Grinti

Grintis Bibliothek

12 Bücher, 11 Rezensionen

Zu Grintis Profil
Filtern nach
12 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



Mein Herz ruft deinen Namen
LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

61 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, traurig, einsamkeit, tod, gegenwart

Mein Herz ruft deinen Namen

Susanna Tamaro , Maja Pflug
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2013
ISBN 9783492055093
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Matteo lebt einsam in einer Hütte auf dem Berg. Kontak zu anderen hat er nur, wenn sich mal ein Wanderer dorthin verirrt. Das war nicht immer so: Matteo war ein erfolgreicher Kardiologe, glücklich verheiratet, seine Frau war mit dem zweiten Kind schwanger -- als sie (und das Erstgeborene) bei einem Unfall ums Leben kommen. Daraufhin bricht für Matteo eine Welt zusammen, und er trauert und trauert und trauert, bis er sich schließlich in besagter Hütte von der Welt abschottet und versucht, dort seinem Leben einen Sinn abzugewinnen.
Ich kann mich nicht entscheiden, ob mir dieser Roman von  Susanna Tamaro gefällt oder nicht. Einerseits ist er wunderschön geschrieben: schöne Sprache, gut geschilderte Gefühle, zum Teil philosophische (aber trotzdem gut zu lesende) Exkurse. Die Schilderung verläuft nicht geradelinig, sondern es gibt viele Abschweifungen, die in Matteos Kindheit führen oder erklären, wie er seine Frau kennengelernt hat. Da gibt es viele Stellen, an denen ich mich identifizieren konnte. Das gefällt.
Nicht gefallen hat mir der Held - und hier wirds dann problematisch. Der Kerl versinkt einfach in Selbstmitleid und schafft es nicht, da wieder rauszufinden. Er jammert und jammert und jammert, und von daher habe ich es direkt als Erlösung empfunden, als er endlich auf seinem Berg verschwunden ist und die Welt von sich und seinem Gepienze erlöst hat. Man braucht schon viel Einfühlungsvermögen, um diesen Kerl sympathisch zu finden. Wer das aufbringen kann, wird aber eine anspruchsvolle Lektüre finden.

  (0)
Tags:  

  

 

Paradiessucher
LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

53 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

flucht, asyl, emigration, tschechoslowakei, asylbewerberheim

Paradiessucher

Rena Dumont
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hanser, 24.01.2013
ISBN 9783446241640
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Wir schreiben das Jahr 1986. Lenka ist 17 und lebt mit ihrer Mutter in einer
tschechischen Kleinstadt. Beide fühlen sich nicht wohl dort und tragen sich
mit dem Gedanken, in die BRD zu fliehen. Dieses Ziel rückt näher, als eines
Tages das lang ersehnte Visum für einen zweiwöchigen Aufenthalt in
Deutschland ins Haus flattert. Die beiden machen sich also auf in das
gelobte Land. Die Flucht verläuft weitgehend unspektakulär, das größte
Problem ist, dass sich die beiden erst am letzten Tag ihres genehmigten
Aufenthalts wirklich entscheiden, zu bleiben. Sie beantragen Asyl und werden
bis zum endgültigen Entscheid in einer Unterkunft für Asylbewerber
untergebracht. Das Buch endet mit dem positiven Bescheid.

Was sich hier so knapp zusammenfassen lässt, war insgesamt eine recht
interessante Lektüre. Wie die Autorin das Leben in der Tschechoslowakei in den 80er Jahren schildert - das war doch was ganz anderes als die 80er bei uns in Deutschland. Und der Mut, den Lenka und ihre Mutter aufbringen müssen, um ohne Sprachkenntnisse oder sonstige Kenntnisse über das Land einfach loszufahren - das ist bemerkenswert. Auch die Zustände, die im Asylantenheim herrschen: Wie schlecht muss es den Leuten in ihrer Heimat gegangen sein, wenn sie so etwas auf sich nehmen.
Schmunzeln musste ich, als beschrieben wurde, wie trotz gehöriger Mentalitätsunterschiede zwischen Deutschen und Tschechen, manche Vorurteile in den Köpfen beider Länder gleichermaßen verankert sind. Oder dass die beiden Asylantinnen ihren Mit-Asylanten mit genauso vielen Vorurteilen begegnen wie die Leute "draußen". Interessant geschildert werden die Veränderungen im Verhalten von Lenka und ihrer Mutter und ihrer Einstellung Deutschland und den Deutschen gegenüber.
Als unnötig empfand ich die Sexszenen und als unglaubwürdig die Szene bei der Anhörung in Zirndorf. An sich aber hat mir dieser Roman gut gefallen. Wer sich für das Thema interessiert, findet „Infotainment“.

  (4)
Tags:  

  

 

Die Plantage
LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

südstaaten, unabhängigkeitskrieg, liebe, usa, london

Die Plantage

Catherine Tarley
Flexibler Einband: 880 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.12.2012
ISBN 9783423249430
Genre: Historischer Roman

Rezension:

Der Inhalt des Romans „Die Plantage“ von Catherine Tarley ist rasch erzählt, auch wenn er gut 800 Seiten hat: Nach den Wirren des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kehrt die junge Witwe Antonia Lorimer auf ihre zerstörte Plantage in South Carolina zurück mit der Absicht, sie wieder instand zu setzen und zu bewirtschaften. Sie findet einen schwer verletzten Soldaten und nimmt ihn bei sich auf, obwohl sie das selbst in große Gefahr bringt: William Marshall Spencer gehört der britischen Armee an und damit dem Feind.
Dieser Spencer hat Antonias Mann getötet und die Zerstörung ihrer Plantage angeordnet, doch Antonia ahnt von alldem nichts. Sie pflegt Spencer gesund, überlässt ihm Wiederaufbau und Verwaltung der Plantage, wird seine Geliebte und bald auch von ihm schwanger.
Um nicht als Brite erkannt zu werden und Antonia dadurch in Gefahr zu bringen, kehrt Spencer nach England zurück. Dort aber hält es ihn nicht lange. Eine Erbschaft, aber auch das Bedürfnis, sich an den Männern zu rächen, die ihn gegen Kriegsende gefoltert haben, treiben ihn zurück nach South Carolina, wo er dann auch Antonia wiederfindet ...

Das ist jedoch nur die Rahmenhandlung, mit der 800 Seiten ja auch gar nicht zu füllen wären. Die Autorin packt noch jede Menge mit hinein. So wird die Handlung immer wieder aus der Perspektive einer anderen Figur erzählt, mit entsprechenden Rückblicken und Zeitsprüngen. Randbemerkungen zu Geschichte, Wirtschaft und Politik der Epoche fließen mit ein, viel ist die Reden von den Unabhängigkeitsbestrebungen der amerikanischen Kolonien, vom Sklavenhandel, dem Geschäft mit Baumwolle und Reis, von Wirtschaftsmonopolen, derStellung der Frau und und und. Aber auch mit Rache, Gewalt, Sex und Voodoo wird nicht gegeizt.

Und diese Mischungs machts letztendlich; nur sie hilft über die Längen hinweg, über die Widersprüche und die unausgegorenen Charaktere. Da wird zum Beispiel Antonia ständig gelobt als hoch gebildete, mutige und kluge junge Frau. Das muss man dem Leser auch in aller Deutlichkeit so sagen. Sie wirkt nämlich durch die Bank hilflos und kläglich naiv, das kleine Weibchen, das sich gerne von einem starken Mann beschützen lässt. Oder William Marshall Spencer, bei dem sich die Autorin nicht entscheiden konnte, ob sie ihn nun als brutalen Kriegsherrn, nüchternen Verwalter, strahlenden Helden oder verbitterten Rächer dastehen lassen will, sodass er am Ende fast noch „verrückter“ wirkt als der psychopathische, aber wenigstens eindeutig geisteskranke Ober-Bösewicht.

Mit dem großen Südstaaten-Epos, das im Klappentext zitiert wird, hat dieser Roman nur die Schauplätze gemeinsam. Man kann ihn zwar gut lesen, kann es aber genauso gut sein lassen – und stattdessen auf die Vorlage zurückgreifen.

  (3)
Tags:  

  

 

Elsas Küche
LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

ungarn, liebe, kochen, humor, restaurant

Elsas Küche

Marc Fitten , Claudia Wenner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.11.2012
ISBN 9783423249461
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Elsa ist 48 Jahre alt, Single und leitet mit Erfolg ein gehobenes Restaurant in ihrer ungarischen Heimatstadt. Trotzdem ist sie unzufrieden mit sich und ihrem Leben. Und zwar die ganzen ersten beiden Kapitel lang. Das ist anstrengend! Wenn der Leser das Buch aber bis dahin noch nicht in die Ecke gelegt hat, wird er ab Kapitel 3 für seine Geduld belohnt. Hier rafft sich Elsa endlich auf und beschließt, dass nur eine Bewerbung um die „Silberne Suppenkelle“, eine Auszeichnung, die ein einflussreicher Restaurantkritiker vergibt, sie aus ihrer Midlife-Krise retten kann. Mit Unterstützung von zwei ehemaligen Lehrern tüftelt sie einen ziemlich schrägen Plan aus, um die Aufmerksamkeit dieses Kritikers zu gewinnen und ihn zu einem Probeessen einzuladen.
Was genau sie sich letztendlich davon aber erwartet, bleibt schleierhaft. Dass sie mit ihrer augenblicklichen Situation unzufrieden ist, ist klar – immerhin. Ansonsten verhält sie sich sehr widersprüchlich: Sie hat eine Affäre mit ihrem Küchenchef, einem deutlich jüngeren Mann, den sie aber nicht heiraten will, obwohl er ihr ständig Anträge macht. Als er sich daraufhin einer anderen zuwendet, reagiert sie eifersüchtig. Sie kocht leidenschaftlich gerne, tut es aber nicht im eigenen Restaurant, und was genau die „Silberne Suppenkelle“ ihr Gutes tun soll, weiß weder sie noch der Leser. Trotzdem ist es sehr amüsant, mitzuverfolgen, was sie so alles treibt, um den Kritiker in ihre ungarische Kleinstadt zu locken – und was dabei so alles schiefgeht.
So ganz nebenbei erfährt der Leser auch noch ein bisschen was darüber, wie sich das Leben in Ungarn nach dem Ende des Kommunismus entwickelt hat. Das ist sehr interessant, aber weil der Roman eher etwas Leichtes, Märchenhaftes hat, war nicht mehr Platz dafür.
Insgesamt war das Buch leicht zu lesen, ganz spaßig, aber auch wegen dem offenen Ende letztendlich nicht ganz befriedigend.

  (3)
Tags:  

  

 

Das Schneemädchen
LOVELYBOOKS-Statistik

(110)

268 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 63 Rezensionen

alaska, märchen, schnee, liebe, wildnis

Das Schneemädchen

Eowyn Ivey , Margarete Längsfeld , Claudia Arlinghaus , Martina Tichy
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Kindler, 01.09.2012
ISBN 9783463406213
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Alaska um1920. Mabel und Jack, ein älteres Ehepaar, sind nach Alaska gezogen, um dort eine Farm aufzubauen und darüber den Schmerz der ungewollten Kinderlosigkeit zu vergessen. Das funktioniert nicht besonders, die beiden leben mehr neben- als miteinander. Doch eines Tages, aus Freude über den ersten Schnee, bauen sie in einem Anfall von Übermut und Lebensfreude ein Schneemädchen. Am anderen Tag ist es verschwunden – und damit beginnt ein Märchen. Sie treffen auf Faina, ein kleines Mädchen, das alleine in der Wildnis aufwächst, und von dem weder Mabel und Jack noch der Leser je so ganz genau wissen, ob es sich um ein Mädchen aus Fleisch und Blut oder eben um das zum Leben erwachtes Schneemädchen handelt. Nach und nach wird Faina wie das lang ersehnte Kind für die beiden. Sie bringt wieder Freude und Glück in ihr Leben – aber auch all die Sorgen der Elternschaft.
Genau wie das (russische) Märchen vom Schneekind gibt es kein vollständiges Happy End. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch, im Gegenteil. Das Tränchen im Augenwinkel ist unvermeidlich nach der Lektüre dieses zauberhaften Romans. Eowyn Ivey entführt uns in ein trotz aller Härte sehr schönes, friedliches Alaska

  (6)
Tags:  

  

 

Kanada
LOVELYBOOKS-Statistik

(50)

79 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

kanada, usa, banküberfall, familie, verbrechen

Kanada

Richard Ford , Frank Heibert
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 27.08.2012
ISBN 9783446240261
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:  
Tags:  

  

 

Scheiß Liebe
LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

familiengeschichte, jugendbuch, geliebte, brinx/kömmerling, hoffnung

Scheiß Liebe

Anja Kömmerling , Thomas Brinx
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.07.2012
ISBN 9783551359919
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Lene lebt mit ihrer Familie, Vater, Künstlerin-Mutter, großer Vegetarier-Schwester und Schweinchen, irgendwo in einer umgestalteten Tankstelle und fühlt sich dort wohl und geborgen. Die Macken der einzelnen Familienmitglieder inklusive der ziemlich schrägen Großeltern, die zu Besuch kommen, beobachtet sie ganz genau und mit viel Verständnis. Deshalb trifft es sie wie ein Schlag, als sie in der Manteltasche ihres Vater zufällig eine Art „Liebesbrief“ findet, der nicht von ihrer Mutter stammt. Und dann ist Schluss mit lustig: Es stellt sich raus, dass der Vater eine Freundin hat, und die Familie bricht auseinander, obwohl Lene verzweifelt versucht, das zu verhindern.
Es ist ein trauriges Buch ohne richtiges Happy End. Das darf man verraten, weil es sowohl am Anfang als auch am Ende ein Verzeichnis aller „Mitspieler“ gibt, aus dem sich die Entwicklung ablesen lässt. Beide Elternteile von Lene kommen nicht besonders gut weg: Der Vater ist ein alter Feigling, der sich zwischen seinen beiden Frauen nicht entscheiden mag. Die Mutter versinkt erst mal in finsterste Depression und überlässt es ihren Töchtern, alleine einen Weg aus dem Chaos zu finden.
Das ist ganz gut geschrieben – aber ich frage mich: Wer mag das lesen? OK, jemand, der keine eigenen Sorgen hat vielleicht, oder jemand, der sich gerne vorstellen möchte, dass es anderen noch viel schlechter geht. Aber für ein einen jungen Menschen, der gerade in einer ähnlichen Situation steckt, ist das Buch nicht unbedingt geeignet und einem Mädchen - an die richtet sich das Buch m.E. vor allem, das sich in seiner Welt wohlfühlt, sollte man keine Angst machen damit. Bleibt zu hoffen, dass die Käufer sich eher am Klappentext orientieren als an dem Cover mit dem niedlichen Schweinchen.

  (4)
Tags:  

  

 

Irgendwas geht immer
LOVELYBOOKS-Statistik

(37)

58 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

familie, pubertät, humor, england, oscar wilde

Irgendwas geht immer

Dawn French , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.06.2012
ISBN 9783548283777
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Echt schräg. Oder?

Die Familie Battle, die sich in dem Roman durchs Leben schlägt, ist echt schräg. Oder? Mutter Mo, Kinderpsychologin ohne jegliches Gespür für die eigene Brut,wird demnächst 50 und hat daran ordentlich zu knabbern. Tochter Dora, fast 18, sollte sich eigentlich auf die Abschlussprüfung vorbereiten, will aber lieber zu „X-Factor“ und leidet unter Liebeskummer, gestörtem Selbstbewusstsein und der Pubertät im Allgemeinen. Sohn Peter hält sich für die Wiedergeburt des Schriftstellers Oscar Wilde und betrachtet das Leben aus abgehobener Distanz. Der Göttergatte glänzt durch Abwesenheit, und der Hund bzw. natürlich die Hündin ist trächtig. Chaos ist also vorprogrammiert, zumal die Außenwelt in Gestalt der treulosen Freundin oder des sexy Kollegen für zusätzliche Verwicklungen sorgt.

Geschildert werden die Ereignisse jeweils aus der Sicht und mit den Worten der einzelnen Personen. Wie Peter seinen Ausflug zu einem Londoner Herrenschneider beschreibt, wo er eigentlich einen Gehrock anfertigen lassen will, dann aber mangels Finanzkraft und nur dank eines ordentlichen Zuschusses des Vaters wenigstens mit einer Krawatte von dannen zieht, ist einfach köstlich. Recht realitätsnah und deshalb trotz aller Komik ein bisschen beklemmend: die Kommunikationsprobleme zwischen Mutter und Tochter. Oder das leidige Thema Aussehen, das beide intensiv beschäftigt.

Insgesamt also doch nicht unbedingt eine völlig abgedrehte Familie, diese Battles. Da gibt es durchaus Parallelen zum Leben eines „ganz normalen“ Lesers. Aber weil alles so nett und zum Teil komisch dargestellt wird, macht es einfach Spaß, dieses Buch zu lesen.

  (5)
Tags:  

  

 

Sarg niemals nie
LOVELYBOOKS-Statistik

(48)

130 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

vampire, sarg, london, england, vampir

Sarg niemals nie

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2012
ISBN 9783492268837
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Skurril

London/Bath im 19. Jahrhundert: Oliver Beard, ein betrogener Betrüger, flieht aus dem Gefängnis – und zwar in einem Sarg. Als er sich auf dem Friedhof daraus befreit, wird er von einem Trüppchen Vampiren beobachtet, die ihn prompt für ihren Anführer halten, den „Erhabenen“, und ihm von da an an den Fersen kleben. An Olivers Fersen heften sich auch John Keats, ein reimender Wundarzt und bald Olivers Helfeshelfer, des Weiteren ein Vampirjäger, Olivers Ex-Verlobte Gwen und ihr Bruder und viele andere mehr. Was Oliver so gar nicht in den Kram passt, weil er eigentlich eine Leiche wiederfinden muss, um ein Erbe zu erschleichen …

Es geht drunter und drüber in Dan Wells' Roman „Sarg niemals nie“, fast glaubt man, sich in einem Film von Monty Python zu befinden. Leider geht die ganze Action irgendwie unter in den endlos scheinenden Unterhaltungen, zu denen vor allem die Figur des John Keats nicht unerheblich beiträgt. Was er sagt, ist durchaus amüsant. Doch leider hört er überhaupt nicht mehr auf zu reden, sodass der strapazierte Leser vor lauter Geschwalle nicht dazukommt, die Handlung weiterzuverfolgen. Und die verliert dadurch an Schwung. Schade eigentlich.

Schade auch, dass das Cover etwas anderes verspricht, als das Buch enthält. Wer erwartet, dass viel Blut fließt und einem beim Lesen ein Schauer nach dem anderen wohlig über den Rücken rieselt, der wird enttäuscht. Die Geschichte ist lustig, skurril, hat Witz und Charme. Aber die Vampire, groß angekündigt im Klappentext und auf dem Cover angedeutet, tauchen eigentlich nur zu Dekoration mal auf, und schauerlich sind am ehesten noch John Keats' Reime (Kompliment übrigens an den Übersetzer). Ich habe mich nach den ersten Kapiteln fast ein wenig getäuscht gefühlt. Erst als ich meine Erwartungen komplett umgekrempelt habe, konnte ich die Lektüre dann genießen.

  (4)
Tags:  

  

 

Rotes Gold
LOVELYBOOKS-Statistik

(68)

96 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 52 Rezensionen

krimi, sushi, luxemburg, thunfisch, paris

Rotes Gold

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 01.04.2012
ISBN 9783462044126
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Appetit auf mehr

Gemütlich lässt er sich an, der neue Krimi um den luxemburgischen Koch und Freizeitdetektiv Xavier Kieffer. Gut, gleich zu Beginn muss der arme Xavier eine Schickimicki-Sushi-Dinner in Paris besuchen, wo dann auch prompt der japanische Sushimeister das Zeitliche segnet, aber das passiert mit japanischer Zurückhaltung und ohne großes Blutvergießen, und Xavier ist zunächst eher mäßig betroffen. Das ändert sich, als er von dem Pariser Bürgermeister höchstpersönlich den Auftrag erhält, den Fall aufzuklären. Weil diese Aufgabe nicht besonders gut mit seiner Funktion als Restaurantbesitzer und Koch harmoniert, ist Kieffer verständlicherweise wenig begeistert von dem Auftrag. Widerstrebend stürzt er sich in das Abenteuer, verbeißt sich aber immer fester darin, denn er enthüllt nach und nach mit der Unterstützung seiner Freunde ein fein gesponnenes Netz von Intrigen und Betrügereien im Zusammenhang mit dem Bluefin-Tunfisch, der in Sushi- und Gourmet-Kreisen als Delikatesse gilt.

Die Handlung spielt unter anderem in Paris und auf Sizilien, aber es zieht Kieffer immer wieder in seine Heimat, das beschauliche Luxemburg, wo das Verbrechen seine Wurzeln hat und auch der Showdown stattfindet. Weil Hillenbrand ein großer Fan des Mini-Staates ist und ganz großartig erzählen kann, erhält der Leser so ganz nebenbei eine ganze Menge Informationen über Land und Leute, und nach der Lektüre steht definitiv mal ein Wochenendtrip dorthin an. Allein schon um zu überprüfen, ob es die Restaurants, die beschrieben werden, auch wirklich alle gibt – und um ihre Küche zu testen.

Bei so viel Beschaulichkeit und Völlerei besteht leicht die Gefahr, dass die Augen des Lesers schwer werden und er sanft entschlummert. Aber keine Bange: Je mehr man in die Geheimnisse der Tunfischjagd und der Sushi-Zubereitung eindringt, umso mehr packt einen die Geschichte, bis es keine Chance mehr gibt, das Buch mal kurz wegzulegen. Dazu tragen auch die anderen Roman-Figuren bei, z.B. Kieffers Freunde, der hedonistische Sushikoch Toro oder der schlitzohrige EU-Finne Vatanen. Sie sind ausgesprochen skurrile Charaktere, jedoch gerade so weit überzeichnet, dass sie charmant wirken, nicht aber klischeehaft. Und weil sie allesamt nicht auf den Mund gefallen sind, gibt es bei aller Spannung immer wieder was zu schmunzeln.

Einziger Wermutstropfen: der völlig unnötige und unnötig grausame zweite Mord. Als wäre nicht schon genug Blut geflossen – auch wenn es sich dabei „nur“ um Fischblut handelt. Ach ja, und was noch nervt: die zügellose Qualmerei der Hauptpersonen. Aber mein Ärger darüber beweist natürlich auch, wie sehr ich an dem Geschehen teilgenommen habe … Das ist im Übrigen mein größtes „Problem“ mit diesem wie mit allen anderen Krimis, in denen viel und gut gegessen wird: Sie machen Appetit auf mehr!

  (4)
Tags:  

  

 

Der fremde Sohn
LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

freundschaft, hayes, mobbing, schule

Der fremde Sohn

Sam Hayes , Carola Kasperek
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.04.2012
ISBN 9783548610504
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Mobbing, Wohlstandsverwahrlosung, Gewalt

Der Roman beginnt mir dem Mord an dem 15-jährigen Max Quinell. Er wird auf dem Schulhof erstochen. Seine Mutter, Carrie Kent, die landesweit bekannte Frontfrau einer Talkshow, in der vornehmlich Menschen aus sozialen Brennpunkten und ihre mehr oder minder schweren „Verbrechen“ an den Pranger gestellt werden, findet sich plötzlich in der Rolle eines ihrer „Opfer“ wider. Zusammen mit Max' Vater, einem blinden Mathematikprofessor, von dem sie schon lange geschieden ist, versucht sie, den oder die Täter auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei müssen beide erkennen, dass sie Max jeweils auf ihre eigene Weise sträflich vernachlässigt haben und im Grunde nur wenig über ihn und sein Leben wussten.

Die Handlung springt ständig zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. In den Rückblenden lernt der Leser die einzelnen Charaktere besser kennen und kann sich ganz allmählich ein Bild davon machen, wie es so weit kommen konnte. Diese „Tröpfchen-Methode“ macht süchtig – man kann das Buch kaum aus der Hand legen.

Es wird natürlich ganz schön dick aufgetragen: Da ist die berühmte, reiche Carrie, deren Sohn Max aus Protest auf eine Schule in einem sozialen Brennpunkt geht. Oder der geniale Mathematikprofessor, der in einer versifften Wohnung in einer schlechten Gegend wohnt, um wenigstens auf diese Weise seinem Sohn nahe zu sein. Oder Max selbst, der überall gemobbt wird, auf dem Elitegymnasium genau wie an der „Slumschule“, und der sich nirgends akzeptiert fühlt. Auch das Ende, das ich natürlich hier nicht verraten will … Aber es funktioniert trotzdem: Wir trauern um Max, der sich zwar alles kaufen könnte, aber nicht geliebt wird. Wir leiden mit Carrie, die sich plötzlich mit unangenehmen Wahrheiten über sich selbst auseinandersetzen muss, und am Schluss hoffen wir mit ihr, dass aus all dem Elend trotzdem etwas Gutes herauskommen kann.

Das Buch ist definitiv kein Krimi, auch wenn es um einen Mord geht. Es eignet sich auch nicht zur entspannten Lektüre am Strand. Aber wenn man sich darauf einlässt, liest man es in einem Rutsch durch. Taschentücher nicht vergessen!

  (2)
Tags:  

  

 

Nachricht von dir
LOVELYBOOKS-Statistik

(225)

401 Bibliotheken, 5 Leser, 4 Gruppen, 113 Rezensionen

paris, liebe, san francisco, new york, handy

Nachricht von dir

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 463 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 13.03.2012
ISBN 9783866123137
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Hin- und hergerissen – Guillaume Musso: Nachricht von dir

Der (deutsche) Titel des Romans von Guillaume Musso ist alles andere als originell. Natürlich denkt der Leser sofort an den Film „E-Mail für dich“ und erwartet eine Liebesgeschichte mit Happy End. Er wird nicht enttäuscht, das darf man ruhig verraten. Die Spannung entsteht durch die Wendungen, die die Beziehung zwischen Jonathan, einem Ex-Starkoch aus San Francisco, und Madeline, einer Floristin aus Paris, nimmt.
Umso überraschter ist man, wenn das Buch dann so richtig rasant losgeht – mit einer Beschreibung der Beziehung zwischen Mensch und Handy, die sowas von treffend ist, dass man einfach weiterlesen muss. Fulminant auch der Einstieg in die eigentliche Geschichte: Im Trubel auf dem JFK-Airport in New York vertauschen Jonathan und Madeline ihre Smartphones. Das ist so schlüssig und spannend geschildert, das macht einfach Spaß zu lesen.
Na ja, aber anstatt alles daranzusetzen, das eigene Handy zurückzubekommen, fangen die beiden an, den anderen auszuspionieren – über die Daten auf dem Handy. Das tut man nicht! Und es macht eigentlich auch keinen Sinn, denn das Handy ist für beide der Draht zur Welt und sie sind aufgeschmissen ohne die Informationen, die darauf gespeichert sind. Das ist der Punkt, an dem die Geschichte ein wenig unglaubwürdig wird.
Aber es kommt noch ärger: Über das, was die beiden via Handy bzw. Internet über den anderen erschnüffeln, fangen sie an, sich ineinander zu verlieben. Und: Gaaanz zufällig sind ihre Leben außerdem über ein anderes Ereignis in ihrer Vergangenheit auch noch besonders miteinander verflochten, und zu der Liebes- gesellt sich noch eine Kriminalgeschichte. Das strapaziert den Glauben an die Zufälle im Leben dann doch ein bisschen arg; an diesem Punkt hätte ich das Buch beinahe weggelegt. Wenn nicht die Handlung immer wieder neue und überraschende Wendungen genommen hätte und die Schilderungen der beiden schönsten Städte der Welt (Paris und San Francisco) so liebevoll gewesen wären, dass ich es nicht übers Herz gebracht habe.
Das Ende ist dann zwar happy, aber es bleiben etliche lose Fäden, weshalb man das Buch auch ein wenig unbefriedigt aus der Hand legt. Insgesamt war es eine unterhaltsame Lektüre, gut geeignet für den Strand.

  (6)
Tags:  

  

 
12 Ergebnisse