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Darkest Powers - Schattenstunde
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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Darkest Powers - Schattenstunde

Kelley Armstrong , Christine Gaspard
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.05.2013
ISBN 9783426507803
Genre: Science-Fiction/Fantasy

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Die Bekenntnisse der Sullivan-Schwestern
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(52)

100 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 41 Rezensionen

jugendbuch, schwestern, bekenntnisse, familie, liebe

Die Bekenntnisse der Sullivan-Schwestern

Natalie Standiford , Claudia Max
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.10.2012
ISBN 9783551582744
Genre: Kinder- & Jugendbuch

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Deine Augen, dein Tod
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(3)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Deine Augen, dein Tod

William H. Richter
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Fischer FJB, 01.02.2013
ISBN 9783841421456
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

"Ochee chornya...", flüsterte Wally.
"Was?", flüsterte Ella zurück. "Was heißt das?"
Dunkle Augen, dachte Wally, ohne es laut auszusprechen. Dunkle Augen, genau wie meine.
In der Ferne waren Polizeisirenen zu hören. Die beiden Männer gaben die Suche auf und liefen ostwärts die 87th Street entlang von der Bank weg, wo Wally und ihre Crew zusammengekauert, atemlos und zitternd saßen.
"Sie werden zurückkommen", sagte Wally. "Wir können nicht mehr hierbleiben."

--

INHALT:
Obwohl sie von einer liebevollen Familie adoptiert wurde und behütet aufgewachsen ist, ist die junge Wally zu einer wütenden, trotzigen Jugendlichen geworden, die auf der Straße lebt. Als sie Informationen über ihre leibliche Mutter erhält, macht sie sich auf die Suche. Doch sie ist nicht allein - ein Mann ist hinter ihr und ihrer Familie her, und er besitzt die gleichen Augen wie sie...

MEINE MEINUNG:
Drehbuchautor William Harlan Richter hat sich mit "Deine Augen, dein Tod" zum ersten Mal ans Schreiben eines Buches gewagt und sich dabei das Genre des Jugendthrillers ausgesucht. Der Roman sticht vor allem durch seine russische Hintergrundthematik aus der Masse hervor. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der personalen Sicht der Hauptfigur, zwischenzeitlich kommen allerdings auch ein Kommissar und ein Killer zu Wort. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und überzeugt besonders bei den Umgebungsbeschreibungen, wirkt allerdings für Straßenkinder und Verbrecher manchmal etwas zu geschliffen.

Wally ist mit ihrer Dickköpfigkeit und ihrem Trotz ein typischer Teenager, ihr Wunsch nach Freiheit lässt sich sowohl mit ihrem Straßenleben als auch mit ihrer Identitätssuche gut verbinden. Dabei ist sie zwar durchaus unkonventionell gestylt - sehr ungewöhnlich für einen Roman aus dem Young Adult-Bereich -, dennoch wirkt sie glaubwürdig, mit ihrer klaren Ausdrucksweise ist sie eine Figur zum Identifizieren. Ihre Freunde, die sie ihre "Crew" nennt, stehen ihr immer zur Seite und helfen, wo sie nur können, auch wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. Die drei sind sympathisch und tragen zur Story bei, bleiben allerdings nicht lange im Gedächtnis.

Bei den Nebencharakteren sticht besonders die verzweifelt um ihre Tochter kämpfende Adoptivmutter Claire hervor, die zwar - verständlicherweise - voller Sorge, gleichzeitig aber auch eine eindeutige Kämpfernatur ist, die für ihre Familie alles tut. Detective Atley, der den Fall einer ermordeten Freundin von Wally bearbeitet, erlangt die Sympathien des Lesers durch seine beherrschte, ruhige und freundliche Art, mit der er versucht, den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Der Bösewicht ist wirklich böse und das gefällt gut, weil er auch mal brutal wird und so realistischer rüber kommt - allerdings ist er etwas zu einseitig gezeichnet. Sein Partner ist da noch etwas authentischer, weil man sie bei ihm nie sicher sein kann, was er nun im Schilde führt. Insgesamt sind die meisten Figuren gut, aber nicht überragend, gezeichnet.

Die Geschichte selbst ist aufgrund der Wichtigkeit des Schauplatzes - die Straßen New Yorks - etwas Besonderes. William Richter kennt sich in diesem Gebiet definitiv aus und kann die Suche und vor allem die actionreichen Szenen so authentisch darstellen. Als Jugendthriller ist das Werk blutiger und brutaler als viele andere aus dem Genre, dennoch hat das Ganze so seine Längen. Vor allem, wenn Protagonistin Wally erneut breit und lang davon erzählt, weshalb sie auf der Straße lebt und weshalb sie sich mit ihren Freunden so verbunden fühlt wie einer Familie. Eine kleine Liebesgeschichte gehört ebenfalls zur Story, hält sich aber sehr im Hintergrund und geht anders aus als gedacht. Die Romantik ist so aber irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes, was unentschlossen scheint.

Wallys Suche nach ihrer echten Mutter gestaltet sich aufgrund vieler Gegenspieler äußerst schwierig - durchaus gut dargestellte Verfolgungsjagden und einige Schießereien bleiben also nicht aus. Diese wissen zu fesseln und können mitreißen, wirkten auf mich manchmal allerdings, als wären sie krampfhaft eingebaut worden. Zum Ende hin gibt es viele plötzliche Enthüllungen, von denen mich zwei sogar wirklich überraschen konnten. Als der Autor dann allerdings plötzlich einen weiteren Bösewicht regelrecht aus dem Hut zaubert, wird das Ganze arg unglaubwürdig, und dass gleich mehrere wichtige Figuren umkommen empfand ich als übertrieben. So hat man das Gefühl, dass der Schluss einige Längen im Mittelteil ausbügeln sollte, dabei aber nur den selben Fehler gemacht wurde wie er in vielen anderen Jugendthrillern vorkommt: Zu viel zu wollen und zu wenig zu schaffen.

FAZIT:
"Deine Augen, dein Tod" ist William Richters Debüt und zumindest zu Anfang durch angenehme Härte und einen originellen Hintergrund recht interessant. Dann allerdings wird das Ganze sehr zäh und verirrt sich am Ende auch noch in ein paar Ungereimtheiten. Hier hätte mehr draus gemacht werden können! 3 Punkte.

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Dark Destiny
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(90)

264 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

dystopie, joy, liebe, neél, krieg

Dark Destiny

Jennifer Benkau
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei script5, 18.03.2013
ISBN 9783839001455
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Mein Sichtfeld reichte nur noch bis zum Ende meiner Arme. Alles andere versank in grauem Nichts und erinnerte mich an meine Albträume.

Jemand fasste mich am Arm. Sagte etwas. Unverständlich. Ich grinste die Gestalt an. Erkannte eine Frau. Und schloss die Augen. Ich spürte noch, wie ich zur Seite kippte und gegen einen Körper stieß, mehr bekam ich nicht mehr mit.

--

INHALT:

Beim Chivvy der Percents, das Joys Chance zur Flucht sein sollte, wurde ihr geliebter Néel von ihrem eigenen Clan gefangen genommen - und gefoltert, was sie nicht verhindern konnte. Dann erfährt sie von seinem Tod, und sie weiß, dass sie nicht mehr bleiben kann, denn ihre Freunde sind nicht länger ihre Freunde. Sie macht sich auf die Suche nach Antworten auf die Fragen, die ihr keine Ruhe lassen wollen. Doch vor allem will sie noch immer nicht ihre Hoffnung auf Frieden aufgeben. Auf Frieden zwischen Menschen und Percents. Und auf Frieden in ihrem Herzen...

MEINE MEINUNG:

"Dark Canopy" von Jennifer Benkau konnte letztes Jahr viele, viele Bücherfans begeistern, nun schließt sie mit "Dark Destiny" direkt an die Geschehnisse aus Teil 1 an und zeigt uns wieder einmal, was für ein Schreibtalent sie besitzt. Es dauert nicht lang, und man fühlt sich Ich-Erzählerin Joy wieder genauso nahe, erlebt ihre Ängste mit und auch ihre Glücksmomente. Zwischenzeitlich wird dieser Schreibstil unterbrochen von Kapiteln aus der Sicht einer weiteren Person in der dritten Person, die auch deren Gefühle deutlich machen.

Die vergangenen Ereignisse haben Joy zu einer verzweifelten und gefährlich furchtlosen Frau gemacht, die um jeden Preis die Antworten auf ihre Fragen haben möchte. Noch immer kann sich der Leser perfekt mit ihrer starken, aber manchmal auch verletzlichen, Art identifizieren, auch wenn ihre Gedankengänge nun verständlicherweise noch etwas düsterer sind. Am meisten hat sich allerdings wohl Néel verändert: In gewisser Weise ist er gebrochen, was schon am Anfang schnell klar wird. Dennoch ist er ein Charakter, den man einfach lieben muss, weswegen man mehr als alles andere auf ein gutes Ende für ihn hofft.

Weitere altbekannte Charaktere lassen ebenfalls nicht lange auf sich warten, und besonders das Wiedersehen mit Joys ehemaligem besten Freund Matthial ist eine Geduldsprobe. Er will alles richtig machen und tut dabei so viel Unrecht, dass es nur schwer zu ertragen ist. Figuren wie der frohe, hilfsbereite Graves oder der kleine Edison lockern das Geschehen auf, während die blinde, verbitterte Alex oder Matthials ängstlicher Bruder Josh eine frustrierende Grundstimmung verbreiten. Die Persönlichkeiten könnten unterschiedlicher nicht sein, werden dabei jedoch nie schwarz-weiß gezeichnet, sondern wirken  immer authentisch und glaubwürdig.

Anfangs mag "Dark Destiny" für diejenigen, bei denen Band 1 schon eine Weile her ist - wie bei mir - etwas verwirrend sein, da es sich nicht mit Erklärungen aufhält. Im Laufe der Handlung werden aber immer wieder Informationen eingestreut, die beim Verstehen helfen. Spannend ist das Werk von der ersten bis zur letzten Seite, denn nicht nur formiert sich der Widerstand der Rebellen gegen die Percents, auch muss Joy mit ihren eigenen Problemen und Ängsten fertig werden. Es passiert viel, aber es wird nie unübersichtlich, und die Autorin versteht es hervorragend, den Leser mitzureißen und ihm schließlich auch eine gut durchdachte Erklärung dafür zu liefern, wie es zur Herrschaft der Soldaten über die Menschen kommen konnte.

Dies hier ist jedenfalls ein Buch, bei dem man viele, sehr viele, ja, Unmengen Tränen vergießt - Tränen des Glücks, Tränen der Freude, Tränen des Verlustes und letztendlich auch Tränen darüber, dass es zu Ende ist; auch wenn es noch so passend und noch so wunderbar geschrieben sein mag. Machen wir uns nichts vor: Abschied ist schwer. Und besonders  schwer ist der Abschied von Joy, von Néel, von allen, die dazu gehören und von einer ganz besonderen Geschichte. Aber es ist gleichzeitig auch ein guter Abschied, denn er gibt Hoffnung, selbst wenn er auf die ein oder andere Weise traurig ist. Besser geht es eben einfach nicht.

FAZIT:

Jennifer Benkau versteht es beinahe schon unverschämt gut, den Leser so mitzureißen und mitfühlen zu lassen, dass dieser nicht anders kann, als das ein oder andere Mal aus den verschiedensten Gründen in Tränen auszubrechen. "Dark Destiny" ist, genau wie der Vorgänger, unglaublich dramatisch, spannend, durchdacht und allgemein in allen Belangen perfekt. So müssen Dystopien sein! Von mir ganz klare 5 Punkte und eine unbedingte Empfehlung.

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Die Nacht der Magie
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(133)

249 Bibliotheken, 5 Leser, 12 Gruppen, 30 Rezensionen

vampire, magie, gestaltwandler, atlanta, curran

Die Nacht der Magie

Ilona Andrews , Jochen Schwarzer
Flexibler Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Egmont vgs/CVK, 15.03.2009
ISBN 9783802582141
Genre: Science-Fiction & Fantasy

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Du oder die große Liebe
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(156)

285 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 42 Rezensionen

liebe, luis, nikki, familie, alex

Du oder die große Liebe

Simone Elkeles , Katrin Weingran
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 01.04.2012
ISBN 9783570308080
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
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Die Seele der Elben
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(4)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Seele der Elben

Susanne Gerdom
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2011
ISBN 9783492267762
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:  
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Dämonenbraut
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(11)

18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

vampir, dämonen, spannung, dämonenbraut, fantasy

Dämonenbraut

Christina Fischer , Oliver Schuck
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Art Skript Phantastik, 01.07.2012
ISBN 9783981509205
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Konnte ich mir diesen Luxus erlauben, zu glauben? Gerade als ich den Mund zu einer Antwort öffnete, donnerte etwas gegen den Kombi. Mein Schrei erschreckte auch Anna. "Verdammt, was ist los?"Erschrocken blickte ich mich um, dann sah ich Schwingen über Klauen und Krallen und erstarrte."Dämonen", flüsterte ich und baute gleichzeitig meinen Schutzschild auf. "Halte durch", rief Anna. "Sie haben es schon gespürt. Bash und Richie laufen gerade aus dem Haus."Ein erneutes Rumpeln, ich wurde auf den Beifahrersitz geschleudert, und dann brach die Scheibe.

--

INHALT:
Sophie ist eine Dämonenbraut, ein A-Normalo, und zwar aufgrund eines Virus', das vor 60 Jahren beinahe die gesamte Menschheit infizierte, die nun aus Werwölfen, Hexen, Vampiren und ihresgleichen besteht. Mit einem Tropfen ihres Blutes ist Sophie in der Lage, Dämonen aus einer anderen Dimension rufen, die ihr zur Hilfe verpflichtet sind. Diese Fähigkeit kann sie gut gebrauchen, denn in ihrem Job als Agentin wird sie zu einem Fall gerufen, der ihr alles abverlangt: Ein schwarzer Hexenmeister begeht Ritualmorde an mächtigen A-Normalos und scheint nicht zu stoppen zu sein. Gezwungenermaßen muss Sophie die Hilfe des attraktiven Samuel annehmen - doch kann sie ihm wirklich trauen?

MEINE MEINUNG:

SCHREIBSTIL
Christina M. Fischer besitzt einen beinahe durchweg flüssigen Schreibstil, der insbesondere bei den Beschreibungen der Kämpfe und phantastischen Wesen ein großes Verständnis für Worte und das Schreiben zeigt. Das eher schludrige Lektorat verhindert allerdings, dass man sich richtig wohlfühlt, denn Wortwiederholungen, Rechtschreibfehler, fehlende Buchstaben oder verworrene Sätze sind des Öfteren zu finden. Wird da noch einmal drüber gegangen, so kann sich der Stil sicherlich noch ein Stück besser entfalten.

CHARAKTERE
Sophie ist eine interessante Protagonistin: Mit ihrem Dickkopf und ihrer Stärke ist sie sympathisch, gleichzeitig kann sie auch Schwäche zeigen sowie Hilfsbereitschaft und Liebe, wodurch sie sehr lebendig wird. Hexenmeister Samuel hegt starke Gefühle für sie und ist äußerst liebevoll und beschützend, aber auch seine Liebe zu seiner Tochter bringt den Leser dazu, ihn ins Herz zu schließen. Figuren wie Sophies schlagfertige und beste Freundin Anna, ihre dämonischen Helfer Bash und Richie oder ihr Partner Julius bereichern die Geschichte. Manchmal allerdings werden es so viele Charaktere, dass diese nur noch schwer auseinander zu halten sind, was für den Leser äußerst verwirrend werden kann.

STORY
Von einer Virus-Epidemie, die einen Großteil der menschlichen Bevölkerung zu phantastischen Wesen mutieren lässt, habe ich bisher noch nicht gelesen. Die genauen Vorgänge werden nicht erklärt, die Geschehnisse selbst aber glaubwürdig dargestellt. Der Fall, an dem die Hauptcharaktere arbeiten, ist interessant zu verfolgen, weil es immer wieder - auch grausame - Morde gibt und Sophie sich mit ihren Helfern auf die Suche nach dem Täter machen muss. Dabei kommt es  währenddessen immer wieder zu Probleme mit Freunden, mit der Liebe oder mit ihrer Gabe. Zwischenzeitlich ist das Ganze dadurch etwas überfüllt aufgrund der vielen Handlungsstränge, meistens wird die Balance aber gut gehalten.

SPASSFAKTOR
Durch die vielen Ereignisse und die interessante Idee kommt es nur auf den ersten Seiten des Romans zu einer kleinen Flaute, danach nimmt die Spannung kontinuierlich zu. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz, nimmt aber keinen allzu großen Platz ein und wirkt daher nicht übertrieben. Die Figuren harmonieren wunderbar und die originelle Geschichte macht absolut Spaß. Einzig und allein, dass ein Charakter vom Anfang ab circa Seite 120 keinen einzigen Auftritt mehr hat, störte mich etwas - da aber noch einige weitere Fragen, besonders bezüglich des traurig-schön-gemeinen Endes, offen sind, könnte ich mir gut eine Fortsetzung vorstellen, weshalb dieser Punkt nicht allzu stark ins Gewicht fällt.

FAZIT
"Dämonenbraut" von Christina M. Fischer ist sicherlich nicht perfekt, aber für Fans von Indie-Büchern absolut einen Blick wert. Die Story ist total originell und die Charaktere interessant gestaltet, nur wird das Ganze manchmal etwas zu viel. Da einige Fragen am Ende offen bleiben, ist eine Fortsetzung möglich und vor allem wünschenswert, wobei darüber bisher noch nichts bekannt ist. 4 Punkte!

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Der Mann, der den Regen träumt
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(73)

199 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

liebe, fantasy, regen, wetter, märchen

Der Mann, der den Regen träumt

Ali Shaw , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei script5, 16.01.2013
ISBN 9783839001462
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:  
Tags: cumulonimbus, gewitter, liebe, magie, nebel, regen, sturm   (7)

  

 

Demi-Monde: Welt außer Kontrolle - Die Mission
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(21)

40 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

krieg, demi monde, thriller, trixie dashwood, norma williams

Demi-Monde: Welt außer Kontrolle - Die Mission

Rod Rees , Peter Kultzen , Roberto de Hollanda , Peter Kultzen
Flexibler Einband: 700 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 21.01.2013
ISBN 9783442475674
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

"Da drüben!", hörte sie Vanka rufen. Ella brauchte eine Weile, bis sie darauf kam, was er meinte. Etwa hundert Meter vor ihnen endete der Schacht, und man sah einen Lichtstreifen. Sie fassten neuen Mut und torkelten so schnell sie konnten auf das Ende des Tunnels zu.
Und dann, ehe sie wusste, wie ihr geschah, senkte sich der Boden des Schachtes, und Ella wurde von der Strömung wie auf einer Wasserrutschbahn auf den Fluss zugetrieben.
Während sie fiel, war ihr einziger Gedanke: Warum hat PINC mich nicht davor gewarnt?
--

INHALT:
Um Soldaten auf unvorhersehbare Ereignisse in Kriegssituationen vorzubereiten, wurde die Demi-Monde entwickelt: Ein hochtechnologisiertes Computerspiel, das vor Rassismus und Gewalt nur so strotzt. Dieses hat jedoch ein Eigenleben entwickelt - und die Tochter des Präsidenten entführt. Nun wurde ausgerechnet Ella Thomas ausgewählt, eine afroamerikanische Jazz-Sängerin, um das Mädchen zu retten. Doch in der Demi-Monde schlagen ihr Hass und Verachtung entgegen. Nur Vanka Maykow, staatlich anerkanntes Medium, möchte ihr helfen und gemeinsam bringen die beiden sich in allerlei Gefahren...

MEINE MEINUNG:
Einen Science-Fiction-Roman wie es "Demi-Monde" einer ist, findet man nicht oft mit einem weiblichen Hauptcharakter und schon gar nicht mit eben diesem in einem Alter von erst 18 Jahren. Interessant ist auch, dass Autor Rod Rees die meiste Zeit über aus der Sicht von Frauen schreibt und dabei so gut wie immer glaubwürdig bleibt. Sein Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Beschreibungen sind genau richtig detailreich - nur die Reden, die seine Figuren manchmal halten, sind etwas zu lang und ausführlich geraten.

Protagonistin Ella ist eine schöne junge Frau, die einem mit ihrem Mut und ihrer Dickköpfigkeit - ausgelöst durch eine Belohnung von 5 Millionen Dollar für die Rettung der Präsidententochter - durchaus sympathisch wird. Allerdings ist sie gleichzeitig eine unglaubliche Mary Sue: Sie ist wahnsinnig attraktiv, hat für alles eine Lösung parat und wirkt auf jeden Mann, sogar die rassistischsten, anziehend. Durch ihre perfekte Art fällt es einem leider schwer, sich mit ihr zu identifizieren. Ihr Gefährte Vanka Maykow, den sie kurz nach ihrer Ankunft kennen lernt, gefiel mir da schon besser. Er ist witzig und ein echter Charmeur, gleichzeitig ist er aber auch ein sorgenvoller und vor allem extrem gut aussehender Mann, sodass man gar nicht anders kann, als ihn ins Herz zu schließen.

Auch aus der Sicht von Trixie Dashwood, einem reichen Mädchen aus gutem Hause, wird des Öfteren erzählt. Diese ist anfangs sehr rassistisch und anderen Gruppierungen gegenüber abwertend eingestellt, entwickelt sich dann jedoch weiter - dies allerdings nicht immer in eine gute Richtung. Ihre Wandlung wird sehr glaubwürdig dargestellt, wenn man über ihre Handlungsweise auch nur den Kopf schütteln kann. Andere Figuren wie der aus der Nazi-Zeit übernommene Reinhard Heydrich, seine Handlanger oder die arrogante und nervige Norma Williams, die Tochter des Präsidenten, sind sehr gut ausgearbeitet und wirken durchweg authentisch.

Rod Rees liebt die Welt, die er hier erschaffen hat, ganz eindeutig und zeigt das auch anhand der Beschreibungen. Die Demi-Monde ist eine Welt, die man sich nicht in den kühnsten Alpträumen auszumalen mag: Denn 5 völlig verschiedene Gruppen hassen und bekämpfen einander, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne etwaige Moral. Dieses Szenario ist überaus erschreckend, dabei aber wirklich gut ausgearbeitet. Leider allerdings werden viele unbekannte Begriffe - wie HerEtikalismus oder nuJus - nur hinten im Glossar erklärt und immer dorthin blättern zu müssen, ist äußerst anstrengend. Erst ab circa Seite 100 scheint sich der Autor darauf zu besinnen, dass auch die Leser etwas verstehen sollten. Bis dahin jedoch ist das Ganze erst einmal ein Kampf.

Hat man so lang durchgehalten, erwartet einen aber eine sehr ausgefeilte und ansprechende Geschichte, die viele verschiedene Aspekte miteinander vereint: Rassismus und Fanatismus, aber auch Freundschaft und Zusammenhalt. Bösewicht Heydrich hat einen Plan ausgeheckt, der auch die reale Welt bedroht, und diesen gilt es nun zu vereiteln. Dabei kommt es zu vielen Kämpfen, Schussgefechten und Fluchten, die sehr spannend zu lesen sind. Dennoch ist das Problem leider, dass Protagonistin Ella für alles, aber auch wirklich alles, irgendeine Lösung hat - und das konnte ich persönlich irgendwann nicht mehr glauben. So lebt der Roman zwar von einer atemberaubenden Geschichte und sehr realen Bösewichten, auf die Charakterisierung der Hauptfigur sollte aber in den folgenden Bänden auf jeden Fall mehr Gewicht gelegt werden.

FAZIT:
Rod Rees hat mit "Demi Monde - Welt außer Kontrolle: Die Mission" eine Welt erschaffen, die man so noch nicht gesehen hat, voller Rassismus und Gewalt. Diese Aspekte sind allerdings wirklich gut umgesetzt worden. Nur leider erinnert die Protagonistin definitiv zu sehr an eine Mary Sue und die vielen unerklärten Begriffe langweilen zwischenzeitlich, weil man als Leser nicht ganz hinterher kommt. Eine Steigerung in Band 2 ist jedoch durchaus möglich! Ich vergebe gute 3,5 Punkte.

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Tags: entführung, flucht, gewalt, krieg, rassismus, science-fiction, tochter des präsidenten, vernichtung   (8)

  

 

Die Einzige
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(44)

129 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

dschungel, unsterblichkeit, jugendbuch, wissenschaftler, elysia

Die Einzige

Jessica Khoury , Ursula Höfker
Fester Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401068695
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die Außenwelt! Ich hab's getan! Ich habe einen Weg nach draußen entdeckt und die Gelegenheit ergriffen und mich nur ein Mal umgeschaut. Jetzt erst ist mir klar, wie sehr ich mir das gewünscht habe. Freiheit. Sie ist so berauschend wie eine Droge, wie ein Adrenalinstoß. Die wilde Pia und die schüchterne Pia verschmelzen. Ein Hochgefühl bezwingt meine Angst. Ich bin eins mit mir. Ich bin ganz frei. Ich bin frei.
Ich bin so sehr mit meinen Gefühlen beschäftigt, dass ich den Jungen erst bemerke, als wir zusammenstoßen.
--

INHALT:
Die 17-jährige Pia ist in einem Ort namens "Little Cambridge" aufgewachsen, der mitten im Dschungel liegt. Die Außenwelt hat sie noch nie gesehen, damit sie nichts vermisst, wenn sie niemals dort weg kann. Denn Pia ist unsterblich und die Einzige ihrer Art. Und mit ihrer Hilfe soll eine Rasse von Unsterblichen entstehen. Doch schon länger fühlt sie sich wie eine Gefangene und so ergreift sie nach einem Sturm die Gelegenheit und erkundet die Umgebung. Unterwegs begegnet sie Eio, einem Jungen, der ihr eine Welt und Kultur zeigt, die sie noch nie gesehen hat. Bald ist sie hin- und hergerissen zwischen ihrem eigentlichen Leben und ihrer Sehnsucht nach Freiheit - und als sie dann noch eine schreckliche Entdeckung macht, weiß sie endgültig nicht mehr, auf welcher Seite sie steht...

MEINE MEINUNG:
Das Thema Unsterblichkeit ist nicht selten im Romanbereich und daher an vielen Stellen schon ausgelutscht - Jessica Khoury widmet sich dem Stoff aber auf wissenschaftliche und phantastische Art, was das Ganze origineller macht. Ihr Schreibstil ist dabei sehr angenehm zu lesen und wenig jugendlich, eher nachdenklich und ruhig. Beschreibungen gibt sie oftmals in kompletten Absätzen wieder, was zwischenzeitlich etwas ermüdend ist, gleichzeitig beschreibt sie so aber auch wunderschön, lebendig und sehr bildlich den Dschungel, den ich als Schauplatz eines Jugendbuches noch nicht oft erleben durfte.

Pia selbst ist eine durchaus recht sympathische Protagonistin, mit der man sich die meiste Zeit über gut identifizieren kann. Aufgewachsen in Little Cam und isoliert von der Außenwelt ist es klar, dass sie alles glaubt, was ihr erzählt wird. Dass sie allerdings tatsächlich so lange braucht, um einen Schritt nach vorn zu wagen und sich dann immer wieder so vehement der Wahrheit verschließt - auch, wenn sie dies später zugibt -, war mir zwischendurch etwas unverständlich. Der junge Eio, ein Eingeborener beziehungsweise Mitglied des Stammes der Ai'oaner, ist derjenige, der ihr das echte Leben zeigt. Dabei ist er einfühlsam, zärtlich und gutmütig, allerdings aufgrund seiner mangelnden Ecken und Kanten auch recht langweilig.

Dagegen sind besonders die Wissenschaftler sehr vielfältig und interessant gelungen: Besonders Paolo, der Leiter des Camps, besitzt eine skrupellose Art und tut alles, um sein Ziel zu verfolgen, und auch, wenn sein Weg unfassbar grausam ist, so wirkt er doch glaubwürdig. Auch Antonio, ein eher stiller und sanfter Mann, der Pia immer sehr nah war, hat gute und schlechte Seiten, die ihn authentisch wirken lassen - besonders aber seine freundliche Art macht ihn sympathisch. Dagegen konnte ich das blinde Folgen und die Art von Pias Mutter nicht verstehen, ihr Verhalten schien mir da doch ein wenig zu heftig und geradezu grausam. Insgesamt sind beinahe alle Nebencharaktere alledings gut bis ausreichend charakterisiert, weswegen sich hier kein großer Kritikpunkt finden lässt.

Dieser steckt nämlich eher im Voranschreiten der Geschichte - beziehungsweise eher im nicht vorhandenen Voranschreiten. Das Ganze plätschert ewig lange vor sich hin und scheint sich die meiste Zeit über im Kreis zu drehen. Es dauert allein schon beinahe 100 Seiten, bis Pia sich endlich nach draußen traut und bis dahin erfährt man nur von dem Leben unter den Wissenschaftlern und ihrer Unsterblichkeit. Einige interessante Aspekte sind zwar dabei, da diese sich aber pausenlos wiederholen, wir das Ganze schnell ermüdend. Und auch nach Pias Entdeckungstour verheddert sich die Story in einem Netz voller Belanglosigkeiten: Die Protagonistin schleicht in den Dschungel, trifft Eio, schaut sich um, kehrt in das Camp zurück, hadert mit sich selbst, geht wieder in den Dschungel...Für mich baute sich da einfach zu wenig Spannung auf, und auch wenn Jessica Khoury von der Wildnis, den Pflanzen und den Tieren eindeutig etwas versteht, war ich kaum je wirklich gefesselt.

Das mag zum Teil auch an der so gar nicht prickelnden und kaum romantischen Liebesgeschichte liegen. Pia und Eio entwickeln - wie für ein Jugendbuch typisch - sehr schnell Gefühle füreinander, diese kommen aber kaum an. Zudem ist die Beziehung mit Abstand die unerotischste, von der ich je gelesen habe, denn bis zum Schluss kommen die beiden nicht über eine Umarmung hinaus. Enttäuschend! Wenigstens gibt es ab Seite 300 dann aber endlich die fast schon nicht mehr erwarteten Wendung und Pia kommt den versprochenen Geheimnissen und Gräueltaten auf die Spur. Ab da wird es tatsächlich äußerst fesselnd, denn es gibt nicht nur Rettungsaktionen, sondern auch Fluchten und tatsächlich sogar eine Schießerei. Wäre der gesamte Roman so spannend gewesen, hätte er ein Highlight werden können. So verhilft das Ende dem Werk leider nur noch zu einer mittelmäßigen Bewertung.

FAZIT:
"Die Einzige" besitzt eine recht unkonventionelle Idee und spielt an einem exotischen Ort - doch trotzdem konnte mich das Buch über weite Strecken einfach nicht fesseln. Zu viel wird wiederholt, zu wenig geschieht und die Liebesgeschichte ist kaum nachvollziehbar. So reicht es bei mir, und das auch nur aufgrund des spannenden Endes, grade mal so für 3 Punkte. Da wäre mehr drin gewesen!

  (10)
Tags: dschungel, elysia, little cambridge, unsterblichkeit, wissenschaftler   (5)

  

 

Das Ultimative Geschenk
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(1)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Das Ultimative Geschenk

Jim Stovall , Yvonne Pilsl
Fester Einband: 136 Seiten
Erschienen bei Pilsl OHG, 16.09.2010
ISBN 9783941581005
Genre: Ratgeber

Rezension:  
Tags:  

  

 

Die unsterbliche Braut
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(43)

90 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, unterwelt, henry, hades, götter

Die unsterbliche Braut

Aimée Carter
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Mira Taschenbuch im Cora Verlag, 01.11.2012
ISBN 9783862784790
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Das Herz hämmerte mir gegen die Rippen, und Ava erstarrte an meiner Seite. Das war das Wesen, das Henry fast getötet hatte, und jetzt griff es uns alle an. In mir stieg ein unbändiger Beschützerinstinkt auf, als es Henry und meiner Mutter und allen, die ich liebte, immer näher kam - aber was, um alles in der Welt, konnte ich schon tun, um es aufzuhalten?
Ohne Vorwarnung schnellte es durch die Luft, bevor die Ratsmitglieder es aufhalten konnten, doch es zielte nicht auf Henry oder Walter oder Phillip.
Es ging direkt auf mich und Ava los.
--

INHALT:
Nach einem halben Jahr in Griechenland kehrt Kate endlich wieder zu ihrem geliebten Henry nach Eden Manor zurück. In der Unterwelt soll sie nun zur Königin gekrönt werden, damit sie mit dem Gott an ihrer Seite darüber regieren kann. Doch Henry verhält sich distanziert und als wäre ihre gemeinsame Zeit nie gewesen, was Kate fast verzweifeln lässt. Doch sie muss stark sein, denn der Titan Kronos ist aus seinem Gefängnis ausgebrochen - und droht die gesamte Menschheit zu vernichten...

MEINE MEINUNG:
Aimée Carters "Die unsterbliche Braut" steigt ein halbes Jahr nach den Geschehnissen im Vorgänger wieder ein und verliert keine Zeit, um dem Leser eines klar zu machen: Henry ist genau an den Punkt zurückgekehrt, an dem er auch schon am Anfang des letzten Romans war, und Kate darf wieder einmal hoffen, bangen und leiden. Der Schreibstil ist erneut sehr flüssig, gut zu lesen und mit ansprechenden Beschreibungen versehen, auch wenn die Zeichnungen der Charaktere eher spärlich bleiben. Die Dialoge sind zumeist glaubwürdig, zwischendurch aber auch etwas holprig.

Kate ist immer noch die gleiche: Mutig und dickköpfig, aber auch sehr naiv. In jeder Person sieht sie irgendetwas Gutes, für jedes Verhalten findet sie eine Entschuldigung. Und außerdem heult sie dieses Mal extrem viel - verständlich, schließlich will ihre große Liebe augenscheinlich nichts von ihr wissen. Dennoch, ein bisschen weniger Gerede und dafür mehr Taten hätte ich mir gewünscht, auch wenn sie trotzdem recht sympathisch ist. Henry, oder auch Hades, wollte ich eigentlich pausenlos schlagen, damit er endlich zur Vernunft kommt. Er benimmt sich unmöglich kalt, hat kein gutes Wort übrig und weint stattdessen mal wieder seiner alten Liebe Persephone hinterher. Die Erklärung für sein Verhalten zum Ende hin fand ich für seine Art da doch eher unzureichend.

Die sonstigen Figuren bleiben ansonsten überwiegend eher blass oder werden ein bisschen übertrieben dargestellt: Beispielsweise Ava, die Göttin der Liebe und des Sex - diese macht ihrem Ruf alle Ehre und zankt sich entweder wieder einmal mit anderen Frauen um Männer oder führt Beziehungsgespräche mit Kate, ist dabei hauptsächlich quirlig-fröhlich und selten leicht zu ertragen. Und Persephone, die den Göttern zu Hilfe eilen muss, ist so selbstsüchtig und arrogant, dass es kaum zu ertragen ist, auch nicht, als sie sich etwas freundlicher benimmt. Einzig und allein James gelingt es, in mir nichts anderes als Sympathien auszulösen - denn als Einziger ist er wirklich vollkommen besorgt um Kates Wohl, möchte sie beschützen und ihr vor allem eine Wahl lassen. In ihm hat sie einen guten Freund, was sie ihm leider viel zu selten zeigt.

Ansonsten wird in diesem Band eines ganz besonders klar: Dass man diese Reihe auf keinen Fall, ich wiederhole: auf keinen Fall, lesen sollte, wenn man sich mit der griechischen Mythologie auch nur ansatzweise auskennt. Aimée Carter versteht es nämlich hervorragend, die Götter in den meisten Situationen in Witzfiguren zu verwandeln. Streitereien, Eifersüchteleien und vor allem pausenlose Gespräche über Beziehungen - dass sich die Götter damit abgeben, obwohl es eindeutig Wichtigeres, wie beispielsweise einen entflohenen Titanen, gibt, erschien mir schwer vorstellbar. Und auch auf die Fähigkeiten der verschiedenen Götter wird kaum eingegangen. So ist es nicht möglich, die Personen mit den modernen Namen auch nur ansatzweise in Verbindung mit den mythischen Figuren zu bringen.

Bisher mag das alles sehr negativ klingen - der Roman ist aber keinesfalls schlecht, man darf sich nur eben nicht zu gut auskennen oder muss diesen Teil gegebenenfalls ausschalten. Dann nämlich ist die Geschichte unglaublich fesselnd und mitreißend. Jedes Kapitel besitzt einen Cliffhanger, nach dem man geradezu weiterlesen muss und die Verwicklungen sind interessant zu beobachten. Und auch Henrys und Kates Beziehung ist äußerst spannend. Das Hin und Her kann zwar anstrengend werden, dennoch ist das Ganze sehr romantisch und nervenaufreibend, ohne je kitschig zu werden. Bis zum Ende hält die Autorin einen im Bann und gibt einen auch nach dem Schluss nicht frei, denn auch dieser besitzt einen miesen Cliffhanger, nach dem man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Band 3 wird also doch gelesen...

FAZIT:
"Die unsterbliche Braut" ist nicht so schlecht, wie ich das hier darstelle. Dennoch muss einmal gesagt werden, dass Aimée Carters Götter wenig mit den alten Sagen gemein haben und doch zwischendurch eher ein bisschen lächerlich wirken. Kenner der Mythologie sollten also die Finger davon lassen! Alle anderen erwartet eine spannende, überraschende und romantische Geschichte, nach der man sofort weiterlesen möchte. Gute 3,5 Punkte.

  (9)
Tags: eifersucht, gefängnis, götter, hades, kronos, liebe, lächerlich, titanen, verrat   (9)

  

 

Department 19 - Die Mission
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(54)

130 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

vampire, thriller, frankenstein, vampir, dracula

Department 19 - Die Mission

Will Hill
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.09.2012
ISBN 9783785760802
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

"Ich fühle mich wunderbar", sagte Larissa, und ihr Lächeln weitete sich. "Und das verdanke ich dir."
Jamie spürte, wie er errötete.
"Gut", sagte er. "Weil es ein paar Fragen gibt, die ich dir stellen möchte."
"Über deine Mutter?"
Eiseskälte lief Jamie den Rücken hinunter. "Was weißt du über meine Mutter?"
Larissa lächelte ihn an, und ihre blutbefleckten Fänge glitzerten im Licht der Neonlampen.
--

INHALT:
Jamie ist eigentlich ein relativ normaler Junge, wenn man davon absieht, dass seine Mitschüler ihn pausenlos mobben und sein Vater vor einigen Jahren vor seinen Augen erschossen wurde. Als seine Mutter eines Tages entführt wird, ändert sich jedoch alles: Frankensteins Monster höchstpersönlich führt ihn ein in die unglaubliche Welt des Department 19, einer geheimen Spezialeinheit, die sich genau einem Kampf verschworen hat - dem gegen Vampire. Und genau solche haben Jamies Mutter entführt. Er macht sich auf, sie zu retten, doch die Mission wird offensichtlich von einem Verräter sabotiert. Und dann ist da auch noch das schöne Vampirmädchen Larissa...

MEINE MEINUNG:

SCHREIBSTIL
Will Hills Art und Weise zu schreiben ist angenehm zu lesen. Die meiste Zeit wird aus Jamies personaler Sicht erzählt, zwischenzeitlich wechselt die Perspektive aber auch zu anderen Figuren in der Gegenwart oder Vergangenheit, wobei der Stil immer angepasst ist. Die Ausdrücke sind durchaus Jugendlichen angepasst, die Beschreibungen sind schön - aber hier liegt auch das Problem, denn diese sind viel zu ausgeschmückt. In langen Absätzen wird oftmals die Umgebung wider gegeben oder Figuren werden bis ins Detail in Augenschein genommen. Das ist auf die Dauer so ermüdend, dass man irgendwann anfängt, diese Parts teilweise einfach zu überspringen.

CHARAKTERE
Will ist ein recht sympathischer Charakter mit einiger Willenskraft, der zu Anfang ein Loser-Image inne hat. Nachdem er im Department 19 allerdings ein 24-Stunden-Training absolviert hat, ist er plötzlich ein Alleskönner erster Güte. Er ist zu allem fähig, er weiß alles und ist allgemein ziemlich klasse, was ihn sehr blass erscheinen lässt. So verhält es sich auch mit beinahe allen anderen Figuren, zum Beispiel dem Vampirmädchen Larissa, das zwar ab und zu ganz interessante Kommentare abgibt, ansonsten aber komplett dem Klischee entspricht und nicht zu überraschen weiß. Die Personen bleiben blass, eindimensional und seltsam fade, was sich auch auf die Geschichte auswirkt.

STORY
Der Plot ist eigentlich ziemlich interessant, besonders in Zeiten des neumodischen liebestollen Vampirs. Endlich mal wieder ein paar grausamen Blutsaugern zu begegnen ist da erfrischend. Leider ist die Story aber flach, vorhersehbar und äußerst langweilig. Entweder es passiert nichts oder es passiert so viel, dass man den Überblick verliert. Die Vampire werden äußerst blutig und unpassend für ein Jugendbuch in Fetzen gerissen, ansonsten aber gibt es nicht viel Neues. Einen so unglaubwürdigen und - bis kurz vor Schluss -spannungsarmen Roman als "Thriller" zu verkaufen ist da schon eine Frechheit. Einzig und allein die Kapitel aus der Vergangenheit - die auf braunem Papier gedruckt sind - konnten mich überzeugen. Vielleicht hätte sich der Autor hier für eine Geschichte entscheiden sollen!

SPASSFAKTOR
Wenn man mit so viel Vorfreude an einen, wie man denkt, anständigen Vampir-Roman herangeht, kann man eigentlich nur enttäuscht werden. Eine solche Enttäuschung wie hier hätte ich aber nicht erwartet. Die Klischees nerven, ebenso wie die vielen verschiedenen Fäden in der Handlung, und den versprochenen Verräter erkennt man auf den ersten Blick. Da können auch die teils unterhaltsamen Streitereien zwischen einigen Charakteren nichts mehr herausreißen, ebenso wenig wie die anständigen Blutsauger, die zugegebenermaßen wunderbar brutal sind. Hier hätte es die Mischung gemacht...

FAZIT:
"Department 19: Die Mission" ist, obwohl mit einer interessanten Grundidee ausgestattet, ziemlich einfallslos und langweilig. Die Beschreibungen sind zu lang, die Charaktere zu blass und der Plot selbst definitiv zu vorhersehbar. Die wenigen Pluspunkte wie beispielsweise der Aspekt, dass Vampire hier endlich mal wieder Vampire sind, macht da leider nicht viel wett. 2 Punkte.

  (9)
Tags: blut, entführung, explosion, gewalt, mission, pflock, vampir, vampirmädchen   (8)

  

 

Die Weltenspieler - Insignia I
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(33)

65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

neuronalprozessor, dystopie, freundschaft, computer, 3. weltkrieg

Die Weltenspieler - Insignia I

S. J. Kincaid , Peter Beyer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 19.11.2012
ISBN 9783442478347
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Tom zögerte. Er erinnerte sich an Viks Worte: Es gibt keinen Neuronalprozessor auf der Welt, der sich nach Belieben mit irgendeiner Maschine verbinden könnte. Er überlegte eine Weile, was er sagen sollte.
Aber er hatte es geschafft. Er war sich jetzt sicher, dass er es geschafft hatte.
Doch was es auch gewesen sein mochte, was er hinbekommen hatte - es war zu groß für so ein läppisches Geplänkel im Turm. Er war sich ja noch nicht einmal sicher, was ihm da gelungen war.
Tom schüttelte den Kopf. "Du hattest Recht. Ich hab's mir wohl nur eingebildet."
--

INHALT:
In der nahen Zukunft ist der gefürchtete 3. Weltkrieg ausgebrochen - doch dieser wird durch virtuell gesteuerte Kampfmaschinen im Weltall ausgetragen. Der junge Tom hat immer davon geträumt, selbst einmal eine solche fliegen zu dürfen, doch dafür ist er eigentlich zu arm und zu ungebildet. Als er jedoch in einer Simulation einmal wieder einen schweren Kampf gewinnt, werden die Chefs des Pentagons, in dem die jungen Computergenies ausgebildet werden, auf ihn aufmerksam. Tatsächlich wird er kurz darauf selbst Rekrut, erhält einen Prozessor, der seine Denkvorgänge beschleunigt und lebt das Leben, das er sich immer erträumt hat. Doch bald wird ihm klar, dass nicht alles so ist wie es scheint...

MEINE MEINUNG:
S. J. Kincaids Dystopie "Insignia: Die Weltenspieler" ist nicht nur deshalb etwas Besonderes, weil sie aus der Sicht eines Jungen erzählt wird - was es in diesem Genre sowieso selten gibt -, sondern auch, weil dieser zu Anfang ungewöhnlich unperfekt ist und es auch in einigen Aspekten bleibt. Weder ist er der gutaussehende, starke Protagonist, noch kann er alles. Erzählt wird die Geschichte aus seiner personalen Sicht im Präteritum, der Schreibstil ist jugendlich, flüssig und frisch, aber nie übertrieben auf Teenager zugeschnitten. Die Beschreibungen der neuen, dystopischen Welt, der Kriege und der Lebensumstände sind realistisch, glaubwürdig und so überzeugend, dass es sich wirklich anfühlt, als wäre man mittendrin und würde alles gemeinsam mit dem Hauptcharakter erleben.

Tom ist ein wunderbarer Protagonist, der einem durch seine menschliche und so normale Art von Anfang an sympathisch ist. Sein Leben allerdings ist nicht immer einfach gewesen: Sein Vater ist Spieler und bringt nur selten genug Geld zum anständigen Leben mit nach Hause; seine Mutter lässt sich von einem schmierigen Reichen ausnutzen. Dennoch ist er nicht verbittert, sondern versucht im Gegenteil das Beste aus allem zu machen und benutzt dabei seine ganze Cleverness. Auch seine Entwicklung vom aufmüpfigen Jungen zum bewusste Entscheidungen treffenden jungen Mann ist glaubwürdig und nachvollziehbar. Vik, sein Zimmergenosse und bald auch bester Freund, ist in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil: Groß, gut gebaut, Russe und selbstbewusst. Er ist witzig und lockert auch ernstere Situationen durch seine lockere Art immer wieder auf. Gleichzeitig ist er ein wahrer Freund, weshalb man ihn schnell ins Herz schließt.

In seinem neuen Zuhause lebt sich Tom nach kurzer Zeit gut ein - und neben Vik entwickelt er auch eine gute Freundschaft zum als Spitzel abgestempelten Yuri und der sehr unsensiblen, aber schlauen und hilfsbereiten, Wyatt, die die Geschichte beide gut vorantreiben. Aber Tom wird bald klar, dass nicht alle Personen, die er kennenlernt, auch Gutes im Sinn haben: Da ist der skrupellose Professor Blackburn, der ihn bei jeder Gelegenheit schikaniert, der brutale Karl, der Rache an ihm üben will, oder der manipulative Dalton, der ihm seine Mutter genommen hat. Jede einzelne Figur ist aber so durchdacht und gut aufgebaut, dass keine auch nur ansatzweise überflüssig oder eindimensional wirkt.

Der erste "Insignia"-Band besitzt vielleicht kein Übermaß an Inhalt, denn das Einführen von Tom in sein neues Leben steht die meiste Zeit über im Vordergrund, dafür wurde die Thematik wunderbar umgesetzt: Viele Dinge, die für uns noch selbstverständlich sind, werden in dieser dystopischeomputern ausgeführt - wie zum Beispiel Schule in virtuellen Klassenräumen statt in realen. Und auch die Kriege finden auf eine solche Weise statt - werden aber nicht um Länder oder aufgrund von Auseinandersetzungen geführt, sondern einzig und allein, weil zwei Konzerne ihre Macht festigen wollen. Dafür werden Jugendliche rekrutiert, die mithilfe eines Computers in ihrem Hirn zu wahren Intelligenzbestien und taktischen Kämpfern werden. Dabei ist das gesamte System zwar hoch technologisiert, wird aber so gut und einfach zu verstehen beschrieben, dass man als Leser nie Verständnisschwierigkeiten hat.

Einige Elemente des Romans erinnern durchaus etwas an "Harry Potter": Ein neues Leben; eine Gemeinschaft von jungen Menschen, in vier Häuser aufgeteilt, die einmal etwas Großes vollbringen sollen; ein furchtbarer Lehrer; ein Feind unter den Schülern - diese Ähnlichkeiten stören aber kaum, da genau wie in der genannten Reihe auch hier ein wunderbares Gefühl von Zuhause entsteht, einfach, weil man sich so wunderbar hineinversetzen kann. Möglicherweise könnte einigen die erste Hälfte zu langweilig sein, weil Tom sich im Pentagon erst einmal zurechtfinden muss und es viel um Machtspielchen geht. Spätestens ab Seite 300 jedoch beginnt das Ganze sich zu verflechten und lässt kaum noch los. Tom erhält eine große Chance, muss sich entscheiden und gerät in einen gefährlichen Strudel aus Lügen und Anschuldigungen...Das Ende besitzt keinen Cliffhanger und lässt einen so nicht in der Luft hängen, einige Stränge wurden jedoch bewusst nicht zusammengeführt. Und so bleibt dennoch ein Gefühl der Erwartung - und natürlich die Freude auf den 2. Teil namens "Vortex", der wohl allerdings leider noch ein wenig auf sich warten lassen wird.

FAZIT:
Mit "Insignia: Die Weltenspieler" ist S. J. Kincaid eine Dystopie gelungen wie ich sie noch nicht gelesen habe. Sehr technisch und kämpferisch, dabei aber nie kompliziert oder verwirrend - so soll das sein! Sowohl die Charaktere als auch die Geschichte konnten mich mitreißen und total fesseln. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und vergebe supergute 4,5 Punkte, hier aufgerundet auf 5.

  (8)
Tags: 3. weltkrieg, computer, feind, freundschaft, kampf, krieg, neuronalprozessor, pentagon   (8)

  

 

Die letzte Dämmerung
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(10)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

mitch, labor, jenna, dystopie, amerika

Die letzte Dämmerung

Ellen Connor , Maike Claußnitzer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 19.11.2012
ISBN 9783442268924
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Sie wandte ihnen allen den Rücken zu. Sie konnte nicht darüber nachdenken, Tru und Chris die Entscheidung zu überlassen, ob sie Penny und Ange töten würden, weil die Alternative einfach zu abstoßend war. Sie verabschiedete sich am Ende auch nicht von ihnen, weil sie daran festhalten musste, dass sie zurückkehren würden.
Mason ging voran, und sie folgte ihm hinaus in die eisige Hölle.
--

INHALT:
Die Zivilisation der gesamten Welt ist kollabiert, doch Jenna Barcley hat immer darauf vertraut, dass ihre Stadt von dem Umbruch verschont werden würde. Dann jedoch steht Ex-Soldat John Mason vor ihrer Tür - und entführt sie kurzerhand, um das Versprechen zu halten, das er einst ihrem Vater gab: Sie zu retten, sollte das Ende nahe sein. Nach kurzer Zeit entsteht zwischen den beiden eine gewisse Spannung und Gefühle füreinander können sie nicht verbergen. Draußen in der Wildnis jedoch lauert Schreckliches und die beiden haben alle Hände voll zu tun, um ihr Überleben zu sichern...

MEINE MEINUNG:
Gemeinsam haben die Autorinnen Ann Agguire und Carrie Lofty nun als Ellen Connor den 1. Band ihrer Endzeit-Dystopien-Trilogie, "Die letzte Dämmerung", vorgelegt, die sich von anderen Reihen des Genres besonders in einem Punkt abgrenzt: Sie ist für Erwachsene, nicht für Jugendliche. Dementsprechend derb ist die Ausdrucksweise zwischenzeitlich, dementsprechend brutal werden die Geschehnisse manchmal auch. Dennoch ist der Schreibstil angenehm und flüssig zu lesen und die verschiedenen Perspektiven - Jenna, Mason und zwischenzeitlich auch die Weggefährten Chris und Tru - lassen sich gut voneinander unterscheiden.

Jenna ist anfangs eine recht verbitterte Frau, denn ihr ganzes Leben musste sie allein für ihre zerbrechliche Mutter sorgen, die immer ihrem Vater nachweinte, der sich lieber als Prophet in den Wäldern versteckte und das Ende der Welt verkündete. Sie ist sehr stark und oft dickköpfig, aber sie besitzt auch eine verletzliche Seite, die verzweifelt nach Liebe und Zuneigung giert. Der attraktive Ex-Soldat John Mason ist noch ein Stück rauer: Gewaltbereit und geradezu grob, aber auch sorgenvoll und beschützend. Erst mit Jenna lässt er Gefühle zu und wird so im Laufe der Handlung weicher, was sehr schön dargestellt ist.

Auch die übrigen Figuren wissen im Großen und Ganzen zu überzeugen. Tru ist ein 15jähriger Rebell mit trotziger und aufmüpfiger Art, der zwar ein klischeehaft gutes und starkes Herz hat, dem Leser aber durchaus sympathisch ist. Die kleine Penny scheint die meiste Zeit über traumatisiert, spricht und tut wenig, weswegen sie nicht leicht einzuschätzen ist - besonders wegen ihrer unheimlichen Gabe, vieles vorauszusagen. Und dann sind da noch der Wissenschaftler Chris, der sich verzweifelt an seine Theorien klammert, sowie Ange, Pennys Mutter, die für Jenna zu einer guten Freundin wird. Beide empfand ich als etwas blass, dennoch fällt dies nicht gravierend ins Gewicht.

Die Geschichte selbst ist durchdacht und spannend, weist allerdings zwischenzeitlich Ähnlichkeiten zu anderen Dystopien auf: Beispielsweise gibt es auch hier Menschen, die sich in Bestien verwandeln [ob nun vom Körper oder von der Psyche her] und die Überlebenden immer wieder angreifen. Diese Aspekte trüben aber nicht das Lesevergnügen, das sich durch die vielen verschiedenen Charaktere und durch die fesselnde Storyline ergibt. Denn gefährlich wird es nicht nur durch die Monster im Wald, sondern auch durch die eisige Kälte, die den Menschen bald zu schaffen macht. Klar, dass da einige Probleme auftauchen - und sich ein paar davon auch nicht ohne Opfer lösen lassen...

Eine dieser Schwierigkeiten wurde mir aber arg zu einfach gelöst: Nämlich die Situation, nachdem Jenna gebissen wurde. Die Geschehnisse hier waren mir definitiv zu vorhersehbar und unglaubwürdig - eine Alternative hätte ich besser gefunden. Und auch die Beziehung von Mason und Jenna konnte mir nicht komplett zusagen. Zwar passen die beiden zusammen und die Chemie stimmt, dennoch schien mir das Ganze zu sehr auf Sex und Verlangen ausgelegt. Und wenn der erotische Anteil dann auch noch so derb beschrieben wird wie hier, vergeht einem zwischenzeitlich der Spaß. Dennoch machen die Spannung und einige unerwartete Wendungen dies fast wieder wett, sodass ich sehr gespannt bin auf Band 2, der im Juli 2013 erscheinen wird.

FAZIT:
"Die letzte Dämmerung" ist eine sehr spannende und etwas brutale Dystopie für Erwachsene, die fesselt, aber auch Kritikpunkte aufweist: Zum Beispiel die etwas blassen Nebencharaktere sowie die für meinen Geschmack zu gewaltsame und eher von Lust angetriebene Beziehung der Hauptcharaktere. Mal sehen, wie es mit der Welt weitergeht in Teil 2, "Die letzte Zuflucht", der im Juli 2013 erscheint. Knappte 4 Punkte!

  (10)
Tags: bestien, dystopie, ende der welt, gefahr, kälte, leidenschaft, monster, umbruch, winter   (9)

  

 

Die Landkarte der Zeit
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(55)

176 Bibliotheken, 7 Leser, 10 Gruppen, 14 Rezensionen

zeitreise, zukunft, zeitreisen, london, h.g. wells

Die Landkarte der Zeit

Félix J. Palma , Willi Zurbrüggen
Flexibler Einband: 766 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 21.11.2011
ISBN 9783499253195
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  

  

 

Die Prophezeiung der Seraphim
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(36)

89 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

engel, seraphim, frankreich, erzengel, flucht

Die Prophezeiung der Seraphim

Mascha Vassena
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 01.10.2012
ISBN 9783453267497
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

"Meine Pflegeeltern wollten, dass ich gegen Cal kämpfe. Ich bin sicher, dass auch Rhea das wollte. Es war ihr Plan, dass ich und mein Bruder unseren Vater aufhalten." Sie biss sich auf die Unterlippe. "Wenn ich nur wüsste, wo er steckt!"
"Eigentlich wollte ich dir das nicht erzählen", sagte Nicolas nach einer Weile, "aber wie es scheint, haben wir gerade beschlossen, den Erzengel herauszufordern. Wenn ich dich nicht davon abhalten kann, kannst du es ebenso gut erfahren: Seit einiger Zeit hat meine Mutter einen Gast, einen Jungen, der Ruben heißt. Er trägt das gleiche Amulett wie du."
--

INHALT:
Julie hat zwar schon immer gewusst, dass sie anders ist - immerhin kann sie mit ihrer Katze sprechen -, aber was sie an ihrem Geburtstag erfährt stellt dennoch ihre ganze Welt auf den Kopf: Ihre Eltern sind nicht wirklich ihre Eltern, sie hat magische Kräfte, einen Zwillingsbruder und ihr Vater, ein Engel, will sie für seine Zwecke benutzen. Als wäre das nicht schon genug, muss sie gemeinsam mit ihrem Kindheitsfreund Fédéric und dem arroganten Nicolas fliehen. Unterwegs ist die Gruppe nicht nur allerlei Gefahren ausgesetzt - bald findet sich Julie auch noch in einem verwirrenden Liebeschaos wieder. Und ganz nebenbei muss sie irgendwie einen Weg finden, ihren Vater zu besiegen...

MEINE MEINUNG:
Mascha Vassena versucht mit "Die Prophezeiung der Seraphim" in Sachen Engel auf neuen Wegen zu wandeln. In vielerlei Hinsicht anders ist die Geschichte in der Tat auch - nur über einige Mängel kann dieser Aspekt nicht hinwegtäuschen. Erzählt wird der Roman hauptsächlich aus der personalen Sicht von Julie, zwischenzeitlich wird sie auch von ihrem Zwillingsbruder Ruben abgelöst. Der Schreibstil ist dabei jugendlich und meistens flüssig, wirkt aber manchmal etwas gestelzt und aufgesetzt. Dass das Werk ein historisches Setting besitzt, wird kaum deutlich - nur in den Jahreszahlen an den Kapitelanfängen und manchen Ortsbeschreibungen. Hier hätte ich mir durchaus etwas mehr gewünscht, zumal auf der einen Seite der damaligen Zeit angepasste Ausrufe und dann gleichzeitig Worte wie "Arsch" oder "Scheiße" verwendet werden.

Protagonistin Julie ist für ihre 15 Jahre ein durchaus recht reifes und cleveres Mädchen, das sich normalerweise nichts vorschreiben lässt. Natürlich ist sie auch ängstlich und verletzlich, oftmals schafft sie es aber, auf sich selbst oder andere aufzupassen. Ihre Art ist oft sorgenvoll, manchmal allerdings verfällt sie in ein Muster und wird zickig und aufmüpfig - dies gehört allerdings wohl einfach dazu. Ihr Bruder Ruben konnte mich eher weniger überzeugen. Trotz seiner schweren Kindheit scheint er kein Stück erwachsen zu werden. Stattdessen lässt er sich manipulieren und immer wieder belügen, ist albern, kindisch und furchtbar naiv. Das nahm schließlich so überhand, dass ich nur noch genervt war, was nie eine gute Ausgangslage ist. Zwar wird seine geringe Weitsicht auch von den anderen Charakteren des Öfteren angemerkt, dennoch war mir das irgendwann doch zu viel des Guten.

Julies bester Freund Fédéric dagegen ist ein sympathischer Junge mit Witz und Charme. Seine Art ist freundlich und gutmütig, besonders aber merkt man von Anfang an, wie viel ihm an dem Mädchen liegt. Sein Verhalten ist zwischendurch aber auch ein wenig kindlich, was nicht ganz mit den Bartstoppeln zusammenpasst, die gegen Ende erwähnt werden - besonders, wenn er sich mit dem reichen Grafensohn Nicolas Wortgefechte um Julies Gunst liefert. Mit letzterem wurde ich wieder gar nicht warm - zu arrogant, zu unnahbar. Das mag aber auch daran liegen, dass ich mir schnell meinen Favoriten gesucht habe. Die übrigen Charaktere, besonders die auf der bösen Seite, sind hauptsächlich eindimensional, vor allem Erzengel Cal, der nur grausam und skrupellos ist. Eine Ausnahme bildet da die Comtesse, bei der Ruben zeitweilig unterkommt. Sie versteht sich herrlich im Manipulieren und ist wunderbar undurchschaubar, was frischen Wind mitbringt.

Interessant an der Geschichte ist, dass die Engel hier keine typischen Engel sind, sondern viel mehr etwas wie Dämonen - und ohne Flügel. Julies und Rubens Vater will eine alte Prophezeiung wahr machen und seine Flügel und Macht zurückerhalten, um die Menschen zu unterwerfen. Um dies zu verhindern machen es sich die Jugendlichen zum Ziel, ihn aufzuhalten. Immer mit von der Partie ist Wächterkatze Songe, die gleichzeitig schlau und liebenswürdig ist. Der Spannungsbogen jedoch steigt nur selten in die Höhe und bleibt die meiste Zeit auf einem eher mittelmäßigen Niveau: Denn die Reise der Freunde ist nicht wirklich fesselnd, wird nur selten von vereinzelten Kampfszenen unterbrochen und besteht hauptsächlich aus den Streitereien der Jungen um Julie - was irgendwann arg ermüdend wird.

Sowieso lässt die Liebesgeschichte eher zu wünschen übrig. Julie findet Nicolas anziehend, aber Fédéric irgendwie auch, dann küsst sie den und dann den...Für mich war das Ganze leider nicht fühlbar, was den Romantikanteil in meinen Augen recht überflüssig machte. Im letzten Drittel wird dafür die Geschichte endlich spannender, denn durch einen freundlichen Helfer gibt es eine Chance, den Erzengel zu besiegen. Einige Hindernisse stellen sich der Gruppe in den Weg und diese werden überraschen authentisch nicht immer ohne Verluste überwunden. Zum Schluss gibt es ein paar kleine Auflösungen, die aber nicht groß überraschend sind. Dafür erwartet den Leser ein wirklich gut beschriebener und mitreißender Showdown, der in ein ruhiges Ende ohne große Entscheidungen mündet. So stellt es zufrieden - bleibt aber wohl nicht lange im Gedächtnis.

FAZIT:
Mascha Vassena gibt sich mit ihrem Roman "Die Prophezeiung der Seraphim" große Mühe, die Engel neu darzustellen. Das gelingt ihr auch in Ansätzen, allerdings scheitert sie am Spannungsbogen und an den Charakteren. Das Ganze wirkt die meiste Zeit etwas unausgegoren und eher wenig fesselnd, was auch der spannende Schluss nicht ändern kann. So bleibt es bei 3 Punkten - Potenzial ist aber da!

  (9)
Tags: cherubim, engel, erzengel, flucht, gefahr, seraphim, wächterkatze   (7)

  

 

Der Sommer, der nur uns gehörte
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(14)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

freundschaft, erste liebe, liebe, gefühle, krebs

Der Sommer, der nur uns gehörte

Birgitt Kollmann , Jenny Han
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.07.2012
ISBN 9783446240100
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
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Dylan und Gray
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(72)

162 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 39 Rezensionen

liebe, erste liebe, dylan, katie kacvinsky, gray

Dylan und Gray

Katie Kacvinsky , Ulrike Nolte
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Boje, 21.09.2012
ISBN 9783414820792
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
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Der letzte Engel
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(65)

137 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 34 Rezensionen

engel, flügel, fantasy, familie, bruderschaft

Der letzte Engel

Zoran Drvenkar
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.10.2012
ISBN 9783570154595
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
Tags: bruderschaft, engel, familie, flügel, freundschaft, geheimnis, grafin, mord, prophezeiung, tod, verderben, zar   (12)

  

 

Die Blutgabe
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(42)

92 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 17 Rezensionen

vampire, red, blue, kris, vampir

Die Blutgabe

Franka Rubus
Flexibler Einband: 471 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 25.02.2011
ISBN 9783746626840
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:  
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Die Flucht
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(44)

91 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 12 Rezensionen

zukunft, flucht, new world, jugendbuch, prentisstown

Die Flucht

Patrick Ness , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 538 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 26.01.2009
ISBN 9783473352999
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:  
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Das Spiel des Engels
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(79)

177 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

barcelona, schriftsteller, engel, spanien, leben

Das Spiel des Engels

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Fester Einband: 710 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 06.06.2011
ISBN 9783596511815
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:  
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Die Gestoßenen
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(4)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

skurril, hornissengeneral, fantasy, glatzköpfler, siamesische zwillingswespe

Die Gestoßenen

Stefan M. Fischer , Mats Leubner
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Fischer, Stefan, 01.11.2011
ISBN 9783943516036
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Die Zitrone fiel, als Tarabas ein Knacksen hinter sich zusammenzucken ließ. Erschrocken drehte er sich um und sah die Siamesische Zwillingswespe vor sich stehen.
"Isse schöne Tag", meinte der eine Kopf.
"Um zu sterben", sagte der andere.
Tarabas setzte vor Schreck einen Schritt zurück und trat auf etwas Rundes. Er kippte hintenüber, sah die Zitrone zur Siamesischen Zwillingswespe rollen, und schlug sich den Kopf so hart, dass er das Bewusstsein verlor.
--

INHALT:
Schon lange möchte der junge Glatzköpfler Tarabas das tun, was ihm seiner Meinung nach vom Schicksal vorherbestimmt wurde: In den Krieg ziehen. Als die Siamesische Zwillingswespe verbreitet, dass sich die ausgestoßenen Abandonier vermehren und schreckliche Ungeheuer heranziehen würden, ruft Hornissengeneral Uldin zum Kampf auf - und Tarabas sieht seine Chance gekommen. Doch dann muss er plötzlich gemeinsam mit seinem besten Freund fliehen und landet zu allem Übel auch noch geradewegs im Land der Abandonier. Doch da entdeckt er, dass diese gar nicht so furchtbar sind wie gedacht...

MEINE MEINUNG:
In der Fülle der Fantasy-Romane ist es mittlerweile sehr schwer, mal einen zu finden, der sich von der breiten Masse abhebt. Bei Stefan M. Fischers "Die Gestoßenen" ist aber schon beim Klappentext klar, dass einen hier etwas anderes erwartet - und, wie es auf dem Cover steht, auch etwas "Skurriles". Hier kann man nach völlig normalen oder gar perfekten Figuren lange suchen, was das Ganze so besonders macht. Der Schreibstil ist meistens flüssig, manchmal blutig und selten übertrieben albern. Allerdings sollte man sich tatsächlich auf allerlei Merkwürdigkeiten einstellen und mit diesen auch zurecht kommen.

Protagonist ist der Glatzköpfler Tarabas, der vollkommen besessen ist vom Krieg und davon, sich endlich zu beweisen. Denn sein Vater war ein Feigling und um diese Schmach endlich vergessen zu können, muss er selbst zum Helden werden. Er ist durchaus sympathisch, allerdings lassen ihn seine Besessenheit vom Kampf und besonders seine Uneinsichtigkeit zwischenzeitlich etwas nervig wirken. Zum Ende allerdings macht er eine schöne Wandlung durch, wenn diese auch ein klein wenig plötzlich kommt. Sein bester Freund Vincent ist der besonnenere der Beiden und vor allem der mit dem größeren Herz - denn er setzt sich auch für die Schwachen ein und möchte all seinen Freunden nur Gutes. So wurde er für mich zum hauptsächlichen Sympathieträger.

Ansonsten werden hier einige kuriose Charaktere eingeführt: Da ist eine junge Elfe mit Sprachfehler, die sich immer zu mit dem mit einem Fluch belegten Drachen Goncko kabbelt. Oder Waldipert, ein Untoter, der seiner Frau hinterhertrauert. Die Siamesische Zwillingswespe, die aus einer guten und einer bösen Seite besteht, von denen letztere einen bayrischen Akzent hat. Oder der Hornissengeneral Uldin, der die letzte Niederlage nicht verkraften kann und nun um jeden Preis gewinnen will - und der, um sich zu stärken, auch nicht davor zurückschreckt, Leute aus seinen eigenen Reihen zu fressen. All diese Figuren sind vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten und sehr interessant, zwischenzeitlich wird diese Fülle an Charakteren aber auch zu viel.

Es ist absolut erfrischend, endlich mal ein Buch zu lesen, in dem keine der Personen auch nur ansatzweise perfekt ist. Selbst zierliche Wesen wie die Elfe Nahiel haben ihre Macken, was es dem Leser ermöglicht, sich schnell mit ihnen zu identifizieren. Allerdings wirken die Dialoge so auf diese Art - immer darum bemüht, etwas Verrücktes einzubauen - zwischenzeitlich recht übertrieben und unglaubwürdig. Weniger wäre an manchen Stellen mehr gewesen. Aufgrund der originellen Geschichte kann man jedoch meistens darüber hinwegsehen. Tarabas' Weg zu seinem Seelenlied, das die Charaktere in der Geschichte singen können, sobald sie ihren inneren Frieden gefunden haben, ist steiniger und vor allem ein vollkommen anderer als er ihn sich vorgestellt hat. Denn entgegen seiner Erwartungen sind die Abandonier keine Monster, sondern freundliche Wesen. Und er muss sich entscheiden...

Die Glaubwürdigkeit dessen, dass eine Armee von 1000 Mann in den Krieg zieht, um - wie es dargestellt wird - ungefähr 20 Abandonier abzuschlachten, weil die Siamesische Zwillingswespe ein Gerücht in die Welt gesetzt hat, sei mal dahin gestellt. Denn ansonsten weiß der Roman durch Originalität und einen tieferen Sinn absolut zu punkten. Hier wird klar, dass niemand perfekt sein muss, wodurch das Ganze einen schönen Unterton erhält. Das Ganze arbeitet zum Ende hin eigentlich auf ein heftiges Gemetzel hin - stattdessen aber überrascht der Autor mit einer Wendung, die der Leser so nicht erwartet hätte und die dennoch komplett überzeugen kann, weil schließlich doch jemand ganz anderes für den Frieden sorgt. So findet das Werk auf eine völlig unerwartete Weise zu einem guten Abschluss und macht möglicherweise auch Lust auf mehr.

FAZIT:
Stefan M. Fischers "Die Gestoßenen" hebt sich von der Masse der Fantasy-Romane durch skurrile Figuren und eine neuartige Geschichte ab. Zwar wird das Ganze zwischenzeitlich etwas albern und auch Logikfehler gibt es den ein oder anderen, dennoch sorgt das Buch für einige unterhaltsame Lesestunden. Gute 3,5 Punkte, hier ausnahmsweise aufgerundet auf 4.

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Tags: fantasy, glatzköpfler, haarige, hornissengeneral, siamesische zwillingswespe, skurril   (6)

  

 
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