Sarlascht

Sarlaschts Bibliothek

593 Bücher, 232 Rezensionen

Zu Sarlaschts Profil
Filtern nach
461 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



Wer spickt, wird erschossen
LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Wer spickt, wird erschossen

Iris Hechenberger
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.05.2013
ISBN 9783426786055
Genre: Comic

Rezension:  
Tags:  

  

 

Winterkartoffelknödel
LOVELYBOOKS-Statistik

(94)

138 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

krimi, bayern, oma, franz eberhofer, rita falk

Winterkartoffelknödel

Rita Falk
Flexibler Einband: 233 Seiten
Erschienen bei dtv, 23.01.2012
ISBN 9783423213301
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:  
Tags:  

  

 

1:0 für die Idioten
LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

psychatrie, vertrauen

1:0 für die Idioten

Karlijn Stoffels , Rolf Erdorf
Flexibler Einband: 164 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 07.12.2009
ISBN 9783407810571
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  

  

 

Vielleicht sogar wir alle
LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familie, frankreich, lkw, beruf, lösung

Vielleicht sogar wir alle

Marie-Aude Murail , Tobias Scheffel
Fester Einband: 355 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 07.03.2012
ISBN 9783596854448
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  

  

 

Ein ganzes halbes Jahr
LOVELYBOOKS-Statistik

(293)

692 Bibliotheken, 50 Leser, 0 Gruppen, 139 Rezensionen

liebe, sterbehilfe, will, behinderung, lou

Ein ganzes halbes Jahr

Jojo Moyes , Karolina Fell
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB., 21.03.2013
ISBN 9783499267031
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:


Inhalt:
Lou und Will, zwei Menschen die nicht viel gemeinsam haben. Die 27-jährige Lou ist quirlig und doch ein wenig in ihrem Leben festgefahren. Es hat einen festen Rahmen und Abwechslungen kommen eher selten vor. Als sie ihren Job verliert, sich auf etwas Neues einlassen muss, da kommt es zu einer Wendung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird.
Will war einst ein erfolgreicher Geschäftsmann, bis er durch einen Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist. Der ehemals glückliche und lebensfrohe junge Mann fällt in einen dunkles Loch, sein Leben scheint keinerlei Sinn mehr zu machen, ein unerträglicher Zustand, doch dann tritt Lou in sein Leben und plötzlich ändern sich die Dinge.


Meine Meinung:
Nach dem Klappentext und auch nach einigen Rezensionen dachte ich mir, bei dem Buch würde es sich um eine Liebesgeschichte handeln, viel will ich von der Geschichte nicht vorwegnehmen, gesagt sei aber, dass es viel mehr um das Leben geht, mit seinen Schatten und Sonnenseiten, Hindernissen und Glücksmomenten. Zentral dreht es sich um Lou, die als Pflegerin bei Will anfängt, auch aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt. Wir gehen mit ihrer Skepsis an die Sache ran, fühlen uns aber immer schneller in die Situationen ein, bis es sich einfach nur zu einer einzigartigen Freundschaft verwandelt, die zwischen den Beiden herrscht.

Stark wird in dem Buch thematisiert, welchen Problemen sich Behinderte jeden Tag stellen müssen, es ist manchmal ein extremer Aufwand Situationen zu planen, was einen gar nicht so bewusst ist, was man alles zu bedenken hat. Für einen Außenstehenden ist es ein interessanter, manchmal erschreckender Einblick in eine Welt, die viel zu unbekannt ist. Weiteres und vielleicht noch stärker im Fokus der Geschichte ist das Thema Sterbehilfe. Dieses Thema spaltet, doch dem Buch gelingt es alle Seiten zu beleuchten, besonders gut ausgearbeitet ist die Tatsache, dass man sowohl die Gedanken des „Patienten“ erfährt, aber auch die der Angehörigen. Es ist so,  beendet man das Buch, bleibt die Geschichte im Kopf, verlangt danach, dass man sich damit auseinandersetzt, sich selbst hinterfragt und Antworten sucht, wie man selbst in gewissen Momenten reagieren würde. Sterbehilfe, wer denkt schon darüber nach, wenn er sich nicht in dieser Situation befindet?

Überrascht war ich von dem Humor, der sich in jedem Kapitel vorfinden lässt. Lou, aber auch Will haben eine zynische Seite an sich, die einen den einen oder anderen Lacher entlocken, obwohl es eigentlich ein Thema ist, bei dem es nichts zum Lachen gibt, aber es ist oft Situationskomik, die alles ausmacht. Dieser Witz, neben traurigen Rahmen, es bringt einen in eine Gefühlsachterbahn, weil man nicht weiß, ob man manchmal lachen oder doch weinen sollte, großes Kino, wenn es ein Buch schafft, eine innerliche Zerrissenheit herzustellen.

Oft im Zusammenhang mit „Ein ganzes halbes Jahr“ wird  der Film und das Buch „Ziemlich beste Freunde“  erwähnt, manche sprechen auch von einer Kopie von dessen, aber ehrlich, natürlich gibt es Parallelen, aber in den meisten Thrillern kommen Leichen vor, was letztlich noch lange nicht heißt, sie während gleich gestrickt – es sind zwei Paar Schuhe, gleich ist, dass es hier eine Person im Rollstuhl gibt, die eine Pflegekraft hat. Gefühle und Ausflüge sind aber komplett verschieden.

Fazit:
Dieses Buch lässt sich eigentlich nicht in Worte fassen, es ist ein Gefühlsabenteuer der Sonderklasse, was von allen etwas besitzt: Humor, Tragik, Liebe und Freundschaft. Wunderbar.

  (0)
Tags:  

  

 

Danke für meine Aufmerksamkeit
LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

43 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

maus, cordula stratmann, roman, humor

Danke für meine Aufmerksamkeit

Cordula Stratmann
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 09.03.2013
ISBN 9783462045253
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:


Inhalt:
Britta ist eine europäische Hausmaus, aber keine, wie wir sie kennen – Britta kann nämlich mit den Menschen reden, sich mitteilen, was sie auch tut, ansonsten wäre eine Mäuseleben ja arg langweilig. Nach einer schmerzhaften Trennung von Tim, einer chinesischen Reisfeldmaus, findet sie auf der Suche nach einem neuen Zuhause das Mädchen Polly, bei welcher sie letztlich einzieht und so beginnt für sie ihr Abenteuer Familienleben, was aus der Sicht einer Maus doch ganz oft unverständlich und furchtbar kompliziert ist.


Meine Meinung:
Eine sprechende Maus, die versucht die Menschen zu verstehen und ihr Verhalten versucht zu ergründen – die Idee ist wirklich gut gewählt, weil es mich ein bisschen an „Firmin“ von Sam Savage erinnert hat, nur eben in amüsant, wie man es von Cordula Stratmann gewohnt ist. Bei der Umsetzung hängt das ganze Projekt aber ein bisschen durch, die meisten Abstriche kassiert das Buch wohl auf Grund des Schreibstiles. Wie schon beim ersten Buch von Frau Stratmann, kann ich es mir sehr gut vorstellen, es als Hörbuch zu genießen, weil ein Sprecher die Wortkombinationen vielleicht besser betonen kann, liest man sie allerdings selbst, dann erscheint es beinahe so, als würde niemand in der Geschichte ein vernünftiges Deutsch sprechen können. Bei den Kinder ist es eine zu gewollte Jugendsprache und bei den Erwachsenen bleibt es einfach nur eine Katastrophe, wobei gesagt werden sollte, aber der Hälfte des Buches bessert sich dieser Zustand ein wenig, es wird lesbarer, aber es rettet eben kein Buch, wenn eine Hälfte schlechte, die andere akzeptabel ist.

Die Geschichte selbst besitzt nicht viel Tiefgang, da hätte ich mir mehr erwartet, besonders weil das Verhalten der Menschen viele amüsante und spannende Momente bietet, einige werden zwar aufgegriffen, aber immer nur ganz kurz, fast wie eine heiße Kartoffel wieder fallen gelassen, so dass man sich in keine Situation richtig einfühlen kann, es schrammt alles am Emotionsbereich vorbei, keine Beschreibung trifft jemals.

Und auch wenn man sich von der Vorstellung distanzieren sollte, dass es sich hier um ein lustiges Buch handelt (so was las ich), kann ich leider nicht sagen, dass es ein tiefgründiges ist, was es ist, ist eine nette Lektüre für zwischendurch, deren erster Teil die Nerven strapaziert, allerdings mit einem wahrlich beachtenswerten zweiten Teil abgeschlossen wird. Gebe es die ersten 100 Seiten nicht, wäre dort der sprachliche Stil besser, dann könnte man von einem richtig guten Buch sprechen, darin sehe ich keinen Zweifel.

Man darf sich nicht beirren lassen, dieses Buch muss man nicht mögen, weil man Frau Stratmanns Humor mag. So ergeht es nämlich mir, auf der Bühne finde ich sie grandios, aber ich finde, sprachlich bringt sie es nicht rüber, wobei „Danke für meine Aufmerksamkeit“ wenigstens einen Ticken besser als „Sie da oben, er da unten” ist. Wird diese Steigerung eingehalten, dann kann man sich auf ein richtig gutes neues Buch von Cordula Stratmann freuen.

Fazit:
Es strapaziert die Nerven 100 Seiten lang und wird dann zu einer angenehmen kleinen Geschichte, die man gerne mal zwischendurch lesen kann, ob man sie wirklich gelesen haben muss, darüber kann man gerne streiten.

  (1)
Tags:  

  

 

Der Meister: Roman
LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

maura isles, jane rizzoli

Der Meister: Roman

Tess Gerritsen
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Limes Verlag, 31.01.2013
ISBN B00B5S5826
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  

  

 

Silver Linings
LOVELYBOOKS-Statistik

(19)

80 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

therapie, silberstreif, football, pat peoples, verdrängung

Silver Linings

Matthew Quick , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kindler, 22.03.2013
ISBN 9783463400815
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:  
Tags:  

  

 

Das Versprechen, das ich meiner Mutter gab (German Edition)
LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Das Versprechen, das ich meiner Mutter gab (German Edition)

Arwyn Yale
E-Buch Text: 65 Seiten
Erschienen bei Modern Ink Books, 11.03.2013
ISBN B005AIOOSG
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt:
Als Ruma ein Kind ist, verliert sie ihre Mutter auf tragische Weise. Ihr Tod, aber auch die kurze Zeit, die sie miteinander hatten, sie begleiten sie ein Leben lang. In einer Pflegefamilie aufgewachsen, fehlte es immer an Liebe und Geborgenheit, es blieb eine Lücke zurück, eine Lücke, die sie als Erwachsene schließen möchte, damit, dass sie ihren Seelenzwilling sucht. Einen Menschen, der ihr gleicht, mit Gefühlen und Gedanken mit ihr übereinstimmt. Sie fühlt sich alleine und wäre doch nur irgendwo, wo sie verstanden wird und wer könnte es besser als ein Seelenzwilling.

Meine Meinung:
Ruma leidet an Depression, trinkt viel zu viel und verliert sich in ihrem Leben. Grund dafür ist der Tod ihrer Mutter, den sie als Kind erleben musste und nie wirklich verarbeitet hat. Zu Beginn lernt man Mutter und Tochter kennen, erkennt die innige Beziehung, die die Zwei verbindet, umso tragischer ist es dann, als sie auseinandergerissen werden. Als Leser fühlt man die Situation mit und doch, meiner Meinung nach hätte es mehr Potenzial gehabt, die Umstände, besonders die Kindheit in der Pflegefamilie, sie hätten intensiver und umfangreicher beschrieben werden können. Man erfährt zwar später im Buch etwas über die Zeit, trotzdem bleibt sie nur ein schwacher Schemen, der einen nicht wirklich hilft, sich ein klares Bild zu erschaffen.

Hauptaugenmerk im Buch liegt auf der Suche nach dem Seelenzwilling, eine interessante Unternehmung, die einen selbst antreibt, über dieses Thema nachzudenken. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Menschen auf der Welt gibt, der einen gleicht, dessen Zwilling man eben sein könnte? Bei Milliarden von Menschen sollte die Vorstellung nicht so abwegig sein, aber lässt sich diese eine einzige Person so leicht finden? Die Welt ist groß und genau hier setze ich wieder meinen Kritikpunkt – man hätte die Situation ausführlicher ausbauen können, ein bisschen ein ausgedehnteres Verwirrspiel mit dem Leser treiben können. Es war zwar gewollt, aber in meinen Augen nicht komplett ausgereift.

Das Thema „Seelenzwilling“ ist natürlich eigen, dafür muss man sich öffnen wollen – vielleicht einfach wertefrei an die Geschichte machen, dass wäre wohl am besten. Kann man sich auf das Buch einlassen, wird man reichlich belohnt, mit vielen Gedanken zurückgelassen, die einen eine lange Zeit begleiten und überdacht werden wollen. Man will darüber nachdenken, wie es sein könnte, wenn man noch einmal auf der Welt herumläuft. Beinahe will man sich einfach nur noch auf die Suche nach seinem Zwilling machen, denn was gebe es schöneres, als sich blind mit jemanden verstehen zu können, oder würde man sich nicht verstehen, weil man sich ebenso gleich ist. Wie gesagt, es bleiben Fragen im Kopf, die einem zum Nachdenken bringen.

Kritikpunkt am Buch – einzelne Situationen sind unzureichend beschrieben, man hätte aus einigen viel mehr herausholen können. So bleibt man sich selbst überlassen, sich ein Bild im Kopf zu schaffen. Gut, man könnte darauf verweisen, dass man dazu einfach seine Fantasie benötigt, um sich alles vorzustellen, aber irgendwie setze ich es auch voraus, dass ein Autor mir eine Welt schafft, in die ich komplett abtauchen kann – dies gelang mir bei dem Buch nicht immer.

Fazit:
Eine Geschichte, die einem zum Nachdenken bringt und einen noch tagelang verfolgt – nur die Ausarbeitung einzelner Situationen hätte man vielleicht besser umsetzen können.

  (2)
Tags:  

  

 

Atme nicht
LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

81 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

jugendbuch, jugendliche, selbstmord, therapie, depression

Atme nicht

Jennifer Hubbard , Michael Koseler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Beltz, 04.02.2013
ISBN 9783407811325
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  

  

 

Und dann kam Paulette
LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

zusammenhalt, frankreich, freundschaft, einsamkeit, traurigkeit

Und dann kam Paulette

Barbara Constantine , Ina Kronenberger
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kindler, 01.03.2013
ISBN 9783463406411
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:


Inhalt:
Ferdinand lebt nach dem Tod seiner Frau und dem Auszug seiner Söhne alleine auf einem großen Bauernhof. Einsamkeit nimmt sein Leben ein, nur sein Kater Lolli leistet ihn Gesellschaft, durchbricht die Stille.
Eines Tages, auf den Heimweg, trifft er auf einen streunenden Hund und stellt schnell fest, dass er seiner Nachbarin Marceline gehört – zu dieser bringt er ihn auch zurück. Ein glücklicher Zufall. Er findet die alte Dame bewusstlos vor, ihr Gasofen hat ein Leck, eine tödliche Gefahr, doch durch sein Auftauchen konnte er schlimmeres vermeiden. Im Haus bemerkt er, dass das Dach völlig undicht ist und entschließt sich letztlich, Marceline anzubieten, doch einfach zu ihm zu ziehen, da er weiß, dass sie sich die Reparaturen niemals leisten könnte. Zweifelnd, aber sich eingestehend, dass sie nicht mehr in ihrem kleinen Häuschen bleiben kann, nimmt sie das Angebot an. Es bleibt jedoch nicht nur bei Marceline und Ferdinand, nach und nach ziehen immer mehr Menschen auf den Hof, bis sie eine einzigartige WG bilden.


Meine Meinung:
Kennt ihr das Gefühl, ein Buch in den Händen zu halten, mit immensen Erwartungen, weil es ein so wichtiges Thema wie Altersarmut und –einsamkeit thematisiert? Was habe ich mir alles ausgemalt, es war ein einzigartiges Bild und dann, dann liest man die Geschichte und ist vollkommen enttäuscht.
Es ist nicht so, dass das Buch schlecht wäre, was mir letztlich einfach fehlte, war die Tiefe, die Eindringlichkeit und das Facettenreichtum der Charaktere. Die Szenarien wirkten auf mich kalt, gräulich und rein auf der Oberfläche beleuchtet. Unterschiedlichste Meinungen las ich zu dem Buch, aber ich muss mich soweit abgrenzen, dass ich sage, nein, mein Herz hat diese Geschichte nicht berührt oder erwärmt. Es war nett zu lesen, keine Frage, aber besonders wertvoll fand ich es jetzt nicht.

Die einzelnen Personen der WG werden einen vorgestellt, ganz unterschiedliche Typen finden sich da zusammen. Von einigen kann man sich ein ziemlich gutes Bild machen, da ihre Geschichte ausführlich beschrieben wird, dazu gehört beispielsweise Marceline, auf der anderen Seite ist da Ferdinand, der konturenlos bleibt, einfach nicht fassbar ist und irgendwie in der Geschichte verloren geht, obwohl er eigentlich noch funktioniert, richtig blass bleibt Muriel, eine Person, die später im Buch auftritt. Hinter ihr steht eine riesige Geschichte, die einfach niemals erwähnt wird. Man kann jetzt natürlich sagen, dass es an dem Leser selbst wäre, seine Fantasie anzuregen, aber wichtig wäre doch, ein gewisses Grundkonstrukt geboten zu bekommen, was hier eindeutig nicht der Fall ist.

Und es ist auch Muriels Geschichte, die letztlich das Buch in den Abgrund reißt. Was es ist, würde das Ende des Buches verraten, aber sagen wir einfach so, auf moralische Ebene ist ein fraglicher Schluss. Eingeschworene WG hin oder her, es gibt Dinge, da sollte man doch eher den logisches Aspekt beachten und nicht frei von der Leber weg agieren.

Fazit:
„Und dann kam Paulette“ war in Frankreich ein großer Erfolg, führte wochenlang die Bestsellerliste an, aber ehrlich gesagt, ich kann es nicht wirklich nachvollziehen. Es fehlt einfach an Substanz, die wichtigen Themen sind viel zu oberflächlich beleuchtet und letztlich ist das Ende mehr als fraglich.
Nett, kann man lesen, aber empfehlen würde ich es jetzt nicht.

  (0)
Tags:  

  

 

Die Betäubung
LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

krankenhaus, freud, therapie, liebe, verlust

Die Betäubung

Anna Enquist , Hanni Ehlers
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 01.09.2012
ISBN 9783630874005
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:


Inhalt:
Nach dem tragischen Tod seiner Frau Hanna, nahm sich der Psychoanalytiker Drik de Jong eine Auszeit von seiner Arbeit, braucht Zeit, um seine Gedanken zu sortieren, doch irgendwann, da muss man wieder an das normale Leben anknüpfen, weitermachen. Drik nimmt seinen Job wieder auf, widmet sich seinen Patienten und versucht, selbst hilflos gegenüber dem Leben, ihnen eine Perspektive zu geben. Allard Schuurman kommt zu ihm, möchte eigentlich nur die obligatorische Lehrtherapie machen, doch es wird zu einer wahren Zerreißprobe für Drik, denn es sind die Selbstzweifel, die an ihm zu nagen beginnen.

Driks Schwester Suzan, die beste Freundin ihrer Schwägerin, scheint anders mit dem Schmerz des Verlustes umzugehen. Voll und ganz geht sie in ihrer Arbeit als Anästhesistin auf, mag den klaren Rahmen, in den sie ihre Aufgaben zu erledigen hat. Ihre Welt wird auf den Kopf gestellt, als ihr der junge Allard Schuurman als Praktikant zugewiesen wird. Sie verfällt den jungen Mann und setzt damit alles auf eine Karte.

Meine Meinung:
Nach dem Klappentext nach könnte man meinen, es würde sich um ein Buch mit dem Überthema Verlust handeln. Jein, natürlich spielt der Aspekt, dass die beiden Charaktere Ehefrau oder Schwägerin verloren haben, eine zentrale Rolle, aber für mich ist das Buch mehr darauf ausgerichtet, den Arbeitsalltag der beiden zu beleuchten. Hin und wieder kommt es zu kurzen Erinnerungen an Hanna, aber als wirklich dominierendes Thema, so würde ich es nicht bezeichnen.

Es gibt massenhaft Bücher über den Arbeitsalltag verschiedener Berufsgruppen, man kann davon halten was man mag, doch in „Die Betäubung“ wurde genau ein solches Sachbuch in einen Roman umgewandelt. Obwohl ich eher auf Psychologie fixiert bin, mich vor dem Lesen mehr auf diese Teile freute, waren es letztlich doch die Ausführungen über den Arbeitsablauf einer Anästhesistin, die mich gefangen genommen haben. Welche Aufgaben diese Gruppe zu erledigen hat, wie das Ansehen im Krankenhaus ist und noch viel mehr wird dem Leser näher gebracht. Die beiden Protagonisten wechseln sich in der Erzählperspektive beständig ab, so dass man immer weiß, welchen Einblick man als nächstes erhält.

Wie man aus der Inhaltsangabe entnimmt, verzweigen sich die Arbeitsabläufe der beiden Geschwister, gehen soweit, dass sie ins Privatleben hineinspielen und man kann sich schon beinahe selbst ausmalen, wie sehr es eine Herausforderung für Drik wird, in der Therapie Ausführungen über seine Schwester zu erhalten. Diese Zerrissenheit, die er verspürt, nimmt man während des Lesens deutlich wahr, es ist beinahe so, als würde man selbst im Behandlungszimmer sitzen und sich der Situation aussetzen. Während des Lesens fließt eine elektrische Spannung durch die eigenen Venen, die absolut fesselnd ist.

Wir Analytiker sind Geschichtenerzähler, und die beste Geschichte hauen wir dem Patienten um die Ohren. Auf diese Geschichte einigen wir uns im Laufe der Therapie, diese Geschichte wird zu der Wahrheit, an der wir alle Gefühle und Einbildungen festmachen. So kommen Ruhe und Struktur in das Denken des Patienten über sich selbst, und wir können den Abschied vorbereiten.
(Seite 107)


Die Autorin, Anna Enquist, war selbst lange als Psychoanalytikerin tätig, was man aus dem Buch herauslesen kann. Ihr tiefes Wissen, ihre Versiertheit  ist deutlich wahrnehmbar, doch auch die Abschnitte über den Arbeitsalltag einer Anästhesistin sind vollkommen ausgereift recherchiert worden, was in der Danksagung nochmal unterstrichen wird – es war vermutlich eine Arbeit sondergleichen, sich mit dieser Materie so weiträumig auseinanderzusetzen, aber letztlich lässt sich nur sagen, die Mühe hat sich reiflich gelohnt.

Fazit:
Es gibt diese Bücher, denen viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird – „Die Betäubung“ gehört zu diesen. Schade, dass ich nicht schon früher darauf aufmerksam wurde, weil es zu lesen, ist einfach nur fesselnd und energiegeladen. Zwischen Gefühlen hin und her gerissen, hängt man seinen eigenen  Gedanken und Spekulationen nach. Absolute Leseempfehlung!

  (2)
Tags:  

  

 

Antonia Lucia Labellas brillanter Plan
LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Antonia Lucia Labellas brillanter Plan

Donna Freitas , Christine Gallus
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Gabriel Verlag, 05.02.2013
ISBN 9783522303132
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Die 15-jähriger Antonia Lucia Labella wohnt mit ihrer Mutter und Großmutter in Providence, wo die Familie einen bekannten Lebensmittelladen betreibt. Der Vater ist vor Jahren verstorben, so dass die Frauen alleine mit sich sind. Antonias Mutter ist eine streng gläubige italienische Frau, die ihre Tochter mit Adleraugen beobachtet, Streits bleiben da nicht aus.
Die große Leidenschaft des Mädchens sind Heilige. Für jede Situation gibt es den richtigen Schutzpatron und doch, es gibt einige Dinge, die noch nicht mit Heiligen ausgestattet sind, Feigen zum Beispiel. Zu niemanden kann man beten, wenn man Probleme mit Feigen hat und so schreibt Antonia gerne mal Briefe an den Vatikan, unterbreitet ihm Vorschläge. Ihr großes Ziel ist es allerdings, selbst zur Heiligen zu werden, zur ersten lebenden Heiligen in der katholischen Kirche. Kein leichtes Unterfangen, aber das Mädchen ist hartnäckig und schreibt beständig Briefe an den Papst.


Meine Meinung:
Die wichtigste Frage, die ich mir vor dem Lesen stellte und euch jetzt beantworten kann: wie viel Religion steckt im Buch? Sagen wir so, manche Dinge sind sicherlich für Menschen nachvollziehbarer, wenn man einen Glauben besitzt, einige Situationen waren für mich befremdlich, ein wenig unverständlich. Es ist auch so, dass das ganze Buch durchgängig von dem Thema Heiligen dominiert wird. Ich bin nicht gläubig, kann aber sagen, dass die Geschichte ok war, manchmal mich aufgrund des fehlenden Glaubens nicht vollkommen erreichte, aber doch so war, dass ich mich zwischen den Buchseiten gut aufgehoben fühlte.

Antonias Welt dreht sich stark um die Heiligen der katholischen Kirche, für jede Situation, egal wie schwer sie erscheint, findet sie jemanden, zu dem sie beten kann. Neben dieser tief verwurzelten Religiosität ist sie aber auch einfach nur ein Teenager, der mit den ganz normalen Problemen dieser Zeit kämpft. Liebeskummer, der erste Kuss und die Unwissenheit, was man eigentlich überhaupt möchte. Dem Leser dürfte es schwer fallen, die Probleme auf sich selbst umzumünzen, damit man ein Verständnis entwickelt, weil Antonia eben immer zu beten beginnt, wenn sich ein Hindernis einstellt. Darunter leidet nicht die Authentizität, aber ohne Glauben, da kann man die Handhabung und die Lösung der Probleme einfach nicht ganz nachvollziehen.

Die Wurzeln der Familie Labella liegen in Italien und man spürt es im Buch. Die Mutter betreibt einen italienischen Feinkostladen, der in dem kleinen Örtchen hohe Bekanntheit genießt. Zudem, der Wohnort ist besonders von Einwanderern bewohnt, hauptsächlich Italiener, Iren und Portugiesen. Freunde der Familie sind oft Italiener und auch in der Mutter/Tochter Beziehung spürt man die Leidenschaft und Feurigkeit der Südländer. Dieser Einblick in die fremde Kultur, er hat der Geschichte richtig gut getan und hat mir auch am besten gefallen.

Es gibt auch eine Liebesgeschichte im Buch, wie oben beschrieben und ich muss sagen, sie ist ein wenig vorhersehbar. Zwar versucht die Autorin einen zu verwirren, aber wirklich klappen mag es nicht. Es ist wieder authentisch beschrieben, aber durch die Problemlösung mithilfe von Heiligen, dass macht es halt einfach schwer, einen tiefen Kontakt aufzubringen.

Fazit:
Dreh- und Angelpunkt des Buches ist das Thema Heilige, was für mich als nicht sonderlich gläubigen Menschen manchmal die Handlung ungewohnt und seltsam anmuten ließ. Es ist nicht furchtbar unverständlich, sondern ein ganz nettes Buch, allerdings, wenn man gläubig ist, so stelle ich es mir vor, dann ist es sicherlich noch ein größerer Vergnügen.

  (6)
Tags:  

  

 

Der beste Freund, den man sich denken kann
LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

55 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

roman, kindesentführung, imaginärer freund

Der beste Freund, den man sich denken kann

Matthew Dicks , Cornelia C. Walter
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury, 01.02.2013
ISBN 9783827011404
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:


Inhalt:
Der 6-jährige Budo ist der imaginärer Freund von dem 8-jährigen Max Delaney. Für einen imaginären Freund ist er schon relativ alt, die meistens überleben den Kindergarten oder die Vorschule nicht, doch Max ist ein besonderes Kind, er braucht Strukturen, es fällt ihm schwer, mit anderen Menschen umzugehen, sortiert gerne Dinge und so hält er sich meistens an Budo, der im treu zur Seite steht. Bei Problemen steht er jederzeit bereit, doch es wird der Tag kommen, an dem Max nicht mehr an Budo glaubt, der kleine Junge verschwinden wird, diesen Moment fürchtet er, doch bis es soweit ist, haben die beiden noch ein ganz besonderes Abenteuer zu erleben.

Meine Meinung:
Erzählt wird das Buch aus der Sicht des imaginären Freundes Budo, der seine Erlebnisse mit Max berichtet, allerdings auch seine eigene Welt beschreibt. Wie es ist, ein imaginärer Freund zu sein, warum manche aussehen wie Löffel, andere wie kleine Haarspangen und wieso er so vollkommene menschliche Züge hat. Einerseits ist es absolut absurd was der Autor da beschreibt und andererseits ist es plausibel, weil die Details mit großer Hingabe ausgearbeitet sind und einen auch als Erwachsenen noch total in den Bann nehmen.

Nach den ersten Seiten stellte sich für mich die Frage, ob es sich hier vielleicht nicht doch eher um ein Jugendbuch handelt, da die Sprache wahnsinnig einfach gewählt wurde, aber es ist natürlich dadurch sehr authentisch, weil Budo eben erst 6 Jahre alt ist. Stilistisch hat es mich ein wenig an „Raum“ von Emma Donoghue erinnert, wo auch ein Kind die Erzählstimme übernimmt.  Es ist ein wenig schwer für mich gewesen, auf Grund dessen in die Geschichte zu finden, weil man sich einfach darauf einlassen, sein Gehirn aus dem Erwachsenenmodus nehmen und in den kindlichen schalten muss. Die Umstellung dauerte bei mir etwas länger, gelang aber so um Seite 150, dann ist man absolut gefangen, eingenebelt von dieser zauberhaften, kindlichen Welt.

Es war auch ungefähr auf Seite 150, wo ich mich zu fragen begann, wohin die Geschichte mich eigentlich lenken möchte. Sicherlich hat man mal die beiden Welten der Jungs kennengelernt, aber dann blieben immer noch gute 300 Seiten übrig, die ich mir zu fühlen nicht hätte wirklich erträumen können, aber da kommt noch was ganz Großes auf den Leser zu. Einiges kann man aus dem Klappentext schon herauslesen, in welche Richtung es aber letztlich geht und was es für alle Beteiligten bedeutet, dass war eine riesige, aber sehr gelungene Überraschung.

So ungefähr ist es, mein Leben. Ich tanze auf zwei Hochzeiten. Ich lebe in der gelben Welt und in der blauen Welt. Ich lebe mit Kindern, und ich lebe mit Erwachsenen. Ich bin nicht direkt ein Kind, aber auch nicht direkt erwachsen.
Ich bin gelb und blau.
Ich bin grün.
Ich kenne mich auch mit Mischfarben aus. 
(Seite 14) 

Braucht man für dieses Buch Fantasie? Ja, oder zumindest die Bereitschaft, sich an seine Kindheit zu entsinnen, egal ob man jetzt einen imaginären Freund hatte oder nicht, man braucht die Wertfreiheit, darf sich nicht an Logik binden, sondern muss sich allen Gegebenheiten öffnen, tut man es allerdings, dann wird man verzaubert, von einer Geschichte, die so leise anfängt, jedoch furios und aufwühlend endet.

Fazit:
Stilistisch ist das Buch ein wenig eigen, sehr kindlich geschrieben, darauf muss man sich einlassen können und vor allem wollen, tut man es aber, dann wird man reichlich dafür belohnt, mit einer Geschichte, die manchmal schon fast ein kleiner Krimi ist.

  (7)
Tags:  

  

 

Betreutes Wohnen
LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Betreutes Wohnen

Christian Bartel
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.01.2013
ISBN 9783548284118
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:


Inhalt:
Ein junger Mann, der nach dem Abitur unentschlossen ist wie es mit ihm weitergehen sollte. Das Mädchen seiner Träume verschwindet nach Israel und seine Fantasien dahingehend sind somit gestorben. Die Idee den Zivildienst anzutreten, scheint das einzig Richtige zu sein. Die Wahl fällt auf eine Behinderten WG in Köln, in welcher er die unterschiedlichen Persönlichkeiten kennenlernt. Mal liebenswert, verschwiegen oder amüsant anstrengend. Eines haben sie aber alle gemeinsam, auf ihre eigene Weise sind sie besonders, durch ihre Augen bekommt die Welt einen neuen Glanz.

Meine Meinung:
Das Buch legt einen schlechten Start hin: sitzen ein paar Freunde in einem Trabi und nehmen LSD, damit ihre Abiturfeier etwas „besonderes“ wird. Fragwürdig und obwohl es eine Satire, oder zumindest ein humoristisches Buch sein sollte, bin ich bei diesem Thema einfach empfindlich. Nach den ersten Seiten wollte ich das Buch weglegen, weil es mir einfach zu dümmlich war, aber dann war mir klar, man sollte sich nicht vom ersten Eindruck blenden lassen und las erst einmal weiter. Und es wurde tatsächlich besser. Wir begleiten den namenlosen Mann auf den Weg zum Zivildienst, den er eigentlich antritt, weil ihm nichts anderes einfällt. Diese Behinderten WG ist es auch, die den Charme des Buches ausmacht, ohne sie, wäre die Geschichte abgestürzt, weil viel zu überzogen.

Wir haben eigentlich zwei WG’s, die auf der Zivildienststelle und dann der junge Mann, der mit seinem besten Freund Tante Matthes zusammenwohnt. In die Zweite bekommt man zwar nur wenig Einblick, doch was man sieht ist durchaus realistisch, wenn auch die beiden Charaktere ziemlich abstrakt gestaltet sind. Eine Verbindung konnte ich zu ihnen schon herstellen, doch sonderlich intensiv war sie nicht. Anders geht es mir da mit der Behinderte WG, deren Bewohner wachsen einen schnell ans Herz, sind gerade durch ihre Eigenarten liebenswert. Käpt’n Horsti, der den großen Auftritt liebt, oder Günther, der stundenlang eine einzige Sache betrachten kann und ausgeglichen wie ein Zen Meister ist. Ihre Charaktere sind wirklich fassbar.

Vor allem aber ist die Realität für Horsti nur so eine Art Serviervorschlag, und wenn sie ihm zu fad wird, lügt er sich ein Sahnehäubchen obendrauf. Das Problem dabei ist freilich nicht, dass Horsti lügt wie gedruckt, das Problem ist, dass Horsti glaubt, was er sagt. (Seite 160)

„Die Zeit“ schreibt über dieses Buch: „Komisch, schräg, bissig“ zumindest sagt es der Klappentext, aber ehrlich gesagt, keines dieser Worte trifft auf das Buch zu. Lachen musste ich dabei nie, vielleicht mal ein wenig schmunzeln, aber mehr war nicht drin und obwohl meine Erwartungshaltung nach einem humorvollen Buch nicht eingehalten wurde, fühlte ich mich gut unterhalten. Es ist halt einfach eine nette Geschichte, nichts was nachhaltig in Erinnerung bleibt, aber doch während des Lesens schön war.

Ein Kritikpunkt meinerseits wäre die häufige Verwendung von Fremdwörtern. Kann man mir jetzt ankreiden, weil ich zu ungebildet bin, aber Worte wie: mäandert, angegrient, klerikalen, Bravade usw., die wollten mir aus dem Steggreif nichts sagen und nur durch nachschlagen ergaben sie für mich einen Sinn. Es passt einfach nicht zum Gesamtbild des Buches, welches auf lockere und leichte Weise daherkommt und dann hier eine Schwere entwickelt.

Fazit:
Es ist jetzt nicht das humorvollste Buch, aber die Geschichte unterhält einen ganz gut, wenn man die ersten Seiten überblättert und sich von dieser Dümmlichkeit zu Beginn, nicht abhalten lässt.

  (5)
Tags:  

  

 

Elsa ungeheuer
LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kunst, elsa, den haag, freundschaft, texas

Elsa ungeheuer

Astrid Rosenfeld
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.02.2013
ISBN 9783257068504
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:
Ein kleines Dorf. Die Mutter von dem 8-jährigen Karl und dem 10-jährigen Lorenz Brauer ist gerade erst verstorben. Lange galt sie schon als psychisch gestört, der Sprung vom Balkon, ihr Tod, nicht für viele kommt er überraschend. Ihr Vater Randolph Brauer ertrinkt in Trauer, schafft es nicht mehr wirklich, für seine Söhne da zu sein, auch die Ferienpension, die er leitet, lässt er verkommen. Alleine sind sie jedoch nicht, die Haushälterin Frau Kratzler und der in der Pension als Dauergast bekannte Herr Murmelstein, von allen nur Murmeltier genannt, kümmern sich um die Jungen.
Eines Tages kommt die elfjährige Elsa in das Dorf. Ihre Mutter möchte eine Weltreise unternehmen, nur das Mädchen nicht mitnehmen und so bringt sie es zu ihren Verwandten. Sie ist anders, trägt seltsame Klamotten, benimmt sich zickig und versucht alles nur Mögliche, damit sie sich abhebt. Obwohl sie ein schwieriger Charakter ist, entsteht eine Freundschaft zu Karl und Lorenz, eine Freundschaft, die über alle Widrigkeiten bestand findet.
.
Meine Meinung:
Nachdem ich den Klappentext las, war ich eher auf einen Roman gefasst, der sich mit der modernen Kunstszene auseinandersetzt, dort sein Hauptaugenmerk gelegt hat. Nie hatte ich erwartet, so intensiv von allen 3 Beteiligten zu erfahren, ihre Kindheit mit ihnen zu durchstehen. Es hat einen interessanten Einblick gegeben, wie eine Begegnung ein Leben bestimmen kann. Die Kinder lernen sich kennen und es ist Karl, der relativ schnell Elsa verfallen ist, sie hat etwas Magisches an sich, was den Jungen in den Bann zieht. Er ist es auch, der die Geschichte erzählt und als Erzähler der Geschehnisse fungiert.
.
Untröstlich. Das Wasser schenkte mir keine Ruhe.
Untröstlich. Ich zog mich aus der Wanne.
Untröstlich. Windspiel kauerte neben mir auf den kalten Fliesen.
Stein und Spiegel. Bald höre ich auf. Bald. Nicht heute. Aber bald.
Untröstlich. Das Wort hämmert gegen meine Schädeldecke. Ließ mich das ganze Ausmaß seiner Bedeutung erfassen. Gibt es denn etwas Traurigeres als einen Menschen, den nichts zu trösten vermag?
_Mehr Medizin. Mehr Medizin. _
Schatten zogen vorbei. Wölfe oder Hunde? Meine Fäuste wollen sie vertreiben? Aber Schatten fürchten keine Schläge. (Seite 238)
.
Und obwohl das Buch „Elsa ungeheuer“ heißt, ist es gerade Elsa, die einen ab der Hälfte des Buches abhandenkommt. Sie zieht weg, doch wie ein Geist schwebt sie weiterhin über das Leben von Karl. Lorenz ist es eher, der keinen Gedanken an sie verschwendet. Das Leben der beiden hat sich verändert, sie suchen einen Platz für sich – Lorenz entscheidet sich dazu, sich der Malerei zu widmen und nun tritt die im Klappentext erwähnte Kunstszene auf. Dieser „Ausflug“ gibt einen kleinen Einblick, wie die Maschinerie abläuft, was Kunst ist und wie sehr sie davon abhängig ist, dass man sich den Gegebenheiten ergibt. Die Situation wird eine Zerreißprobe, geht darum, wie man einen Menschen systematisch zerstören kann. Während des Lesens fiebert man mit, verteilt seine Sympathien und hofft doch nur auf ein gerechtes Ende.
.
Vielleicht ist es leichter, von Toten Abschied zu nehmen, weiß man doch, dass keine Worten, keine Taten etwas daran ändern können: Sie sind weg. Aber bei einem lebendigen Mädchen gibt es Möglichkeiten. Man kann es aufhalten, festhalten. Man braucht nur die richtigen Worte, die richtigen Taten zu finden. Eine Zauberformel? Einen Reim? Einen Tanz? Ich wusste es nicht. (Seite 158)
.
Würde man mich fragen, welcher Abschnitt mir besser gefallen hat – Kindheit oder Leben in der Kunstszene, eine Antworte könnte ich darauf nicht finden. Jedes hat seine eigenen Reize besessen, wenn ich auch in dem zweiten Abschnitt ein wenig Elsa vermisst habe, sie wächst einen trotz ihrer Eigenarten irgendwie ans Herz und dann sie zu „verlieren“ ist schade, passt sich allerdings gut in die Geschichte ein, hätte vermutlich gar nicht anders sein dürfen und trotzdem war es ihre Jugend, über dich ich mir ein paar mehr Einblick gewünscht hätte.
.
Fazit:
Für dieses Buch lässt sich ganz schwer ein Abschlussresümee finden, weil es eine Wucht an sprachlicher Gewalt ist, die kein Fazit erlaubt, sondern als Gesamtbild gesehen werden muss. Es ist die Geschichte über einen Menschen, der einen eine Zeit lang begleitet hat, der alles verändert und einen dazu bringt, sich seinen eigenen Gedankengängen zu ergeben, während das Leben ohne diese Person weitergeht und doch von ihr abhängig bleibt.

  (7)
Tags:  

  

 

Breathe - Gefangen unter Glas
LOVELYBOOKS-Statistik

(130)

400 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 72 Rezensionen

sauerstoff, dystopie, kuppel, glas, bäume

Breathe - Gefangen unter Glas

Sarah Crossan , Birgit Niehaus
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei DTV, 01.03.2013
ISBN 9783423760690
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Eine Zukunftsvision: Die Natur ist nach dem großen „Switch“ vollkommen zerstört. Der Sauerstoffgehalt sinkt, viele Millionen Menschen sterben. Es bildet sich die Regierung „Breathe“, sie schafft für die wenigen Überlebenden eine Glaskuppel, welche mit künstlichem Sauerstoff angereichert wird. Die Bevölkerung ist in zwei Teile zerbrochen: einerseits die reichen Premiums, die sich den teuren Zusatzsauerstoff leisten können, um beispielsweise Sport zu treiben, andererseits die armen Seconds, die harten arbeiten müssen, um überhaupt genug Luft zum Überleben zu haben. Man kann sich vorstellen, dass solch ein System Unruhen hervorruft, sich eine Rebellenallianz bildet, die für mehr Gerechtigkeit ist, doch die Mächtigen geben nicht kampflos auf, es wird ein Kampf um das wichtigste Gut der Welt – Sauerstoff.
.
Meine Meinung:
Erzählt wird das Buch aus drei verschiedenen Sichten: Bea, die eine Second ist und seit jeher mit Verzicht aufgewachsen ist, ihr bester Freund Quinn, dessen Vater ein hohes Tier bei Breathe ist und somit ein Premium, der sich Sauerstoff leisten kann, so viel er will. Die letzte Person ist Alina, eine Rebellin, die nach einer missglückten Mission aus der Kuppel flüchten muss.
.
Diese Stränge verflechten sich – Bea und Quinn wollen einen Campingurlaub außerhalb der Kuppel machen, keine ungewöhnliche Sache. Solche Ausflüge sind allerdings extrem teuer, da sie zusätzlichen Sauerstoff brauchen. Quinn verfügt darüber und lädt seine beste Freundin dazu ein, ihre Beziehung ist innig, der Junge unterstützt Bea so gut es geht. Während die beiden regulär die Schleusen passieren wollen, treffen sie Alina, die auf der Flucht ist und so beginnt das Abenteuer der drei. Es kommt zu Spannungen, die schnell erklärt sind: Bea ist in Quinn verliebt, Quinn hat sich in Alina verguckt und Alina, die hält sich eigentlich aus der Sache raus, doch als Leser spürt man deutlich die Gefühle, die auf den Seiten mitschwingen. Es ist nicht übertrieben, die Liebesgeschichten passen hinein, ohne wirklich das Buch zu dominieren.
.
Während des Lesens überlegt man sich, wir real so ein Szenario sein könnte, was es für die Menschheit tatsächlich bedeuten würde, ohne Sauerstoff leben zu müssen. Die Begebenheiten sind wahnsinnig authentisch beschrieben, lassen eine Gänsehaut entstehen, wenn man sich überlegt, dass es so sein könnte, wenn man nicht besser auf die Natur aufpasst. Die Rache, sie wird folgen, eines Tages und es schrecklich realistisch, dass es auf diese Weise geschieht.
.
Die Autorin schafft es, einen eine Welt zu präsentieren, die greifbar ist, in welche man sich direkt hineinversetzen kann. Das Leben unter der Kuppel ist kein leichtes und doch die einzige Möglichkeit zu überleben. Ohne große Detailverliebtheit und doch ausreichend, entsteht vor den eigenen Augen ein Bild der Geschehnisse. Die Welt außerhalb der Kuppel wird von Zerstörung dominiert und lässt eine Trümmerlandschaft im Kopf entstehen, ein wenig wie ein Kriegsszenario.
.
Die Charaktere sind eindringlich gezeichnet, haben ihre Eigen- und Besonderheiten. Sie sind einem schnell sympathisch, man schließt sie ins Herz, eben weil sie authentisch, gleichzeitig aber auch vollkommen unterschiedlich sind. Außerhalb der Kuppel tritt noch ein anderer Charakter auf, der mir irgendwie am meisten entsprach, weil manche Kommentare, die diese Person abgab, einfach nur sehr schön sarkastisch waren.
.
Fazit:
Obwohl es sich bei „Breathe – Gefangen unter Glas“ um den Auftakt einer Trilogie handelt, ist es nicht eine langweilige Vorgeschichte, sondern ein gelungener erster Teil, der auf eine spannende Fortsetzung hoffen lässt. Die Geschichte lebt durch ihre Charaktere, die absolut überzeugend sind. Eine Welt ohne Sauerstoff, dieses Horrorszenario ist greifbar und erschreckend beschrieben. Die Geschichte zu lesen, ist eine einzige Abenteuerreise.

  (9)
Tags:  

  

 

Alles dreht sich
LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liste, willen, freundschaft, hirntumor, tumor

Alles dreht sich

Rosemarie Eichinger
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei Carlsen Verlag, 22.02.2013
ISBN B00AW93FWY
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Linda hat einen Gehirntumor. Ihr Leben verändert sich schlagartig. Im Krankenhaus lernt sie Max kennen, der ebenfalls an Krebs erkrankt ist. Gemeinsam beschließen sie, eine Liste zu erstellen, mit Dingen, die man unbedingt noch machen sollte bevor man „abkratzt“. Gefüllt mit banalen Themen, aber auch ernsthaften, beginnen sie sich mit ihrem Leben auseinanderzusetzen, zu entscheiden, was wirklich wichtig ist, wenn man sich der eignen Sterblichkeit bewusst wird.
Die Liste, sie entwickelt eine eigenen Dynamik und bringt die beiden, aber auch Lindas beste Freundin Pia, an den Rand der Legalität.
.
Meine Meinung:
Bei „Alles dreht sich“ handelt es sich um eine Geschichte, über die man eigentlich nicht viel schreiben darf, weil sie sich in eine komplett andere Richtung entwickelt, wie man es sich vorstellt. Mein Gedanke war, dass sich das Buch um die Liste drehen würde, die Linda und Max erstellen. Es mag auf den ersten Seiten stimmen, aber mit der Zeit nimmt alles eine andere Kontur an. Die Liste ist zwar der Auslöser für so manches, steht aber letztlich mehr im Hintergrund.
.
Lindas Krankheit ist ständig präsent, sie ist der Motor für alles. Ich hätte es mir womöglich ein bisschen mehr gewünscht, sie zu thematisieren. Natürlich kommt sie immer vor, aber nur am Rande, niemals ist es wirklich so, dass man über die Zweifel und Ängste von Linda liest, sie werden minimal angerissen, ab wirklich intensiv wird sich nicht mit den Gedanken und Gefühl auseinandergesetzt.
.
Ich habe Zeit. Die Schule besuche ich sporadisch. Meine Mutter schreibt mir eine Entschuldigung nach der anderen. Ich muss nicht, wenn ich nicht will. Ich muss nur sterben, auch wenn ich nicht will. (Seite 58)
.
Pia ist Lindas beste Freundin und stößt erst etwas später im Buch zu den beiden, bei dem Listenthema ist sie sich zuerst ihrer Position nicht sicher, möchte aber für ihre Freundin da sein, macht sich viele Gedanken um deren Krankheit und bringt für mich am meisten Gefühle auf. Max selbst ist gegenüber der Krankheit ziemlich taub, obwohl es genau das Thema ist, mit dem er sich so viel beschäftigt – leben und sterben. Eventuell reagiert er wegen seiner eigenen Krankheit so gleichgültig, obwohl da den Leser auch noch eine Überraschung erwartet, aber trotzdem, er war mir irgendwie zu glatt.
.
Erzählt wird das Buch aus der Sicht der Dreien, die sich beständig abwechseln. Es ist nicht immer leicht, gleich zu erkennen, wer nun erzählt, weil die Kapitel nicht mit dementsprechenden Überschriften versehen sind, aber man kommt nach einigen Sätzen selbst drauf und kann unterscheiden. Liest sich schnell in den Stil ein und übt sich in Geduld, wenn nicht gleich alles offensichtlich ist.
.
Das Thema, um welches sich das Buch eigentlich dreht, ist nicht der Umgang mit einer tödlichen Krankheit, sondern setzt sich eher damit auseinander, die Welt ein Stück zu verändern, eine Botschaft zu hinterlassen. Wie die Drei das anstellen, ist nach der Hälfte des Buches klar, war aber zu Beginn wirklich nicht zu erahnen. Es ist ein wichtiges Thema, worüber eigentlich jeder Bescheid weiß, sich aber nur die wenigstens Gedanken darüber machen, es lieber verdrängen. Nach dem Lesen bleibt das Thema kleben und lässt einen nachdenken, über das eigene Verhalten.
.
Ein kleines Highlight: Zusammen mit dem gedruckten Buch, bekommt man auch das E-Book mitgeliefert, kann es sich kostenlos herunterladen. Ziemlich praktisch.
.
Fazit:
Interessante Geschichte, wenn mir auch das Thema Krebs ein wenig zu kurz kommt, zumindest war es meine Annahme, es würde darum gehen, wie eine Jugendliche damit umgeht. Darauf ist es aufgebaut, doch mehr geht es darum, die Gesellschaft aufzurütteln, sie mit unbequemen Themen zu konfrontieren und den Wunsch, seine Spuren zu hinterlassen.

  (6)
Tags: angst, aufgabe, freundschaft, gemeinsamkeit, hirntumor, krankheit, krebs, liste, lüge, spuren, tumor, willen   (12)

  

 

Spuren auf der Haut
LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

reality

Spuren auf der Haut

Katrien Vervaele , Eva Schweikart
Flexibler Einband: 136 Seiten
Erschienen bei Sauerländer, 02.08.2011
ISBN 9783794170838
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  

  

 

Im Pyjama um halb vier
LOVELYBOOKS-Statistik

(87)

170 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 41 Rezensionen

facebook, hamburg, münchen, jugendbuch, freundschaft

Im Pyjama um halb vier

Gabriella Engelmann , Jakob M. Leonhardt
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401067933
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Auf einer Party entdeckt Lulu Marco, einen Jungen zum Verlieben. Leider verlieren sie ihn danach aus den Augen und das Mädchen sieht als einzige Idee, den besten Freund von Marco auf Facebook anzuschreiben. Der angeschriebene Ben Schumann ist allerdings nicht der Gesuchte und trotzdem, zwischen den beiden entwickelt sich rasant eine Internetfreundschaft. Sie erzählen sich gegenseitig von ihren Sorgen, Liebesproblem und auch ganz alltägliche Dinge finden Platz. Je mehr sie miteinander schreiben, desto mehr wächst der Wunsch, sich zu sehen, zu erfahren, wer hinter den Avatar Lulu Rakete und Ben Schumann steckt.

Meine Meinung:
Zwei Jugendliche: Luca-Luisa, genannt Lulu, ist 16 Jahre alt, Ballettschülerin und lebt in Hamburg. Ben ist 17 Jahre alt, ein erfolgreicher Basketballspieler und wohnt in München. Die Entfernung würde es eigentlich fast unmöglich machen, dass die beiden jemals aufeinander treffen, doch in Zeiten des Internets ist nur ein Klick notwendig. Zu Beginn steht ein Missverständnis, doch irgendwie kann Lulu nicht von Ben lassen, warum auch, wenn man schon einmal einen Jungen hat, der einen die komplizierte Welt dieser erklären kann, dann sollte man es doch ausnützen. So sieht es auch Ben, was eine Freundschaft entstehen lässt, in der es keine Tabus gibt.

Liebe ist natürlich ein großes Thema im Buch, nicht unter Lulu und Ben, sondern getrennt voneinander. Sie erzählen sich gegenseitig ihre Erfahrungen, aber auch Probleme. Miteinander versuchen sie Lösungen zu finden, aber auch Gedankenschranken zu öffnen. Und obwohl mir Liebesgeschichten nicht so liegen, ist es in diesem Buch anders, es ist zwar ein dauerpräsentes Thema, aber da man es nur in dieser Facebookunterhaltung mitbekommt, ist da doch eine angenehme Distanz. Womöglich machte für mich die Faszination einfach aus, dass man in einem Facebook-Chat mitlesen durfte, der doch sonst geheim ist und niemand einen freiwillig mitlesen lässt. In „Im Pyjama um halb vier“ darf man über die Schulter schauen, Geheimnisse lesen und neugierig ist doch jeder.

Die Gestaltung des Buches sollte man auch unbedingt erwähnen: wie auf Facebook, findet man sich in einem Chat wieder, wobei Lulus Avatar pink und eine Rakete beinhaltet, der von Ben blau und aus einem Basketball besteht. Die Schrift im Buch ist durchgängig blau, was eine schöne Abwechslung zu sonstigen Büchern ist. Gespickt wird der Chat auch immer wieder von Pinnwandeinträgen, die mir eigentlich am besten gefallen haben, weil ich ein wenig in den Nerdinator verliebt bin, den zwar sonst niemand leiden kann, der aber so einen herrlichen sarkastischen Ton anschlägt, dass er mein persönlich Held ist.

Neben der lockeren, oft auch witzigen Geschichte, die sich vor allem um Teenagerprobleme dreht, steckt dahinter noch ein großes und wichtiges Thema, was man sich nicht hätte ausmalen können, diese Drehung, von der Leichtigkeit, in die tiefe Ernsthaftigkeit, hat das Buch, nach dem Lesen, noch einmal eine Portion eindringlicher gemacht.

Das Buch ist so geschrieben, dass die Geschichte eigentlich abgeschlossen ist, aber dann doch nicht. Potenzial und Stoff für einen zweiten Teil sind durchaus vorhanden und ich flehe beinahe darum, auch wenn es dann vielleicht kein „Chatroman“ mehr wird, sondern es einen anderen Weg einschlägt.

Fazit:
Was wie eine lockere Jugendgeschichte beginnt, verwandelt sich in ein Buch mit Tiefgang und lässt einen nach dem Lesen gedankenverloren und mutig zurück. Mutig, weil es einen dazu bringt, selbst auch einmal etwas zu riskieren, obwohl man niemals wissen kann, ob es sich lohnt.

  (5)
Tags:  

  

 

Der Sarg
LOVELYBOOKS-Statistik

(236)

382 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 126 Rezensionen

sarg, köln, thriller, psychothriller, lebendig begraben

Der Sarg

Arno Strobel
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 16.01.2013
ISBN 9783596191024
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:
Eva Rossbach wird jede Nacht von dem selben Alptraum gequält. Eingesperrt in einem Sarg, erlebt sie die Hoffnungslosigkeit so drängend, versucht sich aus ihrem Gefängnis zu befreien, doch alle Unternehmungen bleiben vergebens. Ein Traum ist irgendwann zu Ende, doch wenn die junge Frau aufwacht, hat sie Verletzungen an ihren Händen. Solche die entstehen, wenn man an einem Sargdeckel kratzt, in einem engen Raum um sich schlägt.
Parallel dazu, wird in einem Wald ein vergrabener Sarg gefunden, in dem eine Frau lebendig begraben wurde, qualvoll darin erstickte. Bernd Menkhoff wird mit den Ermittlungen beauftragt.
Ob eine Verbindung zwischen den Träumen und den realen Taten besteht? Es wird für alle involvierten Personen ein Wettlauf mit der Zeit.
.
Meine Meinung:
Das Buch setzt auf den Verwirrfaktor. Es ist nämlich den Leser überhaupt nicht klar, inwieweit die Träume von Eva wahr sind, oder wirklich nur sind, was sie sind. Der Autor verpackt es spannend und undurchsichtig, allerdings lichtet sich das Feld bald. Zu Beginn war es interessant, schwächelt aber ziemlich schnell. Man kann sich zwar in Evas Welt hineinfühlen, ihre Ängste sind verständlich, die Verzweiflung greifbar, allerdings ist es eine endlose Wiederholung der Vorkommnisse, so dass sich bei mir ein bisschen Langeweile einstellte.
.
Abwechselnd wird aus Evas Sicht oder die der Polizei geschrieben. Eine Verbindung zwischen den beiden ist schnell hergestellt, wenn man auch nicht gleich sagen kann, ob die Verbindung tatsächlich wertvoll ist, oder nur Zufall. Persönlich haben mir die Ermittlungsarbeiten der Polizei mehr zugesagt, weil ich Eva relativ schnell durchschaut hatte. Ihr „Geheimnis“ ist, wenn man aufmerksam liest, ziemlich offensichtlich. Kennt man sich ein wenig mit Psychologie aus, oder liest viele Thriller aus diesem Bereich, dann wird man schnell hinter die Geschichte kommen, was schade ist, so war mir beispielsweise das Ende schon in der Hälfte des Buches klar. Ist das Thema aber ein Neuland für den Leser, dann könnte ich mir vorstellen, dass die Geschichte für ihn doch eine Überraschung bereithält, aber wie gesagt, bei mir war es nicht der Fall.
.
Die Charaktere im Buch, wenn sie nicht gerade im Mittelpunkt stehen, sind sehr blass und nicht näher beleuchtet, sich von ihnen ein Bild zu machen, war ziemlich schwer. Einige Handlungen, oder besser gesagt, besonders die Rolle des Psychiaters war unglaubwürdig, da niemand aus dem Fach so reagieren würde, es wäre gegen ihr Berufsbild. Weiß ich, könnte man ignorieren, mich hat es allerdings gestört, weil ich die Authentizität deswegen einfach anzweifle.
.
Der Schreibstil ist entscheidend für dieses Buch, weil obwohl ich das Ende kannte, habe ich mich gut aufgehoben gefühlt, wollte die Geschichte nicht abbrechen, sondern las weiter, weil der Autor eine gute bildliche Sprache wählte, so dass man sich in die Geschehnisse vollkommen hineinversetzen kann. Es auch Spaß macht, trotz des gelösten Falles und der manchmal schwachen Charaktere, dran zu bleiben und weiterzulesen.
.
Fazit:
Schlecht war dieser Psychothriller nicht, aber für mich waren die Geschehnisse absehbar, das Ende stand aber der Hälfte des Buches fest und hielt deshalb keinerlei Spannung mehr bereit. Der Schreibstil ist richtig gut, aber herausreißen kann es den schwachen Thriller trotzdem nicht.

  (9)
Tags: entführung, lebendig begraben, mord, sarg   (4)

  

 

One Moment Meditation
LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

meditation, erholung, methode, stille, wissen

One Moment Meditation

Martin Boroson
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Kamphausen, J, 01.03.2012
ISBN 9783899015485
Genre: Ratgeber

Rezension:

Inhalt:
Die heutige Welt ist hektisch und stressig, es fehlt die Zeit, sich einmal zurückzulehnen, durchzuatmen und den Moment zu genießen. Fehlt die Zeit wirklich? Was wäre, wenn es nur einen kurzen Augenblick dauern würde, um die Energiereserven wieder aufzutanken. Eine Minute, später dann einmal aus und einatmen, schon ist die Kraft wieder zurück. Klingt schön aber unerreichbar? Falsch, mit „one moment meditation“ erlernt man genau diese Technik, die einem aus dem Alltag aussteigen lässt, ohne ihn wirklich zu verlassen und einen Moment, den haben wir doch immer Zeit, warum ihn deswegen nicht bestmöglich nutzen?
.
Meine Meinung:
Eine interessante Vorstellung: sich jeden Tag eine Minute Zeit nehmen und dadurch erlernen, wie man zu sich kommt, ein wenig die Welt und die Verpflichtungen auf ihr zu vergessen. Skeptisch war ich schon, was weiß man über Meditation: ruhig sitzen, am besten minutenlang. Kein leichtes Unterfangen, besonders nicht, wenn man mit der Technik erst begonnen hat. Gedanken schießen quer und an nichts denken scheint unmöglich. Wieso es nicht anders angehen, sich nur einmal eine Minute Zeit nehmen und dann, wenn man die Technik verinnerlicht hat, nur noch einen Augenaufschlag für die Erholung brauchen. Martin Boroson beschreibt genau diese Technik eindrucksvoll in diesem Buch.
.
Man beginnt mit der Basisminute, die man leicht in dem Alltag einbauen kann, da fällt niemanden eine Ausrede ein, diese Zeit kann jeder erübrigen und schon zu Beginn merkt man, dass es ganz hilfreich ist, wenn man nur mal kurz aus der Routine ausbricht. Die Erfolgserlebnisse stellen sich schon nach kurzer Zeit ein, auf alles andere baut das Buch auf. Sinn dahinter ist, dass man von der Entspannungsminute wegkommt und irgendwann bei dem Entspannungsmoment ankommt, was allerdings Training braucht und den Willen, auch daran zu bleiben, weil einfach Übung notwendig ist.
.
Martin Boroson schreibt es selbst im Vorwort: „Lies ein Kapitel, kau es durch, dann lies es noch einmal. Mache die Übungen. Lebe mit ihnen. Wenn du sie vollständig verdaut hast und es dich nach mehr gelüstet, gehe zum nächsten Kapitel über.“ (Seite 21/22)
Genauso sollte man sich an das Buch wagen, weil es aufbauend ausgearbeitet ist und es unsinnig wäre, weiter zu gehen, wenn man noch nicht die Techniken aus dem vorherigen Kapitel verinnerlicht hat. Kann man sicherlich auch machen, aber dann hat man nur einen groben Überblick, vermischt womöglich Anfänger- mit Fortgeschrittenenwissen und das ist sicherlich nicht Sinn der Sache.
Wie erwähnt, beginnt man mit der Erholungsminute, bis man sich soweit vorgearbeitet hat, dass man nur noch einen Augenblick braucht um Erholung zu erlangen, dauert es ungefähr ein halbes Jahr, zumindest wenn man die Zeitangaben des Autors berücksichtigt. Klingt lange? Sicherlich, aber in diesem langen Prozess erlernt man trotzdem schon, wie es eine einzige Minute braucht, damit man Kraft tanken kann und eine Minute ist doch auch schon sehr schnell, um Ruhe zu erlangen – der Rest ist nur noch Feinschliff.
.
Die Übungen sind leicht und verständlich erklärt, lassen sich gut umsetzen und verlangen nichts Unmögliches von dem Leser. Der Schreibstil ist locker, so dass man sich gut durch das Buch bewegen kann.
.
Fazit:
Das Buch ist ein Langzeitprojekt, man erlernt schnell, wie man sich innerhalb einer Minute entspannt, aber bis zum Augenblick braucht es Übung und die Bereitschaft, es probieren zu wollen. Obwohl es Übung braucht, wird man schon schnell Erfolgserlebnisse verbuchen können, die einen dazu anhalten, weiterzumachen, bis man ihn erreicht – den einen kurzen Moment, der einem Energie und Kraft schenkt.

  (7)
Tags: anfänger, augenblick, erholung, erholungsminute, erholungsmoment, fortgeschrittener, hektik, meditation, methode, minute, stille, welt, wissen   (13)

  

 

Das ist nicht wahr, oder?
LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

70 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

bloggerin, leben, humor, verrückt, texas

Das ist nicht wahr, oder?

Jenny Lawson , Wolfram Ströle
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Metrolit Verlag, 18.02.2013
ISBN 9783849300500
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Jenny Lawson ist eine amerikanische Bloggerin, die vor allem durch ihren schwarzen Humor Berühmtheit erlangte. Ihr Buch „Das ist nicht wahr, oder?“ erzählt von ihrem Leben, den skurrilen Erlebnissen, die ihr widerfahren. Jetzt kann man sich gerne die Frage stellen, warum man die biografische Geschichte einer Frau lesen sollte, die im deutschsprachigen Raum nicht sehr bekannt ist. Die Antwort ist ganz einfach: Jenny Lawson ist nicht normal.
.
Geprägt davon, dass ihr Vater Tierpräparator ist, war ihre Kindheit von so manchen seltsamen Begebenheiten erfüllt, geben genug Grund, warum sie und ihre Schwester zutiefst traumatisiert sind. Und irgendwie fragt man sich das ganze Buch über – „Das ist nicht wahr, oder?“. Manche Situationen sind wirklich so absurd, dass man an der Wahrheit zweifelt, dann aber doch nicht, weil die Autorinnen oft einen Bildbeweis zu ihren Geschichten liefert und dann, dann denkt man nur so: Oh mein Gott.
Das Buch beschäftigt sich jetzt aber nicht nur mit der Kindheit von Jenny Lawson, obwohl, es würde locker alleine für ein Buch reichen, aber nein, wir durch- und erleben an der Seite der Autorin ihren Lebensweg. Klingt nicht sonderlich spektakulär, ist es aber, weil was Jenny Lawson passiert, lässt sich eigentlich mit keinen Worten beschreiben und doch findet sie welche. Und in diesen liegt auch eine unglaubliche Kraft, triefender Sarkasmus beschreibt nicht mal annähernd was man da liest. Es ist eigentlich unbeschreiblich, lässt sich in keine Kategorie pressen.
.
Bevor man sich das Buch kauft, sollte man unbedingt die Leseprobe lesen. Sicherlich ist der Humor nicht der Geschmack von jedermann, weil er irgendwie sehr speziell ist und dann doch wieder nicht, es sind halt einfach die Gedanken eines sehr liebenswerten Freaks. Trotzdem, Leseprobe ansehen und Buch dann trotzdem kaufen, ob es gefällt oder nicht, im Regal macht es sichtlich schon mal gut.
.
Erwartet hatte ich mir ein amüsantes Buch, damit wurde ich bedient, aber ein Leben ist nie immer nur gut, sondern da gibt es auch Schattenseiten. Diese findet man auch hier vor, der Unterschied ist nur, dass die Situationen nie biederernst betrachtet werden. Die Autorin hat psychische Probleme, man liest darüber und sieht die Schwere, aber sie schreibt darüber mit einem Zwinkern, entnimmt ihren oft seltsamen Verhalten die Schärfe, kann selbst über sich lachen, ohne wirklich etwas ins Lächerliche zu ziehen. Manchmal war es wirklich so, dass ich eine Stelle las, lachen musste, weil sie so absonderlich wirkte und mich im nächsten Moment ermahnen musste, nicht über die Probleme von anderen Menschen zu lachen, weil es eigentlich gar nicht witzig ist, aber verdammt, es war witzig.
.
Der Schreibstil ist erfrischend anders, zeigt auf, dass man über sich selbst lachen kann und sollte. Es ist wirklich ein wenig so, als würde man einen Blog lesen, manchmal sind die Geschichten ein wenig durcheinandergeraten, da ist jemand tot, dann wieder lebendig, aber letztlich doch leider tot. Manchmal vermischt sich alles ein bisschen, aber es ist so ein minimaler Mankopunkt, dass man getrost darüber hinwegsehen kann. Es ist einfach ein geniales Buch.
.
Ich denke, das Buch werde ich noch öfters lesen, weil ich glaube, man kann nicht alles auf einmal aufnehmen, zu intensiv sind die Geschichten, zu sehr muss man manchmal lachen, dass es schwer fällt, die Gedanken gleich wieder frei zu bekommen. Für Englischkönner gibt es auch den Blog http://thebloggess.com/, bei welchen man sich seine tägliche Dosis Wahnsinn abholen kann.
.
Fazit:
Was soll man sagen, wenn man die leise Vermutung hat, jetzt schon ein Jahreshighlight 2013 in den Händen zu halten? Unbedingt lesen, wenn man selbst in bisschen seltsam im Kopf ist und einen sarkastischen Humor hat, der gerne mal Grenzen sprengt und nicht alles immer zu ernst nimmt.

  (11)
Tags:  

  

 

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

witz, bruce willis, bruce, briefroman, freundschaft

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

Tilman Rammstedt
Fester Einband: 190 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 01.11.2012
ISBN 9783832196868
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Tilman Rammstedt hat es nicht einfach: Bruce Willis, Hollywoodgröße, reagiert einfach nicht auf seine E-Mails, obwohl er ihm doch eine Rolle in seinem neuen Roman anbietet, aber es wäre nicht Tilman Rammstedt, wenn er nicht Ausdauer an den Tag legen würde und einfach weiterschreibt.
Wo passt der Bankberater in die Geschichte? Ganz einfach, Bruce Willis soll dessen Rolle übernehmen. Klingt nicht sonderlich aufregend, welche Abenteuer soll ein Bankberater schon erleben, nun ja, wenn er seine eigene Bank überfällt und dann sich mit dem Autor auf die Flucht begibt, dann ist da doch viel Stoff für eine skurrile Geschichte gegeben, die man einfach mal Herrn Willis per Mail schreibt, damit er endlich eingreift, sich schließlich doch dazu entscheidet, in der Geschichte mitzuspielen.
.
Meine Meinung:
Vermutlich hätte ich nicht zu dem Buch gegriffen, wenn ich davor nicht Tilman Rammstedts „Der Kaiser von China“ gelesen hätte, weil mal ehrlich, Bankberater und das Wort Abenteuer schließen sich eigentlich gegenseitig aus. Meine Idee war, einfach mal zu gucken, wie die Geschichte so gestaltet ist, muss man doch nicht lesen, wenn es einen dann nicht gefällt, aber Herrgott, es hat mir gefallen, besser wie ich jemals erwarten konnte.
.
Bruce Willis bekommt die Rolle des Bankberaters angeboten, die Rahmenbedingungen stehen schon und eigentlich würde es nur noch eine Zusage brauchen, aber der Hollywoodstar antwortet einfach nicht auf die E-Mails, so dass er einfach in die Geschichte hineingebaut wird, ob er will oder nicht. Veränderungen könnte er jederzeit anbringen, wenn er nur auf die zig Mails reagieren würde und als Leser hegt man beständig die leise Hoffnung, dass doch mal eine Reaktion kommt, zumindest nur ein kleines Wort, aber es ist eigentlich nicht für die Geschichte notwendig, die funktioniert auch als Selbstgespräch von Herrn Rammstedt einwandfrei.
.
Zwischen den Mails, die die Flucht und eben Abenteuer des Bankberaters thematisieren, erfährt man aber auch etwas über die spezielle Beziehung zwischen den genannt und Tilman Rammstedt. Sein Bankberater war nämlich nicht irgendein Bankberater, sonders ein spezieller Freund, berät in zwar in Anlagegeschäften, aber spielt auch in seinem Privatleben eine große Rolle. Für eine berufliche Beziehung verbringen sie schon sonderlich viel Zeit miteinander, aber es passt zum Buch, passt zu dieser seltsamen Geschichte.
.
„Ich begleite Sie noch ein Stück“, sagte mein ehemaliger Bankberater manchmal nach einem Termin am späten Nachmittag. Meist brachte er mich dann bis zu meiner Haustür und verabschiedete sich mit einem schüchternen Winken. „Also dann“, sagte er. Wenn ich später durch die Gardinen des Schlafzimmerfensters schaute, sah ich ihn immer noch da stehen. In der linken Hand seine Aktentasche, in der rechten Hand nichts, reglos, als wollte er mit dem Straßenbild verschmelzen, aber das Straßenbild nicht mit ihm. (Seite 32/33, E-Book Ausgabe)
.
Ich weiß nicht was für einen Humor man für die Geschichte braucht, aber es ist definitiv einer notwendig. Man sollte skurrile, absurde und nicht absehbare Erzählungen lieben. Wieder einmal rate ich, die Leseprobe zu lesen, damit man nicht enttäuscht es.
.
Suche ich einen Kritikpunkt, so finde ich ihn darin, dass das Buch zu dünn ist. Ich glaube, für mich hätte die Geschichte immer weitergehen können, so gefangen war ich in den Ausführungen. Man will diesen Mikrokosmos nicht mehr verlassen, viel zu wohl fühlte ich mich in dieser Welt, die eigentlich nicht existiert, was der Verstand auch weiß, aber doch, es fühlte sich wie die Realität an.
.
Fazit:
Man sollte sich nicht täuschen lassen, das Leben eines Bankberaters kann schon ziemlich aufregend sein, besonders wenn Tilman Rammstedt die Finger im Spiel hat und dann auch noch Bruce Willis die Situation retten sollte, wenn auch dieser durch Abwesenheit glänzt. Eine einzigartige Note Humor vervollständigt dieses Buch und macht es zu einem Abenteuer der Sonderklasse.

  (5)
Tags:  

  

 

Tödliche Wahrheit
LOVELYBOOKS-Statistik

(249)

502 Bibliotheken, 17 Leser, 12 Gruppen, 97 Rezensionen

dystopie, liebe, tris, fraktionen, ferox

Tödliche Wahrheit

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 10.12.2012
ISBN 9783570161562
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Schwierig war es für mich, in die Geschichte hineinzufinden. Viele Namen werden in den Raum geworfen, von Geschehnissen geschrieben, die im ersten Teil erwähnt wurden und irgendwie war alles ein großes Durcheinander. Hätte die Autorin wenigstens eine kurze Einführung gegeben, keine hundert Seiten, soviel verlangt niemand, doch es wäre eine kurze Zusammenfassung des ersten Bandes wünschenswert gewesen. Bei mir war es so, dass ich nach wenigen Seiten aufgab mich wirklich auf die Geschichte einzulassen, weil es nichts gebracht hätte, weil ich sowieso nicht wusste, wer hier überhaupt wer ist. Ich denke, wenn man die Bände direkt hintereinander liest, dann ist das Erlebnis gleich ein anderes, dann stelle ich mir die Trilogie richtig gut vor, aber für mich war es eine Enttäuschung der Sonderklasse, die man gerne meinem Kurzzeitgedächtnis zuschreiben darf.
.
Automatisch vergleicht man die beiden erschienen Teile miteinander und ich muss sagen, in „Tödliche Wahrheit“ war für mich nicht sonderlich viel Spannung vorhanden. Natürlich gibt es aufregende Situationen, aber im ersten Teil konnte man sie spüren, in sie hineinfallen und sie intensiv wahrnehmen, dieses Mal plätscherten sie so dahin und bescherten mir keinen rasenden Puls. Stellenweise war der Inhalt einfach langatmig niedergebracht, zwar mit Actionszenen gespickt, aber die konnten meine Langeweile auch nicht vertreiben.
.
Die Charaktere, allen voran Tris, nervten mich. Tris versinkt im Selbstmitleid, setzt sich an die Spitze aller und denkt, sie wäre irgendwie besser wie alle anderen. Das Hin und Her zwischen ihr und Tobias war auch ziemlich störend. Liebesgeschichtenfan bin ich nicht, aber das man die Dinge so verkomplizieren muss, dass fand ich dann schon übertrieben.
Die anderen Protagonisten wirken farblos und stechen durch nichts sonderlich hervor.
.
Der Schreibstil ist gelungen, da kann man nichts dagegen sagen. Die Autorin schafft es, dass man sich die Welt vorstellen kann, direkt in sie hineingezogen wird, aber leider hilft das alles nichts, wenn der Inhalt ermüdend ist.
.
Was ich da gelesen habe, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Es wurde ein bisschen gekämpft, man liebte sich, man hasste sie, Menschen wurden verraten, andere schlossen sich zu Gruppen zusammen, einige spielten falsch usw. Die Mischung klingt gut, war aber in der Umsetzung ziemlich mies.
.
Fazit:
Das Buch hat mich verwirrt, gelangweilt und schrecklich enttäuscht. Nach dem grandiosen ersten Teil hätte ich mir mehr erwartet. Wie die Geschichte weitergeht, interessiert mich gerade nicht sonderlich, ob ich Teil 3 lesen werde – keine Ahnung.

  (11)
Tags:  

  

 
461 Ergebnisse