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Erwählte der Ewigkeit
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(124)

264 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

vampire, dragos, liebe, tavia, blut

Erwählte der Ewigkeit

Lara Adrian , Katrin Kremmler
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Lyx, 01.08.2012
ISBN 9783802583858
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Er hat sich geopfert, damit der Orden sich vor Dragos in Sicherheit bringen kann. Jetzt wird er von der Polizei gejagt. Chase hatte schon damit abgeschlossen, seinen Verstand an die Blutgier zu verlieren, doch bevor es dazu kommt, bricht Tavia in sein Leben und seine Pläne wie ein blonder Wirbelwind. Eigentlich sollte sie ihn identifizieren, als den Attentäter auf den Senator, doch irgendetwas zieht sie magisch zu dem gutaussehenden Wilden an. Als er sie zu ihrem eigenen Schutz entführt, werden die Bande zwischen ihnen stärker, ohne das einer der beiden das wirklich wollen würde. Doch Tavia muss seit ihrer Kindheit mit Medikamenten behandelt werden, die den Ausbruch einer schweren Krankheit verhindern sollen. Als sie diese aufgrund der Entführung nicht nehmen kann, offenbart sich ihr und Chase ein unglaubliches Geheimnis. Aber es bleibt keine Zeit sich diesen Entdeckungen ausgiebig zu widmen, denn Dragos hat zum finalen Schlag gegen den Orden ausgeholt. Seine Machenschaften offenbart die Existenz der Vampire vor den Menschen und fordert blutige Opfer.
Das langersehnte Finale, um Dragos Machenschaften. Neun Bände lang habe ich dem entgegengefiebert und gehofft dass es dem Orden gelingt seinen finsteren Plänen Einhalt zu gebieten. Aber Dragos ist ein wundervoller Fiesling, weil so perfide, verschlungene und folgenreiche Pläne, kann sich nicht jeder Bösewicht auf die Fahne schreiben. Neben der Geschichte um Chase und Tavia, trifft man auch gute alte Bekannte wieder. Aber wer denkt, die Story sei ausgelutscht und erzählt, der irrt, denn Frau Adrian hat noch zwei, drei Asse im Ärmel. Wer hätte schon damit gerechnet, dass es da draußen auch weibliche Vampire gibt, galt das doch bisher als unmöglich, oder das alle Stammesgefährtinnen Väter haben, die einer langlebigen Rasse angehören, die die ursprünglichen außerirdischen Invasoren bekämpft haben. Ich meinerseits bin froh, mich noch nicht endgültig vom Orden verabschieden zu müssen und Band 11 liegt schon bereit. Denn hinter den altbewährten grimmigen Kriegern, wächst eine neue Generation heran, bereit sich ins Abenteuer aus Erotik, Blutgier, Gewalt und Liebe zu stürzen. Ich bin auf alle Fälle dabei.

  (4)
Tags: blut, genetische experimente, kampf, sucht, vampir   (5)

  

 

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
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(352)

811 Bibliotheken, 11 Leser, 10 Gruppen, 95 Rezensionen

tod, freundschaft, liebe, mobbing, leben

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Lauren Oliver
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.09.2010
ISBN 9783551582317
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Ein Tag kann dein ganzes Leben verändern, oder auch die Art wie du dem Tod begegnest. Bevor ihre Welt aus den Fugen gerät, hat Sam alles. Sie ist beliebt, hat drei beste Freundinnen und der Typ hinter dem die ganze Schule her ist, ist in sie verknallt. Dann an einem Valentinstag nach einer Party, kommt es zum Unfall und Sam stirbt. Aber so hat sie es sich nicht vorgestellt, denn sie erwacht und durchlebt den Tag noch einmal und noch einmal und noch einmal. Alle Versuche dem Schicksal zu entgehen, laufen am Ende auf dasselbe hinaus.
Ein sehr bewegender Roman, mit dem ich erst warm werden musste, da Sam nicht unbedingt ein Charakter ist, dem man auf den ersten Blick sympathisch findet. Typisches Cliquenverhalten und Rumhacken auf Schwächeren bringen nicht eben zusätzliche Empathiepunkte. Aber ab der Mitte des Buches hat es mich bewegt. Toll ist auch wie die Autorin Sam die einzelnen Phasen der Trauer durchlaufen lässt. Von Leugnen über Zorn, bis hin zur Trauer und sich dem Schicksal fügen. Außerdem ist es bewegend, ihr dabei zuzusehen, wie sie vom Teenager zur Erwachsenen wird und lernt, dass beliebt sein nicht alles ist und kleine Schwächen andere liebenswerter machen und auf sein Herz zu hören, wenn man sich verliebt. Mich hat die Geschichte tief bewegt, auch wenn's ein bisschen an den Film „und ewig grüßt das Murmeltier“ erinnert.

  (5)
Tags: clique, liebe, party, selbstmord, sterben, teenager   (6)

  

 

Die Glasmenagerie
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(20)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

drama, klassiker, familie, glas, zerbrechlichkeit

Die Glasmenagerie

Tennessee Williams
Flexibler Einband
Erschienen bei Fischer Taschenbuch
ISBN 9783596271092
Genre: Lyrik & Drama

Rezension:

Ein Einhorn steht unter Pferden und wünscht sich wie sie zu sein. Als das Horn abbricht unterscheidet sie äußerlich nichts mehr und dennoch ist und bleibt es ein Einhorn unter Pferden. Genau wie Laura, die sich oft alte Schallplatten anhört und dabei sorgsam ihre Glasmenagerie hegt. Als ihr Bruder ihren Schwarm von der Highschool aus Versehen zum Essen einlädt, gelingt es ihm sie für kurze Zeit aus ihrem Kokon aus Minderwertigkeitskomplexen und Schüchternheit zu befreien, aber als sie erfährt das er bereits verlobt ist, zieht sie sich wieder in ihre eigene Welt zurück. In eine Welt, in der Mutter und Bruder nicht ständig ums Geld und seinen Lebenswandel streiten und in der ihre Mutter nicht ihrem Dasein als Südstaatenschönheit hinterhertrauert.
„Die Glasmenagerie“ wird erzählt aus der Sicht von Tom Wigfield, der seine Familie vorstellt. Obwohl das Stück sehr kurz ist, beinhaltet es doch ausführliche Charakterstudien und man sieht die handelnden Personen direkt vor sich. Seine Mutter die seit sein Vater dem Abenteuerdrang nachgab und verschwand, wehmütig an ihre umschwärmte Backfischzeit zurückdenkt und deren einziges Bestreben es ist Laura zu verheiraten. Laura die ebenso durchsichtig und zerbrechlich erscheint, wie die kleinen Tiere ihrer Sammlung und die ein Einhorn ist, das immer ein Pferd sein wollte. Und Tom der sich eingeengt fühlt von der Verantwortung und der lieber heute als morgen, Abenteuer nicht mehr nur aus zweiter Hand auf der Kinoleinwand erleben möchte. Man leidet mit den Betroffenen und spürt wie Lauras Welt einen Knacks bekommt, als das Einhorn fällt. Ein tolles, einfühlsames Stück, das ich mir zu gern mal auf der Bühne ansehen würde.

  (4)
Tags: abenteuerdrang, armut, einhorn, glas, theater, verehrer   (6)

  

 

Sonea - Die Königin
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(55)

142 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

magie, fantasy, sonea, sachaka, liebe

Sonea - Die Königin

Trudi Canavan , Michaela Link
Fester Einband
Erschienen bei Penhaligon, 12.11.2012
ISBN 9783764530433
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Die Verräterinnen haben Lorkin freigelassen. Doch kaum in Sachaka angekommen, wird er vom König verhört, eingesperrt und gefoltert, damit er das Versteck der Verräterinnen verrät. Doch die haben längst einen Krieg für die Befreiung der Sklaven begonnen. Und während Sonea das erste Mal Imardin ohne Eskorte verlassen darf, um ihrem Sohn beizustehen und die Situation in Sachaka zu beobachten, kämpfen die kyralischen Magier gegen die neue Droge Feuel. Insbesondere gegen den wilden Magier Skellin der die Unterwelt und den Drogenhandel beherrscht und es dabei auf Soneas Freund Cery abgesehen hat, um dessen Revier zu übernehmen. Doch die Novizin Lilia, die Unterricht in schwarzer Magie bekommt, versteckt den Flüchtigen und hilft bei der Ausarbeitung eines Plans den selbsternannten König der Diebe zur Strecke zu bringen.
Band 3 schließt sich nahtlos an den Vorgängerband. Aber ich muss zugeben, so richtig warm geworden bin ich nicht mit der Trilogie. Die Autorin hat einen ausgesprochen deskriptiven Stil, der mir an einigen Stellen zuviel wurde und mir die Spannung verhagelte. Die Charaktere dagegen profitieren von den vielen Beschreibungen und insbesondere die Gedankengänge die kursiv gekennzeichnet waren, haben sie für mich mit Leben erfüllt. Toll fand ich auch, dass Frau Canavan gleichgeschlechtliche Liebespaare in ihrer Geschichte auftauchen und die Sklaverei in Sachaka durch die Verräterinnen beenden lässt. Die Story hat ihre traurigen Momente, aber auch sehr Schöne und vielleicht erzählt die Autorin irgendwann noch einmal was aus Lorkin, Lilia und Sachaka unter neuer Herrschaft wurde. Ich glaube nur nicht dass ich dann bei diesem Abenteuer auch dabei bin, aber die Sonea-Fans hätten es sich verdient. Abschließend lässt sich für mich sagen das die Sonea-Trilogie nur etwas für echte Trudi Canavan-Fans ist, ich musste mich durch manche Passagen regelrecht kämpfen und bin froh das es vorerst mit ein glückliches Ende ausging.

  (5)
Tags: bürgerkrieg, edelsteine, fantasy, gilde, verräterinnen   (5)

  

 

Im Tal des Fuchses
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(90)

174 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

entführung, wales, england, gefängnis, krimi

Im Tal des Fuchses

Charlotte Link
Fester Einband: 570 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 12.09.2012
ISBN 9783764503505
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

An einem lauen Frühlingsabend lernen sich Jenna und Matthew bei Freunden kennen. Man kann nicht sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick ist, aber dennoch sind beide von einander fasziniert. Aber die Karten für diese Beziehung stehen denkbar schlecht. Matthews Frau verschwand drei Jahre zuvor und noch immer tappt die Polizei im Dunkeln, was mit der smarten Uniprofessorin geschah. Jenna hingegen hat eine emotional aufwühlende Beziehung hinter sich und hält sich die meiste Zeit mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Sie versucht alles Erdenkliche um Matthew den Weg in den Alltag zurück zu ebenen, aber es ist nicht leicht im Schatten einer Vermissten zu leben. Als dann plötzlich ihre beste Freundin unter ebenso mysteriösen Umständen verschwindet, bricht die Vergangenheit mit Macht über alle Betroffene herein und alte Wunden beginnen erneut zu bluten.
Aus dieser Sicht klingt die Story banal und fast schon langweilig, aber wer das denkt hat noch nie einen Roman von Charlotte Link gelesen. Denn dies erzählt nur einen Handlungsstrang der Geschichte. Ein anderer ist der des Kleinkriminellen Ryan, der einfach immer Pech im Leben zu haben scheint und der am ungünstigsten Punkt seiner Laufbahn verhaftet wird. Wie immer bei der Autorin werden mehrere Charaktere auf die Bühne geschickt, aber ohne dass man durcheinander gerät oder gelangweilt wäre. Denn Frau Link besitzt ein Talent, diese Personen lebendig werden zu lassen und sie so miteinander zu verknüpfen, das am Ende alles sich wie ein Puzzel zusammenfügt.
Toll fand ich hier, wie unterschiedlich Menschen mit Versagen umgehen. Ryan ist ein Versager, wie er im Buche steht. Kleinkriminell, verschuldet, manchmal etwas zu naiv, aber für jedermann offensichtlich und trotzdem bleibt er liebenswert. Alexa und Ken dagegen erscheinen auf den ersten Blick erfolgreich und angesehen, aber sie verstecken ihr Versagen, niemand soll sehen, dass die beiden ihr Leben mit vier Kindern schon lange nicht mehr im Griff haben. Und der Schluss war wie immer überraschend. Ich wäre nie auf den Mörder gekommen, aber das bin ich von Charlotte Ling gewöhnt und deswegen lese ich ihre Romane so gern.

  (6)
Tags: entführung, familiendrama, mord, neubeginn, versagen, wales   (6)

  

 

Die Glasglocke
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(50)

97 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

depression, new york, selbstmord, psychiatrie, klassiker

Die Glasglocke

Sylvia Plath
Flexibler Einband: 262 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 22.07.2008
ISBN 9783518456767
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sie ist die Gewinnerin eines Schreibwettbewerbs und mit anderen 11 Studentinnen tauscht Esther Greenwood die beschauliche Vorstadtidylle mit dem aufregenden Großstadtleben in New York in den 1950gern. Sehr viele beneiden sie um diese Chance, aber Esther weiß nicht mal so richtig mit dieser Auszeichnung etwas anzufangen. Sonst war sie ambitioniert und strebsam, aber dazu scheint sie sich nicht mehr durchringen zu können. Andererseits scheint das ausschweifende Leben, wie ihre Freundin Doreen es führt, mit Alkoholexzessen und Affären sie auch nicht weiter zu bringen. Als sie im Sommer nach Hause zurückkehrt, wird sie depressiv. Sie kann nicht mehr schlafen, nicht lesen und die Realität entgleitet ihr immer mehr. Die Ärzte versuchen sie mit Elektroschocks zu therapieren, aber das scheint ihre Todessehnsucht nur noch zu verstärken und mehr als einmal überlegt sie mit welcher Methode sie aus dem Leben scheiden möchte. Erst der gelungene Selbstmord einer Freundin schafft scheinbar Klarheit in ihrem Kopf.
„Die Glasglocke“ ist der einzige Roman der amerikanischen Schriftstellerin Sylvia Plath, die sich mit 31 Jahren selbst das Leben nahm. Es ist ein sehr beklemmender Roman, in dem man als Leser gegen Ende, ebenso wie die Protagonistin, nicht mehr zwischen Realität und Einbildung unterscheiden kann. Anschaulich beschreibt Plath die damals übliche Elektroschocktherapie und die Panik der Patienten und zwischen den Zeilen immer wieder spürbar die Ohnmacht mit der Esther im Umgang mit ihren Mitmenschen zu kämpfen hat, dem Gefühl sich selbst fremd zu sein und den Anforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen zu sein. Nebenbei bekommt man auch noch Einblicke in das vorherrschende Frauenbild der 50 ger Jahre in Amerika. Indem es nur darum zu gehen scheint, ganz schnell einen Versorger zu heiraten und keusch in die Ehe zu gehen, um sich anschließend der Kindererziehung zu widmen. Berufliche Karriere war maximal als Stenotypistin oder Sekretärin möglich. Da der Roman autobiografische Züge trägt, fällt es nicht schwer die Schriftstellerin in der Hauptfigur zu sehen und ihrem Leben mit der Depression. Wenn man das Buch liest, sollte man schon eine positive Grundeinstellung haben, denn allein das Lesen hat in mir Beklemmungen hervorgerufen.

  (5)
Tags: anstalt, depression, new york, selbstmord, wahrnehmungsstörung   (5)

  

 

Die Katze auf dem heißen Blechdach
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(27)

50 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

familie, südstaaten, drama, alkohol, liebe

Die Katze auf dem heißen Blechdach

Tennessee Williams , Jörn van Dyck
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.12.1987
ISBN 9783596271108
Genre: Lyrik & Drama

Rezension:

Wer so eine Familie hat, braucht einfach keine Freunde mehr. Eigentlich hat die Familie sich versammelt um Big Daddys 65. Geburtstag zu feiern, aber da diesem die Diagnose Krebs beschieden wurde und ein baldiges Ableben, stürzen die Aasgeier von Verwandten sich eher auf die Verteilung des enormen Vermögens. Darunter auch Brick und Maggie, deren Ehe mehr als einen Knacks weg hat. Nachdem Maggie Brick mit seinem besten Freund betrogen hat und er durch eine Verletzung dem Profisport den Rücken kehren musste, hat er sich in den Alkohol geflüchtet. Aber Maggie kämpft um diese Beziehung und um die Liebe ihres Mannes.
Der zweite Klassiker von Tennessee Williams, den ich gelesen habe und die „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ hat mir besser gefallen als „Endstation Sehnsucht“. Margaret ist eine leidenschaftliche und starke Figur. Wenn sie liebt mit Haut und Haar. Trotz der schwierigen Situation gibt sie Brick nicht auf und hält auch zu Big Daddy, während dessen Sohn Gooper und seine Frau Mae, das Vermögen schon unter sich aufteilen. Die schrullige Big Mama, schließt man als Leser auch ins Herz und die Regieanweisungen von Herrn Williams waren wieder so detailliert, dass mir die fünf Blagen, die in dem Stück ihr Unwesen trieben, mir fast so sehr auf die Nerven gingen wie Maggie. Außerdem bietet der Autor eine für den Film überarbeitete Endszene an und die fand ich besser, als die ursprüngliche. Deswegen bin ich schon auf den Film gespannt und ich kann jedem diesen Klassiker ans Herz legen.

  (7)
Tags: alkoholiker, eheprobleme, erbschaft, krebs, südstaaten   (5)

  

 

Reflected in You: A Crossfire Novel
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(12)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, freundschaft, serien, missbrauch, sex

Reflected in You: A Crossfire Novel

Sylvia Day
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Penguin, 02.10.2012
ISBN B008GVD6D8
Genre: Sonstiges

Rezension:

Teil zwei der Crossfire-Story.
Es gibt zum Inhalt eigentlich nur zu sagen „im Westen nichts Neues“. Eva noch immer reich schön und Großstadtneuling, und Gideon noch immer superreich, schön und machtbesessen, führen eine oft fragwürdige Beziehung mit reichlich SEX. Noch immer dient die Geschichte wie schon im ersten Teil als Füllstoff zwischen den detaillierten Sexszenen. Aber es wird schon weniger und Frau Day bemüht sich etwas Handlung in das Ganze zu bringen. In dem sie Evas Exfreund auftauchen lässt, sowie ihren Vergewaltiger und in dem Gideon sich am Ende offenbart. Aber es ändert auch daran nichts, es ist noch immer Mommyporn at ist best. Wie auch beim ersten Teil bin ich zwiegespalten in meiner Haltung.
Einerseits habe ich es sehr genossen das Buch zu lesen, denn die Autorin verdient ihre Berufsbezeichnung und erzählt „Shades of Grey“ soviel besser und gekonnter als E.L. James. Ich steh auch einfach auf solch simpel gestrickten Geschichten, bei denen man auch gut mal Hirn aus und untere Gürtellinie anknipsen kann.
Aber andererseits gefällt mir das Frauenbild noch immer nicht. War es im ersten Teil nur am Rande nervig, trat die Übelkeit über das was da beschrieben wurde bei mir immer mehr in den Vordergrund. Besonders wenn Evas Mutter agierte, Diese Frau ist eine Goldgräberin wie sie im Buche steht, alles was sie interessiert sind Kalorien, ihr Aussehen –oder abwechselnd Evas- und Ansehen in der Gesellschaft. Wie ich solche oberflächlichen Menschen hasse. Hinzukommt, war ich bei Eva auf den Trip: ‚ich wurde missbraucht, also kann Gideon mich nicht lieben’ gefasst, war ich es bei Gideon nicht. Zumal man jetzt nicht Einstein sein muss, um das vorher schon zu ahnen, was das Geständnis am Ende völlig überflüssig macht. Zudem scheint es nur bewunderswerte, schöne, kultivierte Menschen zu geben in New York. Aber gut die Story stellt jetzt keinen gesonderten Realitätsanspruch.
Beim Verfolgen der Beziehung zwischen Eva und Gideon hatte ich immer die Melodie der Trickfilmserie „Itchy and Scratchy“ bei den Simpsons im Kopf „They fight, and bite, and fight and bite, and fight. Fight, fight, fight. Bite, bite, bite. The Itchy and Scratchy Show“. Wer’s gelesen hat, mag ahnen warum.
Zum Schluss sein gesagt:Wer Mommyporn ohne Handlung liebt, dem empfehle ich das Buch. Feministinnen rate ich jedoch ab.

  (4)
Tags: besessenheit, liebe, missbrauch, mord, sex   (5)

  

 

Delirium
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(560)

1.172 Bibliotheken, 25 Leser, 13 Gruppen, 197 Rezensionen

liebe, dystopie, krankheit, zukunft, alex

Delirium

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.11.2011
ISBN 9783551582324
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Kann denn Liebe Sünde sein? Sünde vielleicht nicht, aber in einer fernen Zukunft verboten. Es dauert nur noch wenige Tage, dann ist Lena von dem Fluch amor deliria nervosa zu bekommen, durch einen kleinen Eingriff geheilt. Einen letzten Sommer hat sie noch, bevor sie zur Uni geht, den Mann heiratet der für sie ausgesucht wurde und nur noch ein erkennendes Nicken für ihre beste Freundin Hana übrig hat. Eigentlich kann sie es kaum erwarten, befürchtet sie doch so zu enden wie ihre Mutter, die nicht von der Liebe geheilt werden konnte, aber dann begegnet sie Alex. Alex ist anders, er gibt ihr das Gefühl schön zu sein, er zeigt ihr welche Welten außerhalb der Grenzen auf sie warten und er ist derjenige der sie mit amor deliria nervosa infiziert. Für ihn ist sie bereit ihre Familie zurückzulassen und sogar eher zu sterben, als dieses Gefühl wieder zu verlieren.
Dieser Dystopie-Roman ist erschreckend zum einen und fesselnd zum anderen. Es ist unwahrscheinlich gruselig sich eine Welt ohne Liebe vorzustellen. Bedeutet es doch, dass nicht nur die romantische Liebe aus dem Alltag verbannt wurde, sondern auch die Liebe zu Geschwistern, Kindern, ja sogar die Begeisterung für Hobbys. Am erstaunlichsten finde ich die Wandlung die Lena innerhalb des Buches vollzieht. Von einem Kind, das die Lehren des Staates verinnerlicht hat und das unter dem Stigma der unheilbaren Mutter, die Selbstmord beging, bei ihrer Tante aufwuchs, hin zu einer jungen Erwachsenen, die die Schönheit der Welt begreift unter dem Einfluss der Liebe und die den Schmerz, als Kehrseite der Medaille auch begreift und auslebt. Die Figuren sind alle vielschichtig. Hana zum Beispiel, die rebelliert, aber nicht den Mut hat den letzten Schritt zu wagen oder die kleine Grace, deren Widerstand im Schweigen besteht. Und Alex ist mal kein umwerfend schöner Weltverbesserer, sondern ein Rebell, der mit eigenen Unsicherheiten zu kämpfen hat. Unterstützt wird die Authentizität der Geschichte durch Zitate aus fiktiven Werken, die als anerkannte Lehrbücher vom System zugelassen sind.
Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und freue mich darauf Band 2 zu lesen. Ich muss einfach erfahren, wie es Alex ergangen ist. Delirium kann ich allen nur ans Herz legen, die „Die Tribute von Panem“ und „Die Auswahl“ verschlungen haben und von düsteren Zukunftsvisionen einfach nicht genug bekommen können.

  (8)
Tags: dystopie, eingriff, liebe, verbot   (4)

  

 

Hundert Namen
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(100)

238 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

journalismus, irland, liebe, geschichten, fehler

Hundert Namen

Cecelia Ahern , Christine Strüh
Fester Einband: 397 Seiten
Erschienen bei Krüger Verlag, 23.10.2012
ISBN 9783810501486
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Die ganze Welt hasst Kitty Logan. Ist es ihrem Beitrag doch zu verdanken, dass einem unschuldigen Schullehrer Missbrauch von zwei Schülerinnen vorgeworfen wurde. Ihr Freund hat sie verlassen, der Sender hat sie suspendiert und jeden Tag wartet eine neue unangenehme Überraschung an ihrer Haustür. Überraschungen wie Parolen, Hundescheisse, Knallkörper und Mist. Einzig ihre Freundin Constance steht noch zu ihr. Als diese aber den Kampf gegen den Krebs verliert, macht sich Kitty auf, ihr zu Ehren, die letzte große Geschichte zu schreiben, die Constance nie verwirklicht hatte. Ihr einziger Anhaltspunkt dafür ist eine Liste mit hundert Namen. Sie trifft sich mit sechs Personen von dieser Liste und ist fast am verzweifeln, denn es lässt sich einfach keinerlei Verbindung zwischen den Leuten herstellen. Aber je mehr Zeit sie mit den Leuten und ihren Lebensgeschichten verbringt, desto klarer wird, jeder hat eine Geschichte zu erzählen und durch die Arbeit an der Geschichte findet Kitty endlich wieder zu sich selbst und ihrem journalistischem Spürsinn zurück.
Meiner Meinung nach nicht unbedingt eine der besten Geschichten von Cecilia Ahern, aber auch nicht die schlechteste. Ich empfand es irgendwie zu konstruiert und für meinen Geschmack zu vorhersehbar. Die Idee, dass jeder eine Geschichte zu erzählen hat und im Alltag ein Held sein kann, ist nicht neu und solche Reportagen hat RTL schon gemacht, aber ich mag immer noch Cecilias Art diese kleinen Botschaften in eine Geschichte einzubinden. In diesem Roman haben die Nebencharaktere mein Herz schneller erobert als die Hauptfigur. Kitty hat mich einfach nur genervt, mit ihrem Selbstmitleid und dem Bedürfnis in fast jedem Mann einen potentiellen Partner zu sehen. Dagegen mochte ich total die alte Lady, die an ihrem 85. Geburtstag eine Wette gewinnt und die süße junge Stylistin, die für Freigetränke Heiratsanträge bekommt. Oder die Story wie ein Pole und ein Inder Tretboot fahren, um sich wieder als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu fühlen.
Die Ideen für die Lebensgeschichten waren sehr ausgefallen und nett zu lesen, aber wie gesagt Kitty war mir einfach zu vorhersehbar und das Happy End hat mich einfach nicht überzeugt. Dennoch ein schönes Buch für einen Sonntagnachmittag auf der Couch.

  (4)
Tags: geschichten, irland, journalistin, namen, rufmord   (5)

  

 

Endstation Sehnsucht
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(40)

66 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

drama, liebe, usa, alkohol, klassiker

Endstation Sehnsucht

Tennessee Williams
Flexibler Einband: 150 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 18.08.2011
ISBN 9783596271207
Genre: Lyrik & Drama

Rezension:

Nachdem Blanche DeBois das Familienanwesen Belle Reves nicht mehr halten konnte, flüchtet sie sich zu ihrer Schwester Stella und ihrem Mann Stanley Kowalski. Dort spielt sie die umschwärmte Südstaatenschönheit, doch schon bald kommt es aufgrund der beengten Wohnverhältnisse und Stanleys verrohter Art zu Konflikten. Zudem scheint Blanche in ihrer eigenen Welt zu leben. Die Situation spitzt sich zu als das ganze Ausmaß ihrer Vergangenheit ans Licht kommt und ihr Verehrer Mitch sie fallen lässt.
Tennessee Williams „Endstation Sehnsucht“ ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur und es hat Spaß gemacht dieses Theaterstück zu lesen. Denn auch ohne dass es mir von Schauspielern präsentiert wurde, machten die detaillierten Regieanweisungen das ganze lebendig. Es gelang mir ohne weiteres mich in den warmen Sommer in New Orleans in die Enge einer Zwei-Raum-Wohnung einzufühlen und mit den Protagonisten zu leiden. Der Brutalität von Stanley, der von Blanche mit einem Affenmenschen verglichen wird, war ebenso greifbar, wie Blanches zunehmender Wahnsinn, der am Ende eskaliert. Ich bin auch froh, dass ich das Stück nicht in der Schule lesen musste, denn das Zerpflücken jeder Szene hätte mir auf alle Fälle die Freude an dem Stück verdorben.

  (5)
Tags: betrug, gewalt, klassiker, schwestern, verrückt   (5)

  

 

Abgeschnitten
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(354)

648 Bibliotheken, 11 Leser, 6 Gruppen, 117 Rezensionen

helgoland, thriller, entführung, obduktion, mord

Abgeschnitten

Sebastian Fitzek , Michael Tsokos
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.09.2012
ISBN 9783426199268
Genre: Krimi/Thiller/Horror

Rezension:

Ich fürchte mich vor jedem neuen Fitzek-Buch, weil es für mich schlaflose Nächte bedeutet. Zum einen weil ich das Buch nicht aus der Hand legen kann, vor Spannung, zum anderen wegen manch doch sehr anschaulich erzählter Szenen. Und auch bei „Abgeschnitten“ war es nicht anders. Ein Gerichtsmediziner, der sich lediglich zu Schulden kommen lässt, dass er seine Gefühle zurücksteckte und vorschriftsmäßig seinen Job tat, irrt durch Deutschland auf der Suche nach Hinweise auf das Versteck seiner entführten Tochter. Eine junge Künstlerin, die sich auf Helgoland vor ihrem Stalker versteckt hält, gepaart mit einem Jahrhundertorkan und einem verlassenen Leichenschauhaus. Dazu ein paar Leichen und detailgetreu beschriebene Sektionen und fertig ist ein Thriller der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Herzlichen Glückwunsch Herr Fitzek Sie haben es wiedereinmal geschafft, das ich meine Katze vernachlässigt habe, mit Augenringen zur Arbeit schlurfte und bei jedem unbekannten Geräusch, besonders Nachts, zusammengezuckt bin, dafür auch noch Geld bezahlt habe und mich so gut unterhalten gefühlt wie schon lange nicht mehr. Wer ein seichtes Gemüt hat, sollte allerdings die Finger von dem Werk lassen, denn wenn ein Schriftsteller vom Kaliber eines Herrn Fitzek sich auch noch einen Gerichtsmediziner ins Boot holt, kann es nur noch blutiger und realistischer werden, als ohnehin schon. Einzig das Ende fand ich etwas gewöhnungsbedürftig. Ich schätze es natürlich sehr das Herr Herzfeld, seinen Idealen treu bleibt und Ingolfs unmoralisches Angebot ablehnt, aber allein dieses erwähnte Angebot ist ein Fingerzeig in eine düstere Zukunft. Aber vielleicht möchte sich ja der Autor demnächst in das Genre der Dystopien vorwagen, wenn er das so gut macht wie Thriller hat er meinen Segen.

  (6)
Tags: justiz, leichen, opfer, sektion, selbstmord, vergewaltigung   (6)

  

 

Bared to You: A Crossfire Novel (Crossfire Book 1)
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(8)

12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

mommy porn, beziehungen, reich und schön, missbrauch, sex

Bared to You: A Crossfire Novel (Crossfire Book 1)

Sylvia Day
E-Buch Text: 341 Seiten
Erschienen bei Penguin, 28.05.2012
ISBN B00866H7SS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das ist Mommyporn wie er im Buche steht. Reiches junges Mädchen mit Vergangenheit kommt nach New York und begegnet jungen, unverschämt reichem und zum niederknien attraktivem Mann, auch mit Vergangenheit. Der Rest ist eine nichtige Anhäufung von Konflikten und Animositäten, um die Seiten zwischen den Sexszenen zu füllen. Wer Shades of Grey gelesen hat, wird wissen was ich meine.
Bei diesem Buch bin ich hin und her gerissen, wie ich es bewerten soll. Einerseits ist es dieselbe Handlung wie bei E.L. James, nur sprachlich und vom Aufbau viel, viel besser umgesetzt. Keine innere Gottheit, kein Gewissen, keine Wortwiederholungen die nerven und die Protagonistin hat auch mehr Pepp.
Andererseits habe ich arges Bauchweh, wenn ich sehe was für ein Frauenbild in diesem Buch vermittelt wird. Eva wurde sexuell missbraucht und alles wurde mit Geld und Drohungen unter den Tisch gekehrt. Sie hat Angst das sie Gideon mit ihrer Vergangenheit beschämt (!!!) und ihre Mutter bekommt einen Heulkrampf als Eva ihm alles offenbart, aus Angst die feine Gesellschaft könnte darüber reden. Hallo?! Geht’s noch?! Das widerspricht so völlig allem, was ich beigebracht bekommen habe und wofür Frauen auf der ganzen Welt jahrzehntelang gekämpft haben. Gut jetzt sollte man dieses Buch nicht überbewerten, denn es ist reine Unterhaltungsliteratur ohne weiteren Anspruch auf Bildung, aber vielleicht sollte man in einer ruhigen Minute auch mal darüber nachdenken, was einem da serviert wird,
Für alle, die Fifty shades toll fanden und nicht genug von dem Plot kleines naives Mädchen und heißer Multimillionär bekommen, ist dieses Buch wärmstens ans Herz zu legen. Glaubt mir ihr werdet gut unterhalten. Für alle die Fifty shades hassen: „Finger weg von diesem Buch“, es gibt andere Geschichten die Eure Aufmerksamkeit verdienen.

  (10)
Tags: beziehungen, missbrauch, mommy porn, reich und schön, sex   (5)

  

 

Das Washington Dekret
LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

84 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

usa, washington, verschwörung, thriller, komplott

Das Washington Dekret

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess , Marieke Heimburger
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei dtv, 24.01.2013
ISBN 9783423280051
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Als sie bei einer Quizshow eine Reise mit dem Senator nach China gewannen, auf der dessen Frau ermordet wurde, ahnte noch niemand der Gewinner, das dieses Ereignis sie eng zusammenschweißen würde, und sechszehn Jahre später genau diese Freundschaft das Schicksal der USA bestimmen sollte. Der Senator ist inzwischen zum Präsidenten aufgestiegen und kurz davor den Triumph zu feiern, als bei einem Anschlag die hochschwangere First Lady tödlich getroffen wird. Aus Trauer, Wut und Entsetzen, bereits zwei Frauen durch Waffengewalt verloren zu haben, setzt Präsident Jansen ein Dekret auf, in dem er die Gesetze des liberalsten Landes der Welt auf den Kopf stellt und Amerika vorübergehend zu einem Polizeistaat umfunktioniert. Wer sich den neuen Anordnungen in den Weg stellt, wird schon bald auf blutige Weise überzeugt, wie brutal Waffen und wie notwendig Reformen sind. Doch einige militante Milizen lassen sich nicht so einfach entwaffnen und es beginnt ein brutaler Bürgerkrieg. Doch es ist nicht immer alles wie es auf den ersten Blick scheint, denn im Hintergrund zieht jemand die Fäden, dem das Wohl des Volkes egal ist und der allein auf seinen Vorteil bedacht ist. Als die ehemaligen Quiz-Teilnehmer hinter das Komplott kommen, setzten sie alles daran den Verrat aufzudecken und um zu verhindern, dass noch mehr Menschen aufgrund des Dekrets zu Schaden kommen.

Nach den Anschlägen von Newtown, ein erschreckend aktuelles Buch und beängstigend realistisch. Jussi Adler-Olsen zeigt einmal mehr sein Erzähltalent und seine Bandbreite. Wer glaubt er könne nur Krimis schreiben, irrt was er auch schon meiner Meinung nach mit Alphabethaus unter Beweis gestellt hat. Ich scheue sonst immer vor Politthrillern zurück, aber dem Autor gelingt es anschaulich Hintergründe und Zusammenhänge darzustellen, ohne das ich auch nur einmal versucht war gelangweilt zu gähnen. Im Gegenteil, teilweise war es so spannend, dass ich mir die Fingernägel abgeknappert hätte, hätte ich das Buch nicht halten müssen. Man hält zwar nicht die Luft an, man kann aber einfach nicht aufhören zu lesen. Eine düstere Zukunftsvision die der Autor da zeichnet und spannend bis zur letzten Seite plus einem, für mich, überraschenden Ende. Der einzige Kritikpunkt den ich habe, ist das die deutsche Übersetzung wohl keinen Lektor gesehen hat. Denn gerade im letzten Drittel bin ich mehrmals über unsinnige Satzkonstruktionen gestolpert. Sonst stören mich ja kleine Fehler nicht, weil das kann vorkommen, aber die waren doch sehr gravierend und wenn ich soviel für eine Hardcover Ausgabe bezahle, erwarte ich einfach eine gewisse Sorgfalt.

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Tags: anschlag, gewalt, mord, verschwörung, washington, überwachung   (6)

  

 

Das Delta
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(2)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

niger, afrika, fluss, geister, öl

Das Delta

Jens J. Kramer
Flexibler Einband: 527 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.04.2010
ISBN 9783426502181
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Sklavenhandel mit Afrika ist schon seit Jahrzehnten vorbei, doch jetzt gieren die weißen Kolonialmächten nach Palmenöl, um die Maschinerie der Industrialisierung zu schmieren. Wer die Macht über das Nigerdelta hat, hat das Monopol auf dem Ölmarkt, dabei bekämpfen die Europäer sich gegenseitig und drücken die Gewinne der Eingeborenen immer weiter. In dieser unruhigen Zeit reist eine junge unerschrockene Frau ins Delta. Mary Cooley ist auf der Suche nach dem wahren Afrikaner, dabei schreckt sie weder vor Fetischzeremonien, angriffslustigen Nilpferden noch leicht erregbaren Flughunden zurück. Das sie auf dieser Reise weiterkommen sollte, als je zuvor eine weiße Frau und dabei ihrer großen Liebe begegnete, dass prophezeite ihr ein arabischer Sänger schon am Beginn ihres Abenteuers. Nie hätte ihr kühler Verstand aber zugelassen, dass sie wirklich an die Erfüllung all dessen glaubt, bis ihr Charly begegnet. Ein Spieler, der einst nach Afrika kam, um reich zu werden, stattdessen aber dem Zauber der tropischen Hitze der Mangrovensümpfe erlag.

Das Delta hat mich mehr als einmal vor Langeweile gähnen lassen. Mag sein das mir die Thematik einfach nicht lag, denn ich geb zu ich habe einfach kein Herz für Afrika und schon gar nicht für Moskito und Malaria strotzende Sümpfe. Außerdem brachte der Autor mit Sätzen wie: Das Anwesen gehörte Anthony Makouba., ein Youruba aus Abeokuta…“ mein Hirn dazu auszusteigen und sich schöneren Dingen zuzuwenden. Nur die Geschichte um Mary Cooley veranlasste mich durchzuhalten und die Story zu Ende zu lesen. Sie ist doch ein sehr eigenwilliger Charakter und von entwaffnender Offenheit. Aber die Abschnitte in denen ich mich den politischen Belangen im Nigerdelta widmen musste, waren mir einfach zuviel. Ansonsten fand ich das Buch eher trocken und die kleinen eingestreuten humoristischen Einwürfe wie der perverse Flughund Louise konnten es auch nicht mehr herumreißen. Das lag aber wie gesagt nur an meinem Desinteresse dem Thema gegenüber, anderen scheint es zu gefallen. Da sollte jeder selbst entscheiden.

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Tags: afrika, fluss, geister, kampf, niger, öl   (6)

  

 

Der dunkle Ritter
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(8)

33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, tina st. john, romantik, ritter, burg

Der dunkle Ritter

Tina St. John , Susanne Kregeloh , Lara Adrian
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Egmont Verlagsgesellschaft, 01.10.2012
ISBN 9783802585227
Genre: Historische Romane

Rezension:

Kinder werden von ihm gewarnt, die wildesten Gerüchte ranken um ihn: „Blackheart“ der berüchtigtste und der grausamste unter Richards Kreuzrittern. Nach dem Tod eines Vasallen wird er vom König persönlich als Verwalter auf dessen Besitz Fallonmour eingesetzt. Nur widerwillig übernimmt er diese Aufgabe, ist doch das Schlachtfeld seine Heimat und er ein geborener Krieger. Doch was Cabal nicht ahnt, ist das er sich bald einem mächtigeren Gegner gegenübersieht, denn die junge, aber starrsinnige Witwe denkt gar nicht daran sich so ohne weiteres das Zepter aus der Hand nehmen zu lassen. Viel zu verbunden ist sie mit Fallonmour und den Menschen die dort leben, als das sie sich Vorschriften machen lässt. Dennoch ist da eine Anziehungskraft zwischen den beiden, der sie sich nicht sehr lang entziehen können und ihr schon bald erliegen. Aber der Frieden währt nicht lange, denn der Bruder des Verstorbenen beansprucht das Lehen für sich, notfalls mit Gewalt.

Ein schöner Schmachtroman, wenn auch zwei drei Ungereimtheiten mir hier und da aufgefallen sind. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Es ist alles dabei was man sich von solch einem Roman wünscht: eine starke, für ihre Zeit arg emanzipierte Frau, ein zum niederknien gutaussehender Held mit ner Menge Herz, finstere, zum Teil übelriechende Schurken und ein hinterhältiger Feind, der bereit ist über Leichen zu gehen und vor allem ein Happy End. Ein bisschen mehr Focus auf Cabals Vergangenheit hätte vielleicht nicht geschadet, dann wäre die Wandlung vom mordenden Schrecken Jerusalems zum liebevollen, aufmerksamen Ritter nachvollziehbarer gewesen. Dafür fand ich Emmalyn hervorragend gezeichnet. Nicht auf den Mund gefallen, aber auch nicht zu emanzipiert um sich dem strahlenden Helden zu verweigern. Und all das in Lara Adrians wundervoller Erzählweise. Ein schöner Liebesroman, für kitschige Stunden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

  (8)
Tags: kampf, kreuzzug, liebe, romantik, sex, witwe   (6)

  

 

Unser allerbestes Jahr
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(98)

155 Bibliotheken, 1 Leser, 8 Gruppen, 21 Rezensionen

filme, sohn, vater, schule, erziehung

Unser allerbestes Jahr

David Gilmour , Adelheid Zöfel
Flexibler Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 07.04.2010
ISBN 9783596182244
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Was tun, wenn der pubertierende Sohn keinerlei Interesse für die Schule zeigt, und man selbst arbeitslos ist? Natürlich bietet man dem Kind an, die Schule zu schmeißen und versucht das pädagogische Defizit mit drei Filmen die Woche auszugleichen. Diese Vorgehensweise wird aber nur empfohlen bei Eltern, die hauptberuflich Filmkritiker sind. Mehr als einmal zweifelt David zwar, ob seine ungewöhnliche Erziehungsmethode wirklich Erfolg hat, aber er hält an dem Konzept fest, auch als sein Sohn aus Liebeskummer immer mehr trinkt und sogar Drogen nimmt. Am Ende entwächst Jesse den gemeinsamen Filmnachmittagen, aber den beiden bleibt ihre Erinnerung an eine Zeit, die sie einander näher gebracht hat.
Ein eher ungewöhnliches Konzept, die Welt anhand von Filmen zu erklären, aber dann auch wieder nicht. Spiegeln sie doch Träume und Ideale wieder, die man im wirklichen Leben so nie erreicht. Ich fand es gut, dass David mehr als einmal an sich zweifelt, das macht das ganze Greifbarer. Ich glaube Eltern hinterfragen fast immer wie ihre Entscheidungen die Zukunft des Kindes beeinflussen. Außerdem fand ich schön zu sehen, dass er mindestens genauso viel über sich lernt, wie Jesse über das Leben. Ein wenig genervt war ich von Jesses überbordenden Liebeskummer. Immer wenn ein Mädchen ihn verließ, war es gleich ein Weltuntergang, den er mit seinem ausgeprägten Gang zur Selbstzerstörung Ezessiv zelebrierte. Aber vielleicht ist das einfach so, wenn man in der Pubertät steckt. Es ist immer eine kleine Katastrophe, ehe man lernt, das die Welt sich weiterdreht, egal wie groß die Tragödien in unserem Leben sind. Es hat mir großen Spaß gemacht bei dieser besonderen Vater-Sohn-Beziehung dabei zu sein und bekannte Filme mal aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen.

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Tags: familie, filme, liebeskummer, pubertät, teenager   (5)

  

 

Der Kelch von Anavrin
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(10)

35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

anavrin, teil 03, kampf, gut gegen böse, drachenkelch

Der Kelch von Anavrin

Tina St. John , Holger Hanowell , Lara Adrian
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Egmont Verlagsgesellschaft, 09.11.2012
ISBN 9783802585203
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Alles in ihm schreit nach Rache, denn er hat bei einem Überfall auf seine Burg alles verloren: sein Heim, seine Frau und seinen Sohn. Getrieben den Verantwortlichen zur Strecke zu bringen macht Randwulf of Greycliff sich mit zwei Teilen des Drachenkelchs auf, der Gerechtigkeit genüge zu tun. Als er Schiffbruch erleidet, ahnt er nicht dass die Schöne, die ihn am Strand findet, sein Schicksal wird. Serena lebt mit ihrer Mutter abgeschieden im Wald. Sie hat die Gabe ins Innere eines Menschen zu sehen und Rands Schmerz und Wut erfüllt ihr Herz, doch schon bald wandelt sich dieses Gefühl in Liebe. Doch lange wehrt der Frieden nicht, denn das Böse ist bereits unterwegs, um sich den Drachenkelch zu holen und die Herrschaft über diese Welt und über das magische Reich Anavrin einzufordern. Dabei spielt Serenas Mutter eine größere Rolle in dem Drama, als alle Beteiligten zunächst vermutetet hätten.

Dies ist das Ende der Drachenkelchsaga von Lara Adrian und für meinen Geschmack kein schlechtes. Man darf jetzt bei dem Buch die Messlatte nicht zu hoch anlegen. Das Thema ist literarisch nicht tiefgreifend, aber unterhaltsam. Halt ein typisch historischer, fast kitschiger Liebesroman. Rand und Serena geben dabei ein sehr überzeugendes Liebespaar ab und die Geschichte an sich wird zum Schluss, so aufgelöst, das alle drei Teile ein rundes Ganzes ergeben. Von mir aus hätte der spannende Teil mehr umspannen können. als das letzte Drittel, aber die Entwicklung der zarten Liebesbande nahm dann doch mehr Platz ein, als erwartet. Ich habe mich aber nicht eine Minute dabei gelangweilt, auch wenn Serena mir manchmal eine Spur zu naiv war. Ich mag lieber die sturköpfig, schlauen, starken Frauen in solchen Büchern. Sonst kann ich diesen Band alle Lara Adrian Fans nur empfehlen, wenn man Teil 1 und 2 der Drachenkelchsaga schon mochte.

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Tags: anavrin, gut gegen böse, kampf, kelch, liebe   (5)

  

 

Die Vorleserin
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(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

klassiker, französisch, lesen, polizei, sex

Die Vorleserin

Raymond Jean
Fester Einband: 231 Seiten
Erschienen bei Schneekluth, 01.08.1997
ISBN 9783795111540
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Marie-Constance ist Mitte dreißig, verheiratet, kinder- und arbeitslos. Und obwohl ihr Bauchnabel nach ihrem Dafürhalten nicht ganz mittig ist, ist sie dennoch eine attraktive Erscheinung, mit einer Stimme die zum Träumen einlädt. Durch ihre Freundin kommt sie auf die Idee, anderen etwas aus Büchern vorzulesen. Schnell ist die Anzeige mit junge Frau liest vor geschaltet und die Warnung ihrer Umwelt, das so mancher das missverständlich auffassen könnte, schlägt sie in den Wind. Zunächst hat Marie-Constance auch Erfolg. Zu ihren Kunden gehören, ein 14 jähriger spastisch gelähmter Junge, eine 80 jährige Revoluzzerin, ein 7 jähriges vernachlässigtes Mädchen und ein Wirtschaftsmanager, der sich bilden möchte. Als eben jener Wirtschaftsmanager Annäherungsversuche startet, beginnt sie zu ahnen wovor sie alle eindringlich gewarnt haben.
Ich würde jetzt nicht so weit gehen, das Buch als Hommage an das Lesen zu bezeichnen, denn auch wenn es den Titel Die Vorleserin trägt, geht es doch hauptsächlich um Erotik. Für meinen Geschmack ist die Hauptfigur viel zu naiv. Sie sieht sich als Retterin des Abendlandes, in dem sie einen Kreuzzug führt mit französischen Klassikern unterm Arm. Dabei ignoriert sie mehr als eine Warnung sich in Acht zu nehmen, dass sie eher die unteren denn die oberen Regionen bei ihren männlichen Klienten anspricht. Sie ist dann auch noch so dumm eine Affäre mit dem Manager zu beginnen, die von ihrem doch sehr gefühlskalten Mann geduldet, ja sogar begrüßt wird, nur um am Ende des Buches festzustellen das alle Warnungen berechtigt waren und sie den Job an den Nagel hängt. Die kleinbürgerliche Art des Polizisten, hätte ich mir auch eher in einem kommunistischen Regime vorstellen können, aber nicht Ende des 20. Jhd. in Frankreich. Die Figuren waren alle durch die Bank verschroben. Bis auf die 80jährige Gräfin, soviel Überzeugung hätte ich in dem Alter auch gern noch.
Die ganze Geschichte ist irgendwie seltsam, sie las sich zwar leicht, aber mir wurde mit unter schwindlig vom vielen Kopfschütteln.

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Tags: französisch, klassiker, lesen, polizei, sex   (5)

  

 

Flavia de Luce - Halunken, Tod und Teufel
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(48)

106 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

krimi, mord, england, chemie, flavia de luce

Flavia de Luce - Halunken, Tod und Teufel

Alan Bradley , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783442379507
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Egal wo Flavia und ihr getreues Fahrrad Gladys auftauchen, scheint es fast so, dass die nächste Leiche nicht weit ist. Auf Buckshaw ist der Spätsommer angebrochen. Eigentlich hatte Flavia vor, sich auf dem Jahrmarkt zu amüsieren, aber dann fackelt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin ab und fühlt sich nun verpflichtet, der Zigeunerin und ihrem Pferd derweil auf Buckshaw-Land einen Platz anzubieten. Doch das sehen viele mit Misstrauen und es reißt alte Wunden wieder auf, denn beim letzten Besuch der Zigeuner verschwand ein Kind. Alte Rechnungen werden beglichen und Flavia findet die alte Frau zusammengeschlagen in ihrem Wohnwagen. Doch noch etwas Seltsames geht vor in Buckshaw. So verschwinden die Kaminböcke und tauchen wieder auf, ungebetene Besucher gehen auf dem Anwesen ein und aus und über allem liegt ein unangenehmer Fischgeruch. Schon bald siegt Flavias neugier und sie beginnt mit den Ermittlungen, sehr zum Missfallen ihres Vaters. Doch zwischendrin findet sie noch immer Zeit, sich kleine Gemeinheiten für ihre Schwestern auszudenken, um sich für deren Streiche zu revanchieren.
Da ich Flavias schnoddrige Naseweise und altkluge Art mag, war ich auch wieder bei diesem Fall mittendrin statt nur dabei. Es sind weniger die Morde, die das ganze zu einem Leseabenteuer machen, als vielmehr der Charme der Protagonisten. Nach der Hälfte der Story hatte ich eine Ahnung wie es zu dem Kindsraub kommen konnte und das sollte sich gegen Ende bestätigen, aber die Sache mit dem Schmugglerring blieb mir verborgen. So das ein bisschen Spannung erhalten blieb. Am liebsten mochte ich in diesem Teil die Beschreibung von Gladys. Ich würde nur zu gern einmal im Leben sehen, wie ein Fahrrad enttäuscht dreinschaut. Dieses Buch ist vielleicht nichts für hartgesottene Krimifans, aber für alle die Flavia ebenso lieb gewonnen haben wie ich, ein Must read.

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Tags: kindesentführung, mord, schwestern, zigeuner   (4)

  

 

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
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(718)

1.269 Bibliotheken, 84 Leser, 9 Gruppen, 169 Rezensionen

schweden, humor, freundschaft, elefant, atombombe

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Carl's Books, 24.08.2011
ISBN 9783570585016
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Alle warten sie und wollen Allan Karlsson zu seinem hundertsten Geburtstag gratulieren. Aber der denkt ja gar nicht dran sich den Feiernden zu stellen. Außerdem hat er das Altersheim mit Schwester Alice, die jede Flasche Schnaps die er versteckt zielsicher aufspürt und enteignet, ohnehin satt. Also steigt er kurzerhand noch in Pantoffeln aus dem Fenster und macht sich auf und davon. Am Busbahnhof klaut er aus Übermut auch noch einen Koffer, nichtsahnend, dass ihm das mehr Schwierigkeiten einbringt als erwartet. Denn Allan hatte auf ein Paar neue Schuhe gehofft, stattdessen befinden sich Millionen in dem Koffer und eine Gangsterbande auf seinen Fersen. Bei der Jagd stellen sich die doch etwas tumben Gangmitglieder bald gewiefter an als die schwedische Polizei, denn inzwischen ist alle aufgefallen, dass der Jubilar sich in die Büsche geschlagen hat. Es beginnt ein unglaublicher Roadtrip durch Schweden, auf dem Allan Karlsson sehr skurrile Bekanntschaften macht, unter anderem die der Elefantendame Sonja, und sein unglaubliches Leben Revue noch einmal passieren lässt.
Zunächst fiel es mir schwer mich mit dem Buch anzufreunden, da die Geschichte doch etwas eigenwillig ist. Doch schneller als mir lieb war hatte mich der alte Kauz um den Finger gewickelt, insbesondere mit seinem sehr ereignisreichen Leben. Er stolpert mit einer Naivität und Tapsigkeit, die Forrest Gump stolz gemacht hätte, in politisch brisante Ereignisse des 20. Jahrhunderts und bemerkt es nicht einmal. So rettet er unter anderem Generalissimo Franco das Leben, hilft unbeabsichtigt beim Bau der Atombombe, legt sich mit Stalin an und rettet mal so nebenbei in China die Verlobte von Mao Tse Tung. Die Leute denen er auf seiner Flucht vor Schwester Alice begegnet, sind sehr individuell und so überzogen dargestellt, dass sie schon wieder echt wirken. Der Schluss mag etwas kitschig erscheinen, aber das tut der Geschichte an sich, wie ein Hundertjähriger mit einem Konglomerat aus Verrückten und Berufsverbrechern die Polizei austrickst und durch Schweden reist, keinen Abbruch. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich in die Handlung zu vertiefen und mich über die verschlungenen Wege des Schicksals zu wundern. Außerdem bekam ich bei der Gelegenheit gleich ein bisschen Nachhilfe in Sachen Geschichte und das mit einem Augenzwinkern.

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Tags: elefant, freundschaft, geld, koffer, kommunismus, mord, road-story, verfolgung   (8)

  

 

Dornentöchter
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(71)

123 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 59 Rezensionen

tasmanien, mord, australien, familie, cottage

Dornentöchter

Josephine Pennicott , Julia Walther
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei List, 01.09.2012
ISBN 9783471350867
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Vor kurzem ist ihre Mutter gestorben, ihre Tochter wird in der Schule gemobbt und ihr Mann hat sie wegen einer jüngeren New-Age Anhängerin verlassen. Mehr als nur ein guter Grund das hektische Sydney einzutauschen gegen das beschauliche Örtchen Pencubitt in Tasmanien. Sadie zieht in das Häuschen, in dem ihre Großmutter, die berühmte Schriftstellerin Pearl Tatlow früher lebte und auf grausame Weise ermordet wurde. Sie macht sie daran die Familientragödie aufzuarbeiten und muss sich im Zuge dessen vielen Geistern aus der Vergangenheit stellen, denn der kleine Ort hat längst nicht vergessen. Dafür hat die exzentrische Pearl zu viele Wunden mit ihrem Lebenswandel dem Fischerstädtchen vor 70 Jahren zugefügt. Unter der friedlichen Oberfläche schwelt noch immer alter Hass und nie vergessene Kränkungen werden wieder wach. Aber nie hätte sie zu hoffen gewagt, dass sie auch einer neuen Liebe und einem zufriedenerem Leben begegnen würde.
Mir hat der Roman von Josephine Pennicott richtig gut gefallen. Erzählt wird in zwei Zeitebenen und zwar so gut, dass es dem Leser leicht fällt sich von 1938 in die Gegenwart zu begeben und umgekehrt. Obwohl Pearl eine bipolare Störung aufweist und sie als Figur so gar nichts tut, um zu gefallen, konnte ich mich einer gewissen Sympathie ihr gegenüber nicht entziehen. Aber am liebsten mochte ich Birdie. Die Künstlerin, die in Pearl eine verwandte Seele findet, aber auf der anderen Seite geschockt ist von deren Lebens- und Gefühlswandlungen. Sie die immer geträumt hat der spießigen Enge von Penncubitt zu entfliehen und dann doch hochbetagt noch immer in ihrem Seagull Cottage haust, hatte es mir einfach angetan. Außerdem kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn einem der Mann der Freundin gefällt.
Zum Schluss führen alle gesponnen Erzählstränge zusammen fügen sich in ein Großes und Ganzes, auch wenn das Ende etwas fad daherkommt. Ich hätte mir eine spektakulärere Auflösung des Mordfalles gewünscht, aber die emotional aufgeladenen Figuren lassen mich über diese Schwäche hinwegsehen.

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Tags: familiengeschichte, geheimnis, geister, mord, schriftsteller, tasmanien   (6)

  

 

Der geheime Zirkel. Gemmas Visionen
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(310)

511 Bibliotheken, 6 Leser, 9 Gruppen, 44 Rezensionen

magie, internat, england, fantasy, indien

Der geheime Zirkel. Gemmas Visionen

Libba Bray
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.05.2007
ISBN 9783423712286
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Nachdem Gemmas Mutter in Indien auf mysteriöse Weise stirbt, wird sie auf ein Internat in England für Töchter aus gutem Haus geschickt. Neue Freunde zu gewinnen, gestaltet sich dann doch schwieriger als gedacht, aber noch etwas raubt Gemma den Schlaf. Sie hat Visionen in denen sie ihrer verstorbenen Mutter begegnet und die sie vor einer bösen Macht warnt, die es auf sie abgesehen hat. Auch der Fund des Tagebuchs einer ehemaligen Schülerin des Internats wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Zumal die Schule eine tragische Historie aufweist, die nur eines der Puzzelteilchen ist, die Gemma zusammensetzen muss, um herauszufinden warum ihre Mutter sich das Leben nahm. Welche Rolle spielt dabei der mysteriöse fremde Junge, der ihr aus Indien gefolgt ist und zu dem sie sich hingezogen fühlt? Und wer verbirgt sich hinter dem magischen Orden dessen Zeichen Gemma als Kette um ihren Hals trägt?
Das Buch erinnerte mich am Anfang ein bisschen an „Trotzkopf“ und „Club der toten Dichter“. Der Autorin ist es trotz dieser großen Vorlagen und den damit verbundenen Vergleichen in meinem Kopf, gelungen mich in einen magischen Bann zu ziehen und dieses Buch in einem Rutsch durchzulesen. Es hat Spaß gemacht mit Gemma und ihren doch manchmal recht unwilligen Freundinnen immer tiefer in das Geheimnis einzudringen und als sich Pippa für ihren Tod entschied um ihrem Ritter nahe zu sein, musste ich mir ein trauriges Aufseufzen verkneifen. Die Charaktere in diesem Buch sind sehr, sehr überzeugend, angefangen bei der machtsüchtigen Felicity, über die unscheinbare Ann bis hin zum Schwindelmedium. Am besten dargestellt fand ich jedoch den Widerstreit der Gefühle in dem Gemma sich wiederfindet, nämlich dem Wunsch sich selbst zu entdecken und auszuleben den man als 16 jährige nun einmal besitzt, dies aber aufgrund der gesellschaftlichen Konventionen nicht zu können.
Das Thema an sich ist jetzt nicht unbedingt neu und anspruchsvoll, aber doch unterhaltsam umgesetzt. Da gibt es genügend Beispiele für das Gegenteil. Ich werde mich jetzt nicht unbedingt auf Band 2 stürzen, aber wenn er mir vor die Nase kommt werde ich ihn lesen, denn die Autorin besitzt die Eigenschaft so bildlich zu erzählen, dass man sich mitten im viktorianischen England wiederfindet.

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Tags: england, freundschaft, indien, internat, macht, magie, tot, zigeuner   (8)

  

 

Gut ist besser als perfekt
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(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

ratgeber, lebenshilfe, perfektioniesmus, portfolio

Gut ist besser als perfekt

Doris Märtin
Flexibler Einband: 177 Seiten
Erschienen bei dtv, 24.01.2008
ISBN 9783423344623
Genre: Ratgeber

Rezension:

In einer Welt in der alle nach Höher, Weiter, Schneller, Besser streben und sich dadurch gestresst und ausgebrannt fühlen, möchte Doris Märten zeigen das Gut besser ist als perfekt. Sie beleuchtet Teile des Alltags, wie Karrierepläne, Familienleben, Partnerschaft, Ernährung und gibt Tipps wie man mit weniger zufriedener wird.
Ich hatte irgendwie eine andere Vorstellung von dem Buch. Der einzige Tipp den ich mir zu Herzen nahm, ist wie man seine Wohnsituation optimiert, ansonsten bestand Frau Märtens Empfehlung, sein Leben mit Hilfe von Portfolios zu analysieren. Dieses Gebiet liegt mir nun gar nicht, weil ich von Natur aus eher Naturwissenschaftler bin und kein Ökonom. Außerdem kenn ich mich und ich wäre bei den ganzen Portfolios irgendwann durcheinander gekommen. Letztendlich ließ sich das Buch gut lesen, aber ich hätte mir mehr praktischere Tipps gewünscht.

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Tags: lebenshilfe, perfektioniesmus, portfolio, ratgeber   (4)

  

 

Léon und Louise
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(79)

141 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

liebe, krieg, paris, 2. weltkrieg, frankreich

Léon und Louise

Alex Capus
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.07.2012
ISBN 9783423141284
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Die Schule interessiert Léon nicht, sondern er möchte sein Land unterstützen das sich seit 1914 im Krieg mit Deutschland befindet. So verschlägt es ihn in einen kleinen Ort, wo er als Morseassistent mehr schlecht als recht seine Pflicht erfüllt. Dort lernt er Louise kennen und ist beeindruckt von dem burschikosen Mädchen, das es auf sich genommen hat Familien von ihren gefallenen Söhnen zu unterrichten. Beide sind jung und verlieben sich ineinander, aber das Schicksal hat anderes mit ihnen vor und trennt die beiden. Erst nach zehn Jahren begegnen sie sich durch Zufall in Paris wieder. Aber auch jetzt scheint nicht der rechte Zeitpunkt zu sein, um ihre Liebe aufleben zu lassen, denn Léon ist verheiratet und Louise ist zu sehr Freigeist um sich in eine Liebelei mit ihm zu stürzen. Die Jahre vergehen, und zwischen ihnen liegen nun tausende Kilometer, aber gerade aus dieser Distanz heraus ist es ihnen möglich am Leben des anderen teilzuhaben, auch wenn sie wie die zwei Königskinder, in dieser Zeit doch nie wirklich zusammenkommen können.
Dieses Buch ist eine schöne, poetische, wenn auch eher distanzierte Liebesgeschichte, denn den beiden Protagonisten ist es lange Zeit nicht vergönnt ihre Liebe zu leben und ich glaube das es dadurch glaubhafter wird. Erst nachdem beide die Welt für sich entdeckt haben und an ihren Fehlern gewachsen sind, ist ihnen ein gemeinsames Leben vergönnt. Ich mochte vor allem Louise forsche Art, ihre eher männliche Art an die Dinge heranzugehen, wohingegen Léon mit seinem stillen Widerstand und seinem Hang zum Pragmatismus, weibliche Wesenszüge aufweist. Bemerkenswert fand ich wie es dem Autor gelingt der Geschichte Authentizität einzuhauchen, einfach dadurch das man manchmal dem richtigen Menschen zur falschen Zeit begegnet, zeitgleich aber noch Platz zum träumen lässt, in dem er Hoffnung gibt, dass man nur ausreichend Geduld mit bringen muss, damit alles sich zum Guten wendet. Oder das man einen Menschen heiß und innig lieben, aber nicht mit ihm leben kann. Ich liebe Léons alltägliche, manchmal aber auch geradezu poetische Sicht auf Dinge. Er ist halt im Gegensatz zu Louise ein stiller Rebell und damit mein heimlicher Held, auch wenn ich stellenweise gern Louises unerschrockenes Naturell gehabt hätte. Einfach ein tolles Buch, um ein Liebespaar im Wandel der Zeit.

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Tags: frankreich, jugendliebe, krieg   (3)

  

 
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