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Eskorta
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bratislava, berlin, liebe, callboy, sex

Eskorta

Michal Hvorecky , Mirko Kraetsch
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Tropen-Verlag Label von Klett-Cotta, 05.03.2009
ISBN 9783608501025
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Spannend, rasant und ansprechend
Das sind die drei Wörter, die mir als erstes zu Michal Hvorecky Roman „Eskorta“ in den Sinn kommen.
Erzählt wird die Geschichte von Michal Kirchner, welcher nur gezeugt worden ist, damit seine homosexuellen Eltern in der sozialistischen Tschechoslowakei nicht mehr verfolgt werden. Ein Großteil seine Kindheit verbringt er in Prag und Bratislava. Diese prägte ihn sehr, so dass er sich als Erwachsene noch oft daran erinnert. Jedoch bekam seine Familie die Chance auszuwandern. Nach Westberlin. Dort lebten sie nach ein paar Jahren und nach den Tod seiner Mutter zig Michal mit seinen Vater wieder zurück nach Bratislava. Dort beendete die Schule mit dem Abitur und machte im Anschluss eine Ausbildung zum Schauspieler. Allerdings bekam er danach keinen Job in der Branche. Somit blieb ihn nichts anderes übrig als sich anderweitig um zu sehen. Schließlich bekommt er eine Anstellung bei einer Escort-Firma, die sich um reiche Firmengattinnen kümmert.
Es folgen sieben Jahren in denen er seinen Beruf mit Liebe und Leidenschaft ausübt. Allerdings verändert sich sein Körper sehr im Laufe der Jahre, was auch daran liegt, dass er regelmäßig Drogen nimmt. Dies hat zur Folge, dass er abstürzt. Und sich letztendlich nicht mehr um Frauen kümmert, sondern um ihre Haustiere.
Eines Tages passiert es aber, dass ihn eine ehemalige Stammkunde wieder bucht. Er soll als Bespaßung für ihre 15-jährige Tochter herhalten. Diese lebt abgeschieden von ihren Eltern in Alkohol- und Drogenexzessen. Sie verbringen mehrere Nächte miteinander und haben auch Sex. Auf Grund dessen, verliert er seinen Job. Michal hat aber zum ersten Mal, das Gefühl richtig verliebt zu sein. Außerdem arbeitet er heimlich immer noch als „Begleitperson“ für seine ehemaligen Stammkundinnen, was irgendwann seine alten Arbeitgeber mitbekommen. Die schicken darauf einen Muskelprotz um ihn zu verprügeln. Und auch Sophie leidet drunter. Sie wird vergewaltigt und stirbt kurz darauf. Für Michal bricht eine Welt zusammen.
Er verlässt Bratislava und wagt einen Neuanfang in Berlin. Hier arbeitet er freiberuflich in der Werbebranche. Eine Kampagne für ein neues hormonelles Verhütungsmittel für Frauen verändert sein Leben dann komplett. Die Nebenwirkungen sind so stark, dass er sich von einen Mann in eine Frau verwandelt und von nun an Michaela nennt. Durch einen Callboy wird sie schließlich schwanger und gebärt eine Tochter, Sophie.

Ich war sehr begeistert von diesem Buch. Ich hatte noch nie etwas von Michal Hvorecky oder aus Osteuropa gelesen. Ich war teilweise sehr schockiert über manche Lebensumstände von denen er berichtet. Sehr authentisch und realitätsnah.
Es las sich schnell von der Hand weg und ich war wirklich traurig, als ich dieses Buch durchgelesen hatte. Der Inhalt und auch alle Themen, die kurz erwähnt werden, haben mich persönlich angesprochen und zum Nachdenken gebracht.
Er spielt mit vielen erzählerischen Mitteln, die dem Leser sehr zu Gute kommen und das Buch letztendlich als hervorragendes Werk vollenden.
Ich kann es wirklich nur empfehlen. Von mir gibt es eine Top-Bewertung. Und ich hoffe bald noch mehr von Michal Hvorecky lesen zu können.

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