Midnight

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Ein ganzes halbes Jahr
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(315)

725 Bibliotheken, 53 Leser, 0 Gruppen, 146 Rezensionen

liebe, sterbehilfe, will, unfall, behinderung

Ein ganzes halbes Jahr

Jojo Moyes , Karolina Fell
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB., 21.03.2013
ISBN 9783499267031
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:

Die 26-jährige Louisa Clark liebt ihren Job in dem kleinen Café in de Stadt. Als der Besitzer plötzlich seine Sachen packt und das Café dicht machen muss, weiß Lou nicht, was sie tun soll. Die Gespräche beim Jobcenter sind niederschmetternd, es will sich einfach nichts finden. Doch dann wird sie als Pflegekraft ohne jede Erfahrung oder Qualifikation an den C5/C6 – Tetraplegiker Will Traynor vermittelt, der im Rollstuhl sitzt und nicht einmal die Arme richtig bewegen kann. Dieser neue Job und der bevormundende, sture Will stellen Louisas Leben nach und nach immer mehr auf den Kopf.

Meine Meinung:

Als ich “Ein ganzes halbes Jahr” in die Hand nahm, um es zu lesen, hatte ich keine großen Erwartungen. Umso erstaunter war ich, als ich Kapitel um Kapitel nur so verschlang, sodass es jetzt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählen kann.

Jojo Moyes erzählt in diesem Roman eine wundervolle Liebesgeschichte. Sie erzählt völlig frei von jedem Kitsch und wunderbar ehrlich und realistisch. Unglaublich gefühlvoll erzählt Moyes von dieser sonderbaren, komplizierten Liebe zwischen Lou und Will.

Doch dieser Roman ist kein reiner Liebesroman. Viel mehr werden die so völlig verschiedenen Leben der beiden Hauptprotagonisten geschildert. Der launenhafte, griesgrämige Will, der nach einem Leben voller Bungee-Jumping, Extremsport und exotischen Reisen mit seinem neuen Leben überhaupt nicht zurecht kommt und niemanden an sich heranlassen will. Und Lou, die unentschlossene junge Frau mit dem extremen Kleidergeschmack, die noch nie aus England herausgekommen ist und sich vor jeglichen Veränderungen verschließt. Moyes beschreibt auf eine so berührende und nachdenklich stimmende Weise, wie sich beide Charaktere, aber vor allem der von Louisa im Laufe des halben Jahres ihrer Anstellung bei den Traynors, verändern.

Sehr gefesselt hat mich während des Lesens auch, dass ich so viel über Tetraplegiker und über Behinderte im Allgemeinen erfahren habe. Moyes vermittelt sehr viel Hintergrund- und Detailwissen über den medizinischen Aspekt mit all den Krankheiten, die bei Tetraplegikern so viel schlimmere Auswirkungen haben, als bei gesunden Menschen. Auch führt sie einen in die Gedanken- und Gefühlswelt und lässt den Leser über Dinge nachdenken, über die man normalerweise eher nicht grübeln würde. Die Beschreibung von Wills Alltag und seinen Gedanken haben mich tief berührt.

Und als ob ich sie noch nicht genug gelobt hätte, habe ich mich furchtbar in den Schreibstil von Jojo Moyes verliebt. Kein bisschen gestelzt, völlig nachvollziehbar, berührend, gefühlvoll, lustig, traurig – Moyes hat mich während des Lesen sowohl zum Lachen, zum Nachdenken und auch zum Weinen gebracht. Ich bin von ihrer Art zu Schreiben völlig begeistert und freue mich schon bald ein weiteres Buch von ihr zu lesen.

Fazit:

Eines der allerbesten Bücher, die ich je lesen durfte. So schlicht und doch so voller Gefühl. So nachvollziehbar und echt. Ich liebe dieses Buch und habe es in kurzer Zeit verschlungen. Jedem wirklich zu Empfehlen.

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Tags: behinderung, liebe, lähmung, rollstuhl   (4)

  

 

Wunder
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(121)

283 Bibliotheken, 13 Leser, 3 Gruppen, 57 Rezensionen

schule, freundschaft, wunder, familie, mut

Wunder

R.J. Palacio , André Mumot
Fester Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.01.2013
ISBN 9783446241756
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Der zehnjährige Junge August Pullmann ist anders. Durch ein sehr seltenes Gen-Defekt ist sein Gesicht seit seiner Geburt entstellt und auch die vielen Operationen, die er im Laufe der Zeit durchleiden musste, konnten daran nicht viel ändern. August, der von seiner Familie Auggie gerufen wird, war immer größtenteils von der Außenwelt isoliert, bis ihn seine Eltern plötzlich damit konfrontieren, in die 5. Klasse einer öffentlichen Schule zu gehen. Dort leidet er sehr unter den Blicken und Bemerkungen anderer Kinder, findet aber auch gute Freunde.

Meine Meinung:

Dieses Buch soll beim Lesen nicht nur Spaß machen, es soll vor allem zum Denken anregen. Dieses Ziel, finde ich, hat Palacio auf jeden Fall erreicht. Er beleuchtet ganz alltägliche Probleme, soziale Probleme, wie sie aktueller nicht sein könnten. Es geht um Äußerlichkeiten, die andere Menschen abschrecken und Dinge tun lassen, die sie unter anderen Umständen nie getan hätten. Es geht um Toleranz und Akzeptanz und darum, wie wichtig die Freundlichkeit ist.

Die Geschichte von dem kleinen, lustigen und so liebenswürdigen Jungen wird nicht nur von Auggie selbst erzählt, sondern auch von seiner liebevollen Schwester Via, von seinen Freunden und anderen wichtigen Charakteren der Geschichte. So ermöglicht uns Palacio eine Rundumsicht auf Auggie und und lässt uns ihn aus verschiedenen Augen betrachten. Dies und die Tatsache, dass Palacio einem wirklich glaubhaft machen kann, dass jeder Teil von einer anderen Person erzählt wird, haben mir an diesem Buch sehr gut gefallen. Anfangs fiel es mir noch etwas schwer mich an die kindliche Erzählweise zu gewöhnen, doch mit der Zeit habe ich es dann nur noch als sehr authentisch und eine willkommene Abwechslung zu anderen Büchern empfunden.

Alle Personen der Geschichte fand ich sehr authentisch und gut umgesetzt, die kindlichen Unterhaltungen und Gedankengänge sehr treffend geschrieben. Nur zwei kleine Kritikpunkte habe ich bei “Wunder” gefunden. Zum einen hätte ich mir zwischendurch ein klein wenig mehr Spannung gewünscht und zum anderen war mir das Ende des Buches etwas zu bombastisch und übertrieben. Dabei hat Palacio dann etwas von seiner Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Fazit:

Die bewegende Geschichte eines ganz besonderen Jungen in einem authentischen und abwechslungsreichen Stil geschrieben. Auf jeden Fall empfehlenswert.

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Tags: erbkrankheit, freunde, gendefekt, kinder, schule, toleranz   (6)

  

 

Das also ist mein Leben
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250 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 37 Rezensionen

liebe, jugendbuch, freundschaft, briefe, missbrauch

Das also ist mein Leben

Stephen Chbosky , Oliver Plaschka
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 01.09.2011
ISBN 9783453267510
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Der Fünfzehnjährige Charlie beginnt sein erstes Jahr an der Highschool und hat große Angst davor. Seine ersten Erfahrungen mit Dingen wie Liebe, Rockmusik und Drogen schreibt er jedoch nicht in einem Tagebuch auf, sondern verfasst Briefe an einen dem Leser unbekannten Menschen aus seinem Umfeld. Er schreibt seine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle nieder und offenbart sich dem Leser in jeglicher Hinsicht.

Meine Meinung:

“Das also ist mein Leben” behandelt alle Probleme, Sorgen und Ängste, jedes große Gefühl und all die kleinen, wichtigen Geschehnisse im Leben eines Teenagers. Die Hauptfigur, der anfangs 15-jährige, später 16-jährige Charlie ist kein normaler Jugendlicher. Er lebt in sich zurückgezogen, in seiner eigenen Gedankenwelt, wirkt auf Außenstehende seltsam eigenbrötlerisch. Dennoch versucht er, mehr als alles andere, am Leben teilzuhaben. Er will jede Erfahrung mitnehmen, er will ein guter Freund sein, er will alles richtig machen.  Stephen Chbosky schreibt über Charlie, über seine Familie, über seine besten Freunde Sam und Patrick, seine erste Freundin und einen bemerkenswerten Lehrer, der ihm das ganze Jahr über neben dem Unterricht Bücher zu lesen gibt, über die er Aufsätze schreiben soll. Er schreibt über jede Facette des Lebens eines Jugendlichen, lässt sich den Leser darin wiederfinden und sich an seine eigene Jugend erinnern.

Zu diesem Buch gibt es eigentlich nicht allzu viel zu sagen. Man sollte es selbst lesen, sollte an der Geschichte teilhaben, versuchen zu verstehen was mit Charlie nicht stimmt und nach und nach dahinter kommen. Der Schreibstil und die Briefform erzeugen einen wunderbaren Lesefluss, der einen das Buch in kurzer Zeit verschlingen lässt. Die Geschichte ist durch und durch authentisch und ehrlich.

Fazit:

Ein bemerkenswertes Buch über die Gedankenwelt eines Jugendlichen, welches nicht nur für Jugendliche selbst, sondern auch für Erwachsene sehr gut geeignet ist. Spannend und nachdenklich, sehr empfehlenswert.

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Tags: highschool, jugendliche, liebe, pubertät, teenager   (5)

  

 

Schiffbruch mit Tiger
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126 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

schiffbruch, tiger, indien, zoo, religion

Schiffbruch mit Tiger

Yann Martel , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 12.11.2012
ISBN 9783596196982
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:

Pi Patel ist der Sohn eines Zoobesitzers in Pondicherry, Indien. Er verlebt dort eine interessante Kindheit, in welcher er nicht nur aus eigenem Interesse zum Hindu wird, sondern auch zum Christ und zum Moslem. Als die Geschäfte seines Vaters sich zum Schlechten wenden beschließt die Familie nach Kanada auszuwandern. Die Tiere werden verkauft und einige davon reisen mit der Familie auf dem Schiff Tsimtsum in die neue Zukunft. Doch das Schiff sinkt mittem im Pazifik und für Pi beginnt eine abenteuerliche Reise in einem Rettungsboot. Gemeinsam mit einem Zebra, einer Hyäne, einem Orang-Utan und dem bengalischen Tiger Richard Parker.

Meine Meinung:

Das Buch beginnt damit, dass ein Autor nach Indien reist, um sich intensiv mit seinem neuen Roman beschäftigen zu können. Dort findet er jedoch keine Ideen für die geplante Geschichte, sondern einen freundlichen Inder, der ihm offenbart, wo er eine richtig gute Geschichte finden kann. Er schickt ihn nach Kanada, zu Pi Patel. Und dieser erzählt dem Autor seine unglaubliche Geschichte. Der Einstieg aus der Sicht des Autors und auch die weiteren kurzen Einschübe des Autors haben mir sehr gut gefallen.

Im ersten Teil des Buches beschreibt Pi seine Kindheit und seine Jugend und erzählt auch über das Leben nach der Reise, als er in Kanada studierte. Ich habe in verschiedenen Rezensionen gelesen, dass dieser Teil als sehr langweilig empfunden wurde und als unwesentlich, weil alle auf die eigentliche Geschichte, die Reise, warteten. Ich hingegen habe den ersten Teil als äußerst interessant empfunden. Es schildert wie außergewöhnlich das Leben des Pi bereits vor dem alles verändernden Unglück auf dem Pazifik gewesen ist. Er schildert in diesem Teil, wie er zu den verschiedenen Religionen gekommen ist und sein Verhältnis zu den Tierem im Zoo seines Vaters. Man lernt ihn und seine Sicht auf die Dinge kennen. Meiner Meinung nach ein gelungener Einstieg, den man keinesfalls hätte weglassen sollen.

Schließlich sinkt das Schiff und das unfreiwillige Abenteuer beginnt und nimmt bis fast zum Ende des Buches den größten Teil ein. Und in diesem Teil glänzt Yann Martel nicht nur mit Spannung, sondern vor allem mit schriftstellerischer Brillianz. Ganz zu Recht wird Yann Martels Erzählkunst in den Himmel gelobt. So faszinierend, wie er das Aussehen der Tiere, den Anblick des Meeres, des Himmels beschreibt, bekommt man das Gefühl, man hätte selbst niemals richtig hingeschaut. Mit dem Beschreiben der Gedankengänge von Pi werden einem neue Sichtweisen eröffnet, durch das Geschehen und die Erlebnisse der Horizont erweitert. Selten habe ich so an den Wörtern eines Autors gehangen, wie in diesem Buch.

Eine weitere Kritik, die ich gelesen habe, war die Brutalität, die sich im Buch immer wieder findet. Ich frage mich, was diese Leser erwartet haben, als sie ein Buch begannen, in dem ein Junge mit wildenen Tieren zusammen auf einem Rettungsboot gefangen ist. Es ist kein Kinderbuch und daher doch eher unwahrscheinlich, dass die Tiere irgendwann anfangen zu sprechen und sich alle lieb haben… Für Kinder ist “Life of Pi” tatsächlich gar nicht geeignet. Wenn Martel Brutalität und Schrecken beschreibt, nimmt er kein Blatt vor den Mund, alles andere wäre auch nicht glaubhaft erschienen. Meiner Meinung nach hat er genau den Punkt getroffen, in dem man schockiert und erschüttert ist, ohne es zu übertreiben.

Fazit:

Dieses faszinierende Buch kann ich jedem, der etwas für Sprache und Spannung übrig hat, nur wärmstens empfehlen! Lest es und betrachtet die Welt durch Yann Martels Augen. Nur für Kinder ist es nicht geeignet.

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Tags: indien, reise, religion   (3)

  

 

Das Schicksal ist ein mieser Verräter
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976 Bibliotheken, 28 Leser, 7 Gruppen, 169 Rezensionen

krebs, liebe, tod, freundschaft, krankheit

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.07.2012
ISBN 9783446240094
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Hazel Grace ist 16 und hat Krebs. Ihr Lunge kann nicht mehr selbsständig atmen und so muss sie, wo sie geht und steht, immer ihre Sauerstoffflasche dabei haben, die Schläuche in der Nase. Eine Chance auf Heilung besteht nicht, aber sie kämpft darum ihr Leben zu verkängern. In der Selbsthilfegruppe, in die sie ihrer Mutter zuliebe geht, trifft sie den charmanten Augustus und eine wundervolle Liebesgeschichte beginnt.

Meine Meinung:

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem der Autor so gekonnt zwischen Humor, Sarkasmus und Traurigkeit wechselt. John Green hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht und mich mit seiner poetischen Sprache absolut begeistert. Noch nie habe ich einen Autor sprachlich so übertreiben sehen, ohne es übertrieben zu finden.

Beide Hauptcharaktere, Hazel und Augustus (Gus), sind unglaublich stark gezeichnete, interessante und dreidimensionale Figuren. Man glaubt schon nach wenigen Kapiteln sie richtig gut zu kennen, kann ihr Denken und Fühlen nachvollziehen und wird hin und wieder doch überrascht. Man leidet und man liebt mit den beiden, als wären sie enge Vertraute.

Die Geschichte hat mich absolut mitgerissen und gefesselt, es wird nicht eine Sekunde langweilig oder uninteressant.

Fazit:

Absolut empfehlenswertes Buch, das einem zum Lachen und zum Weinen bringt. Wundervolle Sprache!

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Tags: krebs, liebe   (2)

  

 

Selection
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488 Bibliotheken, 13 Leser, 4 Gruppen, 74 Rezensionen

liebe, dystopie, casting, prinz, america

Selection

Kiera Cass , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Sauerländer, 01.02.2013
ISBN 9783411811250
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:  
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Kinder der Hoffnung
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38 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

frankreich, widerstand, deportation, krieg, nationalsozialismu

Kinder der Hoffnung

Marc Levy , Bettina Runge , Eliane Hagedorn
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 24.03.2010
ISBN 9783426500200
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:

Frankreich in den Vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Der 18jährige Raymond und sein Bruder schließen sich der Wiederstandsgruppe “Résistance” an, die zum größten Teil aus Kindern und jungen Erwachsenen besteht. Gemeinsam sprengen Sie Gebäude, in denen sich Nazis oder die kollaborierende französische Miliz aufhalten, üben Attentate auf deren Anrührer aus uns sabotieren Züge und Waffen. Doch eines Tages wird die Bewegung verraten und die Freunde werden gefangen genommen. Raymond, sein Bruder und einige andere Mitglieder der Wiederstandsbewegung werden nach einem schrecklichen Aufenthalt in einem Gefängnis in einen Zug gesteckt und fahren scheinbar endlos unter entwürdigenden Bedingungen durchs Land.

Meine Meinung:

An dieses Buch, welches in der Ramschecke für 2,99€ zu erwerben war, hatte ich keine allzu hohen Ansprüche. Beim Lesen wurde mir jedoch schnell klar, dass diese unglaubliche Geschichte in der Ramschecke alles andere als gut aufgehoben war.

Marc Levy hat in diesem Buch die Geschichte seines jüdischen Vaters Raymond, seines Onkels Claude und die von vielen anderen Mitgliedern der 35. Brigade aufgeschrieben. Relativ nüchtern und schockierend ehrlich und detailgetreu beschreibt er das Leben der jüdischen und ausländischen Kinder in Frankreich in der NS Zeit. Er schildert die Missionen der Kinder, die gefährlich und tollkühn sind und vergisst dabei auch nicht die zweifelhafte Moral der Taten zu beleuchten. Er schildert die Gedankengänge seines Vaters, während er seinen Teil zur Bekämpfung der Nazis und der Miliz beiträgt – mit Gewalt und Tod. Mädchen und Jungen fühlen sich verpflichtet Offiiziere zu erschießen und ganze Gebäude in die Luft zu jagen.

Besonders beeindruckt hat mich Levys Schreibstil, mit dem er so übergangslos die grausamen Taten der Brigade beschreibt, ganz alltägliche Probleme beschreibt und auf das Miteinander der so unterschiedlichen Menschen eingeht.

Mich hat das Buch sehr gefesselt und berührt und mich an einer Zeit teilhaben lassen, die ich glücklicherweise nicht miterleben musste. Ein paar Seiten weniger hätten es allerdings auch getan, hier und da hätte ich besonders ausführlich beschriebene Missionen gerne etwas gekürzt gesehen.

Fazit:

Eine schockierende und berührende Geschichte über mutige Kinder, die aufeinmal zu schrecklichen Taten in der Lage sind und trotzdem niemals ihre Zusammengehörigkeit und Hilfsbereitschaft vergessen. Sehr zu empfehlen, auch wenn an einigen Stellen ruhig hätte gekürzt werden können.

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Tags: deportation, frankreich, juden, krie, nationalsozialismu, rebellen, widerstand   (7)

  

 

Die Geisha
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555 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 38 Rezensionen

japan, geisha, liebe, kultur, schicksal

Die Geisha

Arthur Golden
Flexibler Einband: 572 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 05.12.2005
ISBN 9783442735228
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:
Die dreißiger Jahre in Japan. Die neunjährige Chiyo und ihre ältere Schwester leben mit ihrer schwerkranken Mutter und dem Vater in einem kleinen Fischerdorf. Eines Tages verkauft sie der Vater aus seiner Not heraus und die beiden werden nach Kyoto gebracht. Während ihre Schwester in ein Prostituierten-Viertel gebracht wird, kommt Chiyo in eine Okiya und soll nach den ersten Monaten als Dienerin zu einer echten Geisha ausgebildet werden. Auf Ihrem Weg zu diesem Ziel stellen sich Chiyo immer wieder Hindernisse in den Weg, meist durch die Geisha des Hauses, die hinterlistige Hatsumomo. Auf diesem Weg begegnen Chiyo, die späte den Namen Sayuri annimmt, nicht nur viele bedeutende Männer, die sie unterhalten soll, sondern auch der eine, der ihr Herz erobert und den zu erreichen sie sich zum Lebensziel macht.

Meine Meinung:
Mit diesem Roman ist Arthur Golden ein wahres Meisterwerk gelungen.
Beeindruckend gut recherchiert, beschreibt Golden genau das Leben einer Geisha in der Weltwirtschafrskriese, der Kriegszeit und der Zeit danach. Man erfährt sehr viel über die Ausbildung einer Geisha. Detailliert wird beschrieben, was für Pflichten einer Geisha nachzugehen hatte, in welchen Gebieten sie unterrichtet wurde, wie sie sich schminkte, kleidete und lebte. Ohne langweilig informierend zu klingen, beschreibt Golden genau, wie ein unterhaltsamer Abend zwischen Geishas und vornehmen Herren abläuft, welche Zeremonien vorgenommen werden. Auch erlangt man Einblick in das Leben von Geschäftsleuten, insbesondere aus der Wirtschaft. Immer lässt er diese Informationen so in das Geschehen einfließen, dass der Leser nicht herausgerissen oder gelangweilt wird. Man wird eingeführt in die fremde Kultur und die vergangene Zeit und kann alles um sich herum vergessen.
Weiterhin glänzt Golden durch eine beeindruckende Sprache. Sein Schreibstil liest sich sowohl flüssig, als auch anspruchsvoll. Immer wieder glänzt er mit bildhaften Darstellungen, ohne es je übertrieben oder unpassend wirken zu lassen. Ich glaube im ganzen Buch gibt es keinen Satz, der mir nicht gefallen hätte. Jedes Wort scheint auf das andere abgestimmt zu sein und doch klingt Golden niemals gestelzt oder bemüht.
Obschon Arthur Golden ein Mann ist, versteht er es auf einfühlsame Weise sich nicht nur in die Rolle einer Frau hineinzudenken, sondern auch in die eines Mädchens, einer heranwachsenden Jugendlichen und vor allem einer Geisha. Möglicherweise geht ihm das ein oder andere Gefühl oder ein Gedanke abhanden, wie sie einer Frau gekommen wären, doch das fällt einem schlichtweg nicht auf. Er versteht es aus der Ich-Perspektive von Chiyo und Sayuri so überzeugend zu schreiben, dass man schnell vergisst, das Werk eines männlichen Schriftstellers in der Hand zu halten.
Mit einer von Anfang bis zum Ende durchgezogenen Spannung hat es Golden geschafft, mich das Buch kaum aus der Hand legen zu lassen. Obwohl das Buch sehr von Gefühlen und Gedanken der jungen Geisha getragen wird und so viel Wissen vermittelt, wird die Spannung niemals abgeschwächt.

Fazit:
Ein unglaublich tiefsinniges, spannendes Buch in einem der besten Schreibstile, die ich je gelesen habe. Unbedingt weiter zu empfehlen!

http://keeweekatbooks.wordpress.com/

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Die Wolke
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408 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 26 Rezensionen

katastrophe, atomkraftwerk, tod, jugendbuch, super-gau

Die Wolke

Gudrun Pausewang , Jens Schmidt
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.03.2011
ISBN 9783473580149
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Schreckens-Szenario in Deutschland. In dem Atomkraftwerk nahe Fulda gibt es einen Super-GAU und eine atomare Wolke verseucht ein riesiges Gebiet. Die 14-jährige Janna-Berta ist mit ihrem kleinen Bruder allein zuhaus, ihre Eltern und das Baby befinden sich in unmittelbarer Nähe des Werks. Mit den Fahrrädern versuchen die beiden Kinder der Wolke zu entkommen.

Meine Meinung:
Gegen Schullektüre habe ich eigentlich prinzipiell Vorurteile, aber “Die Wolke” zählt zu den Büchern, das man meiner Meinung nach unbedingt in der Schule durchnehmen sollte. Gerade in der heutigen Zeit ist es sehr wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und mit den möglichen Folgen eines Super-Gaus konfrontiert zu werden. Genau das schafft Pausewangs Roman erschreckend gut. Dieser Roman ist so ehrlich, so schockierend und könnte jederzeit Realität werden. Mich hat die Geschichte von Janna-Berta trotz sehr einfach gehaltenem Schreibstil so sehr gefesselt, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe und ich war so vertieft in das ganze Szenario, dass ich tatsächlich eine ganze Weile danach noch schlechte Laune hatte.

Fazit:
Ohne große Reden zu schwingen: Sehr empfehlenswert und meiner Meinung nach absolut gerechtfertigt Schullektüre!

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A World Away
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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

liebe, indianer, politik, francis, landraub

A World Away

Pauline Francis
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Kosmos (Franckh-Kosmos), 19.01.2010
ISBN 9783440121450
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
1586. Von einer britischen Expedition in das amerikanische Gebiet Virginia wird das Indianermädchen Nadie nach England gebracht. Dort muss sie sich an das neue Leben und die Verachtung der in der Hafenstadt Plymouth gewöhnen. Doch schon bald lernt sie den jungen Schmied Tom kennen und die beiden verlieben sich. Hin- und hergerissen zwischen ihrer Heimat und Tom entscheidet sich das Paar schließlich mit der nächsten Expedition zurück in die Neue Welt zu segeln. Doch dort kommt alles ganz anders als erwartet.

Meine Meinung:
Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Roman konnte mich leider nicht begeistern. Die 2 Kaffeetassen bekommt “A World Away” dafür, dass Pauline Francis laut ihrem eigenen Nachwort sehr auf ihre Recherchen gestützt hat und vieles aus der Zeit 1586-87 übernommen hat. So zum Beispiel indianische Völker, Orte, teilweise sogar Personen. Auch für einige Ideen gibt es von mir etwas Anerkennung.
Der Rest jedoch hat mich schlichtweg enttäuscht. Der Schreibstil liest sich in der ersten Hälfte des Buches irgendwie seltsam distanziert, wogegen er in der zweiten Hälfte sehr übertrieben und dem Leser gegenüber irgendwie aggressiv wirkt. Es wird abwechseln aus Nadies und aus Toms Sicht erzählt, wobei sich die beiden völlig gleich lesen. Manchmal musste ich wirklich überlegen, aus wessen Sicht da gerade geschrieben wird. Die Liebesszenen triefen vor Kitsch und viele Gefühle, Handlungen und Unterhaltungen wirkten für mich sehr unrealistisch und weit hergeholt. Weder mit Nadie, noch mit Tom bin ich während der Geschichte richtig warm geworden und die Nebencharaktere werden recht oberflächlich abgehandelt, weswegen auch dort keine großen Sympathien entstehen konnten.
Am schlimmsten fand ich eigentlich den Schluss. Der war zwar im Gegensatz zum Anfang erfrischenderweise spannend, war aber, meiner Meinung nach, sehr übertrieben dramatisch und ist mit all den Geschehnissen und dem großen Tamtam in die letzten Seiten mit aller Gewalt nur so hineingequetscht worden.

Fazit:
“A World Away” ist für mich leider absolut kein empfehlenswertes Buch, kann aber durchaus neugierig auf die damalige Zeit und die indianische Kultur machen.

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Sieben Minuten nach Mitternacht
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449 Bibliotheken, 5 Leser, 13 Gruppen, 105 Rezensionen

tod, krebs, monster, trauer, krankheit

Sieben Minuten nach Mitternacht

Patrick Ness , Siobhan Dowd , Bettina Abarbanell , Jim Kay
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei cbj, 29.08.2011
ISBN 9783570153741
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Der dreizehnjährige Conor lebt allein mit seiner Mutter in einem Haus, von dem aus man auf einen Friedhof mit einer großen, alten Eibe sehen kann. Als Conors Mutter an Krebs erkrankt und ständig ins Krankenhaus muss, erwacht diese Eibe zum Leben und sucht den Jungen jede Nacht sieben Minuten nach Mitternacht heim. Doch es ist nicht die Eibe, vor der Conor sich fürchtet, sondern der Albtraum, aus dem er jede Nacht schweißgebadet aufwacht.

Meine Meinung:
“Sieben Minuten nach Mitternacht” ist ein außergewöhnliches Buch. Der Protagonist ist ein Dreizehnjähriger, dennoch käme ich nicht auf die Idee zu behaupten, dass es sich dabei um ein Kinder- oder Jugendbuch handelt.
Die Aufmachung des Romans ist sehr gelungen. Die Illustrationen von Jim Kay sind gespenstisch, stimmungsvoll und einfach nur passend. Sie führen den Leser in die Welt der Albträume und Monster. Auch der Umschlag und die Gestaltung des Buchdeckels sind einfach fantastisch.
Conors Geschichte, die Patrick Ness nach der Idee der verstorbenen Siobhan Dowd geschrieben hat, ist unglaublich emotionsgeladen und berührend. Sie beschreibt die Gefühle, die Ängste eines Jungen, dessen Mutter todkrank ist und auch seine Art, damit umzugehen. Jede Nacht hat er einen schrecklichen Albtraum, den er niemandem anvertraut. Doch die Eibe, die ihn immer nach diesem Traum besucht, möchte diese Geschichte hören. Und so erzählt sie selbst ihm 3 Geschichten, die für Conor schrecklich unfair und verwirrend sind, um ihn auf seine eigene vorzubereiten. Das hat mir sehr gut gefallen.
Auch das Leben Conors in der Schule wird beleuchtet, wo er aufgrund der Krankheit seiner Mutter von allen gemieden wird. Außer von 3 Jungs, die ihn jede Pause schikanieren. Doch es scheint so, als würde Conor das gar nicht anders haben wollen. Auch hier kommt wieder die Eibe ins Spiel und offenbart ihm seine wahren Gefühle.
In einem interessanten Schreibstil und so berührend, dass ich während des Lesens weinen musste, führt Ness durch die Gefühlswelt, die Tage und vor allem die Nächte von Conor. Die Geschichte begegnet einem durchgehend spannend und ehrlich und strotzt vor Kraft.

Fazit:
Mich hat das Buch schlichtweg umgehauen, zumal ich anfangs der Meinung war, ein Kinderbuch in Händen zu halten. Ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen, als einen Roman, der zum Nachdenken anregt.

http://keeweekatbooks.wordpress.com/

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Erleuchtung gibt´s im nächsten Leben
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

hinduismus, reisen, indien, religion, rollstuhl

Erleuchtung gibt´s im nächsten Leben

Andreas Pröve
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2012
ISBN 9783492404488
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt:

Wieder einmal ist es Indien, das Andreas Pröve wie magisch anzieht. Immer wieder bereist er dieses verrückte, chaotische und wunderschöne Land. Immer wieder begegnen dem Rollstuhlfahrer neue Abenteuer. Diesmal ist er, teils allein, teils mit seinem indischen Freund Nagender, auf den Spuren der Spiritualität unterwegs. Er besucht Tempel, begegnet Pilgern und versucht Indien aufs Neue besser zu verstehen.

Meine Meinung:

Lange habe ich diesem Buch entgegen gefiebert, bis ich es endlich lesen konnte. Die beiden Vorgänger habe ich bereits genießerisch verschlungen und auch dieses Mal bin ich wieder ganz in der indischen Welt versunken.

Andreas Pröve schreibt mit einem wunderbar erfrischendem, humorvollen und oft auch zum Nachdenken anregenden Schreibstil. Mit den Anekdoten seiner Reise schafft er ein Gleichgewicht aus den witzigen Begegnungen, dem erschreckenden Alltag mit all der Ungerechtigkeit, der Korruption, den armen Verhältnissen in den Slums; und den religiösen und gesellschaftlichen Hintergründen seines Lieblingslandes. Er schafft es immer wieder, mich völlig in der indischen Kultur versinken zu lassen. Jedes Mal aufs Neue fühle ich mich, als wäre ich selbst dabei gewesen. Und genau wie in dem Vorwort von “Erleuchtung gibt’s im nächsten Leben” bereits angekündigt wird, schafft Pröve es auch in diesem Buch wieder die Sehnsucht nach der Welt im Leser wach zu rufen. Beim Lesen packt mich jedes Mal das Fernweh und die Reiselust.

Wie in jedem seiner Berichte fügt sich auch in diesen stimmungsvoll der Fototeil in der Mitte des Buches, in dem Pröve sein fotografisches Talent unter Beweis stellt. Atemberaubende Farbaufnahmen von Begegnungen, Landschaften und dem verrückten Alltag Indiens steigern die Lust auf das Land – jedenfalls bei mir!

Etwas, was mir bei diesem Buch zum ersten Mal aufgefallen ist, ist jedoch, dass ihm das Unbeschwerte im Schreiben etwas abhanden gekommen ist. Irgendwie habe ich so manches Mal den Druck herauslesen können, den er vielleicht verspürt hat. Deswegen die halbe Tasse Abzug.

Ein wenig gestört haben mich auch die Einschübe, in denen es um seinen Unfall und seinen Weg in den Rollstuhl ging. Einfach, weil ich es ja bereits kannte. Da es für Quereinsteiger aber wirklich gut ist, gibt es dafür auch keinen Abzug von mir.

Fazit:

Wieder ein sehr gelungenes Buch von Adreas Pröve, dem ich wunderbar in eins der schönsten Länder dieser Welt folgen und mich darin verlieren konnte. Ich kann es nur wärmstens jedem weiterempfehlen! Pröve-Fans können die Rückblicke zum Unfall ja einfach überspringen.

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Tags: hinduismus, indien, reisen, religion, rollstuhl   (5)

  

 

Am kürzeren Ende der Sonnenallee
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(109)

175 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

ddr, berlin, freundschaft, jugend, liebe

Am kürzeren Ende der Sonnenallee

Thomas Brussig
Flexibler Einband: 156 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 11.01.2011
ISBN 9783596148479
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Micha Kuppisch wohnt in Berlin, in dem kürzeren Ende der Sonnenallee und das bedeutet, er lebt in der DDR und direkt an der Mauer. Er ist in die schöne Miriam aus seiner Schule verliebt und buhlt, gemeinsam mit der ganzen Schule und auch einigen Westdeutschen, um ihre Gunst. Mit seinen Freunden Mario, Brille und Wuschel lebt er den normalen Wahnsinn des Alltags.

Meine Meinung:
Dieses Buch und der dazugehörige Film sind unglaublich bekannt und werden gerne auch mal im Deutschunterricht behandelt. Deshalb war ich schrecklich enttäuscht, dass ich mit dem Roman so gar nicht warm wurde.
Sicher sind die ganzen Details über das Leben an der Mauer in der DDR sehr interessant, doch die Erzählweise, die ganze Geschichte war für mich einfach nur langweilig. Die ganze Zeit über, bis zu den letzten Seiten vor dem Schluss, hatte ich das Gefühl als Unbeteiligte neben dem Geschehen zu stehen. Das ist etwas, was bei einem Buch für mich gar nicht geht. Der einzige rote Faden der Geschichte besteht darin, wie Micha sich um Miriam bemüht, fast alle anderen Ereignisse hätten genauso gut in einer anderen Reihenfolge angeordnet sein können und niemand hätte es bemerkt. Der Autor springt von einem Erlebnis zum anderen und dabei bleibt der Lesefluss und das Interesse auf der Strecke, zumal einiges auch schlichtweg uninteressant und belanglos erscheint.
Der Schreibstil hat mir an manchen Stellen ganz gut gefallen, aber grundsätzlich tut er sich für mich nicht sonderlich hervor.

Fazit:
Für eingefleischte DDR-Geschichten-Fans vielleicht ganz nett. Ich jedoch habe mich selten bei einem so kurzen Buch so gelangweilt. Leider nicht empfehlenswert.

http://keeweekatbooks.wordpress.com/

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Der Schrei des Löwen
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(13)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

afrika, flüchtlinge, flucht, nigeria, armut

Der Schrei des Löwen

Ortwin Ramadan
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.02.2011
ISBN 9783551310170
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Der nigerianische sechzehnjährige Yoba und sein kleiner Brud Chioke leben auf der Straße und käpmfen jeden Tag ums Überleben. Ihr großes Ziel: Die Flucht nach Europa. Gemeinsam begeben sie sich auf die gefährliche Reise durch Afrika und stoßen dabei an ihre Grenzen.

Meine Meinung:
Eine fiktive Geschichte, die sich mit dem Problem der afrikanischen Flüchtlinge beschäftigt. Jugendgerecht (leider nicht unbedingt etwas für Jugendliteratur liebende junge Erwachsene) beschreibt Ramadan die langwierige und gefahrvolle Reise, die die beiden Jungen durch Afrika, durch die Wüste bis hin zum Meer unternehmen. Immer wieder stoßen sie auf realistische Gefahren und treffen auf interessante Menschen. Yoba selbst wird realitätsnah beschrieben und auch den autistischen Chioke kann Ramadan glaubwürdig darstellen. Ich konnte mich gut in die Problematik hineinversetzen. Die Spannung fiel leider zwischendurch immer wieder ab, sodass das “In einem Rutsch Lesen” schwerfiel.

Zwischendurch wird immer wieder zum zweiten Strang ds Romans gewechselt: Der deutsche Julian macht Urlaub in Sizilien und lernt dort die hübsche Adria kennen. Julian findet das Tagebuch, welches Yoba akribisch genau während der ganzen Reise führt, und beginnt mit Adria gemeinsam die Suche nach den beiden Jungs. Natürlich verlieben sich die beiden dabei. Diesen Strang konnte ich leider nicht wirklich ernst nehmen. Er reist einen aus Yobas Reise hinaus und wirkt durch die Liebesgeschichte der beiden sehr aufgesetzt – als hätte dr Autor unbedingt noch Liebe mit ins Spiel bringen müssen!

Der Schreibstil von Ortwin Ramadan ist einfach und liest sich flüssig. Er versteht es Landschaften detailgetreu vor dem inneren Auge entstehen zu lassen!

Fazit:
Mich hat die Hintergrundgeschichte zum Roman beeindruckt und ich habe die Reise von Yoba und Chioke gern verfolgt. Den zweiten Strang fand ich leider völlig überflüssig und auch die Spannung lies etwas zu wünschen übrig. Für zwischendurch ganz ok, aber nicht empfehlenswert.

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Das Schneemädchen
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(110)

268 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 63 Rezensionen

alaska, märchen, schnee, liebe, wildnis

Das Schneemädchen

Eowyn Ivey , Margarete Längsfeld , Claudia Arlinghaus , Martina Tichy
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Kindler, 01.09.2012
ISBN 9783463406213
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:
Alaska 1920. Mabel und Jack, ein älteres Ehepaar haben sich für das Leben im kalten, wilden Alaska entschieden. Gemeinsam versuchen Sie sich dort in der einsamen Stille ein neues Leben aufzubauen. Einige Jahre zuvor hat Mabel ihr Kind verloren und seitdem ist das Paar kinderlos geblieben, eine Bürde für beide. Als die Melancholie mit ausgebreiteten Armen nach Mabel greift und zwischen den Partnern eine eisige Kluft entstanden ist, packt sie beim ersten Schnee des Jahres auf einmal die Jugend und sie bauen zusammen ein Schneemädchen auf dem Hof. Diese Nach ist die erste, in der sie das kleine Mädchen durch den Wald huschen sehen, die schließlich wie eine Tochter für die beiden wird.

Meine Meinung:
Mit diesem, ihrem ersten, Roman ist Eowyn Ivey ein wahrlich märchenhafter Start gelungen. Die ersten zwei Kapitel haben sich noch etwas mühsam gelesen, dann aber hat mich die Geschichte in seinen Bann gezogen. Ivey besitzt die Gabe den Leser in die verschneite Landschaft Alaskas zu entführen und ihn an jedem kleinen Wunder der Natur teilhaben zu lassen. Im Laufe dieses Buches sind mir so viele Bilder vor meinem geistigen Auge erschienen, wie bei kaum einem anderen Buch.

Der grobe Leitfaden der Geschichte orientiert sich an existierenden Schneemädchen-Märchen, die alle in ihren Einzelheiten und vor allem in ihren Schlüssen sehr unterschiedlich sind. Die Autorin spinnt um diese Hauptidee des Schneemädchens ihre eigenen Fantasien und vernachlässigt in keiner Weise das Märchenhafte.

Die Hauptprotagonisten Mabel und Jack werden einem, nachdem ich persönlich mich erst mal mit dem Alter abfinden musste, schnell lieb und sind so dreidimensional wie in kaum einer anderen Geschichte, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Nur Mabels Melancholie war mir, gerade am Anfang des Buches, ein wenig zu drückend und präsent. Über das Schneemädchen möchte ich nicht zu viel verraten. Sie ist mystisch, märchenhaft und liebenswürdig. Ihr Auftauchen, ihr Verschwinden, ihr Handeln – alles ist stimmig und lässt einen tief in der Geschichte versinken.

Die (fast einzigen) Nebencharaktere der benachbarten Familie Benson passen wundervoll in den Roman hinein, verleihen ihm die notwendige Auflockerung und viel Witz. Diese Familienmitglieder sind der Draht zur Wirklichkeit, der dem Märchen aber keinen Abbruch tut.

Fazit:
Ein sehr empfehlenswertes, märchenhaftes Buch, in dem die Autorin sich mit der Legende des Schneemädchens auseinandersetzt und einen in die Wildnis Alaskas eintauchen lässt. Ich habe das Lesen sehr genossen! Nur für den spannungssuchenden Leser ist es nicht geeignet.

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Same Same But Different
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(19)

32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kambodscha, liebe, angst, prostituierte, prostitution

Same Same But Different

Benjamin Prüfer
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 21.12.2009
ISBN 9783596187607
Genre: Biografie

Rezension:

Inhalt:
Der junge Deutsche Benjamin Prüfer reist nach Asien, um Abenteuer zu erleben und genau das passiert auch. Er verliebt sich in das kambodschanische Mädchen Sreykeo, die einer Prostituierte ist. Er weicht auch dann nicht von ihrer Seite, als sie herausfindet, dass sie HIV positiv ist und beginnt mit ihr gemeinsam den Kampf gegen die Krankheit.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich schlichtweg einfach mitgerissen. Stück für Stück beschreibt Prüfer, wie er nach Kambodscha kam, wie er Sreykeo kennelernte, wie es ihm – zurück in Deutschland – ohne sie erging und wie er immer wieder nach Kambodscha zurückkehrte. Er teil seine Gefühle, seine Gedanken so bildhaft mit dem Leser, dass man meinen muss selbst dabei gewesen zu sein. Er beschreibt alles sehr detailliert, trotzdem wird es nie langweilig. Die Informatonen, die er über HIV in die Geschichte einfließen lässt, lassen den Leser die Situation besser verstehen und die ganze Handlung besser nachvollziehen. Und egal wie gefühlvoll Benjamin Prüfer auch schreibt, er gleitet niemals in den Kitsch ab.

Die spannende Geschichte von Benjamin und Sreykeo hätte nicht besser zu Papier gebracht werden können!

Fazit:
Unbedingt empfehlenswert!

  (5)
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Neva
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(379)

675 Bibliotheken, 3 Leser, 13 Gruppen, 155 Rezensionen

dystopie, neva, liebe, rebellion, protektosphäre

Neva

Sara Grant , Kerstin Winter
Fester Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 10.03.2011
ISBN 9783426283486
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Die sechzehnjährige Neva Adams lebt in Heimatland, dem einzigen Land, dass es gibt. Es wird beschützt durch die Protektosphäre – einer riesigen elektronischen Kuppel, die das ganze Land einschließt und – vom Nichts – abschirmt. Nichts kommt rein und vor allem: Niemand kommt raus. Trotzdem verschwinden immer wieder Menschen und keiner weiß wohin.
Scheinbar stellt die Bevölkerung nichts in Frage und fügt sich in ihr Schicksal. Doch Neva und ihre beste Freundin Sanna gehören zu den wenigen Rebellen.

Meine Meinung:
Sara Grant ist hier, meiner Meinung nach, eine wirklich gute Geschichte gelungen. Die ganze Idee des Romans hat mir sehr gut gefallen, ist nachvollziehbar und interessant. Den ganzen Roman hindurch schafft Grant es, Spannung aufzubauen und zu halten und so habe ich das Buch recht schnell und vor allem sehr gern gelesen.
Die Protagonistin Neva Adams ist eine sehr lebendige Figur. Die sechzehnjährige ist realitätsnah gezeichnet und hat sich nur in einigen wenigen Punkten meiner Glaubwürdigkeit entzogen. Ansonsten ist sie ein sehr interessanter Charakter, den man schnell liebgewinnen und sich in ihn hineinversetzen kann. Die Bindung zu ihrer besten Freundin Sanna hat mich in vielen Stellen an meine eigene zu meiner besten Freundin erinnert. Der Charakter von Sanna hat mich allerdings nicht ganz überzeugen können. Sie ist in meinen Augen zu wankelmütig, zu inkonsequent.
Der Verlauf, während dem Neva nach und nach hinter die Geheimnisse der Regierung kommt bis zu den zwei Höhepunkten im letzten Teil des Romans, hat mir sehr gut gefallen. Man hätte allerdings noch deutlich mehr aus all dem Betrug und den Lügengeschichten herausholen können und sicher wäre es sehr spannend gewesen, zu erfahren, was außerhalb der großen Kuppel so vor sich gegangen ist und wieso eigentlich von außen niemand etwas dagegen getan hat. Da hinkte die Geschichte etwas.

Fazit:
Eine sehr spannende und mitreißende Geschichte, die ich wirklich gern gelesen habe. Man darf nur nicht zu viele Fragen stellen.

  (8)
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Zeiten der Hoffnung
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(30)

50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, frankreich, 1. weltkrieg, berlin, kaiser wilhelm

Zeiten der Hoffnung

Karsten Flohr
Flexibler Einband: 365 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.06.2012
ISBN 9783458358466
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Die Geschichte schildert aus verschiedenen Perspektiven den Vorabend des 1. Weltkrieges in Deutschland und Frankreich. Im Vordergrund steht die gut situierte Familie von Schwemer, insbesondere der älteste Sohn Wilhelm. Es wird erzählt von der Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner französischen Jugendfreundin, von den Kolonien in Togo, vom Aufbegehren junger Frauen und vor allem vom Kriegsgeschehen.

Meine Meinung:
Leider war ich von diesem Roman sehr enttäuscht. Von einem Buch, das den zweiten Weltkrieg aufgreift und eine Liebesbeziehung zwischen einem Deutschen und einer Französin schildert, hatte ich mir sehr viel mehr erhofft.

Die Geschichte zieht sich von Anfang bis knapp vor das Ende sehr langweilig und zäh dahin. Erst gegen Ende wurde es ein bisschen spannend, diesen Teil habe ich auch am schnellsten gelesen. Viele zu viele Fakten versucht der Autor unterzubringen, möchte alles anbringen, was er über diese Zeit weiß – dabei bleibt die Handlung aber ganz schön auf der Strecke. Und andersherum: einige sehr wichtige Themen lässt er weg, überspringt riesige Zeiträume und das wichtige, das traumatisierende Ereignis des Attentats in Sarajewo wird mit 2 Sätzen abgehandelt. Das hat mich sehr enttäuscht.

Auch von der Beziehung zwischen Wilhelm und Adéle hatte ich mir weit mehr erhofft. Sie sollten eigentlich den Roman tragen, finden aber im gesamten Werk kaum zueinander. Zweimal nur sind wir wirklich körperlich (und ich meine nicht sexuell, sondern einfach ihre körperliche Anwesenheit) zusammen. Den Rest des Buches schmachten sie einander von der Ferne an und hoffen sich bald wiederzusehen. Doch darüber kann der Leser fast froh sein, denn die erste Begegnung zwischen den beiden wird derart kitschig und unrealistisch beschrieben, dass ich sie wenig ernst nehmen konnte. Die Dialoge wirken sehr gestelzt, so würde wohl niemand mit seinem Angebeteten sprechen. Teilweise halten sie sich gegenseitig lange Monologe. Das zieht sich teilweise auch bei anderen Personen durch die Geschichte.

Zudem sind mir immer wieder kleine Wortfehler und auch Logikfehler aufgefallen, die an sich ja nicht so dramatisch sind, in der Masse dann aber doch auffallen und anfangen zu nerven.

Zu den Charakteren lässt sich ziemlich knapp sagen, dass der Protagonist Wilhelm recht sympathisch ist, aber auch sehr vorhersehbar handelt und nicht besonders spannend ist. Seine große Liebe Adéle findet nicht allzu viel Beachtung in der Charakterbeschreibung, weshalb sie ebenfalls wenig interessant für den Leser wird. Mutter und Vater von Wilhelm sind mir völlig unsympathisch gewesen und die Brüder von Wilhelm wurden nur so knapp beleuchtet, dass man eigentlich nicht mehr über sie weiß, als dass sie eben Kinder sind.

Einzig Wilhelms Schwester Elisabeth hat mir in der Geschichte wirklich gefallen und so auch ihr Handlungsstrang. Sie ist eine willensstarke Person, die sich für die Emanzipation der Frau einsetzt, an Demonstrationen teilnimmt, Hosenanzüge trägt, etc. Das war für mich interessant zu lesen und die Sympathie zu ihr war schnell entstanden. Auch die Beziehung zwischen ihr und dem Hausmädchen fand ich realistisch und detailgetreu geschildert und habe sie gerne verfolgt.

Fazit:
Diesen Roman kann ich leider nicht empfehlen. Ich bin beim Lesen nur langsam vorangekommen und war zeitweise richtig gefrustet über manche Stellen.

  (8)
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Die Stimmen von Marrakesch. Aufzeichnungen nach einer Reise
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(8)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

läden der suks, orientalische welt, marokko, nobelpreisträger, reiseaufzeichnungen

Die Stimmen von Marrakesch. Aufzeichnungen nach einer Reise

Elias Canetti
Fester Einband: 125 Seiten
Erschienen bei Niemeyer, Hameln, 01.01.1990
ISBN 9783875857474
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:  
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Stimmen in der Nacht
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(91)

171 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 55 Rezensionen

krimi, thriller, maggie, studenten, laura brodie

Stimmen in der Nacht

Laura Brodie , Britta Mümmler
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.06.2012
ISBN 9783423249126
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:
Die 5-jährige Maggie Greene liegt in ihrem Bett und lauscht, wie ihre Mutter draußen vor dem Haus mit Studenten spricht. Sie ist Literaturprofessorin am örtlichen College und kennt die zwei jungen Männer und die junge Frau, die mitten in der Nacht auf ihrem Grundstück auftauchen. Was dann geschieht, sieht Maggie in ihren jungen Jahren mit an und wird sie jahrelang verfolgen. Das Buch beschreibt die Geschichte von Maggie, Emma und der Studentin, die in jener Nacht auf dem Grundstück war.

Meine Meinung:
Laura Brodie startet das Buch mit einem Spannungshöhepunkt, der mich gefesselt hat. Sie überzeugt mit einem soliden Schreibstil und relaitätsnahen Charakteren. Auch Dialoge und Beschreibungen von Landschaften, Gebäuden, etc. lesen sich wirklich gut und bildhaft. Aber mich konnte das Buch leider nicht begeistern. Es ist zwar interessant, aber nach dem spannungsgeladenen Anfang schlichtweg langweilig. Meiner Meinung nach hätte das Buch auch halb so dick sein können. Es wird so viel geschildert und immer wieder werden die Gedanken und Gefühle der drei Frauen beleuchtet, dass es irgendwann zu viel wird.

Fazit:
Die Spannung am Anfang war ein großer Fehler, denn danach gehts bergab und selbst am Ende kommt kein Höhepunkt mehr. Es liest sich ganz nett und ist auch interessant, aber kein Buch, das ich weiterempfehlen würde.

  (7)
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Hourglass
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(199)

438 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 106 Rezensionen

liebe, zeitreisen, zeitreise, vergangenheit, fantasy

Hourglass

Myra McEntire , Inge Wehrmann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 15.05.2012
ISBN 9783442475636
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt:
Die 17-jährige Emerson Cole sieht Menschen aus der Vergangenheit. Wenn sie sie berührt, lösen sie sich einfach in Luft auf. Niemand kann ihr sagen, was mit ihr los ist und schlimmer noch: fast alle halten sie für verrückt. Nur ihre beste Freundin Lily und ihr Bruder Thomas und dessen Frau Dru, bei denen sie seit dem Tod ihrer Eltern lebt, wissen um ihre Fähigkeit und glauben ihr. Immer wieder sucht Thomas Spezialisten auf, die seiner Schwester helfen sollen, bis er eines Tages auf Micheal Weaver von der Organisation Hourglass trifft. Mit Micheals Auftauchen verändert sich Emersons Leben schlagartig. Sie hat eine Aufgabe und schwebt in großer Gefahr.

Meine Meinung:
Die Einschätzung dieses Romans ist mir sehr schwer gefallen. Ganz grob gesagt: Inhaltlich super klasse, an der Umsetzung hätte man eventuell noch etwas feilen können. Anfangs hatte ich geglaubt, dass "Hourglass" der Triologie von Kerstin Gier (Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün) sehr ähnelt und hatte schon Bedenken. Die Ähnlichkeit verfliegt aber sehr schnell und die Geschichte nimmt einen ganz anderen Kurs als die von Gier.
Die ganze Idee der Geschichte von Em und Micheal hat mir sehr gut gefallen. Sie nimmt immer wieder Wendungen, die ich nicht erwartet hatte und bleibt spannend bis zum Schluss. Ich habe das Buch immer sehr ungern zur Seite gelegt. Auch die Charaktere haben überzeugt. Emerson ist eine typische Jugendromanheldin, fällt aber durch viele kleine Eigenheiten und Details auf und hebt sich dadurch ab. Ihre ironische Art mit den Menschen umzuspringen, weil sie niemanden an sich heranlassen möchte, ihre Offenheit Micheal gegenüber, ihre Gedanken und Gefühle - eine sehr sympathische Protagonistin. Micheal, das Gegenstück zu ihr und, meiner Meinung nach, kein typischer Jugendromanheld, besticht durch seinen warmen Charakter und hält mit seiner Undurchschaubarkeit die Spannung. Lily, als beste Freundin, Thomas und Dru und der Frauenheld Kaleb runden das Bild ab. Und auch der Antagonist Jonathan Landers hat mir sehr gut gefallen - eigentlich mit am besten.
Der Schreibstil von Myra McEntire überzeugt mit viel Liebe zum Detail und Jugendlichkeit. Die Dialoge und Gedankengänge sind aus dem Leben gegriffen, die Taten sind schlüssig. Ab und an hätte ich als Lektorin dennoch den Rotstift gezückt, zum Beispiel wenn Micheals Gesicht etwas zu perfekt beschrieben wurde (Prinz, der zu schön war, um sich unter das gemeine Volk zu mischen). Auch fand ich manche Diskussionen zwischen Em und Micheal etwas zu teeniemäßig beschrieben und stolperte hier und da mal über einen stilistisch nicht ganz einwandfreien Absatz. Ich muss diesem Roman aber sehr hoch anrechnen, dass er einer der sehr sehr sehr wenigen ist, bei denen ich an einer Stelle Tränen in den Augen hatte. Bei Büchern passiert mir das wirklich extrem selten, aber hier hatte ich einmal ganz schön zu kämpfen. Sehr emotional geschrieben.

Fazit:
Wer die Triologie von Kerstin Gier mochte, wird an diesem Buch großen Gefallen finden. Spannend und emotional hat mich die fantasievolle Geschichte von Anfang bis zum Ende gepackt und mich über kleine stilistische Fehler großzügig hinwegsehen lassen. Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil der Reihe!

  (7)
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Splitterfasernackt
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(74)

182 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 26 Rezensionen

vergewaltigung, magersucht, prostitution, missbrauch, berlin

Splitterfasernackt

Lilly Lindner
Flexibler Einband: 399 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 07.09.2011
ISBN 9783426226063
Genre: Biografie

Rezension:

Inhalt:
Splitterfasernackt ist autobiografisch. Lilly Lindner berichtet über ihr Leben ab dem Zeitpunkt ihrer Vergewaltigung mit sechs Jahren. Sie beschreibt, wie es ist, erwachsen zu werden, wenn die Eltern nicht sagen können, dass sie geliebt wird. Sie schreibt davon, wie es ist Stimmen im Kopf zu haben. Sie erzählt von ihren zwei besten Freundinnen Ana und Mia, die eigentlich Anorexia nervosa und Bulimia nervosa heißen: Magersucht und Bulimie. Und sie lässt uns teilhaben an ihrem Leben im Rotlicht.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist autobiografisch und deswegen eigentlich schlecht bewertbar. Wie könnte man sich anmaßen die furchtbare Lebensgeschichte eines vergwaltigten Mädchens als nicht spannend genug oder schlecht formuliert zu nennen? Aber darüber muss man sich bei diesem Buch sowieso keine Gedanken machen, denn wenn ich mich gezwungen fühlen würde, es zu bewerten, würde ich sehr gut sagen. Diese Worten passen natürlich nicht wirklich zu der tragischen Geschichte.

Lilly Lindner hat in das Werk, das ihr Leben wiederspiegeln soll, so viele Emotionen und Gedanken einfließen lassen, dass einem beim Lesen fast die Luft wegbleibt. Der Inhalt von Splitterfasernackt ist so schockierend, so furchtbar und leider so wahr, dass einem ganz anders wird. Zu begreifen, wie sehr eine Vergewaltigung das Leben eines Mädchens, schließlich einer Erwachsenen zerstören kann, tut vor allem einer Frau beim Lesen weh. Aber es ist nicht nur der Inhalt. Es ist auch die Art, wie Lilly Lindner all diese Erinnerungen, Gefühle und vor allem all den Schmerz aufgeschrieben hat. So ehrlich, so schockierend. So brutal. Und dabei auch poetisch und zart. Die Worte fließen ihr zu und fließen einem direkt ins Herz. Sie spielt mit den Sätzen und findet für die schrecklichsten Erlebnisse und Schilderungen die richtigen Wortspiele. Es ist kaum zu beschreiben, welche Kraft in ihren Zeilen steckt. Man sollte es selbst lesen.

Fazit:
Schockierend, brutal, tragisch, dramatisch, zart, emotional, traurig, verwirrend, aufwühlend, mitreißend. Dieses Buch gehört meiner Meinung nach in jeden Deutschunterricht. Ich empfehle es jedem. Es enthält eine Wahrheit, die jeder erfahren sollte, über die jeder nachdenken sollte. Mich hat das Buch erschüttert und ich wünschte mir, dass den Grund dafür nicht geben würde. Lasst euch erschüttern und tragt die Botschaft hinaus.

  (7)
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Mondscheintarif
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(203)

310 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, frauen, humor, frauenroman, männer

Mondscheintarif

Ildikó von Kürthy
Fester Einband: 141 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 12.03.2002
ISBN 9783805207379
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Cora Hübsch, eine junge Frau Anfang Drießig, hat so ihr Probleme mit den Männern. Durch ihre schöne und erfolgreiche Freundin Johanna lernt sie eines Abends den attraktiven Dr. Daniel Hofmann kennen und versucht ihn mit allen Techniken für sich zu gewinnen.
Abwechselnd bekommt man Anektdoten aus ihrer Vergangenheit zu hören, und wartet in der Gegenwart mit ihr auf den Anruf ihres Dr. Hofmanns.

Mondscheintarif ist ein wunderbar ehrlicher und erfrischender Roman für Frauen und Männer, die versuchen aus Frauen schlau zu werden. Mit viel Witz und Ironie schreibt Ildikó von Kürthy von der jungen Cora, mit der sich wohl jede Frau identifizieren kann, die sich nicht für ein Supermodel hält. Die seltsamen Gedanken, die einer verliebten Frau so durch den Kopf gehen, die seltsamen Dinge, die eine verliebte Frau so tut – ich habe eigentlich fast alles wiedererkennen können und das macht den Roman so interessant. Er ist aus dem Leben gegriffen und betrachtet die alltäglichen Dramen einer Frau mit viel Humor und Selbstironie.
Der Schreibstil der Autorin liest sich wie in all ihren Romanen wunderbar flüssig. Da das Buch sehrdünn ist, liest es sich wirklich in einem Rutsch durch und eignet sich hervorragend für einen sonnigen Nachmittag auf dem Balkon.
Mondscheintarif eignet sich wunderbar als kurzweilige Sommerlektüre und überzeugt mit Witz und Ehrlichkeit. Besonders für alle Frauen geeignet, die mit sich selbst nicht so zufrieden sind, aber trotzdem die Männerwelt von sich überzeugen wollen.

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Smaragdgrün
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(1.873)

2.922 Bibliotheken, 33 Leser, 20 Gruppen, 280 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, gideon

Smaragdgrün

Kerstin Gier
Fester Einband: 487 Seiten
Erschienen bei Arena, 08.12.2010
ISBN 9783401063485
Genre: Kinder- & Jugendbuch

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Saphirblau
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(2.144)

3.243 Bibliotheken, 35 Leser, 27 Gruppen, 314 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, fantasy

Saphirblau

Kerstin Gier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401063478
Genre: Kinder- & Jugendbuch

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