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Das Schneemädchen
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(110)

267 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 63 Rezensionen

alaska, märchen, schnee, liebe, wildnis

Das Schneemädchen

Eowyn Ivey , Margarete Längsfeld , Claudia Arlinghaus , Martina Tichy
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Kindler, 01.09.2012
ISBN 9783463406213
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Alaska um1920. Mabel und Jack, ein älteres Ehepaar, sind nach Alaska gezogen, um dort eine Farm aufzubauen und darüber den Schmerz der ungewollten Kinderlosigkeit zu vergessen. Das funktioniert nicht besonders, die beiden leben mehr neben- als miteinander. Doch eines Tages, aus Freude über den ersten Schnee, bauen sie in einem Anfall von Übermut und Lebensfreude ein Schneemädchen. Am anderen Tag ist es verschwunden – und damit beginnt ein Märchen. Sie treffen auf Faina, ein kleines Mädchen, das alleine in der Wildnis aufwächst, und von dem weder Mabel und Jack noch der Leser je so ganz genau wissen, ob es sich um ein Mädchen aus Fleisch und Blut oder eben um das zum Leben erwachtes Schneemädchen handelt. Nach und nach wird Faina wie das lang ersehnte Kind für die beiden. Sie bringt wieder Freude und Glück in ihr Leben – aber auch all die Sorgen der Elternschaft.
Genau wie das (russische) Märchen vom Schneekind gibt es kein vollständiges Happy End. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch, im Gegenteil. Das Tränchen im Augenwinkel ist unvermeidlich nach der Lektüre dieses zauberhaften Romans. Eowyn Ivey entführt uns in ein trotz aller Härte sehr schönes, friedliches Alaska

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Der fremde Sohn
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(14)

30 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

freundschaft, hayes, mobbing, schule

Der fremde Sohn

Sam Hayes , Carola Kasperek
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.04.2012
ISBN 9783548610504
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Mobbing, Wohlstandsverwahrlosung, Gewalt

Der Roman beginnt mir dem Mord an dem 15-jährigen Max Quinell. Er wird auf dem Schulhof erstochen. Seine Mutter, Carrie Kent, die landesweit bekannte Frontfrau einer Talkshow, in der vornehmlich Menschen aus sozialen Brennpunkten und ihre mehr oder minder schweren „Verbrechen“ an den Pranger gestellt werden, findet sich plötzlich in der Rolle eines ihrer „Opfer“ wider. Zusammen mit Max' Vater, einem blinden Mathematikprofessor, von dem sie schon lange geschieden ist, versucht sie, den oder die Täter auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei müssen beide erkennen, dass sie Max jeweils auf ihre eigene Weise sträflich vernachlässigt haben und im Grunde nur wenig über ihn und sein Leben wussten.

Die Handlung springt ständig zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. In den Rückblenden lernt der Leser die einzelnen Charaktere besser kennen und kann sich ganz allmählich ein Bild davon machen, wie es so weit kommen konnte. Diese „Tröpfchen-Methode“ macht süchtig – man kann das Buch kaum aus der Hand legen.

Es wird natürlich ganz schön dick aufgetragen: Da ist die berühmte, reiche Carrie, deren Sohn Max aus Protest auf eine Schule in einem sozialen Brennpunkt geht. Oder der geniale Mathematikprofessor, der in einer versifften Wohnung in einer schlechten Gegend wohnt, um wenigstens auf diese Weise seinem Sohn nahe zu sein. Oder Max selbst, der überall gemobbt wird, auf dem Elitegymnasium genau wie an der „Slumschule“, und der sich nirgends akzeptiert fühlt. Auch das Ende, das ich natürlich hier nicht verraten will … Aber es funktioniert trotzdem: Wir trauern um Max, der sich zwar alles kaufen könnte, aber nicht geliebt wird. Wir leiden mit Carrie, die sich plötzlich mit unangenehmen Wahrheiten über sich selbst auseinandersetzen muss, und am Schluss hoffen wir mit ihr, dass aus all dem Elend trotzdem etwas Gutes herauskommen kann.

Das Buch ist definitiv kein Krimi, auch wenn es um einen Mord geht. Es eignet sich auch nicht zur entspannten Lektüre am Strand. Aber wenn man sich darauf einlässt, liest man es in einem Rutsch durch. Taschentücher nicht vergessen!

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