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Karen Kingsbury
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 08.01.2010
ISBN 9783865914873
Genre: Gegenwartsliteratur
Rebekka war zu aufgewühlt, um weiterzuessen. Stattdessen trank sie ihr Wasser und sah zu, wie sich die dunkle Wolke auflöste und ihre Schüler wieder miteinander zu plaudern begannen. Sie konnte ihnen auch später noch erklären, dass man sich in einem öffentlichen Restaurant vielleicht nicht unbedingt zum Beten hinkniete und dass sie auch auf ihren Stühlen sitzend beten konnten. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht wäre diese Welt ein besserer Ort, wenn die Menschen ab und zu ein ganzes Restaurant betend auf den Knien sehen würden.
Zum Inhalt:
Rebekka Dalton hat vor vier Jahren eine bittere Enttäuschung in der Liebe erfahren müssen, danach hat sie sich ganz ihrem Beruf als Lehrerin verschrieben und leitet nun ein Zentrum für Menschen mit Down-Syndrom. Ziel dieses Zentrums soll es sein, diesen Menschen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.
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Luke Gunner hat vor vier Jahren seine Frau Jessie, die schwer an Mukoviszidose erkrankt war verloren. Aber er kann sie einfach nicht loslassen. Egal wo er ist, während seinem Job als Kommentator von Rodeos ist, er denkt ständig an Jessie, da ihr beider Leben sich dort abspielte. Um Abstand zu gewinnen und sich darüber klar zu werden wie sein Leben weitergehen soll, verbringt er einige Zeit bei seinen Eltern und seinem Bruder Carl-Joseph, der das Down-Syndrom hat, und täglich in Rebekka Daltons Zentrum geht.
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Doch Luke ist nicht wirklich mit der Entscheidung seiner Eltern einverstanden, dass sein Bruder dieses Zentrum besucht. Anfangs versucht er deshalb Rebekkas Arbeit zu boykottieren, doch dann gibt er ihr eine Woche Zeit, ihn davon zu überzeugen, dass das Zentrum den Menschen etwas bringt. In dieser Woche lernen die beiden sich dann auch näher kennen, doch können sie ihre Enttäuschungen und Ängste hinter sich lassen? Und wird Luke es zulassen, dass sein Bruder ein eigenständiges Leben führen darf.
Meine Meinung:
„Wege des Herzens“ ist in gewissem Sinne eine Fortsetzung des Buches „Tausend Morgen mit dir“ von Karen Kingsbury. Das habe ich allerdings erst in ihrem Nachwort am Ende des Buches erfahren. Und so kann ich absolut behaupten, man muss „Tausend Morgen…“ nicht gelesen haben, um „Wege des Herzens“ zu genießen. Denn das wird man.
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Die Charaktere ebenso wie die Handlung sind unwahrscheinlich glaubwürdig und realistisch beschrieben. Und wer einmal mit einem Kind mit Down-Syndrom zu tun hatte, der weiß dass diese Menschen sich über die kleinste Kleinigkeit freuen können, wie wir anderen über einen Sechser im Lotto. Sie strahlen einfach eine ganz eigene Lebensfreude aus und dies kommt unwahrscheinlich gut in diesem Buch rüber, so traurig wie ihr Schicksal auch sein mag. Denn auch die schlimmen Begleiterkrankungen des Down-Syndroms werden nicht außen vor gelassen.
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Ich für meinen Teil bin absolut begeistert von diesem Buch und kann es jedem nur weiterempfehlen. Man hat das Gefühl es gibt einem beim Lesen etwas, und am Ende streicht man regelrecht wehmütig über den Einband und denkt: Schade, schon zu Ende, und man denkt danach noch lange über dieses Buch nach, da es einen wirklich nicht loslässt.
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