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Schwarzer Schmetterling
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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

pyrenäen, alptraum, geschlossene anstalt

Schwarzer Schmetterling

Bernard Minier , Thorsten Schmidt
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.05.2013
ISBN 9783426511664
Genre: Krimi/Thiller/Horror

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Schattengesicht
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47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

freundschaft, schatten, geheimnis, wagner, kindheit

Schattengesicht

Antje Wagner
Flexibler Einband
Erschienen bei bloomsbury taschenbuch, 01.04.2012
ISBN 9783833350894
Genre: Kinder- & Jugendbuch

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Öffne deine Seele
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97 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

thriller, hamburg, rother, mord, selbstmord

Öffne deine Seele

Stephan M. Rother
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.03.2013
ISBN 9783499259869
Genre: Krimi & Thriller

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Alles muss versteckt sein
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(131)

306 Bibliotheken, 5 Leser, 4 Gruppen, 60 Rezensionen

zwangsgedanken, mord, thriller, psychiatrie, wiebke lorenz

Alles muss versteckt sein

Wiebke Lorenz
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Blessing, Karl, 03.09.2012
ISBN 9783896674692
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:

Marie hat einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften, ihre kleine Tochter stirbt bei einem Unfall. Doch ihr Geist scheint damit nicht so wirklich zurecht zu kommen, Marie entwickelt Gewaltfantasien, blutige, bestialische Gedanken. Sie schließt sich im Internet einer Gruppe Menschen in einem Forum an, die an den gleichen Symptomen leiden wie sie und dort lernt sie, mehr schlecht als recht, das Leitmotiv „Denke ist nicht tun“. Doch alles gipfelt darin, dass sie eines Morgens neben der blutüberströmten, unsagbar zugerichteten Leiche ihres geliebten Mannes erwacht und sie ob ihrer Gedanken und der Tatsache, dass sie das Messer noch in der Hand hat, sicher ist, dass sie dieses Massaker an ihm verrichtet hat.

Doch kann sie sich an nichts wirklich erinnern, nur an Bruchstücke und dass sie eben ständig Gedanken hat, in denen ihre Fantasien sich überschlagen, sie Menschen angreift, sie verstümmelt, mit Messern attackiert, nicht mehr sie selbst ist… Da ist sie zunächst auch felsenfest davon überzeugt, dass es seine Richtigkeit hat, dass sie in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung eingewiesen wird. Dort sieht sie sich mit weitaus dramatischeren Persönlichkeiten und deren krankhaftem Verhalten konfrontiert und das wiederum weckt in ihr den Funken der Hoffnung, dass sie selbst SO eben nicht sein könne. 

Zwei Menschen versuchen ihr aus diesem ganzen Dilemma zu helfen, Klarheit in das diffuse Dunkel rund um die Mordnacht zu bringen: Ihr Exmann und ihr Therapeut. Doch ist die vordringlichste Frage, ist Marie eine psychopathische Killerin? Oder ist sie unschuldig und nur ein Werkzeug?

Meine Meinung: 

Tödliche Gedankenwelt

Auch hier ist es zunächst das Cover, dass mich schon gleich für das Buch interessiert hat. Ja, ich weiß, der gute alte Leitsatz „Don´t choose a book by it´s cover“ sollte an vorderster Front stehen. Aber wenn man sich DAS Cover mal ansieht, wie bitte soll man da als Thrillerfan nicht gleich leuchtende Augen bekommen?! Diese blutigen Hände, dann dieser unschuldige Kinderreim dazu, perfekt, um mich zumindest gleich Feuer und Flamme werden zu lassen. Und so war es denn auch eine riesige Freude, dass ich bei der Leser-Welt an einer Leserunde zum Buch teilnehmen durfte. Mit Feuereifer habe ich mich an das Buch begeben und wurde nicht enttäuscht.

Die Autorin versteht es meisterhaft, zu schockieren. Der Stil lockt einen an, vermeintlich normale Szenen entpuppen sich als größtes Grauen, so wie die ganze Geschichte schließlich auch im größten Grauen, das man sich denken kann, gipfelt. Und immer wieder kommt dieser niedliche Vers:

 Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein

Diesen Reim, den kennen vielleicht einige auch, gesungen im Lied von Ooomph!, so wie ich und so hatte ich ständig das Lied im Kopf, wann immer der Reim seinen Weg in die Geschichte fand. Das hat mich aber nicht gestört, nein, es hat die wahnsinnig Gänsehaut bringende Story noch zusätzlich unterstützt, mit einer gewissen Atmosphäre versehen, wie ich finde!

Alles in Allem hat mich das Buch wirklich eiskalt erwischt, es hat alles, was ein echter Pageturner braucht: Faszinierende Figuren, einen Hintergrund, den man in der Realität sehr wohl finden kann, eine Portion Blut als Garnitur und sogar eine Prise Humor lässt Wiebke Lorenz hier nicht missen. Also wirklich ein schönes Stück Thriller, das man sich nicht entgehen lassen sollte! 

Fazit:

Erschreckende Story, mit viel Hintergrundwissen wunderbar verpackt, clever konstruiert mit echtem Thrill, dem man sich von vorne bis hinten nicht entziehen kann.

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Der Feenturm
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(45)

126 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

schottland, fantasy, zeitreise, kelten, liebe

Der Feenturm

Aileen P. Roberts
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.08.2012
ISBN 9783442477111
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Dana macht mit ihrer Freundin Marita –zwei total gegensätzliche junge Frauen- Urlaub in Schottland. Einfach mal raus, jenseits der üblichen Pfade. Doch was zunächst so harmlos beginnt, führt Dana in eine Welt, wie sie sich nicht erwartet hätte. In den grünen Hügeln Schottlands, in den Ruinen eines Rochs (Turms) hat sie eine Begegnung mit der Vergangenheit. Und auch wenn sie zunächst daran glaubt, sehr lebhaft zu träumen, erkennt sie alsbald, dass sowohl der kauzige Schotte Scott mit seinem angsteinflößenden Hund, als auch die ihr erscheinende Piktenkriegerin Rionach nicht ihrer Fantasie entspringen, sondern sehr wohl real sind. So real, dass Dana in die Geschichte, die dieses Land einst formte, eintaucht und diese lebt, bis hin zu der Erkenntnis, das Gefühle sehr wohl alle Zeiten überdauern können…

Meine Meinung:

Wenn Träume Wirklichkeit werden…

Ich gestehe, ich habe extrem lange gebraucht, mir eine Überschrift zu überlegen, es gab zig „Arbeitstitel“, aber irgendwie wird keiner dieser unglaublich tollen Geschichte gerecht! Um es gleich vorweg zu nehmen, diese Rezension könnte selbst ein kleiner Roman werden und ich hoffe, ich habe hinterher nicht zu viel Spoiler-Momente drin. Falls doch, schimpft bitte mit mir! Aber ich bitte auch ein wenig um Nachsicht, selten lass ich mich so in eine Geschichte fallen, die ansonsten so gar nicht mein Gebiet ist. Aber hier war für mich schon nach der Kurzbeschreibung klar, das muss und will ich lesen, egal wann, egal wie. Und ich habe mich nicht getäuscht! Danke an Lovelybooks wieder einmal, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte!!!

Der Reiz an dem Buch begann eigentlich schon mit dem Cover. Ich persönlich empfinde es als ein Tor in diese traumhafte Geschichte. Glaubt mir, zwischendurch möchte man die Augen schließen und sich genau wie die junge Frau hinsetzen, den Mond verträumt ansehen und sich wegträumen…. Von daher finde ich schon einmal, dass das Cover hier sehr gut gewählt wurde.

Und dann beginnt die Geschichte, recht harmlos, streckenweise sogar richtig witzig, Situationskomik vom Feinsten. Die beiden Mädels, Dana und Marita, sind so dermaßen unterschiedlich, dass man sich fragt, wie können die zwei bloß auf die Idee kommen, gemeinsam Urlaub machen zu wollen! Und dann auch noch in Schottland, wo ja doch sehr viel urtümliches den Weg kreuzt, man sich das ja auch eigentlich wünscht. Naja, mir ginge es so! Ich würde auch lieber das raue Land, das ursprüngliche kennenlernen wollen, als nur auf Touripfaden zu lustwandeln…

Von daher habe ich mich mit Dana sehr schnell angefreundet. Mit ihrer Art, ihrem Wesen. Erst recht, als die Geschichte ziemlich an Fahrt aufnahm, so viele Eindrücke, nicht immer leicht zu verdauen für Dana, die fantastischen Elemente sie mitrissen, auch hier gern mal eine gewisse Komik an den Tag legten, auch auf mich als Leserin einprasselten. Aber das macht dieses Buch aus. Die fantastischen Elemente, die Reise in der Zeit, das Erleben, das Echte der damaligen Umstände, mit denen die Menschen zurechtkommen mussten, mit Schicksalsschlägen.

Und der Aberglaube. Dieser begegnet Dana ja nun auch sehr stark, da sie als „weise Frau“ in der Vergangenheit ihren Platz in der Gemeinschaft, die in und um diesen Turm herum lebt, finden muss und sehr viel improvisiert, was wiederum nicht mit komischen Momenten geizt.

Und da wären dann aber auch Gefühle, die einem das Herz anrühren. Sei es, wenn es um Mael, die Tochter der Kriegerin Rionach geht, die ja auch der Grund für Danas Reise in die Vergangenheit ist. Oder wenn es darum geht, Ardan in das Leben MIT seiner Tochter zurückzuholen und dann zu spüren, wie sehr dieser Mann leidet, was wiederum zu etwas führt, was Dana sich nie zu träumen gewagt hätte.

Es gibt so viel, was diese Geschichte reich macht, einen streckenweise doch sehr atemlos werden lässt, was man aber in so ein paar Zeilen gar nicht alles erwähnen, andeuten kann. Mir bleibt wirklich nur der eindringliche Rat, lest das Buch selber! Lasst Euch ein auf einen fantastischen, unsagbar spannenden, anrührenden, lustigen, zu Herzen gehenden Trip in die Vergangenheit Schottlands vor 2000 Jahren und genießt es!

Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass ich ansonsten überhaupt kein Fan von historischen Büchern bin, aber hier wird durch das fantastische Element alles so wunderbar verknüpft, dass man sich dem nicht entziehen kann und das historische bildet eigentlich nur einen gewissen Rahmen, an einem Ort, der durch Sagen und Legenden sowieso eher als mythisch, denn historisch zu betrachten ist.

Fazit:

Wie schon gesagt und immer wieder betont, ein Fantasyroman, der Träume Wirklichkeit werden lässt, das Hier und Jetzt mit der Geschichte eines Ortes verknüpft auf so wundersame, fantastische Art, dass man das Buch gar nicht weglegen mag und sich gern so in den Turm setzen möchte, wie auf dem Cover schon verheißen. Ein echtes Highlight der Fantasy-Welt!

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Niemand hört dich schreien
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29 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

thriller, hass, maryburton, niemand hört dich schreien, mary burton

Niemand hört dich schreien

Mary Burton , Karin Will
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Egmont Verlagsgesellschaft, 01.11.2012
ISBN 9783802586552
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:

Frauenmorde – wieder einmal gilt es, einen äußerst brutalen, erbarmungslosen Mörder zu entlarven. Hier haben alle Opfer verblüffende Ähnlichkeit mit einer Person des öffentlichen Interesses, Kendall Shaw, Starmoderatorin auf dem vermeintlich absteigenden Ast, die auf der Suche nach DER großen Story ist, knallhart, unerbittlich, sich selbst die Nächste. Doch Kendall hat ein Geheimnis. So knallhart ist sie gar nicht. Sie plagen Alpträume, die sie nicht einordnen kann. Als sie dann selbst daran glaubt, dass die Opfer in irgendeiner Weise mit ihr in Verbindung stehen, begibt sie sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit und kommt damit dem leitenden Detective Jacob Warwick näher, als sie es sich eigentlich gewünscht hätte. Und auch dem Serienmörder, selbst, als es so aussieht, als sei sie das nächste Opfer, will sie nicht aufgeben.

Meine Meinung:

Viel besser, als erwartet!

Ich gestehe, ich hatte mit einem Romantic-Thriller gerechnet. Mit dem Hintergedanken hatte ich mich auch bei der Leser-Welt um ein Exemplar des Buches im Rahmen der Aktion „Die Leser-Welt liest und lauscht“ bemüht. Und dann hielt ich es in Händen, fing an zu lesen und dachte nur „Wow“. Und so blieb es auch.

Die Geschichte mag nichts außergewöhnliches sein, für einen Thriller, das will ich gar nicht bestreiten. Aber Mary Burton, die mir bis dato unbekannt war, hat wirklich ein tolles Talent, wenn es darum geht, einen zu packen, mitzureißen, mitfiebern zu lassen, denken zu lassen „oh bitte nein“ und dann… Kommt doch wieder alles ganz anders.

Ich möchte auch gar nicht zu viel vorweg nehmen, wer mag kann sich gerne die Leseprobe auf der Verlagsseite zu Gemüte führen und wird schnell merken, wie sehr es einen mitzieht und was das Kopfkino macht. Anspringen wird es, wenn der Leser auf so eine Art Thrill steht! 

Ich war begeistert, habs innerhalb kürzester Zeit ausgelesen und dann erst festgestellt, hey, das ist ja der 2. Teil einer Reihe. Habe ich wirklich beim Lesen nicht bemerkt. Man kann also den ersten Teil vorweg lesen, wenn man nur vollständige Reihen lesen mag, aber es ist für „Niemand hört Dich schreien“ nicht erforderlich, man fremdelt keine Sekunde mit den Figuren, im Gegenteil, man entwickelt sogar Verständnis für Kendall Shaw im Laufe der Zeit und gönnt ihr dann auch mal ein paar Minuten Ruhe und vielleicht auch etwas mehr.

Auf jeden Fall werde ich mir den nächsten Teil nicht entgehen lassen und vielleicht sogar den ersten noch hinterher lesen, mal sehen. Auf jeden Fall hat man als Thriller-Liebhaber hier ein feines Stück Unterhaltung in der Hand.

Fazit:

Auf gar keinen Fall ist „Niemand hört Dich schreien“ ein klassischer Lady-Thriller, dafür ist er streckenweise schon ein wenig zu hart, auch wenn die Liebe ihren Weg auch hier in die Story findet. Aber eben mit einem gesunden Maß, der Thrill überwiegt in einer mitreißenden, packenden Story! Auf jeden Fall eine Empfehlung!

Reihen-Info:

Mein Wille sei Dein Wille
Niemand hört Dich schreien
Das Flüstern der Albträume
So still die Toten

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80 Days - Die Farbe der Lust
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(144)

265 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

erotik, sex, london, liebe, dominik

80 Days - Die Farbe der Lust

Vina Jackson
Fester Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Carl's Books, 01.10.2012
ISBN 9783570585221
Genre: Erotik

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Schattengrund
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(88)

154 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 61 Rezensionen

harz, erbe, thriller, winter, geheimnis

Schattengrund

Elisabeth Herrmann
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 12.11.2012
ISBN 9783570161265
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Nicola, genannt Nico, soll von ihrer Tante ein Haus in einem kleinen Dörfchen mitten im Harz erben, zumindest wird das bei der Testamentseröffnung verkündet. Nicos Eltern sind schockiert, doch Nicos Neugierde wird geweckt, als ihr der Notar einige Gegenstände in die Hand drückt, die sie an bestimmte Orte bringen soll, um so ihrem Erbe näher zu kommen. Nicos Eltern setzen ab dem Zeitpunkt alles in Bewegung, um sie davon abzuhalten, ihr Erbe anzutreten, aber wie Mädchen in dem Alter sind, störrisch und eigensinnig, will Nico die Geheimnisse dieses Erbes ergründen und vor allem, warum ihre Eltern auf Biegen und Brechen nicht wollen, dass sie das Erbe antritt.

Und so macht sie sich auf, heimlich, mit Hilfe ihrer Freundin Valerie, die ihr angeboten hat, ihr ein Alibi zu liefern, auf in den verschneiten Harz und findet sich prompt in einer wie verzaubert wirkenden Welt wieder. Der Schnee hat alles zugedeckt sie verläuft sich und findet sich nach einigen Wirrungen in Gesellschaft eines überaus attraktiven jungen Mannes wieder und mit ihm gemeinsam glaubt sie, sich den Geheimnissen rund um Schattengrund und Siebenlehen, ihre Tante und die merkwürdige Feindseligkeit, die die Dorfbewohner Nico gegenüber an den Tag legen, ja bis zu enthaupteten Krähen im Kamin von Schattengrund führen, stellen und ergründen zu können.

Doch war sie wirklich darauf gefasst, was sich hinter allem verbirgt? Denn als Siebenlehen durch den Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten ist, scheint Nico sich durch ihre Neugierde und Anwesenheit in Lebensgefahr zu bringen. Irgendjemand möchte mit allen Mitteln verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Die Wahrheit über eine Schandtat, die auch das Leben Nicos entscheidend geprägt hat.

Meine Meinung:

So bildgewaltig wie ein Film!

Gleich vorweg, „Schattengrund“ ist für mich eins der Highlights dieses Jahres! Bisher habe ich von Elisabeth Herrmann nur gehört, aber nichts gelesen. Und so war es eine echte Freude für mich, dass mir von Lovelybooks im Rahmen einer Leserunde die Möglichkeit geboten wurde, mich auf dieses Buch einzulassen und mich fesseln zu lassen.

Wieder mal ist es ein Jugendbuch, was ich mir da vorgenommen habe. Und wieder mal muss ich sagen, für ein Jugendbuch war das aber doch schon harter Tobak. Schon nach ganz kurzer Zeit war für mich klar, dass hier eine Autorin mit einer Gabe für eine sehr bildhafte, eindrückliche Sprache am Werk ist. So sehr hat es mich gepackt, das Dörfchen Siebenlehen, verwunschen, irgendwo im Harz, eingeschneit, duster, mit einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft, die Leute von außerhalb misstrauisch beäugen und wahrscheinlich auch gar nicht da haben wollen. Es sei denn, es sind Touristen, die Geld da lassen. So richtig schön klischeebehaftet, aber eben auch sehr eindrucksvoll. Teilweise meint man, die Kälte zu spüren, Atemwölkchen vor dem eigenen Mund stehen zu sehen, Schneekristalle auf der Nase schmilzen zu fühlen. Und eben dieses Unheimliche auch zu spüren, was in dem Haus, was Schattengrund heißt, ganz besonders zur Geltung kommt. Wenn alte Balken knarzen, man Schritte zu hören glaubt, eine Katze sich anschleicht… Die Spannung ist teilweise wirklich greifbar.

Und dann entwickelt sich ein anfangs interessantes Erbschaftsspielchen mit ein paar lustigen Geheimnissen zu einem Drama, ja, wirklich zu einem Thriller. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber ein ganzes Dorf ist scheinbar beteiligt an einer grausamen Geschichte, die ein kleines Mädchen das Leben kostete und die Hauptfigur, Nico, war deren beste Freundin. Schrecklich, was sich alles so peu á peu herauskristallisiert und man kann sich dem Sog der Geschichte wirklich nicht entziehen und wundert sich teilweise, wo die Seiten hin sind, wenn man wieder einen Abschnitt gelesen hat.

Fazit:

Mein Fazit fällt deswegen auch sehr sehr positiv aus, ein Jugendbuch, mit ganz viel Thrill und Grauen, ein wenig Mystik, ein bisschen was fürs Herz aber alles zusammen super verpackt. Und ganz bestimmt nicht nur für Jugendliche gedacht!

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Rot wie das Meer
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(159)

387 Bibliotheken, 7 Leser, 5 Gruppen, 78 Rezensionen

pferde, insel, wasserpferde, liebe, meer

Rot wie das Meer

Maggie Stiefvater , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei script5, 01.11.2012
ISBN 9783839001479
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt:
Es ist November in Thisby, einer kleinen, wilden Insel. Und wie in jedem Jahr, so soll auch dieses Jahr wieder ein Pferderennen alles andere in den Hintergrund drängen. Dieses Rennen ist aber kein gewöhnliches, denn die Reittiere, auf denen dieses gefährliche Rennen am Strand ausgetragen wird, sind selber gefährlich. Man nennt sie „Capaill Uisce“ und sie kommen aus dem Meer. Auf den ersten Blick ähneln sie ihren Verwandten an Land, doch sind sie weitaus größer, kräftiger und sie sind wild. Wild und darauf aus, Blut zu trinken und Fleisch zu fressen. Doch sind sie bei all ihrer Gefährlichkeit auch wunderschön und das macht einen Großteil der Gefahr aus, in die man gerät, wenn man nicht auf der Hut ist und einem Capall Uisce zu nahe kommt. Denn dann könnte es passieren, dass es seine Zähne in das Fleisch senkt und einen tötet…

In diesem Jahr jedoch, da soll noch eine andere Sache die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Puck Conolly, elternloses Mädchen, dass mit seinen beiden Brüdern leidlich versucht, zu überleben, hat es sich in den Kopf gesetzt, mit ihrer Ponystute, einer ganz normalen, gutmütigen Stute, an dem Rennen teilzunehmen. Für sie ist dies die einzige Chance, ihr Elternhaus weiterhin zu halten, denn sie lässt sich auf einen irrwitzigen Handel mit dem größten Stallbesitzer der Insel ein: Das elterliche Gehöft bleibt in ihrem Besitz, wenn sie das Rennen gewinnt. Doch wie soll sie es schaffen. Sie, mit ihrer Stute, gegen die blitzschnellen, unschlagbaren, blutrünstigen „Wasserpferde“? Wie gegen die Meinung der Männer der Insel, eine Frau bringe nur Unglück und dürfe nicht beim Rennen teilnehmen?

Da tritt Sean Kendrick in ihr Leben und damit ist Puck nicht mehr allein. Er selber ist seit Jahren der beste Reiter der Capaill Uisce, er und der Hengst Corr, ein roter, wunderschöner Hengst von bestem Capall-Blut, führen die Rennen immer an. Doch auch in seinem Leben scheint sich eine Wendung zu ergeben. Er will Corr ganz sein Eigen nennen, auch wenn dies bedeuten würde, seinen Job im Gestüt zu verlieren. Sean und Corr verbindet weitaus mehr, wie das Rennen.

Sean unterstützt Puck, gegen alle Widrigkeiten und der Tag des Rennens kommt näher! Doch schon jetzt ist der Strand blutgetränkt und es sind Tote zu beklagen. Wird es Puck gelingen, sich durchzusetzen und ihr Elternhaus zu retten?

Meine Meinung:

Wundervoll!

Ich muss mich wirklich sehr bemühen, mich nicht zu sehr in Lobeshymnen zu verstricken, vor Allem aber, nicht zu viel zu verraten. Dieses Buch ist etwas so Anderes, dass mir bestimmt bald die Superlative ausgehen werden!

Richten wir doch zunächst mal unseren Blick auf dieses traumhaft schöne Cover. Wahnsinn, wirklich, es wirkt schon so auf einen ziemlich hypnotisch, man mag es immerzu ansehen und anfassen. Schön ist auch, dass nicht nur der Schutzumschlag schön ist, sondern der Einband als solches, schneeweiß und in blutroter Schrift der Titel darauf prangt. Also auch „blank“ eine echte Schönheit. Gut, es gibt Bücher, die sind von der Optik her wirkliche Schönheiten, aber der Inhalt… Nun, hier würde ich sagen, ist es ein Volltreffer, Außen und Innen entsprechen einander.

Es war ein Experiment. Ich war neugierig. Maggie Stiefvater hatte ich bisher noch nicht gelesen, auch wenn schon ein Teil der Wolf-Serie im Schrank steht. Und so bin ich, was die Autorin angeht, völlig unvoreingenommen an das Buch ran gegangen. Zum Inhalt hab ich mich auch nicht viel beeinflussen lassen. Hab nur schon vorher von unterschiedlich angesiedelten Lesern (junge, ältere, kritische…) sehr viel Gutes gehört. Und auch immer den Hinweis, dass man sich nicht abschrecken lassen soll, wenn man ansonsten keine Pferdebücher liest. Wie gut, dass ich mir das zu Herzen genommen habe!

So war ich denn ziemlich glücklich, als ich für das Forum von Literaturschock das Buch testlesen durfte. Dafür gebührt den Machern und dem Verlag auf jeden Fall ein dickes Dankeschön!

Ich habe mich reinfallen lassen, in die Geschichte. Und ziemlich schnell wurde ich mitgerissen. Vor meinem Auge ließ die Autorin sehr lebhaft und authentisch diese Insel entstehen. Für mich eine irische Insel, die Geschichte angesiedelt so kurz nach dem 2. Weltkrieg. Ich fühlte die Meerluft, roch die Pferde, den Schweiß der Reiter, das Heu, sah DAS Grün oder auch das sturmgepeitschte Grau…und war einfach überwältigt!

Es ist ein Erlebnis, streckenweise sehr sehr brutal und unerwartet blutig, was einem dann und wann doch Herzklopfen beschert, ein „Oh nein!“ entlockt, die Augen aufreißen lässt, mit offenem Mund weiter lesen lässt und zwischendurch muss man dann einfach mal kurz das Buch beiseite legen, weil es einen wirklich schafft. Aber in positivem Sinn!

Denn bei aller Gewalt, die einem begegnet ist das fantastische Element so schön, das Sanfte der zarten Bande zwischen Puck und Sean so herzerweichend, dass man einfach weiter lesen muss. Und man verliebt sich. In Corr, den roten Hengst, dieses wunderschöne, aber auch gefährliche Wasserpferd, was aber durch ein sehr starkes Band mit Sean verbunden ist und in bestimmten Momenten auch eine weiche Seite zeigt.

Ich denke, man kann merken, wie sehr mich dieses Buch beeindruckt, mitgenommen, mitgerissen hat. Und ich war traurig, als ich es ausgelesen hatte. Wenn es nach mir ginge, wäre es weitergegangen, da sind so viele Fragen, die ich noch habe, die nicht beantwortet wurden. Aber nicht, dass das dem Buch, der Geschichte abträglich wäre, nein, es lässt eher Raum für Spekulationen, sich noch weiter mit der Geschichte zu beschäftigen (ja, es gibt gewisse Ursprünge, die sich in den Capaill Uisce wieder finden!). Auch wenn ich mir wünschen würde, dass es eine Fortsetzung gibt, auch so ist „Rot wie das Meer“ ein echtes Highlight.

Fazit:
Sehr real verfasste Fantasy, die ganz bestimmt nicht ausschließlich für Pferdenarren mit starken Mägen geschaffen wurde, sondern auch ein gefühlvolles, teilweise blutiges Fantasyhighlight für reifere Fantasyliebhaber und sehr zu empfehlen!

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Die Verratenen
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(176)

441 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

dystopie, verrat, zukunft, ursula poznanski, verschwörung

Die Verratenen

Ursula Poznanski
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Loewe, 08.10.2012
ISBN 9783785575468
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Sie sind 6.
6 junge Studenten.
6 hoch begabte Studenten in einer Zeit, in der Menschen in Sphären leben. Unter Glas. In einem System, dass mehr und mehr zu einem Alptraum mutiert.

Menschen werden künstlich gezeugt. Die klassische Familie gilt als unwirksam, als nicht geeignet, Kinder aufzuziehen. Und es gibt die Welt draußen. Außerhalb der Sphären. Dort leben die „Prims“, sogenannte Primitive, die weniger gelten, als man sich vorstellen kann. Und die als Feinde von dem Großteil betrachtet werden und dieses Ansinnen wird gefördert. Durch Horrorgeschichten, die Prims töten die Sphärenbewohner bestialisch.

Doch eines Tages sind 6 der Sphärenbewohner nicht mehr länger privilegiert. Sie gelten als Verräter und sollen ausgeschaltet werden. Doch das wissen sie noch nicht. Nur Ria, sie ist die Nummer 7 der Rangliste und Freundin der Nummer 1. Sie belauscht ein hoch brisantes Gespräch, aus dem hervorgeht, dass die 6 sterben müssen, weil sie die Sphären verraten hätten. Nur weiß Ria nichts davon und sie kann sich nicht vorstellen, dass die anderen, die lediglich als Nummern genannt werden, irgendetwas verräterisches getan haben. Doch was dahinter steckt, das müsste sie rausfinden, ansonsten ist für sie alles zu spät.

Doch wer wird ihr glauben? Alle leben in einer durchstrukturierten Welt, das Essen wird zugeteilt, das Klima wird geregelt, alles ist genau abgestimmt, jeder wird seinen Talenten entsprechend gefördert und ein Mangel wird ausgeglichen. Ja, es werden sogar kosmetische Operationen vorgenommen, um den Perfektionismus eines für die Sphären Arbeitenden auf die sprichwörtliche Spitze zu treiben.

Wer also sollte Ria glauben?

Spätestens, als die 6 sich wirklich in einem Zug in eine andere Sphäre wieder finden, genau wie Ria es aus dem belauschten Gespräch erzählt hat, mitten auf der Strecke gehalten wird und sie sich nach einem blutigen Kampf in der Eiseskälte und auf der Flucht außerhalb der Sphären wieder finden, erst da glauben die anderen Ria.

Nun sind die als Verräter Gebranntmarkten selbst die Verratenen und müssen sich einer Welt „draußen“ stellen, die sie heillos überfordert und die sie das Leben kosten könnte.

Denn die Prims haben sie längst entdeckt...

Meine Meinung:

Klappe – Die Erste

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde bei Lies + Lausch gelesen und genossen. Erwartungen hatte ich viele verschiedene. Immerhin ist es ein Poznanski-Buch! Und ja, sie wurden erfüllt und sogar auch übertroffen.

Die Geschichte ist vielschichtig, hat viele Aspekte, die sich in einer Rezension gar nicht zusammenfassen lassen, ohne dass man zu viel verrät, was man sich selbst „erlesen“ sollte, um das Buch wirklich so ganz zu verstehen.

Es handelt sich um eine Dystopie, das ist ja von vorne herein bekannt. Doch finde ich diese ganzen Visionen, die da verarbeitet wurden, zum Teil wirklich gruselig. Z.B. diese Sphären, ich habe sie vor mir gesehen, es gibt ja so was ähnliches heute schon, Biosphären, in denen Pflanzen und Tier gedeihen, in denen getestet wird, ob man so was auf anderen Planeten nutzen kann, um dort zu siedeln. Also ist das gar nicht so weit hergeholt, dass wir hier auf der Erde irgendwann auch unter riesigen Glaskuppeln mit gesteuertem, optimalem Klima leben. Vor allem, in der Welt im Buch hat es auch eine nicht näher bezeichnete Katastrophe gegeben, die dazu führte, dass die Menschheit oder zumindest ein Teil davon unter den Sphären lebt. Ein anderer Teil, diejenigen, die wahrscheinlich vorher auch schon arm waren, müssen sich in der harten, eiskalten Umwelt draußen durchschlagen. Genauso stell ich mir das vor. Leute, die es sich leisten können, werden mehr oder weniger gerettet und leben in Sicherheit, die andren müssen zusehen… Also auch gar nicht so fiktiv.

Und so geht es weiter, es gibt vieles, wo man heute schon die ersten Vorboten davon erkennen kann. Auf jeden Fall handelt es sich um den Auftakt einer Trilogie, was uns, denen das Buch gefallen hat, auf eine harte Probe stellt. Denn nun heißt es warten, bis wir weiter erfahren, wie es den ehemaligen Sphärenbewohnern –von den Prims „Lieblinge“ genannt!- weiter ergeht. Das Ende des Buches markiert eine Art Aufbruch und beinhaltet schon eine zarte Hoffnung darauf, dass es doch besser werden könnte, für alle.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht lesbar geschrieben, ich konnte der Geschichte vom ersten Moment an folgen, auch wenn ich mich erst einmal in der Zeit orientieren musste, in der das Buch spielt. Es waren viele futuristische Eindrücke, die da auf den Leser einstürzen, die aber so bildhaft beschrieben sind, dass man eigentlich recht flott ein gutes Bild vor Augen hat und dann ist das ganze Buch ein einziger, teilweise recht dramatischer Film fürs Kopfkino.

Fazit:

Literarische Science Fiction fürs Kopfkino vom Feinsten, nicht unbedingt als Dystopie ausschließlich für Jugendliche geeignet, da es doch sehr komplex und vielschichtig ist und von daher auch für uns Erwachsene ein feiner Leckerbissen, den man auch gut zweimal lesen kann, um wahrscheinlich alles wirklich zu erfassen.

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Die Frauen, die er kannte
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(71)

127 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

schweden, stockholm, serienmörder, kriminalpsychologe, krimi

Die Frauen, die er kannte

Hans Rosenfeldt , Michael Hjorth , Ursel Allenstein
Flexibler Einband: 725 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Polaris Verlag, 19.07.2012
ISBN 9783862520206
Genre: Krimi & Thriller

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Blanche - Die Versuchung
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(20)

41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

dämonen, liebe, paris, engel, blanche

Blanche - Die Versuchung

Jane Christo
Buch: 200 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783864431029
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Blanche und Beliar – dieses ungewöhnliche Dreamteam aus Profikillerin mit geheimnisvoller Vergangenheit und dem bei seinem Herrn und Meister Saetan in Ungnade gefallenen Erzdämon- sind wieder da. Und sie werden nicht zur Ruhe kommen, was beide sehr nach dem Beginn ihrer Bekanntschaft doch sehr in Mitleidenschaft nimmt. Es bleibt keine Zeit für Blanche, sich über ihre sehr intensiven und verwirrenden Gefühle, die sie immer wieder überrennen klar zu werden und auch Beliar kann keine Luft holen und mit der neuen Situation leben. Dafür gibt es um sie herum genügend Feinde, die es buchstäblich riechen, dass die beiden angreifbar sind und dies dann auch ausnutzen wollen. Hinzu kommt, dass die beiden nun für den Erzengel Miceal arbeiten, Dämonen für ihn eliminieren und das wird ihnen bei einem ganz bestimmten Fall fast zum Verhängnis, denn dieser Fall ist in Wirklichkeit vielmehr als Falle gedacht.

Doch ist das nicht das Einzige, die dann doch sehr offensichtliche Bedrohung durch Dämonen, die viel Kraft kostet, nein, auch aus Blanches Vergangenheit tauchen so einige Probleme wieder hervor. Unter Anderem ihre ehemals allerbeste Freundin aus Kindertagen, mit deren Hilfe sie mehr oder weniger gut durch die schwere Zeit im Waisenhaus hindurchkam, die sich aber nun ebenfalls als Dämonenjägerin entpuppt und Blanche gegenüber mehr als feindselig auftritt, ihr eine gewisse Stellung streitig machen will und ihr neidet, dass der Erzengel ihr die einzig wirksame Dämonenwaffe anvertraut hat, die noch verblieben ist.

Als Blanche dann nach einem Verbündeten sucht, greift sie auf Enzo, den windigen Mafiaboss von Paris, zurück, in dessen Gesellschaft sich auch das ehemalige Freudenmädchen Nella befindet, die krampfhaft versucht, ihre Straßenmanieren abzulegen und mit ihren Bemühungen für einige recht komische Momente sorgt.

Aber bei aller Komik durch Nella, da taucht denn auch noch Marcel auf, Blanches Exfreund, der sich an ihre Fersen heftet und sie wieder für sich gewinnen will, was Beliar auch nicht gerade ruhig bleiben lässt.

Und zu guter Letzt ist dann auch noch Zoey recht lebendig und spielt unserem Traumpaar mächtig übel mit.

Aber, was genau und welche Verwicklungen und nervenzerreibenden Szenen einen erwarten, das werde ich garantiert nicht verraten. Immerhin ist das ja jetzt „erst“ der zweite Teil und der dritte will auch noch erlesen werden von uns. Eine Person aus Blanches Vergangenheit will auch noch in den Vordergrund, kann ich mir vorstellen und diese Figur ist nicht ganz unwesentlich…

Meine Meinung:

Das Dream-Team

Das war er nun, der zweite Teil rund um die Profikillerin Blanche und „ihren“ Dämon, Beliar. Die Gefühlswelt der beiden ist mit das aufregendste, was man sich nur vorstellen kann. Sie will seines Gleichen in einer Tour auf nimmer wieder sehen verschwinden lassen und er … er ist ein Erzdämon eigentlich, nur hat er sich jetzt mit den Engeln verschworen, arbeitet gar für den Erzengel Miceal… Schon unfassbar, dass ein so höllisches Wesen sich der guten Seite zuwendet. Aber wenn man seine Geschichte so in Auszügen mitbekommt, schon eher verständlich.

Und auch Blanche ist eigentlich von ihren Wurzeln her etwas ganz anderes, als was sie bisher dachte und zu der Verliebtheit und der körperlichen Anziehung zwischen ihr und Beliar kommt dann auch noch diese Fragen, die sie quälen, wer bin ich, woher komme ich und was zum Geier passiert da gerade mit mir. Arme Blanche… Diese innere Zerrissenheit, diese ganzen Fragen treiben sie schier in den Wahnsinn und da ist es verständlich, dass sie ein kleines Stückchen von der Unbeschwertheit eingebüßt hat, dass sie gereifter wirkt, nicht mehr ganz so zynisch, wie noch zu Beginn ihrer literarischen Laufbahn. Aber sie ist unverkennbar Blanche und dafür bin ich dankbar!

Für den Humor bei allem sorgt diesmal jemand anderes weitaus mehr. Nella. Bordsteinschwalbe, die eigentlich mit allen –erotischen- Wassern gewaschen ist, aber vom Leben und Benehmen keinen blassen Schimmer hat und nun in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten lernt, sich in besseren Kreisen zu bewegen, um ihrem geliebten Enzo noch mehr Freude zu machen. Es ist brüllkomisch, wenn sie anstatt Fäkalsprache das Wörtchen „plüsch“ benutzt. Eine wirklich grandiose Idee!

Aber man bekommt auch Angst, wenn man die teilweise sehr eindrücklich beschriebenen, manchmal ausweglosen Situationen so liest und im Kopf erlebt. Angst um Blanche, Angst um Beliar, um das, was da zwischen den beiden so wundervoll wächst. Wie gut, dass die Hoffnung bleibt, dass doch alles gut wird.

Wie auch schon beim ersten Teil muss ich sagen, man guckt das Buch an und denkt, oh, so dünn und dann liest man und verliert sich und stellt fest, wie wahnsinnig viel auf diesen Seiten steht, wie viel da drin steckt und dann ist das mit dem dünn ganz schnell vergessen, man verliebt sich in die beiden Hauptfiguren und beneidet Blanche auch manchmal ein wenig um ihren Dämon Beliar. Ich würd ihn zu gern mal live und in Farbe sehen, wenn ich ehrlich bin.

In jedem Fall werde ich auch beim 3. Teil wieder dabei sein, das ist klar und ich freue mich auch jetzt schon auf das Wiedersehen mit Blanche und ihren Dämon und bete, dass die liebe Jane ihnen noch ein bisschen mehr Liebesglück gönnt.

Fazit:

Der 2. Band hats nicht immer leicht, aber hier hat es funktioniert. Ein schönes Stück Fantasy, in das man sich getrost fallen lassen kann, um dem Alltag zu entfliehen und an der Seite von Blanche und Beliar zu kämpfen, für eine Welt ohne das offensichtlich Böse und mit ganz viel Liebe wenn möglich.

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White Horse
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(92)

213 Bibliotheken, 4 Leser, 9 Gruppen, 66 Rezensionen

seuche, dystopie, endzeit, white horse, liebe

White Horse

Alex Adams , Birgit Reß-Bohusch
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.09.2012
ISBN 9783492702522
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt:
Alles beginnt mit einem Gefäß, was urplötzlich in Zoes Wohnzimmer auftaucht. Doch damit scheint der Untergang der Menschheit besiegelt und Zoe glaubt lange, sie wäre schuld. Denn eine unheilbare, unaufhaltsame Seuche befällt die Menschheit, tötet, lässt Menschen zu Monstern werden, Zombies gleich durch die Straßen wandeln, zu fantastischen Kreaturen mit ekelhaften Fressgewohnheiten werden. Und andere, andere überleben, versuchen sich ihren Platz auf der Welt wieder zu erobern. Denn die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr, es herrscht Anarchie und die Schuldigen verstecken sich zunächst. Doch Zoe macht sich auf, trägt sie doch ein Kind unter dem Herzen, das leben soll, das in eine bessere Welt geboren werden soll und das vor allen Dingen mit beiden Eltern aufwachsen soll. Doch dazu muss Zoe Nick wieder finden. Nick, der sich aufgemacht hat, seine Eltern zu finden, weil er glaubt, ebenfalls krank zu sein und sterben zu müssen. Doch Zoe will das nicht wahr haben. Sie schlägt sich durch, kämpft, brutal, ohne Rücksicht, doch trotzdem mit einem guten Herzen für Schwächere, unbarmherzig aber zu jenen, die sie ebenfalls nur töten wollen.

Ob sie Nick finden wird, das weiß niemand. Auch nicht, ob das Schiff, dass sie erreichen will, sie der Erlösung näher bringt, dem Ziel, mit Nick neu anzufangen, eine neue, bessere Zukunft zu schaffen, für sich und ihr ungeborenes Kind.

Meine Meinung:

Beware of the White Horse!

Keine Angst, ich verfalle jetzt nicht ins Englische, aber ich finde, diese Überschrift warnt so richtig gut. Denn eine als Warnung kann man das ganze Buch verstehen. Passt ja auch alle gerade supergut, das Jahr 2012, das Ende ist nah, Halloween steht vor der Tür, die Zombies feiern ein Revival… Ja, da passt das Buch wirklich gut. Und was noch gut ist: Es ist auch noch gut geschrieben! Kein Trash, kein billiger Abklatsch von irgendwas. Aber sehr brutal und streckenweise sehr eklig, das muss ich sagen. Aber mir hat es wirklich supergut gefallen, ich werde auch die kommenden Teile lesen, soll ja eine Trilogie werden. Nehm ich gern!

Die Realitätsnähe ist auch bei allem Monstertum und aller Fiktion gegeben. Denn seien wir mal ehrlich, was die Pharmakonzerne da so in ihren Laboren brutscheln und köcheln, das kann doch kein normal Sterblicher mehr nachvollziehen. Und wer weiß schon, woher all die mutierten Seuchen, die es auch jetzt schon gibt, wirklich kommen. Ob alles wirklich so spontan passierte? Glaubt das wirklich noch einer? Ich nicht. Und deswegen hat mich das Buch wahrscheinlich auch erreicht und mitgenommen in dieses „The-Day-After“-Szenario. Eine sehr bildhafte Sprache tut ihr Übriges und reißt den Leser wirklich mit.

Die zarte Liebesgeschichte, die da um Zoe und Nick gesponnen wird, steht nicht zu sehr im Vordergrund, aber man freut sich trotzdem, wenn die zwei sich begegnen und kriegt regelrechte Anfälle, wenn sie wieder mal eine Begegnung ungenutzt verstreichen lassen, obwohl beide dasselbe wollen.

So darf man gespannt sein, wie es im 2. Teil weiter geht, denn das Ende, das verspricht eine Menge und nicht zu vergessen, das ungeborene Kind ist ja auch noch da und sollte dann ja wohl geboren werden.

Fazit:
Dystopie für Erwachsene, so würde ich „White Horse“ mal benennen. Für Jugendliche ist es mir streckenweise zu grausam, zu drastisch. Aber für Fans einer guten Mischung aus Fantasy, Science Fiction und einer guten Prise Horror ist das schon was, denk ich. Und ich würde mich eigentlich freuen, wenn es davon mal einen Film gibt. Mich interessiert nämlich brennend, ob mein Kopfkino gut funktioniert hat!

Mein Dank geht an Lovelybooks, dass ich im Rahmen einer tollen Leserunde das Buch lesen durfte!

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Vergeltung
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(27)

48 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 15 Rezensionen

dänemark, mord, entführung, rebekka, pfarrer

Vergeltung

Julie Hastrup , Hanne Hammer
Flexibler Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.01.2012
ISBN 9783492272681
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:  
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Im Visier des Todes
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(45)

83 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

fotograf, mord, schwester, model, paris

Im Visier des Todes

Olga A. Krouk
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Lyx, 01.09.2012
ISBN 9783802586408
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:

Celine, ein aufgehender Stern am Modelhimmel, wird brutal ermordet und ihre Schwester Leah, sieht sich urplötzlich mit dem Leben ihrer Schwester konfrontiert, wie sie es nicht erwartet hätte. Nichts scheint mehr, wie es war und ganz besonders die bisher gültigen Tatsachen scheinen völlig verkehrt. Dieser Umstand und noch einige andere Merkwürdigkeiten bringen Leah dazu, sich an auf die Suche zu machen. Auf die Suche nach der echten Wahrheit, die hinter immer wirreren Geschichten und äußerst merkwürdigem Verhalten so mancher Figuren aus Celines Leben zu stecken scheint. Doch dabei gerät sie selbst in große Gefahr. Und es ist fraglich, wer diese Gefahr für sie im Endeffekt ausmacht. Ist es Kay, der äußerst attraktive Fotograf, der sich mehr als verdächtig macht und auch eine ganz spezielle Beziehung zu ihrer Schwester gehabt haben muss. Oder ist es doch eher Poul, der Freund aus Kindertagen, der sich sehr seltsam benimmt. Diese und andere Fragen türmen sich vor Leah auf und ihr bleibt nichts anderes übrig, als die Trauer über den Verlust ihrer Schwester beiseite zu schieben und auf eigene Faust zu ermitteln.

Meine Meinung:

Poesie im Thrillerreich

Zunächst fiel es mir schwer, die Geschichte zu spüren, den Thrill zu erleben. Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen, mit Autorenbegleitung, was immer etwas ganz Besonderes ist. So kann man Fragen, die auftauchen, gleich stellen und bekommt auch recht oft eine entsprechend befriedigende Antwort. Dafür sei Olga sehr gedankt!

Hier in dem vorliegenden Fall war es so, dass ich einfach nur Geduld brauchte, bis auch mich die Geschichte packte, der Kern mich erreichte und mich Gänsehaut und Co. besuchten. Es ist nun mal kein Hauruck-Thriller. Sondern eher eine Geschichte, die durch die Hintertür kommt, wirklich poetisch geschrieben, eine ganz eigene Sprache, die, hat man sich einmal drauf eingelassen, einen mitnimmt, fortträgt und so schnell nicht loslässt.

Dann erst erschließt sich einem die gesamte Tragweite, erwischen einen eisekalt bestimmte Aha-Effekte, und zwar mit Macht!

Dadurch, dass es so ein besonderes Leseerlebnis war, ist es auch nicht mit anderen zu vergleichen, ich wüsste jetzt nicht, was ich sagen wollte, wenn mich jemand fragt, ob es ähnliche Bücher gibt. Nein, bisher hab ich noch keins in der Art gelesen, das mag daran liegen, dass es eben die ureigenste Art der Autorin ist. Hat man ja viel zu selten, dass Autoren wirklich noch so ganz was eigenes haben, dass sie aus der Masse herausstechen.

Hier ist es aber dennoch der Fall. Deswegen kann ich nur sagen, falls jemand wissen möchte, ob das Buch was für ihn ist, einfach nehmen und er-lesen, die Welt, in die uns Olga A. Krouk da mitnimmt, ist etwas ganz besonderes und ich bin froh, dass ich dabei geblieben bin und nicht aufgegeben habe!

Da es ja nun auch schon einen zweiten Teil gibt (Im Netz des Verbrechens), werde ich mich ohne mit der Wimper zu zucken auch daran versuchen!

Fazit:

Das Fazit zu ziehen, fällt mir schon schwer, ich möchte niemanden auf eine falsche Fährte locken… „Im Visier des Todes“ ist ein sehr poetisch verfasster Thriller, mit sehr düsteren Tiefen, schmerzenden Erkenntnissen und einem Hauch Drama, gewürzt mit einer Spur knisternder Romantik und damit ziemlich außergewöhnlich, aber deswegen auch sehr besonders und empfehlenswert!

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Herzen aus Stein
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(34)

77 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

gargoyle, engel, dämonen, liebe, hexen

Herzen aus Stein

Inka Loreen Minden
Buch: 400 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.09.2012
ISBN 9783864430756
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt:
Noir muss sich versteckt halten, denn sie ist eine Hexe, die in Familientradition etwas bewahrt, hinter dem die Dämonen her sind und niemand darf wissen, dass sie überhaupt noch lebt. Dämonen hatten ihre Familie zerstört, ihren Bruder entführt und in die Unterwelt mitgenommen, als sie noch ein Kind war. Doch nun ist sie eine junge Frau, bildhübsch und kämpferisch, ausgestattet mit einem Wissen um Zauberei, das ihr schon oft geholfen hat, das Böse zu beseitigen.

Sie ahnt nicht, dass seit 10 Jahren nunmehr ein Beschützer stets an ihrer Seite ist, der sie nicht ein Sekunde aus den Augen lässt. Sie hört nur Gedanken von jemandem, der sich nach ihr sehnt, sie berühren will, sie lieben will und sich doch nie zeigt.

Dieser jemand ist Vincent, ein Gargoyle, besser gesagt ein einmaliger Mischling, der aus der Liebe eines Gargoyles zu einer Frau entstanden ist und nun die Hexe Noir beschützt, da sie etwas bewacht, was in den falschen Händen die Herrschaft des Bösen bedeuten würde. Doch darf sie dieses nicht erfahren, ihn nicht sehen, denn er selbst empfindet sich als abstoßend, selbst in seiner menschlichen Gestalt, die er sehr wohl annehmen kann.

Eines Tages reist Noir in eine Gegend, wo sie glaubt, die Spur ihres Bruders aufnehmen zu können und die Mörder ihrer Eltern ebenso stellen zu können. Doch es handelt sich um eine Falle und so steht Vincent ihr abermals zur Seite, doch diesmal entdeckt Noir ihn und plötzlich erkennt sie auch, wessen Gedanken sie begleiten, wer sie so sehr begehrt, dass auch ihre Sehnsüchte wachsen und sie fast zu übermannen drohen.

Auch wenn es nicht sein darf, Noir und Vincent zieht es zueinander hin, als wären ihre Körper Magneten, die unaufhörlich aufeinander zu fliegen. Bei aller Gefahr, die durch einen Fluch von Vincent ausgeht, die Lust, die die beiden verbindet, scheint alles zu überwinden und da ist noch so viel mehr…

Die Geschichte rund um Noir ist eng verknüpft mit der um Ash und Kara, einen Dämon und einen Engel, die ebenfalls nicht voneinander lassen können und auch dort knistert es und ist die erotische Spannung fast unerträglich zwischen den unschuldigen Buchdeckeln. Die beiden umgibt ebenfalls die Aura der Geheimnisse, die sich allerdings Stück für Stück entblättern, genau, wie die einzelnen Protagonisten.

Doch wie man erkennen kann, ist dies nur ein erster Teil einer Reihe und so wird noch lange nicht alles entschlüsselt, noch lange nicht alle Geheimnisse offenbart und Verbindungen verraten. So darf man sich freuen und gespannt sein, wenn es denn hoffentlich bald weitergeht!

Meine Meinung:

Erotik, die jedes Herz erweicht, auch die aus Stein!

Dies ist wieder mal ein Buch wo ich buchstäblich von vorne anfange, beim Cover. Man sollte nicht davon ausgehen, dass so ein tolles Cover –was eindeutig für Frauenlektüre spricht zwinker- auch für eine tolle Geschichte bürgt. Umso schöner, wenn es denn so ist. Hier kann man netter Weise gleich die Verbindung ziehen, Gargoyle und der hübsche Kerl nebeneinander, das ist eine der Hauptfiguren und frau versteht gleich, wieso Noir sich dem Gargoyle nicht entziehen kann und ihn in einer Tour anfassen mag. Toll gewählt, das Bild!

Die fantastische Seite der Story ist wunderbar, alles kommt zum Zuge, die Engel, die Dämonen, Hexen, Magier, Gargoyles…einfach ein wunderbar breit gefächertes Spektrum an Figuren, was bestimmt in den Folgebänden noch weitaus mehr zum Tragen kommt, davon bin ich überzeugt.

Und die Charaktere der Figuren sind so mannigfaltig und nicht eingleisig geschaffen, das offensichtlich Böse hat auch manchmal eine andere Seite, die man als Leser erleben darf und somit seine Meinung über einige Figuren denn revidieren muss.

Neben Erotik, Spannung und Fantasy kommt aber auch der auflockernde, frische Humor nicht zu kurz, den man einfach hier auch sehr gut zur Abkühlung nach besonders heißen Szenen –die es unbestritten gibt!- einsetzen kann.

Mich hat die Autorin vollends begeistert, ich habe die 400 Seiten sehr genossen und mich darüber gefreut, wie die Geschichte ihren Gang nahm und nun hoffe ich, dass es nicht allzu lange dauert, bis die Fortsetzung erscheint.

Fazit:
Erwachsenenfantasy mit einer gehörigen Portion Erotik, die Spaß macht und auf die man sich vollends einlassen kann!

Danke an die Leser-Welt, dass ich das Buch für Euch lesen durfte!!!

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Wassermanns Zorn
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(138)

233 Bibliotheken, 7 Leser, 6 Gruppen, 72 Rezensionen

thriller, wassermann, mord, ertrinken, rache

Wassermanns Zorn

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 14.08.2012
ISBN 9783805250375
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:
Manuela Sperling, jung, dynamisch und ganz neu bei der Polizei, bekommt es gleich zu Beginn mit einem brisanten Fall zu tun. Eine Prostituierte wird ermordet aufgefunden, an einem See, augenscheinlich bewusst so drapiert, im Wasser, zwischen Wurzeln verfangen und mit einer in ihre Haut geritzten Botschaft, die an jemand ganz speziellen gerichtet ist.

Und dieser Jemand entpuppt sich als ihr Chef, ein mürrischer, unfreundlicher Typ namens Stiffler, der mehr zu verbergen hat, als man zunächst ahnen kann. Doch gibt er Manuela nicht mal den Hauch einer Chance, hinter seine knallharte Fassade zu schauen. Wäre da nicht ein Kollege, der sich um Manuela kümmert und sie unterstützt, Manuela würde gleich alles hinschmeißen, denn aus welchen Gründen auch immer, der Rest der „Truppe“, die zur Sonderkommission zur Ergreifung des mittlerweile auf „Wassermann“ getauften Täters gehören, scheinen alle geschlossen hinter Stiffler und seinen merkwürdigen Ansichten und Methoden zu stehen.

Doch dann gibt es eine zweite Tote, die genau wie die erste eine nicht von der Hand zu weisende Verbindung zu Stiffler aufweist und nun heißt es, graben für Manuela. Und plötzlich hat sie nicht nur einen Freund an ihrer Seite, sondern auch einen, mit dem man nicht rechnet, einen Taxifahrer, der eine schreckliche Krankheit mit sich herumträgt, die man seinem ärgsten Feind nicht wünscht. Und dieser arme Tor entpuppt sich als Held wider Willen, in diesem wirklich nassen Kampf ums Überleben und den Tod im nassen Grab.

Doch, lässt der mysteriöse Wassermann sich wirklich von einer noch unerfahrenen Polizeipraktikantin und einem kranken Taxifahrer bremsen? Die Chancen stehen nicht sehr gut und die Spannung ist fast schmerzhaft, als der Wassermann sich seine nächsten Opfer für einen Tanz in seinem vertrauten Element, dem Wasser, aussucht…

Meine Meinung:

Lass Dich ein, auf den Tanz mit dem Wassermann…

Mir ist Andreas Winkelmann nicht erst seit „Bleicher Tod“ ein Begriff und so war es auch von vorneherein klar, dass ich mir dem „Wassermann“ zuwende, sobald sich eine Möglichkeit ergibt.

Glücklich war ich, als ich ein signiertes Exemplar gewinnen konnte und denn auch gleich in einer schönen Leserunde mich in die wahrlich erstklassig ersonnene Geschichte stürzen konnte.

Man wird gleich mit einem Mord konfrontiert, der an die Nieren geht und genauso knallhart werden gleich zu Beginn die Sympathien verteilt. Manuela ist eine liebenswerte Person, frisch, neugierig, bestrebt, aber auch freundlich, menschlich, man kann sie direkt vor sich stehen sehen, voller Tatendrang, verunsichert, da sie noch neu ist. Und dann ist da Stiffler, ein Ekelpaket vor dem Herren, wo man sich fragt, wieso er noch nicht längst bestraft wurde, für sein Verhalten, seine Methoden, seine Machenschaften generell. Nein, ich kann von vorne bis hinten nichts nettes an dem Mann entdecken. Und so erstaunt es denn auch nicht, dass er sein Fett im übertragenen Sinn denn auch wegbekommt, auch wenn es meiner Meinung nach auch noch viel härter hätte sein können. Ein Menschenleben scheint ihm nämlich auch nicht allzu viel zu bedeuten.

Und dann wäre da Frank, ein Taxifahrer, der eigentlich sehr zufällig in die ganze Geschichte hineingezogen wird und nur, weil ihm ein nächtlicher Fahrgast nicht aus dem Kopf will und da im Schnelldurchlauf eine Verbindung entstanden ist, wie er sie ganz besonders zu schätzen weiß, bei seiner Problematik. Und er ist dann auch der zweite, große Sympathieträger in der Geschichte, den man ins Herz schließt, den man beschützen möchte und sich wünscht, dass er seine Sternstunde doch noch bekäme.

Und dann ist da der Wassermann. Man fragt sich, was genau in seiner Kindheit, in seinem weiteren Lebenslauf so gründlich schief gelaufen ist, dass er so meint, sich rächen zu müssen, Vergeltung zu üben, an Menschen, die nur leider zur falschen Zeit am falschen Ort die falsche Bekanntschaft gemacht haben. Mehr verrate ich jetzt mal besser nicht, sonst geht alles von der schönen Spannung und vom Grusel verloren!

Fazit:
Fans von Andreas Winkelmann und solche, die es noch werden wollen: Ihr müsst dieses Buch einfach lesen und Euch auf ein Tänzchen mit dem Wassermann einlassen. Denn wenn Ihr das nicht tut, entgeht Euch ein gar köstliches Thriller-Menue, was alles zu bieten hat, ohne platt oder billig ersonnen zu sein. Also ein bisschen Köpfchen müsst Ihr mitbringen und die Lust auf das Ergründen von Untiefen und damit sind nicht nur die Untiefen in stehenden Gewässern gemeint, sondern auch die Untiefen der menschlichen Seele.

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Spiel des Lebens
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(94)

212 Bibliotheken, 3 Leser, 6 Gruppen, 63 Rezensionen

london, spiel, spiel des lebens, thriller, entführung

Spiel des Lebens

Veit Etzold
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Egmont Ink, 13.09.2012
ISBN 9783863960483
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Endlich frei! Das ist einer der beherrschenden Gedanken, die Emily bei Eintritt ins King´s College in London hat. Sie freut sich einfach, dem überaus behüteten Zuhause ihrer Eltern entfliehen zu können, sie freut sich auf ein ungezwungenes Studentinnenleben, mit ihren Freunden, ohne ständig unter Beobachtung zu stehen und sich anhören zu müssen, was gefährlich ist und was sie sein lassen solle. Und so zieht sie frohgemut ins Studentenwohnheim ein und ist noch guter Dinge. Bis sie eine kryptische Nachricht erreicht. Von wem, das ist nicht erkennbar, aber sie macht Emily wahnsinnige Angst und das nicht ohne Grund.

Willkommen im Spiel des Lebens!

Doch scheint dieses Spiel, um das Emily nicht gebeten hat, nicht unbedingt darum zu gehen, dass sie Spaß hat. Vielmehr geht es darum, ihr Leben zu zerstören, sie in gefährliche Situationen zu katapultieren, ihre Freunde werden ebenfalls mit hineingezogen und es wird gar ein Menschenleben geopfert. Für Emily beginnt ein wahnwitziger Kampf um das, was ihr Leben ausmacht. Sie ist gezwungen, dieses Spiel mitzuspielen, will sie nicht das Leben ihrer Eltern, ihrer Freunde, ja sogar ihres Haustiers, gefährden. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt und sie muss Rätsel lösen, will sie das Schlimmste vermeiden.

Doch bei Allem, was sie tut, stellt sich ihr auch die Frage, wem kann sie noch trauen? Wer spricht die Wahrheit und wer lügt? Und warum das alles? Was verheimlichen ihre Eltern?

Meine Meinung:

The Saw für Jugendliche: Komm, wir spielen ein Spiel…

Ich sags immer wieder, Thriller für junge Leser sind vielleicht nicht ganz so blutig, aber was die Perfidität angeht, mit der die Bösen in diesen Geschichten ausgestattet werden, stehen sie den für Erwachsene in nichts nach! Im Gegenteil. Mich schocken so Geschichten, die so heftig auf die Psyche gehen, eigentlich noch viel mehr. Und sie hallen auch mehr nach.

So gab es auch in „Spiel des Lebens“ einige Stellen, wo ich nach Luft geschnappt habe, wo ich dachte, nein, bitte nicht, lass das jetzt nicht passieren. Und dann…aber das müsst Ihr alles selbst Euch erlesen und dann Eure eigene Meinung bilden. Ich greife nicht vor, das wäre fatal und würde wohl auch das Leseerlebnis beträchtlich schmälern.

Also, schnallt Euch gut an, lasst Euch mitreißen vom Erzählstrom, vom Strudel der Ereignisse, von der Angst des Verlustes, der Angst vor dem nächsten Schritt. Und den Zweifeln an den Menschen, die doch so wichtig sind, die Emily so viel bedeuten. Doch wer sie nun so manipuliert und benutzt oder wer da die Strippen im Endeffekt in der Hand hat, dass sollt ihr mal schön selbst erraten, bzw. dann am Schluss erfahren. Es ist nämlich netter Weise so, dass man eben ganz schnell Verdächtige hat, aber da macht uns der Autor eine lange Nase, denn nichts muss immer so sein, wie es zunächst scheint.

Fazit:
Eine Geschichte mit immenser Sogwirkung rund um eine bis dato scheinbar wohlbehütete junge Frau, die sich auf das Studium und die Freiheit des Studentenleben freut und sich unversehens in ein krankes Spiel um Leben und Tod verstrickt wieder findet, aus dem es kein Entrinnen gibt, außer sie stellt sich dem und ist schneller, als derjenige, der die Fäden in der Hand hält. Echter Thrillerspaß, nicht geeignet für sensible junge Leser und auch nicht für ebensolche Erwachsene!

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Hypnose
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(93)

164 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

hypnose, thriller, mord, sina beerwald, deutschland

Hypnose

Sina Beerwald
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.08.2012
ISBN 9783453436367
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:
Die Journalistin Inka Mayer hat einen schweren, persönlichen Schicksalsschlag zu verkraften, ihr Sohn kam tot zur Welt. Doch nun, Monate nach dem schrecklichen Ereignis, möchte sie doch wieder ins Leben zurückfinden, sie ist der Meinung, es wäre an der Zeit, sich wieder ihren Freunden zuzuwenden. Und deswegen hat sie auch nichts gegen eine völlig ungezwungene Party, mit den Leuten, mit denen sie vor dem Tag X eine wirklich tolle Freundschaft verband und die auch nur immer für sie da sein wollten.

Doch nach der Party geschieht etwas Furchtbares. Annabell, eigentlich Inkas beste Freundin, soll ihren Verlobten umgebracht haben. Inkas Mann ist Polizist und bangt nun darum, dass man ihm den Fall wegen Befangenheit wegnimmt. Inka wird stutzig, weil mit diesem sehr mysteriösen Fall wie durch das Umlegen eines Schalters mit einem Mal lauter Merkwürdigkeiten in ihrem Leben sich Raum schaffen. Und alles scheint mit dem Thema Hypnose zusammen zu hängen. Denn nicht nur Inka versucht seit einiger Zeit bei einem bestimmten Hypnotiseur sich durch die Sitzungen Hilfe zu holen, nein, auch Annabell und just dieser Arzt ist der Mann von Annabells Schwester.

Inkas Welt scheint Stück für Stück auseinander zu brechen und ihr Mann unterstellt ihr, dass sie durch die Hypnose nicht gesundet, sondern eher langsam aber sicher den Verstand verliert.

Einzig der Partner ihres Mannes steht ihr zur Seite und so finden die beiden mit jedem Mosaiksteinchen ein wenig mehr zu der ungeheuerlichen Wahrheit.

Doch ist die Wahrheit nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch zur tödlichen Gefahr werden.

Meine Meinung:

Hypnotisch gut!
Wie fang ich jetzt eine Rezension an, ohne gleich mit Superlativen und Lobeshymnen nur so um mich zu schmeißen? Geht das? Es wird mir schwer fallen. Hypnose war ein Titel, über den ich ganz durch Zufall durch die Autorin selbst gestolpert bin. Und schon nach dem Lesen der Kurzbeschreibung war für mich klar, das muss ich lesen. Und ich bin nicht eine Sekunde enttäuscht worden.

Die Geschichte fängt ganz harmlos eigentlich an. Naja, harmlos ist vielleicht das falsche Wort, aber im Gegensatz zu dem, was sich dann so Stück für Stück offenbart, wie bei einer Hypnose-Sitzung, ist der Beginn wirklich „Kinderkram“. Was sich da zeigt, mit jeder Seite, die die Geschichte fortschreitet, ist so unfassbar schrecklich, so grausam, dass man es manchmal wirklich nicht fassen kann, teilweise wird einem kalt, wenn man die Wahrheit hervorblitzen sieht und sich denkt, nein, das darf jetzt nicht sein, bitte nicht… Und dann ist es doch so und es schmerzt einen die Erkenntnis.

Ich möchte gar nicht zu viel verraten, das wäre grundverkehrt und würde jedem, der das Buch gern noch lesen möchte, viel zuviel wegnehmen von dem Erlebnis, dem Strudel, in den man ganz gemein rein gezogen wird.

Von daher bleibt mir nur zu sagen: Thriller-Fans, die echt harten Psychoterror lieben, die es mögen, wenn sich einem der Magen vor Angst vor der nächsten Seite zusammen zieht, die sind gut beraten, ein Augenmerk auf Hypnose zu werfen. Glaubt mir, dieser Hypnosesitzung entkommt Ihr nicht eher, bis die letzte Seite durch Eure Hände geglitten ist und Ihr wisst, was sich hinter diesem doch unscheinbar anmutenden Titel verbirgt.

Fazit:

Ein echtes Schmankerl, für Psycho-Thriller-Fans, die keine Angst vor unglaublichen Enthüllungen haben und die den Schmerz der Erkenntnis aushalten können. Ich möchte es zwar nicht, aber den irgendwie bleibt einem nichts anderes übrig, als Vergleiche zu Sebastian Fitzek zu ziehen, aber nur ein klitzekleines Bisschen, die gute Sina kann auch ganz allein für sich stehen, sie hat schon so ihre –lesesüchtig machenden- Eigenheiten!

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Die Mädchenwiese
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(113)

182 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 62 Rezensionen

thriller, mord, spreewald, berlin, mädchen

Die Mädchenwiese

Martin Krist
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.08.2012
ISBN 9783548283531
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:
Willkommen im kleinen, schnuckeligen, verträumten Finkenwerda. Hier, wo sich Fuchs und Has Gut Nacht sagen, ist die Welt noch in Ordnung… Schön wärs. Nur leider Gottes hat dieses verschlafene, kleine Nest ein Geheimnis. Die Töchter des Dorfes verschwinden, werden ermordet, verstümmelt. Und das nicht erst seit gestern. Doch das darf niemand aus dem großen Berlin oder sonst woher erfahren. Fraglich, ob sich das bewerkstelligen lässt.

Alex Lindner, in sich gekehrter Kneipenwirt und ehemaliger Polizist, hat eine Vergangenheit, die mit einem ähnlichen Fall zu tun hat. Und deswegen wird er misstrauisch beäugt. Nicht von seinen Freunden, mit denen er sich trifft und ab und zu seine Zeit verbringt. Seine Sorgen sind zurzeit aber ganz andere, finanzieller Natur und er versucht mit Händen und Füßen, das Erbe seiner Eltern, die Gastwirtschaft, wieder auf einen grünen Zweig zu bringen. Doch werden ihm da mehr Steine in den Weg gelegt, als er meint, verkraften zu können. Und dann bekommt er mysteriöse Post, ein Mann behauptet, sein richtiger Vater zu sein. Für Alexander droht sein bisheriges Leben zur Lüge zu verkommen und das stürzt ihn wiederum in Verzweiflung.

Als dann Lisa, Tochter von Laura und Schwester von Sam, Nichte eines Ex-Kollegen von Alex, verschwindet, scheint die Vergangenheit sich ihren Weg in die Gegenwart zu suchen und grausige Gewissheit zu werden, als man auch noch eine entstellte Mädchenleiche findet. Wobei der Finder der Leiche der kleine Sam ist, der verzweifelt versucht, sich Gehör bei den Erwachsenen zu verschaffen, hat er doch hochinteressante Beobachtungen vorzuweisen. Doch niemand glaubt ihm. Alle Welt stempelt seine Worte als Hirngespinste ab. Und der Junge hat doch bloß Angst um seine große Schwester und glaubt, er müsse sie auf eigene Faust finden, wenn die Erwachsenen ihm nicht zuhören und sich nur auf sich selbst konzentrieren. Doch ob Lisa noch zu retten ist, das bleibt fraglich. Und auch, wer hinter dem ganzen, grausamen Spiel steckt, das hier gespielt wird, im ach so gemütlichen Finkenwerda.

Meine Meinung:

Generationenübergreifender Wahn
Zunächst einmal möchte ich eine Warnung aussprechen. Das wunderbar zart und schön anmutende Cover ist so absolut gegensätzlich zum Inhalt, lasst Euch also nicht verleiten, hier an ein seichtes Büchlein zu glauben. Zwischen diesen Buchdeckeln steckt ein harter, unerbittlicher Thriller, der einen manchmal sehr in Rage versetzt, sodass sich die Nüstern blähen und Adern rauskommen und einer schmerzhaften Wahrheit. Der Finger wird auf die Wunde der Borniertheit der Erwachsenen genauso gelegt, wie auf Vorurteile gegenüber bestimmten Menschen, der Problematik zerrütteter Familien, dem Überfordertsein allein erziehender Mütter, genauso wie auf die Schwierigkeiten, die sich durch den Kleinstadt“mief“ ergeben.

Es gab bestimmte Personen, auf die habe ich einen echten Hass entwickelt und am liebsten wäre ich hingegangen und hätte sie geschüttelt, gefragt, warum sie den Worten eines Jungen nicht mal 5 Minuten ihr Ohr schenken und Glauben schenken. Kinder sind nicht nur fantasierende, dumme Wesen. Sie nehmen vieles auch viel feiner wahr, wie wir Erwachsenen, die sich um alles mögliche scheren müssen und leider verlernt haben, unsere Umwelt noch so wahrzunehmen.

Dann wurde auch auf die Rollenverteilung von Mann und Frau in der Mitte des letzten Jahrhunderts hingewiesen, wie wenig Rechte die Frau da hatte, wie sehr sie sich dem Willen des Mannes unterzuordnen und zu seinem Gusto da zu sein hatte. Und das verpackt wie gesagt in einen Thriller, der weitaus mehr in sich hatte, als man zunächst vermuten mag.

Bedingt durch kurze, knackige Kapitel war es manchmal schwierig, aufgrund der Einteilung in der Leserunde, sich selbst zu bremsen, wollte man doch weiter lesen, wissen, wie sich alles miteinander verzahnt und wer da letztendlich der oder die Übeltäter sind. Vermutungen gibt es im Laufe der Geschichte einige, aber eben auch ganz fein erdachte falsche Fährten.

Fazit:
Ich bin begeistert und deswegen gibt’s auch nur ein solches Fazit: Ein intelligent ersonnener, knallharter Thriller, mit genügend Blut und Hintergrund, um einem die Zornesröte manchmal ins Gesicht zu treiben und am liebsten in einem Rutsch dabei zu halten. Deswegen gibt es eine ganz klare Empfehlung hier von mir!

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SehnSucht | Erotischer Roman
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70 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

liebe, erotik, sex, chef, verlust

SehnSucht | Erotischer Roman

Alexa McNight
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei blue panther books, 16.07.2012
ISBN 9783862770663
Genre: Erotik

Rezension:

Inhalt:
Muriel arbeitet in der Redaktion eines stylishen Männermagazins, dem KINGz und hat dort eine teils geliebte, teils wohl auch verhasste Kolumne. Und ihr Chef ist alles andere, als ein angenehmer Zeitgenosse. Gott sei Dank hat Muriel drei überaus liebe Freundinnen, mit denen sie sich regelmäßig trifft und austauscht. Über alles, über Tagesgeschehen, über ihre Eroberungen... Denn Muriel betäubt ihren Schmerz über den Verlust ihrer großen Liebe Noah mit Liebesabenteuern, in denen es keine Namen und kein Danach gibt, einfach nur den puren Sex erleben, um alle anderen Gefühle zu übertünchen. Ihre Freundinnen teilen nur bedingt diese Leidenschaft, Janis ist lesbisch, Anne hat ihre Liebe gefunden und einzig Emma, die aber doch zurückhaltender ist, als Muriel, scheint auf einer Ebene mit Muriel zu liegen.

Eines Abends ist Muriel in einem Club, in dem sie einen attraktiven Mann kennen lernt, der ihr ein prickelndes Erlebnis mit einem weiteren Mann anbietet. Muriel schlägt zu, obwohl sie genau weiß, wie gefährlich es werden könnte. Doch ahnt sie nicht, welche Art von Gefahr in dem dunklen Hotelzimmer auf sie wartet. Denn dieses Erlebnis wird alles verändern, Muriels Gefühle werden wild durcheinander gewirbelt und sie begibt sich auf die Suche nach einem Phantom, was ihr ganzes Denken von Stunde an beeinflusst und als sie die Wahrheit herausfindet, will sie es zunächst nicht wahrhaben, dass dieser Mann sich durch die –im wahrsten Sinne des Wortes- Hintertür in ihr Herz gestohlen hat.

Meine Meinung:

Sinnliche, prickelnde Erotik mit ganz viel Seele
Dies war jetzt meine zweite erotische Leserunde und ich hab mich so wohl gefühlt, als säße ich mit meinen Freundinnen auf dem weichen Plüschboden und tratsche!

Eine Geschichte über eine junge Frau, deren Herz durch eine Tragödie schwer in Mitleidenschaft gezogen wird, die ihren Schmerz durch erotische Abenteuer zu betäuben sucht und dabei denn etwas ganz anderes findet. Die Liebe. Und sie kann ihren verstorbenen Mann loslassen, in einem Moment, wo ein anderer Mann bereit für sie ist.

Die Erotik kommt wahrlich nicht zu kurz aber sie verfehlt ihre Wirkung auch nicht bei mir. Sie ist einfach weiblich durchdacht, nicht zu platt, an den richtigen Stellen zupackend und dann wieder zärtlich und sanft. So, wie ich es als Frau auch mag. Genau richtig! Und dann gab es Tränen an den passenden Stellen, die die Liebe dann wegzuküssen vermochte. Herrlich!

Und alles, ohne kitschig zu sein, ohne ordinär zu wirken, sondern haargenau auf unsere weiblichen Bedürfnisse abgestimmt. Ist das jetzt ein Klischee? Und wenn schon! Ich bin froh, dass ich es zusammen mit den anderen Mädels in der Leserunde lesen durfte und mich auch gleich mit der Autorin austauschen, teilweise auch ihre Beweggründe für bestimmte Szenen direkt hinterfragen zu können. Da machte das Lesen gleich noch mal so viel Freude!

Fazit:

Ein sehr sinnlicher Roman für Frauen, die sich gern mal literarisch „erotisieren“ lassen und keine Scheu haben, auch mal etwas außergewöhnliche Lokalitäten und Spielarten im Kopfkino geschehen zu lassen. Gewürzt mit einer gesunden Portion Romantik ein echtes Kleinod und wer jetzt SehnSucht verspürt, kein Problem: LESEN ist meine Empfehlung!

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Der Schieber
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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

hamburg, schmuggel, nachkriegszeit, 1947, schwarzmarkt

Der Schieber

Cay Rademacher
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 01.08.2012
ISBN 9783832196875
Genre: Krimi/Thiller/Horror

Rezension:  
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Der Sarg
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389 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 128 Rezensionen

sarg, köln, thriller, psychothriller, lebendig begraben

Der Sarg

Arno Strobel
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 16.01.2013
ISBN 9783596191024
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:

Der eigentlich erfolgreichen Geschäftsfrau Eva geschieht ein waschechter Alptraum und das jede Nacht. Da träumt sie nämlich immer und immer wieder davon, in einem Sarg eingeschlossen aufzuwachen, nicht heraus zu können und dann irgendwann sich doch wieder im Freien wieder zu finden, dreckig, mit Spuren, die darauf hin deuten, dass sie sich aus eben diese Sarg aus ihrem Traum befreit hat. Doch was ist Traum, was ist Wirklichkeit, das kann Eva nicht mehr sagen und ihre Angst, eines nachts eben nicht mehr in ihrem Bett zu erwachen, wird immens groß.

Gleichzeitig haben es die Beamten rund um „unseren“ alten Bekannte Menkhoff mit einer Reihe von Morden an jungen Frauen zu tun. Junge Frauen, die lebendig begraben werden. Doch die Ermittlungen stockn. 

Und dann wird Evas Halbschwester auf die gleiche Weise ermordet und so kommen Menkhoff und Konsorten mit Eva in Kontakt. Was anfänglich wie ein Fass ohne Boden wirkt, entwickelt sich zu einem wahren Alptraum, nicht nur für die Protagonisten, sondern auch für den Leser!

Meine Meinung:

Für mich ein echter Strobel-Page-Turner

Ich gehörte zu den Glücklichen, die der Autor selbst ausgewählt hat, sein Buch noch vor allen anderen lesen zu dürfen (ganz dickes Dankeschön noch mal dafür!) und dass es jetzt doch etwas länger mit der Rezension gedauert hat, ist auch meinen PC-Problemen geschuldet. Aber ich denke mir, besser spät als nie!! Denn verschlungen habe ich den Sarg ja trotzdem!

Das Cover ist optisch schön an die anderen angepasst, man sieht sofort, zu wem es gehört, das macht sich –wenn man die Bücher alle im Regal stehen haben möchte- wirklich gut als Sammlung. Und nebenbei unterstreicht das Bild der Frau sehr gut die plakative Überschrift. Also wird das Cover schon mal für wirklich passend empfunden.

Der Einstieg ins Buch fiel mir leicht, man wird gleich hinein gesogen. Es mag sein, dass es auch ein wenig reißerisch ist, um Leute direkt zu ködern, aber es passt und setzt sich ja auch genauso im Buch fort, wie ich finde. Die Situationen im Sarg sind unfassbar beklemmend und man könnte fast selbst Atemnot bekommen und sich eingesperrt fühlen.

Die Figuren untereinander agieren weiterhin in bekannter Manier, ihre Animositäten oder auch tiefere Gefühle füreinander sorgen dafür, dass man sie nicht als Spielfiguren, platt und leblos empfindet, sondern sie schon fast lebendig erscheinen, immer mehr Tiefe bekommen. Und ich denke, man sollte, wenn man noch keinen Strobel gelesen hat, nicht mit dem Sarg anfangen, sondern sich wirklich ganz am Anfang in das Abenteuer seines Stils und seiner Figuren einlassen.

Für mein Gefühl hat sich alles über die Zeit gesteigert und wer weiß, was noch alles auf uns wartet, auch wenn dieses Buch ja ein Ende hat, so glaube ich nicht, dass es auch für Menkhoff ein wirkliches Ende ist. Oder sollte ich sagen, ich hoffe, dass es nicht so ist.

Fazit:

„Der Sarg“ ist streckenweise ein wirklich beklemmender, spannender Thriller mit gut durchdachten Effekten und ebenso gut angelegten Figuren. Für Fans von Arno Strobel und für solche, die es werden sollten. Aber ich würde empfehlen, vorher die anderen Thriller des Autors zu lesen und nicht hiermit zu beginnen. Ich habe das Buch verschlungen und freue mich aufs nächste!

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Auf den Schwingen der Hölle
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rache, mord, norwegen, lofoten, selbstjustiz

Auf den Schwingen der Hölle

Jan Flieger
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei fhl Verlag Leipzig, 01.05.2012
ISBN 9783942829311
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:
Bachmann und seine Frau Sarah haben ein schweres Schicksal zu meistern. Ein Triebtäter hat sie des Liebsten beraubt, das sie hatten, er hat ihre Tochter missbraucht und ermordet. Unter diesem Trauma leiden sie nun. Jeder auf seine Weise. Und obwohl man allgemeinhin denkt, dass so ein tief empfundener Schmerz das Ehepaar zusammen schweißen sollte, entfernen sie sich immer mehr. Sarah flüchtet sich in Musik, in die Gothic-Szene, findet dort Trost, setzt sich mit dem Thema Tod auseinander. Bachmann hingegen sinnt auf Rache. Seit dem Moment, wo er den Mörder seiner geliebten Tochter im Gerichtssaal sah, war für ihn klar, dass dieser würde bezahlen müssen.

Nun ist etwas geschehen. Der Mörder wird nach 9 Jahren auf freien Fuß gesetzt. Hat seine Gefängnis-Strafe abgesessen und darf gar in Urlaub fahren. Für Bachmann der Startschuss für eine Reise, von der Emmerlein, der Mörder, nicht lebend zurückkommen soll.

Er hat schon früh einen Privatdetektiv angesetzt auf Emmerlein und wird nun mit Informationen versorgt, wo dieser sich aufhält, wo er es sich gut gehen lässt, während seine Tochter tot ist und keine zweite Chance bekommt.

Und so brechen Sarah und Bachmann auf, Emmerlein auf den Lofoten zu folgen. In eine eigentlich wild-schöne Landschaft, was aber für Bachmann keine Bedeutung hat. Sarah scheint nicht die Kraft zu haben, ihren Mann abzuhalten, seine Kenntnisse als Ex-Fallschirmjäger dazu zu nutzen, Emmerlein zu finden und endgültig vom Antlitz der Erde zu tilgen.

Eine Jagd über die Lofoten beginnt und endet mit einer Tragödie…

Meine Meinung:
Unfassbar grausam
Ein Alptraum, das war mein erster Gedanke, nachdem ich die Kurzbeschreibung der Geschichte las. Und nichts anderes fällt mir auch jetzt nach dem Lesen des Buches ein. Was taten mir Bachmann und Sarah leid. Dieser Schmerz, der würde mich auch umbringen. Und ich hatte Verständnis für Bachmann. Für seine Rachegelüste. Hörte ich mich doch selbst sagen, dass man den Mörder meines Kindes besser vor mir in Sicherheit bringt, ich wäre zu allem fähig…Aber der rationale Verstand sagt, Selbstjustiz ist Steinzeit und wir sind zivilisiert! Aber ist es nicht so, dass wir uns alle schon vehement über den Umgang mit Sexualstraftätern aufgeregt haben? Sieht es nicht die Mehrheit gar so, dass diese das Leben nicht mehr verdient haben? Immerhin können die Opfer nicht darauf zählen, dass ihnen geholfen wird, dass sie ein neues Leben beginnen können, kein Psychologe nimmt sich ihrer wirklich auf Dauer an… Das alte Lied, auch gern in der Presse breitgetreten und reißerisch aufgearbeitet.

Da ist nun ein Mann, der genau das macht, Bachmann setzt das in die Tat um, was wir uns denken, wenn wir mal wieder von so einem Fall hören. Doch, ist es nicht etwas anderes, zu denken und dann doch umzusetzen? Würden wir wirklich genau wie er, besessen, obsessiv den Mörder unseres Kindes verfolgen. Alles andere ausblenden, ja die Ehefrau emotional im Stich lassen, nur noch für die Rache leben? Die Frage beantwortet Bachmann für sich mit ja. Und das, was daraus resultiert, ist schrecklich, hat mir einen trockenen Mund beschert, ein „Oh nein“ entlockt und mich traurig zurückgelassen.

Und alles untermalt mit der Musik von Nightwish (ich hab den Autor gefragt!).

Jan Flieger hat hier von Beginn an eine unfassbar dunkle, traurige, schwere Stimmung mit ganz einfachen Mitteln erzeugt. Man kann sich dem nicht entziehen, lässt sich reinfallen, möchte nicht aufhören zu lesen in der Hoffnung, dass man damit das Schreckliche aufhalten kann, Bachmann aufhalten kann. Der Schmerz ist fast körperlich spürbar. Man riecht und sieht die Umgebung, allerdings durch einen Vorhang der Trauer und mit rot glühenden Rändern des Hasses, der Bachmann antreibt. Ich würde fast so weit gehen, es als echte Kunst zu bezeichnen, was Jan Flieger hier geschaffen hat. Selten haben mich einfache Worte so in ihren grausamen Bann gezogen.

Fazit:

Dieses Buch kommt so unscheinbar daher, doch derjenige, der sich herantraut sei gewarnt. Zwischen den Buchdeckeln steckt ein abgrundtief schrecklicher Thriller mit einem sehr schmerzhaften Ende.

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Sterbestunde
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thriller, mord, deutschland, spannend, mordfälle

Sterbestunde

Michael Hübner
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 15.05.2012
ISBN 9783442474189
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:
Ein junger Mann wird auf offener Straße überfahren, von dem Auto keine Spur und niemand will etwas gesehen haben. Wie sich herausstellt, war er Pfleger in einem nahe gelegenen Altenheim und auch dort nicht gerade gut angesehen. Niemand wusste etwas Positives über ihn, keiner kannte ihn wirklich.

Diesen Fakten sehen sich der Kommissar Sven Becker und sein Partner und bester Freund Dennis Bergmann ausgesetzt und sie sollen nun herausfinden, was da genau passiert ist. Es scheint alles darauf hinzudeuten, dass Der Lebenswandel des Pflegers eine Rolle spielte, Mutmaßungen über einen Auftragsmord, weil er vielleicht im kriminellen Umfeld sich betätigt hat, werden laut. Doch Sven kann das nicht so recht glauben. Er und Dennis versuchen, in dem Altenheim, wo es nach Svens Bauch auch nicht alles mit rechten Dingen zugeht, eine Verbindung zu finden. Und dann stirbt eine alte Dame aus dem Heim und ihr Tod wirft noch mehr Fragen auf und weist in eine Richtung, die man gerne übersehen mag.

Neben allen dramatischen Vorgängen im beruflichen hat Sven allerdings auch noch privat mit einer Trennung zu kämpfen, die ihn viel Kraft kostet und ihn fast verzweifeln lässt. Erst recht, nachdem er einen weiteren, sehr sehr schmerzhaften Verlust zu verkraften hat, der privates mit beruflichem vermischt. In dieser Situation tritt ein Mann an seine Seite, den er zunächst am liebsten verprügelt, der sich jedoch dann als rettender Anker für ihn erweist, als die Hintermänner der ganzen Vorgänge im und rund um das Altenheim ihn selbst ins Visier zu nehmen scheinen. Es geht buchstäblich um Leben und Tod für Sven.

Meine Meinung:

Nachdenklich machende Hochspannung
Wenn man sich das Buch so anschaut, das Cover, dann erwartet man einen blutigen, brutalen Thriller. Doch damit wird man hier nur bedingt „bedient“. Viel mehr ist es ein intelligenter Kriminalfall, der uns auch in der Realität begegnen kann. Versuche an Menschen, die sich nicht wehren können, zum Profit einiger weniger. Skrupellos, rücksichtslos, mit brutalsten Methoden durchgesetzt, dass es nicht bekannt wird. Ja, es fließt auch Blut. Aber das ist im Vergleich zu anderen Thrillern eher gering und muss auch gar nicht fließen. Es gibt andere Szenen, die einen kurz inne halten lassen, die einem den Mund offen stehen lassen und das Herz schneller schlagen lassen. Das mag nicht jedem Thriller-Liebhaber reichen, aber mir schon. Vor allem, weil ich damit nicht gerechnet habe. Mich hat es eiskalt erwischt und ich habe wohl beim Lesen die Farbe gewechselt, zumindest hat mein Mann das gesagt.

Die Figuren gefallen mir sehr gut, Sven Becker hat schon einiges in seinem Leben zu verpacken gehabt, gerade jetzt hat ihn seine Freundin verlassen, man kann es fühlen, wie er leidet. Und auch ein anderer Verlust, den, den man ganz hautnah miterlebt, den man nicht abwenden kann, wirft ihn zusätzlich aus der Bahn. Verständlich, dass er sich da betäuben mag, entfliehen mag, aus diesem Alptraum, der aber leider Gottes das wahre Leben ist (in seinem Fall).

Und Koschny, der Reporter, den man erst als absolutes Hassobjekt empfindet, als Schmeißfliege. Urplötzlich verändert sich die Stimmung, seine Rolle. Aber so gut, so liebenswert, dass ich mir zum Ende hin nichts mehr gewünscht habe, als direkt einen neuen Fall lesen zu dürfen, in dem die beiden gemeinsame Sache machen. Jeder hat halt doch irgendwo eine zweite Chance verdient!

Fazit:
Ein Thriller, der mit weniger Blut auskommt, aber dafür unheimlich mit Atmosphäre glänzt, mit einer eindringlichen Sprache und mit einem Thema, dass jeden von uns betrifft und somit viel grauenerregender ist, als alles andere.

Vielleicht denken wir alle jetzt ein wenig anders, wenn wir zum Schmerzmittel greifen…

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