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Das silberne Zeichen
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(25)

43 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 18 Rezensionen

aachen, mittelalter, eifersucht, fälschung, historisch

Das silberne Zeichen

Petra Schier
Flexibler Einband: 334 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 22.03.2011
ISBN 9783499254864
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Aachener Witwe und Reliquienhändlerin Marysa wartet sehnsüchtig auf ihren Verlobten Christoph Schreinemaker, der nach Frankfurt gereist ist, um vor der Hochzeit noch einige Angelegenheiten zu regeln. Doch er lässt auf sich warten und langsam wird die Zeit knapp, nicht nur die, in der sie ohne Mann die Werkstatt weiterführen darf, langsam sieht man auch ihre Schwangerschaft. Als sie dann auch noch des Betrugs verdächtigt wird und es in Aachen mehrere Todefälle gibt, einer davon in ihrem Haushalt, ist sie der Verzweiflung nahe.

Gewohnt gut recherchiert entführt der Roman in das Aachen des Jahres 1414. Man trifft die (mehr oder weniger) liebgewonnenen Charaktere der Vorgängerbände wieder. Diese sind, wie von der Autorin gewohnt, sehr gut gezeichnet, auch die Nebenfiguren werden dem Leser nahegebracht. Am Ende muss man sich verabschieden, gerne hätte ich noch ein bisschen mehr über das weitere Leben des Einen oder Anderen erfahren.

Die Trilogie um Marysa endet mit einem spannenden Fall, Petra Schier zieht hier wieder alle Register ihres Könnens, lässt die Leserschaft bis zum Schluss im Unklaren und wartet mit einigen Überraschungen auf. Am Ende erhält der Leser eine logische Lösung, für mich immer besonders wichtig.

Petra Schiers Schreibstil gefällt mir immer wieder sehr gut, er ist sehr bildhaft, die Dialoge wirken nie künstlich, die Figuren sind lebendig und das Ganze lässt sich sehr flüssig lesen, man fliegt nur so durch die Seiten.

Petra Schier verknüpft ihre Erzählung immer mit tatsächlichen historischen Gegebenheiten, auf die sie im Anhang näher eingeht, so auch hier in den historischen Nachbemerkungen, für mich, die ich aus historischen Romanen immer gern neue Erkenntnisse mitnehme, ist das ein zusätzlicher Pluspunkt. Außerdem findet man im Anhang, wie schon in den anderen Teilen der Trilogie, ein Glossar und das Rezept einer von Marysas Lieblingsspeisen. Weiterhin gibt es auch wieder eine Karte des historischen Aachen.

Petra Schier ist mit ihren historischen Romanen mittlerweile einer meiner Lieblingsschriftstellerinnen. Ich kann sie uneingeschränkt empfehlen. Meiner Meinung nach sollte man aber die Trilogie der Reihenfolge nach lesen, der Lesegenuss ist dann einfach größer.

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Himmlische Versuchung - Engelsjägerin 1
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63 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

dämonen, engel, dystopie, liebe, dämone

Himmlische Versuchung - Engelsjägerin 1

Kira Licht
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 19.03.2013
ISBN B00BWMHZM6
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dämonen und Engel befinden sich im Krieg. Die Dämonin Nikka gehört zu einer Einsatzgruppe Engelsjäger. Eines Tages findet sie einen schwerverletzten Engel – und nimmt ihn mit nach Hause, weil sie von ihm total fasziniert ist. Das muss sie nun geheim halten, doch das ist gar nicht so einfach, mit der Zeit wird das sogar richtig stressig, denn neben diesem Problem muss sie sich auch noch ihrer Familie und mehrerer Verehrer erwehren. Als sie im Einsatz eine schwere Verletzung davon trägt, weiß sie bald nicht mehr, wo ihr der Kopf steht.

Bevor ihr dieses Buch lest, vergesst alles, was ihr bisher über Engel und Dämonen zu wissen glaubtet! Kira Licht stellt alles auf den Kopf oder besser, lässt ihre Leser ständig räteln, wer nun die Bösen sind und wer die Guten, bis zum Ende dieses ersten Teils der Diologie habe ich es nicht herausbekommen. Das macht einen großen Teil des Charmes und auch der Spannung des Romans aus. Der Handlungsort scheint unsere postapokalyptische Erde zu sein, doch was ist passiert, wo sind die Menschen, wo kommen die Engel und die Dämonen her und warum bekämpfen sie sich?

Kira Licht legt ein rasantes Tempo vor. Vom ersten Satz an ist man mitten in der Geschichte. Diese wird aus Nikkas Perspektive in Ich-Form erzählt, man erlebt sie also hautnah mit. Nach und nach erfährt man mehr über die Welt und erhält auch schon ein paar Antworten auf die o. g. Fragen, es bleiben aber noch eine Menge Fragen offen. Was mir besonders gut gefallen hat, war der Humor. Der beginnt schon in den Kapitelüberschriften („Mit dem Todfeind spricht man nicht“, „Das hat er nun davon“, „Peinlich …“ …) und setzt sich in vielen Momenten der Geschichte fort. Ein besonderes Highlight ist dabei die Szene, in der Nikka, die als Blutdämonin nur Blut zu sich nehmen muss, für den Engel kochen möchte.

Sehr gut gelungen sind der Autorin auch die Charaktere. Besonders Nikka habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Alle Figuren sind bis in die Nebenrollen fein ausgearbeitet, man sieht sie regelrecht vor sich.

Ein wirklich tolles Buch, das es einem schwer macht, auf die Fortsetzung zu warten, die leider erst Ende 2013 erscheinen wird. Unbedingt lesen!

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Goldstein
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75 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

berlin, krimi, 30er jahre, gereon rath, antisemitismus

Goldstein

Volker Kutscher
Flexibler Einband: 573 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.10.2011
ISBN 9783462043235
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Der amerikanische Gangster Abe Goldstein kommt nach Berlin und Gereon Rath erhält den Auftrag ihn zu beschatten. Zur selben Zeit gibt es Tote bei den Berliner Ringvereinen, handelt es sich da um Revierkämpfe? Ist Goldstein deshalb in Berlin oder was will er hier?

Charlie, Gereons Freundin, leistet derweil ihren juristischen Vorbereitungsdienst beim Amtsgericht b und lernt dort die 18jährige Alex kennen, eine Kleinkriminelle, die sich u. a. mit raffinierten Kaufhausraubzügen durchschlägt. Bei einem solchen wird Alex‘ Freund Benny getötet und es scheint fast, dass ein Polizist dabei seine Hände im Spiel hat. Alex gelingt es aus Charlies Obhut zu fliehen und diese setzt nun alles daran, sie wieder zu finden, auch zu Alex‘ eigenem Schutz, denn auch andere sind hinter ihr her.

Kutschers dritter Band um Gereon Rath ist wieder angesiedelt in mitten historischer Ereignisse. Das ist es auch einer der Gründe, die diese Romane so interessant machen. Der aufkommende Nationalsozialismus und der Terror, der dahinter steckte, sind in diesem Band sehr stark erlebbar. Durch die Figur des Abe Goldsteins, eines Juden, wird auch die Stellung der jüdischen Bevölkerung mehr thematisiert, zumal dieser auch noch Familie in Berlin hat, an der der Autor sehr schön die unterschiedlichen Strömungen jüdischen Lebens darstellt, auf der einen Seite die sehr stark religiös Geprägten, auf der anderen Seite die eher weltlich Orientierten.

Der Autor erzählt die Geschichte in verschiedenen Ebenen. Direkt zu Beginn erlebt man mit Alex und Benny den schicksalshaften Kaufhausraubzug, daneben verbringt der Leser/die Leserin viel Zeit mit Charlie und auch mit Abe Goldstein. Gereon Rath tritt in diesem Buch deutlich in den Hintergrund. Das irritiert zunächst etwas, passt aber sehr gut zum Geschehen, denn Rath ist nicht überall dabei, wo interessante und handlungsrelevante Dinge passieren. So kann die Leserschaft alles aus erster Hand miterleben. Der Liebesgeschichte zwischen Charlie und Gereon wird wieder relativ viel Platz eingeräumt. Zum Ende gibt es eine Wendung, die gespannt auf den nächsten Band macht.

Auch wenn dieser Roman für mich der schwächste Rath-Band ist, vergebe ich hier dennoch die Höchstnote (mit kleinen Abstrichen), allein dafür, wie Kutscher historische Persönlichkeiten (z. B. unter dem Personal der Kriminalpolizei) und historische Geschehnisse in seine Romane – auch in diesem hier – integriert, hat er die Bestnote verdient. Außerdem ist dem Autor auch hier eine interessante Geschichte gelungen, die es sich zu lesen lohnt. Auch dieses Mal wurde ich wieder zum Googeln angeregt und habe einige neue interessante Dinge erfahren (z. B. über den einäugigen Hanomag), für mich ist es generell ein Qualitätsmerkmal, wenn ich durch einen historischen Roman etwas Neues hinzulernen konnte

Kutschers Charaktere sind bis in die Nebenrollen sehr gut ausgearbeitet – und sie sind alle Kinder der Zeit, ob im guten oder im schlechten. Viele Figuren kennt man nun schon seit dem ersten Band und erlebt auch Entwicklungen mit. Ich hoffe noch auf viele weitere Romane über Gereon Rath und seine Mitstreiter und über das Berlin der 30er Jahre.

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Töchter der Lagune
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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

venedig, zypern, othello, konstantinopel, liebe

Töchter der Lagune

Silvia Stolzenburg
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 01.06.2012
ISBN 9783937357607
Genre: Historische Romane

Rezension:

Venedig 1570: Die junge Desdemona verliebt sich in den älteren General Christoforo Moro und heiratet ihn heimlich. Als der Doge Moro nach Zypern schickt, das von den Osmanen belagert wird, begleitet Desdemona ihn. Das Glück der beiden hält nicht lange, denn Jago, einer von Moros Offizieren, ist von Missgunst und Rachegelüsten zerfressen und schmiedet eine Intrige gegen seinen General.

Elissa begleitet ihre Eltern nach Rom, doch auf dem Weg dahin fallen sie Piraten in die Hände. Elissa wird auf dem Sklavenmarkt verkauft und landet im Harem Sultan Selims II., wo sie den Intrigen der Haremsdamen zunächst hilflos ausgesetzt ist. Doch auch ihr Blatt wendet sich.

Silvia Stolzenburg hat sich in ihrem Debütroman an einer Adaption von Shakespeares „Othello“ versucht – und, das ist ihr wunderbar gelungen. Und keine Angst: Auch wer Othello schon kennt, kommt auf seine Kosten, zum Einen, weil die Autorin die Figuren sehr gut ausarbeitet, durch die Romanform hat sie da ganz andere Möglichkeiten als sie Shakespeare hatte, zum Anderen, weil man nie weiß, inwieweit sie tatsächlich der Vorlage folgt, denn die Autorin hat durchaus ihre eigene Geschichte erzählt.

Dabei hat sie die Geschichte in eine tatsächliche historische Situation eingebettet (die die Autorin im Prolog zusammenfasst) und lässt auch einige historische Personen auftreten. Das macht das Ganze sehr authentisch und hat mich wieder einmal dazu veranlasst, mich mit den Personen und dem Zeitgeschehen zu beschäftigen. Shakespeares „Othello“ kannte ich schon, für mich gab das der Geschichte einen besonderen Reiz.

Der Roman besteht im Grunde aus zwei Geschichten, die erst ganz am Ende zusammenlaufen. Innerhalb der beiden Hauptgeschichten, erzählt die Autorin in mehreren Erzählsträngen, wodurch es möglich ist, erstere aus mehreren Perspektiven zu betrachten. So begleiten wir neben Moro, Desdemona und Jago z. B. auch noch einen weiteren Offizier, und neben Elissa auch Selim. Dem Leser wird somit ein tieferer Einblick auch in die Gedanken- und Gefühlswert der Nebenfiguren erlaubt. Das trägt, auch durch die kurzen Kapitel, deutlich zur Spannung bei, da es der Autorin dadurch möglich wird, immer wieder kleine Cliffhanger einzubauen.

Mir gefällt auch die Sprache, in der die Autorin erzählt, sie erscheint mir der Zeit und auch Shakespeare angepasst, ab und zu etwas „schwülstig“, aber nie übertrieben. Die Autorin erzählt sehr bildhaft, der Roman lässt sich flott lesen und ist bis zum Ende spannend.

Wie vom Verlag gewohnt, ist die Ausstattung des Buches sehr gut, neben einem Lesebändchen gibt es eine Karte und im Anhang erzählt die Autorin noch über „Fakten und Fiktion“. Und auch das Cover passt wunderbar. Nur ein Personenregister fehlt dieses Mal leider.

Auch dieses Buch der Autorin hat mich wieder begeistert. Eine spannende Handlung wurde in einen sehr gut recherchierten historischen Hintergrund integriert. Allen Freunden historischer Romane kann ich dieses Buch daher uneingeschränkt empfehlen. 

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Niceville
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20 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

amerika, rache, mystery, banküberfall, bankraub

Niceville

Carsten Stroud , Dirk van Gunsteren
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 01.03.2013
ISBN 9783832162122
Genre: Krimi/Thiller/Horror

Rezension:

Niceville ist eine Kleinstadt im Süden der USA. Eines Tages verschwindet der zehnjährige Rainey Teague von einer Sekunde zur anderen spurlos, nur um einige Tage später in einer zugemauerten Gruft wieder aufzutauchen. Ein Jahr später erlebt Niceville ein schon fast wahnsinnig anmutendes Wochenende: Drei Bankräuber hinterlassen eine blutige Spur. Weitere Menschen verschwinden – und wie sich herausstellt, gab es schon früher verschwundene Menschen in Niceville. Was geht in diesem Ort vor sich? Etwas Unheimliches scheint hier zu passieren.

Kein leichtes Buch, denn die Geschichte wird in vielen verschiedenen Erzählsträngen erzählt, die zunächst keine Verbindung miteinander zu haben scheinen. Jeder einzelne Erzählstrang für sich genommen ist interessant und spannend, ich fand es auch sehr spannend zu erfahren, wie sie untereinander verbunden sein könnten.

Der Erzählstil und auch die Geschichte an sich erinnern mich sehr stark an Stephen King. Der Roman ist eine Mischung aus Krimi- und Horrorelementen, die sehr geschickt miteinander verwoben sind. Der sehr sachlich wirkende Schreibstil des Autors trägt zusätzlich viel zu bedrückenden Atmosphäre des Buches bei. Zudem gibt es einige überraschende Wendungen, die einen oft mit offenem Mund zurüchlassen.

Die meisten Figuren lernen wir gut kennen, man erfährt viel über ihre Hintergründe, auch bei Nebenfiguren. Was dem einen oder anderen fehlen könnte, ist eine Identifikationsfigur. Wirklich sympathisch ist einem niemand, aber für mich passt das wunderbar in die Stimmung der Geschichte.

Es handelt sich hier um den ersten Band einer Trilogie. Gott sei Dank gibt es keinen gemeinen Cliffhanger am Ende dieses Buches, es bleiben aber genug Fragen offen, um ungeduldig auf die Fortsetzung zu warten, vor allem, wenn man die im Anhang enthaltene Leseprobe zum nächsten Band „Die Rückkehr“ gelesen hat.

Ein absoluter Hingucker ist übrigens der Buchschnitt, auf dem Krähen herumfliegen. Sehr passend, den Krähen spielen im Buch eine nicht unwichtige Rolle. Gut gefallen mir auch die Kapitelüberschriften, die zwar aussagen, was darin passiert, einen neugierig machen, aber sehr viel offen lassen (Ein Beispiel? „Nick geht den Dingen auf den Grund“ und noch eins „Gray Haggard kommt ungelegen“), ich liebe solche Spielchen mit dem Leser!

Mich hat das Buch absolut überzeugt. Jeder, der King mag oder mochte, wird dieses Buch lieben. Absolute Leseempfehlung für Genrefans. Aber auch, wer gerne spannende Bücher, die nicht immer realistisch sein müssen, liest und wer gerne spekuliert, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Allerdings sollte man nicht zu zart besaitet sein – und man muss sich darauf einlassen, etwas Konzentration mitzubringen. Für mich eines der Highlights des Jahres!

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Burning Wings (Das Erwachen)
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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

Burning Wings (Das Erwachen)

Annette Eickert
E-Buch Text
Erschienen bei Annette Eickert, 28.03.2013
ISBN B00C3SEGOI
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein Mann erwacht in einer fremden Welt und weiß nicht, wer und wo er ist. Man spricht ihn mit „Damian“ an und behauptet Ungeheuerliches von ihm, weswegen er zu ewiger Arbeit in Agnon, einem der Orte dieser Welt, verurteilt wird und einen Wächter zur Seite gestellt bekommt. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, denn die Spannung des Buches ergibt sich vor allem aus den überraschenden Wendungen.

Das Cover ist wunderschön und wäre für mich alleine schon ein Kaufargument. Am Anfang der Geschichte gibt es eine Karte, die schon ein bisschen über diese Welt verrät, aber auch die Neugier steigert.

Annette Eickert hat eine Welt erschaffen, die uns als Leser/Leserin zunächst genauso verwirrt wie den Protagonisten. Und genau wie dieser erfahren wir nach und nach mehr – haben aber genau wie dieser auch immer mehr Fragen. Und diese werden, da es sich hier um den ersten Teil eines Episodenromanes handelt, noch lange nicht alle beantwortet.

Die Charaktere sind ebenso geheimnisvoll wie die Welt. Damian, von dem wir nicht einmal wissen, ob dies wirklich sein Name ist, hat immer wieder Visionen. Doch ob es Erinnerungen, Träume oder Halluzinationen sind, erfährt man (noch) nicht. Sein Wächter ist ebenso geheimnisvoll und hat ganz offensichtlich mehr als ein Geheimnis. Und dann gibt es einige Personen, über die zwar gesprochen wird und die wahrscheinlich eine nicht geringe Bedeutung für die Geschichte haben werden, die wir aber noch nicht kennenlernen durften.

Annette Eickerts Schreibstil gefällt mir sehr gut, er ist bildhaft, reich an Emotionen und lässt sich sehr flüssig lesen. Die Geschichte wird in Ich-Form aus Damians Perspektive erzählt, dadurch erwächst eine besondere Spannung, denn so weiß man nie mehr als dieser und erlebt seine Emotionen und Gedanken hautnah mit. Gerade gegen Ende zieht diese Spannung stark an und um so mehr freue ich mich auf die Fortsetzung, die hoffentlich bald erscheinen wird. Dieser Auftakt verspricht jedenfalls schon sehr viel.

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Drachenwelt und Feenstaub
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Drachenwelt und Feenstaub

Maren Kiesbye
Flexibler Einband
Erschienen bei Balthasar Verlag, 01.05.2008
ISBN 9783937134406
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Anthologie beinhaltet 17 Kurzgeschichten noch unbekannter Autoren und Autorinnen. Die meisten davon handeln von Drachen jedweder Art, gute, böse, verzauberte …, aber es gibt auch ein paar wenige Geschichten, die andere Wesen der Phantastik behandeln. Eine der Geschichten beschäftigt sich zum Beispiel mit Gargoyles, einer Gattung, die in Fantasygeschichten sonst eher zu kurz kommt.

Nahezu alle Geschichten sind sehr gut gelungen. Ich war angenehm überrascht, dass auch unbekannte Erzähler/-innen solch ausdrucksstarke Geschichten verfassen können.

Im Anhang gibt es zu jedem Autor (und zu jedem Illustrator) eine Kurzbiographie. Schön fände ich, wenn der Eine oder Andere tatsächlich auch einmal einen Roman veröffentlichen würde. Das Potential ist auf jeden Fall da.

Von mir erhält das Buch eine absolute Leseempfehlung für alle Freunde phantastischer Geschichten. Und auch für alle, die gerne Kurzgeschichten lesen und dabei auch gerne in verschiedene Genres schnuppern, bietet das Buch beste Unterhaltung.

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Der gläserne Schrein
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42 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

aachen, marysa, verschwörung, dom, unfälle

Der gläserne Schrein

Petra Schier
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 23.03.2010
ISBN 9783499248610
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ein gutes Jahr ist vergangen seit den Ereignissen des Vorgängerbandes. Marysa hat noch nicht wieder geheiratet und betreibt sehr erfolgreich die Werkstatt ihres verstorbenen Mannes sowie ihren Reliquienhandel. Doch eine Witwe kann zur damaligen Zeit nicht unbegrenzt alleine einen solchen Betrieb führen, Marysa muss sich wieder verheiraten. Es gibt auch schon einige Interessenten, doch sie kann sich für keinen entscheiden. Auf der Dombaustelle kommt es zu mehreren Unfällen, bei denen es Verletzte und Tote gibt. Schnell wird der Verdacht laut, dass es sich hier um Sabotage gehandelt haben könnte. Als Marysas Stiefvater verdächtigt wird, muss sie handeln und da kommt es ihr gerade recht, dass der Mönch Christophorus wieder in Aachen ist.

Es handelt sich hier um den mittleren Band der Aachen-Trilogie. Die aus dem Vorgängerband bekannten Charaktere tauchen größtenteils wieder auf, einige haben eine interessante Entwicklung durchgemacht und auch manche der im ersten Teil aufgeworfenen Fragen werden hier beantwortet. Das Buch lebt vom gewohnt bildhaften Stil der Autorin und lässt sich wieder sehr flüssig lesen, wie gewohnt, mochte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen.

Obwohl es sich um eine Fortsetzung handelt, kann man das Buch auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen, ein größeres Leseerlebnis bietet er aber schon, wenn man diesen kennt.

Petra Schier knüpft auch hier wieder an reale historische Gegebenheiten an, die sie geschickt mit der Geschichte ihrer Protagonisten verknüpft. Was daran wahr und was fiktiv ist, kann man im Anhang nachlesen, für mich immer eine großes Plus bei einem historischen Roman. Wie auch im Vorgänger hat die Autorin auch hier wieder ein im Roman erwähntes Rezept angehängt, ebenfalls eine feine Sache. Eine Karte und ein Glossar runden das Ganze bestens ab.

Ich bin nun sehr gespannt darauf, den dritten (und leider letzten Band) der Trilogie zu lesen. Allen Fans gut recherchierter historischer Romane sei das Buch sehr empfohlen.

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Artemis Fowl, Das magische Tor
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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Artemis Fowl, Das magische Tor

Eoin Colfer , Claudia Feldmann
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei List, 08.03.2013
ISBN 9783471350966
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Artemis Fowl weilt gerade wegen seines Atlantis-Komplexes zur psychiatrischen Behandlung in Haven City, als es der bösartigen Wichtelin Opal Koboi gelingt, einen schlauen Plan umzusetzen, mit dem sie nicht nur aus dem Gefängnis entfliehen möchte sondern auch den Untergang der Menschen herbeiführen und sich selbst als Herrscherin des Erdvolkes etablieren möchte. Das schlaue Genie Artemis versucht, zusammen mit seinen Freunden, Opal daran zu hindern und muss auf dem Weg dahin sehr viele Opfer bringen.

Dieses achte Artemis-Fowl-Abenteuer wurde als das letzte angekündigt, in der Widmung dankt Eoin Colfer allen Fans, die mit ihm zum Erdvolk gereist sind. Für mich klingt das ziemlich endgültig. Artemis verabschiedet sich hier mit einem Paukenschlag, der Roman ist/wäre ein absolut würdiger Abschluss der Reihe.

Neben Artemis, der sich im Laufe der Reihe ganz schön gewandelt hat, spielen auch wieder die Elfe Holly und Artemis Leibwächter Butler eine führende Rolle, zwei Charaktere, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Auch Mulch, der Zwerg, ist wieder dabei und nicht unwesentlich am Ausgang des Geschehens beteiligt. Und all die liebgewonnenen Nebenfiguren, wie der Zentaur Foaly oder Artemis Brüder sind dabei und tragen ihre ganz eigene Note bei.

Eoin Colfer hat eine besondere Art Humor, teilweise sehr schwarz, teilweise auch makaber, gefällt mir dieser sehr gut. Auch seine zum Teil sehr phantastischen Idee mag ich, z. B. das Pümpelband, ein öffentliches Fortbewegungsmittel in Erdland finde ich sehr gelungen, hier findet sich beides zusammen, der Humor und die Phantasie.

Auch dieser achte Artemis-Band war wieder ungeheuer spannend und ließ mich das Buch kaum aus der Hand legen, vor allem auch wegen der zahlreichen Cliffhanger. Eoin Colfer hat hier eine Reihe geschaffen, die nicht nur Jugendlichen gefällt, auch phantasiebegabte Erwachsene werden großen Spaß an ihr haben. Sicher sind die Bücher nicht unbedingt etwas für zartbesaitete Menschen, aber das ist gute Fantasy selten.

Auch wenn man die vorhergehenden Bücher nicht kennt, wird man Spaß an dieser Geschichte haben. Dennoch empfiehlt es sich, die Serie der Reihe nach zu lesen, will man sie richtig genießen.

Für alle, die humorvolle Fantasy mögen, auch wenn sie etwas abseits des Mainstreams daher kommt, ist diese(s) Buch(reihe) absolut zu empfehlen.

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Opfer
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28 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

kleinstadt, unschuld, ermittler, außenseiter, schwarze magie

Opfer

Cathi Unsworth , Hannes Meyer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.03.2013
ISBN 9783518464335
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Sean Ward, ehemaliger Polizist, jetzt Privatermittler, erhält den Auftrag, einen 20 Jahre alten Mord erneut zu untersuchen. Damals wurde Corrine Woodrow verhaftet und als brutale Ritualmörderin dargestellt. Doch nun sind neue Spuren aufgetaucht. Sean sticht in ein Wespennest und manches scheint anders als erwartet …

Von der ersten Seite an ist dieses Buch ein hochspannender Roman. Cathi Unsworth erzählt in zwei Ebenen, zum einen rollt sie das Geschehen in den Jahren 1983 und 1984 neu auf, zeigt auf, was vor der Tat geschah, der Leser/die Leserin lernen die Personen kennen, die in das damalige Geschehen verwickelt waren und allein das erzeugt schon sehr viel Spannung, da man sich bei einigen fragt, was sie damit wohl zu tun hatten. Parallel dazu wird Seans Ermittlungsarbeit im Jahr 2003 erzählt. Das kleine Städtchen Ernemouth und seine scheinbar so heile Welt wird dabei in beiden Erzählsträngen in einzelne Bestandteile zerlegt und es kommt mehr als eine Überraschung zu Tage wobei diese überraschenden Wendungen immer logisch eingebaut sind.

Neben den verschiedenen Zeitsträngen wird die Geschichte zudem aus verschiedenen Perspektiven erzählt, das macht das Ganze, vor allem gegen Ende, noch spannender. Ich mag Romane mit verschiedenen Erzählsträngen, die Geschichte kann dadurch tiefgehender erzählt werden.

Die Autorin hat meines Erachtens großen Wert auf die Charakterzeichnungen gelegt. Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, besonders in psychischer Hinsicht, bei mehr als einem kommen hier Abgründe zu Tage, die einen schaudern lassen – und die manche Handlungen im Nachhinein verständlich erscheinen lassen. Besonders gut gefallen hat mir die Corrine aus den 80er Jahren. Und von Sean würde ich gerne mehr lesen. Er eignet sich gut für eine Krimireihe.

Manch einem wird vielleicht der Touch Mystik, der vor allem durch die Figur Noj eingeführt wird, nicht so recht gefallen. Ich fand ihn aber zum Thema passend und auch für die Handlung nicht störend. Obwohl der Roman als Kriminalroman betitelt ist, würde ich ihn nicht (nur) als solchen ansehen. Er ist mehr, er enthält auch eine gute Portion Sozialkritik.

Insgesamt ein toller Roman, düster, spannend, überraschend bis zum Schluss, flüssig zu lesen, ein wahrer Pageturner, sehr empfehlenswert. Von Cathi Unsworth will ich definitiv mehr lesen.

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Im Reich der Löwin
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(20)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

robin hood, liebe, richard löwenherz, kampf, historisch

Im Reich der Löwin

Silvia Stolzenburg
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 20.11.2012
ISBN 9783937357614
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach seiner Geiselhaft in Österreich und Deutschland kommt Richard Löwenherz nach England, wo sein Bruder John die Macht übernommen hatte, zurück, um seinen Thronanspruch zu sichern. Doch bald muss er sich wieder auf einen Feldzug begeben, denn der französische König Philipp II macht ihm seine Gebiete auf dem Kontinent streitig.

Vor diesem Hintergrund erzählt die Autorin die Geschichte einiger interessanter Menschen, zum Teil fiktive, zum Teil historische Persönlichkeiten. „Im Reich der Löwin“ ist die Fortsetzung von „Schwerter und Rosen“ und erzählt die Geschichte einiger der Charaktere aus jenem Buch weiter, führt aber auch neue Personen ein. Die Geschichte wird, wie schon im Vorgänger, aus verschiedenen Perspektiven erzählt, das erhöht nicht nur die Spannung sondern lässt die Geschichte auch deutlich tiefer gehen.

Unter den männlichen Charakteren sticht Richard Löwenherz ganz klar hervor. Er hat hier eine deutlich größere Rolle als in „Schwerter und Rosen“. Ich denke, der Autorin ist es sehr gut gelungen, sein nicht gerade einfaches Naturell darzustellen. Neu dabei sind Richards Halbbrüder Roland und Henry, die ich beide als große Bereicherung empfinde. Vor allem Roland gefällt mir sehr gut, er wird Knappe seines Bruders Richard und ist somit immer vorne mit dabei. Gleichzeitig ist er Teil der Liebesgeschichte, die das Buch erzählt, denn er verliebt sich in Jeanne, eine französische Adelige, die, verheiratet mit einem ungeliebten Mann, versucht, ihrem Schicksal zu trotzen.

Überhaupt gibt es einige starke Frauengestalten in diesem Buch, neben Jeanne treffen wir Alienor von Aquitanien wieder, Richards Mutter, eine der stärksten Frauengestalten dieser Zeit, die aber hier leider nur eine kleine Rolle hat, außerdem Berengaria, Richards Ehefrau, die ihr eigenes Leben lebt. Leider kann ich Catherine, eine der Hauptcharaktere aus dem Vorgängerband, nicht dazu zählen, denn sie gibt hier eine eher schwache Vorstellung.

Insgesamt sind die Charaktere alle gut gezeichnet und ihre Handlungen größtenteils nachvollziehbar dargestellt. Gerade durch die Perspektivenwechsel kommt man den einzelnen Charakteren deutlich näher als das sonst der Fall wäre, gerade bei der großen Anzahl an Akteuren.

Die Handlung ist interessant und spannend beschrieben. Der Autorin gelingt es dabei sehr gut, fiktive, legendäre und historisch belegte Begebenheiten geschickt miteinander zu verweben. Mich hat es wieder stark inspiriert, nach den tatsächlichen Ereignissen zu googeln und so das eine oder andere Neue zu lernen. Für mich macht das einen guten historischen Roman aus.

Hat mich im Vorgänger noch das etwas zu ausführliche Einbeziehen der Schlachten gestört, sind diese hier nur ein Hintergrundrauschen. Der Fokus ist ganz klar auf die zwischenmenschlichen Ereignisse gerichtet. Trotzdem bekommt man auch einen guten Eindruck vom kriegerischen Geschehen.

In einem Anhang erfährt man einiges über die tatsächlichen Ereignisse, außerdem gibt es eine Karte und ein Personenregister, ich finde es immer sehr lobenswert, wenn ein historischer Roman so etwas enthält.

Insgesamt ein praller historischer Roman, gut recherchiert, toll geschrieben, spannend und absolut empfehlenswert.

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Allein unter Superhelden
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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

superhelden, kinderbuch, action, abenteuer, lustig

Allein unter Superhelden

Heiko Wolz
E-Buch Text: 160 Seiten
Erschienen bei DTV, 21.02.2013
ISBN B00BEJPUOC
Genre: Sonstiges

Rezension:

Leon ist umzingelt von Superhelden, die Familie, die Nachbarn, nur er selbst ist keiner. Gott sei Dank ist da noch sein bester Freund Paul, der nicht nur kein Superheld sondern auch noch blind wie ein Maulwurf ist. Da Leons Eltern der Meinung sind, das irgendwo in Leon der Superheld stecken muss, soll er nun auf eine private Superhelden-Schule. Will er aber nicht! Mit Paul zusammen schmiedet er Pläne, wie man das vermeiden könne, doch dann hat sein Papa ihn dort doch angemeldet. Nun muss Leon sich nicht nur mit den gleichaltrigen Superhelden sondern auch mit dem Schulleiter, der irgendwie nicht ganz geheuer ist, auseinandersetzen – und am Ende muss er zum Retter werden.

Die Geschichte ist spannend, Leon bietet eine gute Identifikationsfigur und auch die anderen Charaktere gefallen. Gut, es gibt etliche Klischees, aber genau damit spielt diese Geschichte ja auch – und einiges wird hinterfragt. Da es ein Kinderbuch ist, gibt es natürlich auch eine Moral, diese wirkt aber nicht aufgesetzt, ist gut in die Geschichte verpackt und gibt Mut.

Eine herrliche Geschichte, ich lag mehr als einmal vor Lachen fast am Boden. Allein, dass die Superhelden von Fanfarenklängen begleitet werden und die Zähne blinken ... Heiko Wolz erzählt mit sehr viel Humor und die herrlichen Bilder von Anke Kuhl tragen ihren Teil dazu bei. Nicht nur Kinder (beiderlei Geschlechts) sondern auch Jugendliche und Erwachsene werden das Buch mir sehr viel Vergnügen lesen. Ich empfehle es uneingeschränkt.

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Die Umarmung des Todes
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66 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

japan, krimi, frauen, thriller, yakuza

Die Umarmung des Todes

Natsuo Kirino
Flexibler Einband: 607 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.01.2005
ISBN 9783442458523
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Vier Arbeiterinnen einer Lunchpaketefabrik geraten in einen Todesfall, der sich sehr makaber entwickelt und alle vier in große Gefahr bringt.

Die Autorin beschreibt ein sehr trostloses Japan. Alle Charaktere führen ein Leben, das anders ist, als sie es sich wünschen würden, Träume und Wünsche haben sich nicht erfüllt – oder wenn, dann nur oberflächlich. Alle versuchen – zumindest im Laufe des Romans – aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen, teilweise aber mit sehr makaberen Mitteln.

Die Charaktere hat die Autorin sehr tiefgehend gestaltet. Da ist die junge Ehefrau und Mutter, der durch eine Tat im Affekt plötzlich ein anderes Leben offensteht, die ehemalige Bankangestellte, die sich ihrer Familie entfremdet hat und plötzlich wieder eine Aufgabe hat, die Witwe, die ihre Schwiegermutter pflegen muss und die verlebte Mittdreißigerin, die so gerne ein Leben im Luxus führt und sich dafür in die Schuldenfalle begibt. Aber auch die handelnden Männer haben Probleme, der Nachtclubbesitzer, der ein dunkles Geheimnis in sich birgt, der Geldverleiher, der sich mit der Yakuza einlässt und der Brasilien-Japaner, der sich im Heimatland seines Vaters ein besseres Leben erhoffte. Sie alle verursachen beim Lesen durchaus Probleme, denn alle sind so gezeichnet, dass man kaum weiß, ob man sie mögen (oder zumindest verstehen) oder hassen soll. Ich persönlich hatte nur eine Figur, die ich ziemlich schnell abgelehnt habe und deren Handlungen ich nicht wirklich nachvollziehen konnte.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus verschiedenden Perspektiven, die Sicht jedes der o. g. Charaktere kommt dabei zum Tragen. Die Erlebnisse greifen dabei nicht nur ineinander, zum Teil wird die selbe Situation aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dabei ist besonders der Showdown grandios – er wird aus zwei Perspektiven erzählt und ist ungeheuer emotional – nicht nur für die beteiligten Charaktere, auch für den Leser, man schwankt hier zwischen allerlei Gefühlsregungen. Mich ließ das Buch sehr nachdenklich zurückund auch nach dem Lesen zunächst nicht los.

Irgendwo habe ich gelesen, jemand hätte das Buch geschmacklos und unmoralisch genannt – und ja, so könnte man es sehen. Aber man muss auch die Moral dahinter sehen. Die Autorin lässt die Charaktere Dinge tun, die einen zunächst abstoßen, die aber auch die Frage aufwerfen, warum tun sie das? Und das zu ergründen ist eine Aufgabe, die das Buch uns stellt, die die Autorin aber nicht wirklich beantwortet, die Frage bleibt – zumindest teilweise, auch nach der Lektüre des Buches bestehen.

Das Buch ist auch ein gesellschaftskritischer Roman – und dabei nicht unbedingt auf die japanische Gesellschaft beschränkt. Ich habe beim Lesen öfter vergessen, dass die Geschichte in diesem Land spielt, für mich gab es relativ wenige Anhaltspunkte dafür. Trost- Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit, Armut, schlechte Arbeitsbedingungen, das sind durchaus globale Probleme – und die Frage stellt sich schon, zu was Menschen fähig sein könnten, wenn sie die Chance sehen, daraus zu entkommen.

Trotz dieses schwierigen Themas, trotz des teilweise überaus makabren Plots ist das Buch ein Pageturner. Es ist sehr flüssig geschrieben und auch sehr spannend, außerdem immer wieder überaschend. Mit den japanischen Namen hatte ich kaum Probleme, wer allerdings das erste Mal ein Buch, das in Japan spielt, liest, wird sich zunächst einlesen müssen.

Empfehlen kann ich das Buch sehr, lesen sollten es allerdings erwachsene und für schwierige Thematiken aufgeschlossene Menschen. Es gibt hier mehr als einen Tabubruch, damit muss man umgehen können, zumal gerade diese Szenen sehr nüchtern beschrieben werden.

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Der ganze Wahnsinn
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14 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

kurzgeschichten, terry pratchett, scheibenwelt, cohen, vorträge

Der ganze Wahnsinn

Terry Pratchett , Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 07.06.2010
ISBN 9783492267441
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Das Buch, 2007 erschienen, beinhaltet alle bis dahin erschienen Kurzgeschichten, Artikel in Zeitschriften oder sonstige schriftliche Beiträge Pratchetts.

Der Leser trifft nicht nur Scheibenweltbewohner wieder, nein, auch z. B. die Nomen oder auch ganz „neue“ Figuren „des Meisters“, er kann Pratchetts Meinung zu den Discworld-PC-Spielen, zu Fantasy-Literatur oder auch zur Schriftstellerein an sich nachlesen – und vieles mehr. Auch Terrys erster veröffentlichter Text „Die Hades-Angelegenheit“ findet sich hier.

Ganz besonders hervorzuheben ist, dass sich auch 19 farbige und zum Teil doppelseitige Illustrationen Josh Kirbys (der leider 2001 verstorben ist) im Buch befinden.

Pratchett-Fans werden um dieses Buch nicht herumkommen, aber auch für alle anderen ist es einen Blick wert.

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Die Stadt der Heiligen
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70 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

aachen, mittelalter, ablasshandel, reliquien, 1412

Die Stadt der Heiligen

Petra Schier
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 18.02.2009
ISBN 9783499248627
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Aachener Dom wird ein Toter gefunden, ausgerechnet kurz vor der Heiltumsweisung. Der Tote ist der Geselle des Schreinbauers Reinold Markwardt. Zur gleichen Zeit erscheint bei dessen Ehefrau Marysa der Geistliche Christophorus um ihr vom Tod ihres Bruders Aldo zu berichten. Als Reinold Markwardt des Mordes an seinem Gesellen verdächtigt wird, nehmen Marysa und Christophorus die Ermittlungen auf und stoßen in ein Wespennest, das sie alle in Gefahr bringt.

Wie von Petra Schier gewohnt, ist auch dieser historische Roman wieder ein Pageturner. Die Autorin schreibt so bildhaft und spannend, dass man das Buch kaum vor dem Ende aus der Hand legen will. Gleichzeitig erweckt sie das historische Aachen zum Leben und zwar zu einer für Aachen ganz besonderen Zeit: Die Heiltumsweisung gibt es nur alle sieben Jahre und lockte damals Unmengen an Pilgern in die Stadt.

Zu diesem Hintergrund passend lernen wir die Charaktere des Buches kennen: Marysa, Tochter eines mittlerweile verstorbenen Reliquienhändlers und Ehefrau eines Schreinbauers sowie Christophorus, der ein Geheimnis hat, sind die beiden Hauptprotagonisten. Marysa ist einem gleich sympathisch, sie, ein eigentlich lebensfroher Mensch, wird von ihrem Ehemann stark unterdrückt, dennoch bewahrt sie sich ihre Lebensfreude. Christophorus ist ein sehr geheimnisvoller Mensch, der aber Marysa bedingungslos unterstützt, auch, aber nicht nur, weil er das ihrem Bruder Aldo versprochen hat.

Auch die restlichen Charaktere, wie z. B. Marysas temperamentvolle ungarische Mutter oder ihr sehr schwieriger Gatte Reinold, sind gut gelungen und fügen sich jeweils logisch in die Handlung ein.

Die Thematik, Reliquien- und Ablasshandel sowie das Pilgern an heilige Stätten finde ich sehr interessant. Petra Schier hat umfassend recherchiert und bringt das Ganze sehr nahe. Abrundend gibt es noch ein Nachwort, das sich vor allem mit der Heiltumsweisung beschäftigt. Und für alle, die Appetit auf Marysas Lieblingsspeise bekommen haben (Konkavelite), gibt es sogar noch das Rezept dafür. Sehr schön auch die, in die Handlung eingestreuten, mittelalterlichen Lieder.

Der Roman ist der Beginn einer Trilogie, deshalb bleiben am Ende noch einige Fragen offen. Der Kriminalfall an sich ist aber logisch und zufriedenstellend gelöst. Alle Bände der Trilogie sind schon erhältlich, ich freue mich darauf, bald den nächsten Band zu lesen.

Ein tolles Buch und ein vielversprechender Beginn der Trilogie,für alle Fans historischer Romane/Krimis sehr zu empfehlen.

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Bèisha - Getötet
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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

shanghai, thriller, serienmörder, krimi, mord

Bèisha - Getötet

Matthias Matting
E-Buch Text
Erschienen bei AO Edition, 20.01.2013
ISBN B00B40JM4K
Genre: Sonstiges

Rezension:

In Shanghai geht ein Serienkiller um. Seine Opfer sind Prostituierte. Eines der Opfer ist Thanh, die beste Freundin Daos, die daraufhin selbst zu ermitteln beginnt.

Dieser Krimi ist einmal etwas anderes. Schon das Setting, Shanghai und das Prostituiertenmilieu finde ich interessant. Interessant ist auch die „Ermittlerin“, die aus Vietnam stammende Prostituierte Dao. Schon seit der Kindheit waren Thanh und sie befreundet, haben gemeinsam einiges durchgestanden und Dao kann es nun nicht sein lassen, Thanhs Mörder seiner gerechten Strafe zuzuführen.

Mir hat Dao gut gefallen. Sie ist zwar, bedingt durch ihre bisherige Entwicklung, ein recht distanzierter Mensch, der Autor trägt dem Rechnung durch seinen sehr distanzierten Erzählstil, diesen finde ich persönlich sehr gut gelungen und absolut geeignet für diese Geschichte. In Rückblenden erfährt der Leser/die Leserin einiges über Daos Kindheit und Jugend und versteht so immer mehr ihren Charakter – und auch ihre besondere Beziehung zu Thanh.

Die Handlung beginnt direkt mit dem ersten Mord, man wird somit gleich mitten in das Geschehen geworfen. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach nicht für Leser unter 18 Jahren, nicht nur durch das Prostituiertenmilieu, in dem ein Großteil der Handlung spielt, auch wegen einiger sehr expliziter Gewaltdarstellungen.

Der Autor arbeitet mit Perspektivewechseln, die auch schon einmal verwirren können. Ich finde das sehr gut gelungen, man erlebt das Geschehen z. B. aus Sicht des Täters, eines Opfers oder Daos – und manchmal wird einem erst im Laufe der Handlung bewusst, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Das trägt in hohem Maße zur Spannung bei. Die Spannung lässt einen zwar nicht gerade Nägelkauen, allerdings wird das Geschehen sehr eindringlich beschrieben. Die Geschichte hat viel Tiefgang, vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch weniger als 200 Seiten hat. Das Ende überrascht und ist relativ offen. Für mich passt es damit zu diesem absolut unkonventionellem Buch.

Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen und auch das Buch selbst. Das Cover passt richtig gut und ist ein wahrer Eyecatcher. Zudem gibt es im Buchinneren einige, zum Teil sehr ansprechende Grafiken, die in der Druckversion leider nur Schwarz-Weiß sind.

Ich kann das Buch allen Krimi- und Thrillerliebhabern empfehlen, die einmal etwas Besonderes lesen wollen.

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City of Death - Blutfehde
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63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

vampire, berlin, fantasy, will, cherry

City of Death - Blutfehde

Lolaca Manhisse
E-Buch Text
Erschienen bei null, 01.11.2012
ISBN B00A0F6BMG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Cherry lebt in einem etwas anderen Berlin, dort gibt es Vampire, Werwölfe und andere mystische Wesen. Selbst ist sie auch eines: Ein Werhund. Das wissen aber nur wenige. Neben ihrem Studium arbeitet Cherry als Immobilienmaklerin in der Firma ihres Vaters, der Schwerpunkt liegt dort auf Immobilien für Vampire, denn die haben besondere Bedürfnisse (Sonnenlicht!). Eines Tages wird auf Cherry ein Mordanschlag verübt. Wie sich herausstellt, hat jemand einen Killer auf sie angesetzt. Der Vampir Will hilft ihr dabei, herauszufinden, wer etwas gegen sie haben könnte.

Der Autorin sind eine spannende Geschichte und interessante Charaktere gelungen. Cherry erinnert mich dabei manchmal an Anita Blake (eine meiner Lieblingsserien), sie ist cool, aber auch verletzlich und sie geht schon mal mit silbernen Messern in ihren Stiefeln aus. Dabei gefällt mir besonders, dass Cherry eben kein Superweibchen ist. Als Werhund hat sie zwar gewisse Fähigkeiten, aber im Gegensatz zu vielen anderen Wesen halten sich diese in Grenzen. Die Geschichte wird in Ich-Form aus Cherrys Perspektive erzählt, so dass der Leser/die Leserin nie mehr weiß als diese.

Auch die anderen Charaktere, ob gut oder böse, Mensch, Vampir oder ganz etwas anderes, sind der Autorin sehr gut gelungen. Die Autorin führt relativ viele Charaktere ein, man behält aber gut den Überblick.

Die Geschichte wartet mit vielen überraschenden Wendungen auf, die sich aber alle logisch ins Gesamtgeschehen einfügen, und ist sehr spannend. Lolaca Manhisse ist hier eine gut durchdachte Welt gelungen mit gut gelungenen Charakteren und viel Potential für weitere Bücher. Da die Geschichte als Serie angelegt ist, können wir uns auf weitere Geschichten mit Cherry freuen. Der Roman an sich ist allerdings in sich abgeschlossen.

Ein sehr empfehlenswertes ebook für alle Freunde der Urban Fantasy, ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

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Der stumme Tod
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38 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 6 Rezensionen

berlin, krimi, gereon rath, 1930er jahre, fall 02

Der stumme Tod

Volker Kutscher
Flexibler Einband: 541 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 22.04.2010
ISBN 9783462042122
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Eine Schauspielerin wird bei Dreharbeiten getötet, eine andere ist spurlos verschwunden und Konrad Adenauer, der Kölner Oberbürgermeister, wird erpresst. Gereon Rath hat wieder viel zu tun. Allerdings ist nur der erste Fall ein offizieller der Berliner Mordkommission, um die beiden anderen kümmert Gereon sich sozusagen privat. Dabei kommt er sich schon mal selbst in die Quere und bekommt auch wieder Probleme mit seinen Vorgesetzten. Und dann ist da noch Charlotte Ritter, die erneut in sein Leben tritt. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist gar nicht leicht und man kann gespannt sein, ob Gereon heil aus allem herauskommt.

Auch der zweite Fall des aus Köln stammenden Berliner Kommissars hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Serie lebt vor allem davon, dass sie die Stimmung und den Zeitgeist der späten 20er und beginnenden 30er Jahre in Berlin wunderbar einfängt, man glaubt regelrecht eine Zeitreise zu machen. Das liegt u. a. daran, dass auch immer wieder tatsächliche historische Ereignisse ihren Platz im Roman finden, wie in diesem Fall z. B. das Begräbnis Horst Wessels. Auch das Hauptthema des Buches, der Übergang des Filmemachens vom Stumm- zum Tonfilm trägt sehr viel dazu bei.

Gerade dieses Hauptthema finde ich auch ungeheuer interessant. Wer kann sich heute noch vorstellen, dass es etliche Leute gab, die sich gegen den Tonfilm auflehnten? Für mich auch interessant war das Geschehen rund um die Adenauer-Erpressung, die mit der Verlegung der Fordwerke von Berlin nach Köln zu tun hatte. Für mich als Kölnerin gehören diese Werke zu Köln, wer hätte gedacht, dass sie dort nicht „schon immer“ waren. Und das ist ja das Schöne an sehr gut recherchierten historischen Romanen, man erfährt auch meist etwas Neues. Ich persönlich liebe das!

Gereon Rath ist ein schwieriger Charakter, er ist eher ein Einzelgänger, auch was die Arbeit angeht, wirklich teamfähig ist er nicht und das bringt ihm einige Probleme ein. Auch sein Liebesleben ist nicht immer einfach. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, mag ich Gereon, er ist ein Mensch mit Ecken und Kanten, handelt nicht immer richtig, seine Gefühlswelt ist nicht immer im Reinen, irgendwie ein Mensch wie Du und Ich.

Viele der Charaktere aus dem Vorgängerbuch tauchen hier wieder auf, nicht nur Gereons Kollegen, und es gibt ein paar interessante neue. Mich faszinieren dabei vor allem die Gestalten aus der Filmindustrie, die damals schon ein ganz eigenes Völkchen waren.

Die Geschichte ist wieder sehr spannend. Einer der Handlungsstränge wird durch den Täter bestimmt, der schon sehr früh in eigenen Kapiteln auftaucht, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie im Präsens geschrieben sind. Man kann auch relativ früh ahnen, wer das sein könnte, und auch in einem weiteren Fall wird die Lösung schon recht früh präsentiert. Der dritte Fall bleibt aber bis zum Ende überraschend, so dass Rätselfreunde auf jeden Fall auch zum Zug kommen.

Wie schon die anderen Gereon-Rath-Bücher (mir fehlt jetzt nur noch der dritte Band), kann ich auch diesen wieder uneingeschränkt empfehlen. Nicht nur Krimifreunde, auch Fans historischer Romane sollten einen Blick wagen. Und ich freue mich auf das dritte Buch und weitere folgende Bände.

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Lausige Mauscheleien
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23 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

berlin, mord, krankenhaus, nel, krimi

Lausige Mauscheleien

Ria Klug
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei fhl Verlag Leipzig, 15.01.2013
ISBN 9783942829397
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Im dritten Roman um Nel Arta ist die Protagonistin deutlich ruhiger geworden. Sie hat nun einen „richtigen“ Job bei einem Gesundheitsmagazin, babysittet regelmäßig den kleinen Sohn ihres Anwaltes Frank (wenn auch nicht ganz gesellschaftskonform) und scheint auch mit ihrem Leben besser klar zu kommen. Bis eines Tages einer ihrer Reporterkollegen tot aufgefunden wird. Dieser hatte brisante Enthüllungen bzgl. der Übernahme einer Berliner Klinik durch die Aeskulap-AG aufdecken wollen und Nel noch kurz vor seinem Tod eine Nachricht zukommen lassen. Nel lässt das Ganze keine Ruhe und sie beginnt zu ermitteln – und steckt auf einmal in großer Gefahr, denn ihre alten Feinde aus Brasilien haben mit all dem zu tun.

Mir hat dieser Band wieder besser gefallen als der zweite, der ja nicht schlecht war, in der mir Nel aber nicht so gut gefiel. Hier gefällt mir besonders gut, dass Nel sich langsam mit ihrem Leben zu arrangieren scheint, ohne aber ihren neltypischen Charakter aufzugeben. Diese Nel gefällt mir wirklich gut. Ein neuer Charakter, der gut ins Buch passt und das Ganze mit viel Humor anreichert, ist Nels Mutter, die mit einem Damenkränzchen aus der Provinz nach Berlin anreist und nicht nur Nel aufmischt. Gerade gegen Ende des Buches bringt sie mich, trotz aller Dramatik des Geschehens, mehrfach herzlich zum Lachen.

Neben Nel und ihrer Mutter finden sich hier viele Charaktere ein, die man schon aus den beiden Vorgängerbänden kennt.

Ria Klug greift hier ein aktuelles Thema auf, Klinikübernahmen finden sich immer häufiger, Gewinnmaximierung im Klinikalltag ist brisant. Dass man sich als Patient weder wohl noch sicher fühlen kann, wenn Personal bis zur Schmerzgrenze reduziert wird und vorhandenes sich ausgenutzt fühlt (und auch wird), kann sich jeder vorstellen. Und dass die Eigner so etwas nicht an die große Glocke hängen wollen, auch …

Dieser Band schlägt den Bogen zum ersten Band, greift die Geschehnisse dort wieder auf und gibt Nel die Gelegenheit sie zum Abschluss zu bringen. Ich empfehle daher auch, das Buch erst nach der Lektüre der beiden vorhergehenden zu lesen, nur so kommt man in den vollen Genuss der Geschichte.

Am Ende des Romans könnte man sich nun von Nel verabschieden, man will es aber nicht. Ich persönlich würde sehr gerne erfahren, wie es mit Nel weitergeht. Ob es weitere Bände gibt, ist derzeit leider noch nicht geklärt, drücken wir die Daumen.

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Serafina - Das Königreich der Drachen - Wie alles begann ...
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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

drachen, jugendbuch, all age fantasy, kurzgeschichte, prequel

Serafina - Das Königreich der Drachen - Wie alles begann ...

Rachel Hartman
E-Buch Text
Erschienen bei cbj, 19.11.2012
ISBN B00AE8DT7O
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Kurzgeschichte erzählt davon, wie Serafina ihre Anstellung als Gehilfin des Hofkomponisten erhält. Ich habe sie gelesen, nachdem ich „Serafina – Das Königreich der Drachen“ schon gelesen hatte, die Charaktere also schon kannte. Ich glaube, das war von Vorteil, denn so konnte ich mich sofort auf die Geschichte einlassen. Ich wusste auch einiges über die Hintergründe, die hier eben nicht weiter erklärt werden. Andersherum funktioniert die Geschichte aber sicher auch.

Sie hat mir sehr gut gefallen, ist vor allem sehr humorvoll. Jemandem, der Serafina noch nicht kennt, macht sie sicher Lust darauf, diese kennenzulernen und jemandem, der den Roman schon gelesen hat, bringt sie Erinnerungen zurück.

Das ebook enthält außer der Kurzgeschichte auch noch eine Leseprobe des Romans. Jeder, der sich für Serafina interessiert, sollte diese kleine Geschichte lesen.

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Die dritte Sünde
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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

england, erotik, liebe, historischer roman, 19. jahrhundert

Die dritte Sünde

Eva-Ruth Landys
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 01.09.2012
ISBN 9783937357706
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

England, 1833: Cathy lebt als Tochter des Feldpflegers auf dem Gut der Familie de Burgh. Da die Mutter bereits verstorben ist, hat die Zwölfjährige viele Pflichte zu übernehmen, nicht nur auf dem Feld sondern auch im Haushalt und bei der Betreuung der jüngeren Geschwister. Als sie sich eines Tages davon stiehlt, um einen kurzen Blick auf die Isobel, Tochter des Gutsbesitzers, zu werfen, wird sie von dieser zur Spielkameradin erwählt. Für Cathy ändert sich dadurch ihr Leben. Als fünf Jahre später der neue Stallknecht Aaron in das Leben der beiden Frauen tritt, gibt es weitere Veränderungen und zwar nicht immer zum Guten.

Eva-Ruth Landys ist hier ein Gesellschaftsroman par excellence gelungen. Die Geschichte Cathys und Isobels wird in einem großen gesellschaftlichen Rahmen dargestellt, das frühviktorianische England spielt selbst eine große Rolle im Roman. Die Autorin hat dabei gut recherchiert, was die hin und wieder vorkommenden Fußnoten, die den Lesefluss nicht stören, und vor allem das sehr ausführliche Nachwort in dem auf gesellschaftliche, soziale, wirtschaftliche und politische Besonderheiten dieser Zeit eingegangen wird, bezeugen. Da ich historische Bücher auch immer als Möglichkeit sehe, mein Wissen zu erweitern und daher gut recherchierte Romane vorziehe, gefällt mir das sehr gut.

Die Charaktere sind, auch was die Nebenfiguren angeht, gut ausgeformt, ihre Handlungen und Gefühle nachvollziehbar auf den jeweiligen Charakter bezogen und der Zeit angepasst. Gerade das Innenleben der Figuren wird dem Leser/der Leserin sehr gut nahe gebracht.

Der Schreibstil ist bildhaft und sehr lebendig, die Dialoge wirken nie künstlich, die Charaktere und ihre Umgebung entstehen vor meinem inneren Auge, die Autorin schreibt Kopfkino pur.

Die Geschichte ist sehr spannend, man hofft, leidet, hasst mit den Figuren mit, alle möglichen Gefühle werden angesprochen. Auch eine erotische Komponente ist da, aber sehr dezent und immer in den Kontext passend. Da es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt, gibt es einen vorläufigen Abschluss, so dass man nicht ganz in der Luft hängt, aber auch einen kleinen Cliffhanger und es bleiben genug Fragen übrig für die weiteren Bände.

Noch ein Wort zum Cover: Es ist wunderschön, mich hat es sofort angesprochen, es drückt viel aus ohne etwas zu verraten. Die Farbgebung tut dazu ein Übriges.

Eva-Ruth Landys ist ein toller Einstieg in die geplante Trilogie gelungen. Bis zum zweiten Teil heißt es noch etwas warten, er soll im Frühsommer 2013 erscheinen, ich kann es kaum noch erwarten. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, vor allem aber nicht nur für Freunde gut recherchierter historischer Romane.

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Schneewittchen muss sterben
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306 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

mord, krimi, taunus, dorf, schneewittchen

Schneewittchen muss sterben

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 537 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch, 08.09.2010
ISBN B004WSO6A6
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

10 Jahre war Tobias Sartorius im Gefängnis, weil er nach Meinung des Gerichtes zwei Mädchen umgebracht hat. Das Urteil basierte auf Indizien, Tobias konnte sich nicht erinnern. Jetzt ist er entlassen worden und kehrt heim in seinen Heimatort im Taunus, wo er feststellt, dass durch seine Verurteilung auch die Existenz seiner Eltern zerstört wurde. Außerdem will man ihn im Dorf nicht haben, er wird gemobbt und zusammengeschlagen. Und dann verschwindet wieder ein Mädchen – und Tobias kann sich wieder nicht erinnern.

Bisher hatte ich noch kein Buch von Nele Neuhaus gelesen, deshalb waren mir ihre Ermittler auch noch fremd. Neben dem Fall spielen diese eine relativ große Rolle, denn sie und ihr Privatleben kommen auch zum Zug. Man lernt sie also recht gut kennen. Der bisherige private Hintergrund hat mir allerdings nicht gefehlt, auch ohne Vorkenntnisse versteht man, worum es hier geht und die Ermittler, vor allem die Hauptermittler Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein kommen einem recht nahe. Letzterer hat sehr ausgeprägte private Probleme, die auch die Ermittlungen beeinträchtigen, außerdem gibt es Probleme mit zwei weiteren Ermittlern, die der Lösung des Falles auch nicht gut tun. Das macht die Geschichte zusätzlich spannend – und verlängert den Lesegenuss.

Die Charakterzeichnungen aller hier handelnden Personen – und das sind nicht wenige, sind sehr gut ausgearbeitet. Mir persönlich gefällt vor allem Tobias, mutig und verzweifelt. Auch das Mädchen Amelie fand ich großartig, sie hat hier eine enorme Wandlung erfahren ebenso wie der Autist Thies,die beide bedeutende Rollen inne haben. Und auch Tobias Heimatdorf hatte einen ganz eigenen Charakter, der einem allerdings eher Angst machen kann. Gott sei Dank sind nicht alle Dörfer so.

Die Geschichte ist ziemlich bedrückend und stellt sehr gut dar, was mit Familien passiert, die in Gewalttaten verwickelt werden – und zwar auf beiden Seiten, auf der des Täters und auf der der Opfer. Sie zeigt aber auch Hoffnung, denn einer der betroffenen Familien ist es besser gelungen, das Geschehen zu verkraften und auch Tobias findet Menschen, die ihn nicht nur als eiskalten Killer sehen (der er vielleicht ja auch gar nicht ist, denn Zweifel daran gibt es von Anfang an).

Die Handlung ist stark verschachtelt, es gibt viele Nebenstränge und ebenso viele unerwartete Wendungen, aber auch Irrwege. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt (was ich persönlich besonders gern mag). Trotzdem hat man als Leser nie das Gefühl den Faden zu verlieren. Hin und wieder dachte ich, was wohl alles noch kommen würde, denn einige Enden schienen erreicht und dennoch konnte mich die Geschichte immer wieder neu überraschen und war an keiner Stelle langweilig. Gegen Ende gibt es ein, zwei Wendungen, die meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig waren (Testament!), die aber den sehr guten Eindruck nicht beeinträchtigen können. Am Ende sind alle Fäden miteinander verknüpft, alle Lösungen zufriedenstellend dargeboten, mögliche Happy Ends aufgezeigt (auch für die beiden Hauptermittler) und ein sehr spannendes Buch hat ein sehr befriedigendes Ende erfahren.

Dieses Buch kann ich wirklich jedem empfehlen, der gerne (dicke) Kriminalromane liest. Es ist ungeheuer spannend und gleichzeitig sehr berührend. Für mich war es mein bisheriges Lesehighlight in diesem Jahr und sicher nicht mein letztes Buch von Nele Neuhaus.

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Freifahrtschein
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46 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 35 Rezensionen

markus neumann, geheimdienst, janna berg, agenten, terroristen

Freifahrtschein

Mila Roth
E-Buch Text
Erschienen bei null, 11.11.2012
ISBN B00A6HD6L2
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Als Janna Berg mit ihrer Familie auf Pützchens Markt (ein großer Jahrmarkt in Bonn) unterwegs ist, sieht sie dort zwei Mitglieder der „Söhne der Sonne“, einer Terroristen-Gruppe, mit der sie schon früher zu tun hatte. Sofort informiert sie Markus Neumann und schon ist sie wieder mittendrin in einem Agentenabenteuer.

Der dritte Band der Abenteuer von Janna Berg und Markus Neumann ist der bisher beste. Schon das Jahrmarktsetting gefällt mir sehr gut, ist doch der Besuch eines Jahrmarktes von Spaß und Freude geprägt und im Gegensatz dazu die Welt hinter den Kulissen auch heute noch geheimnisvoll und abenteuerlich wirkend.

Außerdem wird hier der Plot aus dem ersten Band, der im zweiten etwas vernachlässigt wurde, die Terroristengruppe „Söhne der Sonne“, wieder aufgenommen und weiterentwickelt. Viele offene Fragen werden allerdings nicht beantwortet – und das ist ja auch gut so, denn Mila Roth hat hier – ähnlich wie bei einer Fernsehserie – Staffeln geplant – und wir sind noch lange nicht am Ende der ersten Staffel angelangt.

Auch über die beiden Protagonisten erfährt man ein Stückchen mehr, aber auch da gibt es noch viel Raum für weitere Entwicklungen – und der Cliffhanger ist dieses Mal sogar im privaten Bereich anzusiedeln.

Hervorzuheben ist auch wieder das Cover des Buches, da ist Autorin und Grafikerin wirklich ein Geniestreich gelungen, der sich mit hohem Wiedererkennungswert durch alle Bände zieht.

Schon wegen des günstigen Preises sollte man einen Blick wagen in diese Serie. Aber Vorsicht: Suchtgefahr!

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Die Pestmagd
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(14)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

pest, magd, historischer roman, köln, liebe

Die Pestmagd

Brigitte Riebe
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 01.10.2012
ISBN B009HHAIMM
Genre: Historische Romane

Rezension:

Köln, 1540: Johanna Arnheim hat von ihrem Mann neben einem Haus auch einen Weinhandel geerbt. Ihr Schwager Hennes hat ein Auge sowohl auf dieses Erbe als auch auf sie selbst geworfen, so dass Johanna gezwungen ist, sich ihm zu widersetzen. Im selben Jahr bricht in Köln die Pest aus. Johanna tut alles um ihr Leben in den Griff zu bekommen, bis sie eines Tages als Gattenmörderin denunziert wird und ihr nicht nur die Folter sondern auch der Tod droht. Dem Medicus Vincent de Vries gelingt es schließlich, sie davor zu bewahren, doch scheint ihr Schicksal dadurch nicht besser geworden zu sein, da sie nun als Pestmagd arbeiten soll, sich also um die Pestkranken kümmern muss.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, neben der Johannas, der Hauptprotagonistin, vor allem auch aus der ihres Schwagers Hennes, aus der Vincents, den Johanna von früher kennt, aus der Ennelins, der Apothekertochter und schwangeren Ehefrau des Baders Ludwig, der das Pesthaus gepachtet hat, in dem Johanna arbeitet sowie aus der eines jungen Strauchdiebes, der sich „Krähe“ nennt und den mit Johanna etwas zu verbinden scheint. Die Perspektivewechsel sind für die Dynamik des Buches sehr wichtig, so kann die Autorin z, B. durch Vincent, der u. a. der Arzt des Erzbischofs wird, die politischen und religiösen Verhältnisse Kölns mit einfließen lassen oder durch die Erlebnisse der anderen Personen dem Leser/der Leserin Kenntnisse vermitteln, die Johanna nicht hat. Johannas Perspektive dient dabei als Basis der Geschichte.

Brigitte Riebe gelingen interessante Charakterzeichnungen, man hat die Protagonisten bildlich vor Augen. Mir haben diese sehr unterschiedlichen Personen sehr gut gefallen zumal es keine reine Schwarz-Weiß-Malerei gibt, die „Bösen“ sind nicht ohne Grund so geworden, was ihre Taten zwar nicht entschuldigen aber begreiflich machen kann.

Das Buch liest sich sehr flüssig, es ist spannend und teilweise sehr emotional. Die Kölner Geschichte wurde gut integriert, was mir als Kölnerin allerdings etwas gefehlt hat, ist Lokalkolorit, ich wäre gern mit Johanna durch die Kölner Straßen gewandert und hätte sie und die Menschen auf der Straße dabei vor meinen Augen lebendig werden sehen, ich hätte gern auch ein bisschen Dialekt vernommen. So habe ich zwar z. B. einige Straßennamen gelesen, Köln blieb für mich aber seltsam leblos. Dass sich die Räuberbande z. B. auf Melaten aufhielt, konnte man zwar ahnen, ich habe es allerdings nicht plastisch vor mir gesehen.

Die Problematik der Hygiene und der Krankheiten (neben der Pest wird auch die Syphilis thematisiert) kamen sehr gut heraus und wurden anschaulich geschildert. Sehr gut fand ich auch das Nachwort, in dem man einiges erfährt über die Pest an sich sowie die tatsächlichen historischen Geschehnisse.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war das erste, das ich von Brigitte Riebe gelesen habe und hat mich neugierig gemacht auf weitere Bücher von ihr. Jedem, der gerne gut recherchierte historische Romane liest, kann ich diesen Roman empfehlen.

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Der Fluch der Halblinge
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50 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 24 Rezensionen

halblinge, fantasy, albalon, oger, fionn

Der Fluch der Halblinge

Prisca Burrows
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.10.2012
ISBN 9783404206889
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Fionn Hellhaar, ein Bogin (auch Halbling genannt), ist wie alle anderen seines Volkes ein Sklave. Im Hause seines Herrn wird ein Gelehrter ermordet - und ein Bogin verdächtigt. Alle Bogins werden daraufhin verhaftet - bis auf Fionn, der fliehen kann. Er ist nun das erste Mal außerhalb des Hauses und muss versuchen, sich in der Welt zurecht – und den wahren Täter zu finden. Nach und nach erhält er dabei Hilfe, schließlich hat er eine interessante Gruppe um sich geschart und es stellt sich heraus, dass hinter dem Mord eine wahre Intrige steckt. Fionn muss eine lange Reise auf sich nehmen, um schließlich das Rätsel zu lösen.

Prisca Burrows (hinter der Uschi Zietsch steckt) ist eine richtig schöne Fantasygeschichte gelungen, mit allen Zutaten, die diese braucht: eine große Hauptquest und einige Nebenquests, einen Hauptcharakter, der über sich hinauswächst, eineGruppe, die diesem dabei hilft, die Quest zu lösen und die sich aus verschiedenen Wesen mit interessantem Hintergrund zusammen setzt, eine Fantasywelt mit eigenen Mythen und Geschichten, eine abwechslungsreiche Landschaft, die ihre Gefahren birgt … Dies alles wird spannend und mit viel Liebe zum Detail erzählt.

Schon auf den ersten Blick macht das Buch einen guten Eindruck. Das Cover ist wunderschön, hat seine eigene Stimmung und macht Lust, sofort loszulesen. Mir gefällt vor allem die Grün-Gold-Kombination. Auch das Innenleben des Buches ist schön gestaltet. Die Karte, die an England erinnert, ist allerdings sehr versteckt innen auf dem hinteren Buchdeckel. Weiterhin gibt es ein hilfreiches Glossar. Was ich besonders schön fand, dass das Nachwort tatsächlich von der Bogin Prisca geschrieben wurde, das wirkt sehr authentisch, da mir auch die Vorstellung gut gefällt, dass das Buch von einer Bogin geschrieben wurde. Ein toller Trick der Autorin.

Die Charaktere im Buch sind allesamt sehr gut ausgestaltet. Mir gefielen fast alle sehr gut, aber am besten dann doch der Troll und der Oger, vor allem, weil sie auch einiges an Humor in die Geschichte brachten. Auch sehr gut gefallen hat mir die Bogin Cady, die in einer Parallelhandlung zu Fionns Reise eine größere Rolle spielt und sehr viel Mut beweist.

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und durch die beiden Erzählstränge bleibt sie durchgehend spannend. Wobei Fionns Reise eindeutig die größere Bedeutung zu kommt und diese auch den größeren Raum einnimmt. Die Auflösung ist unerwartet aber dennoch logisch und nachvollziehbar. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, das Ende aber relativ offen, so dass ich mir durchaus vorstellen könnte, die liebgewonnenen Charaktere in einem weiteren Roman wieder zu treffen, ich würde mich sehr darüber freuen.

Insgesamt ein tolles Buch, das man kaum aus der Hand legen mag. Für jeden Fan epischer Fantasy absolut empfehlenswert.

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