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Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe
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(115)

261 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

liebe, fantasy, magie, gatlin, hexen

Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe

Kami Garcia , Margaret Stohl , Petra Koob-Pawis , Margaret Stohl Inc.
Flexibler Einband: 557 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 05.01.2012
ISBN 9783453529090
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:  
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Selection
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(157)

490 Bibliotheken, 12 Leser, 4 Gruppen, 75 Rezensionen

liebe, dystopie, casting, prinz, america

Selection

Kiera Cass , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Sauerländer, 01.02.2013
ISBN 9783411811250
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:

Weder Ashley noch die anderen Mädchen waren Maxon gefolgt. Ich schaute mich verwirrt um und versuchte herauszufinden, wie viele fehlten. Acht.
Kriss, die mir gegenübersaß, beantwortete die Frage in meinen Augen.
"Sie sind ausgeschieden", sagte sie.
Ausgeschieden? Oh.
Ich konnte mir nicht vorstellen, was sie in knapp fünf Minuten getan hatten, um Maxon zu missfallen, aber ich war plötzlich dankbar, dass ich mich entschieden hatte, aufrichtig zu sein.
Jetzt waren wir auf einmal nur noch siebenundzwanzig.
--

INHALT:
Aus dem ehemaligen Amerika ist, um das Land zu alter Stärke zurückzuführen, Illeá geworden, das in Acht Kasten unterteilt ist und von einer Königsfamilie regiert wird. America Singer gehört der Kaste Fünf an, gehört damit zu den Künstlern und lebt in eher ärmlichen Verhältnissen. Als ein Aufruf zu einem Casting gestartet wird, bei dem von 35 Mädchen eines als Ehefrau für Prinz Maxon ausgewählt wird, sieht ihre Mutter die Chance. America möchte eigentlich nicht mitmachen, lässt sich allerdings überreden - und wird wider Erwarten in den Palast eingeladen. Nun beginnt ein harter Konkurrenzkampf um den Titel und den jungen Mann. Und America ist hin- und her gerissen zwischen ihrem neuen und ihrem alten Leben, denn in letzterem wartet ihre heimliche Liebe Aspen auf sie...

MEINE MEINUNG:
Die Welle der Dystopien nimmt sowohl Deutschland als auch in anderen Ländern nicht ab und so war es nur eine Frage der Zeit, bis Kiera Cass' "Selection" übersetzt wird. Angepriesen wird das Werk in Amerika als eine Mischung aus "The Hunger Games" und "Der Bachelor" - ersteren Vergleich kann man jedoch getrost vergessen. Viel mehr geht es um Intrigen, Liebe, Lügen und Freundschaft, wobei das alles nicht immer überzeugend, aber definitiv sehr unterhaltsam ist. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen, sticht aber durch keine Besonderheiten hervor und bleibt so nicht lang im Gedächtnis.

Protagonistin America ist eigentlich ganz sympathisch, aber schon ihr Name macht klar, um welche Art von Charakter es sich bei ihr handelt: Eine Mary Sue wie sie im Buche steht nämlich. Sie ist schön, aber natürlich, freundlich und gutmütig, aber dennoch durchsetzungsfähig. Dabei gehen ihr leider die Ecken und Kanten verloren, weshalb es sehr, sehr schwer ist, sich mit ihr zu identifizieren. Ihre große Liebe Aspen kommt anfangs noch recht liebenswürdig rüber, sorgt er sich doch um ihr Wohl und ihren Stand. Kurz darauf trifft er jedoch eine wenig nachvollziehbare Entscheidung und verhält sich unausstehlich, was er bis zum Ende auch nicht wirklich wieder gut machen kann. Durch seine wenige Präsenz bleibt er ansonsten eher blass, was schade ist, wenn man bedenkt, was für eine Rolle er für America spielt.

Prinz Maxon ist anders als erwartet wenig langweilig, sondern eher recht witzig und nett, außerdem besitzt er durchaus einen gewissen Charme. Auch wenn es mir unglaubwürdig erschien, dass er so gut wie jedes Verhalten von America verzeiht und entschuldigt, konnte ich ihn aufgrund seiner leicht umgänglichen Art definitiv am besten leiden. Ansonsten aber sind die Figuren allesamt überaus klischeehaft gestaltet: Da gibt es die intrigante Zicke, die niemand leiden kann, die gute Freundin mit einem kleinen Geheimnis, die schüchterne Nette sowie die freundlichen und America fast schon vergötternden Zofen...Hier hätte sich die Autorin eindeutig mehr Einfallsreichtum erlauben können!

Die Geschichte ist natürlich absolut oberflächlich und geht nur in einigen wenigen Momenten in die Tiefe - der Plot dreht sich eben um die Mädchen und deren Kampf um Krone und Prinz. Kiera Cass gelingt es dennoch durchaus, den Leser mit ihrem Werk zu fesseln, weil es spannend ist, zu erfahren, wer als nächstes gehen muss. Durch die einseitige Erzählweise erfährt man dafür allerdings selten die Gründe, was ich sehr schade fand. Ein großer Kritikpunkt ist auch die Widersprüchlichkeit der Charaktere: America beschwert sich über eine Konkurrentin, die die gesamte Gruppe durch einen langwierigen Abschied eine Stunde lang aufhält, tut das gleiche kurz darauf allerdings selbst; sie beschreibt sich selbst als recht liebenswürdig, tritt dem Prinzen aber einfach mal gegen das Bein; und Maxon selbst hat keine Ahnung von dem, was in seinem Volk vor sich geht, achtet bei der Auswahl der verbleibenden Mädchen aber auf politische Aspekte. So etwas passt oftmals nicht zusammen und trübt das Bild.

Als Dystopie ist das Ganze auch ansonsten kaum zu sehen. Illeá wird zwar monarchisch regiert und besitzt ein Kastensystem, diese Aspekte werden jedoch kaum thematisiert. Da hoffe ich noch auf eine Steigerung! Eines jedoch muss ich der Autorin zugute halten: Ihr gelingt es wunderbar, die Dreiecksgeschichte zwar durchaus in einigen Momenten einzubringen und so die Spannung aufrechtzuerhalten, dieser Aspekt gewinnt allerdings beinahe nie die Oberhand und es ist nicht klar, wen America hier wohl wählen wird. Ich habe einen Favoriten, bin da aber tatsächlich gespannt. Einen Höhepunkt hat das Buch nicht - es endet einfach abrupt, was relativ ernüchternd ist, nachdem es grade so fesselnd geworden war. Hier wäre ein anderer Schluss wünschenswert gewesen, weil sich der Leser doch sehr in der Luft hängen gelassen fühlt. Die Lust auf Band 2 ist aber dennoch da!

FAZIT:
"Selection" ist sehr viel oberflächlicher als viele andere Dystopien und als solche auch kaum zu bezeichnen. Wer sich das klar macht [!], dürfte mir dem Werk Spaß haben, denn einen gewissen Unterhaltungswert besitzt es durchaus. Besonders die Liebesgeschichte[n] konnte[n] mich überraschenderweise überzeugen und tatsächlich für romantische Gefühle sorgen. Für einige nette Lesestunden ist das Buch sicherlich das Richtige. Knappe 3,5 Punkte, hier abgerundet auf 3.

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Tags: auswahl, casting, eifersucht, freundschaft, intrige, krone, liebe, prinz   (8)

  

 

Schattenspieler
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(67)

150 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 51 Rezensionen

berlin, krieg, schatz, zweiter weltkrieg, freundschaft

Schattenspieler

Michael Römling , Maximilian Meinzold
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, F, 29.06.2012
ISBN 9783815753071
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:  
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Slide - Durch die Augen eines Mörders
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(28)

75 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

thriller, wandern, narkolepsie, jugendbuch, tod

Slide - Durch die Augen eines Mörders

Jill Hathaway , Susanne Goga-Klinkenberg
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Fischer FJB, 01.09.2012
ISBN 9783841421494
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Ich wende mich vom Schreibtisch ab und sehe zum Bett. Es ist eindeutig Sophies Bett, aber es hat eine andere Farbe. Vorhin lag eine makellos weiße Tagesdecke darauf. Jetzt ist es dunkelrot. Und nass. Ganz nass. Auf dem Bett liegt etwas. Es ist Sophie. Ihr schwarzes Haar umrahmt ihr weißes Gesicht. Sie hat die Arme hilflos neben sich ausgestreckt, in jedem Handgelenk klafft ein langer, blutiger Schnitt.
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INHALT:
Sylvia leidet an Narkolepsie - oder jedenfalls ist es das, was bei ihr diagnostiziert wurde. Sie weiß allerdings, dass dies nicht stimmen kann. Denn immer, wenn sie einschläft, wandert sie in den Körper desjenigen, von dem sie gerade einen Gegenstand berührt hat. Irgendwann hat sie sich einigermaßen damit arrangiert, versucht aber trotzdem möglichst, immer wach zu bleiben, weil sie sich vorkommt wie ein Eindringling. Doch eines Tages ist alles anders: Die beste Freundin ihrer Schwester ist tot - und Sylvia hat durch die Augen des Mörders alles mitangesehen. Nur weiß sie nicht, wer es war...

BUCHAUFMACHUNG:
Zwar ziert das Cover das obligatorische Gesicht eines Mädchens, dennoch zieht es Aufmerksamkeit auf sich - dadurch, dass die Haut splittert, was durchaus einen kleinen metaphorischen Bezug zur Geschichte aufweist. Die Haarfarbe passt allerdings gar nicht, da Sylvia ihre pink gefärbt hat - hier hätte man besser aufpassen können. Insgesamt ist die Gestaltung nicht besonders originell, aber durchaus ganz nett anzusehen.

MEINE MEINUNG:
"Slide" klang für mich vom Klappentext und auch den Bewertungen des Originals her wie ein sehr neuartiger Thriller mit Fantasy-Elementen, weshalb meine Erwartungen vielleicht etwas zu hoch waren. Denn letztendlich muss ich sagen: Abheben kann sich dieser Roman leider so gut wie gar nicht.

Protagonistin Sylvia beschreibt ihre Erlebnisse im Präsens aus der Ich-Perspektive. Der Schreibstil ist jugendlich frisch und flüssig zu lesen, geht aber mehr auf Gefühle und Gedanken ein als auf bildliche Beschreibungen, sodass ich mir die Figuren und die Umgebung oftmals nur spärlich vorstellen konnte. Die große Schrift in Verbindung mit dem kleinen Buchformat sorgt dafür, dass es nicht allzu lange dauert, bis man am Ende angekommen ist, gleichzeitig wird so aber auch schnell klar, dass sich für eine wirklich ausgeklügelte Story nicht genug Zeit genommen wurde.

Sylvia ist eine recht sympathische Hauptfigur, die aber besonders zu Anfang nur geringfügig eigene Entscheidungen trifft und sich vor allem hauptsächlich um sich selbst und ihre Probleme kümmert. Sie ist ängstlich, weil es jeden Moment zum Wandern kommen könnte, und auch ein wenig naiv, weil sie die deutlichsten Anzeichen für bestimmte Vorgänge einfach nicht zu deuten weiß. Im Laufe der Handlung wird sie selbstbewusster und einsichtig, kann aber noch immer nicht vollständig überzeugen. Ihr bester Freund Rollins gefiel mir da schon besser. Er sorgt sich um Vee, hat aber auch eigene Sorgen, für die sie sich lange nicht zu interessieren scheint. Was er an ihr findet, wurde mir persönlich nicht wirklich klar, dennoch ist er aufgrund seiner freundlichen, aber nicht unterwürfigen Art, wohl mein liebster Charakter.

Zane, der neue Schüler, in den sich Sylvia schnell verliebt, konnte mich bis zum Schluss kein bisschen berühren. Nicht nur, dass er der obligatorische Schönling ist, auf den alle Mädchen stehen, er ist auch noch intelligent, witzig, wunderbar - und gähnend langweilig. Was es mit ihm auf sich hat, war mir schnell klar. Jill Hathaway scheint da mehr ein Händchen für die unkonventionellen Charaktere wie Sophie und Amber zu haben, die Freundinnen von Sylvias Schwester, die beide ziemlich labil scheinen und daher tatsächlich aufwühlen und ein wenig schockieren können.

Anfangs bietet die Geschichte auch ansonsten wirklich gute Ansätze. Man erfährt, wie Vees Wanderung in andere Körper vonstatten geht, wie ihre Familienverhältnisse sind und was dazu führte, dass sie ist wie sie ist. Auch der Mord an Sophie und das Entsetzen beim Zuschauen sind glaubwürdig dargestellt. Danach allerdings beginnt das Ganze vor sich hinzuplätschern. 100 Seiten lang ergeht sich Sylvia nur in Überlegungen, was passiert sein könnte, unternehmen tut sie allerdings nichts. Dazu ist sie auch zu beschäftigt: Nämlich mit dem perfekten Zane, in den sie sich nach kurzer Zeit schon verliebt hat. Die Beziehung ist weder kribbelig noch glaubhaft und nervt hauptsächlich, da Vee darüber hinaus alles andere vergisst. Zudem ist der Tod des Mädchens äußerst unlogisch. Wenn jemand mit einem Messer auf einen zukommt, wird man sich wohl wehren und um das zu verhindern, müsste ein Beruhigungsmittel eingesetzt werden - weder Kampfspuren noch ein solches Medikament werden jedoch gefunden. Nun ja...

Irgendwann kommt Sylvia dann endlich auf die Idee, ihre Fähigkeit dafür zu nutzen, herauszufinden, was passiert ist. So kommt sie einigen interessanten Geheimnissen auf die Spur, was den Spannungsbogen nach oben treibt, den Täter findet sie allerdings nur durch Zufall heraus und befindet sich dann natürlich selbst in Gefahr. Wer hinter allem steckt wusste ich sowieso schon von Anfang an, denn wer bereits einige Thriller gelesen hat und vertraut ist mit der Auslese von Verdächtigen, braucht nicht lange nachzudenken. So war die für andere möglicherweise überraschende Auflösung für mich nicht nur langweilig, sondern auch komplett weit hergeholt: Das Motiv wirkt wie aus den Fingern gesogen und überhaupt nicht glaubwürdig. Das kann auch der nette Epilog mit einer Versöhnung nicht mehr ausgleichen - schade!

FAZIT:
Während "Slide" mich anfangs noch mit einem originellen Grundgerüst und einem interessanten Geheimnis fesseln konnte, wurde ich mit Voranschreiten der Geschichte immer genervter. Nicht nur, dass sich Protagonistin Sylvia nach kurzer Zeit in einen Mitschüler verliebt und damit ihre Suche nach dem Mörder aus den Augen verliert, es war mir auch noch von vornherein klar, wer dieser letztendlich sein würde. Leider wieder ein Jugend-Thriller, der nicht wirklich zu überzeugen weiß. 2,5 Punkte.

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Tags: geheimnis, mörder, narkolepsie, tod, wandern   (5)

  

 

Schloss der Engel
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(114)

229 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

engel, liebe, internat, racheengel, schloss

Schloss der Engel

Jessica und Diana Itterheim
Flexibler Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 23.07.2012
ISBN 9783746628554
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Unzählige kleine Risse durchzogen den gigantischen Spiegel, zerschmetterten seine funkelnde Oberfläche und trübten sie zu matt schimmerndem Silber. Und mit ihm zersplitterte mein Herz in tausend Stücke. Jeder Bruch im Spiegel war ein weiterer Schnitt, der es auseinander riss und gnadenlose Zerstörung hinterließ.
Der Schmerz brannte sich tief in mich hinein und entfachte ein loderndes Inferno. Ich brach schluchzend zusammen. Weder mein Körper noch meine Seele war dieser Qual gewachsen.
--

INHALT:
Als Lynn von ihren Eltern auf ein Internat in Deutschland geschickt wird, ist sie nicht sonderlich begeistert. Doch das Schloss, auf dem sie leben soll, übt einen ungeahnten Zauber aus - genau wie Christopher, ein gut aussehender Mentor, den sie kennen lernt. Die beiden kommen sich näher, doch Lynn begreift, dass das Internat keine normale Schule sein kann mit den seltsamen Unterrichtsfächern, die dort unterrichtet werden. Schließlich findet sie heraus: Sie ist im Schloss der Engel gelandet. Und um sie entbrennt ein Kampf um ihre Liebe, ihre Seele und ihr Leben...

BUCHAUFMACHUNG:
Das Cover des Romans ist eindeutig ein echter Eyecatcher! Die Ränder, werden von schwarzen Ranken/dünnen Ästen verziert, alles ist in grau gehalten, sowohl das Wasser als auch der Steg, auf dem das Mädchen steht. Da sticht das rote Kleid natürlich sehr heraus, was einen perfekten Kontrast ergibt. Glatte Oberflächen gefallen mit bei Taschenbüchern normalerweise nicht so gut, hier wurde dies aber ebenso passend ausgewählt wie der Rest der Gestaltung. Wunderschön!

MEINE MEINUNG:
Auf den Debüt-Roman des Autorengespanns, bestehend aus Mutter und Tochter, hatte ich mich aufgrund der tollen Aufmachung und der Thematik - Engel - sehr gefreut. Gespannt begann ich also zu lesen, wurde jedoch schon bald in meiner Begeisterung gebremst. Die meiste Zeit musste ich mich leider dazu zwingen, weiterzulesen. Und das hat sich bis zum Ende nicht gebessert...

Jessica und Diana Itterheim besitzen einen sehr ansprechenden Schreibstil, der für ein Jugendbuch recht ungewöhnlich ist. Glaubwürdig und mit schönen Beschreibungen wird Lynns Umgebung gezeichnet und ihre Gefühle dargebracht. Sie erzählt selbst aus der Ich-Perspektive im Präteritum, weswegen das Ganze natürlich etwas einseitig ist. Der Einstieg geht recht schnell, noch auf den ersten Seiten macht sich das Mädchen auf an den neuen Ort, von Italien nach Deutschland. Warum genau ihre Eltern aber wollen, dass sie dort ihren Abschluss macht, wird nie klar.

Lynn ist eine extrem anstrengende Protagonistin. Sie benimmt sich so gut wie nie ihrem Alter entsprechend, sondern eher wie ein gerade in die Pubertät gekommenes 14jähriges Teenie-Mädchen. Sie ist launisch, eifersüchtig und erschreckend naiv. Außerdem kann sie sich nicht selbst helfen und muss permanent beschützt werden. Immer wieder begeht sie große Dummheiten, bei denen man nur den Kopf schütteln kann und bei denen sich einem unwillkürlich eine Feststellung aufzwingt: Nämlich, dass sie leider einfach, ich muss es so sagen, blöd ist. Ihr Gegenpart Christopher dafür ist irgendetwas zwischen gefährlich-interessant und langweilig-perfekt. Mal lässt er den großen Retter raushängen, dann wieder ist der ein bedrohlicher Racheengel - das will alles nicht zusammenpassen, weswegen er blass bleibt und man letztendlich nur eines weiß: Er ist wunderschön, ja perfekt! Natürlich.

Ansonsten wird mit einer Fülle an Figuren aufgewartet; einer solchen Fülle, dass man sich nur schwer merken kann, wer nun wer ist. So ist es beinahe unmöglich, bei einigen etwas Tiefe zu entdecken. Lynns Freundinnen in der normalen Welt sind hauptsächlich oberflächliche Nervensägen, von denen eine zu eben solchen Eifersuchtsattacken neigt wie sie selbst. Im Schloss der Engel sind hingegen alle wunderbar und nett, was sie ebenso klischeehaft macht. Und die Bösewichte sind so stereotyp, dass es gar nicht zu fassen ist: Einzig und allein auf Rache aus, wollen sie Verderben bringen, was leider nicht besonders weit ausgeführt wird. Einzig Aron, einer der Engel aus dem Schloss, ist einigermaßen interessant mit der Undurchschaubarkeit, ob er nun Feind ist oder Freund.

Lynns Liebe zu Christopher und umgekehrt ist zu keiner Zeit auch nur ansatzweise nachzuvollziehen. Die beiden kennen sich 5 Tage, es sind 100 Seiten vergangen, da spricht das Mädchen bereits von Liebe und als Leser fragt man sich, wann das denn passiert sein soll. Da ist keine Chemie, keine Anziehung, einfach kein Gefühl. Stattdessen verstrickt sich Lynn bald in Eifersüchteleien, während er sich immer wieder unnahbar gibt und das Ganze geht den Altbekannten Weg: Sie ist naiv und er muss sie retten. Zudem gibt es auch in der Geschichte drumherum einige Ungereimtheiten: Die Hauptperson findet vom normalen Internat einen Weg ins Schloss der Engel und ist plötzlich in einer vollkommen anderen Umgebung, auch mit anderen Schülern - und wundert sich nicht einen Moment lang! Stattdessen hört sie einfach sowohl bei Einweisungen als auch im Unterricht kein einziges Mal zu, damit sie auch ja alles verpasst. Stattdessen fällt sie lieber permanent in Ohnmacht oder bricht in Tränen aus. Letzteres tut sie sicherlich um die 100 Mal, was irgendwann ins Lächerliche ausartet.

Wenigstens der Plot selbst ist ansatzweise interessant. Zwei Gegenspieler gilt es zu besiegen, die es auf Lynns Seele abgesehen haben. Das Problem bei der Sache ist nur: Dass die beiden sie immer wieder in gefährliche Situationen bringen können, liegt einzig und allein daran, dass sie so infantil ist, dass sie sogar beispielsweise mit einem derer, die Christopher in der Vergangenheit großes Leid zufügten, einen Pakt eingehen will. Da ist es dann auch kein Wunder, wenn das schief geht. Dennoch ist der Showdown recht interessant und fast schon spannend gestaltet. Nur der letztendliche Schluss ist wieder arg kitschig und vorhersehbar - mit einem solchen Ende habe ich von Anfang an gerechnet. Schade, dass hier so viel Potenzial verschenkt wurde...

FAZIT:
Von "Schloss der Engel" erwartete ich eigentlich einen fesselnden und berührenden Trilogie-Auftakt. Stattdessen bekam ich eine den letzten Nerv raubende Protagonistin, eine nicht nachvollziehbare Liebesgeschichte und einige Logikfehler geboten. Einzig und allein der Kampf zum Ende hin war einigermaßen interessant. Ansonsten bin ich leider maßlos enttäuscht und werde die Reihe wohl nicht weiterverfolgen. Für Leser, die auf Kitsch und schnelle Liebesbezeugungen stehen sicherlich das Richtige! 2 Punkte.

  (9)
Tags: eifersucht, engel, jugendbuch, kitsch, liebe, nervtötend, racheengel   (7)

  

 

Schattenstill
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(50)

127 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

mord, familie, krimi, irland, broken harbour

Schattenstill

Tana French , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Scherz, 01.06.2012
ISBN 9783502102236
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

"Selbstverständlich", sagte ich. "Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Mrs Spain. Ich möchte Ihnen noch mal unser Beileid aussprechen. Ich hoffe, Ihre Schmerzen sind einigermaßen erträglich."
Sie antwortete nicht. Ihre Augen waren trüb geworden. Sie war schon ganz weit weg. Wir standen so leise wir konnten auf und gingen aus dem Zimmer. Als ich die Tür hinter mir schloss, hörte ich, wie Jenny anfing zu weinen.
--

INHALT:
Broken Harbour, eine windgepeitschte Geisterstadt voller Bauruinen nördlich von Dublin: In einem der wenigen bewohnten Häuser wird eine junge Familie aufgefunden – die Eltern brutal niedergestochen, die beiden kleinen Kinder erstickt. In den Wänden ihres hübsch eingerichteten Häuschens klaffen rätselhafte Löcher. Detective Mike Kennedy ist überzeugt, dass er den Fall lösen wird, schließlich arbeitet niemand in der Mordkommission so effektiv wie er. Doch Broken Harbour entpuppt sich als erbarmungsloser Abgrund, der auch ihn zu verschlingen droht - erneut...

BUCHAUFMACHUNG:
Der weiße Hintergrund im Zusammenspiel mit den schwarzen Ästen und dem dunklen Acker wirkt sehr geheimnisvoll. Da sticht der hellgrüne Titel sehr hervor. Zwar deutet kein Element wirklich auf den Inhalt des Buches hin, dennoch ist das Ganze einfach ein Eyecatcher. Unter dem Umschlag ist der Roman in ein einfaches Grün gebunden, das zum Aufdruck auf dem Cover passt.

MEINE MEINUNG:
Schon allein das Cover des Kriminalromans zog mich vom ersten Blick an total in den Bann. Aber nicht nur das - auch der Klappentext wirkte so stimmig, dass ich kein 2. Mal an dem Buch vorbeigehen konnte. Krimis kann ich selten viel abgewinnen, aber hier wollte ich es noch einmal probieren. Und wurde mit einer ausgeklügelten Geschichte belohnt, die aber an manchen Stellen etwas zu langatmig geworden ist.

Tana French besitzt einen ansprechenden, beschreibenden und sehr zeitgemäßen Schreibstil, der schnell in die Geschichte einführt und so schnell nicht wieder loslässt. Ihre Schilderungen sind eindrücklich, fesselnd, ja, aber durchaus auch etwas lang. Zwar erschafft sie so großartige Bilder, übertreibt es allerdings zwischendurch. Sie erzählt ihren Roman aus der Ich-Sicht des Detektives Mike Kennedy, wodurch es dem Leser schnell gelingt, eine Bindung zum Charakter aufzubauen.

Kennedy ist kein einfacher Charakter. Eigentlich sehr selbstbewusst, überzeugt von sich und der Erfüllung seines Traumes, einmal richtig Karriere zu machen, entgeht ihm beinahe, dass der Fall ihn mehr mitnimmt als je zuvor. Was vielleicht an seiner Familie liegen mag - denn auch er hat eine schwierige Vergangenheit. Das macht ihn schnell zu einem sympathischen, wenn auch nicht immer leicht zu verstehenden Protagonisten. Sein Partner Richie erscheint anfangs wie ein junger Mann, der zwar nicht genau weiß, wo es langgeht, aber eine eindeutige Vorstellung davon hat, wo er ankommen will. Allerdings besitzt er eben keine Erfahrung und verstrickt sich bald in Moralvorstellungen und Gewissensbisse.

Sowieso ist keine der Figuren auch nur ansatzweise schwarz-weiß gezeichnet. Da ist die labile Schwester Dina, die Mike nur helfen will, mit ihrem eigenen Leben aber nicht auch nur ansatzweise zurechtkommt und immer wieder in Probleme schlittert. Da sind die Verdächtigen im Mordfall, die sich alle durch unterschiedliche Charakterzüge auszeichnen und die man alle nicht durchschauen kann. Sogar die Nachbarn, die befragt werden oder Kollegen im Job zeichnet die Autorin so, dass sie zu jeder Zeit glaubwürdig und gut ausgearbeitet wirken.

Ansonsten setzt Tana French auf ruhige Ermittlungsarbeit: Zeugen, Nachbarn und Verdächtige werden befragt, Tatorte untersucht, Motive ermittelt. Wilde Action, Verfolgungen und ähnliches darf man hier auf keinen Fall erwarten, denn das führt nur zu Enttäuschungen. Durch die glaubwürdige Schreibweise, die gute Recherche und eindeutiges Hintergrundwissen wird der Leser wunderbar in die Arbeit eingeführt. Dennoch sind einige Dialoge definitiv zu ausführlich und beginnen irgendwann zu langweilen - besonders, da auch der Hintergrund des Detectives beleuchtet wird. So ist die Storyline zwar sehr ausgeklügelt und schlüssig, wirkt aber zu lang und manchmal regelrecht ermüdend.

Bis zum Schluss schafft die Geschichte es aber dennoch, einen dabei zu behalten - dafür ist es zu spannend, zu wissen, was das Motiv war. Es ist mir selten passiert, dass ich über einen so langen Zeitraum nicht wusste, wer der Täter ist. Der Autorin gelingt es, den Leser zu fesseln, indem sie ihn dazu bringt, sich dieselben Fragen zu stellen wie die Figuren im Buch: Wie hätte ich gehandelt? Was hätte ich getan? Dabei verwickelt sie einen in ein Geflecht aus Schuld, Liebe, Lüge und Wahnsinn, das sich erst ganz am Schluss abstreifen lässt. Die Auflösung ist nicht gewagt, nicht spektakulär, aber absolut nachvollziehbar, glaubhaft und mit einem perfekten Motiv gespickt, sodass der Krimi einen würdigen Abschluss bekommt.

FAZIT:
Tana French versteht ihr Handwerk eindeutig und entführt den Leser in "Schattenstill" schnell in eine Geschichte, die man bis zum Ende nie ganz durchschaut. Dabei gelingt ihr sowohl die Ermittlungsarbeit als auch die Auflösung später exzellent. Dennoch sind einige ihrer Beschreibungen und Dialoge definitiv zu langatmig, was den Fluss stört. 100 Seiten weniger hätten da vielleicht Abhilfe geschafft. Ich vergebe gute 3,5 Punkte, hier abgerundet auf 3, und werde mich auf jeden Fall nach einem weiteren Buch der Autorin umschauen!

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Tags: detective, familie, mord, motiv, stalker, täter, verdächtige   (7)

  

 

Solange die Nachtigall singt
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(68)

204 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

wald, jäger, liebe, mord, jugendbuch

Solange die Nachtigall singt

Antonia Michaelis , Kathrin Schüler
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.09.2012
ISBN 9783789142932
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Jari kroch rückwärts unter der Fichte hervor, taumelte zurück auf die Lichtung, schüttelte sich und sah, dass die Nebel bereits in den Schatten lauerten. Der Abend kam.
Die Pilze ließen sich ganz leicht abbrechen. Sie schmeckten anders als die getrockneten Pilze aus der Küche, sie schmeckten nach dem Kuss von damals, der so abrupt geendet hatte. Jari verlor ein wenig die Übersicht über die Anzahl. Er brauchte die Pilze. Sie würden ihm die Angst nehmen.
"Joana Jascha? Jolanda?", flüsterte er schließlich. "Ich werde...Ich werde euch beschützen." Er packte sein Gewehr fester. "Vor was auch immer."
--

INHALT:
Für drei Wochen möchte Jari eine Auszeit von seinem langweiligen Leben inmitten von Hobelspänen und gestärkten Spitzentüchern. Er möchte wandern gehen, die Freiheit genießen. Also macht er sich auf, zu einem Wald an der Grenze zwischen Polen, Tschechien und Deutschland. Und dort begegnet er Jascha, so schön wie verstörend, die ihn mitnimmt zu ihrem Haus im Wald. Bald schon vergisst er die Zeit, sein altes Leben - und sich selbst. Um die Schönheit zu erhalten, wird er zum Jäger. Und findet nicht mehr den Unterschied zwischen Wahn und Wirklichkeit, Liebe und Hass...

BUCHAUFMACHUNG:
Das Cover wirkt durch die dunklen Farben und die gräulichen Äste und Bäumen sehr geheimnisvoll. Im Hintergrund sieht man den verwischten Schemen einer Gestalt, die zu fliehen scheint, was toll zur Geschichte passt. Auch ohne Schutzumschlag sieht das Buch toll aus - es ist dasselbe Motiv, nur sind dort dieses Mal interessanterweise drei Schatten zu sehen. Wunderschön; da hat sich jemand viel Mühe gegeben!

MEINE MEINUNG:
Antonia Michaelis ist schon lange etabliert und schafft es dennoch, mit ihren Romanen immer wieder zu überraschen. Nun ist mit "Solange die Nachtigall singt" ein weiteres Jugendbuch mit einem abgründigen und geheimnisvollen Thema erschienen. Lange habe ich drauf gewartet - und wurde nicht enttäuscht.

Beeindruckend ist von Anfang an die Sprache: In bildhaften, atmosphärischen Sätzen werden Landschaften, Gedanken und Emotionen so realistisch dargebracht, dass man sich sofort fühlt wie mittendrin. Während dies anfangs jedoch noch auf ein normales Maß reduziert ist, werden es im Laufe der Handlung immer mehr Metaphern und wunderschöne wie verstörende Beschreibungen, bis die Stimmung sich auf ein fast schon unerträgliches Maß an Traurigkeit, Wahnsinn und Faszination steigert. Wenn dann das Lied der Nachtigall, das eine besondere und tragende Rolle besitzt, erklingt und den Leser durch die verschiedenen, geheimnisvollen Strophen aus der Fassung bringt, dann ist das Gänsehaut-Feeling endgültig perfekt und lässt sich so schnell nicht mehr vertreiben. Alles, was dann noch bleibt, ist, sich auf die Figuren einzulassen und ihren Weg bis zum Ende mitzugehen.

Protagonist Jari ist eigentlich ein unscheinbarer Junge, hat kaum Erfahrungen mit Mädchen und schon gar nicht mit dem wirklichen Leben. Er möchte etwas erleben, doch er wird durch seine Erfahrungen im Wald in einen Strudel gerissen, der ihn mitnimmt und verändert. Seine Entwicklung - zum Guten wie zum Schlechten - ist immer glaubwürdig beschrieben und bleibt stets vorstellbar. Vom unsicheren jungen Mann zum Jäger ist es ein langer und doch kurzer Weg, der nicht nur ihn in den Abgrund reißt. Denn Jascha, das Mädchen, das ihn mitnimmt, ist nicht allein. Da sind noch Joana, die Spöttische und Jolanda, die Kalte. Nie kann man sich sicher sein, woran man ist und das ist es, was den Zauber ausmacht.

Der Wald ist tief und gefürchtet, weswegen nicht viele Personen ihn betreten. So ist es nicht verwunderlich, dass der Leser ansonsten nur wenige Nebenfiguren kennenlernt, die aber allesamt ebenso glaubhaft und realistisch charakterisiert sind wie die Protagonisten. Tronke, der Förster, der Jari das Schießen beibringt und Geheimnisse für sich behält - alle. Bronko, der Kindskopf, der nicht richtig sprechen kann, aber die Wahrheit kennt, der Angst hat und Mitleid erregend ungeschickt ist. Und Matti, Jaris bester Freund, der zuhause weilt und den er vermisst, mit seinen vielen Mädchen, seinen Weisheiten über die Liebe und der Freundschaft, die sie nicht Freundschaft nannten, weil es zu weich klingt. All diese Charaktere bevölkern das Buch, machen es lebendig und einzigartig.

Die Geschichte selbst fängt märchenhaft an, wie schon das vorhergegangene Buch, und steigert sich mit zunehmender Seitenzahl zu einiger Brutalität, einer äußerst verstörenden Atmosphäre und Verwicklungen, die einem den Atem stocken lassen. Was ist wahr und was ist Täuschung? Ist es ein Mädchen? Sind es 2? 3? Oder viel mehr? Das Haus trägt seinen Teil dazu bei, voller Spiegel und voller abgeschlossener Räume mit allerlei Geheimem. Man weiß nicht mehr, was man denken soll, während Jari nie weiß, wer wer ist. Wer lügt. Wer die Wahrheit sagt. Was es mit den vielen Gräbern im Wald auf sich hat - und was mit den Jägern, die vor ihm da waren. All das verwebt sich zu einem Dickicht aus Fäden, die entwirrt werden müssen, was schwierig, aber äußerst spannend ist. Dabei sollten Leser allerdings gewarnt sein: Es geht blutig zu, sehr blutig. Es gab Jäger und es gibt Jäger. Jäger jagen. Und nicht immer können die Opfer fliehen...

Darin eingeflochten ist die Geschichte von 3 kleinen Mädchen, 3 kleinen Mädchen, die im Dunklen sind, festgehalten werden und Schreckliches erleben. Wie Antonia Michaelis die Zwirne beider Handlungsstränge miteinander verwebt, ist wunderbar zu lesen, sorgt aber auch für ein immerwährendes Gefühl der Gefahr, je näher man dem Geheimnis kommt. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir die Auflösung schon relativ am Anfang gedacht habe - die Autorin überrascht geschickt mit einer unvergleichlichen Wendung am Schluss, ich jedoch habe genau so etwas schon ein- bis zweimal gelesen und war daher nicht komplett geschockt. Was auch daran liegen mag, dass genau dieses Ende nicht komplett schlüssig ist. Dass so vieles durch Pilze und Alkohol ausgelöst wurde, ist nicht ganz glaubhaft. Näher darauf eingehen kann ich jedoch nicht, ohne zu spoilern. Dennoch vermag genau dieser Abschluss wohl genug Leser zu verblüffen - und das ist ja die Hauptsache.

FAZIT:
"Solange die Nachtigall singt" besitzt eine poetische, märchenhafte Art, die immer wieder durch die Brutalität der Geschichte zerrissen wird, was eine unbeschreibliche Atmosphäre erschafft. Das Buch ist blutig und grausam, genauso aber wunderschön und atemberaubend spannend. Nur das Ende konnte mir nicht komplett überzeugen: Einige Ungereimtheiten, die mit der Erklärung der Autorin nicht vollkommen geklärt werden. Ansonsten eine absolute Leseempfehlung! Sehr gute 4,5 Punkte.

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Tags: gefahr, geheimnis, jäger, mord, schönheit, wald   (6)

  

 

Smalltown Girls - Der Tod kommt selten allein
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158 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 67 Rezensionen

tod, prophezeiung, freundschaft, liebe, jugendbuch

Smalltown Girls - Der Tod kommt selten allein

Josephine Mint , Lena Kleiner
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 08.03.2012
ISBN 9783407811066
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
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Stormwalker
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(16)

38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

firewalker, stormwalker, skinwalker, gewitter, drachen

Stormwalker

Allyson James , Katrin Kremmler
Flexibler Einband: 398 Seiten
Erschienen bei Lyx, 03.04.2012
ISBN 9783802585111
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Aus der Küche hörte ich eine klare, helle Stimme. "Nash?"
Mick und ich sahen uns wieder an, in seinen Augen standen Wissen und Angst. Wir nickten uns in stummer Übereinstimmung zu, dann ließ Mick mich los. Instinktiv griff ich nach einer Scherbe des magischen Spiegels, und wir wappneten uns gegen das, was uns bevorstand.
--

INHALT:
Janet Begay kehrt nach langer Zeit zurück nach Magellan, dem Städtchen, in dem ihre machthungrige und mordlustige Mutter unter der Erde eingeschlossen ist. Immer wieder versucht diese, sich einen Weg aus ihrem Gefängnis zu bahnen und Janet ist die Einzige, die sie aufhalten kann. Denn sie ist eine starke Stormwalkerin und bezieht Kraft aus den Gewittern. Zurückgekehrt mit dem Vorwand, die verschwundene Tochter des Polizeichefs aufzuspüren, nimmt sie den Kampf auf - gemeinsam mit ihrem Geliebten Mick und dem Gott Coyote. Doch immer wieder kommt ihr Sheriff Jones in die Quere und bald schon sind die vermisste junge Frau sowie die Gefahr, die von ihrer Mutter ausgeht, nicht mehr Janets einzige Probleme...

BUCHAUFMACHUNG:
Die braune Hintergrundfarbe in Verbindung mit dem Gewitter, dem Kojoten und den Symbolen in den Ecken ist passend und damit absolut gelungen - im Nachhinein wird nämlich klar, dass das alles auf Geschehnisse im Buch hindeuten. Nur die junge Frau stört mich etwas, denn auch wenn sie von den Klamotten und dem Aussehen der Vorstellung von Janet sehr nahe kommt, ist es ansonsten leider nicht wirklich originell.

MEINE MEINUNG:
Der 1. Band der "Stormwalker"-Reihe von Allyson James klang für mich nach einem frischen und originellen Fantasy-Buch, der etwas Neues zu bieten hat. Meine Erwartungen waren hoch - und ich bin wahnsinnig froh darüber, dass hier nicht zu viel versprochen wird!

Dieser Roman knallt und zwar von Anfang an. Janet schlittert schon auf der ersten Seite in einen Kampf hinein und kurz darauf in einen Unfall. Daraus resultieren nicht nur der Hass des Sheriffs sondern auch eine kaputte Maschine - und das Wiedersehen mit ihrem Ex Mick, für den sie noch immer Gefühle hegt. Und das ist erst der Anfang! Die Autorin versteht es sofort meisterhaft, den Leser mitzunehmen auf diese gefährliche, spannende und emotionale Reise mit der Protagonistin. Die Beschreibungen sind grade detailreich genug, um sich alles perfekt vorstellen zu können, der Schreibstil ist angenehm, durch recht viele Schimpfworte und pikante Details aber vielleicht eher etwas für Erwachsene.

Janet ist eine Hauptfigur wie ich sie liebe: Draufgängerisch, hart im Nehmen und vor allem nicht auf den Mund gefallen. Ihre Sprüche bringen oftmals zum Lachen, ihre Gedanken sind wunderbar nachzuvollziehen und ihre Emotionen rissen mich von Anfang an mit. Sie wird zwischenzeitlich etwas verrückt und beinahe schon launisch, aber das passt zu ihr und hat auch seinen Grund. Mick, ihre große Liebe, konnte mich ebenso begeistern. Er ist nicht nur wahnsinnig heiß, er ist auch der perfekte Beschützer und das ohne übertrieben zu wirken - denn er übertreibt es selbst, aber er weiß auch, warum. Er ist gleichzeitig geheimnisvoll, sexy und witzig, weshalb ich schon nach seinem ersten Auftreten so in ihn verschossen war, wie das bei einer Buchfigur nur möglich ist. Diese beiden Figuren ergeben zusammen eine höchst explosive, grandiose Mischung.

Aber auch die übrigen Personen lassen nicht zu Wünschen übrig - allen voran Sheriff Jones, der einem zwar zwischendurch unglaublich an den Nerven zerrt mit seinen Moralpredigten und seinen Dienstvorschriften, dabei aber irgendwie immer ein zwar verbissener, jedoch trotzdem unheimlich amüsanter Kerl ist. Zwischendurch konnte ich über ihn allerdings auch nur den Kopf schütteln: Sein Unwille, die Magie zu sehen und zu akzeptieren wirkt manchmal etwas übertrieben, auch wenn dies seinem Charakter entspricht. Doch auch Maya, Janets Elektrikerin und anfängliche Feindin, gefiel mir sehr. Sie ist gereizt und fast immer wütend, aber das ist nicht grundlos und in gewisser Weise regelrecht niedlich. Aber nicht nur die Guten können überzeugen: Janets Mutter verkörpert zwar das Böse, aber sie wirkt verrückt-freundlich auf eine fast schon gruselige Weise, was sie sehr komplex macht.

Allyson James' Roman nimmt sehr schnell an Fahrt auf und schon bald kann man sich kaum noch dazu durchringen, ihn beiseite zu legen. Es wird actionreich, emotional und geheimnisvoll, denn Janet ist auf der Suche nach der verschwundenen Amy, was einfacher klingt als es ist. Außerdem werden ihre Maßnahmen nicht von jedem gern gesehen - und sie schafft es grandios, sich immer wieder in gefährliche Situationen zu manövrieren. Keinesfalls ist es allerdings der Fall, dass sie immer gerettet werden muss, viel mehr schafft sie es beinahe immer allein aus diesen unmöglichen Lagen. Durch die interessanten Fantasy-Elemente wie Skinwalker, Lichtzauber, Sturmmagie und weitere wird es nie langweilig, sondern bleibt kontinuierlich auf demselben Niveau.

Das Einzige, was mich ein wenig störte, war, dass Sex hier für wirklich alles eingesetzt wird. Man verstehe mich nicht falsch, ich bin keinesfalls prüde und habe nichts gegen solche Szenen, aber wenn diese dann am laufenden Meter vorkommen und das aus den unterschiedlichsten Gründen [Magieerzeugung, Magieabgabe, Verwirrung, Träume,...], dann wird es auch mir ein bisschen viel. Ansonsten aber bin ich überzeugt von der Qualität des Romans, nicht zuletzt durch den fulminanten Showdown voller Action sowie aufgrund des offenen Endes, das mich dem nächsten Band, der leider erst im Dezember erscheint, entgegenfiebern lässt.

FAZIT:
"Stormwalker: Jenseits der Nacht" besitzt zwar keinen wirklich bedeutungsvollen Titel, wartet dafür aber mit wunderbaren Charakteren, einer spannenden Story und richtig witzigen Szenen auf, über die ich noch immer lachen kann. Ich war gefesselt und kaum noch zu halten. Aufgrund der kleinen Kritikpunkte gibt es einen halben Punkte Abzug - aber eine definitive Leseempfehlung!

  (13)
Tags: böse, drachen, firewalker, gewitter, gott, magie, skinwalker, stormwalker, sturm   (9)

  

 

Starters
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869 Bibliotheken, 13 Leser, 6 Gruppen, 242 Rezensionen

dystopie, starters, enders, body bank, zukunft

Starters

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch , Birgit Ress-Bohusch
Fester Einband: 398 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.03.2012
ISBN 9783492702638
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Als ich das Lenkrad fester umklammerte, um auf die Überholspur zu wechseln, begannen meine Hände zu prickeln. Ich bewegte die Finger, aber das half nichts.
Dann wurde mir schwindlig.
Nein.
Wieder überkam mich das Gefühl, ins Nichts zu fallen. Und es verstärkte sich.
Ich raste mit mehr als 100 Stundenkilometern einer Ohnmacht entgegen.
--

INHALT:
Seit eine schreckliche Krankheit die Menschen befiel, gibt es nur noch sehr alte und sehr junge Menschen auf der Welt. Die sogenannten "Enders" häufen Geld und Besitztümer an, während viele "Starters" auf der Straße leben und um ihre wenige Nahrung kämpfen müssen. Hilfe verspricht ein neues Unternehmen, die Body Bank, das viel Geld verspricht, wenn der Körper junger Menschen an ältere vermietet wird. Callie, ein junges, ausgemergeltes Mädchen, nutzt diese Chance - und erwacht plötzlich und viel zu früh wieder in seinem Körper. Irgendetwas ist schief gelaufen. Und bald schon findet Callie heraus, weshalb sie wirklich gemietet wurde - und was die Body Bank wirklich im Sinn hat...

BUCHAUFMACHUNG:
Das Cover wirkt irgendwie gleichzeitig absolut originell und seltsam. Der bläuliche Schatten einer jungen Frau, in dem man vor dem schwarzen Hintergrund keinerlei Gesichtszüge erkennen kann, soll vielleicht auf die Änderung der Körpers/Charakters durch die Übernahme hindeuten. Ein Eyecatcher ist der Umschlag auf jeden Fall. Noch schöner ist das Buch aber ohne: In einem metallisch schimmernden Blau könnte man es gut und gern auch so ins Regal stellen.

MEINE MEINUNG:
"Starters" wurde anfangs sehr, sehr hoch gelobt und bekam in letzter Zeit eher durchschnittliche Kritiken. Durch den Klappentext und die vielen Meinungen war ich sehr gespannt auf den Inhalt - muss nun aber sagen, dass ich maximal nur mittelmäßig begeistert bin.

Lissa Price' Schreibstil ist von Anfang an sehr eindringlich und gut zu lesen, wenn sie auch relativ wenig beschreibt. Die neue Welt, in der die Menschen leben, ist auf der einen Seite grandios und voller Reichtümer, auf der anderen Seite zerfressen von Armut und Tod. In dieser Dystopie sorgten schlimme Sporenkriege dafür, was ich sehr interessant fand - leider wird aber ansonsten wenig zu den Hintergründen erklärt. Weder, was das für Sporen waren, die die mittlere Bevölkerungsschicht auslöschten, noch, wer nun eigentlich Krieg führte. Einige wichtige Details fehlen einfach, was mich doch sehr enttäuschte.

Callie ist eine Protagonistin, deren Handlungen man zu jeder Zeit voll nachvollziehen kann. Sie ist relativ sympathisch und nicht unbedingt leicht unterzukriegen, ansonsten aber eher stereotyp. Sie ist keine Protagonistin, mit der man jetzt unbedingt mitfiebert. Auch Blake, der Junge, den sie kennenlernt, erschien mir viel zu gutgläubig und auswechselbar, auch nach der Enthüllung am Ende. Die Charakterisierungen teilen sich leider größtenteils in Schwarz-Weiß auf, was schnell langweilig wird und kaum Überraschungen birgt.

Spannung ist die gesamte Zeit über da, weil sich die Ereignisse des Öfteren fast schon überschlagen. Das Buch lässt sich ob des flüssigen Schreibstils im Grunde einfach so weglesen. Richtig mitgerissen war ich allerdings kaum, dazu fehlten mir die nötigen Emotionen und Hintergründe. Callies Beziehung mit Blake beispielsweise konnte mich zu keinster Zeit auch nur ansatzweise berühren - dafür ging es viel, viel zu schnell und wirkte viel zu konstruiert. Außerdem scheint Callie die gesamte Zeit über, als würde sie ihn nur ausnutzen: Bittet ihn um dies, dann um jenes, während er wie ein treuer Hund zu allem Ja und Amen sagt. Besonders nach der Entwicklung am Schluss kam mir das nicht mehr glaubwürdig vor.

Die Geschichte selbst ist interessant und weiß auch zu fesseln, denn immer wieder tauchen neue Gefahren und Hindernisse auf. Diese wurden mir aber oftmals zu problemlos gelöst, manchmal auch mit irgendwelchen Personen, die Callie irgendwann getroffen hat und die ja alle sofort ihre Freunde sind. Abgesehen von ein paar Logiklücken und -fehlern [wie beispielsweise, dass Blake neben Callie parkt, er sie ein paar Seiten später aber bis ans Ende des Platzes zu ihrem Auto fährt], gefiel mir der Handlungsverlauf jedoch, denn Langweile kommt kaum auf.

Zum Ende hin spitzt sich die ganze Sache noch einmal zu, es kommt zu einem gut gemachten, mitunter aber auch leicht verwirrenden Showdown, weil man erst mittendrin erfährt, wofür die Vorbereitungen zuvor gedacht waren. Die letzten Seiten wirkten aber vor allem definitiv konfus und schwer zu durchschauen - ich frage mich immer noch, wie das ganze da vonstatten gegangen sein soll und was die letzten Sätze zu bedeuten haben...Ein wirklicher Cliffhanger fehlt mir hier ebenfalls, denn das einzige ungelöste Rätsel reicht mir eigentlich nicht, um Lust auf den nächsten Band zu machen.

FAZIT:
"Starters" ist bei den Unmengen von Dystopien eher kein neuer Stern am Himmel. Zwar weist das Buch eine interessante Geschichte und viel Spannung auf, die Charaktere waren mir aber zu einfach gestrickt und die Details zu den Hintergründen zu spärlich. Zusammen mit dem unbefriedigenden Ende werden es so leider nur 3 Punkte.

  (10)
Tags: body bank, dystopie, enders, pazifik, prime destinations, sporenkriege, starters   (7)

  

 

Schmetterlingsgeschichten - The White Edition: Chronik I - Genug geschlafen
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(18)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

ritter, fantasy, schmetterlinge, jugendbuch, alexander ruth

Schmetterlingsgeschichten - The White Edition: Chronik I - Genug geschlafen

Alexander Ruth
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 01.03.2010
ISBN 9783837036367
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
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Schiffsdiebe
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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

abenteuer, frachter, golfküste, jugendliche, rohstoffe

Schiffsdiebe

Paolo Bacigalupi , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 05.03.2012
ISBN 9783453529199
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
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Schatten des Dschungels
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(48)

92 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 38 Rezensionen

regenwald, dschungel, liebe, umweltschutz, jugendbuch

Schatten des Dschungels

Katja Brandis , Hans-Peter Ziemek , Johannes Wiebel
Fester Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 25.01.2012
ISBN 9783407811073
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Bewegungslos lausche ich. Und dann höre ich es. Es ist nur ein leises Geräusch, aber es muss meinem Unterbewusstsein aufgefallen sein, dass es nicht hierhergehört in den Regenwald. Irgendetwas...oder -jemand...schabt am Stoff meines Zelts!
--

INHALT:
Auf einer Demonstration lernt Cat den ein paar Jahre älteren Falk kennen und ist sofort von ihm fasziniert - er ist stark, kämpft für seine Überzeugungen und lässt sich nichts sagen. Sie verliebt sich in ihn und kann ihr Glück kaum fassen, als sie tatsächlich ein Paar werden. Als sie dann gemeinsam mit ihm eine Expedition in den Regenwald von Guyana unternehmen darf, ist ihr Glück perfekt. Doch bald merkt sie, dass das Team, mit dem sie dort ist, einen radikalen Plan verfolgt, um den Wald zu retten - und das dabei auch auf Menschenleben keine Rücksicht nimmt. Was soll Cat tun: Mitmachen oder Falk aufhalten und damit Gefahr laufen, ihn für immer zu verlieren?

BUCHAUFMACHUNG:
Die Gestaltung des Werkes passt perfekt zum Inhalt und gefällt mir persönlich total gut. Das Grün der Lianen und Bäume gibt die Umgebung wieder, in der alles spielt, der Schatten des Mädchens, das sich an einer Liane festhält, passt gut zu Cat und der gelbe Lichteinfall wirkt hübsch und bringt etwas Fröhlichkeit mit rein. Innen im Buch gibt es eine Karte, auf der die Orte zu sehen sind, die Cat auf ihrer Flucht besucht.

MEINE MEINUNG:
Schon "Ruf der Tiefe" von Brandis & Ziemek hat mich neugierig gemacht, bisher habe ich es allerdings noch nicht geschafft, es zu lesen. Aber der zweite Roman aus der Feder der Autorin und des Biologen ist auf jeden Fall zu weiten Teilen gelungen und spannend - weist allerdings auch ein paar Mängel auf...

Das Werk spielt 2025 und einiges hat sich verändert: Die Umwelt ist noch mehr in Gefahr, die Technologien sind weiter entwickelt, die Menschheit hat einigen Krimskrams mehr. Autos können sich selbst steuern, Jacken besitzen eingebaute Solarzellen, Internet gibt es überall und meist auch noch tragbar...Die Entwicklungen, die die Welt hier durchgemacht hat, sind sehr interessant und gut ausgedacht, bleiben dabei auch noch recht realistisch für die "kurze" Zeitspanne von 13 Jahren, auch wenn ich nicht vermute, dass es bis dahin so etwas gibt.

Cat beschreibt aus der Ich-Sicht ihre Geschichte und ist dabei sehr einfühlsam und sympathisch, setzt sich für den Klimaschutz ein, ist dabei aber kein absoluter Gutmensch. So bleibt sie menschlich und zumindest ich konnte mich gut mit ihr identifizieren. Mit Falk jedoch konnte ich eher nicht so wirklich viel anfangen, ich wurde einfach nicht warm mit ihm. Seine Ansichten konnte ich verstehen, aber er war mir bis kurz vor dem Ende zu radikal, zu kalt und er nimmt vor allem jede Entscheidung von Cat persönlich, was mich zwischendurch sehr nervte.

Die Nebenfiguren sind gut charakterisiert, auch wenn besonders Cats Familie und Freunde sehr kurz kommen. Das Team ihrer Expedition konnte ich sehr gut leiden, besonders Liddy und Pancake, aber auch Jonas, der humorlose Forscher. Alle drei wirken authentisch und sind sympathisch, die Gespräche mit ihnen verfolgte ich gern. Definitiv am liebsten hatte ich allerdings Andy, den Cat auf einer Party kennenlernt und der später noch eine tragende Rolle spielt - er ist einfach nett, gutmütig und niedlich, weiß aber trotzdem was er will und er scheint der Einzige zu sein, der wirklich die meiste Zeit den Durchblick behält.

Die Geschichte selbst ist total interessant, ließ für mich aber in Sachen Liebesbeziehung zu wünschen übrig. Die ist natürlich nicht der Hauptaspekt, dennoch hätte hier eindeutig mehr Raum zum Kennenlernen gegeben werden können. Ebenso störten mich Cats verliebte Selbstlosigkeit und ihr ewiges "Ja und Amen" zu vielem, was Falk sagt, enorm. Als sie dann allerdings erfährt, was der eigentliche Grund für die Reise ist, wird es spannend, richtig spannend. Hier entwickelt sich das Buch zu einem Abenteuerroman, aber auf eine gute Weise - denn die Beschreibungen des Regenwalds sind so gut, bildreich und anschaulich, dass es richtig Spaß macht.

Was mir allerdings doch öfter unrealistisch vorkam, waren die Wege, auf denen sich Cat vor Gefahren rettet. Sie bekommt ein Problem, aber auf wundersame Weise tut sich eine Lösung auf - lauter nette Menschen wollen ihr helfen, durch ein Gefühl speichert sie eine wichtige Datei noch an einem anderen Ort ab und kurz danach wird ihr PC zerstört...Die Zufälle waren mir zu häufig, zumal der Protagonistin trotz ihrer totalen Naivität - beispielsweise läuft sie in ein Camp fremder, starker Goldsucher...nun ja - nichts wirklich Schlimmes widerfährt.

Das Ende ist weitaus actionreicher, gefährlicher und vor allem überraschender als man erst vermuten könnte. Endlich fügt sich alles zusammen, die Puzzleteile ergeben ein Bild und nicht alles ist wie es zuerst schien - vor allem nicht alle Personen, denn auch hier kommt einiges ans Licht. Der Schluss ist gut ausgearbeitet und in sich schlüssig, allerdings auch ein wenig schnell für meinen Geschmack - ganz plötzlich wird durch eine einzige Datei alles aufgeklärt und schon ist alles vorbei...Dennoch habe ich das Buch am Ende mit einem recht guten Gefühl zugeklappt.

FAZIT:
"Schatten des Dschungels" überzeugt vor allem mit den tollen Beschreibungen des Regenwalds und den innovativ ausgedachten Technologien, die es laut den Autoren im Jahr 2025 gibt. Leider ist die Protagonistin recht naiv und kommt für mich zu ungeschoren davon, Falk wirkte auf mich die meiste Zeit eher kalt und die Zufälle häuften sich, weshalb es nicht ein komplettes Lesevergnügen war. Ich gebe gute 3,5 Punkte, hier aufgerundet auf 4, und bin froh, das Werk gelesen zu haben!

  (5)
Tags: abenteuer, artenschutz, flucht, gefahr, jugendbuch, liebe, regenwald, rettung   (8)

  

 

Schattenpakt
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(5)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

monster, e-book, erdmutter, liebe, magie

Schattenpakt

Lee Roland , Firouzeh Akhavan
Flexibler Einband: 398 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 15.02.2012
ISBN 9783442378531
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

"Danke, Thor, ich schulde dir echt was", sagte ich, während ich zur Hintertür ging.
"Ich nehme auch Bargeld", rief er mir hinterher, als ich schon nach draußen trat.
Das Hochgefühl, das mich wegen meiner Entdeckung erfüllte, hatte mich unvorsichtig werden lassen. Kaum hatte sich die Tür hinter mir geschlossen, bohrte sich der Lauf einer Pistole in meinen Rücken.
--

INHALT:
Cassandra Archer ist dafür bekannt, verschwundene Kinder wiederzufinden, die schon als tot galten. Ihr Gebiet sind die Barrows, die Slums ihrer Stadt. Doch dort leben nicht nur gefährliche Banden und Gangsterbosse, sondern auch Monster, die alles fressen, was sie finden. Bis vor einigen Jahren hielt sich die Population dieser noch in Grenzen, doch nun ist man beinahe dem Tode geweiht, wenn man sich in ihr Gebiet verirrt.
Als Cass von dem attraktiven Polizisten Flynn darum gebeten wird, seine Schwester wiederzufinden, kommt sie einigen schwerwiegenden Verwicklungen und einem mordhungrigen Wesen auf die Spur. Zum Glück steht ihr der Detective zur Seite - und sie läuft Gefahr, ihr Herz an ihn zu verlieren...

BUCHAUFMACHUNG:
Die Gestaltung des Werkes ist nicht wirklich originell. Das Auge mit der flammenden Pupille sieht zwar toll aus, aber man hätte die Geschichte anders viel besser wiedergeben können - düsterer, gruseliger. So fällt es leider nicht so wirklich auf...

MEINE MEINUNG:
Die Story von "Schattenpakt" klingt schon sehr interessant - über eine auserwählte Jägerin, die Kinder aufspürt und Monster kaltmacht habe ich bisher noch nichts gelesen. Der Roman unterhält gut, ist actionreich und macht Lust auf mehr. Schade, dass er so unbekannt ist!

Man schlägt das Werk auf und ist sofort mittendrin, so ging es mir jedenfalls. Schon auf den ersten Seiten findet sich Hauptperson Cassandra in einer absolut gefährlichen Situation wieder, die spannend beschrieben wird, sodass es einem eigentlich unmöglich ist, zu lesen aufzuhören. Der Einstieg gelingt Lee Roland sehr gut: Sie erzählt nicht viel und schon gar nicht klärt sie alles sofort auf, dennoch tappt man nicht zu sehr im Dunkeln. Alle Geheimnisse und Geschehnisse in der Welt, in der das Buch spielt, werden nach und nach verständlich erklärt.

Cass ist von Anfang an eine Protagonistin, die man gut leiden kann. Sie ist sehr tough, hart drauf und stellt das Leben anderer vor ihr eigenes. Ebenso lässt sich kleinere Verbrechen durchgehen, wenn sie dafür die großen verhindern kann - zum Beispiel verschont sie harmlosere Diebe und Gangmitglieder, damit sie von diesen später noch Informationen beziehen kann. Durch ihre manchmal sehr gewalttätige Art kommt es zu nicht wenigen Kämpfen und natürlich auch zu einigen Spannungen zwischen ihr und dem Polizisten Flynn. Dieser ist oft hin- und hergerissen zwischen seinem Pflichtgefühl und seiner Suche nach seiner Schwester. Er wirkt sympathisch, ebenso aber für meinen Geschmack zwischenzeitlich auch etwas zu unterkühlt.

Die Bösen, denen Cassandra auf ihrer Suche begegnet, gefielen mir eigentlich am Besten - wunderbare Persönlichkeiten, oft schmierig, fies und sich für nichts zu schade. Besonders Michael, der Besitzer des Erzengel und bester Informant für sie, hat es mir angetan. Er sieht atemberaubend aus, kann wahnsinnig charmant sein, aber ebenso auch grausam. Er versucht mit allen Mitteln, zu bekommen, was er will und wirkt so fast schon menschlich, auch wenn er es ansonsten nicht immer scheint. Gefallen hat mir auch Gangsterboss Dacardi, der voller Widerwillen mit Cass zusammenarbeiten muss, um seinen Sohn wiederzufinden.

Die Storyline ist toll ausgedacht und voller fesselnder Verwicklungen, Kämpfe und Verfolgungsjagden. Spannung ist die meiste Zeit über vorhanden und die Action kommt nicht zu kurz, sodass es zwischendurch auch mal wirklich blutig, gewalttätig und schmutzig wird. Die dreckige Welt der Barrows kann man sich durch die Beschreibungen gut vorstellen, allerdings ist der Schreibstil zwischendurch recht holprig: Wortwiederholungen, abgehackte Sätze und auch seltsame Satzbauten kommen schon mal vor. Darüber kann man aber meist hinwegsehen, da das Geschehen einfach spannend ist. Nur die Liebesgeschichte hat es mir die meiste Zeit über nicht so angetan - zu unterkühlt, zu schnell, zu emotionslos...Hier hätte mehr sein können.

Der Showdown dann, die letzten 100 Seiten, sind dann noch mal so gut, dass man förmlich an den Seiten klebt. Cass und ihre neue Gruppe müssen durch die Kanalisation, vor Monstern flüchten und einige harte Kämpfe überstehen. Der, der letztendlich hinter allem steckt und die ganzen Fäden in der Hand hält, ist sehr überraschend - ich hätte damit nicht gerechnet! Das Ende ist wunderbar ausgearbeitet und in sich schlüssig, vor allem aber macht es Lust auf mehr. Und das werden wir bekommen, denn dies war erst der Auftakt. Ich freue mich auf mehr!

FAZIT:
Mit "Schattenpakt" hat Lee Roland einen spannenden, innovativen und guten Fantasy-Roman geschaffen. Besonders die Hauptperson hat mir in ihrer toughen, coolen Art sehr gefallen. Der Beziehung zwischen ihr und dem Polizisten Flynn fehlte es für mich allerdings ein wenig an Würze und der Schreibstil wirkte manchmal recht holprig, daher nicht die volle Punktzahl. 4 Sterne und eine klare Empfehlung an Leser, die auf actionreiche, frische Kost aus sind!

  (6)
Tags: action, erdmutter, fantasy, kampf, kinder, magie, monster, slums   (8)

  

 

Sternenfeuer: Gefährliche Lügen
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(147)

304 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 95 Rezensionen

weltall, liebe, waverly, kieran, dystopie

Sternenfeuer: Gefährliche Lügen

Amy Kathleen Ryan , Momo Evers , Falk Behr
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.03.2012
ISBN 9783426283615
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
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Schweig still, süßer Mund
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(152)

369 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 56 Rezensionen

thriller, liebe, entführung, freundschaft, jugendbuch

Schweig still, süßer Mund

Janet Clark
Flexibler Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Loewe, 24.01.2012
ISBN 9783785572740
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Noch immer zitterte sie wie Espenlaup. Mit einem Schlag war alles wieder da - die Erinnerung an ihre letzten Minuten in Freiheit. Der Streit. Seine Wut. Der Hass in seinen Augen. Endlich wusste sie, wer er war.
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INHALT:
Janas Freundin Ella wird vermisst. Sie macht sich im Gegensatz zur Polizei, Freunden und Verwandten große Sorgen, weshalb sie eine eigene Suchaktion startet. Die Resonanz ist enorm, doch das Herausfiltern wichtiger Informationen schwierig.
Dann aber verfolgt Jana endlich eine heiße Spur, die auf kriminelle Machenschaften hinweist, in die ihre Freundin verstrickt war - und Geheimnisse ans Licht bringen, die sie sich fragen lassen, wie gut sie Ella eigentlich kannte. Was sie nicht weiß: Sie ist dem Täter schon viel näher als sie glaubte. Zu nah vielleicht...

BUCHAUFMACHUNG:
Die Gestaltung des Romans finde ich wunderschön und ist ein einziger Augenschmaus durch die pinken Rosen auf dem weißen Hintergrund. Der Titel ist in einer chaotischen Schrift leicht erhaben aufgedruckt, was ebenfalls sehr ansprechend wirkt - im Regal ein echter Hingucker, auch wenn der Bezug zum Inhalt hier natürlich eher nicht vorhanden ist.

MEINE MEINUNG:
Ich bin ja nun ein echter Thriller-Fan und nachdem absolut megamäßigen Trailer zu "Schweig still, süßer Mund" wusste ich, dass ich es haben muss. Aber leider konnte es meinen Erwartungen nicht ganz gerecht werden und überzeugt mich nur davon, dass ich für Jugend-Thriller anscheinend nicht geeignet bin.

Nachdem Jana Ella am Donnerstag zum letzten Mal gesehen hat, macht sie sich sofort Sorgen, als diese am nächsten vereinbarten Treffpunkt nicht auftaucht, tut dies aber als bloße Versetzung auf. Als ihre Freundin allerdings weiterhin verschwunden bleibt und auch niemand sie mehr sieht, beginnt Jana sich doch größere Sorgen zu machen...Ihre Angst um Ella ist von Anfang an sehr gut nachzuvollziehen - auch ich würde mir Sorgen machen, wenn meine beste Freundin plötzlich verschwunden wäre. Dass die Polizei hier nichts tut, weil das Mädchen beinahe volljährig ist, regt auf und macht fassungslos, und obgleich es verständlich ist, fühlte ich dennoch eine gewisse Wut.

Aus der dritten Person erzählt Jana von ihrem Alltag, den Ereignissen und Erlebnissen. Dabei lernt man sie recht gut als sympathisches, aber auch sehr naives Mädchen kennen. Sie schien mir sehr zwiegespalten: Einerseits will sie erwachsen sein und ernst genommen werden, andererseits verhält sie sich dem vollkommen entgegengesetzt, was mich des Öfteren ärgerte. Sie begibt sich laufend in gefährliche Situationen und ist unfassbar leichtsinnig. Ich konnte zwar meistens mitfühlen, dennoch konnte ich ihre Handlungen und vor allem ihre damit nicht übereinstimmenden Aussagen kaum nachvollziehen.

Die anderen Charaktere werden hauptsächlich sehr oberfächlich beschrieben, vielleicht auch, da man nur Janas Sichtweise erzählt. Fabian ist der nette, süße Kumpel, der anscheinend in sie verliebt ist, Ella eine eher zickige beste Freundin und Roman der verschwiegene, gutaussehende, der anscheinend ein Geheimnis hat...Einzig Miriam, Janas Schwester, hat mir in ihrer beschützenden, aber auch energischen Art sehr gefallen, auch wenn sie sich ab der Hälfte des Buches unnötig geheimniskrämerisch verhält.

Die Spannung des Romans wird hauptsächlich durch die Entdeckungen gehalten, die die Freunde immer wieder machen. Fabian, Miriam und Jana finden gemeinsam Dinge heraus, bei denen sie sich wünschen, dass sie nie ans Licht gekommen wären, was sehr fesselnd. Ansonsten aber lässt der Thriller-Anteil doch sehr zu wünschen übrig - Jana fährt hier hin und dort hin, spricht mit diesem, spricht mit jenem und manövriert sich hauptsächlich in unglaubliche Situationen - das wirkte jedenfalls auf mich irgendwann hauptsächlich ermüdend.

Die Liebesgeschichte blieb natürlich auch hier nicht aus, ging mir aber auf jeden Fall viel zu schnell. Jana trifft Oliver das erste Mal und entbrennt sofort in Liebe zu ihm, obwohl sie grade noch ihrem Ex hinterhertrauerte. Ihre neue Flamme hinterließ bei mir keinen wirklich bleibenden Eindruck, er wirkte blass, wie der typische Sunnyboy und auch seine oft beschriebenen "traurigen Augen" konnten mich nicht davon abbringen. Auch seine manchmal seltsamen Anwandlungen und abweisenden Gesten wirkten eher konstruiert, da das alles irgendwie mit dem Ende zusammenpassen musste. Für mich gab dieser Part leider gar nichts her.

Zum Ende hin wird es dann endlich spannend. Unserer Protagonistin kommt endlich auf den Gedanken, den ich schon hunderte Seiten zuvor hatte und den auch die Autorin meiner Meinung nach viel zu früh preisgab. Nach diesem Geistesblitz allerdings tut Jana einmal wieder etwas für mich vollkommen unverständliches - sie sucht nämlich auf eigene Faust. Und die Entscheidung, die sie am Ende trifft, war für mich dann auch wieder so an den Haaren herbeigezogen, dass der große Pluspunkt des fesselnden Showdowns leider auch schon wieder verflog.

FAZIT:
"Schweig still, süßer Mund" konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Gute Ansätze sind da und besonders die Geheimnisse, die aufgedeckt werden, haben mir gut gefallen. Einige Handlungsstränge wirkten jedoch sehr konstruiert und die Hauptperson benimmt sich oft so unglaubwürdig, dass auch das spannende Ende nicht mehr alles raushauen kann. 3,5 Punkte - schade, Potenzial verschenkt!

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Still Missing – Kein Entkommen
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(279)

462 Bibliotheken, 6 Leser, 9 Gruppen, 66 Rezensionen

entführung, thriller, vergewaltigung, therapie, familie

Still Missing – Kein Entkommen

Chevy Stevens , Maria Poets
Flexibler Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 27.01.2011
ISBN 9783596187164
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:  
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Solange du da bist
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(218)

392 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 28 Rezensionen

liebe, koma, geist, marc levy, roman

Solange du da bist

Marc Levy , Amelie Thoma (Übers.)
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 01.01.2000
ISBN 9783352005657
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:  
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Salzwassersommer
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(32)

53 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

sommer, meer, urlaub, tod, liebe

Salzwassersommer

Sharon Dogar , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 353 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.03.2008
ISBN 9783401062242
Genre: Kinder- & Jugendbuch

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Silberlicht
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liebe, tod, licht, fantasy, geist

Silberlicht

Laura Whitcomb , Sabine Thiele
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 09.03.2010
ISBN 9783426283288
Genre: Kinder- & Jugendbuch

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Schattenauge
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panthera, liebe, fantasy, gestaltwandler, gil

Schattenauge

Nina Blazon
Fester Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 04.03.2010
ISBN 9783473353149
Genre: Kinder- & Jugendbuch

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Sündenjagd
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dämonen, todsünden, thriller, kräfte, leben

Sündenjagd

Allison Brennan , Irene Eisenhut
Flexibler Einband: 479 Seiten
Erschienen bei Diana TB, 05.01.2012
ISBN 9783453355996
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Als sie zum Wohnzimmer zurückkehrte, sah sie eine Nachricht auf der Rückseite der Eingangstür. Eine Nachricht, die nur von Fiona stammen konnte.
"Auge um Auge, deins für meins. Die Arca und der Verräter für deinen Bruder. Zwei für einen, denn er hat mir Ärger bereitet. Ich bin mehr als fair. Je länger du brauchst, umso mehr wird er leiden."
Draußen im Auto stieß Lily einen Schrei aus.
--

INHALT:
Seit mehr als 7 Jahren ist Moira auf der Flucht vor ihrer Hexen-Mutter Fiona, die am liebsten die Erde sowie die Unterwelt beherrschen würde. Doch nun ist sie ausgerechnet dort aufgetaucht, wo Moira sich versteckt gehalten hat: In Santa Louisa. Und nicht nur das: Sie hat mithilfe eines Rituals die 7 Todsünden freigelassen! Diese schwirren jetzt umher und verbreiten Gewalt und Schrecken. Als sich die Vorfälle häufen, weiß Moira, dass sie die Einzige ist, die ihre Mutter aufhalten kann. Sie muss in den Kampf ziehen - und sich dafür mit ihrem Erzfeind verbünden...

BUCHAUFMACHUNG:
Durch das dunkel gehaltene Cover kommt wunderbar die Stimmung des Romans rüber, der Mond mit den [höchstvermutlich] Fledermäusen vermittelt die zuweilen geheimnisvollen, mysteriösen Aspekte. Was mir besonders gefällt, ist, dass statt eines Frauengesichtes eine Blume mit Blutstropfen als Hauptdetail zu sehen ist - passt auch viel besser. Gelungen, wenn auch nicht atemberaubend!

MEINE MEINUNG:
"Sündenjagd" klang für mich von Anfang an wie der Auftakt einer sehr interessanten, frischen und innovativen Fantasy-Reihe, weshalb ich sofort absolut gespannt war. Und tatsächlich hält das Werk, was es verspricht und unterhält wunderbar düster und spannend.

Allison Brennan macht einen Einstieg, wie er selten gewählt wird - ohne lange Umschreibungen fällt sie mit der Tür ins Haus, das Böse hält schon auf den ersten Seiten Einzug. So ist es von Anfang an fesselnd, da der Leser nie weiß, was als Nächstes passieren wird. Allerdings hatte ich so auch mehr als einmal das Gefühl, es hätte einen Vorgängerband gegeben, den ich nicht gelesen habe, denn es werden einige vorangegangene Ereignisse eingebracht, die jedenfalls für mich ein bisschen unzureichend erklärt werden. Man reimt sich zwar alles zusammen, aber auch gegen Ende war ich noch nicht bei allem sicher, ob ich es richtig verstanden habe.

Trotzdem ist dies nur ein kleiner Kritikpunkt, denn die ganze Geschichte ist viel zu spannend, um sich lange mit so etwas aufzuhalten. Durch die düstere, dichte und geheimnisvolle Atmosphäre verschaffte mir die Autorin einige Male Gänsehaut, zumal die Dämonen ganz schön furchteinflößend sein konnten. Ich war richtig gebannt von den Geschehnissen, den Kämpfen und den Dingen, denen die Figuren des Romans in dessen Verlauf auf die Spur kommt. Der Schreibstil ist sehr bildreich und flüssig, was zu einem guten Verständnis und Mitfühlen führt.

Moira ist eine sehr interessante, sympathische und glaubwürdige Hauptperson. Sie musste schreckliche Dinge durch ihre grausame Mutter erleiden und fühlt sich seitdem schutzlos und gehasst. Dennoch ist sie eine starke, clevere Frau voller Mut und Leidenschaft, weshalb ich sie gleich sehr gut leiden konnte. Ihr Erzfeind Anthony ist eher kühl, als Dämonologe hat er genau wie sie schon Schlimmes gesehen und erlebt. Das Einzige, was ihn von Anfang an menschlich macht, ist seine Liebe zur Polizistin Skye. Im Laufe des Buches macht er eine kleine Wandlung durch und verhält sich schließlich gegenüber Moira nicht mehr ganz so abscheulich.

Auch die übrigen Figuren wurden sehr gut charakterisiert, besonders Serena, die Halbschwester der Protagonistin, gefiel mir in ihrer Facettenreichheit, die von böse zu ansatzweise gut reichten. Einige Personen, die man anfangs als gut empfindet, stellen sich schlussendlich als Gegner heraus, was einen großen Reiz ausmacht, denn man weiß nie, wer vertrauenswürdig ist und wer nicht. Das Einzige, was mir zu wenig ausgearbeitet erschien, war die Liebesbeziehung zwischen Moira und Rafe, die sehr früh ersichtlich war, aber für mich viel zu schnell losging.

Durch die vielen Perspektivenwechsel, auch manchmal innerhalb von ein paar Sätzen, lernt man alle Figuren gut kennen und Brennan schafft es wunderbar, so die Spannung noch mehr aufzuheizen. Zum Ende hin nimmt das Ganze noch mehr an Fahrt auf, wird unendlich rasant und mutiert zu einem echten Page-Turner. Der Showdown ist super gut durchdacht und schlüssig, lässt aber genug offen, um Lust auf mehr zu machen - die ich eindeutig habe. Her mit Teil 2!

FAZIT:
Mit dem Auftakt der neuen Fantasy-Reihe um die Deadly Sins, "Sündenjagd", hat die Autorin ein gut durchdachtes, spannendes und atmosphärisch dichtes Werk geschaffen, das in den Bann zieht und sich zum Ende hin zu einem echten Page-Turner entwickelt. Zwei Kritikpunkte habe ich, daher einen halben Punkt Abzug - trotzdem hat es mich definitiv überzeugt. Meine Empfehlung!

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Tags: dämonen, fantasy, rituale, übersinnlich   (4)

  

 
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