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Ganz normale Helden
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(29)

63 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

familie, internet, london, trauer, realität

Ganz normale Helden

Anthony McCarten
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.09.2012
ISBN 9783257067941
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Der Tod des jüngsten Sohnes Donny, bringt die Familie Delpe ans Ende ihrer Kräfte. Ein Jahr ist es her, doch die Wunden sind noch frisch. Gemeinsam wird nicht getrauert, nein, jeder versucht für sich alleine mit dem Schicksalsschlag fertig zu werden. Jeff Delpe, einst mal der ältere Bruder, bleibt jetzt als Einzelkämpfer übrig, zieht sich in die Onlinewelt des Rollenspieles „Life of Lore“ zurück. Seine Eltern glauben an geheime Machenschaften, die dort ablaufen und versuchen an ihren Sohn ranzukommen, doch dieser blockt komplett ab. Während sich die Mutter Renata im Internet Hilfe sucht, Trost finden möchte, macht sich der Vater Jim auf den Weg in die Welt von „Life of Lore“, damit er Jeff nahe sein kann. Er taucht in eine virtuelle Realität ein und versucht den verlorenen Sohn wiederzufinden.
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"Meine Meinung:"
„Ganz normale Helden“ ist eigentlich die Fortsetzung von „Superhero“, wobei ich sagen muss, das erste Buch nicht gelesen zu haben, allerdings deshalb auch keinerlei Probleme hatte, der Geschichte zu folgen. Sicherlich ist es ganz interessant zu sehen, wie die Krankheit von Donny die Familie verändert und wie sie letztlich dem Tod entgegensehen, aber zwingend notwendig ist es nicht, beide Bücher zu lesen, sie können auch einzeln für sich stehen.
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Die Geschichte beginnt damit, dass sich die einzelnen Familienmitglieder immer mehr voneinander entfremden. Jeder seinen eigenen Weg sucht, um mit der Trauer umzugehen. Jeff verkriecht sich in der Onlinewelt und ist für seine Eltern nicht mehr erreichbar, je drängender sie auf ihn einwirken, desto mehr blockt er ab, bis es zu einem Eklat kommt, der Junge von zu Hause abhaut, spurlos verschwindet. Auf Grund dessen beginnt sein Vater in der Onlinewelt nach ihm zu suchen, wird auch fündig. Er muss natürlich eine Rolle spielen, will er seinen Sohn nahekommen, darf er nicht zugeben, wer er ist und welche Absicht er verfolgt. So kann man als Leser bei Gesprächen von Vater und Sohn dabei sein, ohne dass der Sohn wirklich weiß, was vor sich geht. Eine spannende Situation, die die verzweifelten Bemühungen des Vaters aufzeigen.
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Jim wird mehr und mehr ans Spiel gefesselt, verliert den Blick für die Realität, entfernt sich mehr von seiner Frau und auch seine Arbeit leidet unter der Suche nach dem Sohn. Er erfährt Dinge über Jeff, die er niemals erwartet hätte, doch je mehr er erfährt, desto weniger scheint er seinen Sohn zu kennen.
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Ich weiß nicht genau, aber die Geschichte ist zwar von der Idee gut gewählt, aber überzeugen konnte sie mich nicht. Nach der Hälfte des Buches war ich versucht, es einfach wegzulegen und es niemals wieder zur Hand zu nehmen, zu gelangweilt haben mich die einzelnen Abläufe, die sich in langatmigen Wiederholungen bündeln. Auch wird die Internetwelt, das Rollenspiel, sehr einseitig beleuchtet. Sicherlich ist im Internet nicht alles koscher, aber da muss man differenzieren, den Blick weitern und nicht nur das Schlechteste von allen annehmen, aber genau dies passiert im Buch. Es sieht das Rollenspiel und seine Nutzer als generell absonderliche Wesen. Braucht die Geschichte vermutlich, ansonsten würde sie nicht funktionieren und trotzdem, es bleibt der bittere Beigeschmack erhalten, dass nur eine Seite der Medaille gezeigt wird.
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Fazit:
Lesbar, streckenweise leider langatmig und in der Ausführung einseitig. Kann man lesen, muss man aber nicht.

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Gegen einsam
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(13)

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einsamkeit, freundschaft, liebe, gegenstände, sammelleidenschaft

Gegen einsam

Daniela Meisel
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Picus, 21.02.2012
ISBN 9783854526797
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Die zwei Protagonisten in „Gegen einsam“ sind wie der Titel verrät, einsam, manchmal gemeinsam, oft aber in ihrer eigenen Welt gefangen.
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Da wäre der Postbeamte Michael, der dadurch auffällt, dass er eben niemals auffällt. Von den meisten ungesehen, führt er ein unaufregendes, meist durch Sehnsucht nach anderen Menschen geprägtes Leben. Was ihn so unspektakulär macht ist, dass er durchschnittlich ist: seine Größe, sein Gewicht, sein Aussehen, sein Job, nichts würde aus der Norm fallen, dass es Aufmerksamkeit erregen würde. In Laufe der Jahre hat er sich daran gewöhnt, was nicht heißt, dass er es akzeptiert hat.
Eines Tages stößt er auf eine Information, die sein Leben grundlegend verändert, ihm einen Sinn gibt: ein durchschnittlicher Mensch besitzt 17.000 Gegenstände und somit beschließt er, 34.000 Gegenstände zu sammeln, um eben den Durchschnitt entfliehen zu können. So viele Gegenstände brauchen Platz, weshalb in eine größere Wohnung zieht und dadurch trifft er auf Maja.
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Maja ist Angestellte in einer Steuerkanzlei und hat wie Manuel ein, sagen wir, außergewöhnliches Hobby. In ihrer Freizeit stöbert sie durch den Immobilienteil der Zeitungen, immer auf der Suche nach WGs, die einen Mitbewohner suchen. Nicht etwa, dass sie tatsächlich umziehen möchte, ihr geht es viel mehr darum, eine Statistik zu erstellen, wie viele Zimmer sie bekommen hätte, wie ihr Anklang bei den Menschen ist.
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Meine Meinung:
Manuel ist eher der unauffällig Typ, der, denn man leicht übersieht, wenn man nicht genau hinsieht und die Beschreibungen der Autorin verdeutlichen dieses Bild eindringlich. Es gibt nichts an dem Mann, was wirklich hervorsticht, so dass er ein verschwommener Mensch bleibt, der durch nichts hervorsticht. Erst als er es sich zum Ziel setzt, 34.000 Gegenstände zu sammeln, legt er eine Eigenheit an den Tag, die einen beschäftigt. Sein Hobby spielt aber auch im Geheimen ab, dringt nicht zur Außenwelt durch, so dass die Aufmerksamkeit nur der Leser mitbekommt und Maja, Maja die immer mehr zu einem Fixpunkt in Manuels Leben wird.
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Maja mag zwar auf den ersten Blick auch nicht sehr auffällig wirken, doch besitzt sie eine Schlagfertigkeit gegenüber den Menschen, die sie durchaus zu etwas Besonderem machen, sei es nun in der Arbeit, oder bei der Suche nach einer WG.
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Die Hobbies der beiden klingen sehr seltsam und sind es auch, doch verleihen sie der Geschichte eine eigene Dynamik und lassen einen Manuel und Maya durchaus sympathisch finden. Wieso sie ihre Leidenschaft gewählt haben, wird auch schnell klar: Maya sucht nach Bestätigung, will erreichen, dass sie Anerkennung erlangt und sieht, dass eine Zusammenleben mit ihr begehrt ist.
Manuel will der Durschnittsfalle entkommen, viel zu lange ging er in der Menschenmasse unter, sei es in der Schule, auf der Arbeit oder im Leben, niemals hat ihn etwas ausgezeichnet, weshalb er sich seinen eigenen Weg erschafft, auszubrechen.
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Der Titel des Buches lautet „Gegen einsam“, aber weniger einsam als zu Beginn der Geschichte, wird in deren Verlauf eigentlich niemand. Maja versucht zwar Manuel zu helfen, da er sich in seinem Hobby beginnt komplett zu verlieren, aber wirklich durchdringen kann sie nicht zu ihm. Zwischen den Beiden bleibt dem Buch über eine Distanz, die der Leser mitbekommt und die ich schade fand, vom Titel her hatte ich mir nämlich zumindest eine leichte Annäherung gewünscht.
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Die Kapitel innerhalb des Buches wechseln zwischen Maja und Manuel hin und her, die immer aus der Ich-Perspektive erzählt werden. Obwohl mir klar war, dass dieser Wechsel stattfand, war es manchmal schwer für mich, zu wissen, wer jetzt gerade an der Reihe war. Erst durch die ersten Absätze eines Kapitels wurde es irgendwann klar, wer diesmal der Erzähler ist.
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Es fällt mir schwer, die Geschichte zu beurteilen, weil einerseits die Hobbies der beiden schon skurril sind, doch anderseits sehe ich nichts, was mir aus dem Ganzen hängen bleibt. Für zwischendurch sicherlich ein empfehlenswertes Buch, da es sich locker und leicht liest, aber es gab keinerlei Tiefen, die das Ganze für mich besonders gemacht hätten.
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Fazit:
Sicherlich eine außergewöhnliche Geschichte, die durch ihre Protagonisten lebt, nur leider sind diese zwei Charaktere nicht so einnehmend, wie man es sich wünschen würde. Zwischendurch sicherlich ein kleines Lesevergnügen, allerdings nichts was lange nachwirkt.

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Tags: arbeit, einsamkeit, freundschaft, gegenstände, hobby, kanzlei, leidenschaft, liebe, post, reisen, wg, wohung   (12)

  

 

Gott bewahre
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209 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

gott, jesus, satire, religion, usa

Gott bewahre

John Niven , Stephan Glietsch , Jörn Ingwersen
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 16.08.2011
ISBN 9783453675971
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Was denkt Gott über die momentane Weltsituation?
Warum unternimmt er nichts, wenn er doch allmächtig sein soll?
Wieso lässt er die schrecklichsten Dinge zu?
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Was wenn die Antwort auf diese Fragen ganz einfach ist? Gott gönnte sich einmal in seinem endlosen Leben Urlaub und aufgrund der unterschiedlichen Zeitrechnungen zwischen Himmel und Erde war seine Ferienwoche im Himmel, auf der Erde 400 Jahre lang.
Nach dem Angelurlaub kehrt er in sein Büro zurück und muss sich mit den Schandtaten der Menschheit auseinandersetzen. Und weil es schon einmal funktionierte, entschließt er seinen Sohn Jesus auf die Erde zu schicken, damit er die einzig wahre göttliche Botschaft verkündigen kann: Seid lieb!
Jesus, zuerst von der Aufgabe nicht sonderlich begeistert, will er doch weiter mit Jimi Hendrix Musik machen, kiffen und einfach nur die Ewigkeit genießen, findet sich schließlich doch damit ab und kehrt im Jahre 2011 auf die Erde zurück.
Wie verkündet man die frohe Botschaft, in einer Zeit, wo der Glaube entweder gar nicht oder extrem ausgelebt wird? Gestrandet in New York schließt er sich mit einigen Menschen zusammen, die in etwa dieselben Interessen wie er teilen. Kiffen, Musik, chillen. Erst als sie auf ein Plakat der Sendung American Pop Stars aufmerksam werden, entsteht ein Plan, wie man die Menschen erreichen könnte.
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Meine Meinung:
Das Cover sprang mich sozusagen gleich an, da es doch mit einem ziemlich heiklen Thema spielt: Religion. Da ist der rauchende Jesus, vor einer Gefängniswand abgebildet – der Titel „Gott bewahre“ lässt natürlich viele Vermutungen offen, sicher ist nur – dabei muss es sich um eine skurrile Geschichte handeln. Die ersten Seiten bestätigen diesen Eindruck auch relativ schnell, wenn man über das Himmelsbüro liest und mit dem herrlich lockeren Schreibstil konfrontiert wird.
Jesus kommt einen trotz seines Alters (33 Jahre auf der Erde) wie ein Jugendlicher vor, der Träumen nachhängt und eigentlich keine wirkliche Ahnung hat, was er mit seinem Leben machen sollte. Er ist eben auch nur ein Sohn, Gottes Sohn eben und als dieser ihn auf die Erde schickt, ist er erst nicht so begeistert, erinnerte er sich doch, was das letzte Mal geschah als er den Menschen einen Besuch abstattete. Trotzdem beugt er sich und findet auf der Erde schnell ein paar „Jünger“ (Drogenabhängige, Alkoholiker, Obdachlose) mit denen er sich umgeben kann. Die Truppe ist relativ sympathisch und man liest gerne von ihnen, von ihren Wegen irgendwie zu überleben.
Jetzt hat sich mir die Frage gestellt, wie Jesus es wohl anstellen wird, seine Botschaft zu verkündigen, immerhin findet man heutzutage schwerlich Gehör. Die Idee des Autors ihn bei American Popstars (Deutschland sucht den Superstar in den USA) teilnehmen zu lassen, ist wohl der amüsanteste Punkt des Buches, ansonsten ist der Humor nämlich eher dünn besiedelt.
Die Geschichte ist relativ flüssig geschrieben, die Seiten lassen sich schnell weglesen und spannend ist es zudem auch, so dass man das Ende wissen möchte.
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Bin selbst jetzt nicht wirklich gläubig, was aber bei dem Buch gar nicht notwendig ist, solange man von der (eventuellen) Existenz von Gott, Jesus, Himmel und Hölle weiß, ist man mit den besten Hintergrundwissen ausgestattet. Gläubigen Menschen, die sich auch an die Kirche, Bibel und all diese Sachen halten, wird „Gott bewahre“ wohl eher nicht zusagen, weil vieles davon durch den Kakao gezogen wird.
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Eigentlich wollte ich nur 2 Sterne vergeben, weil das Buch einen nicht wirklich vom Hocker reißt, aber letztlich werden es doch 3 Stück, da die Geschichte mal etwas vollkommen anderes ist. Nichts Vergleichbares würde mir einfallen und letztlich war es doch ein amüsantes Lesevergnügen.
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Fazit:
Nicht so humorvoll, wie vielleicht erhofft – trotzdem ein interessantes Buch für Zwischendurch.

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