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Cynthia Lord
Fester Einband: 164 Seiten
Erschienen bei Sauerländer, 22.01.2009
ISBN 9783794180875
Genre: Kinder- & Jugendbuch
Catherine ist 12 und lebt mit ihren Eltern und ihrem jüngerem Bruder in einer kleinen Stadt der USA am Meer. Ihr einziger Traum ist es ein normales Leben zu führen. Doch dies wird nie in Erfüllung gehen, denn ihr Bruder David ist Autist und alles dreht sich immer nur um ihn. Zeit für sich hat sie so gut wie nie. Selbst die anderen Kinder in ihrem Alter meiden sie deswegen.
Damit sie von David nicht öffentlich blamiert wird, hat sie Regeln und Leitsätze aufgestellt, die gleichzeitig ihm und ihr das Leben erleichtern sollen.
Doch der kommende Sommer wird alles verändern. Es ziehen neue Nachbarn nebenan ein, mit einer Tochter in Catherines Alter. Eine baldige Freundin, wie sie hofft. Und dann fällt ihr noch in Davids Therapiezentrum Jason auf. Dieser sitzt im Rollstuhl und besucht die Sprachtherapie. Es entwickelt sich eine sehr spezielle Freundschaft, die Catherines Gedankenwelt auf dem Kopf stellt. Was ist denn nun normal?
„Ein Apfel ist ein komischer Pfirsich“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Mir hat es gefallen, dass der Leser die Handlung aus der Sicht von Catherine sieht und somit weiß, was sie fühlt, wenn sie mal wieder kürzer treten muss und man David mehr Aufmerksamkeit schenkt. Wir wissen, was sie denkt, wenn die anderen Kinder sich mal wieder über sich lustig machen und wie sie ihre Umwelt wahrnimmt. Das sind wichtige Aspekte, die das Buch zu etwas Besonderen machen. Denn nur so erfahren wir, warum es eigentlich schwer für Catherine ist, dass ihr Bruder David ein Autist ist. Sie ihn aber trotzdem liebt, so wie er ist.
„Morgen werde ich Mom sagen, dass sie schon recht hat – es stimmt, David braucht seine eigenen Wörter, aber auch andere Dinge zählen. Zum Beispiel, etwas Kleines, aber ganz besonderes miteinander zu teilen, nur mein Bruder und ich.
Ich knie neben David, unsere Arme berühren sich, unsere Gesichter spiegeln sich dicht nebeneinander im Glas.
Das genügt.“ (S. 165 Z. 15ff)
Und die Zitate und Sätze aus Arnold Lobels „Frosch und Kröte“ passen einwandfrei das Buch und zu der Thematik. Außerdem regt es sofort an, nachdem man ein „Apfel ist ein komischer Pfirsich“ gelesen hat, gleich dieses Buch zu kaufen und auch zu lesen, denn es wurden wirklich wunderschöne Zitate aus dem Buch ausgesucht.
Sich überhaupt aufzuraffen und darüber zu schreiben, verdient schon Anerkennung. Weil es ein schwieriges Thema ist. Und dann noch für Kinder. Aber all dies, hat Cynthia Lord so gut in einfacher Sprache erklärt und erzählt, dass es für die jungen Leser sehr lesenswert ist. Schon allein wie Catherine vielen Ereignissen, Leuten und Sachen ohne Vorurteile entgegentritt, ist eine tolle Vorbildfunktion für Kinder, die sie, so hoffe ich doch wahrnehmen.
Dieses Buch ist durch und durch empfehlenswert, denn die Mischung aus dem Wissen über die Behinderung und dem normalen menschlichen Umgang runden es wunderbar ab. Es ist vor allem schön, dass nicht nur auf eine Behinderung eingegangen wird, sondern dass wir nebenbei noch von anderen Krankheiten erfahren.
Daher sage ich:
Dieses Buch ist eigentlich nichts besonderes, aber genau das macht das Buch so liebenswert. Es ist ein wundervoller Jugendroman über Geschwisterliebe, Freundschaft, die erste kleine Liebe und der Frage, was denn nun normal ist.
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