags, politisch-philosophischen Diskussionen und den Drogentrips hat einen besonderen Reiz.

Gefallen hat mir der Schreibstil. Sehr sogar. Thomas Martini hat einen äußerst gewandten Umgang mit der Sprache, spielt mit ihrem Reichtum und findet phantasievolle Formulierungen, die mir einfach Spaß gemacht haben.

Ich finde einen derart komplexen Roman für ein Debüt beachtlich und werde den Autor im Auge behalten – vielleicht ist sein zweites Buch ja weniger drogenlastig…


 

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Der Nachtwandler
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psychothriller, schlafwandeln, thriller, schlafwandler, nachtwandler

Der Nachtwandler

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 14.03.2013
ISBN 9783426503744
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Du liegst nachts im Bett und wirst kurz wach. Nur, um zu sehen, dass eine Riesenkakerlake sich in Richtung deines geöffneten Mundes bewegt. Aber du kannst dich nicht rühren, weil deine Muskeln gelähmt sind, du kannst auch nicht um Hilfe schreien oder wenigstens pusten, um zu verhindern, dass die Kakerlake in deinen Mund kriecht. Dabei weißt du die ganze Zeit über, dass diese Situation nicht real ist. Aber du kannst dir nicht helfen.
So geht es Leon. Er hat eine Schlaflähmung, und es ist sehr schwer, sich aus diesem Zustand zu befreien. Als es ihm endlich gelingt, wartet der nächste Schrecken: Seine Frau Nicole packt ihre Sachen in einen Koffer. Sie hat schwerwiegende Verletzungen erlitten und Angst vor Leon. Hat er ihr das angetan? Er kann sich, wie immer bei einer Schlaflähmung, nicht erinnern.
Das ist nichts Neues für ihn. Als Junge wurde er schon einmal psychiatrisch behandelt, weil er im Schlaf gewalttätig geworden war. Fangen die Probleme jetzt wieder an?
Als seine Frau die Wohnung verlässt, rennt Leon ihr hinterher. Aber als er im Erdgeschoss den Fahrstuhl öffnet, ist seine Frau verschwunden.
Leon besorgt sich eine Kopfkamera, er will wissen, was er im Schlaf anstellt. Aber als er sich die Aufnahme ansieht, beunruhigt ihn das noch mehr. Er ist im Schlaf durch eine verborgene Tür im Schlafzimmer gegangen und in die Tiefe gestiegen.
Als Leon im Wachzustand den gleichen Weg einschlägt und ein unterirdisches Labyrinth entdeckt, beginnt ein unglaublicher Albtraum, bei dem er nicht mehr weiß, was real und was Traum ist. Sachen verschwinden und tauchen auf, Leon kann sich an Unterhaltungen mit seinem Freund nicht mehr erinnern, sein ehemaliger Psychiater verbirgt etwas vor ihm, Menschen sterben – oder auch nicht.
Zum Glück habe ich Erfahrung mit den Büchern von Sebastian Fitzek. Ich wusste also, dass ich dafür sorgen muss, dass mich niemand stört, habe die Telefone lautlos gestellt, Getränke und Knabberzeug in Reichweite gestellt und ein paar Stunden hintereinander freigeschaufelt, um das Buch in einem Zug lesen zu können.
Diese Vorbereitungen haben sich bewährt. Denn es wäre unmöglich gewesen, dieses Buch aus der Hand zu legen. Noch mehr als in den Vorgängerbüchern von Sebastian war ich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen.
Nicht nur, dass auch dieser Thriller wieder temporeich und saugut geschrieben ist und eine erschreckende Überraschung die nächste jagt, mir ist beim Lesen fast schwindelig geworden, so schnell wechselten die Bewusstseinsebenen. Wachzustand, Traum oder irgendetwas dazwischen – gibt es überhaupt noch eine Realität?
Atemlos habe ich immer weiter gelesen, gespannt auf das Ende. Und das ist – verstörend. Sehr verstörend.
Ich hätte nicht gedacht, dass Sebastian Fitzek sich noch steigern kann, aber genau das hat er auch mit diesem Buch wieder geschafft. So sympathisch ich ihn auch finde, allmählich wird er mir unheimlich…

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Die Belasteten
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ns-euthanasie, drittes reich, historie, geschichtswissenschaft

Die Belasteten

Götz Aly
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Fischer (S.), Frankfurt, 01.03.2013
ISBN 9783100004291
Genre: Sach-/Fachbuch

Rezension:

In jeder 8. Familie ist zwischen 1939 und 1945 ein Familienmitglied der Euthanasie zum Opfer gefallen, aber keiner spricht darüber. Keiner spricht über die 200 000 Opfer, denen die Menschenwürde abgesprochen wurde, die zu anonymen Unpersonen gemacht wurden, die als „geistig tot“ bezeichnet wurden, obwohl sie unverwechselbare Persönlichkeiten waren.

Götz Aly will mit diesem Buch den Kranken ihre Würde zurückgeben. Dabei agiert er nicht nur als Historiker, sondern auch als Vater. Das Buch ist seiner Tochter Karline gewidmet, die kurz nach ihrer Geburt an einer Streptokokkeninfektion erkrankte und einen schweren zerebralen Schaden erlitt.

Dass man sich nicht einreden lassen solle, es sei einfach, mit psychisch Kranken zusammen zu leben, zieht sich durch das Buch und ist auch Bestandteil des Buchtitels. „Die Belasteten“ sind nicht nur die Täter, sondern auch die Angehörigen. Die simple Schablone „gewissenlose Naziärzte – belogene Angehörige“  funktioniert nicht, so Aly.

Denn die Angehörigen wussten in der Regel sehr gut, was hinter den ihnen von den Ärzten angebotenen „riskanten Therapien, die in 90% der Fälle zum Tod führen“ steckte und nahmen diese Möglichkeit, ihr Gewissen zu beruhigen, dankbar an. Der Tod wurde als Wohltat für das Kind gesehen, aber man wollte nicht die Verantwortung dafür übernehmen.

Auf der anderen Seite konnten behinderte Kinder durch das Engagement ihrer Eltern gerettet werden. Häufige Besuche und der Wunsch, das Kind zu sich nach Hause zu holen, waren ein effektiver Schutz gegen die Ermordung. Leider brachten nur wenige Angehörige diese Stärke auf.

Man solle jedoch nicht „den Stab über jemanden brechen, der in der NS-Zeit schwach war“, sagte Aly auf der Buchvorstellung in Berlin, denn ein Kranker gefährdete eben auch die Familienexistenz.

„Doch sollten wir Heutigen uns nicht leichtfertig über die Eltern, Geschwister und Gatten erheben, die damals wankten. Sie lebten unter sehr viel schwierigeren Umständen. Anders als heute bestand, etwa im Fall der Geburt eines behinderten Kindes, keine Aussicht auf großzügige staatliche Hilfen, sondern die reale Bedrohung, dass die gesamte Familie als erblich belastet eingestuft und dauerhaft um ihre Zukunftschancen gebracht werden würde.“

So wurde beispielsweise für behinderte Kinder kein Kindergeld gezahlt, und der Familie wurde auch das Kindergeld für die anderen Kinder entzogen.

Götz Aly zeigt auf, wie die breite Akzeptanz der überhaupt nicht im Geheimen durchgeführten Euthanasiemorde in der Bevölkerung erreicht wurde und beschreibt, wie die Morde organisiert wurden.

Den Einstieg bildete die Sterbehilfe, unter deren Befürwortern gerade auch diejenigen waren, die sich politisch gegen die Todesstrafe und das Abtreibungsverbot engagierten und für Frauenrechte, Scheidung und das Recht auf Suizid eintraten. Ebenso waren auch einige der beteiligten Ärzte gleichzeitig Reformer, die sich für die Einrichtung von sozialpsychiatrischen Diensten und Arbeitstherapie einsetzten. Hier zeigt sich die Ambivalenz des Fortschrittsgedankens.

Daran schloss sich die Aktion T4 an, die von 1939 bis 1941 durchgeführt wurde, und der 70273 Menschen zum Opfer fielen.

Interessant ist, dass hinter den Euthanasiemorden nicht erbhygienische Gründe standen, sonder rein utilitaristische Motive. Es ging um Kosteneinsparungen, um Einsparungen an Essen, Kleidung und Betten. Im Mittelpunkt stand immer die Frage, ob jemand für die Gesellschaft brauchbar ist oder nicht.

Daneben gab es noch das wissenschaftliche Interesse an leicht zugänglichen Forschungsobjekten. Von den forschenden Wissenschaftlern wurden gezielt bestimmte Gehirne bestellt, wohl wissend, dass für die Ausführung dieser Bestellungen Morde begangen wurden. Vor der Ermordung wurden an den betroffenen Kindern noch umfangreiche schmerzhafte und gefährliche Tests durchgeführt. Es ist ein Skandal, dass diese Forschungsmethoden nach dem Krieg keine negativen Konsequenzen für die beteiligten Ärzte hatten, im Gegenteil.

„Die mit Hilfe solcher Arbeiten erworbenen akademischen Titel sind von deutschen Universitäten niemals in Frage gestellt worden und in nicht wenigen Fällen erst nach dem 8. Mai 1945 verliehen worden.“

Erst im Jahr 1990 (!) wurden die Präparate der ermordeten Kinder auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt. Die dazugehörigen Forschungsunterlagen waren bis dahin im Archiv zugänglich und wurden weiterhin genutzt.

Im weiteren Verlauf des Krieges wurden die Krankenhäuser zunehmend für die Unterbringung von Flüchtlingen und Bombenopfern benötigt. Die dafür erforderlichen Plätze wurden durch Morde freigemacht. Den Schwestern auf den Stationen bot sich dadurch die Gelegenheit, unliebsame Patienten loszuwerden, Patienten, die ihre ästhetischen, moralischen oder sozialen Normen störten, weil sie „unruhig, nachts zuweilen störend, frech, querulant, zeitweise unfreundlich“ waren. Hier wurden keine eugenischen Zwecke verfolgt, keine Ideologien oder Rassenlehren bemüht, hier ging es lediglich um das Interesse der Arbeitnehmer an einem störungsfreien Arbeitstag.

Die Euthanasiemorde wurden nach und nach auf weitere Gruppen ausgeweitet. Bombenopfer, die – verständlicherweise – mit Schock, Verwirrung und Schreckhaftigkeit reagierten, wurden ebenso eingewiesen und ermordet wie „Kriegshysteriker“, denen nicht geholfen werden konnte.

Aus den Anstalten wurden Lager. Nun wurden auch vermehrt sozial Unangepasste aufgenommen und ermordet. Zwischen einer psychischen Erkrankung und einem sozial unangepassten Verhalten wurde kein Unterschied gemacht; soziale Gesichtspunkte wurden offiziell zu einer Indikation für ärztliche Morde, für die Vernichtung durch Zwangsarbeit.

Im Sommer 1940 wurden Richtlinien erstellt, nach denen die Bevölkerung in vier Gruppen unterteilt wurde: „1. Asoziale Personen, 2. Tragbare Personen, 3. Die Gruppe der Durchschnittsbevölkerung, 4. Erbbiologisch besonders hochwertige Personen“.

„Asoziale“ wurden von jeder materiellen Zuwendung ausgeschlossen. Was heute als „randständig, deviant, sozial unangepasst“ bezeichnet wird, wurde damals als gemeinschaftsfremd bezeichnet und mit psychopathisch gleichgesetzt. Aus einem soziologischen Begriff wurde eine psychiatrische Diagnose. Zu den „Asozialen“ gehörten auch Tuberkulosekranke. Von dieser Krankheit waren Arme aufgrund ihrer schlechten Lebensverhältnisse besonders betroffen. Die aufwändige und teure Therapie sparte man sich und vernichtete die Kranken durch Zwangsarbeit, Hunger und Nichtversorgung.

Die Euthanasiemorde wurden offen in der Ärzteschaft diskutiert, es gab keine Geheimhaltung, die Morde gehörten zum normalen Stationsalltag.

Die Angehörigen wussten Bescheid, die Bevölkerung wusste, was in den Anstalten vor sich ging – und die Patienten selbst?

Die als „geistig tot“ Bezeichneten bekamen ganz genau mit, was mit ihnen geschah, und dass ihre einzige Schuld in ihrer Krankheit bestand. 80% von ihnen waren alphabetisiert, und Götz Aly lässt in den Kapiteln „Berichte aus dem Archipel Gaskammer“ und „Nachrichten aus den Sterbehäusern“ die Opfer selbst zu Wort kommen. In diesen bewegenden Dokumenten wird deutlich, dass hier keine „geistig toten“, sondern artikulationsfähige Menschen umgebracht wurden, die genau wussten, was ihnen bevorstand: „Kein Einziger kommt zurück“.

Der reibungslose Ablauf der Euthanasiemorde hatte jedoch noch ganz andere Auswirkungen. Denn die Operation T4 diente auch dazu, die Akzeptanz der Bevölkerung für den Massenmord an Juden auszuloten. Wenn sogar Morde an Angehörigen akzeptiert wurden, dann erst recht die Morde an „Volksfremden“. Wie die Euthanasiemorde wurde auch die Vernichtung der Juden in mehreren Stadien durchgeführt, um die Akzeptanz durch die Bevölkerung zu testen. Inzwischen war bereits eine moralische Abstumpfung der Bevölkerung zu beobachten. Der Krieg hat die Gesellschaft fragmentiert und die Aufmerksamkeit auf das eigene Überleben gerichtet. Für Empathie und Einsatz für Andere war kein Raum mehr.

Das material- und quellenreiche Buch ist kompetent und eindringlich geschrieben. Die Versuche, den Opfern ihre Namen zurückzugeben, scheitern allerdings am deutschen Datenschutz. Da bleibt nur die Halblegalität einer israelischen Website: www.iaapa.org.il/46024/Claims

Götz Aly hat eine spitze Zunge, die dafür sorgt, dass die Lektüre trotz des ernsten Themas anregend und spannend ist.

Gleichzeitig ging mir das Buch sehr zu Herzen, besonders weil ich an der Buchvorstellung in Berlin teil genommen habe. Die fand im gleichen Hörsaal der Charité statt, in dem auch der die Euthanasie befürwortende NS-Propagandafilm „Ich klage an“ gedreht wurde. Begleitet wurde die Veranstaltung von Ramba Zamba, einer Theatergruppe mit geistig Behinderten. Diese mit soviel Begeisterung und Herzblut spielenden, deklamierenden und singenden Menschen wären noch vor wenigen Jahrzehnten ermordet worden! Das machte die im Buch beschriebene technokratische Organisation von Euthanasiemorden sinnlich erfahrbar und berührte mich stark.

Ich hoffe, dass dieses Buch für viele ein Anstoß ist, mal in der eigenen Familie nachzuforschen. Fehlt da ein Vorfahr?  


 

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Die Klaviatur des Todes
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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

rechtsmedizin, sachbuch, gerichtsmedizin, morde, obduktion

Die Klaviatur des Todes

Michael Tsokos
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.03.2013
ISBN 9783426276020
Genre: Sach-/Fachbuch

Rezension:

„Der Tod ist mit einer ganz besonderen Klaviatur ausgestattet“ – und die Rechtsmediziner beherrschen (zum Glück) diese Klaviatur des Todes, diese Vielfalt der denkbaren Todesumstände. Jeder Tod ist individuell, es gibt eine weite Palette der Todesursachen.
Dabei gibt es jedoch nur drei Todesarten: natürlich, nicht natürlich und ungewiss. Nicht natürliche und ungewisse Todesarten sind das Spielfeld der Rechtsmediziner, und dieses Spielfeld ist groß und abwechslungsreich.
Wer CSI und ähnliche Serien sieht und deshalb denkt, dass die USA in der Rechtsmedizin federführend sind, irrt. Sowohl die historische, als auch die moderne Rechtsmedizin haben ihre Wurzeln in Deutschland. Der Autor erklärt, wie sich die Rechtsmedizin entwickelt hat, und wie ein rechtsmedizinisches Institut heutzutage aufgebaut ist.
Was die Wenigsten wissen: Die Rechtsmediziner untersuchen nicht nur Tote; die sogenannte Klinische Rechtsmedizin nimmt einen breiten Raum ein. Untersucht werden lebende und überlebende Opfer von Gewalttaten, also z.B. von Vergewaltigung und Kindesmissbrauch. Ein Tatgeschehen kann man nämlich nicht nur an toten, sondern mit den gleichen Methoden auch an lebenden Opfern rekonstruieren.
Schon diese einleitenden Worte lesen sich spannend, und erst recht natürlich die Fälle aus der Rechtsmedizin, die Michael Tsokos für uns ausgesucht hat.
So geht es zum Beispiel um den Puzzle-Mörder, der Leichenteile in Koffern und Tüten entsorgt hat, um Sexualmorde auf dem Recyclinghof und in einer Physiotherapeutenpraxis, aber auch um vorgetäuschte Straftaten durch Selbstverletzungen.
Besonders entsetzlich fand ich die Taten, die Kinder betreffen. „Immer, wenn ein Kind eines nicht natürlichen Todes stirbt, ist ein Erwachsener daran schuld.“ Und auch für schwere Verletzungen sind Erwachsene verantwortlich, wie einige der hier geschilderten Fälle leider zeigen.
Auch besonders auffällige Suizide werden vom Autor beschrieben, ebenso wie tragische Todesfälle, die durch defekte Gasthermen und skrupellose Vermieter entstanden sind.
Bei all diesen Taten, die wirklich so passiert sind, konnte die kompetente Arbeit der Rechtsmediziner zur Aufklärung der Umstände und zur Überführung der Täter beitragen.
Zum Schluss blickt der Autor in die Zukunft. Was wird nach der derzeit größten Neuerung, der postmortalen Mehrschichten-Computertomographie kommen? In der Entwicklung ist z.B. die bionische Nase, mittels derer man Menschen an ihrem Schweißgeruch identifizieren kann. Es bleibt also interessant, und Michael Tsokos verspricht, uns auf dem Laufenden zu halten.
Dieses hervorragend geschriebene Buch hat mich bis zum frühen Morgen wach gehalten. Die Wirklichkeit ist einfach wesentlich spannender als jeder Thriller.

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Das Glücksbüro
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72 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

amt, liebe, glück, ordnung, künstlerin

Das Glücksbüro

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 01.02.2013
ISBN 9783832162252
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Albert Glück ist ein unauffälliger Mensch. Seit über 30 Jahren arbeitet er im Amt für Verwaltungsangelegenheiten, bearbeitet zuverlässig seine Anträge, hat einen festgelegten Tagesablauf und ist irgendwie…grau. Keiner seiner Kollegen hat näheren Kontakt zu ihm, und deshalb fällt es auch nicht auf, dass Albert im Amt wohnt. Seit über 30 Jahren.
Denn die Welt draußen macht ihm Angst. Zu viel Lärm, zu viele Menschen, zu viel Veränderung, das ist nichts für Albert. Sein Amt dagegen ist ein Hort des Immergleichen. Jeder Tag verläuft genau gleich, und Albert fühlt sich inmitten der Vorschriften und Formulare wohl.
Bis er eines Tages den Antrag E 45 auf seinem Tisch findet. Dieses Formular existiert gar nicht, und nirgends steht, was eigentlich beantragt wird. Auch Alberts Vorgesetzter kennt keinen Antrag E 45. Da Albert sich weigert, den Antrag einfach nur abzulegen, schickt sein Vorgesetzter ihn auf einen Dienstgang, um die Antragstellerin Anna Sugus aufzusuchen.
Zum ersten Mal seit über 30 Jahren setzt Albert also einen Fuß vor die Tür des Amtes. Und das setzt eine gewaltige Veränderung in Gang. Nicht nur für Albert persönlich, sondern auch für das Amt und die Antragsteller. Sogar das Bundesministerium des Innern wird aufgeschreckt.
Ich fand dieses Buch einfach wunderbar. Albert habe ich, obwohl er das genaue Gegenteil von mir ist, sofort ins Herz geschlossen. Er ist zwar ein komischer Kauz, hat aber auch etwas sehr Liebenswertes an sich. Humorvoll und warmherzig beschreibt Andreas Izquierdo die Eigenheiten seines ungewöhnlichen Helden.
Das Innenleben eines Amtes hat der Autor hervorragend eingefangen. Ich habe selbst einmal in einer Bundesbehörde gearbeitet und hatte bei der Beschreibung von Alberts Kollegen jeweils echte Menschen vor meinem inneren Auge, so nah kommt der Autor an die Verwaltungswirklichkeit heran. Dazu passt auch, dass sich das Buchcover wie ein Aktendeckel anfühlt.
Wie Albert durch Anna Sugus sein Leben verändert und aus seinem (grauen) Schneckenhaus hervorkommt, wie aus Alberts Büro das Glücksbüro wird, und wie er anderen Menschen zum Glück verhilft, liest sich herzerwärmend schön. (Ich empfehle, ab der Seite 210 ein Taschentuch in Griffweite zu haben.) Ach, wäre es schön, wenn jedes Amt solch ein Glücksbüro hätte!
Im Buch werden Menschen glücklich gemacht, und mit dem Buch auch. Die Magie des Glücksbüros überträgt sich auf die Leser.

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Das Dorf der Mörder
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(55)

145 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

berlin, krimi, mord, brandenburg, dorf

Das Dorf der Mörder

Elisabeth Herrmann
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 25.02.2013
ISBN 9783442313259
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Pekaris sind niedliche Viecher. Kein Wunder, dass die Kindergartengruppe sich zu ihrem Gehege im Berliner Tiergarten stürzt. Nicht so niedlich ist allerdings, dass die Pekaris an menschlichen Körperteilen knabbern.
Durch Zufall ist die ehrgeizige Polizeimeisterin Sanela Beara als Erste am Tatort und befragt zwei erstaunlich wenig geschockte kleine Mädchen. Beide erzählen, dass sie einen Clown mit Schubkarre gesehen haben, aber dann greift die besorgte Erzieherin ein und beendet das Gespräch.
In den späteren Ermittlungen spielt die Aussage der Kinder keine Rolle. Auch, dass Sanela auf eigene Faust den Rest der Leiche gefunden hat und dabei sogar noch niedergeschlagen wurde, bringt ihr keine Punkte für den so heiß ersehnten Aufstiegsvermerk, den sie von ihrem Vorgesetzen braucht, um in den gehobenen Dienst aufzusteigen.
Denn für die Ermittler ist der Fall bereits gelöst. Die Tierpflegerin Charlie Rubin soll den Toten ermordet, zerstückelt und den Pekaris zum Fraß vorgeworfen haben.
Der angesehene Prof. Dr. Dr. Gabriel Brock soll ein Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit der Beschuldigten erstellen, aber sie redet nicht mit ihm. Nur seinem Mitarbeiter Jeremy Saaler öffnet sie sich ein Stück weit. Aber als Jeremy Charlies Schwester Cara auftreibt und es nach vielen Jahren zu einer Begegnung der beiden Frauen kommt, löst das eine Katastrophe aus.
Sanela glaubt indes nicht an die Schuld der Tierpflegerin, die sie vor der Tat als fürsorglich und zärtlich gegenüber Tieren erlebt hat. Fest überzeugt, dass die Lösung des Falles in der Vergangenheit der Verdächtigen liegt, macht sie sich auf eigene Faust auf den Weg nach Wendisch Bruch, einem Dorf im tiefsten Brandenburg.
Wendisch Bruch ist ein totes Dorf. Es gibt keine Kinder, alle Männer sind verschwunden, die Höfe sind dem Verfall preisgegeben. Lediglich acht Frauen wohnen noch hier und hüten ein furchtbares Geheimnis. Ein Geheimnis, das auch für Sanela gefährlich wird.
Dieses Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Schon der Prolog, in dem ein Hundewelpe angstvoll durch die Nacht tappst, um ein Mädchen zu trösten, entwickelt einen Sog, der sich durch das ganze Buch zieht.
Besonders gelungen finde ich die atmosphärisch dichte Beschreibung des aufgegebenen Dorfes mit seiner unheimlichen Stimmung, die streckenweise Elemente einer Gruselgeschichte besitzt. Nein, idyllisch ist solch ein heruntergekommenes Brandenburger Dorf nicht. Jedenfalls nicht, wenn die Bewohner dermaßen viel Schuld auf sich geladen haben, die sie durch eisiges Schweigen zu vertuschen versuchen.
Auch der Aufbau der Geschichte hat mir gefallen. Geschickt streut die Autorin Andeutungen in den Text, die zur Lösung führen könnten, wenn nicht immer wieder überraschende Wendungen für eine neue Sichtweise auf den Fall sorgten.
Sanela Beara ist mit ihrem Elan, ihrem Ehrgeiz und ihrer Beharrlichkeit eine sympathische Figur, die ich gern als Serienheldin sehen würde. Das Potential dazu hat sie.

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Die Lilith Verheißung
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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Lilith Verheißung

Martin Calsow
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.11.2012
ISBN 9783746628967
Genre: Krimi/Thiller/Horror

Rezension:

In Deutschland brechen die Pocken aus. Wie bitte? Die sind doch ausgerottet! Nein, sind sie nicht, denn in einigen Hochsicherheitslaboren existiert das Pockenvirus weiter. Natürlich nur, um Abwehrmöglichkeiten zu erforschen, falls ein anderes Land auf die Idee kommt, eine Pockenepidemie auszulösen.
Und genau das ist in diesem spannenden Thriller, der nahtlos an den ersten Band, „Der Lilith Code“, ansetzt, geschehen.
Katastrophen bringen das Beste in den Menschen hervor und werden mit einer überwältigenden Solidarität der Menschen untereinander überstanden. Das ist die optimistische Annahme. Wahrscheinlicher allerdings ist das in diesem Buch durchgespielte Szenario, das so gar nichts von Friede, Freude, Eierkuchen hat. Denn im Zweifelsfall ist sich jeder selbst der Nächste, der Überlebenstrieb ist stärker.
Der Ausbruch der Pockenepidemie in Deutschland hat jedenfalls weitreichende Auswirkungen. Das öffentliche Leben bricht zusammen, die demokratischen Grundrechte werden außer Kraft gesetzt. Die Bürger werden kaserniert und zwangsgeimpft.
Offensichtlich wurden die freigesetzten Pockenerreger manipuliert, denn der von der Bundesregierung eingelagerte Impfstoff wirkt nicht richtig. Da tritt der Großindustrielle Arwed Köhn auf die Bildfläche. Zufällig hat er einen neuen, hochwirksamen Impfstoff entwickelt, der nur noch schnell die Zulassung bekommen muss…
Arved Köhn hat außerdem die österreichische Privatermittlerin Regina Bachmaier beauftragt, ein verschollenes Gemälde von Hieronymus Bosch aufzuspüren. Zusammen mit ihrem Freund, dem deutschen Arzt Jan Kistermann, macht sie sich auf die Suche.
Als ein Einsiedler, der mehr über das Geheimnis des Bildes und dessen angeblichen magischen Kräfte sagen kann, brutal ermordet wird, wird es auch für Regina und Jan wieder gefährlich. Wie schon im ersten Band der Serie beginnt damit eine wilde Jagd durch mehrere Länder. Diesmal allerdings nicht im Nahen Osten, sondern in Deutschland, Österreich, Italien und den Niederlanden.
Denn hinter dem Auftrag, das Bild zu finden, steckt mehr als der Wunsch eines Kunstliebhabers, seine Sammlung zu komplettieren. Dieses Bild scheint einen wichtigen Hinweis zu enthalten, der die Pockenepidemie eindämmen könnte.
Ich habe dieses Buch genau wie den ersten Band förmlich verschlungen. Rasant und mit vielen Ortswechseln wird die Handlung vorangetrieben. Dabei kommen die Charaktere aber nicht zu kurz, sie sind lebendig beschrieben.
Man trifft selten auf eine dermaßen gelungene Mischung aus Fiktion und Realität, auf einen so gekonnten Umgang mit historischen und religiösen Hintergründen und auf so kompetente, dabei aber nicht trockene, Vermittlung wissenschaftlicher Fakten.
Dieser spannende und anspruchsvolle Schmöker sorgt für viele angenehme Lesestunden.

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Die Verstummten
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117 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

geisterfahrer, mord, rechtsmedizin, raf, münchen

Die Verstummten

Stephanie Fey
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 11.02.2013
ISBN 9783453409798
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Ein junger Mann verunglückt als Geisterfahrer und landet im Koma. Die Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis konnte seinem Auto gerade noch ausweichen.
Später findet sie die Eltern des Geisterfahrers, die sie über den Unfall informieren will, tot auf. Sie liegen in Hochzeitskleidung auf dem Ehebett, ermordet.
Es scheint ein einfacher Fall zu sein. Offensichtlich hat der Sohn seine Eltern erschossen und dann wegen seiner Schuldgefühle einen Suizid versucht.
Carinas Vater, Kriminalhauptkommissar Matte Kyreleis, ermittelt, und schnell wird deutlich, dass an diesem Fall nichts so ist, wie es scheint. Denn die Polizei hat etwas übersehen. Das ermordete Ehepaar hatte noch eine neunjährige Tochter, die spurlos verschwunden ist.
Währenddessen bekommt Carina einen Schädel auf den Tisch, den sie erfolgreich rekonstruiert. Als sie ihm sein Gesicht zurückgegeben hat, offenbart sich eine unerwartete Verbindung.
Im zu lösenden Fall geht es um eine Familientragödie, und auch privat hat Carina mit einer Familientragödie zu tun. Sie hat vor kurzem erfahren, dass ihre leibliche Mutter sie beim Vater zurückgelassen hat. Nun versucht sie, Näheres über ihre Mutter zu erfahren, aber ihr Vater mauert. Nicht einmal den Namen ihrer Mutter will er Carina verraten, und die Adoptionsakte ist gesperrt worden. Hat ihre Mutter ein Verbrechen begangen? Was Carina schließlich über ihre leibliche Mutter herausfindet, übertrifft ihre Befürchtungen.
Die Protagonistin dieser Serie mit ihrem ungewöhnlichen Beruf und ihrer noch ungewöhnlicheren Familiengeschichte ist mir sympathisch. Ich habe das flüssig geschriebene Buch in einem Zug gelesen, und dieser zweite Band der Serie hat mir noch besser gefallen als der erste.
Das liegt vor allem an der Komplexität dieses Krimis. Ein zentrales Thema des Buches sind die bis heute ungeklärten Umstände des Anschlages auf den Vorsitzenden der Treuhandgesellschaft, Detlef Karsten Rohwedder. Der Anschlag wird einer dubiosen „Dritten Generation“ der RAF zugeschrieben, wurde aber mit einer Scharfschützenpräzision durchgeführt, die für eine „Spaßguerilla“ ungewöhnlich ist. Dieser Krimi bietet eine plausible Lösung für die Ungereimtheiten an.
Ein weiteres Thema, das im Buch eine wichtige Rolle spielt, ist die Misshandlung von Säuglingen. Das Schütteln eines Babys hat gravierende Folgen, über die nebenbei, ohne die Spannung zu schmälern, aufgeklärt wird.
„Alles hängt mit Allem zusammen“, heißt es, und so ist es auch in diesem spannenden Krimi. Nach und nach werden die unterschiedlichen Puzzleteilchen der Handlung zu einem Gesamtbild zusammengefügt, das so einige Überraschungen in sich birgt.

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Die Zauberflöte
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Zauberflöte

Emanuel Schikaneder , Wolfgang A. Mozart , Jan Assmann
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Manesse Verlag, 01.09.2012
ISBN 9783717522942
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Die Zauberflöte ist die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart und gleichzeitig die geheimnisvollste.
Dieses handliche Büchlein ist ein idealer Opernbegleiter, der zusammen mit dem Opernglas in die Abendtasche passt.
Neben dem Libretto Emanuel Schikaneders enthält der Band Beispiele des literarischen Umfelds der Zauberflöte.
In „Lulu oder Die Zauberflöte“ von August Jacob Liebeskind geht es wie im Libretto um einen Jüngling (ja, Lulu ist hier ein Männername!), einen Zauberer und eine Zauberflöte; Christoph Martin Wieland beschreibt in „Der Stein der Weisen“ Liebe, Trennung und Prüfung; „Der Zauberkönig“ von Louis de Mailly hat die Verschleppung einer jungen Frau zum Thema; die „Geschichte des Sethos“ von Abbé Jean Terrasson behandelt die ägyptischen Mythen, die auch in der „Zauberflöte“ eine zentrale Rolle spielen; und Johann Wolfgang von Goethe hat gar „Der Zauberflöte zweiter Teil“ begonnen.
Alle Motive der Zauberflöte sind auch in diesen Materialien enthalten, aber nirgendwo werden sie so meisterhaft miteinander verflochten wie im Libretto Emanuel Schikaneders und nirgendwo so genial musikalisch umgesetzt wie in der Komposition Mozarts.
Abgeschlossen wird der Band mit dem äußerst lesenswerten Essay von Jan Assmann über „Schikaneder, Mozart und die Zauberflöte“, in dem kompetent auf die Hintergründe dieser Oper eingegangen wird.
Die Zusammenstellung des Buches ist geschickt gewählt, und der Beitrag von Jan Assmann ist auch für diejenigen noch interessant, die sich mit den vielen Bedeutungen und Motiven in der Zauberflöte schon auskennen.
Zusammen mit der sehr edlen Ausstattung dieses wunderbaren Buches, mit der sich Manesse selbst übertroffen hat, sorgt der Inhalt für ein tieferes Verständnis dieser vielschichtigen Oper und ist daher genau das Richtige für jeden Opernfan.

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Die Stalingrad-Protokolle
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Stalingrad-Protokolle

Jochen Hellbeck , Christiane Körner , Annelore Nitschke , Christiane Körner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 01.09.2012
ISBN 9783100302137
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:

Über die Erlebnisse deutscher Soldaten im Kessel von Stalingrad gibt es relativ viel Literatur. Nun liegt erstmals ein Werk vor, das die sowjetische Seite darstellt. Nach langer Zeit wurden diese Protokolle endlich freigegeben.

Interviewt wurden sowohl Offiziere, als auch einfache Soldaten. Auch Frauen waren in der Roten Armee, und auch sie kommen zu Wort.

Das Buch beginnt mit einer ausführlichen Einführung, in der unter anderem die Geschichte der Stadt Stalingrad, die Rote Armee, die Vorbereitungen des Kampfes um Stalingrad und die Kampfstrategien beschrieben werden.

Im Abschnitt „Der soldatische Chor“ wurden die Interviews, nach Themen sortiert, wie Diskussionen zusammengeschnitten. So ist es möglich, die gleiche Situation aus verschiedenen Blickwinkeln gleichzeitig zu betrachten.

Im nächsten Teil des Buches erzählen ein Armeegeneral, ein Gardedivisionsgeneral, eine Krankenschwester, ein Leutnant, eine Regimentskommandeur, ein Geschichtsdozent, ein Scharfschütze, ein einfacher Rotarmist und ein Feindpropagandist aus ihrer Sicht.

Ein Abschnitt mit Aussagen von deutschen Kriegsgefangenen, ein Einblick in die Nachkriegszeit, sowie ein ausführlicher Anhang runden den Band ab.

Dieses Buch konnte ich nur mit Unterbrechungen lesen. Mir gingen die Erzählungen einfach zu nahe, so plastisch wird beschrieben, wie es sich für die Soldaten anfühlte, dort zu sein.

Stalingrad war für beide Seiten zu einem Symbol geworden, und entsprechend erbittert wurde gekämpft.

„Achtzig Stunden ohne Unterbrechung arbeiteten die Luftwaffe, die Granatwerfer und die Artillerie. Drei Tage und drei Nächte verwandelten sich in ein Chaos aus Qualm, Feuer und Geschützdonner. (…) Dieser in seiner Erbitterung nie gekannte Kampf dauerte ohne Unterbrechung mehrere Tage rund um die Uhr.“

Krieg ist die Hölle, und zwar für beide Seiten. Und die Soldaten beider Seiten tragen psychische Schäden davon. Immer. In jedem Krieg. Aber ganz besonders beim Kampf um Stalingrad.

„Von sechs, sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends wurde bombardiert, nur bombardiert. (…) Geschosse explodierten, Granatwerfer feuerten. Der Nebelwerfer 41 heulte unentwegt, alles brodelte von morgens bis abends. Nachts flogen Nachtbomber und warfen ihre Fracht ab, immerzu, immerzu. (…) Drei, vier Tage hat man nicht geschlafen und auch kein Bedürfnis danach gehabt. (…) Die ganze Zeit war man aufgewühlt, die ganze Situation hatte eine fürchterliche Wirkung.“

Das sowjetische Menschenbild betonte – wie übrigens auch das nationalsozialistische – das Heldentum. Im Kampf um Stalingrad war das „Heldentum zum Alltag geworden“, zwangsläufig. Aber es entpuppte sich als Hölle auf Erden, als zu teuer erkauft.

Der alltägliche Wahnsinn des Krieges wird in diesem hervorragenden und umfangreichen Buch lebendig.


 

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Die Zwölf
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210 Bibliotheken, 15 Leser, 3 Gruppen, 21 Rezensionen

vampire, dystopie, endzeit, virus, zukunft

Die Zwölf

Justin Cronin , Rainer Schmidt
Fester Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 14.01.2013
ISBN 9783442311798
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Achtung: Man sollte den ersten Band gelesen haben! Spoiler-Gefahr!
Es beginnt mit der Bibel. Nicht der Bibel, die wir kennen, sondern einer neuen, in der erzählt wird, was der Menschheit seit Auftreten eines schrecklichen Virus widerfuhr. Die Menschheitsgeschichte startete wieder im Jahre Null, es gibt neue Kräfte des Bösen, und es gibt eine neue Hoffnung, gerettet zu werden.
Diese ersten, im Bibel-Stil geschriebenen Seiten sind ein guter Wiedereinstieg in die Geschichte, die dann ungewöhnlich weitergeführt wird.
Zunächst widmet sich dieser Band ausführlich dem Jahre Null. Nach den ersten zwei Kapiteln, in denen wir auf bekannte Figuren stoßen, ist das erst einmal irritierend, denn im Jahre Null lernen wir ganz neue Charaktere kennen. Auch deren Geschichte ist spannend, aber es werden in diesem Teil des Buches so viele neue und zusätzliche Fäden gesponnen, dass ich gespannt war, ob der Autor es schafft, sie alle sinnvoll miteinander zu verbinden.
Später tauchen dann die bekannten Charaktere wieder auf, wie zum Beispiel Amy, Peter und natürlich die Zwölf.
Und schon ist man wieder mittendrin in dieser epischen Endzeitgeschichte, die brillant geschrieben ist. Besonders bemerkenswert finde ich, wie sorgfältig und gründlich Cronin auch noch die kleinste Nebenfigur ausarbeitet. Dadurch ist es so einfach, sich völlig in der Geschichte zu verlieren, in diesen ganzen Kosmos einzutauchen und gar nicht zu merken, dass man es mit über 800 Seiten zu tun hat, die viel zu schnell vorbei sind.
Meisterhaft versteht Cronin es, die vielen gesponnenen Fäden zu einem runden und logischen Ganzen zusammenzufügen, zu einem Epos, in das man sich gern verstrickt.
Während Mittelbände anderer Trilogien häufig etwas unbefriedigend sind, ist dieses Buch etwas ganz Eigenes, nicht nur eine bloße Fortsetzung des ersten Bandes. Natürlich wird die Geschichte weitererzählt, aber aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus, so dass sie wie neu wirkt. Ich war bereits vom ersten Band dieser Trilogie völlig begeistert und bin es auch von diesem.
Hoffentlich müssen wir nicht mehr so lange auf den Abschluss dieser Trilogie warten!

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Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
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eltern, märchen, sprache, sprichwörter, erzählen

Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte

Rafik Schami
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.12.2012
ISBN 9783423141581
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

„Und interessant ist, dass von den 6500 Sprachen, die heute noch existieren, nur ein paar Hundert eine Schrift besitzen.“
Das mündliche Erzählen ist uralt, wesentlich älter als die ersten Schriftsprachen. Und es hat bis heute eine weitverbreitete Tradition, sowohl in afrikanischen, als auch besonders in arabischen Gesellschaften.
Rafik Schami ist ein begnadeter Erzähler, nicht nur in seinen Büchern, sondern besonders mündlich. In diesem Buch schreibt er über das Erzählen, darüber, wie er zum Erzähler geworden ist, und warum wie das Zuhören so lieben.
Das Buch ersetzt nicht die Erfahrung, ihm live zuzuhören, aber seine unnachahmliche Art der Erzählweisen macht auch das Lesen zum Genuss. In seine autobiographischen Erinnerungen streut Schami Märchen und Geschichten ein, und auch die Sachtexte, besonders sein Universitätsvortrag, spiegeln seinen unverwechselbaren Stil wider.
Gleichzeitig erweitern diese Geschichten den Horizont. Dem Hinweis, dass Edgar Allan Poe ein alternatives Ende für 1001 Nacht geschrieben hat, bin ich sofort nachgegangen, um diese Geschichte zu lesen.
Auch über die Entstehung der Schriftsprache, den Unterschieden zwischen mündlichem und schriftlichen Erzählen und die unterschiedlichen Erzählweisen lernt man auf unterhaltsame Art etwas in diesem Buch.
Ob Rafik Schami nun von seinem Großvater erzählt, der nicht einschlafen konnte, ohne das Ende einer Geschichte zu erfahren, von Murmelspielen in seiner Kindheit oder vom nächtlichen Radiohören mit seiner Mutter, immer lässt es uns beim Lesen eintauchen in eine andere Welt und dem Autor so nahe kommen wie in keinem seiner anderen Bücher.

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Der Harz
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Harz

Christian Amling
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 01.08.2012
ISBN 9783455502350
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Harz, das war für mich immer eine ganz besondere Region. Ich bin in Göttingen aufgewachsen, also nicht allzu weit entfernt.
Die Sagen und Hexengeschichten, die im Harz spielen, waren Bestandteil der Gute-Nacht-Geschichten, die mir vorgelesen wurden. Der Harz, das war in der Kindheit Ziel kleinerer Wanderausflüge und Ziel von Klassenfahrten. Als Jugendliche ging es in die Eislaufhalle und noch später in die Disco, in der ein Freund von uns DJ war.
Ich dachte also, dass ich den Harz gut kenne. Aber weit gefehlt, denn in diesem lesenswerten Buch gab es für mich noch eine ganze Menge Neues zu entdecken.
Zum Beispiel die Frauenherrschaft ab dem Jahr 983: Ganz ohne Quote übernahmen drei Frauen die Macht in Mitteleuropa und teilten sich den Kaiserthron.
Auch über die Geologie des Harzes, den Bergbau und die Arbeitssituation der Kinder und Männer, die dort schuften mussten, bekam ich für mich neue Informationen.
Natürlich werden auch die Sagen, vor allem über die Hexen und den Brocken angesprochen.
Am besten hat mir die Beschreibung des Karstwanderweges im Südharz gefallen. Dieses Kapitel macht richtig Lust, die Wanderstiefel hervorzuholen.
Dieses unterhaltsam geschriebene und vielseitige Reisebüchlein passt auch noch gut in den Wanderrucksack.

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Der Sarg
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414 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 129 Rezensionen

sarg, köln, thriller, psychothriller, lebendig begraben

Der Sarg

Arno Strobel
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 16.01.2013
ISBN 9783596191024
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Es ist dunkel. Stockdunkel. Die Luft riecht und schmeckt verbraucht und lässt sich kaum noch atmen. Es gibt keinen Platz, um sich zu bewegen. Der Körper ist von allen Seiten eng von Wänden eingeschlossen, die mit einem feinen und glatten Stoff bespannt sind, Satin oder Seide. Der Kopf liegt auf einem weichen Kissen. Es ist das Innere eines Sargs.
Eva schreckt auf. Ein Glück, das war nur ein Traum! Sie liegt nicht im Sarg, sondern in ihrem Bett. Alles ist in Ordnung. Oder nicht? Wo kommen die Abschürfungen an ihrem Körper her, wenn sie sich doch nur im Traum verletzt hat? Und warum ist sie immer öfter an Orten, ohne zu wissen, wie sie dorthin gekommen ist?
Dann wird Evas Halbschwester Inge tot aufgefunden. In einem Sarg erstickt. So, wie Eva es gerade noch geträumt hat. Sollte sie sich doch einem Psychiater anvertrauen, wie ihre einzige Freundin ihr rät?
Aber Inge ist nicht die einzige Frau, die erstickt in einem Sarg aufgefunden wird. Ein Serienmörder treibt ein perverses Spiel mit der Polizei. Hauptkommissar Bernd Menkhoff und Oberkommissarin Jutta Reithöfer bekommen es mit einem Fall zu tun, der tief in die Abgründe der menschlichen Seele führt und ihnen auch persönlich viel abverlangt.
Dieser Psychothriller ist, wie schon die ersten drei Bücher dieses Autors, so spannend, dass ich ihn nicht aus der Hand legen konnte. Das lag auch am flüssigen Schreibstil. Das Ermittlerpaar gefällt mir gut, und auch die anderen Charaktere sind sehr authentisch beschrieben.
Ich lag selten mit meiner Vermutung über die Auflösung so falsch wie diesmal. Das Ende ist völlig überraschend und sehr verstörend. Ich bin noch ganz sprach- und atemlos von diesem ungewöhnlichen Thriller.

© Petra Samani, Januar 2013

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Dornentöchter
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122 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 59 Rezensionen

tasmanien, mord, australien, familie, cottage

Dornentöchter

Josephine Pennicott , Julia Walther
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei List, 01.09.2012
ISBN 9783471350867
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Die frisch geschiedene Journalistin Sadie hat die Nase voll vom Leben in Sydney. Ihre Tochter Betty wurde in der Schule gemobbt und hat mit viel Mühe gerade ihre Essstörung überwunden, und Sadies Ex-Mann hat eine Neue, die mit ihrem Esoterikgehabe fürchterlich nervt.
Als ihre Mutter Marguerite stirbt, zieht Sadie daher mit ihrer Tochter in das kleine Fischerdorf Pencubitt auf Tasmanien. In Poet´s Cottage, dem Haus, in dem Marguerite und ihre Schwester Thomasina aufgewachsen sind, wurde ihre Mutter Pearl 1936 brutal ermordet. Der Mörder wurde nie gefunden.
Sadie hat die Idee, ein Buch über ihre Großmutter, die Schriftstellerin war, zu schreiben, und versucht, mehr über die damaligen Ereignisse herauszufinden. Aber ist es nach so langer Zeit überhaupt noch möglich, den Mord an Pearl aufzuklären?
Familiengeschichten sind, wenn es sich nicht um Klassiker handelt, nicht so ganz mein Genre. Meistens finde ich sie viel zu süßlich-schmalzig. Aber dieses Buch ist anders als der Titel und der hübsche Umschlag vermuten lassen.
Wer eine seichte Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht werden, denn dieser Roman ist eine Mischung aus Familiengeschichte, Krimi und Gruselgeschichte.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte in zwei Erzählsträngen, die geschickt miteinander verwoben werden.
In der Gegenwart begleiten wir Sadie und Betty bei ihren Versuchen, sich in der neuen Umgebung und dem engen Kleinstadtleben einzufinden. Das ist gar nicht so einfach, denn irgendetwas stimmt nicht in ihrem Haus. Spukt es in Poet´s Cottage?
Der zweite Erzählstrang spielt in den dreißiger Jahren und handelt von der exzentrischen Pearl, die in einem kleinen Fischerdorf ganz offensichtlich fehl am Platze war. Ihre unkonventionelle Art ließ sie schnell zur Außenseiterin werden. Ihren Mann Maxwell hat sie betrogen, ihre Kinder vernachlässigt und misshandelt, ihre Freundinnen vor den Kopf gestoßen. Ihr Tod hat nicht vielen Menschen leid getan.
Die Charaktere sind sehr liebevoll ausgearbeitet und wirken lebendig. Die ruhige Krimihandlung verbindet sich hervorragend mit den Handlungsteilen, die an eine viktorianische Geistergeschichte erinnern, und mit einer zarten Liebesgeschichte.
Dies ist ein richtiger Schmöker, der für angenehme Lesestunden sorgt.

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Der Totenleser
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52 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

china, mord, gerichtsmedizin, forensik, obduktion

Der Totenleser

Antonio Garrido , Julika Brandestini , Enno Petermann
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening, 08.11.2012
ISBN 9783352008412
Genre: Historischer Roman

Rezension:

Song Ci hat immer wieder Pech. Immer wieder wird es ihm schwer gemacht, seine Talente einzusetzen und das zu tun, was er am liebsten macht: Lernen und das Gelernte anwenden.
Das liegt aber auch an den seltsamen Riten, die es zu seiner Zeit, um das Jahr 1200, während der Song-Dynastie, in China gab. Cis Vater muss seine Stelle als Beamter in der Provinzhauptstadt aufgeben, weil die Riten es verlangen, dass er sich nach dem Tod seines Vaters jahrelang aus dem öffentlichen Leben zurückzieht.
Ci ist nun den Launen seines älteren Bruders Lu, der den Hof übernommen hat, ausgeliefert und muss den Großteil der Feldarbeit allein verrichten. Dabei wird er immer wieder bis aufs Blut schikaniert.
Seine einzige Hoffnung ist Richter Feng, der ihn in die Grundbegriffe der Medizin und der Untersuchung von Toten eingeführt hat und der es ihn ermöglichen könnte, in die Hauptstadt zurückzukehren, zu studieren und die Aufnahmeprüfung für den Öffentlichen Dienst abzulegen. Aber plötzlich benimmt Cis Vater sich seltsam und verbietet eine Rückkehr in die Stadt.
Plötzlich häufen sich die unglückseligen Ereignisse. Lu wird des Mordes angeklagt und verurteilt, ein Blitzschlag vernichtet den Hof und tötet Cis Eltern, das Geld, das Ci zur Rettung seines Bruders aufgetrieben hat, wird ihm abgenommen, seine kleine Schwester Mei Mei ist todkrank und benötigt teure Medikamente.
Ci geht mit seiner Schwester in die Hauptstadt und muss erst einmal alle möglichen Arbeiten annehmen, um sie zu ernähren und die notwendigen Medikamente zu besorgen. Selbst auf die betrügerischen Spielereien des angeblichen Wahrsagers Xu muss er sich aus purer Not einlassen, denn Cis Kenntnisse der Rechtsmedizin sind für Xus Betrügereien nützlich.
Als seine kleine Schwester stirbt, schafft Ci es, auf der angesehenen Ming-Akademie angenommen zu werden. Endlich kann er studieren. Aber die Freude währt nur kurz, denn sein Mitbewohner ist ehrgeizig, neidisch und skrupellos.
Als der Kaiser Ci in seinen Palast befiehlt und ihm aufträgt, eine Reihe rätselhafter Todesfälle aufzuklären, wird es für Ci richtig gefährlich. Denn hier hat er noch mehr Neider. Und als er der Aufklärung der Morde näher kommt, deckt er eine unglaubliche Intrige auf. Kein Wunder, dass man versucht, ihn aus dem Weg zu räumen. Kann er überhaupt noch jemandem vertrauen?
Ich habe dieses Buch förmlich verschlungen. Es ist flüssig und spannend geschrieben, die Charaktere sind plastisch und lebendig. Besonders Ci hat es mir mit seiner Beharrlichkeit angetan. Er lässt sich nicht unterkriegen, ist intelligent und wißbegierig.
Man merkt dem Roman an, dass der Autor gründlich recherchiert hat. Das Buch hat sogar einen Anhang mit historischen Informationen, einem Glossar, dem wahren Lebenslauf des Protagonisten und weiterführender Literatur.
Über das Alte China weiß ich sehr wenig, deshalb hat es mir gefallen, durch dieses Buch etwas für mich Neues zu entdecken.
Song Ci gab es wirklich, er wurde 1186 geboren und er war auch in der Realität der erste Gerichtsmediziner der Welt. 1247, zwei Jahre vor seinem Tod, hat er die erste forensische Abhandlung der Geschichte verfasst, das Hsi Yuan Lu Hsiang i.
Dies ist ein idealer Schmöker für verregnete und kalte Tage, der sich durch sein ungewöhnliches Setting von anderen historischen Romanen abhebt.

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Düstermühle
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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

münsterland, düstermühle, adoptierte kinder, familienfehde, kommissar hambrock

Düstermühle

Stefan Holtkötter
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2012
ISBN 9783492272704
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. So geht es auch Siegfried Wüllenhues, der eine Werkstatt in Brand steckt. Die Feuerwehr findet eine Leiche in der abgebrannten Werkstatt und wenige Schritte entfernt einen weiteren Toten: Den Brandstifter, der vor Aufregung an einem Herzinfarkt gestorben ist.
Kommissar Hambrock und seine Kollegen ermitteln im Dorf Düstermühle, das seinem Namen alle Ehre macht. Nicht nur, dass das Wetter neblig und trüb ist, im Dorf schwelen auch alte Familienfehden, die eine düstere Stimmung verbreiten.
Ebenso düster ist die Vergangenheit des Dorfes, in die Hambrocks Ermittlungen führen. Zwangsarbeiter, Flüchtlinge und Kriegswaisen spielen dabei eine Rolle und haben mit den aktuellen Ereignissen zu tun.
Und dann gibt es weitere Brände.
Währenddessen haben Kommissar Hambrock und sein neuer Kollege Keller auch noch mit Privatproblemen zu kämpfen.
Stefan Holtkötter schreibt so atmosphärisch dicht, dass die düstere Jahreszeit beinahe fühlbar wird. Er beschreibt die zwischenmenschlichen Beziehungen in einer engen Dorfgemeinschaft so treffend, dass einige Charaktere mir aus meinen Besuchen in einem westfälischen Dorf bekannt vorkamen.
Die Protagonisten dieses Buches sind sehr authentisch und lebendig, weil ihre privaten Probleme so normal sind. Schwere Erkrankung, Scheidung, pubertierende Kinder, alte Eltern, Mütter, die Berufstätigkeit und Familie unter einen Hut bekommen müssen, all das ist ein Bestandteil auch unseres Lebens. Im Gegensatz zu manch anderen Krimis stehen hier die Privatprobleme der Charaktere nicht im Vordergrund, sondern fügen sich harmonisch in die Handlung ein.
Von Anfang an werden in diesem ruhigen Krimi geheimnisvolle Fragen aufgeworfen, mit denen die Spannung allmählich aufgebaut wird. Der Fall wird immer rätselhafter, und auch der flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass es nicht leicht ist, dieses Buch aus der Hand zu legen.

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