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Das Schumann-Hörbuch
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

biografie, schumann, musik, hörbuch

Das Schumann-Hörbuch

Corinna Hesse , Dietmar Mues , Roswitha Rösch
Audio CD
Erschienen bei Silberfuchs, 03.05.2010
ISBN 9783940665171
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:

H24 Das Schumann Hörbuch von Corinna Hesse Kategorie: Hörbuch

Wenn Töne sprechen

„Die Musik zeigt den Menschen eine Vergangenheit und eine Zukunft, die sie nie erleben. Wenn Töne sprechen, müssen wir zugleich uns erinnern und uns sehnen. Rinnen nun in den Tönen Vergangenheit und Zukunft des Herzens zusammen und fehlt ihnen die Gegenwart, die beide scheidet: so sind sie ja das irdische Echo der Ewigkeit, und der Mensch hört an ihnen kein Außen, sondern nur sein Innen und ewiges Ich.“

Man könnte meinen, der Dichter Jean Paul habe in diesen Worten an einen bestimmten Mann gedacht. Sein facettenreiches Werk und sein von romantischer Liebe und genialem Schaffensdrang geprägter Lebensweg faszinieren bis heute die Menschen in aller Welt. Ein Komponist, der sein Inneres in Klang verwandeln sollte und dessen Geburtstag sich am 8. Juni 2010 zum 200. Mal jährt. Und wie es der Zufall will: Robert Schumann findet sich vor allem in den Werken Jean Pauls wieder, ja, er äußerte sogar einmal, dass er bei ihm mehr Kontrapunkt gelernt habe als bei seinem Theorielehrer.

Der im sächsischen Zwickau geborene Komponist war, angeregt durch seinen Vater - ein Schriftsteller, Übersetzer und Verleger - auch ein leidenschaftlicher Literat. Als 8-jähriger schmiedet er bereits Verse und bringt Räuberkomödien auf die häusliche Bühne. Abgerundet wird das bürgerliche Bildungsprogramm durch Musik und erste Stunden am Klavier. „Was ich eigentlich bin, weiß ich selbst noch nicht klar: Phantasie, glaub’ ich, hab’ ich: und sie wird mir auch von keinem abgesprochen: tiefer Denker bin ich nicht: ich kann niemals logisch einen Faden fortgehen, den ich vielleicht gut angeknüpft habe. Ob ich Dichter bin – denn werden kann man es nie – soll die Nachwelt entscheiden.“, schreibt er mit 15 Jahren in sein Tagebuch.
Letztendlich hat die Musik den Vorrang bekommen, auch wenn Schumann ein Leben lang aus den literarischen Quellen von Shakespeare, Schiller, Lord Byron oder Hölderlin schöpfen wird.

Klavierschüler bei Friedrich Wieck, Theorieunterricht beim Leipziger
Hofkapellmeister Heinrich Dorn, ein exzessives Leben: „Geradezu süchtig improvisiert er stundenlang am Klavier. Die großen Virtuosen wachen über ihn: Kleine Statuetten von Paganini, Thalberg und Liszt stehen auf seinem Schreibtisch. Doch seineeigenen Finger stolpern unfolgsam! Schumann spannt sie in Apparaturen ein, um Kraft zu erzwingen – bis Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand gelähmt sind. Seine Karriere als Pianist ist dahin. Doch wäre der schüchterne, junge Mann überhaupt für ein Leben im Rampenlicht geeignet gewesen?“, intoniert der gebürtige Dresdner, Schauspieler Dietmar Mues, gemeinsam mit seiner Kollegin Anne Moll, die den Part Clara Schumanns übernimmt, das großartige Hörbuch aus dem Silberfuchs-Verlag.
Stück für Stück nimmt der Hörer teil an dem Lebenslauf des genialen, aber nicht immer einfachen Zeitgenossen Schumann, bis dieser schließlich mit nur 46 Jahren in geistiger Umnachtung, eine offensichtliche Spätfolge einer Syphilis-Infektion, am 29. Juli 1856 stirbt.

Mit wachen Sinnen verfolgt man den Werdegang Robert Schumanns. Kumulierend wirken die gezielt eingesetzten Untermalungen aus dem reichhaltigen musischen Schaffen des Künstlers. So erklingen zum Beispiel Auszüge aus seinem Violinkonzert d-Moll, der 3. Sinfonie, seiner berühmten „Träumerei“ oder Dietrich Fischer-Dieskau intoniert „Ich will meine Seele tauchen“. Alles in allem weckt das Hörbuch ein Lust auf „mehr“. „Denn darum geht es natürlich vor allem:“, schreibt Dr. Ingrid Bodsch, die Direktorin des StadtMuseums Bonn und Projektleiterin des Schumann-Netzwerkes, in ihrem Vorwort, „vielen Menschen den Zugang zur Musik von Robert Schumann zu eröffnen und sie als begeisterte Zuhörer zu gewinnen, die über das Hörbuch auch den Weg in die Konzertsäle finden.“

Fazit:
„Das Schumann Hörbuch“ offenbart sich als wunderbares Kleinod, das eine ansprechende Kurzbiografie geschickt mit dem Werk des Künstlers im Allgemeinen und der wunderbaren Musik Robert Schumanns im Besonderen vereint. Konzept, textliche Auswahl, inhaltliche Dramaturgie und zwei wohltuende Sprecher tragen zum Gesamtgelingen bei.


Corinna Hesse
Das Schumann-Hörbuch.
Silberfuchs Verlag, Hamburg (Mai 2010)
1 CD, ca. 80 min
ISBN-10: 3940665177
ISBN-13: 978-3940665171
Preis: 16,99 EURO

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Garou
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44 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

krimi, schafe, frankreich, mord, humor

Garou

Leonie Swann , Andrea Sawatzki
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 01.07.2010
ISBN 9783837102239
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

H22 Garou von Leonie Swann Kategorie: Hörbuch

Die Menschen glaubten, dass sie mehr dachten als andere Wesen. Das war ein Irrtum! Auch Schafe dachten ohne Unterlass tiefe, wollige Schafsgedanken.

- Kapitel 26 -

Nachdem die Schafe in »Glennkill« ihren ersten Mordfall aufgeklärt haben, lassen Sir Richfield, Cloud, Miss Maple und Co. Irland hinter sich und beziehen im Schatten eines unheimlichen Schlosses ihr Winterquartier in Frankreich. Sieht man über den Schnee und die vorlauten Ziegen auf der Weide nebenan hinweg, sind die Schafe dort eigentlich auch ganz glücklich. Rebecca, die Tochter ihres verstorbenen Schäfers George erweist sich als recht passable Nachfolgerin, die ihnen aus den bei den Schafen sehr beliebten Pamela-Romanen vorliest und das Kraftfutter manchmal ungewollt großzügig verteilt. Da stört man sich als Schaf auch nicht an einem einsamen Schrank auf der Weide oder dem noch einsameren Ungeschorenen, bei dem man sich nicht sicher ist, ob es sich nun um ein Schaf handelt oder nicht.
Eines Tages jedoch wird im umliegenden Wald ein totes Reh entdeckt – zu Tode gehetzt und zerfetzt. Es folgen weitere Rehe. Und dann ein Mensch. Ist das tatsächlich das Werk eines Loup Garou, wie die Ziegen behaupten? Die Schafe beginnen zu ermitteln. Doch sie sind bald schon nicht mehr die Einzigen, die dem vermeintlichen Werwolf auf die Schliche kommen wollen und geraten selbst ins Visier des Bösen…

War »Glennkill« noch eine süße Geschichte, die hauptsächlich von ihren wolligen Protagonisten und deren charmanten Eigenheiten getragen wurde, spielt der Kriminalfall in »Garou« eine deutlich größere Rolle, wenngleich er auch diesmal wieder etwas stark konstruiert wirkt und das Auftreten etlicher menschlicher Mitspieler leicht für Verwirrung sorgen kann. Hier ist definitiv Konzentration gefordert, um nicht den Faden zu verlieren und den teils sehr verworrenen Handlungssträngen noch folgen zu können.
Hinzu kommt, dass die Geschichte ohne viel Vorgeplänkel ins Rollen kommt. Ein möglicher Verdächtiger wird eingeführt, das erste Opfer wird gejagt und so herrscht schon von Anfang an eine düsterere Atmosphäre als noch auf der Weide in Irland.

Auch die Schafe werden weniger ausführlich vorgestellt. In diesem Punkt ist es hilfreich, wenn man den Vorgänger bereits gelesen hat, allerdings erschließt sich auch Ersthörern mit der Zeit, welches Schaf welche Rolle einnimmt. Ihre Charaktere sind noch ausgeprägter als im ersten Teil und vor allem im Vergleich zu den menschlichen Figuren wesentlich stärker gezeichnet.
Obwohl die Schafe eine treuherzige und naive Sicht auf die Dinge haben und einer ihrer größten Träume es zum Beispiel ist, das Gras wachsen zu hören, kommen sie auf ziemlich verquere Weise nicht selten zum richtigen Ergebnis oder bieten dem Hörer Hinweise auf eine mögliche Lösung des Falles. Das ist nicht nur spannend bis zum Schluss, sondern in erster Linie äußerst amüsant und einfach nur entzückend. Schon nach wenigen Kapiteln möchte man die Schafe nicht mehr missen und wünscht sich in einen dritten Teil herbei. Oder vielleicht auch ein Buch über Ziegen, denn die wachsen dem Hörer mit ihrer liebenswert-verrückten Art nicht minder ans Herz.

Und als ob das alles nicht schon genug wäre, setzt Andrea Sawatkzi mit ihrer brillanten Betonung dem Ganzen auch noch das Sahnehäubchen auf. Ob meckrige Ziegen, verwirrte Schafe oder schrullige Schäferinnenmütter – kaum eine Sprecherin ist in ihrer Stimme so wandelbar und verleiht den Figuren so viel Leben und Herz wie die charismatische Schauspielerin. Da trüben auch die zwischenzeitlichen Aufnahmefehler, bei denen ein Satz gleich zwei Mal gesprochen wird, das Vergnügen nicht.

FAZIT: Ein origineller Hörgenuss der ganz besonderen Art!

5 von 5 Sterne

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36 Argumente für die Existenz Gottes
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religion, philosophie, gott, glaube, liebe

36 Argumente für die Existenz Gottes

Rebecca Goldstein , Friedrich Mader
Fester Einband: 559 Seiten
Erschienen bei Blessing, Karl, 24.03.2010
ISBN 9783896674234
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

A138 366 Argumente für die Existenz Gottes von Rebecca Goldstein

Achtung! Ironiekontaminiertes Gelände! Bierernstnehmen verboten.
Alle haften für ihre jeweilige Weltanschauung.

Cass Seltzer, studierter Religionspsychologe, hat den Bestseller des Jahres geschrieben: „Die Vielfalt religiöser Illusion“. Dafür wird er international gefeiert, ohne dass er eigentlich so recht weiß, wie ihm geschieht. Doch damit nicht genug, obendrein hat sich ihm auch noch Lucinda Mandelbaum zugewandt, die „Göttin der Spieltheorie“, eine Frau, die nichts weniger verdient als „seine grenzenlose Anbetung“.

Schon die ersten Seiten des Romans bilden damit eine spitzfindige Schleife – der Religionspsychologe, der nicht gläubig ist, aber eine Frau anbetet –, die die Autorin später noch weiter ausbauen wird: zu einer ganzen Horde aus Widersprüchen. Sprachlich fein geschliffen, so fein, dass der Schleifstaub in der Nase kitzelt und ständig zum Lachen reizt, lässt sie ihre Figuren durch den Roman tänzeln und taumeln. Professor excellentissimus Jonas Elijah Klapper, der sich unerträglich ernst nimmt und damit die größten Lacher provoziert; das Wunderkind Azarya, das der gleichen Gruppe Chassidim entstammt wie auch Cass und dem eine schwere Entscheidung bevorsteht; die quirlige Roz, eine frühere Geliebte von Cass, die just jetzt wieder aufgetaucht ist und ihn dazu überreden möchte, sich ihren vitamingestützten Maßnahmen zur Unsterblichkeit anzuschließen; Pascale, seine Exfrau, die aufgrund eines Blutgerinnsels vorübergehend der Sprache beraubt wurde und deren erster durchrhythmisierter Satz danach lautete: „Ich bin gezwungen, dir das Herz zu brechen“.

Wunderschön, wie Rebecca Goldstein bei aller Ironie sämtlichen Figuren auch etwas Liebenswertes mitgibt, etwas, das man nachvollziehen kann. Anstatt sie heimlich für ihre Schwächen, Marotten, Tics, für ihre Angewohnheiten, ihre bizarren Rituale zu verurteilen, lässt sie überall ein Hintertürchen (oder auch ein großes Portal) offen, durch das man sich ihnen nähern kann. Hier wird niemand endgültig ausgelacht, alle sind menschlich und damit voller Widersprüche – bloß für die Bierernsten, die sich selbst das größte Podest errichten, bleibt wenig Spielraum. Nur gerecht, wie ich finde: Wer über sich selbst nicht lachen kann, verdient, dass stattdessen andere über ihn lachen.

Diese kluge Autorin hat mich besonders mit einem Satz sehr berührt, der ungefähr in der Mitte ihres Buches steht: Er besagt, dass die verlorenen Paradiese „die einzigen Paradiese sind, die es gibt“.
Wie viele Menschen bin auch ich immer auf der Suche nach einem Zustand, der mir größtmögliche Zufriedenheit garantiert, einem Ort in Zeit und Raum, wo ich einfach nur glücklich sein kann. Dass es diesen Ort nicht gibt, kann man täglich erfahren; das Leben, die Umstände, andere Menschen, man selbst – ständig pfuscht einem irgendwas ins Glück hinein, macht es madig, macht es unvollkommen.
Der Satz von Goldstein (den sie übrigens auf Marcel Proust zurückführt) hat mich eindrücklich darauf hingewiesen, dass es dennoch keinen Grund gibt, deswegen unfroh zu sein: Denn ihr zufolge wird ein Ort oder eine Zeitspanne immer erst rückwirkend zu einem Paradies. Durch Verklärung, durch selektive Erinnerung, die sich nur das Beste herauspickt und alles andere elegant unter den Tisch fallen lässt.
Das bedeutet umgekehrt, dass wir zwar nach bestmöglichen Verhältnissen streben können (und sollten, denke ich), aber auch im Unperfekten glücklich sein können. Dass vollkommenes ewiges Glück nicht möglich ist (sondern nur in der Erinnerung möglich scheint), ist so kein Grund mehr zu verzweifeln.
Und damit zieht sie elegant eine neue Schleife hin zum Heilsversprechen so vieler Religionen an uns Leidende und manchmal Verzweifelnde, das genau darauf abzielt: auf Paradies, Nirwana, Himmel, den Ort nach dem letzten Gericht. Ob wir es für möglich halten, dass es dergleichen jenseits unserer jetzigen Erfahrung, in einem überirdirschen, „jenseitigen“ Bereich gibt, hängt dann natürlich vom Glauben ab.

Glaube folgt, das ist es ja gerade, keinen Argumenten. Niemand, die/der glauben will, wird daher von diesem Buch davon abgebracht werden. Und wer der Autorin eine Absicht in dieser Richtung unterstellt, hat den Roman vermutlich ziemlich ironiefrei gelesen.
Aus meiner Sicht hat Rebecca Goldstein einfach einen unglaublich schlauen, durchdachten, scharfsinnigen und warmherzigen Diskussionsbeitrag geliefert, der – auch dank der hervorragenden Übersetzung – herrlich und unterhaltsam zu lesen ist. Dass sie manchmal etwas zu viele Perspektiven in einem Rutsch durchstreift, stört beim Lesevergnügen nicht weiter, das im Fall von „36 Argumente für die Existenz Gottes“ auch ein großes Denkvergnügen ist.
Daher empfiehlt die Buchprüferin allen, die auf Letzteres Lust haben: lesen!

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Erebos
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computerspiel, thriller, sucht, london, erebos

Erebos

Ursula Poznanski
Fester Einband: 485 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.01.2010
ISBN 9783785569573
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

K39 Erebos von Ursula Poznanski Kategorie: Kinder- und Jugendbuch

"Ich sitze hier und schleife mein Werkzeug, mit dem ich kürzen werde, was zu kürzen ist."
Dies ist Erebos.
Erebos spricht mit dir, es erteilt dir Aufgaben, es belohnt dich, es droht dir, doch eigentlich will es nur eins: Es will töten!
Seit kurzem macht eine geheimnisvolle CD die Runde in Nicks Schule. Alle Schüler, die eine dieser CDs bekommen haben, verhalten sich auf einmal ganz merkwürdig. Sie wirken übermüdet, fehlen öfters in der Schule und wenn sie da sind, dann reden sie nur noch mit den Leuten, die ebenfalls in das Geheimnis dieser CD eingeweiht sind. Nick kann sich das Verhalten seiner Mitschüler nicht erklären und versucht herauszufinden, was es mit dieser CD auf sich hat.
Und dann- endlich!- übergibt ihm eine Schülerin eine Kopie, doch unter dem Vorbehalt, gewisse Regeln einhalten zu müssen. „Du darfst es niemandem zeigen. Du darfst mit niemanden darüber reden, sag vor allem nicht, wer es dir gegeben hat. Stecke es gleich ein und sei alleine, wenn du es dir anschaust.“
Zuerst kommt das Nick alles sehr albern vor, doch das ändert sich schlagartig, als er anfängt Erebos zu spielen, denn genau das ist Erebos: Ein Computerspiel, aber kein gewöhnliches.
Nick ist wie gebannt von der Welt, die ihn dort erwartet. Es ist eine Welt voller Magie und Abenteuer, doch es gibt auch einen Haken.
Man hat nur eine Chance, in der Welt von Erebos. Wenn man die vertut, dann ist es vorbei. Endgültig.
Das darf Nick natürlich nicht zulassen, denn Erebos ist für ihn bald schon mehr als nur ein Spiel, viel mehr. Es ist sein Leben… und vielleicht auch sein Tod.
Mit diesem Buch hat Ursula Poznanski etwas geschaffen, das sich kaum in Worte fassen lässt.
„Erebos“ ist eine Droge, die man mit jeder Seite dieses Buches in sich aufnimmt, die einen immer mehr wollen lässt. Die Faszination des Spiels, die Nick und seine Mitschüler gefangen hält, macht auch vor den Lesern keinen Halt.
Dieses Buch ist so unglaublich spannend und fesselnd geschrieben, dass es nur schwer vorstellbar ist, dass man nur über Erebos liest und nicht wirklich mitspielt. Ich kann nur sagen: Lest es! Unbedingt!

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Ohne Netz
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internet, offline, sucht, handy, internetsucht

Ohne Netz

Alex Rühle
Fester Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 21.07.2010
ISBN 9783608946178
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:

A27 Alex Rühle - Ohne Netz: mein halbes Jahr offline Kategorie Allgemein
Gibt es ein Leben ohne Google, Amazon und Facebook? Ein Leben ohne Internet? Ohne Netz?

Der Journalist Alex Rühle versucht diese Fragen zu beantworten und trifft eine, auf den ersten Blick wahnsinnige Entscheidung. In einem Selbstversuch möchte er für einen bestimmten Zeitraum auf die Vorzüge des Internets verzichten. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein paar Tage oder Wochen, sondern gleich um ein halbes Jahr: 6 Monate, mehr als 180 Tage, über 4.300 Stunden und fast 262300 Minuten. Scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit ...

Rühle stellt sich mutig dieser Herausforderung und trennt jeden ihn verbindenden Kontakt zum Internet in radikaler Weise aus seinem Leben. Gerade als Journalist wird er nun wieder mit ganz neuen, alten Aufgaben konfrontiert: Telefonnummern werden in Telefonbüchern gesucht, Wörterbücher als Übersetzungshilfe verwendet und Gerätschaften namens „Fax“
wieder zum Leben erweckt. Schnell merkt er, dass die Arbeit ohne Internet viel beschwerlicher ist, als er anfangs dachte und kämpft mit den Leistungen seines Gehirns, das sich jetzt mit einem „neuronalen Flipperautomaten“ vergleichen lässt.
Alle Erlebnisse und Erfahrungen dieser Zeit sind in einer Art Tagebuch zusammengestellt.
Deutlich spürbar sind anfängliche Entzugserscheinungen. Das Internet wird häufig mit einer Art Sucht verglichen, gegen die es anzukämpfen gilt. Eine harte Probe für das Selbstvertrauen des Journalisten stellen außerdem die albernen Äußerungen seiner Kollegen dar, die ihn mit einem Steinzeitmenschen in Verbindung bringen. Als sie schließlich merken, wie ernst es ihm ist, wandelt sich ihre Haltung von der Verachtung zur tiefen Bewunderung. Auch Rühle selbst reflektiert nicht nur seine Einstellung zum Internet, sondern auch die der Anderen. Das Blackberry ist schon längst zu einem Crackberry geworden, ein Suchtmittel. Doch welche Sucht wird gestillt? Sind wir wirklich nur so lange im Netz, weil wir es müssen oder etwa doch, weil wir hier hängen bleiben?
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Der Schreibstil des Autors ist unverwechselbar und ein wahrer Genuss. Dieser Journalist versteht sein Handwerk, und wie! Komplexe, längere Sätze in einem Zusammenspiel mit leichten, lockeren Aussagen. Beides ist angenehm zu lesen und voller Wortwitz.
Als Leser profitiert man schließlich auch von seinem umfassenden Wissen zu verschiedenen Themengebieten. Ein Beispiel dafür ist die Kritik an Odo Marquards These, dass an allen positiven Errungenschaften vom Menschen immer nur die Nachteile erkannt werden: „ Der Satz insinuiert ja, dass die hier verhandelten Dinge allesamt eingebildete Luxusprobleme einer dekadenten, undankbaren Gesellschaft seien, die das große Geschenk, den Fortschritt, so selbstverständlich einkassiert wie das Grünwalder Einzelkind den Geschenkeberg unterm Weihnachtsbaum. Ja, wir sind alle Prinzessinnen.“ Der Leser erhält einen Einblick in sein Familienleben, Berufsleben, Gefühlsleben und Alltagsleben – natürlich ohne Netz.
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Dieses Buch regt wie kein weiteres zum Nachdenken an und ist genau zur richtigen Zeit erschienen. Ein mutiger Selbstversuch, für den der Autor nur gelobt werden kann.
Ändern wir uns durch das Internet? Wie war die Zeit davor und wie ist sie jetzt? Ist es wirklich so nützlich? Bereichert es unser Leben oder nimmt es uns kostbare Zeit? Zeit, die wir sinnvoller nutzen könnten?
Dieser hochinteressante Erfahrungsbericht über ein Leben ohne Netz zeigt deutlich, dass dies immer noch möglich ist, auch in unserer heutigen, modernisierten Umwelt.
Die Vorteile des Internets können nicht genug gelobt werden. Vieles ist einfacher geworden. Tritt das Netz allerdings an erste Stelle in unserem Leben, müssen wir stutzig werden und handeln. Auf Überflüssiges sollte verzichtet werden. Also schmeißt das Blackberry zum Fenster raus oder für die weniger Mutigen unter euch: Freundet euch mit dem Off- Knopf an. Keine Angst, er beißt nicht :)
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Fazit: Ein wunderbarer Text. Jeder tägliche Facebook – User, der Angst hat, nachts um 2 seine Ernte zu verpassen, sollte dieses Buch lesen. Unbedingt!

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Die große Wörterfabrik
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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

wörter, bilderbuch, wörterfabrik, liebe, marie

Die große Wörterfabrik

Agnès de Lestrade , Anna Taube , Valeria Docampo
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 24.06.2010
ISBN 9783939435266
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

K8 Agnès de Lestrade, Valeria Docampo - Die große Wörterfabrik
Verlag: Mixtvision
40 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3939435260
ISBN-13: 978-3939435266
empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
01. Juni 2010

Kirsche... Staub... Stuhl... Oder: Ich habe mich in dieses Buch verliebt! In wunderbar poetischen Bildern und einfachen Worten vermittelt dieses Wunderwerk eines Bilderbuches, das keine großen Gesten oder Worte vonnöten sind, um wahre Gefühle zu zeigen.
Die ersten Bilder zeigen eine recht düster wirkende Stadt, über allem erhebt sich ein großes dunkles Bauwerk: die Wörterfabrik!
Man muss die Wörter in Geschäften kaufen und schlucken, um sie aussprechen zu können. In der Fabrik werden die unterschiedlichsten Wörter hergestellt in verschiedenen Sprachen. Manche Wörter sind wertvoller als andere. Wer kein Geld hat, um sich Wörter zu kaufen, durchsucht die Mülleimer, aber dort findet man meistens nur HUNDEKACKA und HASENPIPI. Im Schlussverkauf bekommt man BAUCHREDNER oder ZIERHASEL, aber was macht man damit? Manchmal fliegen Wörter durch die Luft, die Kinder fangen sie dann mit ihren Schmetterlingsnetzen ein. Paul hat drei Wörter gefangen: KIRSCHE, STAUB, STUHL, die wird er Marie zu ihrem Geburtstag schenken, denn Paul hat Marie furchtbar lieb. Ob er damit eine Chance hat gegen den reichen Oskar, der für Marie ICH LIEBE DICH VON GANZEM HERZEN, MEINE MARIE. EINES TAGES, DAS WEISS ICH, WERDEN WIR HEIRATEN gekauft hat???
Dieses Bilderbuch ist mitnichten nur für Kinder geschrieben worden. Es ist ein Buch für Menschen jeden Alters, die poetische Geschichten lieben oder jemand ganz Besonderem eine Freude damit bereiten wollen.
Wer ein poetisches Buch zum Verschenken sucht, und nicht immer wieder zu Klassikern wie "Der kleine Prinz" oder "Rosalie und Trüffel" greifen will, findet hier eine wunderschöne Alternative, die im Nu die Herzen ihrer Leser erobern wird, da bin ich mir sicher! Wenn man am Ende der Geschichte von Paul und Marie angelangt ist, gibt es nur eine Möglichkeit, um es mit Pauls Wörterfund aus einem Mülleimer zu sagen: NOCHMAL!
Das Buch hat eine quadratische Form. Die Illustrationen gehen immer über eine Doppelseite. Im Laufe der Geschichte gewinnen die Bilder immer mehr an Farbe, wobei die Illustratorin fast ausschließlich mit Grautönen für die Tristesse und Rottönen für die Liebe auskommt. Die Schrift ist in zwei verschiedenen Größen gedruckt, wobei wichtige Wörter und Aussagen durch den Wechsel der Schriftgrößen hervorgehoben werden. Oskars und Pauls Liebesworte an Marie sind in komplett anderen Schriftarten gedruckt. Hier kommen Oskars Worte sehr kalt und laut beim Leser an, Pauls Worte aber zart und verspielt. Diese Spielereien mit der Typographie zeigen auf unkonventionelle Weise, dass es nicht auf den Inhalt von Worten, sondern auf die Gefühle ankommt, mit denen sie vermittelt werden.

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