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Seduced by a Dandy ~ The first novelette from "Different Desire", a Gay Victorian Romance and Erotic novelette collection
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Seduced by a Dandy ~ The first novelette from "Different Desire", a Gay Victorian Romance and Erotic novelette collection

Lady T. L. Jennings
E-Buch Text: 27 Seiten
Erschienen bei My Secret Quill, 08.01.2012
ISBN B006V5GWUA
Genre: Sonstiges

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Leben
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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

organspende, leben, verzweiflung, roman, hoffnung

Leben

David Wagner
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, Reinbek, 01.03.2013
ISBN 9783498073718
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Alle glaubten er werde verbluten und an seinem eigenen Blut ersticken, als David mit geplatzten Krampfadern in der Speiseröhre ins Krankenhaus kommt, doch er schafft es dem Tod von der Schippe zu springen. Sein Arzt setzt ihn erneut auf die Transplantationsliste für eine neue Leber, denn David lebt seit seiner Kindheit mit einer Autoimmunerkrankung die seine Leber angreift. Aber will er das? Weiterleben durch den Tod eines anderen? Ein scheinbar endloser Krankenhausaufenthalt führt den Leser durch die Gedankenwelt von Herrn W., wie er sich selbst bezeichnet. Sein Auseinandersetzen mit dem Tod, mit der Idee ein fremdes Organ in sich zu tragen und die Leidenswege seiner unzähligen Zimmergenossen.

Kurze Abschnitte machen es leicht das Buch zu lesen, die Thematik jedoch nicht. Ich bekam wirklich tiefe Einblicke, wie es ist mit dem Tod seit Jahren auf der Schwelle zu leben, aber auch wie erschreckend der Gedanke ist, ein Stück Körper eines anderen zu bekommen. Ebenso ungeordnet wie Gedanken durch den Kopf wandern, hat David Wagner alles aufgeschrieben und dadurch wird alles so viel realer. Das Buch zeigt die menschlich Tragödie hinter der gerade wieder in die Schlagzeilen geratenen Transplantationsmedizin und brachte mich zum Nachdenken, ob ich nicht doch den kleinen Ausweis der mich als Organspender ausweist, in mein Portemonnaie stecken sollte. Obwohl das Buch nicht viele Seiten enthält, hat es so viel Aussagekraft und trägt soviel Emotionen in sich, wie kein tausend Seitenwälzer es könnte. Dieses Buch geht einfach unter die Haut, ob man will oder nicht.

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Elysion
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Elysion

Thomas Elbel
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2013
ISBN 9783492268813
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Wir schreiben das Jahr 2135. Ein blutiger Bürgerkrieg hat die Welt ins Chaos gestürzt. Zudem tauchte eine neue Spezies auf, die Malachim. Scheinbar vom Himmel gesandt, beherrschen sie den Wald und eine kleine Kolonie namens Elysion, in denen die Menschen wie im Mittelalter leben. Die Bewohner der Städte sind frei, doch es herrscht Anarchie und das Recht ist auf der Seite des Stärkeren. Cooper, ihre Schwester Stacy und deren Freund Brent ziehen das ungewisse Leben in der Stadt allemal der Sklaverei im Wald vor, auch wenn sie für den Bandenchef McCann auf Malachimjagd gehen müssen. Denn in einem elektrischen Feld, bleibt von ihnen nichts weiter übrig als eine schwarze Substanz, genannt Teer, die Superkräfte verleiht und extrem schnell abhängig macht. Doch diese Jagd ist gefährlich und bleibt nicht ohne Folgen. Nach einem Unfall stellt Cooper fest, dass sie die Gedanken eines Malach sehen kann und schon bald muss sie erkennen, dass die Malachim keineswegs Abgesandte Gottes sind, sondern ein Experiment was aus dem Ruder zu laufen droht. Zudem ist ihr lange tot geglaubter Vater irgendwie darin verwickelt und je tiefer sie gräbt, desto hässlicher werden die Wahrheiten die ans Tageslicht kommen.

Ich war ja schon von Thomas Elbels Erstlingswerk „Asylon“ hellauf begeistert und ich bin froh das „Elysion“ sich nicht dahinter verstecken muss. Der Start ist eine Art Blitzkrieg. Kein langes Vorgeplänkel, sondern eine Achterbahnfahrt mitten hinein ins Geschehen. Die handelnden Personen lernt man dann stückchenweise im Verlauf der Geschichte kennen. Manchmal mag das kurz verwirren, aber letztendlich dient es der Spannung. Auf alle Fälle darf man nicht zartbesaitet sein, denn es geht schon blutig zur Sache und das Aussehen der Malachim ist auch dazu angetan dem unbedarften Leser Albträume zu bescheren. Doch die Gewalt arbeitet die Endzeitstimmung heraus und man spürt die Anarchie die in dieser trostlosen Zukunft herrscht, förmlich. Die Handelnden sind überwiegend sehr egoistisch damit beschäftigt ums Überleben zu kämpfen und jede sich bietende Gelegenheit zu ihrem Vorteil zu nutzen, außer Cooper die neben Jimmy das Leuchtfeuer der Ehrlichkeit und Grundsätze in dieser dunklen Zeit verkörpern. Toll beschrieben fand ich die zwei Seiten des Bandenführers McCann. Kompromisslos wenn es um seine Vormachtstellung geht und doch humanistisch veranlagt, wenn Kranke seiner Hilfe bedürfen. Aber das Beste ist das Ende. Gerade als ich annahm ich hätte alle Zusammenhänge erfasst und nun könne mich nichts mehr überraschen, greift der Autor in die Trickkiste und ich musste mit offenem Mund zu Ende lesen, denn mit dieser Aufklärung über die Herkunft der Malachim hätte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Im Großen und Ganzen eine wunderbar düstere Dystopie, die ich einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte und die mir an einigen Stellen gruselige Schauer über den Rücken gejagt hat.

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Die verborgene Sprache der Blumen
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blumen, liebe, einsamkeit, familie, vertrauen

Die verborgene Sprache der Blumen

Vanessa Diffenbaugh , Karin Dufner
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 10.03.2011
ISBN 9783426199046
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Nach einer Odyssee durch Pflegefamilien und Erziehungsanstalten gilt Victoria als unvermittelbar. Mit ihrer Aggression und Sturheit bringt sie nicht nur ihre Sozialarbeiterin sondern auch ihre Mitbewohnerinnen gegen sich auf. Die einzige Art der Kommunikation, die sie benutzt um sich mitzuteilen sind Blumen. Als sie endlich 18 ist, darf sie das Heim verlassen und ist nun komplett auf sich gestellt. Nach ein paar Wochen in denen sie im Stadtpark nächtigt, hat sie das Glück einen Job als Floristin zu bekommen. Auf dem Großmarkt begegnet ihr ein Mann der endlich ihre Sprache versteht. Die verborgene Sprache der Blumen. Die beiden verbindet eine gemeinsame Vergangenheit und trennt ein großes Geheimnis. Victoria fällt es schwer sich auf jedwede Bindung einzulassen, aber als sie dann Mutter wird, kann sie nicht mehr vor ihren Problemen davonlaufen und wird mit dem größten Fehler ihres noch jungen Lebens eingeholt.

Die verborgene Sprache der Blumen ist eine Geschichte die ans Herz geht. Nicht in der kitschigen Form, bei mir hat sie an mein Helfersyndrom appelliert. Obwohl ich zugeben muss, dass es die Charaktere mir nicht leicht gemacht haben sie zu mögen. Victoria möchte man mehr als einmal schütteln, wenn sie wieder einmal völlig neben der Spur agiert und Menschen die ihr nur helfen wollen von sich stößt. Grants Handeln trägt eher autistisch Züge. Vielleicht ist gerade deshalb die Liebesgeschichte zwischen den beiden so rührend, weil ihre Persönlichkeiten ein Zusammenleben schwierig gestalten. Am meisten mochte ich die Figur Elisabeth, die einzige Pflegemutter die Victoria wirklich geliebt hat und die ihr die Sprache der Blumen beibrachte. Ein bisschen kratzig, im Herzen aber treu und gut. Es endet auch gottseidank nicht in einem überzuckerten rosafarbenen Happy End, sondern lediglich in der Erkenntnis, dass Victoria in kleinen Schritten lernen muss sich anderen anzunähern, um ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Mich hat die Geschichte einfach nicht losgelassen und es war schön zu erfahren, dass es so etwas wie die verborgene Sprache der Blumen gibt. Ich werde mir wohl das nächste Mal gut überlegen, wem ich welche Blumen schenke.

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Die Ankunft
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dystopie, liebe, gesellschaft, ky, xander

Die Ankunft

Ally Condie
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Fischer FJB, 08.01.2013
ISBN 9783841421517
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Es ist so weit die Erhebung hat die Gesellschaft unterwandert und beginnt nun mit dem Steuermann als Anführer eine Rebellion. Dazu wurden Viren unter die Bevölkerung der Gesellschaft gebracht und nur einige wenige immunisiert, so das die Erhebung wie der Messias mit dem rettenden Heilmittel daher kommt. Doch als das Virus mutiert, das Heilmittel nicht mehr hilft und immer mehr Menschen sterben, gerät die Revolution ins Wanken. Mitten in dem Geschehen Cassia, Ky und Xander. Die Poetin, der Pilot und der Arzt. Jeder erlebt die Wende auf seine eigene Art und doch kämpfen sie nur darum zusammen sein zu dürfen. Als Ky an der Seuche erkrankt, setzt Xander alles daran ein Gegenmittel zu finden, auch wenn es bedeutet das Cassia sich, sollte Ky wieder erwachen, nie für ihn entscheidet.

Wer einen actionreichen Abschluss der Trilogie erwartet, wird fürchte ich arg enttäuscht werden. Dramatisch wird es erst am Ende, als allen Beteiligten die Zeit zur Entwicklung eines Heilmittels davon läuft, aber sonst geht es eher etwas trocken zur Sache. Dennoch mochte ich den Teil, wie schon die beiden anderen. Die Trilogie ist nicht so actiongeladen wie manch andere Dystopie, aber mich fasziniert die Idee dahinter. Wie die Menschen sich der absoluten Kontrolle widersetzen und mit kindlichem Erstaunen feststellen, dass sie zur Schöpfung fähig sind. Sie erobern sich Kunst und Musik zurück, die ihnen zuvor nur in Form von ausgesuchten 100 Gemälden und 100 Liedern zugänglich war. Poesie und die Macht der Gedichte stehen immer wieder im Vordergrund und verleihen der Hauptfigur Cassia eine Stärke, die ich bewundere. Daran angepasst finde ich die Liebesgeschichte zwischen Cassia und Ky, die auch eher poetisch denn stürmisch daher kommt. Das vermittelt die tiefe Verbundenheit der beiden.

Der Leser wird ein bisschen überfrachtet mit Fachwissen zur Immunologie und irgendwann sieht man auch nicht mehr durch wer wann welches Virus gezüchtet hat. Für mich gehört die Matched-Trilogie zu meinen Lieblingsdystopien, weil mich die Vorstellung einer alles kontrollierenden Gesellschaft zugleich abschreckt und fasziniert.  

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Ein Lied über der Stadt
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freiheit, fliegen, nationalsozialismus, freundschaft, luise

Ein Lied über der Stadt

Ewald Arenz
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 01.02.2013
ISBN 9783869131924
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Pfarrerstochter Luise ist ein Freigeist und sie träumt vom Fliegen. Ein ungewöhnlicher Wunsch für eine Frau in den 20ger Jahren des letzten Jahrhunderts. Um den Traum eines Tages Wirklichkeit werden zu lassen, baut sie zusammen mit ihrem Freund Georg heimlich ein Flugzeug. Als Luise nach einer Flugschau von einem Pilot heimgeflogen wird, gibt es kein Halten mehr, sie will nach München und fliegen lernen. Ihr Vater, der sie sehr liberal erzogen hat und als Sonnenanbetender Vegetarier selbst eine Kuriosität im dem kleinen fränkischen Städtchen darstellt, willigt schließlich ein und ermöglicht es ihr. Sechs Jahre später scheint der Traum jedoch vorbei, denn längst haben Nationalsozialisten das Sagen und für die gehört eine Frau nun mal an den heimischen Herd. Die Enge der Kleinstadt holt Luise ein und auch die Kleingeister, die sich schon immer am Lebenswandel des Pfarrers gestört haben, bespitzeln, hetzen und denunzieren in einem unerträglichen Maß. Aus den Dienern von einst, sind Herren geworden und „wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen auch Zwerge lange Schatten“ (Karl Kraus). So kommt es das ihr liberaler Vater schon bald im Konzentrationslager Dachau landet und auch Luise, durch ihre Liebe zu Georg ins Kreuzfeuer der Obrigkeiten gerät. Aber da gibt es ja noch das Flugzeug aus Kindertagen und damit ein Stückchen Freiheit für sie und Georg in der nationalsozialistischen Enge.

Nachdem ich die letzte Seite des Buches zugeschlagen habe, war ich sehr enttäuscht, weil es schon zu Ende war. Ich mochte mich gar nicht von den Figuren und der Geschichte trennen und hätte gern noch mehr Seiten ins Buch gezaubert. Sie waren so authentisch und erwachten unter meinen lesenden Augen zum Leben. Luises Freiheitsdrang und Begeisterung vom Fliegen wirken ansteckend, ebenso wie die Wut auf die Ungerechtigkeit in dieser Welt. Die Wahrheitsliebe, sowie der Mut sie auch auszusprechen des Pfarrers nötigten mir Respekt ab und noch nie habe ich einer Figur in einem Roman ein solches Maß an Verachtung entgegengebracht wie dem Mesner Schwarz. Ewald Arenz ist ein großartiger Erzähler. Man kann sich der Geschichte einfach nicht entziehen. Die Sprache des Buches ist auch dem Zeitgeist von damals angepasst. So sind es Lastkraftwagen, statt schnöder Lkws oder das Kolleg statt die Uni. Diese Tatsache verleiht dem ganzen in meinen Augen Authentizität und einen gewissen Charme. Gefallen hat mir auch das es sich vordergründig wie die Geschichte einer Frau die Fliegen will anhört, aber eigentlich geht es um Freiheit. Und das es da draußen Menschen oder widrige Umstände gibt, die einem daran hindern diese zu erlangen bzw. auszuleben.

Es gibt Bücher die liest man und fühlt sich gut unterhalten und dann gibt es Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln, die nehmen den Leser emotional mit auf eine Reise und bleiben unvergesslich. „Ein Lied über der Stadt“ ist genauso eine und das nächste Buch von Herrn Arenz steht schon ganz oben auf meiner Wunschliste.

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Tags: 1930 ger, denunziation, deutschland, fliegen, freiheit, nationalsozialismus   (6)

  

 

Before I Met You
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Before I Met You

Lisa Jewell
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Century, 03.07.2012
ISBN 9781846059230
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Als Elisabeth das erste Mal vor ihrer Stief-Grossmutter steht, kann sie sich nicht vorstellen, dass sie diese Frau je mögen würde. Aber dann entwickelt sich ein festes Band zwischen den beiden und was als Kurzaufenthalt in einem einsamen Haus auf Guernsey geplant war, wird bald zu dem Ort an dem sie unbeschwert aufwächst. Als Arlette schließlich einen Schlaganfall erleidet, pflegt Betty sie aufopfernd bis zum Schluss. Bei der Testamentsverlesung bekommt zur Überraschung aller Clara Pickel eine beträchtliche Summe zugesprochen, doch niemand hat je von ihr gehört und kein Detektiv konnte bisher ihren Aufenthalt bestimmen. Da es ohnehin Zeit ist sich Flügel wachsen zu lassen, begibt Betty sich auf die Suche nach dieser ominösen Person und erfährt damit viel mehr über die ausschweifende Jugend ihrer Großmutter in den zwanziger Jahren und ihrer Liebe zu einem farbigen Jazzmusiker, als die strenge, konservative ältere Frau bei der sie aufwuchs, ahnen lies. Die Geschichte scheint sich fast über 70 Jahre später zu wiederholen, denn gegenüber von Bettys Wohnung in Soho, hat der berühmte Popstar Dom sein neues Domizil aufgeschlagen und durch Zufall wird sie schon bald der Babysitter seiner Kinder.

Das Buch lädt dazu ein es sich mit einer Tasse Kaffee auf der Couch gemütlich zu machen, sich einfach treiben zu lassen und in die Geschichte abzutauchen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. Einmal die Geschichte von Arlette und den Möglichkeiten die sich einem jungen Mädchen in den 20ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts boten und Betty die erkennen muss, dass nur weil sie in einer Schuhschachtel in Szeneviertel Soho wohnt, ein Landei aus Guernsey nicht gerade das ist, worauf London die ganze Zeit gewartet hat. Was ihr zuerst so abweisend und fremd erscheint, zum Beispiel John der Plattenladeninhaber von gegenüber oder der Rockstar, der gerade von seiner Freundin verlassen im Nachbarhaus wohnt, erweist sich bald als Fügung des Schicksals auf Bettys Suche nach Clara Pickel. Es ist einfach eine Geschichte mit der ich mich wohlgefühlt habe und bei der ich gestaunt habe, wie frei die Jugend nach dem ersten Weltkrieg das Leben genoss, aber auch wie konservativ alle sich verhielten sobald ein junges Mädchen unverheiratet schwanger wurde. Besonders ergreifend ist die Liebesgeschichte von Arlette und Goeffrey, die nie wirklich eine Chance gehabt hätte. Ich mochte alle Charaktere von Anfang bis Ende in diesem Buch furchtbar gern und ich war traurig als ich auf der letzten Seite angelangt war. Diese Geschichte zu lesen fühlte sich an, wie mit einem alten vertrauten Freund zu reden und ich finde es schade das Werke der Autorin bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt wurden.

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Das andere Kind
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197 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 18 Rezensionen

vergangenheit, mord, schuld, krimi, england

Das andere Kind

Charlotte Link
Flexibler Einband: 666 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 03.12.2010
ISBN 9783442376322
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Gwen ist der Prototyp einer alten Jungfer, die nur für ihren ignoranten Vater lebt, auf einer verlassenen Farm in Scarborough. Doch endlich begegnet sie einem Mann, der sie der Tristess entreißt und ein Ausweg aus dem unbefriedigendem Leben verspricht. Doch Fiona, die Freundin ihres Vaters aus Kindertagen vergiftet ihr Glück, in dem sie am Abend der Verlobung den Bräutigam bloßstellt und ihn als Erbschleicher bezeichnet. Kurz darauf wird die alte Dame erschlagen aufgefunden und der Mord wird in Zusammenhang gebracht mit dem Verschwinden einer Studentin ganz in der Nähe. Bald schon nach Fionas Tot wird das Siegel der Verschwiegenheit  über ein Familiengeheimnis gebrochen, dass Fiona und Gwens Vater seit ihrer Jugend bewahren, über das andere Kind. Dieses Geheimnis hat bewirkt, dass die Beziehungen mehrer Familien über Generationen hinweg vergiftet, eine junge Sozialarbeiterin fast mit dem Leben dafür bezahlt und das 60 Jahre später in einem blutigen Showdown gipfelt. 


Ich liebe einfach Charlotte Links Schreibstil. Einige mögen ihn als sehr ausladend empfinden, für mich nimmt sie sich einfach für die Geschehnisse und die handelnden Personen Zeit und gibt ihnen Raum zu atmen. Denn oft sind die Charaktere und das Beziehungsgeflecht der Protagonisten untereinander so komplex, dass sie es mir als Leser damit leicht macht, dem Geschehen zu folgen und Verständnis aufzubringen, auch für die Unsympathischen unter ihnen. Denn niemand ist einfach nur böse oder kaltherzig, es gibt halt immer zwei Seiten der Medaille. Das Hauptthema dieses Buches ist wohl die Schwierigkeit von Beziehungen und das die Vergangenheit unserer Vorfahren durchaus Einfluss auf unseren Alltag hat. Außerdem mag ich die Erzählform über zwei Zeitebenen hinweg. 
Man knaupelt jetzt zwar nicht an den Fingernägeln vor Spannung, aber ich habe mich über 670 Seiten gut unterhalten. bis zum Schluss hatte ich auch beim 10. Buch der Autorin, das ich gelesen habe, keine Ahnung wer der Mörder sein könnte. 

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Der Nachtwandler
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610 Bibliotheken, 43 Leser, 1 Gruppe, 106 Rezensionen

psychothriller, schlafwandeln, spannung, schlafwandler, nachtwandler

Der Nachtwandler

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 14.03.2013
ISBN 9783426503744
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Er erwacht aus einem Albtraum und seine Frau verlässt verletzt mit einem Koffer die gemeinsame Wohnung und beschuldigt ihn, sie misshandelt zu haben. In der Küche findet er Turnschuh in der Mikrowelle und seine Eltern sagen er hätte sie auf eine Kreuzfahrt geschickt. Das Problem Leon kann sich an Nichts davon erinnern. Voller Panik ruft er seinen Psychiater an, denn schon seit seiner Kindheit ist er Schlafwandler. Ist es möglich, dass er, der im wachen Zustand keiner Fliege etwas zu leide tun kann, im Schlaf zum Gewalttäter wird? Ist die Tür und das Labyrinth hinter seinem Kleiderschrank Realität oder eine Ausgeburt seines schlafenden Hirns? Leon beginnt, sich selbst im Schlaf zu filmen und was er dabei sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren und wie Alice im Wunderland entdeckt er eine Welt hinter den Spiegeln. Irrgänge die zu jeder Wohnung des Hauses führen und ein Mordanschlag auf den Pharmakologen im Dachgeschoss, lassen Leon schier wahnsinnig werden.
Und nicht nur die Hauptfigur, sondern auch den Leser. Ich folgte dem Autor in den Kaninchenbau und verhaspelte mich in den fein gesponnenen Fallstricken der Geschichte. Manchmal sah ich auf die Uhr, nach nur ein paar gelesenen Seiten und stellte fest, dass ich schon seit einer Stunde las ohne nur einmal inne zu halten. Nicht nur Leon Nader verlor jedwedes Zeitgefühl, sondern auch ich. Ich war verwirrt, aber auch total gefesselt. Manchmal war ich bestimmt schon ganz blau, weil ich das Atmen vergaß und ich hoffte, ja ich betete fast, dass eine plausible Erklärung für den Wahnsinn am Ende des Buches auf mich wartete. Und das tat es auch. Ich hätte nie gedacht, dass man die verworrene Geschichte auch nur halbwegs zu einem glaubhaften Ende führen konnte, aber Herrn Fitzek ist es gelungen und ich konnte wieder durchatmen. Aber ein beklemmendes Gefühl bleibt, denn es ist unfassbar wozu mache in der Lage scheinen, wenn sie schlafen.
Jeder sei gewarnt, der diese Geschichte zu lesen beginnt, man bleibt an ihr, wie in einem Spinnennetz kleben und kann dem Wahnsinn erst entfliehen, wenn man den einzelnen Fäden gefolgt ist.

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Tags: gewalt, labyrinth, mord, sadist, schlafwandler   (5)

  

 

Pandemonium
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28 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

dystopie, liebe, kampf, deliria, teil 2

Pandemonium

Lauren Oliver
E-Buch Text: 337 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 28.02.2012
ISBN B005MMJ84K
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Lena hat es geschafft. Sie ist dem System entkommen, dass Liebe zum Verbrechen erklärt hat. Aber der Preis, den sie dafür zahlen musste ist hoch. Ihre große Liebe Alex bleibt zurück und ihn erwartet für seinen Verrat die Todesstrafe. Zwar darf man in der Wildnis fühlen und denken was man will, aber sie ist auch grausam. In ihr ist kein Platz für Schwäche. Das erfährt sie nur zu bald am eigenen Leib. Der Winter steht vor der Tür, Nahrungsmittel sind knapp in der Wildnis und das System hat seine Feinde außerhalb des Zaunes noch lange nicht vergessen. Außerdem gibt es da noch die Plünderer, die bereitwillig für ein bisschen Essen töten. So kommt es das die Gruppe, die Lena gerettet hat, starke Verluste hinnehmen muss und sich entschließt den verhassten Staat von innen heraus zu infiltrieren. Dabei wird sie auf Jonathan angesetzt, Sie soll ihn infizieren, aber schon bald, ist er derjenige der den Schmerz in Lena, über Alex’ Tod lindert.
Toller zweiter Teil der Delirium Trilogie. Oft haben gerade die Mittelteile immer den Haken, etwas schwach daherzukommen. Schön zu sehen, das es diesmal nicht der Fall ist. Lena begeistert mich immer noch. Die tolle Verwandlung die sich in ihr in Delirium abgezeichnet hat, geht weiter. Mit jedem Tag in der Wildnis wird sie stärker, verliert dabei aber Ideale nie aus den Augen. Über Alex erfährt man nichts Neues. Dafür kommen jede Menge neue Figuren dazu, mit denen ich geliebt, gelitten und getrauert habe. Es geht auch rauer zur Sache in diesem Teil. Da sterben schon mal ein paar Plünderer oder Stadtbewohner. Außerdem zeigt die Autorin die Kehrseite, der klinischen Welt der Geheilten. Womit man eigentlich nie gerechnet hätte, es dann aber als logische Schlussfolgerung aus allem erkennt. Ich bin einfach nur begeistert und freue mich auf den dritten Teil, auch wenn es da anscheinend, wie in vielen anderen Storys seit Stephenie Meyers „Twilight“ zu einer Dreiecksbeziehung kommt. Aber egal ich mag einfach den Stil von Lauren Oliver. Bisher konnte ich keines ihrer Bücher aus der Hand legen, bevor die Geschichte nicht erzählt war.

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Tags: deliria, dystopie, kampf, liebe, rebellen, system   (6)

  

 

The Selection
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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

liebe, dystopie, kasten, prinz, braut

The Selection

Kiera Cass
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Childrens Books, 24.04.2012
ISBN 9780062059932
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Panem meets the Bachelor
Illéa ist ein noch junges Land und der Frieden mit den Nachbarländern nach dem vierten Weltkrieg noch fragil. Um die Thronfolge zu sichern und die Stabilität im Inneren zu wahren, sind alle Mädchen des Landes aufgerufen sich als künftige Prinzessin zu bewerben, Der Prinz darf dann aus den 35 Besten wählen. America beugt sich nur widerwillig dem Wunsch ihrer Mutter und ihres Freundes Aspen und tritt zur Wahl an. Sie möchte nur Aspen heiraten, doch der steht im Kastensystem Ilèas noch unter ihr, zudem winkt den Finalistinnen ein sozialer Aufstieg, was bedeuten würde ihre Eltern und Geschwister müssten nie mehr Hunger leiden. Was sie nie für möglich gehalten hatte geschieht, sie ist eine von den 35 die in den Palast zitiert werden. Dort angekommen gewinnt sie recht bald mit ihrer forschen, ehrlichen Art die Sympathie des Prinz Maxton und schon bald, kann sie sich auch seinem Charme nicht entziehen, wenn da nicht, ja wenn da nicht die brennende Liebe zu Aspen wäre.
Das Buch hatte mich von der ersten Seite. Kaum das ich zu lesen begonnen hatte, war ich mitten in Illéa und an Americas Seite. Ihre vorwitzige, unerschrockene, ehrliche Art hat nicht nur Maxton, sondern auch mich sofort für sie eingenommen. Ein bisschen anstrengend war es mir die vielen Namen zu merken und mir dahinter ein Mädchen vorzustellen, denn immerhin sind es 35 potentielle Kandidatinnen, die die Autorin Gott sei Dank nicht alle ausführlich aufführt. Umso gelungener sind dafür die auffälligen Charaktere wie die sanfte Marlee oder das Miststück Celeste, die man entweder liebt oder abgrundtief hasst.
Ich muss zudem gestehen, dass die Story so ein bisschen den Märchenfan in mir befriedigt hat, mit einer wenn gleich spröden, so doch grundsympathischen Cinderella. Da das Ganze auf eine Dreiecksgeschichte rausläuft, warte ich gespannt auf die Fortsetzung, denn ich sähe ehrlich nur ungern das Maxtons Herz gebrochen wird.

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Tags: armut, heirat, kaste, liebe, prinz, rebellen   (6)

  

 

Vertraute der Sehnsucht
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(65)

168 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

vampire, liebe, mira, krieg, entführung

Vertraute der Sehnsucht

Lara Adrian , Katrin Kremmler
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Egmont Verlagsgesellschaft, 14.02.2013
ISBN 9783802588846
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Es sind 20 Jahre vergangen, seit Drago der Menschheit die Existenz von Vampiren offenbart hat. Lucan, als Oberhaupt des Ordens bemüht sich noch immer um Frieden zwischen den Menschen und seiner Spezies, aber auf den Strassen herrscht Krieg. Mira ist erwachsen geworden und eine grimmige Kriegerin, die es den Rebellen nachträgt ihren Geliebten Kellan vor 8 Jahren getötet zu haben. Nach unerlaubtem Einsatz von Gewalt, gegen einen potentiellen Informanten der Rebellen, wird sie degradiert und dazu verdonnert, einen exzentrischen Wissenschaftler zur Friedensversammlung zu eskortieren. Als dieser entführt wird gerät gerade sie in die Hände, der Leute die sie so sehr hasst, nichts ahnend, dass sie gezwungen ist sich den Geistern ihrer Vergangenheit zu stellen und in einem unterirdischen Bunker, die Liebe ihres Lebens findet. Derweil wächst aber eine größere Macht im Verborgenen heran, die sich gegen den Orden wendet. Ein großangelegtes Attentat auf der Konferenz kann gerade noch verhindert werden, aber das ist erst der Anfang.
Schön fand ich, dass eine neue Generation die Bühne betritt, obwohl ich Schwierigkeiten hatte mir die Namen zu merken und wer zu wem gehört. Außerdem die Idee, dass keiner altert will auch nicht ganz in meine Phantasie passen, wenn dann der Sohn/Enkel mit seinem Vater/Großvater spricht und beide sehen gleich aus, seltsame Vorstellung. Am Anfang hat mir die Geschichte nicht so gefallen, weil für meinen Geschmack zu viel Matratzensport zwischen Kellan und Mira beschrieben wurde, der ja in den anderen Teilen zum Vorteil der Geschichte in den Hintergrund getreten war. Vielleicht liegt es einfach auch nur daran, dass ich in letzter Zeit zu viele Bücher, a la E.L. James gelesen habe. Aber das Ende hat alles wieder rausgerissen, auch wenn Tess Heilungsfertigkeiten ein bisschen zu überstrapaziert wurden. Es war schön zu erfahren welche Vampire mit ihren Stammesgefährtinnen Kinder bekommen haben und was sonst aus ihnen wurde. Die neue UV-Waffentechnologie, eine neue Superrasse aus Atlantis und neue Krieger lassen mich ungeduldig auf eine Fortsetzung hoffen. Romantiker kommen bei diesem Band auf ihre Kosten.

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Tags: kampf, liebe, orden, rebellen, sex, vampir   (6)

  

 

Erwählte der Ewigkeit
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(122)

261 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

vampire, dragos, liebe, tavia, blut

Erwählte der Ewigkeit

Lara Adrian , Katrin Kremmler
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Lyx, 01.08.2012
ISBN 9783802583858
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Er hat sich geopfert, damit der Orden sich vor Dragos in Sicherheit bringen kann. Jetzt wird er von der Polizei gejagt. Chase hatte schon damit abgeschlossen, seinen Verstand an die Blutgier zu verlieren, doch bevor es dazu kommt, bricht Tavia in sein Leben und seine Pläne wie ein blonder Wirbelwind. Eigentlich sollte sie ihn identifizieren, als den Attentäter auf den Senator, doch irgendetwas zieht sie magisch zu dem gutaussehenden Wilden an. Als er sie zu ihrem eigenen Schutz entführt, werden die Bande zwischen ihnen stärker, ohne das einer der beiden das wirklich wollen würde. Doch Tavia muss seit ihrer Kindheit mit Medikamenten behandelt werden, die den Ausbruch einer schweren Krankheit verhindern sollen. Als sie diese aufgrund der Entführung nicht nehmen kann, offenbart sich ihr und Chase ein unglaubliches Geheimnis. Aber es bleibt keine Zeit sich diesen Entdeckungen ausgiebig zu widmen, denn Dragos hat zum finalen Schlag gegen den Orden ausgeholt. Seine Machenschaften offenbart die Existenz der Vampire vor den Menschen und fordert blutige Opfer.
Das langersehnte Finale, um Dragos Machenschaften. Neun Bände lang habe ich dem entgegengefiebert und gehofft dass es dem Orden gelingt seinen finsteren Plänen Einhalt zu gebieten. Aber Dragos ist ein wundervoller Fiesling, weil so perfide, verschlungene und folgenreiche Pläne, kann sich nicht jeder Bösewicht auf die Fahne schreiben. Neben der Geschichte um Chase und Tavia, trifft man auch gute alte Bekannte wieder. Aber wer denkt, die Story sei ausgelutscht und erzählt, der irrt, denn Frau Adrian hat noch zwei, drei Asse im Ärmel. Wer hätte schon damit gerechnet, dass es da draußen auch weibliche Vampire gibt, galt das doch bisher als unmöglich, oder das alle Stammesgefährtinnen Väter haben, die einer langlebigen Rasse angehören, die die ursprünglichen außerirdischen Invasoren bekämpft haben. Ich meinerseits bin froh, mich noch nicht endgültig vom Orden verabschieden zu müssen und Band 11 liegt schon bereit. Denn hinter den altbewährten grimmigen Kriegern, wächst eine neue Generation heran, bereit sich ins Abenteuer aus Erotik, Blutgier, Gewalt und Liebe zu stürzen. Ich bin auf alle Fälle dabei.

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Tags: blut, genetische experimente, kampf, sucht, vampir   (5)

  

 

Delirium
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(556)

1.164 Bibliotheken, 24 Leser, 13 Gruppen, 197 Rezensionen

liebe, dystopie, krankheit, zukunft, alex

Delirium

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.11.2011
ISBN 9783551582324
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Kann denn Liebe Sünde sein? Sünde vielleicht nicht, aber in einer fernen Zukunft verboten. Es dauert nur noch wenige Tage, dann ist Lena von dem Fluch amor deliria nervosa zu bekommen, durch einen kleinen Eingriff geheilt. Einen letzten Sommer hat sie noch, bevor sie zur Uni geht, den Mann heiratet der für sie ausgesucht wurde und nur noch ein erkennendes Nicken für ihre beste Freundin Hana übrig hat. Eigentlich kann sie es kaum erwarten, befürchtet sie doch so zu enden wie ihre Mutter, die nicht von der Liebe geheilt werden konnte, aber dann begegnet sie Alex. Alex ist anders, er gibt ihr das Gefühl schön zu sein, er zeigt ihr welche Welten außerhalb der Grenzen auf sie warten und er ist derjenige der sie mit amor deliria nervosa infiziert. Für ihn ist sie bereit ihre Familie zurückzulassen und sogar eher zu sterben, als dieses Gefühl wieder zu verlieren.
Dieser Dystopie-Roman ist erschreckend zum einen und fesselnd zum anderen. Es ist unwahrscheinlich gruselig sich eine Welt ohne Liebe vorzustellen. Bedeutet es doch, dass nicht nur die romantische Liebe aus dem Alltag verbannt wurde, sondern auch die Liebe zu Geschwistern, Kindern, ja sogar die Begeisterung für Hobbys. Am erstaunlichsten finde ich die Wandlung die Lena innerhalb des Buches vollzieht. Von einem Kind, das die Lehren des Staates verinnerlicht hat und das unter dem Stigma der unheilbaren Mutter, die Selbstmord beging, bei ihrer Tante aufwuchs, hin zu einer jungen Erwachsenen, die die Schönheit der Welt begreift unter dem Einfluss der Liebe und die den Schmerz, als Kehrseite der Medaille auch begreift und auslebt. Die Figuren sind alle vielschichtig. Hana zum Beispiel, die rebelliert, aber nicht den Mut hat den letzten Schritt zu wagen oder die kleine Grace, deren Widerstand im Schweigen besteht. Und Alex ist mal kein umwerfend schöner Weltverbesserer, sondern ein Rebell, der mit eigenen Unsicherheiten zu kämpfen hat. Unterstützt wird die Authentizität der Geschichte durch Zitate aus fiktiven Werken, die als anerkannte Lehrbücher vom System zugelassen sind.
Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und freue mich darauf Band 2 zu lesen. Ich muss einfach erfahren, wie es Alex ergangen ist. Delirium kann ich allen nur ans Herz legen, die „Die Tribute von Panem“ und „Die Auswahl“ verschlungen haben und von düsteren Zukunftsvisionen einfach nicht genug bekommen können.

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Tags: dystopie, eingriff, liebe, verbot   (4)

  

 

Das Washington Dekret
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81 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

usa, washington, verschwörung, thriller, komplott

Das Washington Dekret

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess , Marieke Heimburger
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei dtv, 24.01.2013
ISBN 9783423280051
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Als sie bei einer Quizshow eine Reise mit dem Senator nach China gewannen, auf der dessen Frau ermordet wurde, ahnte noch niemand der Gewinner, das dieses Ereignis sie eng zusammenschweißen würde, und sechszehn Jahre später genau diese Freundschaft das Schicksal der USA bestimmen sollte. Der Senator ist inzwischen zum Präsidenten aufgestiegen und kurz davor den Triumph zu feiern, als bei einem Anschlag die hochschwangere First Lady tödlich getroffen wird. Aus Trauer, Wut und Entsetzen, bereits zwei Frauen durch Waffengewalt verloren zu haben, setzt Präsident Jansen ein Dekret auf, in dem er die Gesetze des liberalsten Landes der Welt auf den Kopf stellt und Amerika vorübergehend zu einem Polizeistaat umfunktioniert. Wer sich den neuen Anordnungen in den Weg stellt, wird schon bald auf blutige Weise überzeugt, wie brutal Waffen und wie notwendig Reformen sind. Doch einige militante Milizen lassen sich nicht so einfach entwaffnen und es beginnt ein brutaler Bürgerkrieg. Doch es ist nicht immer alles wie es auf den ersten Blick scheint, denn im Hintergrund zieht jemand die Fäden, dem das Wohl des Volkes egal ist und der allein auf seinen Vorteil bedacht ist. Als die ehemaligen Quiz-Teilnehmer hinter das Komplott kommen, setzten sie alles daran den Verrat aufzudecken und um zu verhindern, dass noch mehr Menschen aufgrund des Dekrets zu Schaden kommen.

Nach den Anschlägen von Newtown, ein erschreckend aktuelles Buch und beängstigend realistisch. Jussi Adler-Olsen zeigt einmal mehr sein Erzähltalent und seine Bandbreite. Wer glaubt er könne nur Krimis schreiben, irrt was er auch schon meiner Meinung nach mit Alphabethaus unter Beweis gestellt hat. Ich scheue sonst immer vor Politthrillern zurück, aber dem Autor gelingt es anschaulich Hintergründe und Zusammenhänge darzustellen, ohne das ich auch nur einmal versucht war gelangweilt zu gähnen. Im Gegenteil, teilweise war es so spannend, dass ich mir die Fingernägel abgeknappert hätte, hätte ich das Buch nicht halten müssen. Man hält zwar nicht die Luft an, man kann aber einfach nicht aufhören zu lesen. Eine düstere Zukunftsvision die der Autor da zeichnet und spannend bis zur letzten Seite plus einem, für mich, überraschenden Ende. Der einzige Kritikpunkt den ich habe, ist das die deutsche Übersetzung wohl keinen Lektor gesehen hat. Denn gerade im letzten Drittel bin ich mehrmals über unsinnige Satzkonstruktionen gestolpert. Sonst stören mich ja kleine Fehler nicht, weil das kann vorkommen, aber die waren doch sehr gravierend und wenn ich soviel für eine Hardcover Ausgabe bezahle, erwarte ich einfach eine gewisse Sorgfalt.

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Tags: anschlag, gewalt, mord, verschwörung, washington, überwachung   (6)

  

 

Der dunkle Ritter
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(8)

33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, tina st. john, romantik, ritter, burg

Der dunkle Ritter

Tina St. John , Susanne Kregeloh , Lara Adrian
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Egmont Verlagsgesellschaft, 01.10.2012
ISBN 9783802585227
Genre: Historische Romane

Rezension:

Kinder werden von ihm gewarnt, die wildesten Gerüchte ranken um ihn: „Blackheart“ der berüchtigtste und der grausamste unter Richards Kreuzrittern. Nach dem Tod eines Vasallen wird er vom König persönlich als Verwalter auf dessen Besitz Fallonmour eingesetzt. Nur widerwillig übernimmt er diese Aufgabe, ist doch das Schlachtfeld seine Heimat und er ein geborener Krieger. Doch was Cabal nicht ahnt, ist das er sich bald einem mächtigeren Gegner gegenübersieht, denn die junge, aber starrsinnige Witwe denkt gar nicht daran sich so ohne weiteres das Zepter aus der Hand nehmen zu lassen. Viel zu verbunden ist sie mit Fallonmour und den Menschen die dort leben, als das sie sich Vorschriften machen lässt. Dennoch ist da eine Anziehungskraft zwischen den beiden, der sie sich nicht sehr lang entziehen können und ihr schon bald erliegen. Aber der Frieden währt nicht lange, denn der Bruder des Verstorbenen beansprucht das Lehen für sich, notfalls mit Gewalt.

Ein schöner Schmachtroman, wenn auch zwei drei Ungereimtheiten mir hier und da aufgefallen sind. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Es ist alles dabei was man sich von solch einem Roman wünscht: eine starke, für ihre Zeit arg emanzipierte Frau, ein zum niederknien gutaussehender Held mit ner Menge Herz, finstere, zum Teil übelriechende Schurken und ein hinterhältiger Feind, der bereit ist über Leichen zu gehen und vor allem ein Happy End. Ein bisschen mehr Focus auf Cabals Vergangenheit hätte vielleicht nicht geschadet, dann wäre die Wandlung vom mordenden Schrecken Jerusalems zum liebevollen, aufmerksamen Ritter nachvollziehbarer gewesen. Dafür fand ich Emmalyn hervorragend gezeichnet. Nicht auf den Mund gefallen, aber auch nicht zu emanzipiert um sich dem strahlenden Helden zu verweigern. Und all das in Lara Adrians wundervoller Erzählweise. Ein schöner Liebesroman, für kitschige Stunden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

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Tags: kampf, kreuzzug, liebe, romantik, sex, witwe   (6)

  

 

Der Kelch von Anavrin
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(10)

35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

anavrin, teil 03, kampf, gut gegen böse, drachenkelch

Der Kelch von Anavrin

Tina St. John , Holger Hanowell , Lara Adrian
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Egmont Verlagsgesellschaft, 09.11.2012
ISBN 9783802585203
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Alles in ihm schreit nach Rache, denn er hat bei einem Überfall auf seine Burg alles verloren: sein Heim, seine Frau und seinen Sohn. Getrieben den Verantwortlichen zur Strecke zu bringen macht Randwulf of Greycliff sich mit zwei Teilen des Drachenkelchs auf, der Gerechtigkeit genüge zu tun. Als er Schiffbruch erleidet, ahnt er nicht dass die Schöne, die ihn am Strand findet, sein Schicksal wird. Serena lebt mit ihrer Mutter abgeschieden im Wald. Sie hat die Gabe ins Innere eines Menschen zu sehen und Rands Schmerz und Wut erfüllt ihr Herz, doch schon bald wandelt sich dieses Gefühl in Liebe. Doch lange wehrt der Frieden nicht, denn das Böse ist bereits unterwegs, um sich den Drachenkelch zu holen und die Herrschaft über diese Welt und über das magische Reich Anavrin einzufordern. Dabei spielt Serenas Mutter eine größere Rolle in dem Drama, als alle Beteiligten zunächst vermutetet hätten.

Dies ist das Ende der Drachenkelchsaga von Lara Adrian und für meinen Geschmack kein schlechtes. Man darf jetzt bei dem Buch die Messlatte nicht zu hoch anlegen. Das Thema ist literarisch nicht tiefgreifend, aber unterhaltsam. Halt ein typisch historischer, fast kitschiger Liebesroman. Rand und Serena geben dabei ein sehr überzeugendes Liebespaar ab und die Geschichte an sich wird zum Schluss, so aufgelöst, das alle drei Teile ein rundes Ganzes ergeben. Von mir aus hätte der spannende Teil mehr umspannen können. als das letzte Drittel, aber die Entwicklung der zarten Liebesbande nahm dann doch mehr Platz ein, als erwartet. Ich habe mich aber nicht eine Minute dabei gelangweilt, auch wenn Serena mir manchmal eine Spur zu naiv war. Ich mag lieber die sturköpfig, schlauen, starken Frauen in solchen Büchern. Sonst kann ich diesen Band alle Lara Adrian Fans nur empfehlen, wenn man Teil 1 und 2 der Drachenkelchsaga schon mochte.

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Tags: anavrin, gut gegen böse, kampf, kelch, liebe   (5)

  

 

Dornentöchter
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(71)

123 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 59 Rezensionen

tasmanien, mord, australien, familie, cottage

Dornentöchter

Josephine Pennicott , Julia Walther
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei List, 01.09.2012
ISBN 9783471350867
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Vor kurzem ist ihre Mutter gestorben, ihre Tochter wird in der Schule gemobbt und ihr Mann hat sie wegen einer jüngeren New-Age Anhängerin verlassen. Mehr als nur ein guter Grund das hektische Sydney einzutauschen gegen das beschauliche Örtchen Pencubitt in Tasmanien. Sadie zieht in das Häuschen, in dem ihre Großmutter, die berühmte Schriftstellerin Pearl Tatlow früher lebte und auf grausame Weise ermordet wurde. Sie macht sie daran die Familientragödie aufzuarbeiten und muss sich im Zuge dessen vielen Geistern aus der Vergangenheit stellen, denn der kleine Ort hat längst nicht vergessen. Dafür hat die exzentrische Pearl zu viele Wunden mit ihrem Lebenswandel dem Fischerstädtchen vor 70 Jahren zugefügt. Unter der friedlichen Oberfläche schwelt noch immer alter Hass und nie vergessene Kränkungen werden wieder wach. Aber nie hätte sie zu hoffen gewagt, dass sie auch einer neuen Liebe und einem zufriedenerem Leben begegnen würde.
Mir hat der Roman von Josephine Pennicott richtig gut gefallen. Erzählt wird in zwei Zeitebenen und zwar so gut, dass es dem Leser leicht fällt sich von 1938 in die Gegenwart zu begeben und umgekehrt. Obwohl Pearl eine bipolare Störung aufweist und sie als Figur so gar nichts tut, um zu gefallen, konnte ich mich einer gewissen Sympathie ihr gegenüber nicht entziehen. Aber am liebsten mochte ich Birdie. Die Künstlerin, die in Pearl eine verwandte Seele findet, aber auf der anderen Seite geschockt ist von deren Lebens- und Gefühlswandlungen. Sie die immer geträumt hat der spießigen Enge von Penncubitt zu entfliehen und dann doch hochbetagt noch immer in ihrem Seagull Cottage haust, hatte es mir einfach angetan. Außerdem kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn einem der Mann der Freundin gefällt.
Zum Schluss führen alle gesponnen Erzählstränge zusammen fügen sich in ein Großes und Ganzes, auch wenn das Ende etwas fad daherkommt. Ich hätte mir eine spektakulärere Auflösung des Mordfalles gewünscht, aber die emotional aufgeladenen Figuren lassen mich über diese Schwäche hinwegsehen.

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Tags: familiengeschichte, geheimnis, geister, mord, schriftsteller, tasmanien   (6)

  

 

Léon und Louise
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(79)

141 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

liebe, krieg, paris, 2. weltkrieg, frankreich

Léon und Louise

Alex Capus
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.07.2012
ISBN 9783423141284
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Die Schule interessiert Léon nicht, sondern er möchte sein Land unterstützen das sich seit 1914 im Krieg mit Deutschland befindet. So verschlägt es ihn in einen kleinen Ort, wo er als Morseassistent mehr schlecht als recht seine Pflicht erfüllt. Dort lernt er Louise kennen und ist beeindruckt von dem burschikosen Mädchen, das es auf sich genommen hat Familien von ihren gefallenen Söhnen zu unterrichten. Beide sind jung und verlieben sich ineinander, aber das Schicksal hat anderes mit ihnen vor und trennt die beiden. Erst nach zehn Jahren begegnen sie sich durch Zufall in Paris wieder. Aber auch jetzt scheint nicht der rechte Zeitpunkt zu sein, um ihre Liebe aufleben zu lassen, denn Léon ist verheiratet und Louise ist zu sehr Freigeist um sich in eine Liebelei mit ihm zu stürzen. Die Jahre vergehen, und zwischen ihnen liegen nun tausende Kilometer, aber gerade aus dieser Distanz heraus ist es ihnen möglich am Leben des anderen teilzuhaben, auch wenn sie wie die zwei Königskinder, in dieser Zeit doch nie wirklich zusammenkommen können.
Dieses Buch ist eine schöne, poetische, wenn auch eher distanzierte Liebesgeschichte, denn den beiden Protagonisten ist es lange Zeit nicht vergönnt ihre Liebe zu leben und ich glaube das es dadurch glaubhafter wird. Erst nachdem beide die Welt für sich entdeckt haben und an ihren Fehlern gewachsen sind, ist ihnen ein gemeinsames Leben vergönnt. Ich mochte vor allem Louise forsche Art, ihre eher männliche Art an die Dinge heranzugehen, wohingegen Léon mit seinem stillen Widerstand und seinem Hang zum Pragmatismus, weibliche Wesenszüge aufweist. Bemerkenswert fand ich wie es dem Autor gelingt der Geschichte Authentizität einzuhauchen, einfach dadurch das man manchmal dem richtigen Menschen zur falschen Zeit begegnet, zeitgleich aber noch Platz zum träumen lässt, in dem er Hoffnung gibt, dass man nur ausreichend Geduld mit bringen muss, damit alles sich zum Guten wendet. Oder das man einen Menschen heiß und innig lieben, aber nicht mit ihm leben kann. Ich liebe Léons alltägliche, manchmal aber auch geradezu poetische Sicht auf Dinge. Er ist halt im Gegensatz zu Louise ein stiller Rebell und damit mein heimlicher Held, auch wenn ich stellenweise gern Louises unerschrockenes Naturell gehabt hätte. Einfach ein tolles Buch, um ein Liebespaar im Wandel der Zeit.

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Tags: frankreich, jugendliebe, krieg   (3)

  

 

In den Augen der anderen
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(67)

177 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 24 Rezensionen

autismus, mord, familie, asperger syndrom, asperger-syndrom

In den Augen der anderen

Jodi Picoult , Rainer Schumacher
Fester Einband: 684 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 15.08.2011
ISBN 9783431038415
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Er ist besser als jeder Forensiker. Er kennt sich aus mit Tatorten und Mordmethoden. Flüchtig betrachtet, würde man Jacob für einen ganz normalen jungen Mann halten, aber er hat das Asperger Syndrom, eine Form des Autismus, der den Alltag seiner Familie und seiner Mitmenschen mitunter schwierig gestaltet. Da gibt es zum Beispiel blaue Freitage oder Wutanfälle weil die Probierhäppchenverkäuferin im Supermarkt nicht an ihrem angestamten Platz steht. Als seine Tutorin tot aufgefunden wird und die Polizei herausfindet, dass Jacob sich am Tatort zu schaffen gemacht hat, gerät er unter Mordverdacht. Aufgrund seines auffälligen Verhaltens wird er schnell zum Opferlamm, nur seine Mutter glaubt noch an seine Unschuld. Aber auch ihr kommen manchmal Zweifel, ob ihr Sohn nicht doch aus einer verqueren Logik heraus einen Menschen töten könnte. Dennoch kämpft sie für ihren Sohn und darum, dass er einen fairen Gerichtsprozess bekommt, bei dem die Besonderheiten seiner Erkrankung Berücksichtigung finden.
Das Buch ist mal wieder ein typischer Jodi Picoult. Ein sozial brisantes Thema, bei dem die kontroverse Diskussion durch Staatsanwalt und Anwalt vor Gericht ausgetragen wird. Ich für meinen Teil habe durch die Geschichte viel übers Asperger-Syndrom gelernt, denn die Autorin hat ihre Hausaufgaben gemacht und sich Hilfe für Jacobs Sicht von einer Asperger-Patientin geholt. Man erfährt etwas über die Gedankenwelt dieser Menschen und warum die Krankheit auch als „Oops wrong planet“-Syndrome bezeichnet wird. Am besten aber hat mir der Charakter des jungen Anwalts gefallen, der kaum das College absolviert, ohne Erfahrung im Strafrecht, in diesen brisanten Fall gerät und für einen Mandanten kämpfen muss, über den die Umwelt eigentlich nur den Kopf schüttelt. Es macht Spaß bei seinen Lernprozessen dabei zu sein und mit seiner Unsicherheit hat er in mir das Welpenschutzprogramm aktiviert. Aber nicht nur bei mit scheint sein Charme zu funktionieren, sondern auch bei Jacobs Mutter Emma, die sich endlich auch wieder als Frau wahrgenommen fühlt und nicht nur als Mutter eines Kindes mit Autismus. Obwohl das jetzt schon mein neunter Roman der Autorin ist und der Aufbau der Story den anderen ähnelt, konnte ich es doch nicht beiseite legen, bevor ich nicht wusste wie die Tutorin ums Leben kam. Wie immer hat dieser Roman, meine Sicht über den Tellerrand ein wenig erweitert und ich bin dankbar dafür, dass es solche Bücher gibt

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Tags: autismus, bruder, forensik, mord, prozess   (5)

  

 

Herr aller Dinge
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(77)

142 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

nanotechnologie, roboter, japan, andreas eschbach, robotik

Herr aller Dinge

Andreas Eschbach
Fester Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.09.2011
ISBN 9783785724293
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Ich weiß jetzt, wie man es machen muss, das alle Menschen reich sind
Als Kind scheint Hiroshi die Idee einleuchtend, die Kluft zwischen Arm und Reich einfach dadurch zu überwinden ist, dass einfach alle Menschen reich werden. Denn nachdem er sich mit der Tochter des französischen Diplomaten angefreundet hat, ist die beständige Ermahnung seiner Mutter sich vor reichen Menschen in Acht zu nehmen, allgegenwärtig. Als Erwachsener muss er jedoch erkennen, das die Lösung beileibe nicht so einfach ist, wie er es sich in seiner kindlichen Naivität ausmalte. Und doch ist da eine Logik in seiner Idee, der er sich einfach nicht entziehen kann. Getrieben von der Vision die Welt für immer zu verändern, vertieft er sich immer mehr in die Erforschung von Maschinen, die den Menschen unliebsame Arbeiten abnehmen und ein Leben im Überfluss ermöglichen sollen. Als seine Bemühungen an die Grenzen des technischen Fortschritts stoßen, kommt ihm außerirdische Technologie zur Hilfe, die seit Jahrhunderten auf einer verlassenen sibirischen Insel schlummert und die durch ein Forscherteam in Gang gesetzt wurde. Schon bald lernt er die extraterrestrische Nanotechnologie sich zu Nutze zu machen und wird Herr aller Dinge. Doch das ruft mächtige Gegner auf den Plan die alles daran setzen ihn aufzuhalten.
Wieder ein tolles Buch von meinem deutschen Lieblingsautoren. Auch wenn ich mich am Anfang etwas schwertat mit der Geschichte und es etwas arg gespickt war mit technischen Details, so habe ich mich nicht eine Sekunde gelangweilt. Zum Ende hin, als die Alien-Nanotechnologie zum „Leben“ erweckt wird, wurde es sehr viel mehr Science Fiction als ich zu Beginn erwartet hatte, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Die Geschichte wirkt trotzdem erschreckend glaubwürdig. Insbesondere die schicksalhafte Begegnungen zwischen Hiroshi und Charlotte und deren ungelebte Liebe. Eine richtige Gänsehaut bekam ich bei der Hypothese, dass eigentlich eine frühe, unentdeckte Hochkultur in der Menschheitsgeschichte, ebendiese Technologie entwickelt haben soll und damit, einem Virus gleich, das gesamte Universum entvölkert. Zutrauen würde ich es der Menschheit. Hatte ich sonst auch so meine Schwierigkeiten mit den Enden, die Herr Eschbach seinen Geschichten angedeihen lässt, so fand ich diesmal den Konflikt gut gelöst und folgerichtig. Es konnte einfach nur so enden, auch wenn die Liebe diesmal nicht gesiegt hat.
Für alle Eschbachfans ist dieses Buch einfach ein Muss.

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Tags: armut, freundschaft, nanotechnologie, paläontologie, schicksal   (5)

  

 

Ewig Dein
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(247)

434 Bibliotheken, 4 Leser, 6 Gruppen, 94 Rezensionen

liebe, stalking, wien, stalker, psychiatrie

Ewig Dein

Daniel Glattauer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Paul Zsolnay Verlag, 06.02.2012
ISBN 9783552061811
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Als er in ihr Leben trat, verspürte Judith einen stechenden Schmerz, der gleich wieder nachließ.
Doch bei diesem kurzen Schmerz sollte es nicht bleiben. Zunächst ist es eine ganz normale Liebesgeschichte. Frau trifft Mann, Mann verliebt sich in Frau und beide wollen es miteinander versuchen. Zuerst sonnt sich Judith in der Liebe und Aufmerksamkeit von Hannes. Zumal ihre Freunde und Familie hell auf begeistert sind von dem neuen Mann in ihrem Leben, aber schon bald, muss sie feststellen, dass ihr die Beziehung zu fest wird. Sie beendet das Ganze bevor ihr seine Liebe die Luft zum atmen nehmen kann. Da hat sie ihre Rechnung aber ohne Hannes Hartnäckigkeit gemacht und schon bald, wird aus einer anfänglichen Verliebtheit ein Albtraum.
Die ersten paar Seiten war ich enttäuscht, war ich doch von Daniel Glattauer durch „Gut gegen Nordwind“ fesselndere Prosa gewohnt. Doch dann packte mich das Buch. Am meisten beeindruckt hat mich die klare Darstellung von Judith. Glattauer lässt sie zuerst ihrem Narzissmus frönen und sich an der übermäßigen Liebe von Hannes und seine Aufmerksamkeit ergötzen. Dann aber nimmt die Nähe in der Beziehung überhand und seine Einmischungen in ihr Familienleben drängen sie ins Abseits. Schließlich fühlt sie sich verraten und verkauft, weil ihre Freunde für ihn Partei ergreifen und letztendlich bestimmt ihre Angst vor ihm, wie bei vielen Stalkingopfern, ihr Leben. Von Seite zu Seite wurde die Geschichte beklemmender und düsterer. Schön ist auch, dass die Story ein paar ungeahnte Wendungen enthält und immer wenn man glaubt, man wisse was auf den kommenden Seiten geschieht, wird man überrascht.
„Ewig Dein“ ist keine leichte Kost, aber dennoch wunderbar erzählt, mit Glattauers einzigartigem Sprachtalent und daher einfach empfehlenswert.

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Tags: beziehung, freunde, liebe, psychose, stalking   (5)

  

 

Linger
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(6)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

sprache, lyrik, verzweiflung, popstar, wölfe

Linger

Maggie Stiefvater
Fester Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Scholastic, 13.07.2010
ISBN 9780545123280
Genre: Sonstiges

Rezension:

Endlich ist Sam für immer Mensch und verwandelt sich nicht mehr bei Kälte in einen Werwolf. Alles könnte so perfekt sein, wären da nicht die Sorge um Beck, der Ärger, den der Neue fabriziert und etwas in Grace, dass sie mit jedem Tag schwächer und kränker werden lässt. Zu allem Überfluss beschließen auch noch ihre Eltern, die Autoritätskarte auszuspielen, um die Beziehung zu torpedieren. Sie finden es unverständlich, dass die Beziehung von Sam und Grace über pubertäres Hormonchaos hinausgehen soll und sehen sich durch Grace Trotz bestätigt. Aber nicht nur der elterliche Stress zehrt an Grace. Das Wolftoxin das in ihrem Blut zirkuliert seit sie als Kleinkind gebissen wurde, bringt sie bis an den Rand des Todes und nur eine Verwandlung kann ihr das Leben retten.
Der Anfang zog sich etwas in die Länge, aber ab dem ersten Drittel des Buches war ich infiziert. Vielleicht passte die Geschichte auch gerade in meine melancholische Herbststimmung, aber ich konnte mich den Personen einfach nicht entziehen. Besonders Sams Schwermut hatte es mir angetan. Aber auch Coles Wunsch sein Leben auf der Überholspur als Rockstar hinter sich zu lassen und in der Wolfsform einfach zu vergessen. Am besten fand ich die zarten Bande, die sich zwischen ihm und Isabel entspannen. Zumal sie die Figur war, deren Wandlung mich im Vergleich zu Band eins am meisten überrascht hat. Sie ist der Motor, der lebende Arschtritt für alle anderen Figuren nicht immer nur zu reagieren, sondern endlich zur Tat zu schreiten. Sie ist zwar ein bisschen schnoddrig und zynisch, aber am liebsten hätte ich auch so eine beste Freundin. Was mich genervt hat, waren Graces Eltern. Da lassen sie ihren Erziehungsbeitrag auf ein Minimum reduziert jahrelang dahinplätschern und als sie ihre 17 jährige Tochter zusammen mit Sam im Bett vorfinden, drehen sie ab. Ich fand die Reaktion völlig überzogen und kann es mir nur mit den in den USA herrschenden Moralvorstellungen versuchen zu erklären. Aber genervt hat es mich trotzdem. Dieses Buch liest sich wirklich am besten im Herbst, wenn die Tage beginnen grau zu werden, denn dann kann man die traurige Grundstimmung der Story am besten nachempfinden. Dieser Teil ist ein einziger Abschied zwischen zwei Buchdeckeln.

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Tags: liebe, lyrik, poesie, popstar, sterben, wölfe   (6)

  

 

Starters
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(478)

860 Bibliotheken, 14 Leser, 6 Gruppen, 240 Rezensionen

dystopie, starters, enders, body bank, zukunft

Starters

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch , Birgit Ress-Bohusch
Fester Einband: 398 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.03.2012
ISBN 9783492702638
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Nach einem Krieg in dem genozide Sporen zum Einsatz kamen, blieben nur die am Leben, die rechtzeitig geimpft wurden: die Alten und die Jungen. Somit unterteilt sich die Welt in die meist verarmten und verwaisten Starters und die reichen Enders. Um das Überleben ihres kleinen Bruders Tyler zu retten, begibt Calli sich in die Hände der Body Bank. Diese Firma verspricht Enders einen Ausflug in die Jugendlichkeit, in dem sie den Starters einen Chip implantieren, der die Fernsteuerung der Körper durch die gebrechlichen Alten ermöglicht. Doch die Mieterin von Callies Körper hat weit mehr vor, als ein paar Tage wieder in den Genuss von Sport und aufregenden Partys zu kommen. Dabei kommt es zu einer Fehlsteuerung des Chips und Callie erhält zeitweise die Kontrolle zurück und muss sich in außergewöhnlichen Situationen beweisen, um nicht vertragsbrüchig zu werden. Zudem scheint hinter der seriösen Fassade der Body Bank noch viel mehr zu stecken, als zuerst vermutet und plötzlich ist Callie Mittelpunkt einer Verschwörung zur Versklavung der Starters.
Starters ist ein weiterer toller Dystopie-Roman in den Regalen der Buchläden. Lissa Price entwirft ein erschreckend reales Szenario dem ich mich einfach nicht entziehen konnte. Was vor allem an den sympathischen Hauptfiguren Callie, Tyler und Michael lag. Zudem behandelt es die Frage des Generationen-Konflikt und das Unverständnis der beiden Gruppen füreinander. So haben die Alten das Geld, das sie sich hart erarbeitet haben, aber ihnen mangelt es an Agilität um ihren Reichtum zu genießen. Die Jugend hingegen besteht hauptsächlich aus Waisen, die mehr schlecht als recht versuchen auf der Strasse zu überleben. Das weckt auf beiden Seiten Begehrlichkeiten und es kommt unweigerlich zum Konflikt dieser beiden Gruppen. Zudem warf bei mir das Buch die schwierige Frage auf ob ich, wenn ich die Möglichkeit zum ewigen Leben bekommen würde, bereit wäre dafür über Leichen zu gehen. Dieses Buch ist auf dem ersten Blick nur ein weiterer Jugendroman, aber wenn man einmal begonnen hat zu lesen, sieht man sich nicht nur mit der Problematik des Generationenkonflikts konfrontiert, sondern auch mit der klaffenden Schere von Arm und Reich. „Starters“ mag ein Roman sein, der sich leicht liest, aber nicht unbedingt leicht zu verdauen ist.

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Tags: arm und reich, body bank, dystopie, familie, jung, usa   (6)

  

 

Time Out
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(26)

51 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

kohärenz, dystopie, computer, chip, thriller

Time Out

Andreas Eschbach
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.08.2012
ISBN 9783401066301
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die Kohärenz wird immer größer. Um noch mehr Mitglieder zu rekrutieren bedient sie sich des aufstrebenden jungen Erfinders des FriendWeb, Salzman, in dem er die Jugend dazu aufruft, sich einen Chip implantieren zu lassen, den sogenannten „Lifehook“. Diese neue Entwicklung betrachten Christopher und die kleine Truppe von Technologieaussteigern um Jeremiah Jones mit wachsender Besorgnis. Als auch noch der amerikanische Präsident mittels Chip in die Kohärenz aufgenommen werden soll, ist Eile geboten. Dabei überwerfen sich jedoch Christophers Pläne mit denen von Jeremiah Jones und er beginnt auf eigene Faust Nachforschungen, um die Gleichschaltung der Gehirne zu beenden. Mit dabei die Tochter des Gurus Serenity Jones, die sich endlich ihre Liebe zu Christopher eingesteht und ihm bei seiner aussichtslosen Mission zur Seite steht. Ein Wettlauf gegen die Zeit durch Europa beginnt, bei dem die Kohärenz ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Kein Wunder kann sie doch auf die Intelligenz von Millionen Gehirnen zurückgreifen und wie ein Schachspieler jeden Zug vorausberechnen.
Ein toller dritter Teil der „Hide*Out“-Triologie von Eschbach, in so rasantem Tempo geschrieben, dass es mir unmöglich war das Buch aus der Hand zu legen. Endlich gestehen sich Christopher und Serenity ihre Liebe und inmitten all der Trost- und Hoffnungslosigkeit, ist sie der Lichtstrahl, der der Geschichte einen Hauch Optimismus verleiht. Denn bis zum Schluss, scheint die Kohärenz die Oberhand zu behalten und eine komplette Vernetzung aller menschlichen Hirne unausweichlich. Ich habe wirklich bis zum Schluss gebangt und war dankbar, dass Christopher nicht als Held einmal mit einer brillianten Idee um die Ecke kommt und damit der Bedrohung ein Ende bereitet. Vielmehr sieht er sich Niederlagen und Rückschlägen gegenüber und zweifelt mehr als einmal an sich selbst, wie halt jeder im Leben. Zudem muss er lernen dass die Liebe ein zweischneidiges Schwert ist, das neben den größten Glücksgefühlen auch Eifersucht dazugehört, die ihn bei seiner Mission die Menschheit zu retten, bisweilen in die Quere kommt.
Das Ende fand ich toll, ein vorläufiges Happy End, das sich in Luft aufzulösen scheint, ob der Dummheit der Menschen. Es scheint so als würden wir einfach nicht aus unseren Fehlern lernen, oder aus Liebe zu anderen bereit sein sie einfach immer wieder zu wiederholen.

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Tags: chip, dystopie, freiheit, freundschaft, kampf, kohärenz, liebe, vernetzt   (8)

  

 
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