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Scheiß Liebe
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familiengeschichte, jugendbuch, geliebte, brinx/kömmerling, hoffnung

Scheiß Liebe

Anja Kömmerling , Thomas Brinx
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.07.2012
ISBN 9783551359919
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Lene lebt mit ihrer Familie, Vater, Künstlerin-Mutter, großer Vegetarier-Schwester und Schweinchen, irgendwo in einer umgestalteten Tankstelle und fühlt sich dort wohl und geborgen. Die Macken der einzelnen Familienmitglieder inklusive der ziemlich schrägen Großeltern, die zu Besuch kommen, beobachtet sie ganz genau und mit viel Verständnis. Deshalb trifft es sie wie ein Schlag, als sie in der Manteltasche ihres Vater zufällig eine Art „Liebesbrief“ findet, der nicht von ihrer Mutter stammt. Und dann ist Schluss mit lustig: Es stellt sich raus, dass der Vater eine Freundin hat, und die Familie bricht auseinander, obwohl Lene verzweifelt versucht, das zu verhindern.
Es ist ein trauriges Buch ohne richtiges Happy End. Das darf man verraten, weil es sowohl am Anfang als auch am Ende ein Verzeichnis aller „Mitspieler“ gibt, aus dem sich die Entwicklung ablesen lässt. Beide Elternteile von Lene kommen nicht besonders gut weg: Der Vater ist ein alter Feigling, der sich zwischen seinen beiden Frauen nicht entscheiden mag. Die Mutter versinkt erst mal in finsterste Depression und überlässt es ihren Töchtern, alleine einen Weg aus dem Chaos zu finden.
Das ist ganz gut geschrieben – aber ich frage mich: Wer mag das lesen? OK, jemand, der keine eigenen Sorgen hat vielleicht, oder jemand, der sich gerne vorstellen möchte, dass es anderen noch viel schlechter geht. Aber für ein einen jungen Menschen, der gerade in einer ähnlichen Situation steckt, ist das Buch nicht unbedingt geeignet und einem Mädchen - an die richtet sich das Buch m.E. vor allem, das sich in seiner Welt wohlfühlt, sollte man keine Angst machen damit. Bleibt zu hoffen, dass die Käufer sich eher am Klappentext orientieren als an dem Cover mit dem niedlichen Schweinchen.

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Sarg niemals nie
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vampire, sarg, london, england, vampir

Sarg niemals nie

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2012
ISBN 9783492268837
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Skurril

London/Bath im 19. Jahrhundert: Oliver Beard, ein betrogener Betrüger, flieht aus dem Gefängnis – und zwar in einem Sarg. Als er sich auf dem Friedhof daraus befreit, wird er von einem Trüppchen Vampiren beobachtet, die ihn prompt für ihren Anführer halten, den „Erhabenen“, und ihm von da an an den Fersen kleben. An Olivers Fersen heften sich auch John Keats, ein reimender Wundarzt und bald Olivers Helfeshelfer, des Weiteren ein Vampirjäger, Olivers Ex-Verlobte Gwen und ihr Bruder und viele andere mehr. Was Oliver so gar nicht in den Kram passt, weil er eigentlich eine Leiche wiederfinden muss, um ein Erbe zu erschleichen …

Es geht drunter und drüber in Dan Wells' Roman „Sarg niemals nie“, fast glaubt man, sich in einem Film von Monty Python zu befinden. Leider geht die ganze Action irgendwie unter in den endlos scheinenden Unterhaltungen, zu denen vor allem die Figur des John Keats nicht unerheblich beiträgt. Was er sagt, ist durchaus amüsant. Doch leider hört er überhaupt nicht mehr auf zu reden, sodass der strapazierte Leser vor lauter Geschwalle nicht dazukommt, die Handlung weiterzuverfolgen. Und die verliert dadurch an Schwung. Schade eigentlich.

Schade auch, dass das Cover etwas anderes verspricht, als das Buch enthält. Wer erwartet, dass viel Blut fließt und einem beim Lesen ein Schauer nach dem anderen wohlig über den Rücken rieselt, der wird enttäuscht. Die Geschichte ist lustig, skurril, hat Witz und Charme. Aber die Vampire, groß angekündigt im Klappentext und auf dem Cover angedeutet, tauchen eigentlich nur zu Dekoration mal auf, und schauerlich sind am ehesten noch John Keats' Reime (Kompliment übrigens an den Übersetzer). Ich habe mich nach den ersten Kapiteln fast ein wenig getäuscht gefühlt. Erst als ich meine Erwartungen komplett umgekrempelt habe, konnte ich die Lektüre dann genießen.

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