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Wenn ich was kann, dann nichts dafür
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Wenn ich was kann, dann nichts dafür

Jan-Uwe Fitz
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein TB, 10.06.2013
ISBN 9783548374789
Genre: Comic

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Der gute Psychologe
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58 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

psychologie, studenten, psychologe, leben, philosophie

Der gute Psychologe

Noam Shpancer , Brigitte Heinrich
Fester Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Knaus, A, 07.09.2011
ISBN 9783813503999
Genre: Gegenwartsliteratur

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Ein ganzes halbes Jahr
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892 Bibliotheken, 53 Leser, 0 Gruppen, 184 Rezensionen

liebe, behinderung, sterbehilfe, will, unfall

Ein ganzes halbes Jahr

Jojo Moyes , Karolina Fell
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB., 21.03.2013
ISBN 9783499267031
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:


Inhalt:
Lou und Will, zwei Menschen die nicht viel gemeinsam haben. Die 27-jährige Lou ist quirlig und doch ein wenig in ihrem Leben festgefahren. Es hat einen festen Rahmen und Abwechslungen kommen eher selten vor. Als sie ihren Job verliert, sich auf etwas Neues einlassen muss, da kommt es zu einer Wendung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird.
Will war einst ein erfolgreicher Geschäftsmann, bis er durch einen Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist. Der ehemals glückliche und lebensfrohe junge Mann fällt in einen dunkles Loch, sein Leben scheint keinerlei Sinn mehr zu machen, ein unerträglicher Zustand, doch dann tritt Lou in sein Leben und plötzlich ändern sich die Dinge.


Meine Meinung:
Nach dem Klappentext und auch nach einigen Rezensionen dachte ich mir, bei dem Buch würde es sich um eine Liebesgeschichte handeln, viel will ich von der Geschichte nicht vorwegnehmen, gesagt sei aber, dass es viel mehr um das Leben geht, mit seinen Schatten und Sonnenseiten, Hindernissen und Glücksmomenten. Zentral dreht es sich um Lou, die als Pflegerin bei Will anfängt, auch aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt. Wir gehen mit ihrer Skepsis an die Sache ran, fühlen uns aber immer schneller in die Situationen ein, bis es sich einfach nur zu einer einzigartigen Freundschaft verwandelt, die zwischen den Beiden herrscht.

Stark wird in dem Buch thematisiert, welchen Problemen sich Behinderte jeden Tag stellen müssen, es ist manchmal ein extremer Aufwand Situationen zu planen, was einen gar nicht so bewusst ist, was man alles zu bedenken hat. Für einen Außenstehenden ist es ein interessanter, manchmal erschreckender Einblick in eine Welt, die viel zu unbekannt ist. Weiteres und vielleicht noch stärker im Fokus der Geschichte ist das Thema Sterbehilfe. Dieses Thema spaltet, doch dem Buch gelingt es alle Seiten zu beleuchten, besonders gut ausgearbeitet ist die Tatsache, dass man sowohl die Gedanken des „Patienten“ erfährt, aber auch die der Angehörigen. Es ist so,  beendet man das Buch, bleibt die Geschichte im Kopf, verlangt danach, dass man sich damit auseinandersetzt, sich selbst hinterfragt und Antworten sucht, wie man selbst in gewissen Momenten reagieren würde. Sterbehilfe, wer denkt schon darüber nach, wenn er sich nicht in dieser Situation befindet?

Überrascht war ich von dem Humor, der sich in jedem Kapitel vorfinden lässt. Lou, aber auch Will haben eine zynische Seite an sich, die einen den einen oder anderen Lacher entlocken, obwohl es eigentlich ein Thema ist, bei dem es nichts zum Lachen gibt, aber es ist oft Situationskomik, die alles ausmacht. Dieser Witz, neben traurigen Rahmen, es bringt einen in eine Gefühlsachterbahn, weil man nicht weiß, ob man manchmal lachen oder doch weinen sollte, großes Kino, wenn es ein Buch schafft, eine innerliche Zerrissenheit herzustellen.

Oft im Zusammenhang mit „Ein ganzes halbes Jahr“ wird  der Film und das Buch „Ziemlich beste Freunde“  erwähnt, manche sprechen auch von einer Kopie von dessen, aber ehrlich, natürlich gibt es Parallelen, aber in den meisten Thrillern kommen Leichen vor, was letztlich noch lange nicht heißt, sie während gleich gestrickt – es sind zwei Paar Schuhe, gleich ist, dass es hier eine Person im Rollstuhl gibt, die eine Pflegekraft hat. Gefühle und Ausflüge sind aber komplett verschieden.

Fazit:
Dieses Buch lässt sich eigentlich nicht in Worte fassen, es ist ein Gefühlsabenteuer der Sonderklasse, was von allen etwas besitzt: Humor, Tragik, Liebe und Freundschaft. Wunderbar.

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Die Betäubung
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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

krankenhaus, freud, therapie, liebe, verlust

Die Betäubung

Anna Enquist , Hanni Ehlers
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 01.09.2012
ISBN 9783630874005
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:


Inhalt:
Nach dem tragischen Tod seiner Frau Hanna, nahm sich der Psychoanalytiker Drik de Jong eine Auszeit von seiner Arbeit, braucht Zeit, um seine Gedanken zu sortieren, doch irgendwann, da muss man wieder an das normale Leben anknüpfen, weitermachen. Drik nimmt seinen Job wieder auf, widmet sich seinen Patienten und versucht, selbst hilflos gegenüber dem Leben, ihnen eine Perspektive zu geben. Allard Schuurman kommt zu ihm, möchte eigentlich nur die obligatorische Lehrtherapie machen, doch es wird zu einer wahren Zerreißprobe für Drik, denn es sind die Selbstzweifel, die an ihm zu nagen beginnen.

Driks Schwester Suzan, die beste Freundin ihrer Schwägerin, scheint anders mit dem Schmerz des Verlustes umzugehen. Voll und ganz geht sie in ihrer Arbeit als Anästhesistin auf, mag den klaren Rahmen, in den sie ihre Aufgaben zu erledigen hat. Ihre Welt wird auf den Kopf gestellt, als ihr der junge Allard Schuurman als Praktikant zugewiesen wird. Sie verfällt den jungen Mann und setzt damit alles auf eine Karte.

Meine Meinung:
Nach dem Klappentext nach könnte man meinen, es würde sich um ein Buch mit dem Überthema Verlust handeln. Jein, natürlich spielt der Aspekt, dass die beiden Charaktere Ehefrau oder Schwägerin verloren haben, eine zentrale Rolle, aber für mich ist das Buch mehr darauf ausgerichtet, den Arbeitsalltag der beiden zu beleuchten. Hin und wieder kommt es zu kurzen Erinnerungen an Hanna, aber als wirklich dominierendes Thema, so würde ich es nicht bezeichnen.

Es gibt massenhaft Bücher über den Arbeitsalltag verschiedener Berufsgruppen, man kann davon halten was man mag, doch in „Die Betäubung“ wurde genau ein solches Sachbuch in einen Roman umgewandelt. Obwohl ich eher auf Psychologie fixiert bin, mich vor dem Lesen mehr auf diese Teile freute, waren es letztlich doch die Ausführungen über den Arbeitsablauf einer Anästhesistin, die mich gefangen genommen haben. Welche Aufgaben diese Gruppe zu erledigen hat, wie das Ansehen im Krankenhaus ist und noch viel mehr wird dem Leser näher gebracht. Die beiden Protagonisten wechseln sich in der Erzählperspektive beständig ab, so dass man immer weiß, welchen Einblick man als nächstes erhält.

Wie man aus der Inhaltsangabe entnimmt, verzweigen sich die Arbeitsabläufe der beiden Geschwister, gehen soweit, dass sie ins Privatleben hineinspielen und man kann sich schon beinahe selbst ausmalen, wie sehr es eine Herausforderung für Drik wird, in der Therapie Ausführungen über seine Schwester zu erhalten. Diese Zerrissenheit, die er verspürt, nimmt man während des Lesens deutlich wahr, es ist beinahe so, als würde man selbst im Behandlungszimmer sitzen und sich der Situation aussetzen. Während des Lesens fließt eine elektrische Spannung durch die eigenen Venen, die absolut fesselnd ist.

Wir Analytiker sind Geschichtenerzähler, und die beste Geschichte hauen wir dem Patienten um die Ohren. Auf diese Geschichte einigen wir uns im Laufe der Therapie, diese Geschichte wird zu der Wahrheit, an der wir alle Gefühle und Einbildungen festmachen. So kommen Ruhe und Struktur in das Denken des Patienten über sich selbst, und wir können den Abschied vorbereiten.
(Seite 107)


Die Autorin, Anna Enquist, war selbst lange als Psychoanalytikerin tätig, was man aus dem Buch herauslesen kann. Ihr tiefes Wissen, ihre Versiertheit  ist deutlich wahrnehmbar, doch auch die Abschnitte über den Arbeitsalltag einer Anästhesistin sind vollkommen ausgereift recherchiert worden, was in der Danksagung nochmal unterstrichen wird – es war vermutlich eine Arbeit sondergleichen, sich mit dieser Materie so weiträumig auseinanderzusetzen, aber letztlich lässt sich nur sagen, die Mühe hat sich reiflich gelohnt.

Fazit:
Es gibt diese Bücher, denen viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird – „Die Betäubung“ gehört zu diesen. Schade, dass ich nicht schon früher darauf aufmerksam wurde, weil es zu lesen, ist einfach nur fesselnd und energiegeladen. Zwischen Gefühlen hin und her gerissen, hängt man seinen eigenen  Gedanken und Spekulationen nach. Absolute Leseempfehlung!

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Der beste Freund, den man sich denken kann
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77 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

imaginärer freund, freundschaft, kindesentführung, leben, roman

Der beste Freund, den man sich denken kann

Matthew Dicks , Cornelia C. Walter
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury, 01.02.2013
ISBN 9783827011404
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:


Inhalt:
Der 6-jährige Budo ist der imaginärer Freund von dem 8-jährigen Max Delaney. Für einen imaginären Freund ist er schon relativ alt, die meistens überleben den Kindergarten oder die Vorschule nicht, doch Max ist ein besonderes Kind, er braucht Strukturen, es fällt ihm schwer, mit anderen Menschen umzugehen, sortiert gerne Dinge und so hält er sich meistens an Budo, der im treu zur Seite steht. Bei Problemen steht er jederzeit bereit, doch es wird der Tag kommen, an dem Max nicht mehr an Budo glaubt, der kleine Junge verschwinden wird, diesen Moment fürchtet er, doch bis es soweit ist, haben die beiden noch ein ganz besonderes Abenteuer zu erleben.

Meine Meinung:
Erzählt wird das Buch aus der Sicht des imaginären Freundes Budo, der seine Erlebnisse mit Max berichtet, allerdings auch seine eigene Welt beschreibt. Wie es ist, ein imaginärer Freund zu sein, warum manche aussehen wie Löffel, andere wie kleine Haarspangen und wieso er so vollkommene menschliche Züge hat. Einerseits ist es absolut absurd was der Autor da beschreibt und andererseits ist es plausibel, weil die Details mit großer Hingabe ausgearbeitet sind und einen auch als Erwachsenen noch total in den Bann nehmen.

Nach den ersten Seiten stellte sich für mich die Frage, ob es sich hier vielleicht nicht doch eher um ein Jugendbuch handelt, da die Sprache wahnsinnig einfach gewählt wurde, aber es ist natürlich dadurch sehr authentisch, weil Budo eben erst 6 Jahre alt ist. Stilistisch hat es mich ein wenig an „Raum“ von Emma Donoghue erinnert, wo auch ein Kind die Erzählstimme übernimmt.  Es ist ein wenig schwer für mich gewesen, auf Grund dessen in die Geschichte zu finden, weil man sich einfach darauf einlassen, sein Gehirn aus dem Erwachsenenmodus nehmen und in den kindlichen schalten muss. Die Umstellung dauerte bei mir etwas länger, gelang aber so um Seite 150, dann ist man absolut gefangen, eingenebelt von dieser zauberhaften, kindlichen Welt.

Es war auch ungefähr auf Seite 150, wo ich mich zu fragen begann, wohin die Geschichte mich eigentlich lenken möchte. Sicherlich hat man mal die beiden Welten der Jungs kennengelernt, aber dann blieben immer noch gute 300 Seiten übrig, die ich mir zu fühlen nicht hätte wirklich erträumen können, aber da kommt noch was ganz Großes auf den Leser zu. Einiges kann man aus dem Klappentext schon herauslesen, in welche Richtung es aber letztlich geht und was es für alle Beteiligten bedeutet, dass war eine riesige, aber sehr gelungene Überraschung.

So ungefähr ist es, mein Leben. Ich tanze auf zwei Hochzeiten. Ich lebe in der gelben Welt und in der blauen Welt. Ich lebe mit Kindern, und ich lebe mit Erwachsenen. Ich bin nicht direkt ein Kind, aber auch nicht direkt erwachsen.
Ich bin gelb und blau.
Ich bin grün.
Ich kenne mich auch mit Mischfarben aus. 
(Seite 14) 

Braucht man für dieses Buch Fantasie? Ja, oder zumindest die Bereitschaft, sich an seine Kindheit zu entsinnen, egal ob man jetzt einen imaginären Freund hatte oder nicht, man braucht die Wertfreiheit, darf sich nicht an Logik binden, sondern muss sich allen Gegebenheiten öffnen, tut man es allerdings, dann wird man verzaubert, von einer Geschichte, die so leise anfängt, jedoch furios und aufwühlend endet.

Fazit:
Stilistisch ist das Buch ein wenig eigen, sehr kindlich geschrieben, darauf muss man sich einlassen können und vor allem wollen, tut man es aber, dann wird man reichlich dafür belohnt, mit einer Geschichte, die manchmal schon fast ein kleiner Krimi ist.

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Im Pyjama um halb vier
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187 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 45 Rezensionen

facebook, liebe, hamburg, münchen, jugendbuch

Im Pyjama um halb vier

Gabriella Engelmann , Jakob M. Leonhardt
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401067933
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Auf einer Party entdeckt Lulu Marco, einen Jungen zum Verlieben. Leider verlieren sie ihn danach aus den Augen und das Mädchen sieht als einzige Idee, den besten Freund von Marco auf Facebook anzuschreiben. Der angeschriebene Ben Schumann ist allerdings nicht der Gesuchte und trotzdem, zwischen den beiden entwickelt sich rasant eine Internetfreundschaft. Sie erzählen sich gegenseitig von ihren Sorgen, Liebesproblem und auch ganz alltägliche Dinge finden Platz. Je mehr sie miteinander schreiben, desto mehr wächst der Wunsch, sich zu sehen, zu erfahren, wer hinter den Avatar Lulu Rakete und Ben Schumann steckt.

Meine Meinung:
Zwei Jugendliche: Luca-Luisa, genannt Lulu, ist 16 Jahre alt, Ballettschülerin und lebt in Hamburg. Ben ist 17 Jahre alt, ein erfolgreicher Basketballspieler und wohnt in München. Die Entfernung würde es eigentlich fast unmöglich machen, dass die beiden jemals aufeinander treffen, doch in Zeiten des Internets ist nur ein Klick notwendig. Zu Beginn steht ein Missverständnis, doch irgendwie kann Lulu nicht von Ben lassen, warum auch, wenn man schon einmal einen Jungen hat, der einen die komplizierte Welt dieser erklären kann, dann sollte man es doch ausnützen. So sieht es auch Ben, was eine Freundschaft entstehen lässt, in der es keine Tabus gibt.

Liebe ist natürlich ein großes Thema im Buch, nicht unter Lulu und Ben, sondern getrennt voneinander. Sie erzählen sich gegenseitig ihre Erfahrungen, aber auch Probleme. Miteinander versuchen sie Lösungen zu finden, aber auch Gedankenschranken zu öffnen. Und obwohl mir Liebesgeschichten nicht so liegen, ist es in diesem Buch anders, es ist zwar ein dauerpräsentes Thema, aber da man es nur in dieser Facebookunterhaltung mitbekommt, ist da doch eine angenehme Distanz. Womöglich machte für mich die Faszination einfach aus, dass man in einem Facebook-Chat mitlesen durfte, der doch sonst geheim ist und niemand einen freiwillig mitlesen lässt. In „Im Pyjama um halb vier“ darf man über die Schulter schauen, Geheimnisse lesen und neugierig ist doch jeder.

Die Gestaltung des Buches sollte man auch unbedingt erwähnen: wie auf Facebook, findet man sich in einem Chat wieder, wobei Lulus Avatar pink und eine Rakete beinhaltet, der von Ben blau und aus einem Basketball besteht. Die Schrift im Buch ist durchgängig blau, was eine schöne Abwechslung zu sonstigen Büchern ist. Gespickt wird der Chat auch immer wieder von Pinnwandeinträgen, die mir eigentlich am besten gefallen haben, weil ich ein wenig in den Nerdinator verliebt bin, den zwar sonst niemand leiden kann, der aber so einen herrlichen sarkastischen Ton anschlägt, dass er mein persönlich Held ist.

Neben der lockeren, oft auch witzigen Geschichte, die sich vor allem um Teenagerprobleme dreht, steckt dahinter noch ein großes und wichtiges Thema, was man sich nicht hätte ausmalen können, diese Drehung, von der Leichtigkeit, in die tiefe Ernsthaftigkeit, hat das Buch, nach dem Lesen, noch einmal eine Portion eindringlicher gemacht.

Das Buch ist so geschrieben, dass die Geschichte eigentlich abgeschlossen ist, aber dann doch nicht. Potenzial und Stoff für einen zweiten Teil sind durchaus vorhanden und ich flehe beinahe darum, auch wenn es dann vielleicht kein „Chatroman“ mehr wird, sondern es einen anderen Weg einschlägt.

Fazit:
Was wie eine lockere Jugendgeschichte beginnt, verwandelt sich in ein Buch mit Tiefgang und lässt einen nach dem Lesen gedankenverloren und mutig zurück. Mutig, weil es einen dazu bringt, selbst auch einmal etwas zu riskieren, obwohl man niemals wissen kann, ob es sich lohnt.

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One Moment Meditation
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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

meditation, erholung, methode, stille, wissen

One Moment Meditation

Martin Boroson
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Kamphausen, J, 01.03.2012
ISBN 9783899015485
Genre: Ratgeber

Rezension:

Inhalt:
Die heutige Welt ist hektisch und stressig, es fehlt die Zeit, sich einmal zurückzulehnen, durchzuatmen und den Moment zu genießen. Fehlt die Zeit wirklich? Was wäre, wenn es nur einen kurzen Augenblick dauern würde, um die Energiereserven wieder aufzutanken. Eine Minute, später dann einmal aus und einatmen, schon ist die Kraft wieder zurück. Klingt schön aber unerreichbar? Falsch, mit „one moment meditation“ erlernt man genau diese Technik, die einem aus dem Alltag aussteigen lässt, ohne ihn wirklich zu verlassen und einen Moment, den haben wir doch immer Zeit, warum ihn deswegen nicht bestmöglich nutzen?
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Meine Meinung:
Eine interessante Vorstellung: sich jeden Tag eine Minute Zeit nehmen und dadurch erlernen, wie man zu sich kommt, ein wenig die Welt und die Verpflichtungen auf ihr zu vergessen. Skeptisch war ich schon, was weiß man über Meditation: ruhig sitzen, am besten minutenlang. Kein leichtes Unterfangen, besonders nicht, wenn man mit der Technik erst begonnen hat. Gedanken schießen quer und an nichts denken scheint unmöglich. Wieso es nicht anders angehen, sich nur einmal eine Minute Zeit nehmen und dann, wenn man die Technik verinnerlicht hat, nur noch einen Augenaufschlag für die Erholung brauchen. Martin Boroson beschreibt genau diese Technik eindrucksvoll in diesem Buch.
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Man beginnt mit der Basisminute, die man leicht in dem Alltag einbauen kann, da fällt niemanden eine Ausrede ein, diese Zeit kann jeder erübrigen und schon zu Beginn merkt man, dass es ganz hilfreich ist, wenn man nur mal kurz aus der Routine ausbricht. Die Erfolgserlebnisse stellen sich schon nach kurzer Zeit ein, auf alles andere baut das Buch auf. Sinn dahinter ist, dass man von der Entspannungsminute wegkommt und irgendwann bei dem Entspannungsmoment ankommt, was allerdings Training braucht und den Willen, auch daran zu bleiben, weil einfach Übung notwendig ist.
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Martin Boroson schreibt es selbst im Vorwort: „Lies ein Kapitel, kau es durch, dann lies es noch einmal. Mache die Übungen. Lebe mit ihnen. Wenn du sie vollständig verdaut hast und es dich nach mehr gelüstet, gehe zum nächsten Kapitel über.“ (Seite 21/22)
Genauso sollte man sich an das Buch wagen, weil es aufbauend ausgearbeitet ist und es unsinnig wäre, weiter zu gehen, wenn man noch nicht die Techniken aus dem vorherigen Kapitel verinnerlicht hat. Kann man sicherlich auch machen, aber dann hat man nur einen groben Überblick, vermischt womöglich Anfänger- mit Fortgeschrittenenwissen und das ist sicherlich nicht Sinn der Sache.
Wie erwähnt, beginnt man mit der Erholungsminute, bis man sich soweit vorgearbeitet hat, dass man nur noch einen Augenblick braucht um Erholung zu erlangen, dauert es ungefähr ein halbes Jahr, zumindest wenn man die Zeitangaben des Autors berücksichtigt. Klingt lange? Sicherlich, aber in diesem langen Prozess erlernt man trotzdem schon, wie es eine einzige Minute braucht, damit man Kraft tanken kann und eine Minute ist doch auch schon sehr schnell, um Ruhe zu erlangen – der Rest ist nur noch Feinschliff.
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Die Übungen sind leicht und verständlich erklärt, lassen sich gut umsetzen und verlangen nichts Unmögliches von dem Leser. Der Schreibstil ist locker, so dass man sich gut durch das Buch bewegen kann.
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Fazit:
Das Buch ist ein Langzeitprojekt, man erlernt schnell, wie man sich innerhalb einer Minute entspannt, aber bis zum Augenblick braucht es Übung und die Bereitschaft, es probieren zu wollen. Obwohl es Übung braucht, wird man schon schnell Erfolgserlebnisse verbuchen können, die einen dazu anhalten, weiterzumachen, bis man ihn erreicht – den einen kurzen Moment, der einem Energie und Kraft schenkt.

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Tags: anfänger, augenblick, erholung, erholungsminute, erholungsmoment, fortgeschrittener, hektik, meditation, methode, minute, stille, welt, wissen   (13)

  

 

Das ist nicht wahr, oder?
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75 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

bloggerin, leben, humor, verrückt, texas

Das ist nicht wahr, oder?

Jenny Lawson , Wolfram Ströle
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Metrolit Verlag, 18.02.2013
ISBN 9783849300500
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Jenny Lawson ist eine amerikanische Bloggerin, die vor allem durch ihren schwarzen Humor Berühmtheit erlangte. Ihr Buch „Das ist nicht wahr, oder?“ erzählt von ihrem Leben, den skurrilen Erlebnissen, die ihr widerfahren. Jetzt kann man sich gerne die Frage stellen, warum man die biografische Geschichte einer Frau lesen sollte, die im deutschsprachigen Raum nicht sehr bekannt ist. Die Antwort ist ganz einfach: Jenny Lawson ist nicht normal.
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Geprägt davon, dass ihr Vater Tierpräparator ist, war ihre Kindheit von so manchen seltsamen Begebenheiten erfüllt, geben genug Grund, warum sie und ihre Schwester zutiefst traumatisiert sind. Und irgendwie fragt man sich das ganze Buch über – „Das ist nicht wahr, oder?“. Manche Situationen sind wirklich so absurd, dass man an der Wahrheit zweifelt, dann aber doch nicht, weil die Autorinnen oft einen Bildbeweis zu ihren Geschichten liefert und dann, dann denkt man nur so: Oh mein Gott.
Das Buch beschäftigt sich jetzt aber nicht nur mit der Kindheit von Jenny Lawson, obwohl, es würde locker alleine für ein Buch reichen, aber nein, wir durch- und erleben an der Seite der Autorin ihren Lebensweg. Klingt nicht sonderlich spektakulär, ist es aber, weil was Jenny Lawson passiert, lässt sich eigentlich mit keinen Worten beschreiben und doch findet sie welche. Und in diesen liegt auch eine unglaubliche Kraft, triefender Sarkasmus beschreibt nicht mal annähernd was man da liest. Es ist eigentlich unbeschreiblich, lässt sich in keine Kategorie pressen.
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Bevor man sich das Buch kauft, sollte man unbedingt die Leseprobe lesen. Sicherlich ist der Humor nicht der Geschmack von jedermann, weil er irgendwie sehr speziell ist und dann doch wieder nicht, es sind halt einfach die Gedanken eines sehr liebenswerten Freaks. Trotzdem, Leseprobe ansehen und Buch dann trotzdem kaufen, ob es gefällt oder nicht, im Regal macht es sichtlich schon mal gut.
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Erwartet hatte ich mir ein amüsantes Buch, damit wurde ich bedient, aber ein Leben ist nie immer nur gut, sondern da gibt es auch Schattenseiten. Diese findet man auch hier vor, der Unterschied ist nur, dass die Situationen nie biederernst betrachtet werden. Die Autorin hat psychische Probleme, man liest darüber und sieht die Schwere, aber sie schreibt darüber mit einem Zwinkern, entnimmt ihren oft seltsamen Verhalten die Schärfe, kann selbst über sich lachen, ohne wirklich etwas ins Lächerliche zu ziehen. Manchmal war es wirklich so, dass ich eine Stelle las, lachen musste, weil sie so absonderlich wirkte und mich im nächsten Moment ermahnen musste, nicht über die Probleme von anderen Menschen zu lachen, weil es eigentlich gar nicht witzig ist, aber verdammt, es war witzig.
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Der Schreibstil ist erfrischend anders, zeigt auf, dass man über sich selbst lachen kann und sollte. Es ist wirklich ein wenig so, als würde man einen Blog lesen, manchmal sind die Geschichten ein wenig durcheinandergeraten, da ist jemand tot, dann wieder lebendig, aber letztlich doch leider tot. Manchmal vermischt sich alles ein bisschen, aber es ist so ein minimaler Mankopunkt, dass man getrost darüber hinwegsehen kann. Es ist einfach ein geniales Buch.
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Ich denke, das Buch werde ich noch öfters lesen, weil ich glaube, man kann nicht alles auf einmal aufnehmen, zu intensiv sind die Geschichten, zu sehr muss man manchmal lachen, dass es schwer fällt, die Gedanken gleich wieder frei zu bekommen. Für Englischkönner gibt es auch den Blog http://thebloggess.com/, bei welchen man sich seine tägliche Dosis Wahnsinn abholen kann.
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Fazit:
Was soll man sagen, wenn man die leise Vermutung hat, jetzt schon ein Jahreshighlight 2013 in den Händen zu halten? Unbedingt lesen, wenn man selbst in bisschen seltsam im Kopf ist und einen sarkastischen Humor hat, der gerne mal Grenzen sprengt und nicht alles immer zu ernst nimmt.

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Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

witz, bruce willis, bruce, briefroman, freundschaft

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

Tilman Rammstedt
Fester Einband: 190 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 01.11.2012
ISBN 9783832196868
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Tilman Rammstedt hat es nicht einfach: Bruce Willis, Hollywoodgröße, reagiert einfach nicht auf seine E-Mails, obwohl er ihm doch eine Rolle in seinem neuen Roman anbietet, aber es wäre nicht Tilman Rammstedt, wenn er nicht Ausdauer an den Tag legen würde und einfach weiterschreibt.
Wo passt der Bankberater in die Geschichte? Ganz einfach, Bruce Willis soll dessen Rolle übernehmen. Klingt nicht sonderlich aufregend, welche Abenteuer soll ein Bankberater schon erleben, nun ja, wenn er seine eigene Bank überfällt und dann sich mit dem Autor auf die Flucht begibt, dann ist da doch viel Stoff für eine skurrile Geschichte gegeben, die man einfach mal Herrn Willis per Mail schreibt, damit er endlich eingreift, sich schließlich doch dazu entscheidet, in der Geschichte mitzuspielen.
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Meine Meinung:
Vermutlich hätte ich nicht zu dem Buch gegriffen, wenn ich davor nicht Tilman Rammstedts „Der Kaiser von China“ gelesen hätte, weil mal ehrlich, Bankberater und das Wort Abenteuer schließen sich eigentlich gegenseitig aus. Meine Idee war, einfach mal zu gucken, wie die Geschichte so gestaltet ist, muss man doch nicht lesen, wenn es einen dann nicht gefällt, aber Herrgott, es hat mir gefallen, besser wie ich jemals erwarten konnte.
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Bruce Willis bekommt die Rolle des Bankberaters angeboten, die Rahmenbedingungen stehen schon und eigentlich würde es nur noch eine Zusage brauchen, aber der Hollywoodstar antwortet einfach nicht auf die E-Mails, so dass er einfach in die Geschichte hineingebaut wird, ob er will oder nicht. Veränderungen könnte er jederzeit anbringen, wenn er nur auf die zig Mails reagieren würde und als Leser hegt man beständig die leise Hoffnung, dass doch mal eine Reaktion kommt, zumindest nur ein kleines Wort, aber es ist eigentlich nicht für die Geschichte notwendig, die funktioniert auch als Selbstgespräch von Herrn Rammstedt einwandfrei.
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Zwischen den Mails, die die Flucht und eben Abenteuer des Bankberaters thematisieren, erfährt man aber auch etwas über die spezielle Beziehung zwischen den genannt und Tilman Rammstedt. Sein Bankberater war nämlich nicht irgendein Bankberater, sonders ein spezieller Freund, berät in zwar in Anlagegeschäften, aber spielt auch in seinem Privatleben eine große Rolle. Für eine berufliche Beziehung verbringen sie schon sonderlich viel Zeit miteinander, aber es passt zum Buch, passt zu dieser seltsamen Geschichte.
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„Ich begleite Sie noch ein Stück“, sagte mein ehemaliger Bankberater manchmal nach einem Termin am späten Nachmittag. Meist brachte er mich dann bis zu meiner Haustür und verabschiedete sich mit einem schüchternen Winken. „Also dann“, sagte er. Wenn ich später durch die Gardinen des Schlafzimmerfensters schaute, sah ich ihn immer noch da stehen. In der linken Hand seine Aktentasche, in der rechten Hand nichts, reglos, als wollte er mit dem Straßenbild verschmelzen, aber das Straßenbild nicht mit ihm. (Seite 32/33, E-Book Ausgabe)
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Ich weiß nicht was für einen Humor man für die Geschichte braucht, aber es ist definitiv einer notwendig. Man sollte skurrile, absurde und nicht absehbare Erzählungen lieben. Wieder einmal rate ich, die Leseprobe zu lesen, damit man nicht enttäuscht es.
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Suche ich einen Kritikpunkt, so finde ich ihn darin, dass das Buch zu dünn ist. Ich glaube, für mich hätte die Geschichte immer weitergehen können, so gefangen war ich in den Ausführungen. Man will diesen Mikrokosmos nicht mehr verlassen, viel zu wohl fühlte ich mich in dieser Welt, die eigentlich nicht existiert, was der Verstand auch weiß, aber doch, es fühlte sich wie die Realität an.
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Fazit:
Man sollte sich nicht täuschen lassen, das Leben eines Bankberaters kann schon ziemlich aufregend sein, besonders wenn Tilman Rammstedt die Finger im Spiel hat und dann auch noch Bruce Willis die Situation retten sollte, wenn auch dieser durch Abwesenheit glänzt. Eine einzigartige Note Humor vervollständigt dieses Buch und macht es zu einem Abenteuer der Sonderklasse.

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Rachekind
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192 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

thriller, janet clark, wahrheit, mystery, suche

Rachekind

Janet Clark
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 14.01.2013
ISBN 9783453409279
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Inhalt:
Hanna kommt nach einer Veranstaltung gut gelangt nach Hause, doch irgendwas scheint dort anders zu sein. Steve, ihr Mann, ist spurlos verschwunden. Lilou, ihre einjährige Tochter, liegt mit Atemstillstand in ihrem Bettchen. Panik erfasst Hanna, in letzter Sekunde kann ihre Tochter gerettet werden, doch die Gefahr schwebt weiterhin über den beiden – was eine versuchte Entführung von Lilou bestätigt. Neben all diesen Dingen bleibt die Frage nach dem Verbleiben von Steve. Hanna beginnt Nachforschungen anzustellen, doch was sie entdeckt, schockiert sie zu tieft, ihr Mann Steve Warrington scheint nicht der zu sein, den sie kennt. Ihre Recherchen bringen sie in eine tödliche Gefahr…
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Meine Meinung:
Durch schwärmerische Rezensionen ließ ich mich zu diesem Thriller verleiten. Beschreibungen zufolge sollte es sie ja hier um ein Highlight der Extraklasse handeln, mit dieser Erwartungshaltung machte ich mich auch an die Geschichte. Nach den ersten hundert Seiten fühlte ich mich zwar gut aufgehoben, aber nicht überwältigt. Es beginnt gleich damit, dass Hanna die Wohnung leer vorfindet und ihre Tochter, mit einem Atemstillstand, im Bettchen, so ist man sofort im Geschehen drin und stellt sich die ersten Fragen zu den Vorkommnissen. Ich dachte zwar, dass die ersten Seiten nicht spannend sind, doch hierbei handelt es sich um einen miesen Trick der Autorin. Sie beginnt einen langsam einzuhüllen, mit jeder Seite wird man mehr ans Buch gebunden, ob man mag oder nicht. Nach Seite 100 gelingt es unter Garantie nicht mehr, „Rachekind“ aus der Hand zu legen, viel zu sehr ist man schon in dieser Welt gefangen, auch wenn man zuerst das Gefühl hatte, gar nicht mal so gefesselt zu sein.
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Es entsteht ein Verwirrspiel um Steves Verbleiben, schließlich gibt es keinen plausiblen Grund, wieso er Hanna hätte verlassen sollen, auch hätte er nie seine kleine Tochter im Stich gelassen. Viele Fragen bleiben, welche noch dadurch genährt werden, dass es im Buch im wieder zu Rückblenden einer fremden Person kommt. Diese Abschnitte stammen aus dem Jahr 1991, lange vor der Zeit, bevor die eigentlich Geschichte sich abspielt. Man fragt sich ständig, von wem die Einträge stammen und besonders, was sie überhaupt mit allen zu tun haben. Durch die Unwissenheit beginnt man, sich die wildesten Fantasien zusammenzustellen. Tausend Wege scheinen möglich, man verzweifelt sogar beinahe darüber, aber kurz vor der großen Verzweiflung lichtet sich alles – genau rechtzeitig. Ich war mir unsicher, ob ein Buch wirklich 500 Seiten lang die Spannung halten kann, ohne irgendwann langweilig zu werden. Janet Clark kann einen unter Strom setzen, spannt einen so lange auf die Folter, bis man schier nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht, aber dann fügt sich alles zusammen, ein Gesamtbild entsteht. Ich bin immer noch fasziniert darüber, wie beständig wirklich die Spannungskurve aufrechterhalten wurde.
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Hanna ist gut beschrieben, man fühlt sich schnell in sich hinein. Lilou, die sich nach ihrem Atemstillstand verändert hat, gibt einem das ganze Buch über Rätsel auf. Hier spielt ein bisschen ein Mystikaspekt mit, der aber niemals übertrieben ist, sondern jederzeit glaubhaft und beginnt die Gedanken zu beschäftigen. Die Frage, ob so etwas wirklich geschehen könnte.
Allen anderen Charakteren steht man bis zum Ende hin skeptisch gegenüber, vertraut wird aus Prinzip niemanden und vertraut man mal doch, bekommt man wegen dieser Torheit eins vor den Latz geknallt. Die Personen sind authentisch beschrieben, aber dieses tiefe Misstrauen gegen alle lässt sich einfach nicht abschütteln, sondern bleibt an einem kleben – fantastisch.
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Normalerweise nenne ich immer noch einen Kritikpunkt in einem Buch, weil es eigentlich auch immer einen gibt – bei „Rachekind“ nicht. Von der ersten bis zur letzten Seite ist man gefangen in einer Geschichte, bei welcher man niemanden vertrauen und schon gar nicht alles glaubt darf.
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Fazit:
Ein durchgehender Spannungsbogen und eine Geschichte, die einen langsam einhüllt und niemals wieder loszulassen scheint. Genau so muss ein Thriller sein.

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Wunder
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(133)

309 Bibliotheken, 15 Leser, 3 Gruppen, 59 Rezensionen

schule, freundschaft, wunder, familie, mut

Wunder

R.J. Palacio , André Mumot
Fester Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.01.2013
ISBN 9783446241756
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
August Pullman, genannt Auggie, hat es nicht einfach im Leben. Er wurde mit dem Treacher-Collins-Syndrom geboren, einem Gendefekt, dessen Auswirkungen sind, dass er ein missgebildetes Gesicht hat. Mit seinen 10 Jahren, hat er schon 27 Operationen hinter sich, die eher gesundheitlicher Natur waren, nichts unbedingt mit Schönheit zu tun hatten. So muss er sich einen Alltag stellen, in dem er immer sofort Außenseiter ist, allerdings trotzdem im Mittelpunkt steht, weil ihn alle Menschen anstarren.
Lange wurde Auggie zu Hause unterrichtet, doch nun soll er eine normale Schule besuchen, damit er so etwas wie einen geregelten Alltag erlebt und sich mit Altersgenossen auseinandersetzt.
Seine Familie gibt ihm einen Rückhalt, liebt ihm bedingungslos, doch in der Schule wird er auf bekannte, aber auch unbekannte Probleme stoßen. Wie der Junge sein Schicksal meistert, wird eindrucksvoll im Buch beschrieben.
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Meine Meinung:
Wo anfangen? Vermutlich einfach mal, bei dem außergewöhnlichen und einzigartigen Jungen August. Mit seinen 10 Jahren hat er schon eine Menge erlebt und durch die Gesichtsanomalie wird er heute noch oft angestarrt, muss sich mitleidigen, abschätzigen oder erschrockenen Blicken stellen. Eine Sache, die an seiner kleinen Seele nagt, obwohl er eine liebevolle Familie hinter sich stehen hat, die alles versucht, um in ein ganz normales Leben zu ermöglichen. Einerseits hat er noch eine sehr kindliche Art an sich, die besonders durch den Schreibstil heraustritt, andererseits ist der durch seine Erfahrungen schnell erwachsen geworden, diese Mischung macht es besonders eindringlich, das Leben des Jungen zu verfolgen.
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Ich heiße übrigens August. Ich werde nicht beschreiben, wie ich aussehe. Was immer ihr euch vorstellt – es ist schlimmer. (Seite 10)
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Unterteilt ist das Buch in einzelne Abschnitte, die aus der Sicht der unterschiedlichsten Personen erzählt werden. Mal ist es August, sein Freund, seine Schwester Via oder eine Bekannte. Alle erzählen ihren Alltag, der entweder stark, oder wenig mit Augusts verbunden ist. Besonders eindrucksvoll ist es, dass jeder dieser Abschnitt in einem eigenen Stil verfasst ist. Die Charaktereigenschaften lassen sich aus den einzelnen Worten herauslesen und zeichnen ganz eigene Persönlichkeiten.
Es ist auch schön zu sehen, wie sehr Augusts Erkrankung alle Menschen in seiner Umgebung berührt, beeinflusst und lenkt. Gerade diese Perspektivenwechsel tun dem Buch wahnsinnig gut.
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Vordergründig dreht sich das Buch darum, das August in eine normale Schule kommt, vorher wurde er von seiner Mutter zu Hause unterrichtet. Diesen Schritt beschließen alle, damit der Junge einen geregelten Alltagsablauf bekommt und nicht mehr abgeschottet wird. Unproblematisch ist dieses Unterfangen nicht. Neu an eine Schule zu kommen, würde schon Stoff für ein Buch liefern, neu und nach dazu anders zu sein, füllt eine eigene Welt. Es werden die positiven Seiten beleuchtet, die Menschen, die dem Jungen wertefrei begegnen, allerdings stößt er auch auf Ablehnung, was hier auch thematisiert wird.
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Die Dinge, die wir tun, sind das Allerwichtigste. Sie sind wichtiger als das, was wir sagen oder wie wir aussehen. Die Dinge, die wir tun, bleiben auch nach unserem Tod erhalten. (Seite 82)
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Was mir ein wenig fehlt – August ist ein einzigartiger Charakter, man lebt mit ihm mit, aber das Mitfühlen, dass blieb bei mir ein wenig auf der Strecke. Es ist schon da, aber nicht mit dieser Intensität, wie ich sie mir erhofft und erwartet hatte. Mag daran liegen, dass meine Erwartungen riesig waren und hier einfach zu hoch, weil, so wie es geschrieben ist, ist es nicht schlecht, aber für mich einfach ein wenig dünn besiedelt.
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Das Buch hat die Altersempfehlung ab 10 Jahren, gesagt sei aber, dass man da doch schon ein sehr geübter Leser sein müsste und ich es eigentlich eher auf 12 Jahre anheben würde.
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Fazit:
Ein außergewöhnliches Buch, über einen außergewöhnlichen Jungen, der eine schwere Last zu tragen hat, aber eines niemals tut – aufgeben. Es handelt sich zwar um ein Jugendbuch, aber lesen sollte es vermutlich jeder, weil es einen viel über Menschlichkeit und Moral lehrt.

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Das Achtsamkeits-Buch
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Achtsamkeits-Buch

Halko Weiss , Michael E. Harrer , Thomas Dietz , Jürgen Kriz
Fester Einband: 303 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 26.02.2010
ISBN 9783608945584
Genre: Ratgeber

Rezension:

Inhalt:
Achtsamkeit ist in aller Munde, da jeder die Hoffnung hegt, dadurch etwas Ruhe und Gelassenheit in den Alltag hineinzubekommen, der doch heutzutage von Stress geprägt ist. Nicht nur Stress wird dadurch abgebaut, auch gegen innere Unruhe oder zur Unterstützung bei psychischen Erkrankungen lässt sie sich anwenden, doch was ist eigentlich Achtsamkeit? Wie wendet man sie an? Wie in den Alltag einbauen? Diese und viele andere Fragen beantwortet „Das Achtsamkeits-Buch“ in einer leicht verständlichen Weise, so dass es für jeden eine Bereicherung sein kann.
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Meine Meinung:
Über das Thema Psychotherapie bin ich auf die Wirksamkeit von Achtsamkeit gestoßen. Schon lange ist es in der Therapie ein wertvolles Element, um bei Depressionen, Angststörungen und anderen Erkrankungen eine innere Ruhe herzustellen. Weiterführend wollte ich mich mit dem Thema beschäftigen, weil mir unklar war, was Achtsamkeit eigentlich im Körper auslöst, weshalb es eine beruhigende Wirkung hat und letztlich war natürlich auch das Interesse vorhanden, Übungen zu finden, die sich leicht anwenden lassen, um zu überprüfen, ob man dadurch tatsächlich eine Veränderung feststellt. Alles habe ich in dem vorliegenden Buch gefunden.
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Unterteilt ist das Buch in 3 Abschnitte. Abschnitt eins bringt einen leicht verständlich nahe, was Achtsamkeit eigentlich ist, wie es sich auf den Körper und das Gehirn auswirkt, worin seine Heilwirkung liegt und bei welchen Problembereichen sie angewendet werden kann.
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Im zweiten Abschnitt werden Unmengen von Übungen vorgestellt, die für unterschiedlichste Problematiken angewendet werden können. Einfach und leicht verständlich erklärt, ist die Umsetzung dieser gut möglich. Interessant und hilfreich sind auch die Zeitangaben, die bei jeder Übung angeführt sind, so gibt es welche die 5 Minuten dauern, andere mit 20. So kann man nicht die Ausrede hervorholen, keine Zeit zu haben, weil wirklich für jedermann etwas dabei ist.
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Der dritte Abschnitt dreht sich um Achtsamkeit und Psychotherapie. Ich war ein wenig skeptisch, ob es für jemanden interessant sein könnte, wenn er einfach nur ein paar Einweisungen in das Thema möchte, aber doch, nach dem Lesen muss ich sagen, zu sehen, wie die Achtsamkeit in der Therapie fruchtet, untermauert nur noch die hilfreiche Wirkung, die man durch gewissenhaftes Arbeiten erreichen kann.
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Achtsamkeit wird im Buch aber nicht nur glorifiziert, es wird nicht als universelle Lösung angepriesen, aber durch die Ausführungen wird man einfach dazu verleitet, es zumindest einmal für sich selbst auszuprobieren. Man kann sich gerne mit einer Portion Skepsis an das Ganze wagen, aber nebenher sollte man sich auch wertefrei daran machen, es einfach mal zu versuchen. So versuchte ich es und war schließlich überzeigt von der heilsamen Wirkung der Achtsamkeit, wobei es darum geht, sie konstant in den eigenen Alltag einzubauen. Nur dieses Buch zu lesen, mal eine Übung zu machen und dann hoffen, alles würde sich zum Guten wenden, ist wohl eine Utopie, aber wenn man wirklich dranbleibt, dann kann man die dauerhafte Wirkung der Achtsamkeit am eigenen Leib spüren.
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Fazit:
Leicht verständliches Buch zum Thema Achtsamkeit, was einen alles Notwendige erklärt und einen dazu verleitet, sich weiterführend damit zu beschäftigen.

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Hauptsache nichts mit Menschen
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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

humor, berlin, kurzgeschichten, lustig, wedding

Hauptsache nichts mit Menschen

Paul Bokowski
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Satyr, 14.03.2012
ISBN 9783981489118
Genre: Comic & Humor

Rezension:

Inhalt:
Paul Bokowski, Berliner mit polnischen Wurzeln, versucht einfach durch den Alltag zu kommen, aber was soll man schon machen, wenn der Alltag einen Situationen in die Hand spielt, die nur mit viel Sarkasmus erlebt werden können. Skurrile Alltagerlebnisse, verpackt in Kurzgeschichten, die punktgenau beschreiben, wie absurd manchmal das Leben sein kann.
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Meine Meinung:
Der Titel hat mich dazu verleitet, nach dem Buch zu greifen. Das Cover trägt auch sehr zu meiner Wahl bei, warum kann ich nicht genau sagen, aber egal, die Hauptsache ist doch, dass ich danach gegriffen habe. Die hier versammelten Kurzgeschichten überzeugen nämlich auf ganzer Linie und bescheren einen ein paar richtig gute Lesemomente.
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Die vorliegenden Kurzgeschichten spielen sich alle in Berlin, meist in Wedding, ab. Als nicht Großstädter blieb mir manchmal nur ein Kopfschütteln übrig, allerdings ein amüsantes. Ich glaube, wenn man selbst aus der Hauptstadt kommt, dann wirkt das Buch vielleicht noch witziger, auch wenn es mich doch erreicht, bleibt einfach die Vermutung, dass jemand, der die „Szene“ kennt, noch mehr Freude haben könnte. Nebenher ist es aber nicht nur Berlin und seine Eigenheiten die thematisiert werden, Paul Bokowski gelingt es auch wunderbar, sich und seine Verhaltensweisen ins rechte Licht zu rücken. Ob er sich die Rettung seines Bezirkes auf die Fahne geschrieben hat, einen Nachruf auf seine Großmutter verfasst, einfach nur eine skurrile Unterhaltung mit der geliebten Frau Nachbarin führt, oder sich einen Schrank kaufen gehen möchte und dann doch irgendwie auf einer Weihnachtsfeier von IKEA landet, die Geschichten laden einfach zum Schmunzeln ein.
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Ich las, dass sich einige beim lesen des Buches vor Lachen nicht mehr beherrschen konnten, was ich jetzt nicht so ganz unterschreiben kann. Keine Frage, da ist so viel Absurdität in den Geschichten beinhaltet, wie ich es selten mal gesehen habe, aber mehr als der Humor steht für mich der triefende Sarkasmus im Vordergrund, der einen schon mal sprachlos macht. Gelacht wird, sicherlich, aber mehr hatte ich mir die Frage gestellt, wie ein Mensch bitte auf solche Ideen kommt. Der Autor besitzt auf jeden Fall ein einzigartiges Gefühl, den Alltag in Geschichten zu packen, den Blick so zu rücken, dass die Situationen einen irgendwie doch immer wieder bekannt vorkommen.
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Was man bei dem Buch beachten muss – durch die geballte Wortkraft fliegt man nur so durch die Geschichten, allerdings verpasst man dadurch auch viel, weil man einfach so überlagert von Eindrücken wird, dass es eigentlich empfehlenswert wäre, eine Geschichte zu lesen und danach das Buch wegzulegen, um eine Pause einzulegen und es nach einiger Zeit wieder zur Hand zu nehmen. So bleibt nämlich die Kraft jeder einzelnen Kurzgeschichte erhalten und geht nicht vielleicht irgendwo unter.
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Wisst ihr, was wirklich schade ist? Es gibt kein weiteres Buch von Paul Bokowski – sarkastische Kurzgeschichten gibt es viele, richtig gute leider wenige, deswegen sollten manche Menschen mehr schreiben und ich hoffe inständig, noch viel mehr von dem Autor lesen zu dürfen.
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Fazit:
Wer sarkastische Alltagsgeschichten sucht, ist mit „Hauptsache nichts mit Menschen“ wunderbar bedient. Für mich eines der besten Bücher auf diesem Gebiet.

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Tags: alltag, berlin, humor, ironie, kurzgeschichte, polen, sarkasmus, wedding, witz   (9)

  

 

Überman
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(57)

113 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

weltuntergang, humor, freundschaft, simon peters, finanzen

Überman

Tommy Jaud
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Scherz, 09.11.2012
ISBN 9783651000322
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Simon Peters vertraut sein Geld einem griechischen Anlagenberater an, was sich schon bald als schwerer Fehler herausstellt, dieser verspekuliert nämlich jeden Cent. Simon ist pleite, aber das interessiert das Finanzamt nicht, es erwartet trotzdem eine Nachzahlung und zwar sofort. Nun heißt es schnell wieder an Geld kommen, an Ideen mangelt es nicht, nur an der Zeit, so wird der Überman zur Hilfe gezogen. Eine spezielle Technik, um mit so wenig Schlaf wie möglich auszukommen. Neben den Geldsorgen tut sich aber noch ein anderes Problem auf – der Weltuntergang (21.12.2012) steht kurz bevor. Alles wird nebensächlich und Simon hat nur noch die Rettung seiner Freunde vor Augen, aber wie lässt sich jemand retten, der noch gar nicht weiß, dass er gerettet werden muss?
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Meine Meinung:
Das Buch ist absurd, keine Frage, allerdings ist es auch wahnsinnig lustig, zumindest meinen Humornerv hat es punktgenau getroffen. Simon Peters ist einen schon vertraut, wenn man „Vollidiot“ oder „Millionär“ von Tommy Jaud gelesen hat, falls man es nicht hat, ist es auch kein großer Abbruch, „Überman“ lässt sich auch ganz gut alleinstehend lesen.
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Simon Peters ist und bleibt der zynische, überdrehte und voller wirrer Ideen sprudelnde Charakter, den man aus den anderen Büchern schon schätzen gelernt hat. Einerseits mochte ich ihn wirklich gerne, auf der anderen Seite war er doch auch wahnsinnig anstrengend, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut, sondern mir noch mehr Vergnügen bereitet hat, weil es eben so skurril war, seine Einfälle und Handlungen zu beobachten.
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Sicherlich mag die Geschichte manchmal sehr überspitzt dargestellt sein, was ich keinesfalls leugne, aber gerade dieses Überzogene hat mir gut gefallen, weil dadurch musste ich öfters amüsiert den Kopf schütteln, weil es gerade diese Art des Stiles ist, der mich anspricht und eigentlich auch nur dem Hauptprotagonisten Simon Peters entspricht, dessen Ideen auch immer übers Ziel hinausschießen.
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Fazit:
Eine witzige und skurrile Geschichte, die mich vollauf überzeugt hat und mir ein paar schöne Lesestunden beschert hat.

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Ich nannte ihn Krawatte
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(42)

66 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

japan, außenseiter, einsamkeit, schuldbewusstsein, salaryman

Ich nannte ihn Krawatte

Milena M Flasar , Milena Michiko Flašar
Fester Einband: 139 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 31.01.2012
ISBN 9783803132413
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:
Der junge Taguchi Hiro ist ein Hikikomori, jemand der sich von der Gesellschaft zurückzog und nur noch in seinem Zimmer blieb, ohne jemals Kontakt zur Außenwelt zu suchen. Ein weitverbreitetes Problem und Phänomen in Japan. Die zumeist Jugendlichen halten den Leistungsdruck nicht mehr statt und suchen die soziale Isolation. Jetzt als 20-jähriger lernt er sein Zimmer zu verlassen, sucht Zuflucht vor der lauten Welt in einem nahegelegenen Park.
Ohara Tetsu ist ein 58-jähriger Firmenangestellter, der seine Arbeit verloren hat und es nicht wagt, es seiner Frau zu sagen. Jeden Tag verlässt er pünktlich das Haus, um für seine Frau die Illusion aufrechtzuerhalten, dass alles in Ordnung ist. Sein Weg führt ihn in den Park und somit ist der Anfang einer Geschichte geschrieben, die von zwei Menschen handelt, die aus der Norm gefallen sind und gemeinsam wieder Normalität schaffen.
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Meine Meinung:
Es war eher ein Zufall, dass mir dieses Buch in die Hand fiel, vermutlich hätte ich ohne Empfehlung niemals dazu gegriffen. Die Geschichte klingt simpel gestrickt: treffen sich zwei Japaner auf einer Parkbank und erzählen einander ihr Leben. Allerdings ist die Begegnung, wie sie zueinander finden, eine feine und filigrane Annäherung. Zuerst sind es nur Beobachtungen, nur langsam kommt es zu wirklichen Gesprächssituationen, doch wenn sie da sind, dann hat man das Gefühl, als würden sich Menschen unterhalten, die sich schon jahrelang kennen. Kein Geheimnis scheint zwischen ihnen zu stehen, vermutlich deshalb, weil beide das selbe Schicksal teilen, sie passen nicht wirklich in die japanische, leistungsorientierte Gesellschaft. Stehen abseits. Zuerst jeder für sich, doch dann miteinander.
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Heute begreife ich, dass es unmöglich ist, jemanden nicht zu begegnen. Indem man da ist und atmet, begegnet man der ganzen Welt. Der unsichtbare Faden hat einen vom Augenblick der Geburt an mit dem anderen verbunden. Ihn zu kappen, dazu bedarf es mehr als nur eines Todes, und es nützt nichts, dagegen zu sein.
Als er auftauchte, hatte ich keine Ahnung. (Seite 12)
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In einem Wechsel erzählen die beiden Männer ihre Geschichten, geben einen kurzen Einblick in das eigene Leben, werden dadurch für den Leser mehr als nur facettenreich, nein, nach dem Lesen selbst hat man das Gefühl, beide wahrhaftig zu kennen. Eigentlich, eigentlich sitzt man zusammen mit ihnen auf der Parkbank, ist der stille Zuhörer, der beobachtet, wie die Verbindung der Zwei mit jedem Tag wächst.
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Das Buch spielt in Japan, so werden auch viele japanische Ausdrücke eingebaut, was das Ganz nur irgendwie noch authentischer macht, wenn aber auch gesagt sei, dass die Geschichte im Prinzip überall spielen könnte, weil es in jedem Leistungssystem Menschen gibt, die durch das Raster fallen und sich als Ausgestoßene sehen. Zurück zu den Ausdrücken, es finden sich eine Menge in dem Buch vor, die allerdings im Anhang auch ihre Erklärung finden, bis es dem Leser irgendwie in Fleisch und Blut übergeht, man ein wenig selbst in Japan lebt.
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Herauszuheben wäre die sprachliche Präzision, mit der das Buch geschrieben ist. Man könnte beinahe jeden Absatz anstreichen, so poetisch und wunderschön sind die Worte gewählt, die Gefühle verpackt. Die Faszination an diesem Buch liegt für mich zum großen Teil an dem Schreibstil, allerdings auch an den zwei Protagonisten, die man einfach nur ins Herz schließen kann.
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Fazit:
Es gibt diese kleinen Schätze auf dem Buchmarkt, die man einfach nur in sein Herz schließen kann. „Ich nannte ihn Krawatte“ ist eines dieser außergewöhnlichen Werke.

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Pandemonium
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(227)

544 Bibliotheken, 12 Leser, 4 Gruppen, 54 Rezensionen

liebe, dystopie, lena, julian, flucht

Pandemonium

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.11.2012
ISBN 9783551582843
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Lena lebt in einer Welt, in der Liebe als Krankheit angesehen wird, begibt sich dadurch in Gefahr, dass sie sich eben verliebt hat. Alex und ihr wird klar, dass sie nur zusammen sein können, wenn sie zu den Invaliden flüchten, einer Gruppe von Menschen, die Rebellen gegen das System sind und Lieben eben nicht als krankhaft bezeichnen. Zusammen flüchten sie, doch es geht etwas schief und nur Lena schafft es zu den Invaliden. Der Verlust von Alex wiegt schwer, doch sie kann sich mühselig in das Leben zurückkämpfen. Unter einer falschen Identität lebt sie in New York und arbeitet im Untergrund. Ihr Ziel besteht darin, Julian, den Sohn des größten Befürworter des Eingriffes zur Heilung von Liebe, zu beschatten. Während einer Versammlung der VDFA, Vereinigung für ein Deliria-freies Amerika, kommt es zu einem Aufstand anderer Invaliden. Lena behält Julian zwar im Auge, wodurch ihr Leben aber selbst in riesige Gefahr gerät.
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Meine Meinung:
Der zweite Teil der Amor- Trilogie knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Der Leser fühlt sich gleich wieder in die Welt hineingezogen, kann sich durch kurze Rückblenden schnell wieder einleben, ohne große Startschwierigkeiten.
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Erzählt wird die Geschichte wieder aus der Sicht von Lena, an deren Seite man sich zu Anfang in der Wildnis bewegt und sie zusammen mit den Invaliden, um ihr Leben kämpfen sieht, erst später bekommt sie den Auftrag, Julian zu observieren. Wobei zu sagen wäre, dass das Buch jetzt durchgehend mehr Spannung enthält, als es im ersten Teil der Fall war. Der Erzählstil, die Kapitel wechseln zwischen „damals“ und „jetzt“. Sprich, das Leben in der Wildnis wird aufgerollt, ihr Leben mit den Invaliden, was als damals gekennzeichnet ist und jetzt bedeutet das Leben in New York. Es ist zwar nicht ganz leicht, sich in diesen Wechsel einzufinden, aber nach einiger Zeit hat man den Dreh heraus.
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Anders als im ersten Teil fand ich, dass die Charaktere dieses Mal besser ausgearbeitet und ansprechender sind. Ganz gleich wo man sich befindet, es ist immer jemand dabei, der einem gleich zusagt, mit dem man mitfühlt und in dessen Gedanken man versinken möchte. Lena selbst bleibt allerdings doch ziemlich kühl und distanziert.
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So funktioniert Hass. Er nährt dich und bringt dich gleichzeitig zum Absterben.
Er ist hart und tief und kantig, ein System aus Blockaden. Er ist allumfassend.
Hass ist ein hoher Turm. In der Wildnis fange ich an zu bauen und zu klettern. (Seite 160)
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Liebe, die Krankheit selbst, ist in diesem Buch natürlich wieder das übergreifende Thema, allerdings bleibt eine reine Liebesgeschichte nicht aus, es war ein wenig unpassend, zumindest fühlte es sich für mich so an, aber in das Buch, in die Handlung, hat sie sich doch gut eingearbeitet, so dass es kein störendes Element war, wenn allerdings ein seltsames.
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Das Ende hält eine große Überraschung bereit, wobei sich die Autorin an einem Dystopie Element hält, was doch schon sehr abgegriffen ist, es vermutlich einfach darauf ankommt, wie es letztlich im dritten und letzten Teil der Serie verarbeitet wird, es bleibt einfach abzuwarten wie die Umsetzung erfolgt.
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Fazit:
Noch spannender und rasant wie der erste Teil, bleibt abzuwarten, wie der letzte Teil umgesetzt wird, gewiss ist nur, dass man ihn lesen möchte.
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Reihenfolge der Amour – Trilogie:
1. Delirium
2. Pandemonium
3. Requiem (noch nicht erschienen)

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Untot - Lauf, solange du noch kannst
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(75)

136 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

zombies, untot, zombie, bobby, jugendbuch

Untot - Lauf, solange du noch kannst

Kirsty McKay , Frank Böhmert
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.12.2012
ISBN 9783551520418
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Bobby befindet sich gerade auf Klassenfahrt, eigentlich auf der Rückfahrt des Ski Ausfluges, als der Bus eine Pause an einer kleinen Raststätte einlegt. Sie und ihr Klassenkamerad Smitty bleiben im Bus, während alle anderen sich auf den Weg in ein Café machen.
Einige Zeit vergeht, bis plötzlich Alice, die Schulprinzessin, angerannt kommt und berichtet, dass alle tot seien. Ganz überraschend und ohne ein Anzeichen seien alle umgekippt, lägen jetzt im Café. Zuerst wollen sie ihren Worten keinen Glauben schenken, doch diese Toten, sie bleiben nicht tot, sondern erwachen und sind hungrig, sehr hungrig sogar – machen sich auf die Suche nach Frischfleisch. Für die drei beginnt ein Wettlauf auf Leben und Tod!
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Meine Meinung:
Zombiebücher finde ich immer grenzwertig, weil es mir schwerfällt zu glauben, dass jemand durch geschriebene Worte wirklich die Ekelhaftigkeit und Bedrohung von ihnen vermitteln kann, weshalb ich mehr bei Serien über Zombies bleibe (The Walking Dead), doch was soll ich sagen, „Untot“ hält was der Klappentext verspricht: Blutig, witzig, schnell – ein echter Pageturner!
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Die Hauptprotagonistin des Buches ist Bobby, die Außenseiterin der Schule, an deren Seite man gleich zu Anfang steht. Daneben gibt es noch Smitty, den mutigen Chaoten, Alice, die eingebildete Schulprinzessin und später stößt noch Pete dazu, der eigentlich am wenigstens hervorsticht, wenn aber, dann durch seine Besserwisserei. Unterschiedlicher könnten die Charaktere nicht sein und so gibt es eine gute und interessante Mischung ab, zwischen all den Horror den die Schüler erleben, findet sich immer wieder ein Witz in der Sache.
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Zu Beginn war ich zwar der Überzeugung Bobby wäre ein Junge, aber irgendwann wird erwähnt, dass sie eigentlich Roberta heißt und danach fand ich mich ein bisschen besser in die Geschichte ein, da es doch ein paar Verwirrungen für mich gab. Gesagt sei aber, egal welcher Protagonist, sie sind sehr authentisch und schnell fühlt man mit ihnen mit, fiebert an ihrer Seite und möchte ihnen auch auf Grund ihrer manchmal offensichtlich Nativität einen Tritt geben. Alles in allen lebt aber das Buch durch seine Protagonisten, die auf ganzer Linie überzeugen.
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Im Buch kommt schon das ein oder andere Klischee vor, aber ich finde es generell schwierig, auf den Zombiesektor das Rad neu zu erfinden. Es gibt einfach die Pfeiler, die in beinahe jeder Geschichte gleich sind, es kommt dann darauf an, wie der Autor alles verknüpft und Kirsty McKay macht etwas Besonderes daraus. Wie gesagt, es gibt bekanntes, was allerdings gut verpackt wird und sich zu einer actionreichen Geschichte entwickelt.
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Obwohl ich keine Jugendliche mehr bin, hat mich das Buch gut unterhalten und mich wirklich in seinen Bann gezogen, die Spannung ging so weit, dass es irgendwann nicht mehr möglich war, „Untot – Lauf, solange du noch kannst“ aus der Hand zu legen, viel zu sehr wollte ich wissen, welches Ende die Geschichte nimmt. Die Entwicklungen sind unvorhersehbar und oft überraschend. Ein Zombieroman ist nicht immer nett, aber die Grausamkeiten bleiben im Rahmen, so dass ich die Altersempfehlung von 14 Jahren absolut unterschreiben kann.
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Fazit:
Die Erwartungen waren hoch, vor allem wegen der großen Werbekampagne (http://untot-in-deutschland.de/) zu dem Buch, aber gesagt sei, für mich wurde alles sogar noch übertroffen. „Untot – Lauf, solange du noch kannst“ hat alles, was ein gutes Jugendbuch beinhalten sollte: Spannung, Witz, authentische Charaktere und jede Menge Überraschungen.

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Die Verratenen
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(186)

456 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

dystopie, verrat, zukunft, verschwörung, ursula poznanski

Die Verratenen

Ursula Poznanski
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Loewe, 08.10.2012
ISBN 9783785575468
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Die Menschen sind geteilt, nachdem es vor zig Jahren zu einer Katastrophe kam. Ein Teil von ihnen konnte sich ein neues Leben in Sphären erschaffen, wo alles geordnet und unter strenger Regierung abläuft. Für andere, sogenannte Prims, ist das Leben ein täglicher Kampf, sie leben außerhalb der Sphären und haben keinerlei Annehmlichkeiten.
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Eleria, gennant Ria, ist siebenzehn Jahre alt und lebt in einen der Sphären. Sie geht auf eine anerkannte Akademie, die auf die individuelle Leistung ihrer Schüler eingeht. Ria kann Menschen lesen, durch gesprochene Worte und Mimik darauf schließen, ob jemand lügt oder nicht. Ihre besondere Gabe und die Perfektion, mit der sie sie beherrscht, haben ihr den 7. Platz in der Schülerstatistik eingebracht.
Durch einen Zufall wird sie Zeugin eines Gespräches, in dem erwähnt wird, dass es Verräter an der Akademie geben soll. 6 an der Zahl, doch was noch schockierender ist, auch ihr eigener Name fällt. Im Gespräch erfährt sie, dass die Verräter still und ohne Aufsehen umgebracht werden sollen. In den nächsten Tagen ist Ria mehr als angespannt, sucht Anzeichen, was mag hinter dieser ganzen Intrige steckten? Entdecken kann sie nichts.
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Erst als auf der nächsten Wochenversammlung verkündet wird, dass genau die im Gespräch genannten sechs Studenten eine gemeinsame Reise unternehmen sollen, schüren sich Rias Ängste wieder. Zufall? Wohl eher nicht und sie soll Recht behalten, während der Fahrt mit der Magnetbahn kommt es zu einen Überfall. Die sechs Jugendlichen können zwar fliehen, befinden sich jedoch nun außerhalb der Sphären bei den Prims. Ein Alptraum beginnt für die Schüler und die Frage, ob tatsächlich ein Verräter unter ihnen ist, bleibt.
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Meine Meinung:
Der Beginn der Geschichte ist ein wenig holprig, weil man mit Sphärenausdrücken nur so zugekleistert wird, ohne ein wirkliche Erklärung dafür zu erhalten. Es hätte mich beinahe dazu gebracht, dass ich das Buch weglege, aber dafür hatte ich viel zu viel Gutes darüber gehört und Recht hatten sie, nach den Startschwierigkeiten wird man in die fremde Welt förmlich reingezogen, kann sich ihr nicht mehr entziehen.
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„Die Verratenen“ sind der Auftakt einer Trilogie, weshalb es für mich viele ungelöste Fragen gibt, oder Erklärungen, die einfach zu kurz kamen. Beispielsweise wird das Gesellschaftssystem nur angerissen, man kann sich noch kein klares Bild von dem Leben in den Sphären machen, generell sind die Regierungsverhältnisse und die Sphärenverteilung nicht ganz klar, da hoffe ich mir doch ein paar mehr Antworten in den folgenden Teilen zu finden.
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Ria ist einen schnell sympathisch und ihre Gabe beeindruckend, anders als ihr Freund Aureljo, dieser wirkt glatt und absolut unsympathisch, aber letztlich ist eigentlich zu sagen, dass alle Charaktere gut gezeichnet sind, mache mehr Sympathieträger als andere, immer jedoch greifbar.
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Die Geschichte ist nicht neu, was auf den Sektor Dystopien wahrscheinlich auch gar nicht mehr möglich ist, es gibt einfach viel zu viele davon, allerdings ist „Die Verratenen“ eine gute Kombination zwischen dystopischer Welt und Thriller, so dass das Buch doch hervorragt, besonders gut hat mir auch die Tatsache gefallen, dass es in Deutschland und Österreich spielt.
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Spannungsmäßig ist das Ganze ein bisschen eine Achterbahnfahrt, mal ist sie zum Greifen vorhanden, manchmal gibt es eine kleine Durststrecke, aber niemals so, dass es irgendwie langweilig werden würde. Man könnte es eine gelungene Mischung aus Ruhephasen und Spannung nennen.
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Fazit:
Ein gelungener Trilogieauftakt, der auf eine spannende und energiegeladene Reihe schließen lässt.

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Tags: aureljo, außenwelt, elite, gruppe, kampf, lieblinge, prim, ria, salvator, schüler, sentinel, sphären, studenten, verrat, verratenen, verräter, yann, zukunft   (18)

  

 

Asoziales Wohnen
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(19)

31 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

asoziales wohnen, dirk bernemann, mehrfamilienhaus, liebe, familien

Asoziales Wohnen

Dirk Bernemann
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Unsichtbar, 01.10.2012
ISBN 9783942920148
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Inhalt:
Acht Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus, nichts außergewöhnlich und dann doch, wenn Dirk Bernemann den Menschen einen Alltag auf dem Leib schneidert. Unterschiedlich sind die Bewohner, mal ein alleinlebender Künstler, mal die typische Vorstadtfamilie, aber typisch sind sie irgendwie alle nicht, weil sich jeder anderes der trostlosen Wahrheit stellt, die unweigerlich lauert. Anonym leben die Bewohner unter dem selben Dach und treffen doch aufeinander, weil die meisten Leben doch irgendwie miteinander verwoben sind.
Ein Mehrfamilienhaus irgendwo in der Welt, mit Menschen, die durch ihre Alltäglichkeit bestechen und an deren Leben man für einen kurzen Ausschnitt teilhaben darf. Eine spannende Sache!
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Meine Meinung:
Das Leben im Mehrparteienhaus ist trist, einen positiven Roman darf man sich nun wahrlich nicht erwarten, aber vielleicht ist so genau der Alltag, meistens schwer zu ertragen. Dirk Bernemann hat einen ganz eigenen Stil, weshalb es wohl wichtig wäre, einfach einmal in seine Bücher hineinzulesen, oder zumindest die Texte auf seinen Blog anzuschauen (http://dirkbernemann.blogspot.co.at/).
Ich liebe seinen Stil, mir fällt spontan kein Autor ein, der diese Prätension in seinen Schilderungen unterbringt, der so alltäglich einen Alltag beschreibt, dass es einen beinahe den Atem raubt, weil die Gedanken sind einen irgendwie bekannt sind, aber wer will schon Trostlosigkeit denken, in einer Gesellschaft wo nur noch funktioniert wird.
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Vermutlich wird das Buch die Leser spalten, einigen wird sicherlich die tiefe Trostlosigkeit auf den Senkel gehen, weil es wenig positive Lichtblicke gibt, sie sind schon vorhanden, aber so klein, dass man sie leicht übersieht. Dirk Bernemann ist wie bekannt direkt, was auch vermutlich nicht bei allen auf Wohlgefallen trifft, weshalb es wohl einfach wichtig ist, in seine Texte mal hineinzuschnuppern, aber alles was spalten könnte, liebe ich an dem Autor.
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Die kommt jetzt übrigens rein, die Zeit, setzt sich zwischen Frust und Sibylle auf die Couch und bittet darum, totgeschlagen zu werden. Sieht wieder suizidgefährdet aus, die Zeit. Sie vergeht und verkommt und sie ist immer unterwegs, die alte Uhrenhure. (Seite 134)
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Der Schreibstil ist poetisch und braucht deswegen die gesamte Aufmerksamkeit des Lesers, weshalb es wohl eher nicht ratsam ist, es als Zwischenlektüre zu lesen, sondern sich aufmerksam hinzusetzen, den Text auf sich wirken zu lassen und einfach in eine Welt einzutauchen, die voller Dunkelheit nur so glänzt.
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Obwohl ich alle Bücher von Dirk Bernemann gelesen habe, fand ich, dass keines mehr wirklich mit „Ich habe die Unschuld kotzen sehen“ mithalten konnte und nach „Trisomie so ich dir“, welches ich wirklich furchtbar fand, war die Erwartungshaltung gering, sogar eher nicht vorhanden, aber das Buch hat mich eines Besseren belehrt – eindeutig gezeigt, dass es der Autor drauf hat, ich würde vielleicht soweit gehen und sagen „Asoziales Wohnen“ ist das beste Buch von allen.
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Kritik gibt es auch an dem Buch, aber nicht an der Geschichte, es geht eher um die Lektoratsarbeit , leider strotzt es nur so von Rechtschreibfehler, was schade ist, aber allerdings auch nicht tragisch, weil wenn man wirklich komplett in der Welt versunken ist, dann nimmt man sie nicht unbedingt war, Tatsache allerdings bleibt, sie sind da.
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Fazit:
Ohne viel herumzureden, sage ich es gleich: „Asoziales Wohnen“ ist mein Jahreshighlight 2012.

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Tags: alien, asoziales wohnen, autor, bernemann dirk, familie, hoffnungslosigkeit, liebe, mehrparteienhaus, mädchen, sehnsucht, trostlosigkeit, verzweiflung, wohnhaus   (13)

  

 

Der Genitiv ist dem Streber sein Sex
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(24)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

humor, lebensweisheiten, markus barth, leben, sarkasmus

Der Genitiv ist dem Streber sein Sex

Markus Barth
Flexibler Einband: 204 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 16.12.2010
ISBN 9783499255144
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Klappentext:
Was für großartige Zeiten! Überall Smartphones, Einrichtungsshows, Wellnesstees. Für jedes Problem gibt es ein Internetportal, deine Joggingklamotten rennen fast von alleine, und beim Reden und Schreiben hilft Bastian Sick.
Also alles super?
Bestimmt. Aber bevor Markus Barth beruhigt die Füße hochlegt, hätte er noch ein paar Fragen: Warum haben die Versender von Spam unsere E-Mail-Adressen, aber kein Rechtschreibprogramm? Ist es okay, Fleisch von glücklichen Tieren zu essen, oder sollte man lieber die unglücklichen schlachten? Und warum fühlt sich dieses rundum verbesserte Leben 2.0 so gar nicht besser an als das Leben zuvor?
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Meine Meinung:
Zufällig bin ich in der Buchhandlung über das Buch gestolpert und mal ehrlich, angesprochen hat mich zuerst einmal der Titel, der letzlich auch ausschlaggebend für meinen Kauf war. Mario Barth kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht und wollte mich deswegen einfach von seinen Humor überraschen lassen. Im Nachhinein betrachtet eine sehr gute Entscheidung.
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In 46 Kurzgeschichten erklärt der Autor sein Leben 2.0. Ob es jetzt über die diktatorische Kaffeemaschine geht, über die etwas anderen Wünsche zur Geburt eines Kindes, der eigene digitale Geburtstag oder auch einfach nur die besten Methoden, um berühmt zu werden. Ein bisschen hat man die Vermutung, das Buch würde sich hauptsächlich um mediale Dinge drehen, was nicht ganz stimmt, eher geht es wieder um die alltäglichen Begebenheiten, die das Leben heutzutage beeinflussen.
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Es gibt eigentlich keine Geschichte, bei der man nicht zumindest schmunzeln muss, sodass es eine fantastische Unterhaltung für zwischendurch ist. Das Buch hatte ich vor einem Jahr das erste Mal gelesen und habe es jetzt wieder zur Hand genommen, weil es niemals seine Wirkung verliert, besonders bleibt und dazu einlädt, es immer wieder zu lesen.
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Fazit:
Der menschliche Alltag gewürzt mit einem einzigartigen Humor. Absolut empfehlenswert!

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Tags: antworten, fragen, geschichten, humor, kurzgeschichten, leben, lebensweisheiten, smartphone   (8)

  

 

Der beste Tag meines Lebens
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(39)

61 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

freundschaft, schule, schuss, familie, asperger-syndrom

Der beste Tag meines Lebens

Ashley Miller , Zack Stentz , Henriette Zeltner
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.08.2012
ISBN 9783426226285
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Inhalt:
Der 14-jährige Colin Fischer leidet am Asperger-Syndrom, einer leichten Form des Autismus. Für ihn herrscht die Logik, alles muss erklärbar sein und seine Ordnung haben. Er ist hochbegabt, doch durch seine Erkrankung fällt es ihm schwer, soziale Situationen richtig einzuschätzen. Gefühle von anderen kann er nicht eindeutig erkennen, damit er sich in der komplizierten Welt zurecht findet, hat er sich eine Tabelle mit Gesichtsausdrücken erstellt, an welcher er versucht immer abzulesen, wie es dem gegenüber gerade geht. Zudem kann er es nicht ertragen, von anderen plötzlich und spontan angefasst zu werden.
Eines Tages passiert in der Highschool, welcher er erst seit wenigen Tagen besucht, ein Verbrechen – eine Waffe wird abgeschossen, doch wer der Täter ist, scheint unaufklärbar. Colin aber gibt sich den Spuren hin, nicht nur weil er ein Verehrer von Sherlock Holmes ist, sondern auch aus dem Grund, dass die Wahrheit einfach ans Tageslicht kommen muss, der Vorgang erklärbar sein muss. Ein nicht ganz ungefährliches Unternehmen für den Jungen, doch gegen alle Widrigkeiten macht er sich auf, den Fall zu lösen.
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Meine Meinung:
Das Buch beginnt damit, dass Colin seinen ersten Tag auf der Highschool hat. Kein leichtes Unterfangen, sind neue soziale Situationen doch immer eine Ausnahmesituation für ihn, zusätzlich fällt er auch gleich einem Rowdy in die Hände, was nur noch mehr Schwierigkeiten bedeutet. Das Asperger-Syndrom findet sich wunderbar und aufrichtig in jeder Situation wieder. Man erlebt, wie Colins Welt voller Nüchternheit und Logik zu funktionieren scheint, auch seine Detailverliebtheit findet Platz, indem das Autorenduo Fußnoten verwendet, in denen man als Leser interessantes Wissen vermittelt bekommt. Es reiht sich einfach in die Geschichte ein und wirkt wie selbstverständlich, dass es im Buch aufgenommen wurde.
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Ein bisschen hat Colin mich an Adrian Monk, aus der Fernsehserie, erinnert. Natürlich leidet dieser an Zwängen, doch seine sozialen Fähigkeiten, sein Nichtkennen von Sarkasmus und der Drang zur Ermittlung in einem Kriminalfall hat mich doch Ähnlichkeiten sehen lassen, obwohl der Junge sich natürlich mit anderen Widrigkeiten herumschlagen muss, als der ehemalige Polizist.
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Neben dem Kriminalfall und dem Leben von Colin, spielt aber auch das Familienleben der Fischers eine zentrale Rolle. Besonders gut dargestellt fand ich den jüngeren Bruder, der manchmal zum Ausdruck bringt, wie sehr er es manchmal hasst, dass für Colin immer eine Extrawurst gemacht wird, nur damit er sich wohl fühlt. Sicherlich ist im klar, dass sein großer Bruder an einer Krankheit leidet und doch kommt manchmal die Eifersucht durch, weil er eben in manchen Situationen anders behandelt wird. Für mich war es ein sehr wichtiger Teil im Buch, um eben auch das Leben der Angehörigen besser zum Ausdruck zu bringen.
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Obwohl es Colin selbst schwer fällt, sich auf Menschen einzulassen, schafft er es schon nach wenigen Seiten, sich ins Herz des Lesers zu spielen. Man verfällt einfach diesen liebenswerten Jungen, der eben seine Eigenheiten hat, die ihn allerdings nur noch sympathischer und authentischer machen.
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Das Ende schreit förmlich nach einer Fortsetzung, es ist zwar in sich abgeschlossen und doch in einem Punkt offen gehalten, dass es genug Stoff für einen zweiten Teil gibt und ich bete darum, dass es wirklich einen geben wird.
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Fazit:
Ein großartiges Buch, mit einem überzeugen und liebenswerten Hauptdarsteller, denn man nach wenigen Seiten schon verfallen ist. Ein wichtiges Thema des Buches bildet das Asperger-Syndrom, welches eindrucksvoll beschrieben und gut recherchiert wurde.

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Tags: asperger syndrom, bruder, cafeteria, colin, direktor, ermittlung, familie, freundschaft, high school, kriminalfall, kuchen, mädchen, schule, schuss, schusswaffe   (15)

  

 

Vollendet
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(125)

291 Bibliotheken, 2 Leser, 14 Gruppen, 56 Rezensionen

dystopie, organspende, umwandlung, abtreibung, flucht

Vollendet

Neal Shusterman
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Bibliographisches Institut, 31.07.2012
ISBN 9783411809929
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Abreibungsbefürworter und Gegner haben nach dem Heartland-Krieg gemeinsam das Gesetz der Charta des Lebens beschlossen. Diese legen fest, dass Eltern, die mit ihren Kindern nicht zurechtkommen, unzufrieden sind usw., diese zwischen 13 und 18 Jahren rückwirkend abtreiben können. Natürlich wird es nicht Abtreibung genannt, sondern die Kinder werden umgewandelt. Klingt harmlos, ist es aber nicht. Umwandeln bedeutet, dass alle Körperteile der Kinder zur Organspende freigegeben werden. Die Beschließer des Gesetzes rechtfertigen sich damit, dass es direkt ja kein Mord ist, sondern dass die Kinder weiterleben – nur eben nicht am Stück, sondern in Einzelteilen.
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Kinder, denen so was widerfährt, nennt man Wandler. In Vollendet trifft man auf drei, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Connors Eltern beschließen den Jungen für die Umwandlung freizugeben, weil er eben nicht das pflegeleichte Kind ist, was sie sich gewünscht hätten. Er ist ein Rebell, aber nicht so, dass er sich großen Straftaten hingeben würde.
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Risa ist ein Waisenkind, was sie indirekt zum Freiwild macht. Der Staat kann und will nicht mehr die Verantwortung für die vielen Kinder übernehmen, die in seine Obhut gegeben werden, so dass er selektiert, welche wertvoll sind und welche umgewandelt werden können. Risa spielt Klavier, an ihrem letzten Auftritt spielt sie nicht fehlerfrei, ist somit nicht perfekt und fällt durch das Raster des Staates, wird zur Umwandlung freigegeben.
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Und dann gibt es noch Lev. Der Junge weiß seit seiner Geburt, dass ihn die Umwandlung bevorsteht – er freut sich sogar darauf. Er ist ein so genanntes Zehntopfer. Seine streng gläubigen Eltern sehen vor, immer den zehnten Teil ihrer Habe zu Spenden und Lev ist ihr zehntes Kind.
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Die drei Jugendlichen könnten nicht unterschiedlicher sein, einzig die bevorstehende Umwandlung verbindet sie, doch das Schicksal spielt sein eigenes Spiel und ihre Leben verknüpfen sich mehr, als sie es je gedacht hätten.
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Meine Meinung:
Das Hauptthema des Buches ist die Umwandlung, wie es zu dem Gesetz kam und mit welches Ausreden die Verantwortlich es sich schön reden. Man wird zu Beginn gleich in das Geschehen geworfen und erfährt durch die einzelnen Jugendlichen, wie es sich anfühlt, von ihren Eltern/Staat einfach so abgestoßen zu werden.
Für Risa und Connor steht schnell fest, dass sie sich nicht so schnell ergeben möchten. Sie planen die Flucht – können sie sich bis zu ihrem achtzehnten Lebensjahr vor der Jugendpolizei versteckt halten, dürfen sie nicht mehr umgewandelt werden, weil dies eben nur in den Alter zwischen 13-18 Jahren erlaubt ist. Allerdings lässt die Polizei niemanden so einfach entkommen, wodurch sich das Buch zu einer Verfolgsjagd entwickelt, die von Seite zu Seite zunimmt.
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Und wie passt Lev in das Ganze, immerhin freut sich der Junge ja auf seine Umwandlung, hat gar nicht im Sinn zu flüchten. Er vielleicht nicht, aber Connor sieht es für ihn vor, weil er einfach nicht akzeptieren kann, wie sich jemand so etwas freiwillig unterziehen möchte. Auf Connors Flucht trifft er auf Lev und die Geschichte geht ihren eigenen Weg, da sie nicht nur zu zweit bleiben, sondern auch auf Risa treffen. Connor und Risa schließen sich schnell zusammen, sind bereit, alles zu unternehmen, damit sie nicht von der Polizei aufgegriffen wird, mit Lev sieht es da anders aus. Er wird eher widerwillig Mitglied der Fluchtgruppe, was zu den ein oder anderen Schwierigkeiten führt.
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„Wir sind keine Täter“, sagt Connor. „Wir sind abgehauen.“ „Wir sind Schwerverbrecher“, entgegnet Lev. „Was du tust, ich meine natürlich, was wir tun, ist nach dem Bundesgesetz ein Verbrechen.“
„Was, Kleider stehlen?“
„Nein, uns selbst. Mit der Unterschrift unter den Umwandlungsverfügungen sind wir Eigentum des Staats geworden. Dass wir abgehauen sind, macht uns nach dem Bundesgesetz zu Verbrechern.“ (Seite 80)
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Man hat mit „Vollendet“ zwar eine Dystopie vor sich, doch unterschiedet sie sich von der Vielzahl der auf den Markt erhältlichen dadurch, dass sie nicht in ferner Zukunft spielt, dass die Gesellschaft nicht irgendwie durch ihre Besonderheit besticht, sondern ist, wie es die heutige auch sein könnte, der einzige Unterschied besteht darin, dass es das Gesetz der Charta des Lebens gibt. Dadurch, dass es in der heutigen Zeit spielen könnte, macht das Buch noch so eindringlicher. Man empfindet tiefste Betroffenheit, wenn man über die Kinder liest, die umgewandelt werden sollen, doch im Verlaufe der Geschichte ändern sich die Gefühle. Es bleibt zwar Betroffenheiten da, aber es wird vermischt mit Hass, Neugier, Aufgeregtheit, Mitleid, Hoffnung und Angst. All das mischt sich zu einem Brei, der als Kloß letztlich in der Brust sitzen bleibt, er bringt einen aber auch dazu, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, weil die Flucht der Jugendlich eine solche Dynamik versprüht, dass man in einen Sog gezogen wird, aus dem es kein entkommen gibt und man will ja auch gar nicht entkommen, sondern am Buch gefesselt bleiben.
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Die Kapitel sind jeweils aus den unterschiedlichen Perspektiven der Jugendlichen beschrieben, dazwischen gibt es auch ein paar Nebendarsteller, die ab und an zu Wort kommen. Der Wechsel zwischen den Personen wird deutlich und klar durch die Überschriften gezeigt, so dass niemals Verwechslungsgefahr besteht.
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Fazit:
Spannend bis zum Schluss, schnürt einen diese ernste, hoffentlich niemals real werdende, Thema die Luft ab. Man fiebert mit den Charakteren mit, hofft, bangt und verzweifelt oft an ihrer Seite – ihre Gefühle springen direkt auf den Leser über. So muss ein Buch sein – absolut empfehlswert!

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Frostkuss
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(230)

483 Bibliotheken, 5 Leser, 4 Gruppen, 101 Rezensionen

götter, fantasy, internat, liebe, mythos

Frostkuss

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 382 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.03.2012
ISBN 9783492702492
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
„Mein Name ist Gwen Frost. Sobald ich einen Menschen berühre, sehe ich seine Erinnerungen und seine Vergangenheit vor mir – alles, was er erlebt oder gefühlt hat. Ich kenne seine geheimsten Wünsche und Sehnsüchte…
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Doch diese Gabe ist ein Fluch. Wenn der Junge, den ich küsse, an eine andere denkt. Oder wenn ein Mädchen ermordet wurde, und ich die Einzige bin, die ihren Mörder kennt…“
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Meine Meinung:
Gwendolyn Frost, ein 17-jähriges Mädchen, lebt nach dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter, bei ihrer Großmutter Geraldine. Kurz nach dem Tod wurde sie auf der Mythos Academy aufgenommen, einem Internat an dem die Nachfahren von Helden aus der Antike, die Geschichte der griechischen Mythologie studieren. Dort sollen die Schüler auch erlernen, mit ihren Kräften und Gaben zurechtzukommen. Gwen hat die Gabe, allein durch Berührung von Menschen und Gegenständen, deren Gefühle, Geheimnisse und die ihre Vergangenheit in Erfahrung zu bringen. Der Fachausdruck dafür lautet Psychometrie, sie selbst wird als Gypsy bezeichnet.
Eines Tages wird eine Mitstudentin, die Walküre Jasmine, in der Bibliothek tot aufgefunden. Wirklich betroffen scheint über den Todesfall niemand zu sein, nur Gwen möchte verstehen, was da vor sich ging, war sie es doch, die die Leiche fand. Verbündet mit dem Spartaner Logan, versucht sie zu rekonstruieren, was geschehen ist und merkt schnell, dass nicht an dem Internat so ist, wie es scheint.
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Ich wusste, dass die anderen auf ihre Art trauerten, Druck abließen oder was auch immer. Und ja, vielleicht war Jasmine tatsächlich ein verzogenes Miststück gewesen, genau wie Carson gesagt hatte.
Aber trotzdem, irgendwen sollte es kümmern, dass sie tot war. Ich meine, es sollte jemanden wirklich interessieren. Jemand sollte traurig sein, weil sie gestorben war. Jemand sollte genau wissen wollen, was ihr zugestoßen war und warum. Jemand sollte versuchen, dafür zu sorgen, dass einem anderen Schüler nicht dasselbe passierte. (Seite 92)
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Gwen Frost ist endlich einmal eine Heldin, wie man sie sich nur wünschen kann. An ihrer Schule ist sie der Außenseiter, da sie nicht wirklich ins Bilder der anderen passt. Die Eltern ihrer Mitstudenten sind alle ziemlich wohlhabend, da kann das Mädchen nicht mithalten, aber auch sonst fällt es ihr schwer, einen Platz für sich zu finden. Neben Walküren, Wikingern und Spartanern, scheint sie die einzige Gypsy zu sein und somit gibt es auch niemanden, mit den sie ihre Erfahrungen mit der Gabe teilen könnte. So streift sie unsichtbar über die Schulflure und lässt sich im Unterricht Dinge erzählen, die sie selbst nicht glaubt. Sie bezweifelt die ganze Sache, dass sie und ihre Mitschüler Nachkommen von Helden sind, zieht es oft auch ins lächerliche. Hier liegt der positive Punkt: Sie selbst glaubt die absurden Dinge nicht wirklich, die sie auf der Schule lernt und so fiel es mir relativ leicht, sie ins Herz zu schließen, sagt auch mir mein Verstand, dass so was nicht existieren kann. Man fühlt sich mit Gwen verbunden und hat sie einfach wahnsinnig gerne, was die ganze Geschichte trägt und es macht das Buch anders. Es gibt dutzende Bücher über besondere Jugendliche, die an einer Schule unterrichtet werden, doch es gibt keines, in dem der Hauptcharakter selbst so skeptisch den Vorgängen gegenüber steht, wie in Frostkuss.
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Ein wenig gestört hat mich die ständige Wiederholung gewisser Stellen. So betonte Gwen furchtbar oft, dass sie alleine ist, niemanden hat, der sich für sie interessiert usw. Ein paar Sätze in die Richtung weniger hätten es auch getan, allerdings kann es dem Buch nichts anhaben, weil ich es so anders finde, so besonders, dass ich über diese kleinen Fehler gerne hinwegsehe.
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Besonders klasse fand ich allerdings, dass es keine Liebesgeschichte gibt. Natürlich sind da ein paar Schwingungen, aber das ist für Teenager vermutlich normal und schwächt deswegen das Buch nicht im Geringsten ab, nein, genau dadurch wird es nur noch stärker.
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Die mythologischen Aspekte sind verständlich, so dass man in diese Richtung keinerlei Wissen mitbringen muss, um die Geschichte zu verstehen. Es ist alles sogar ziemlich einfach beschrieben, vermutlich aus dem Grund heraus, dass ja Gwen auch nicht selbst Interesse am Thema zeigt und somit nur die wichtigsten Dinge behält/beschreibt.
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Die Geschichte selbst ist gut konstruiert, hält zwar nicht eine Dauerspannung bereit, ist aber so geschrieben, dass man einfach dabei bleibt und wissen möchte, wie es zum Tod des Mädchens kam und das Ende, die Auflösung, sie lässt keine Wünsche offen. Es rundet den ersten Teil der Trilogie gut ab, wobei ich sagen würde, wer danach Teil zwei nicht liest, hat trotzdem ein schönes Lesevergnügen gehabt. Die Geschichte selbst ist abgeschlossen, einzige Gwens Weiterentwicklung bleibt offen.
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Fazit:
Ein grandioser Auftakt einer Trilogie, die aus der Masse sticht und alles schon gewesen hinter sich lässt. Suchtpotenzial!
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Mythos Academy Trilogie – Reihenfolge:
Frostkuss: Mythos Academy 1 (12. März 2012)
Frostfluch: Mythos Academy 2 (20. August 2012)
Titel und Erscheinungsdatum von Teil 3 sind noch unbekannt
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Englische Titel:
Touch of Frost: Mythos Academy Series, Book 1
Kiss of Frost: Mythos Academy Series, Book 2
Dark Frost: Mythos Academy Series, Book 3

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Die Verlorenen von New York
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(80)

179 Bibliotheken, 3 Leser, 11 Gruppen, 27 Rezensionen

new york, mond, katastrophe, endzeit, familie

Die Verlorenen von New York

Susan Beth Pfeffer , Annette von der Weppen , Annette von der Weppen
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 16.03.2011
ISBN 9783551582195
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Alex legte seinen Schwestern einen Zettel hin, auch wenn sie wahrscheinlich noch schlafen würden, wenn er zurückkam, und schlug den Weg zur Columbus Avenue ein. Mit einem Stoßgebet überquerte er den Broadway und lief die zwei Blocks zur Kirche hinauf. Die Sonne strahlte vom Himmel, aber der Mond war trotzdem gut zu sehen, wie das tagsüber manchmal vorkam. Nur war er zu groß. Viel zu groß.
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Meine Meinung:
In „Die Verlorenen von New York” geht es im Prinzip um dasselbe, wie im ersten Teil der Moon-Crash-Triologie „Die Welt, wie wir sie kannten”. Was sich ändert, sind die Charaktere im Buch, begleitet man im Teil 1 Miranda, ist es dieses Mal Alex Morales.
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Zu der Geschichte: Ein Asteroid hat den Mond aus seiner Umlaufbahn katapultiert und dadurch furchtbare Katastrophen auf der Welt ausgelöst(Erdbeben, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche usw.). Millionen Menschen sterben und den Überlebenden stehen schwierige Zeiten ins Haus. Alex Morales ist plötzlich ganz alleine für seine zwei kleinen Schwestern Briana und Julie verantwortlich, da sein Vater zum Zeitpunkt des Einschlages in Puerto Rico und seine Mutter auf den Weg zu ihrer Arbeitsstelle war. Zu Beiden fehlt der Kontakt und niemand weiß, ob sie überhaupt noch leben. Alex tut alles, um das Leben seiner Schwestern zu sichern, was in Zeiten von Lebensmittelknappheit, Seuchen und Stromausfällen alles andere als leicht ist. Er sehnt sich nach einem normalen Leben, doch wird es mit jedem Tag aussichtsloser, diesen Zustand jemals wieder zu erreichen.
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Es war schon seltsam, einerseits handelt es sich um eine Trilogie, andererseits lassen sich die ersten beiden Teile vollkommen unabhängig voneinander lesen. Natürlich, die Katastrophe ist dieselbe, jedoch erlebt man sie im ersten Teil in einem ländlichen Bereich, Teil zwei spiegelt das Leben der Katastrophe in einer Großstadt wieder und genau dieser Unterschied ist für den Leser wahnsinnig interessant. Man denkt automatisch, eine Großstadt wie New York wäre besser für eine Ausnahmesituation gerüstet, aber man wird schnell eines Besseren belehrt und sieht sich fatalen Auswirkungen gegenüber, die man gar nicht einberechnet hätte.
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Alex ist eine wahnsinnig symphytische Hauptperson, man fühlt mit ihm die Verzweiflung mit und leidet, wenn er für seine Schwestern versucht einen Alltag zu erschaffen, der ohne Eltern + der Katastrophe nicht möglich ist. Einzig die Ungerechtigkeit, die er gegenüber seinen Schwestern zu Tage kommen lässt, hat mich wahnsinnig gestört. Schon von Beginn an ist klar, dass Briana seine Lieblingsschwester ist, was unter Geschwistern nicht so selten vorkommt, trotzdem war sein Verhalten und seine Wortwahl gegenüber Julie einfach oft unangebracht.
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Was ich an den beiden Büchern seltsam finde, ist die Verbindung zur Religion, die sich immer findet. Im ersten Teil war es Mirandas beste Freundin, die voll und ganz in ihrem Glauben aufgegangen ist, dieses Mal war es die fünfzehn jährige Briana, die sich in den Glauben zu Gott „verliert”. Es ist jetzt nicht so, dass es ein komplett religiöses Buch ist, nein, in „Die Welt, wie wir sie kannten”, wird das Thema sogar ein bisschen abschätzig behandelt und in „Die Verlorenen von New York” fügt es sich eigentlich auch gut ein und trotzdem – ich bin mir nicht sicher, weshalb die Autorin die Religion immer wieder zur Sprache bringt, an einigen Stellen fand ich es allerdings einfach nur lästig.
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Alex ist ähnlichen Situationen wie Miranda ausgeliefert und doch findet er andere Lösungswege, um über die Runden zu kommen. Zudem ist er nahezu auf sich alleine gestellt, was dem Buch noch eine besondere Intensität verleiht. Der Spannungsbogen ist durchgängig, man fiebert mit Alex und seinen Schwestern mit, hofft und bangt mit ihnen. Die Geschichte lässt sich nicht einfach weglegen, sondern möchte in einem Zug durchgelesen werden, wobei der leichte Schreibstil sicherlich auch dabei eine Rolle spielt.
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Fazit:
Ein würdiger Nachfolger, der den Leser mitten in eine Katastrophe katapultiert und einem das Gefühl vermittelt, direkt im Geschehen zu sein. Man lässt sich von der Dynamik der Geschichte mitreißen und kämpft an Alexs Seite ums Überleben.
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Reihenfolge der Moon-Crash-Trilogie:
1. Die Welt, wie wir sie kannten (März 2010)
2. Die Verlorenen von New York (April 2011)
3. Das Leben, das uns bleibt (August 2012)

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Tags: alex, asteroid, erdbeben, geschäfte, katastophe, lebensmittelknappheit, miranda, mond, new york, puerto rico, seuchen, strom, tauschhandel, tod, tsunami, vulkanausbrüche, wasser, weltuntergang   (18)

  

 

Die Welt, wie wir sie kannten
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(155)

299 Bibliotheken, 1 Leser, 7 Gruppen, 45 Rezensionen

mond, familie, überleben, katastrophe, tod

Die Welt, wie wir sie kannten

Susan Beth Pfeffer , Annette von der Weppen
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 16.02.2010
ISBN 9783551582188
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
„Wenn wir beim Supermarkt sind, möchte ich, dass Jonny als Erstes in die Haustierabteilung geht“, sagte Mom.
„Jonny, du weißt, was Horton frisst. Mrs Nesbitt, vergessen Sie nicht die Tampons für Miranda und mich. Ganz viele Schachteln. Miranda, du gehst zu den Obst- und Gemüsekonserven. Du weißt, was wir mögen.“
„Mom, wir essen kein Dosengemüse“, sagte ich.
„Aber heute schon“, erwiderte sie. „Dosengemüse. Obst. Und Suppen. Jede Menge Dosensuppen. Pack den Wagen so voll du kannst.“
„Was ist hier eigentlich los?“ fragte ich. „Kann mir das mal jemand erklären?“
„Das ist nur für den Fall, dass die Welt untergeht“, sagte Jonny. „Mom möchte, dass wir darauf vorbereitet sind.“
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Meine Meinung:
Miranda lebt mit ihrer Mutter, ihren beiden Brüdern und einem Kater in Amerika.
Ihr Leben lässt sich als durchaus normal beschreiben, bis zu dem Tag als ein Asteroid den Mond aus seiner Umlaufbahn wirft. Dadurch kommt es auf der Welt zu verheerenden Katastrophen (Erdbeben, Tsunamis, Überschwemmungen usw.), die Millionen Menschen das Leben kosten, aber auch den Überlebenden zu schaffen machen.
Lebensmittel werden knapp, die Stromversorgung bricht zusammen und auch Wasser ist nicht mehr ständig verfügbar.
Je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger wird es für die Familie, ihr überleben zu sichern. Es beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod.
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„Dafür bist du noch nicht alt genug“, sagte ich. „Also denk gar nicht erst darüber nach. Wir kommen schon zurecht. Wir haben zu essen, wir haben Holz und wir haben sogar noch ein bisschen Heizöl. Irgendwann muss es einfach wieder besser werden. Schlimmer kann es jedenfalls nicht mehr werden.“
Jonny grinste. „Jaja, das sagen alle“, entgegnete er. „Und alle haben sich geirrt.“ (Seite 194)
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Zu Beginn ist der Asteroid noch keine Bedrohung für die Weltbevölkerung, nein, es ist sogar ein wahres Spektakel. Alle freuen sich darauf, bei diesem einzigartigen Naturereignis dabei sein zu können, als es dann jedoch soweit ist, wird alles anders als erwartet. Der Asteroid wirft den Mond aus der Umlaufbahn und die Konsequenzen sind schnell spürbar.
Die Geschehnisse sind wahnsinnig realistisch und nachvollziehbar geschrieben, da es tatsächlich möglich ist, dass so eine Katastrophe geschieht. Verschiebt sich der Mond, hat es fatale Auswirkungen auf die Erde und diese sind nicht erfunden, sondern lassen sich durchaus belegen.
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Die neue Situation ist für niemanden leicht, zwar denken alle, dass schnell eine Lösung seitens der Regierung gefunden wird, doch leider lässt diese auf sich warten. So sind alle zum Verzicht aufgerufen, was nicht sonderlich einfach ist, wenn man einen bestimmten Luxus gewöhnt ist. Der Luxus, fließend Wasser zu haben, oder immer und jederzeit Nahrung kaufen zu können, alles fehlt nun und es ist für alle Beteiligte schwierig, sich den Gegebenheiten anzupassen.
Natürlich bleibt ihnen nichts anderes übrig, doch braucht man sich die Situation nur mal selbst auszumalen, man wird schnell merken, dass der Komfort, denn wir heute genießen, nicht mehr wegzudenken ist.
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In Tagebuchform beschreibt Miranda das Leben vor und nach der Katastrophe, weshalb der Blick auf die tatsächlichen Auswirkungen sich in einen kleinen Bereich bewegt und trotzdem bekommt man schnell ein Bild davon, wie es wohl in etwa für die gesamte Bevölkerung sein muss.
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Actionreich würde ich das Buch nicht beschreiben, was kein Nachteil ist, nein, „Die Welt, wie wir sie kannten“ beschränkt sich mehr darauf, tatsächlich das Leben in einem Katastrophengebiet zu beschreiben, wie es ist, wenn jeder Tag ein Kampf und genau dieser Schreibstil macht es spannend, lässt einen die Seiten nur so weglesen.
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Die Bilder, die einen die Autorin in dem Kopf „pflanzt“ sind lebendig und höchst emotional, die Geschichte spielt sich direkt vor den eigenen Augen ab und gibt einen keine Möglichkeit mehr, den Blick abzuwenden, zu sehr wird man in die Geschehnisse hineingezogen.
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Bei „Die Welt, wie wir sie kannten“ handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, so dass das Buch nicht wirklich abgeschlossen ist und doch irgendwie. Es ist nicht unbedingt zwingend notwendig, die anderen Teil zu lesen, man könnte den ersten Band auch gut alleine stehen lassen.
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Fazit:
Dieses Buch lässt einen den alltäglichen Luxus wertschätzen, den man hat. Selbstverständlichkeiten bekommen einen neuen Stellenwert und diese Gedanken, sie lassen einen auch lange nach dem Lesen nicht mehr los.
Beängstigend realistisch – faszinierend gut!
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Reihenfolge der Moon-Crash-Trilogie:
1. Die Welt, wie wir sie kannten (März 2010)
2. Die Verlorenen von New York (April 2011)
3. Das Leben, das uns bleibt (August 2012)

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Tags: amerika, asteroid, fluchtwelle, hunger, katastrophe, leben, mond, nahrung, tod, tsunami, vulkanausbrüche, wasser, überleben   (13)

  

 
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