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Gute Geister
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(71)

155 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

südstaaten, usa, dienstmädchen, rassentrennung, freundschaft

Gute Geister

Kathryn Stockett , Cornelia Holfelder-von der Tann
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 01.09.2012
ISBN 9783442745081
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Wir sind einfach nur zwei Menschen. Uns trennt gar nicht so viel. Nicht annähernd so viel, wie ich dachte.

Ein wirklich bewegendes Buch und ein fantastischer Film mit ausgezeichneter Besetzung.

Die Geschichte

Hinter Gute Geister oder The Help verbirgt sich ein Buch im Buch. In Jackson Mississippi, während der 1960er Jahre, wagen es drei Frauen ein Buch darüber zu schreiben, wie es ist bei weißen Familien als Hausmädchen zu arbeiten. Die Idee dazu hatte Skeeter, eine weiße Frau, die gerade ihr Studium beendet hat und gerne schreiben und etwas bewirken möchte. Aibileen, eine schwarze Haushälterin, schreckt vorerst vor der Idee zurück, doch letztlich weiß auch sie, dass etwas passieren muss und fasst Mut. Zuletzt wird die kleine, etwas mollige und rebellische Minny ins Boot geholt. Diese hat schon häufiger ihre Arbeitsstelle durch ihr Mundwerk wechseln müssen und ist zugleich Aibileens beste Freundin. Zusammen schaffen sie es weitere Hausmädchen dazu zu bewegen mitzuschreiben, während die Unruhen in der Stadt immer schlimmer werden. Letztlich wird das Buch veröffentlicht – Anonym unter dem Titel The Help. Darauf abgebildet ist eine weiße Taube. Die Namen wurden alle verändert. Aber was passiert, wenn doch jemand hinter ihr Geheimnis kommt?

Fazit

Dieses Buch zeichnet sich durch viele Dinge aus. Es ist dramatisch, sowohl im Positiven wie auch im Negativen, es lebt durch seine Charaktere und es hat eine wahnsinnig interessante und fesselnde Geschichte, die die Problematiken zwischen schwarzen und weißen Menschen während der 1960er Jahre sehr gut zum Ausdruck bringt.
Erzählt wird diese aus der Perspektive dreier Frauen: Skeeter, Aibileen und Minny. Würde man willkürlich eine Seite aufschlagen und lesen, wüsste man sofort welcher Charakter gerade seinen Teil der Geschichte erzählt, da sich alle drei Erzählcharaktere voneinander unterscheiden. Dadurch kommen ihre Emotionen und ihre eigenen Erlebnisse ganz besonders gut zu Geltung. Auch die Beschreibung anderer Personen im Buch wird dadurch verdeutlicht, da diese teileweise sehr unterschiedlich, manchmal wiederum sehr ähnlich sind.
Als Leser kommt man nicht daran vorbei sich selber Gedanken über die Thematik zu machen. Man kann sehr gut nachempfinden warum die Protagonisten so empfinden und warum sie es trotz des hohen Risikos wagen ein Buch mit solch brisantem Thema zu schreiben.
Auch wenn für viele das vom Film übernommene Cover eher trivial wirkt, ist es ein Buch mit großer Wirkung, dass sicherlich jedem auf die ein oder andere Art gefallen wird.

Der Film

Die Besetzung der Protagonisten und Nebendarsteller ist sehr gelungen. Sie spiegeln wunderbar die Charakterzüge der jeweiligen Person wider, was im Hinblick auf das Buch sehr wichtig ist. Obwohl ein Film natürlich nicht den gesamten Inhalt eines Buches wiedergeben kann, wird die Geschichte mit ihren Personen sehr gut erzählt. Eine wirklich gelungene filmische Umsetzung, die die Atmosphäre der 60er Jahre wunderbar zur Geltung bringt.

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Grau
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(72)

185 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 22 Rezensionen

farben, dystopie, grau, liebe, farbe

Grau

Jasper Fforde , Thomas Stegers
Fester Einband: 490 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 30.08.2011
ISBN 9783821861401
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Fantasybücher zu lesen, ist die eine Sache. Jasper Fforde eine ganz andere. Er spaltet die Gesellschaft. Die einen verstehen ihn nicht, wenige mögen ihn und viele lieben ihn. Mit der Thursday-Next-Reihe hat er einen Kult geschaffen und die Eddie-Russett-Romane versprechen ein weiterer Kult zu werden.

Das Buch

Eddie Russett ist kein gewöhnlicher Junge. Das liegt mitunter daran, dass er in einer Gesellschaft wohnt, die der unseren in keinster Weise ähnelt. Er lebt in einer Colortokratie. In einer Gesellschaft in der alles durch Farben bestimmt wird. Das gilt vor allen Dingen für den gesellschaftlichen Rang. Alles ist durch und durch geordnet. Die Kleidung, die Mahlzeiten und das Postsystem. Das vom Großen Munsell aufgestellte Regelwerk bestimmt das ganze Leben der Bewohner von Chromatopia – immer und überall.
Rot ist die Farbe, die Eddie mit einer ganz besonderen Intensität wahrnimmt. Dadurch wird er eines Tages die Möglichkeit haben Präfekt zu werden. Allerdings ist er auch einer derjenigen, die sich nicht alles gefallen lässt. Immer wieder rebelliert er bewusst und unbewusst gegen das System. Dabei lernt er Jane kennen und lieben. Das Problem: Jane ist eine Graue. Zu allem Überfluss versucht sie Eddie auch noch umzubringen. Wird Eddie Jane dennoch für sich gewinnen können und die Einwohner von Chromatopia dazu bekommen über den Tellerrand zu schauen?

Fazit

Diesen Roman auf einen Nenner zu bekommen, ist schwierig. "Grau" von Jasper Fforde ist ganz im Gegenteil zu seinem Namen farbenprächtig und facettenreich. Eine skurrile Geschichte mit fantastischen Charakteren entführt den Leser nicht unbedingt in eine fantastische Welt, sondern vielmehr in eine andere Gesellschaft. Die Menschen leben wesentlich stringenter als wir. Ein Regelwerk bestimmt alle Lebenslagen der Einwohner, welche sich im Großen und Ganzen fügen. Wer sich dem widersetzt, wird entsorgt. Dystopie und Utopie treffen in diesem Buch aufeinander.
Auch wenn Jasper Ffordes Romane immer intelligent und clever geschrieben sind, übertrifft "Grau" diese vor allen im Hinblick auf den gesellschaftskritischen Aspekt. Der Autor wollte mit Eddie Russett und der Colortokratie etwas Neues erschaffen ohne eine Vorlage in der Literatur dafür zu finden, wie es bei seinen bisherigen Büchern der Fall gewesen ist. Das ist ihm mit Bravour gelungen.
Selbst beim mehrfachen Lesen oder Hören, entdeckt man immer wieder neue Aspekte und Anspielungen, die zum Nachdenken anregen. Selten gibt es so kluge und durchdachte Romane, die alles andere als Mainstream sind und sicherlich nicht jeden Geschmack treffen. Man liebt ihn oder man hasst ihn. Dieses Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Geniestreich. Fortsetzung folgt.

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Gottesopfer
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(45)

71 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 32 Rezensionen

thriller, hamburg, kirche, folter, europol

Gottesopfer

Tanja Pleva
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.04.2010
ISBN 9783492258678
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Hexenfolter, Hexenverbrennungen, Inquisition, Exorzisten… All dies gehört schon lange der Vergangenheit an. Kein Mensch würde heute noch versuchen Frauen Dämonen auszutreiben, die angeblich von ihnen Besitz ergriffen haben.

Klingt soweit logisch, doch Tanja Pleva zeigt in ihrem Roman „Gottesopfer“, dass dies gar nicht so unrealistisch ist und durchaus als Motiv eines Serienkillers gelten kann. Skizziert wird der Täter auf dem Buchrücken mit den Sätzen „Er handelt im Auftrag Gottes. Und seine Opfer erleben die Hölle.“

Kaum schlägt man das Buch auf und liest die ersten Seiten, trifft es einen Schlag auf Schlag. Noch ist das Motiv des Täters nicht bekannt. Nur eins ist klar, aus unterschiedlichen europäischen Städten werden Frauen auf brutalste Art und Weise getötet. Alle mit denselben Methoden. Es scheint der gleiche Mörder zu sein, doch inwiefern besteht eine Verbindung zwischen seinen Opfern? Warum mordet er gerade in diesen Städten? Genau das herauszufinden, ist Sam O´Connors Aufgabe.

Tanja Pleva wurde 1965 geboren. Seit jeher ist sie viel unterwegs. Mittlerweile ist sie in Kolumbien ankommen, wo sie mit ihrem Mann und ihren Kindern wohnt. Mit „Gottesopfer“ hat sie ihren Ermittler Sam O´Connor das erste Mal auf die Probe gestellt. Weitere Fälle sind in Planung.

Atemberaubend spannend, aber nicht für Zartbesaitete, setzt die Autorin ein Thema in Szene, welches für den Menschen der Jetztzeit gar kein Thema mehr ist. Das Mittelalter ist längst vergangen und so auch die Gedanken daran, Frauen, die angeblich besessen sind, zu foltern. Nicht unbedingt jeder ist mit diesen Gedankengängen konform und sieht Frauen immer noch, als die Brut des Teufels an. Der Anfang allen Übels. Und so erfährt der Leser die Geschichte eines Mannes, welcher im Kloster aufgewachsen ist, da seine Familie ihn abgestoßen hat.

Mit Rückblenden in das Leben des Täters, kommt man nach und nach darauf, wer der eigentliche Schuldige ist. Noch vor Sam wird dem Leser des Rätsels Lösung präsentiert und man fiebert auf das Ende entgegen. Wird das letzte Opfer überleben oder nicht?

Es ist ein Thriller, welcher wahrscheinlich nicht für jeden Leser das Richtige ist. Für viele wirkt die Thematik weit hergeholt, für andere wiederum gar nicht so unwahrscheinlich. Ebenfalls kritisch beleuchtet, allerdings nur am Rande, wird das momentan populäre Thema Missbrauch von Kindern in der Kirche, wodurch ein Bild der Kirche entsteht, welchen das von vielen Menschen bestätigt.

"Gottesopfer" von Tanja Pleva ist ein durchaus gelungenes, gut recherchiertes Buch für Zwischendurch mit Rückblick auf die Foltermethoden des Mittelalters. Als Abendlektüre allerdings nicht für jeden zu empfehlen.

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Tags: amsterdam, europol, folter, hamburg, hexenfolter, hexenverbrennung, kirche, kripo, mittelalter, rom, salzburg, sam o´connor, thriller, thriller   (14)

  

 

Gut gegen Nordwind
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(819)

1.075 Bibliotheken, 4 Leser, 13 Gruppen, 183 Rezensionen

liebe, e-mail, internet, freundschaft, email

Gut gegen Nordwind

Daniel Glattauer
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 20.10.2008
ISBN 9783442465866
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Emmi Rothner und Leo Leike gehören mittlerweile wohl mit zu den Traumpaaren der deutschsprachigen Literatur. In „Gut gegen Nordwind“ finden die beiden zueinander – oder vielleicht doch nicht?

Eigentlich wollte Emmi Rothner nur ihr Zeitschriftenabonement bei Like kündigen. Doch wie der Zufall so will, vertippt sie sich. Unverhofft landet ihre Email in Leo Leikes Postfach. Nachdem Emmi Leo zum dritten Mal schreibt, dass sie ihr Abo kündigen möchte, macht Leo sie darauf aufmerksam wo sie eigentlich gelandet ist. Von nun an beginnt ein ständiges auf und ab in einer Beziehung, die weder einen Anfang, noch ein Ende hat.

Daniel Glattauer ist österreichischer Schriftsteller und hat bisher zehn Bücher geschrieben, die zum größten Teil im Zsolnay und Deuticke Verlag erschienen sind. Die Geschichte um Leo und Emmi gehört mittlerweile zu seinen bekanntesten und erfolgreichsten Werken. Sie lebt von dem Dialog zwischen zwei sich völlig unbekannten Menschen, die sich durch Zufall mittels einer Email gefunden haben.

Sich einem fremden Menschen anzuvertrauen, ist für die meisten unvorstellbar. Sich dann auch noch per Email kennen zu lernen und Intimitäten auszutauschen, ist noch viel unwahrscheinlicher. Das dachten sich Emmi und Leo wohl auch, bevor sie sich im Internet über den Weg gelaufen sind. Im heutigen Zeitalter ist es nicht ganz so abwegig, wie es klingt, dass man sich auf eine solche Art und Weise kennenlernt und Gedanken, Emotionen, Freud und Leid miteinander austauscht.

Während Emmi glücklich verheiratet ist, lebt Leo allein mit gelegentlichen Liebschaften. Beides zum Nachteil des jeweils anderen. Dennoch können die beiden weder mit noch ohne einander. Allein durch das Wort lernen sie einander kennen und erhoffen sich beide nach einer Zeit mehr daraus. Ihre Emailkorrespondenz kommt einer Achterbahnfahrt der Emotionen gleich, die nach Beendigung der Lektüre kein Ende nimmt.

Wortgewand und beinahe philosophische Emails, die mal länger und mal kürzer, voller Zorn oder Zuneigung sind, gehören mit der Zeit zu Leo und Emmis Leben, ebenso wie zu dem des Lesers, welcher ,egal ob Mann oder Frau, mit beiden zittert und bangt. Dieses Gefühlschaos lässt beinahe nichts anderes zu, als das sich die beiden endlich treffen.

Obwohl es „nur“ Emails sind, die in „Gut gegen Nordwind“ ausgetauscht werden, lebt das Buch durch zwei temperamentvolle, manchmal zurückhaltende, aber vor allen Dingen gefühlvolle Menschen, die anscheinend einfach zueinander gehören.

Was dies für ein Ende haben wird, weiß man nach dem ersten Buch nicht. Doch zum Glück erfährt der Leser dies in „Alle sieben Wellen“.

Fazit: Eine Achterbahn der Emotionen, die den Leser mit sich reißt und viel zu schnell vorbei ist.

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Tags: aufregend, berlin, email, gegenwart, internet, liebe, liebesgeschichte, roman, romantisch, spannend, unterhaltung   (11)

  

 
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