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Der Windfisch
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

reserviert, mittelamerika, sinnsuche, erzählung

Der Windfisch

Ralf Rothmann
Fester Einband: 133 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.09.1994
ISBN 9783518406236
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Guntram Lohser, Mitte 30, seit zehn Jahren als Photograph tätig, ist von der Nutzlosigkeit seiner Arbeit frustriert. Um nicht in den Berliner Winter zurückkehren zu müssen, hängt er nach einem dreimonatigen Arbeitsaufenthalt in Mexiko, an dessem Ende ihm seine Ausrüstung gestohlen wurde, noch ein paar Wochen Urlaub in Ecuador dran. Er lässt sich von momentanen Eingebungen und Launen treiben und landet kurz vor der Regenzeit in Muisne, einem Kaff am Meer. Dort trifft er auf merkwürdige Gestalten: einen Alten, der nur noch mit und für seine Ziegen lebt und auch so riecht; eine mysteriöse Französin, die auf der Suche nach etwas zu sein scheint; einen eifersüchtigen Sohn; lüsternen einheimischen Frauen; undundund.
Was wie die Sinnsuche eines übersättigten Mitteleuropäers beginnt und dann in eine Art Abenteuerroman abzugleiten scheint, ist jedoch weder das Eine noch das Andere. Auch Krimielemente tauchen auf, doch alles wird in einem derart reservierten Ton erzählt ohne jedwede Dramatik oder Spannung - man versinkt geradezu in der Trägheit und der Apathie dieses Ortes in der schwül-warmen Regenzeit, die Rothmann durch anschauliche Bilder darzustellen weiss. Und zum Schluss bleibt nur zu schreiben: Eigentlich ist alles egal.

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Tags: erzählung, mittelamerika, reserviert, sinnsuche   (4)

  

 

Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz
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27 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

spanien, england, frankreich, barcelona, 20.jh.

Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz

Jordi Punti , Michael Ebmeyer
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.04.2013
ISBN 9783462045239
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Vier Chris' aus verschiedenen Ländern sind auf der Suche nach ihrem Vater Gabriel - im wortwörtlichen wie im übertragenen Sinne. Jeden von ihnen (ebenso wie ihre Mütter) hat er vor vielen Jahren verlassen und keiner weiß Genaueres, was geschehen ist. Christòfol aus Spanien erfährt fast 30 Jahre nach der letzten gemeinsamen Zeit, dass sein Vater offiziell als vermisst gemeldet wurde. Zu seiner Überraschung stellt er fest, dass dieser die ganzen Jahre nicht allzu weit von ihm entfernt lebte und er noch drei Halbbrüder in Großbritannien, Frankreich und Deutschland hat, die offenbar alle nichts voneinander wissen. Christòfol nimmt Kontakt zu ihnen auf und nach einem ersten Treffen beschließen sie, das Leben ihres gemeinsamen Vaters zu rekonstruieren. Sie befragen ihre Mütter, machen alte Freunde ausfindig, Arbeitskollegen undundund. Nach und nach erhalten sie so das Bild eines Mannes, den Bindungen offenbar mehr schreckten als alles andere, der sie aber dennoch über alles zu lieben schien. Und zugleich scheinen sie eine Spur zu seinem jetzigen Leben gefunden zu haben… So wie Gabriels Reisen als Fernfahrer ihn kreuz und quer durch halb Europa führten, so leiten einen die unterschiedlichen Geschichten durch die Zeiten seit den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Es erzählen die Söhne von ihrer Jugend und ihrem Leben, die Mütter über sich und ihre Zeit mit Gabriel, Arbeitskollegen und Freunde von ihren gemeinsamen Jahren und immer wieder gibt es Abstecher in die Gegenwart, wie weit die Recherchen gediehen sind. Die Sprache ist den jeweiligen Erzählenden angepasst, wobei die Unterschiede jedoch nicht allzu gravierend sind, so dass man sich beim Lesen nicht sehr umstellen muss. Lediglich die ständigen Zeit-, Orts- und Personenwechsel sind gelegentlich etwas verwirrend, führen aber auch zu steigender Spannung, da in besonderen Situationen natürlich ein Szenenwechsel erfolgt. Puntí schildert die verschiedenen Epochen in den unterschiedlichen Ländern sehr überzeugend und vermutlich auch recht realitätsgetreu (zumindest hatte es für mich den Anschein). Die Zeit der 68er in Paris, die revoltierenden Studenten, die Zeit der WGs; das Leben als Findelkind im früheren Spanien – man hat die einzelnen Stationen gut vor Augen. Alles in allem ist das Buch nicht nur eine interessante Familiengeschichte, sondern ebenso eine Reise durch das noch junge Europa. Und ganz nebenbei wird klar: Die ersten wahren Europäer waren – die Fernfahrer ;-)

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Schamland
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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

deutschland, armut, sachbuch, deutsche, jobcenter

Schamland

Stefan Selke
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Econ, 12.04.2013
ISBN 9783430201520
Genre: Sach-/Fachbuch

Rezension:

Wer an die 'Tafeln' denkt, dem fällt zumeist eines ein: Gemeinnützig! Ehrenamtliche verteilen stark verbilligt Lebensmittel an Arme, die der Tafel zuvor gespendet wurden. Eine gute und sinnvolle Idee - wer würde etwas Schlechtes dagegen sagen oder schreiben wollen? Stefan Selke zum Beispiel, Soziologieprofessor und Autor dieses Buches, der schon früher die These aufstellte, dass Angebote wie die Tafeln Armut nicht versuchen zu beseitigen, sondern statt dessen festschreiben. Auch in seinem neuen Werk ist dies das Hauptthema. Er besucht Nutzerinnen und Nutzer dieser Wohlfahrtsangebote, fragt nach, wie es dazu kam und wie es ihnen dabei geht. Es sind ganz unterschiedliche Personen, die er da trifft: eine studentische Kleinfamilie, eine chronisch kranke Frau die noch nicht aufgegeben hat aus diesem System auszubrechen, ein chronisch krankes Rentnerehepaar, die sich in diesem Dasein jetzt mehr schlecht als recht eingerichtet haben. Alle eint sie, dass sie diese Angebote eigentlich nicht wollen, aber aufgrund ihrer Verhältnisse müssen, weil es keinen anderen Weg gibt.
Selke beschreibt nicht nur Zustände, er schildert auch detailliert wie sich der Umgang mit Armen im Laufe der Geschichte verändert hat: von der Entwicklung der reinen Almosenempfänger im alten Griechenland wie auch im Mittelalter, die sich glücklich schätzen durften zu den 'guten' Bedürftigen gezählt zu werden und somit die Gnade von Zuwendungen zu erfahren bis hin zu gleich- UND anspruchsberechtigten Bürgerinnen und Bürgern in der Gegenwart durch das im Grundgesetz verankerte Sozialstaatsprinzip (Art. 20, Abs. 1). Doch diese Entwicklung scheint sich wieder in ihr Gegenteil umzukehren: Ansprüche werden auf ein solches Mindestmaß reduziert, dass Berechtigte gezwungen sind, Angebote von Almosen (und nichts anderes sind Tafeln und weitere Institutionen der Armutsökonomie ja) anzunehmen. Statt Betroffenen zu helfen aus diesen Problemsituationen wieder herauszukommen, wird selbst vom Staat Armut als akzeptabler Dauerzustand dargestellt, der ja durch die vielfältigen (und immer wieder lobend erwähnten wie auch kräftig unterstützten) Freiwilligenangebote durchaus erträglich ist. Was jedoch passiert, wenn (aus welchen Motiven auch immer) sich die Anbieter solcher freiwilligen Dienstleistungen irgendwann zurückziehen, wird aus naheliegenden Gründen nicht thematisiert. Für die Empfangenden, die sich dieser Problematik durchaus bewusst sind, ist dies ein schrecklicher Zustand: nicht nur die Verhältnisse an sich sondern auch die Tatsache, abhängig zu sein vom Wohlwollen einiger Weniger.
Selke vergisst auch nicht aufzuzeigen, dass Armut neben den direkten Kosten (die konkrete finanzielle Unterstützung) auch eine Reihe weiterer Kosten entstehen lässt, die sich nicht nur in Zahlen darstellen lassen. Berufliche Kompetenzen gehen verloren, größere Aufwendungen durch Krankheit, Demokratiedefizite entstehen...
Wer sich konkrete Lösungsvorschläge erhofft, um eine Besserung dieser Situation herbeizuführen, findet diese nur indirekt. Diejenigen, die noch arbeiten können, möchten eine Beschäftigung von der sie auch leben können - eine klare Absage an PolitikerInnen, die gegen Mindestlöhne sind und weiterhin eine Förderung von Mini-, 1-Euro-Jobs, befristeten Beschäftigungen und dergleichen unterstützen. Andere wie Kranke, Rentner, Alleinerziehende eint der Wunsch, nicht als BittstellerInnen auftreten zu müssen - das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes im Frühjahr 2010 war ein Schritt in diese Richtung, dem jedoch weitere bisher nicht folgten.
Selkes Verdienst ist es, einer großen Gruppe der Gesellschaft eine Stimme gegeben zu haben, die bisher aus Scham lieber schwieg und sich versteckte. Und trotz seines Status als Soziologieprofessor ist sein Buch gut lesbar und ebenso verständlich - und ganz und gar nicht 'sehr fachlich und wissenschaftlich' wie in einer Rezension vermerkt. Es bleibt zu hoffen, dass viele viele Menschen dieses Buch lesen - und sich etwas bewegt!

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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
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1.276 Bibliotheken, 85 Leser, 9 Gruppen, 169 Rezensionen

schweden, humor, freundschaft, elefant, atombombe

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Carl's Books, 24.08.2011
ISBN 9783570585016
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Allan Karlsson, 100 Jahre alt, reicht's. Er hat keine Lust mehr auf Haferbrei, Vorschriften wann er was wo essen darf und generell behandelt zu werden wie ein kleines Kind. Also klettert er an seinem 100. Geburtstag kurzerhand durch's Fenster seines Zimmers im Altenheim und macht sich auf den Weg: Es kommt eh wie es kommt - seine Lebensmaxime, mit der er die letzten 100 Jahre ganz gut gefahren ist. Auf seinem Weg nach irgendwohin packt es ihn plötzlich und er stiehlt einem jungen nervigen Mann dessen Koffer. Dumm nur, dass dieser bis oben hin mit Geld gefüllt ist und der junge Mann ihn um jeden Preis wieder zurückhaben will. Dass es hierbei zu diversen Komplikationen kommt, versteht sich sicherlich von selbst, doch Allan Karlsson trifft unterwegs auf einige Menschen, die ihm durchaus wohlgesonnen sind und ihm hilfreich zur Seite stehen - wobei die Aussicht auf einen Anteil am Koffervermögen vermutlich auch dazu beiträgt.
Es ist eine wirklich humorvolle, aberwitzige Geschichte, wobei im Wechsel auch die Lebensgeschichte Allans erzählt wird, die nicht weniger unterhaltsam und abenteuerlich ist als das momentane Geschehen. Das Alles ist nicht unbedingt realitätsnah, aber wie meinte schon der Großvater des Autors im Vorwort: 'Wenn ein'n man jümmers bloß die Wohrheit vertellt, denn is dat de Tid nich wert, dat je em tohört.' Die handelnden Personen sind durchweg liebenswert dargestellt, und wenn auch so mancher Toter den Weg der Gruppe pflastert, drückt man doch allen fest die Daumen, dass sie mit der Sache durchkommen.
Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig: recht schlicht, fast schon naiv, passt aber in idealer Weise zur Art der Hauptperson Allan und man fühlt sich nach einigen Seiten auf du und du mit ihm. Es waren ein paar vergnügliche Lesestunden, die (zumindest bei mir) ein ständiges Schmunzeln verursachten.

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Wassermusik
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211 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

afrika, niger, mungo park, abenteuer, london

Wassermusik

T. C. Boyle , Werner Richter (Übers.)
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.01.1990
ISBN 9783499125805
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags: 1800, abenteuer, afrika, fesselnd, london, mungo park   (6)

  

 

The Sandman Vol. 8: World's End (Sandman Collected Library)
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sandman, graphic novel, fantasy

The Sandman Vol. 8: World's End (Sandman Collected Library)

Neil Gaiman
E-Buch Text: 168 Seiten
Erschienen bei Vertigo, 21.11.2011
ISBN B0064W64HQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Charlene Mooney and Brant Tucker are going by car from Seattle to Chicago, when in the middle of a night of June they get caught in a snowstorm. The car gets out of the road and crashes into a tree. Brant frees the unconscious Charlene and drags her with his last strength back to the road, as he believes. But he has lost his way completely and they ends up in the inn Worlds End. There, it is been taking care of the injured Charlene, while Brant is supplied with food and drink. It seems to be a strange society whom they meet there: people who appear to come from another century, figures that seem to have sprung from an ancient legend, some creatures seem as if they come from a dream and so on. All they sit together and pass the time by telling stories. Brant joins them and listens ...
The six stories are of very different nature: fairy tales, legends, science fiction, adventure, intrigue - and one amazing than the other. Unlike the previous books of and with Sandman, this time he and his siblings only appear marginally - what the quality of the stories, however, not detract. Nevertheless, I have been missing him (so I award an asterisk less )
The drawings are congenial as before and their style perfectly match to the particular story.
I’m already looking forward for the next part.

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Tags: fantasy, graphic novel, sandman   (3)

  

 

Herr Mozart wacht auf
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43 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

wien, mozart, musik, zeitreise, liebe

Herr Mozart wacht auf

Eva Baronsky
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 25.02.2011
ISBN 9783746626963
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Wolfgang Amadé Mozart erwacht im Jahre 2006 - und hat nicht die geringste Ahnung, wo und in welcher Zeit er sich befindet. So stellen sich ihm Probleme ganz alltäglicher Art in den Weg: Wo ist der Nachttopf? Und wo die Kerzen? Was sind das für mechanische Gerätschaften, die wie Zauberdinge Musik von sich geben? Doch Musik verbindet und so findet Mozart in dem polnischen Straßenmusiker Piotr einen Freund, der ihn bei sich aufnimmt ohne zu ahnen, wen er da nun an seiner Seite hat.
Ich tat mich schwer zu Beginn mit dem Schreibstil der Autorin, die konsequent die altertümliche Sprech- und Schreibweise, wie sie zu Mozarts Zeiten wohl üblich war, verwendet. Doch nach 60 bis 70 Seiten hatte ich mich daran gewöhnt, sodass ich mir dieses Buch überhaupt nicht anders vorstellen kann als in diesem Stil. Mozart scheint wirklich zu neuem Leben zu erwachen und wer den etwas älteren Film Amadeus schon mal gesehen hat, wird ihn so, wie damals gezeigt, ständig vor Augen haben. Zumindest ging es mir so :-) Seine unbändige Freude am Leben und der Liebe; seine Besessenheit von Musik, alles um ihn herum in Kompositionen zu verwandeln; nichts ernst zu nehmen, seine Unbeschwertheit auch in Gelddingen, die schon früher zu großen Problemen führte. Ja, das wurde nach meinem Empfinden wirklich gut von der Autorin vermittelt.
Bewundernswert empfand ich die Darstellung von Mozarts Empfindungen und Gedanken beim Komponieren und Spielen - ob all dies tatsächlich so fundiert ist wie es klingt, kann ich nicht beurteilen. Aber es wirkte überzeugend :-)
Leider fehlt es mir auch an Lateinkenntnissen, so dass sämtliche kurzen 'Vorworte' zu den einzelnen Kapiteln für mich unverständlich blieben. Schade, dass hier keine Übersetzung angeboten wird.
Alles in allem: Wolfgang Amadé Mozart ist hier in unterhaltender Form wirklich zu neuem Leben erwacht.

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Tags: amüsant, gegenwart, mozart, musik, traurig, unterhaltung, wien   (7)

  

 

Kater mit Karma
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25 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

kater, buddhismus, familie, australien, sri lanka

Kater mit Karma

Andrea Stumpf , Helen Brown , Gabriele Werbeck
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 27.08.2012
ISBN 9783552061934
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Helen Brown, die Autorin, ist von Schicksalsschlägen wahrlich nicht verschont geblieben. Als kleiner Junge stirbt ihr Sohn Sam bei einem Autounfall und wäre Cleo nicht gewesen, die kleine Katze die sich Sam kurz vor seinem Tod ausgesucht hatte, wer weiß, ob Helen Brown noch ihr Leben genießen und wir ihr Buch 'Cleo' hätten lesen können. Und als ob dies nicht für ein ganzes Dasein ausreichen würde, erhält sie gut 20 Jahre später die Diagnose Brustkrebs. Von dieser Zeit handelt nun ihr zweites Buch; und wie wieder eine Katze eine nicht unerhebliche Rolle in diesem Teil ihres Lebens spielt - zumindest laut dem Klappentext.
Mittlerweile ist die Autorin ein zweites Mal verheiratet und gerade, als ihr ihre älteste Tochter Lydia eröffnet hat, dass sie für längere Zeit nach Sri Lanka möchte, um buddhistische Nonne zu werden, erhält Helen den Befund 'Krebs'. Als wenn sie mit alldem nicht genügend zu verkraften hätte, ist die Familie plötzlich Eigentümerin eines unglaublich süßen, aber völlig durchgedrehten Siamkaters, der nichts als Unruhe ins Haus bringt. Davon und von ihrem Ringen mit ihrer Krankheit sowie die Bedrückung über die extreme Abnabelung ihrer Tochter schreibt Helen Brown wie im ersten Buch in amüsanter und leicht lesbarer Form.
Dennoch: 'Kater mit Karma' empfand ich ungleich weniger unterhaltend als Cleo. Jonah, der Kater, ist zwar kein unwichtiger Teil dieser Geschichte, doch er spielt bei weitem nicht eine solche Rolle wie seine Vorgängerin. Hauptthema ist der Kampf gegen den Krebs und das Verhältnis von Helen zu Lydia. Dies ist insbesondere an den stetigen Wiederholungen festzustellen. Ihre Gedanken zur Endlichkeit des Lebens, die ständigen Vergleiche 'Helen und ihre Mutter' und 'Lydia und ihre Mutter', die immerwiederkehrenden Erinnerungen an Sam - beim dritten Mal flog ich nur noch diagonal über diese Seiten. Vielleicht war der zeitliche Abstand zu dem Geschehenen noch zu gering, aber wie auch immer, an die Qualität ihres Erstlings Cleo reicht der Nachfolger nicht heran. Schade!

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Tags: australien, biographie, buddhismus, gegenwart, helen brown, kater, nonne, sri lanka, traurig   (9)

  

 

Links, wo Fausts Schuh blitzt. Leipziger Passagen
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städtebeschreibung, leipzig, gegenwart

Links, wo Fausts Schuh blitzt. Leipziger Passagen

Sigrid Hoyer , Hansdieter Hoyer
Fester Einband: 131 Seiten
Erschienen bei Picus, 01.02.2008
ISBN 9783854529385
Genre: Sonstiges

Rezension:

Beruflich fast drei Wochen in Leipzig unterwegs, bot sich dieses Büchlein als Reisebegleiter geradezu an. 'Liebevoll und detailreich' sollte beschrieben sein, was es in Leipzig alles, auch außerhalb der Touristenmeilen, zu entdecken gibt. Doch schade, dieses Versprechen wird leider nicht eingehalten.
Statt bemerkenswerter Sehenswürdigkeiten und unverwechselbaren Kuriositäten werden überwiegend Personen und Projekte präsentiert, die (vielleicht) Leipzigs Namen in die Welt hinaustragen. Hierzu einige Beispiele:
Ein komplettes Kapitel, 15 Seiten, widmet sich dem Gründer der PC-Ware, ein erfolgreiches IT-Unternehmen. So erfolgreich das Unternehmen auch sein mag, so uninteressant sind die Lobeshymnen der Autoren auf den Eigentümer. Oder das Kapitel über die Buchstadt. Von 13 Seiten beschreiben mehr als 3/4 das Projekt der Buchkinder, was grundsätzlich interessant ist, aber auch mit deutlich weniger ausgiebig genug beschrieben worden wäre. Oder die 11 Seiten über das Literaturinstitut: Der Großteil umfasst die Schilderung einer jungen Studentin und ihre ersten Erfolge - aber muss ich ausgerechnet das wissen, wenn ich mich über Leipzig informieren möchte?
Besser waren die Berichte über die Inselbücherei, die Mädlerpassage und die Spinnerei. Und wirklich gut fand ich die Geschichten über das Wagnerdenkmal - ja, so hätte ich mir das ganze Buch gewünscht. Stattdessen ist es überwiegend zu einer Leipziger Personen- und Projekthuldigung geworden, die für LeipzigkennerInnen durchaus einen Reiz haben mag, für Reisende aber von eher geringem Interesse ist.

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Tags: gegenwart, leipzig, städtebeschreibung   (3)

  

 

Heinz Ohff: Der grüne Fürst - Das abenteuerliche Leben des Hermann Pückler-Muskau
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england, frankreich, abenteuerlich, biographie, fürst pückler von muskau

Heinz Ohff: Der grüne Fürst - Das abenteuerliche Leben des Hermann Pückler-Muskau

Heinz Ohff
Flexibler Einband
Erschienen bei Piper, 01.01.1998
ISBN B007DV5QRQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Etwas älteren EisesserInnen dürfte die Bezeichnung 'Fürst-Pückler-Eis' durchaus noch geläufig sein - aber wissen sie auch, wer der Namensgeber war? Ein Abkömmling des Hochadels, geboren 1785, Sympathisant der Revolution, Schriftsteller, Reisender, Landschaftsgartengestalter, Dandy, Abenteurer und ein Liebhaber der Frauen – aller Frauen. Casanova dürfte neidisch werden, wenn man ihm von Hermann Pückler-Muskaus Eroberungen berichten würde. Doch dies ist nur ein Aspekt seiner Persönlichkeit, wenn auch kein unwesentlicher.
Heinz Ohff schildert diesen faszinierenden Menschen in derart schillernden Farben und Formen, dass man wie gebannt diesen Lebenslauf verfolgt. Er lässt ihn ebenso durch seine Schriften selbst zu Wort kommen, so dass man sich einen Eindruck von seinen literarischen Fähigkeiten machen kann. Pückler formuliert spitz, mit Witz und Spöttelei, aber spart auch nicht mit Selbstironie, was ihn überaus sympathisch wirken lässt. Auch Zeitgenossinnen und Zeitgenossen kommen zu Wort und so formt sich nach und nach das Bild eines Menschen, der hochintelligent und seiner Zeit weit voraus war.
Eine fesselnde, ausgezeichnet geschriebene Biographie, mit der man nicht nur den Menschen Hermann Pückler-Muskau kennenlernt, sondern zudem viel über die Welt am Anfang und in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfährt.

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Tags: 19. jh, abenteuerlich, amüsant, biographie, england, frankreich, fürst pückler von muskau, italien, literarisch, preußen, spannend   (11)

  

 

Der Kindersammler
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966 Bibliotheken, 8 Leser, 7 Gruppen, 101 Rezensionen

thriller, italien, mord, toscana, krimi

Der Kindersammler

Sabine Thiesler
Flexibler Einband: 526 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 02.10.2006
ISBN 9783453024540
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Sechs Kinder verschwinden in zwei verschiedenen Ländern, immer kleine blonde Jungen im Abstand von drei Jahren, sodass niemand auf die Idee kommt, dass es sich um ein und denselben Mörder handeln könnte. Einer der Jungen ist Felix und Anne, seine Mutter, kehrt nach 10 Jahren an den Ort zurück, an dem sie ihn zum letzten Mal sah und kauft dort ein Haus mit dem festen Vorhaben, das Rätsel um ihren Sohn zu lösen.

'Der Kindersammler' ist kein Thriller, denn der Schwerpunkt des Buches liegt nicht bei den Verbrechen, sondern bei der Darstellung des Täters, der von Anfang an bekannt ist und der Suche der Mutter nach ihrem Jungen. Packend ist es trotzdem! Während im ersten Teil des Buches von den Greueltaten in Deutschland berichtet wird, die allerdings nur angedeutet werden, was die Spannung und Dramatik der Geschichte jedoch nicht mindert, beginnt der zweite Teil mit Annes Ankunft an dem Ort des Verschwindens von Felix. Um diese chronologischen Abläufe herum werden in Rückblenden die Geschichten der beiden Protagonisten erzählt: Wie Anne und ihr Mann nach dieser Tragödie weiterlebten. Und die wahrhaft entsetzliche Kindheit des Kindermörders, die einen vielleicht zumindest ansatzweise verstehen lässt, wie jemand so grauenvoll brutal und kaltherzig werden konnte.
Obwohl der Roman trotz dieses Themas bemerkenswert unblutig bleibt, ist die Spannung kaum geringer als bei einem Thriller. Man weiss, was wie geschah und erwartet ständig den Zusammenbruch eines imposanten Lügengebäudes - doch nichts geschieht. Eigentlich ein klares Vier-Sterne-Buch, wenn, ja, wenn der Schluss nicht wäre. Die Zufälle häufen sich noch und nöcher, alles läuft auf den erwarteten Höhepunkt zu - und plötzlich wirkt vieles nur noch konstruiert oder sogar unlogisch. Auch manche Fragen bleiben offen (Wieso zu Beginn die Zurschaustellung der Kinder? Und wieso dann nicht mehr?) und von einigen Personen möchte man eventuell doch noch wissen was aus ihnen wurde (oder hätte man sie nicht gleich weglassen können?).
Daher: 3 Sterne für eine packende Geschichte mit einem leider nicht so tollen Ende.

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Tags: berlin, drama, kinder, spannend, toscana   (5)

  

 

The Sandman Vol. 7: Brief Lives (New Edition)
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

sandman, einzigartigkeit des lebens, graphic novel, delirium, philosohisch

The Sandman Vol. 7: Brief Lives (New Edition)

Neil Gaiman
E-Buch Text: 168 Seiten
Erschienen bei Vertigo, 21.11.2011
ISBN B0064W66Q0
Genre: Sonstiges

Rezension:

It is the first Sandman series in which the Endless play the main role. Delirium, Dreams sister, longs for her brother Destruction, who has left the family of the Endless 300 years ago - no one knows where he is. After Desire and Despair refused helping delirium in her search, she turns to Dream, who will surprisingly stand by her. However due to selfish reasons: Just left from his beloved, he is hoping to think of other things and maybe, in secrete, to meet her once again ...
I have to admit, that this Sandman series left me behind with mixed feelings. On the one hand it is a story that is unique to sense and serious thoughts about the uniqueness and finality of life in this form, on the other hand there are so many references to previous volumes, that I am constantly asked myself, what was happening before, who are these persons, don’t I know them, etc. Unfortunately, between my readings of each book there are longer periods and not all is still present, so I think my reading experience was significantly diminished. Otherwise, the drawings are awesome as always, with some of them are almost be described as paintings.
All in all, great reading material, but if possible, just read it in conjunction with the preceding books. And I, I have to read it again ;-)

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Tags: delirium, einzigartigkeit des lebens, graphic novel, melancholisch, philosohisch, sandman   (6)

  

 

Wir sind doch Schwestern
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98 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

schwestern, familiengeschichte, familie, krieg, niederrhein

Wir sind doch Schwestern

Anne Gesthuysen
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 01.11.2012
ISBN 9783462044652
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Ein großes Fest steht an: Gertrud feiert ihren 100. Geburtstag, den ihr ihre jüngste Schwester Katty (84 Jahre) auf dem Tellemannshof ausgerichtet hat. Auch die dritte Schwester, die 98jährige Paula ist selbstverständlich mit dabei und neben den Festvorbereitungen gilt es auch, die Folgezeit zu planen. Doch nicht nur Zukünftiges wird besprochen, bei solch langen Lebensläufen kommt natürlich auch Vergangenes mit ins Spiel - und dies sind nicht nur freudige Gespräche. Manch Unausgesprochenes liegt noch zwischen den Schwestern und sorgt so immer wieder für Verstimmung zwischen den Dreien.

Ich tat mich schwer mit diesem Buch und zwar aus unterschiedlichen Gründen.
Sprachlich ist die Lektüre keine Offenbarung, der Satzbau ist zumeist recht einfach gehalten, sodass bei längerem Lesen (mehr als 50 Seiten) Ermüdungserscheinungen auftraten.
Doch wesentlich mehr ärgerten mich zwei der drei Hauptfiguren. Bis zum Ende des Buches gelang es mir nicht, Gertrud und Katty als sympathische Personen zu sehen, ganz im Gegenteil: Während ich zu Beginn zumindest noch von Kattys offener Art angetan war, ärgerte ich mich von Seite zu Seite mehr über sie wie auch über ihre Schwester. Machtbesessen, rücksichtslos, engstirnig und intolerant die Eine; spießbürgerlich, pedantisch, nachtragend und unduldsam die Andere. Von zwei Frauen mit dieser Intelligenz und Kenntnissen hätte ich ein bisschen mehr Selbstreflektion und 'über den Tellerrand hinausblicken' erwartet, auch wenn sie am Ende des 19. bzw. am Anfang des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Statt dessen opfert die Eine für Macht ihre Liebe und stößt eine frühere Klassenkameradin ins Verderben, während die Andere sich über Kleinigkeiten mokiert sowie ihrer ersten und praktisch einzigen Liebe voller Verbitterung hinterhertrauert. Lediglich Paula überzeugt als sympathischer Charakter, die stets Optimistische, die voller Fröhlichkeit und Empathie daherkommt.
Die geschichtlichen Hintergründe, das gesamte 20. Jahrhundert, das von den Schwestern durchlebt wurde, taucht immer wieder in den einzelnen Rückblicken auf, wenn auch für mein Gefühl mehr am Rande. Man erfährt von Adenauer und Heinrich Lübke, die den Tellemanshof besuchten, vom 1. und 2. Weltkrieg, die als Zeit der Entbehrung dargestellt wurden, aber auch nicht mehr oder weniger.
Alles in allem: Na ja.... Wer Familiengeschichten liebt, hat vermutlich schon bessere gelesen als da wären 'Hannas Töchter' oder 'Wilde Schwäne' (dies aber besser im Original). 'Wir sind doch Schwestern' ist nicht völlig schlecht, aber auch nicht wirklich gut - liest man es nicht, hat man nichts verpasst.

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Tags: 20. jahrhundert, deutschland, familie, roman, schwestern   (5)

  

 

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Roman Aus d. Tschech. von Susanna Roth aus dem Nachlaß Gerhard Löwenthal
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diktatur, liebe, roman, prag, zürick

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Roman Aus d. Tschech. von Susanna Roth aus dem Nachlaß Gerhard Löwenthal

Milan Kundera
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, München, 01.01.1988
ISBN B002XVCWEQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Als Liebesgeschichte wird dieses Buch beschrieben, es gilt das glaubhafteste Liebespaar der modernen Literatur zu entdecken - doch um ehrlich zu sein, empfand ich genau das viel eher als Randgeschichte. Teresa und Tomas sind die Hauptfiguren in diesem Roman und man folgt ihrer zeitweise recht schwierigen Beziehung durch die Zeit. Tomas ist ein notorischer Fremdgänger trotz seiner Liebe zu Teresa, und daran ändert sich auch nichts, als sie die Tschechei verlassen und nach Zürich ziehen. Tomas trifft dort seine 'alte' Freundin Sabina wieder und sie und ihr späterer Geliebter Franz sind das zweite Liebespaar, von dem erzählt wird. All dies wie auch die Rückkehr von Teresa und Tomas nach Prag ereignen sich vor dem Hintergrund des Einmarsches der sowjetischen Truppen in die Tschechei.
Und genau dies ist das eigentlich Thema des Buches: Das Verhalten der Menschen zueinander und sich selbst gegenüber unter den erdrückenden Bedingungen des Lebens in einer Diktatur. Wie verändern sich die Menschen, Werte, Ideale? Kundera wechselt dazu in seinem Buch zwischen einer Art Essay, in dem verschiedene Überlegungen dargestellt werden und der 'normalen' Erzählform, mit der die Geschichten der Protagonisten wiedergegeben werden. Leider nicht chronologisch, sondern immer wieder gibt es Zeitsprünge, so dass es mir nicht gelang, den Figuren wirklich nahe zu kommen. Alles in allem hatte ich häufiger den Eindruck, eine politisch-sozial-philosophisch-psychologische Abhandlung zu lesen als einen Roman. Doch vielleicht ist dieses Buch einfach auch ein Kind seiner Zeit. Vor knapp 30 Jahren waren solche Gedanken vermutlich recht neu und die beschriebenen gesellschaftlichen Situationen hochaktuell und brisant, während sie heute weit entfernt erscheinen.
Wer also eine Liebesgeschichte zum Schmökern sucht, sollte sich eine andere Lektüre wählen.

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Tags: 1968, diktatur, liebe, prag, roman, zürick   (6)

  

 

Erlösung
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852 Bibliotheken, 22 Leser, 9 Gruppen, 69 Rezensionen

dänemark, entführung, thriller, sekten, flaschenpost

Erlösung

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Flexibler Einband: 588 Seiten
Erschienen bei dtv, 21.06.2011
ISBN 9783423248525
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Viel erzählen kann man von diesem Buch nicht, sonst wäre bereits einer (der doch recht zahlreichen) Höhepunkte dieser Handlung enthüllt. Nur so viel: Zum völlig perfekten Verbrechen fehlt nicht viel. Kinder verschwinden - und außer der Familie erfährt es kein Mensch. Verbrechen mit einem System, das man sich kaum vorzustellen vermag, denn vielleicht nutzt es tatsächlich jemand und niemand weiß es...
Aber ich lasse diese Überlegungen. Die Gedanken sind frei und Adler-Olsen serviert uns hier einen Fall, der hoffentlich für immer und ewig reine Fikton bleiben wird. Ungewöhnlich ist aber nicht nur das Verbrechen, sondern auch die andere Geschichte, die hier noch geschildert wird. Von Beginn an kennt man den Täter und begleitet ihn bei seinen Greueltaten, während man gleichzeitig den Verlauf seiner Jugend erzählt bekommt, die mit der gleichen Erbarmungslosigkeit ablief wie er sie nun seinen Opfern gegenüber zeigt. So ist man hin- und hergerissen zwischen dem Mitgefühl mit dem Kind und dem Abscheu gegenüber dem erwachsenen Psychopathen, der 'eigentlich' nichts weiter als die Schrecken seiner eigenen Kindheit verarbeitet.
Ein wirklich spannender Fall, der einem zudem tiefere Einblicke in die 'Funktionsweise' sektenähnlicher Religionsgemeinschaften gewährt, die mehr oder weniger alle in gleicher Art und Weise agieren.
Das Einzige was mich etwas störte, war Carl Mørck und seine Crew. Ich wurde im Gegensatz zu den ersten beiden Büchern nicht warm mit ihnen. Obwohl das Buch knapp 600 Seiten hat, blieben die Sympathiewerte eher gering, wobei ich Rose sogar ein bisschen zu übertrieben fand. Aber vielleicht war ja der Abstand zum letzten Krimi zu lang - am besten, ich fange schnellstmöglich mit Band 4 an ;-)

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Tags: carl mørck, dänemark, religionsgemeinschaften, spannend, thriller   (5)

  

 

Finsterau
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finsterau, mord, krimi, nachkriegszeit, afra

Finsterau

Andrea Maria Schenkel
Fester Einband: 124 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 01.03.2012
ISBN 9783455403817
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Kurz nach dem II. Weltkrieg: In Finsterau, tief im Bayrischen Wald, werden die junge Afra und ihr kleiner unehelicher Sohn mit einem Hackbeil erschlagen in ihrem Zuhause aufgefunden. Daneben sitzt ihr Vater, blutverschmiert, nicht ansprechbar. Die Sache scheint klar: Er hat beide getötet aus Wut auf den losen Lebenswandel seiner Tochter. 18 Jahre später lallt ein völlig betrunkener Hausierer im Gasthaus von Finsterau, er wüsste, dass für einen bestimmten Mord der Falsche verurteilt wurde. Als der Wirt bei dem Zecher ein Bild des hiesigen Staatsanwalts von früher findet, erzählt er dem Juristen von seiner Entdeckung, der den Fall daraufhin noch einmal unter die Lupe nimmt.
Andrea Maria Schenkels Schreibstil ist speziell. Es gibt keinen chronologischen Ablauf, sondern diverse Beteiligte berichten, wie sie damals die Situation erlebt haben. Daneben steuert Afras Geschichte unaufhaltsam auf den grausamen Moment zu und man (also ich ;-)) weiß wirklich bis zum Schluss nicht, wer nun der Täter war. Dieses fast in Dokumentarform erzählte Verbrechen ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Die einzelnen Abschnitte sind recht kurz und jeweils im Stil der erzählenden Person verfasst, so dass ein durchgehender Lesefluss wie beim Lesen eines 'normalen' Romans eher nicht entsteht. Stattdessen ist es mehr wie das Lesen einer Gerichtsakte, was (zumindest für mich) die Spannung dennoch nicht mindert. Durch die Anpassung der Sprechweise an die jeweiligen Personen wirkt das Ganze ausgesprochen authentisch - schade jedoch, dass es kein Glossar gibt. Denn insbesondere bei den Schilderungen von Afra und auch ihrem Vater werden sehr viele, damals wohl gängige, Ausdrücke benützt, von denen ich nur Bahnhof verstehe (Höll, Grand, anhabisch...).
Besonders beeindruckte mich wie es der Autorin gelingt, einem beim Lesen klar zu machen, wie schnell und leicht man die einfachsten Dinge fehlerhaft interpretiert und damit zu einem falschen Urteil kommt. Beispielhaft sind hier die zwei Abschnitte, in denen der gleiche Sachverhalt aus zwei Sichtweisen erzählt wird. Und plötzlich sieht alles, alles ganz anders aus.
Abzug bei der Punktzahl gibt es für den meiner Meinung nach völlig überzogenen Preis bei gerade einmal 110 Seiten ('netto').

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Tags: 1947, bayrischer wald, düster, krimi   (4)

  

 

Die Sünderinnen
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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

pielkötter, lau, duisburg, ruhrpott, krimi

Die Sünderinnen

Irene Scharenberg
Flexibler Einband: 186 Seiten
Erschienen bei Prolibris, 12.01.2010
ISBN 9783935263702
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Gleich vorweg: Das Buch ist einfach schlecht - schlechter Stil und schlechter Inhalt. Sofort zu Beginn kommt eine zweiseitige Werbung für Duisburg, die ebenso aus einer Imagekampage des Tourismusbüros hätte stammen können. Bei einem kurzen Abstecher nach Trier erfährt man hingegen so gut wie nichts von dieser Stadt (vielleicht auch besser so ;-)). Die Handlung selbst ist schnell zusammengefasst: Frauen, die sich gerade von ihren Ehemännern getrennt haben, werden umgebracht. Man ist als LeserIn bei den Taten dabei ohne jedoch zu wissen, wer der Täter ist. Nur so viel weiß man: Er ist getrieben von einer Art religiösem Wahn.
Die Autorin versucht mit allen Mitteln einen Tatverdächtigen 'aufzubauen', was ihr meiner Meinung nach jedoch völlig misslingt. Zu offensichtlich werden Sachverhalte beschrieben, die auf ihn als Verdächtigen hinweisen sollen, ein Holzhammer ist nichts dagegen. Daneben ist das Buch voll von unlogischen Handlungen und Ereignissen. Eine Frau, die jahrelang von ihrem Mann geschlagen wurde, findet von heute auf morgen die Kraft, sich ihm zu widersetzen und ihn zu verlassen. Oder die Reaktion des Kommissars auf die Offenbarung seines Sohnes: Spielt die Geschichte in den 50ern? Ganz übel sind aber solche Patzer: 'In diesem Moment schlitzte der Dolch ihren leichten Mantel auf. Blut sicherte durch den dünnen, hellen Stoff...' Gibt's jetzt auch schon blutende Mäntel? Denn zwei Sätze weiter ist zweifelsfrei klar, dass beim ersten Schnitt tatsächlich nur der Mantel zerfetzt wurde. Und das sind nur wenige Beispiele von vielen.
Tut mir leid, aber das war ein Satz mit X - nämlich gar nix. Vielleicht noch ein bisschen üben??

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Tags: duisburg, krimi, lau, pielkötter, ruhrpott   (5)

  

 

Was bleibt
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literaturkritik, literarur, satire, amüsant

Was bleibt

Robert Gernhardt
Flexibler Einband: 49 Seiten
Erschienen bei HAFFMANS VERLAG, 01.08.1992
ISBN 9783251500178
Genre: Sonstiges

Rezension:

Beim Lesen des Titels dieses Minibüchleins mit gerade mal 46 Seiten (die zweite Hälfte umfasst Werbung in eigener Sache), dachte ich als erstes an so ernste Dinge wie 'Der Sinn des Lebens', 'Nach dem Tode' usw. Weit gefehlt! Gernhardt widmet sich statt dessen der 'deutschsprachigen Literatur unserer Zeit', wobei diese Zeit ca. die Jahre 1930 bis 1980 umfasst. Seine Überlegungen sind dessenungeachtet noch immer aktuell. Es gibt immer mehr Literatur in immer unterschiedlicheren Formen: Prosa, Drama, Lyrik, Graphic Novel, Abenteuer, Krimi, Jugend- und Kinderbücher undundund. Kein Ende ist in Sicht. Doch was davon ist es wert, es an die nachfolgenden Generationen zu überliefern? Zusätzlich noch zu all den Klassikern, die bereits als Muss gelten?
Zugegeben, Gernhardts Kriterien sind recht eigenwillig ;-): Er verschmäht Christa Wolfs Roman 'Nachdenken über Christa T.' ("...dürfte ausgeschlossen werden, da er das Nachdenken, das der Abfassung eines Werkes vorausgehen sollte, eingestandenermaßen zu seinem Inhalt macht?") ebenso wie Günter Grass' 'Die Blechtrommel' und noch viele andere Werke, kaum einer der damals (und teilweise noch immer) bekannten Schriftstellergrößen bleibt verschont. Gernhardt hat nicht nur überraschende Einfälle sondern ist zudem ein Sprachkünstler, der kunstvolle Sätze flicht, die jedoch nicht ganz einfach zu lesen sind. Doch es lohnt sich! Schmunzeln ist auf jeden Fall garantiert - vermutlich auch mehr :-)

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Tags: amüsant, literarur, literaturkritik, satire   (4)

  

 

Du fehlst mir, du fehlst mir!
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39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

tod, trauer, zwillinge, verlust, liebe

Du fehlst mir, du fehlst mir!

Peter Pohl
Fester Einband: 263 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.01.1994
ISBN 9783446173460
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Eigentlich dachte ich immer, ich sei gerade Jugendlichen gegenüber ein toleranter Mensch ;-) Doch während der ersten 80 Seiten dieses Jugendromas wurde ich eines Besseren belehrt. Mittelpunkt des Buches ist ein eineiiges 13jähriges Zwillingspaar, die, bevor es zu einem tragischen Unglück bekommt, ausführlich beschrieben werden. Cilla ist die ernsthaftere der Beiden, mit all ihren Sinnen dem Theater und auch der Musik verhaftet. Oberflächliches ist ihr eher fremd und erst recht, als sie einem besonderen Menschen begegnet. Ganz anders ihre Schwester Tina: Von einer herzzerreißenden Liebesgeschichte stürzt sie sich in die nächste, aber jedes Mal (natürlich!) ist es der Richtige. Augen hat sie nur für sich und ihre Jungs, alles andere ist belanglos. Ich kann es noch immer nicht glauben, wie sehr mich das diese ersten 80 Seiten lang genervt hat.
Doch dann beginnt die eigentliche Geschichte und statt nervend war es ‚nur noch‘ einfühlsam, poetisch und überraschend realistisch. Cilla verunglückt bei einem Autounfall tödlich und Tina (und natürlich auch alle Anderen) müssen sehen, wie sie ihr Leben weiterleben. Für Tina aber ist es besonders schwer, denn was ist ein Zwilling ohne den andern? Kann einer allein überhaupt weiterexistieren? Wer ist man ohne seinen Gegenpart? Schuldgefühle, Existenzängste, Selbstzweifel, schlechtes Gewissen – für Tina kommt eine Zeit, in der sie nicht nur den Tod ihrer Schwester verarbeiten, sondern auch mit sich selbst ins Reine kommen muss.
Peter Pohl hat dieses Buch zusammen mit Kinna Gieth geschrieben, um deren Aufzeichnungen es sich hierbei handelt. Mir ist unklar, wie viel er davon direkt übernommen hat bzw. was er wie umwandelte. Denn das Buch klingt so echt, als ob Tina geradewegs vor einem stehen und von ihren Gefühlen, Erfahrungen, Gedanken und Erlebnissen berichten würde. Obwohl mich die Geschichte sehr berührte (nicht nur einmal musste ich zum Taschentuch greifen), fand ich sie nicht im Geringsten kitschig oder rührselig. Eine wirklich bemerkenswerte Lektüre, die einem selbst vielleicht einmal helfen kann, mit dem Verlust eines vertrauten Menschen besser umgehen zu können.

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Tags: jugendbuch, tod, traurig, zwilling   (4)

  

 

Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen
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island, auftragskiller, killer, flucht, krieg

Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen

Hallgrimur Helgason , Kristof Magnusson
Fester Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Tropen-Verlag Label von Klett-Cotta, 01.05.2011
ISBN 9783608501087
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Toxic, bisher erfolgreicher kroatischer Auftragskiller aus New York, erwischt bei seinem letzten Job einen FBI-Agenten. Da nun der Teufel los ist, flieht er auf dem schnellsten Weg und landet als amerikanischer Fernsehprediger in Island. Ehe er es sich versieht, steckt er mittendrin in seiner Rolle als Geistlicher und becirct nicht nur isländische Gläubige…
Schräg, schräger, am schrägsten ;-). Dass bei einem solchen Titel einen kein ‚normaler‘ Krimi erwartet, leuchtet ein. Aber es ist auch kein Unnormaler sondern gar keiner, vielmehr eher die Beschreibung einer Läuterung eines immens großen Sünders. Was sich nun vielleicht fade und öde anhören mag, wird jedoch bei einem Autor wie Helgason zu einem skurrilen wie auch witzigen Leseerlebnis.
Toxic, der vor seiner Laufbahn als Killer Soldat in Kroatien war, ist der Icherzähler mit einem äußerst lockeren wie auch vulgären Tonfall. Er beschreibt Island, das ihm zuvor völlig unbekannt war, aus der Sicht eines Kämpfers (‚Was ist mit diesen Isländern los? Keine Armee. Keine Pistolen. Kein Nix.‘) wie auch eines Großstadtmenschen (‚Der Dom ist so groß wie eine Hundehütte Gottes.‘) und erzählt nebenbei noch aus seinen früheren Leben. Wie ihm der Eurovision Song Contest das Leben rettete, wie er aus Versehen seinen Vater erschoss, wie er seine Morde vorbereitete (‚‘Das Opfer ist König‘ ist mein Motto.‘), wie er den Krieg erlebte (‚In unserer Einheit haben wir fünf Leben verloren, sechs Beine, drei Arme und ein paar Finger.‘). Es sind schreckliche Dinge über die er berichtet, aber dies macht er mit einer solch scheinbaren Selbstverständlichkeit und Direktheit in einer derart ungewohnten Sprache, dass man immer wieder lachen muss.
Trotz der vielen Geschichten aus der Vergangenheit Toxics bleibt die aktuelle Story, der Aufenthalt in Island, spannend. Dazu noch eine Liebesgeschichte und ein überraschender Schluss - einfach gelungen. Die volle Punktzahl gibt es nur deshalb nicht, weil es gelegentlich doch ein bisschen sehr schräg war.

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Tags: ?, böse, island, krieg, kroatien, schräg, schwarz, witzig   (8)

  

 

Tolle Flieger aus Papier
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

flieger, basteln, kinder

Tolle Flieger aus Papier

Hajo Blank
Flexibler Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, Münster
ISBN 9783815721711
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

10 Bastelanleitungen für diverse Papierflieger sind in diesem kleinen Büchlein zu finden, die für kleinere Kinder aber eventuell nicht ganz einfach sind. Die Mithilfe einer/s Größeren wäre daher zu empfehlen. Alles ist in Wort und Bild genau beschrieben und mit etwas Geduld sind auch solch anspruchsvolle Flugobjekte wie die Möwe hinzubekommen.
Die von mir ausprobierten Flieger fliegen tatsächlich - wenn auch vielleicht nicht ganz so schön wie gedacht. Das könnte aber auch an meiner mangelhaften Falttechnik liegen ;-)

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Tags: basteln, flieger, kinder   (3)

  

 

Sturz in die Zeit
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zeitreisen, liebe, zeitreise, cia, julie cross

Sturz in die Zeit

Julie Cross , Birgit Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Fischer FJB, 23.08.2012
ISBN 9783841422095
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Jackson, 19jähriger Student, entdeckt, dass er immer wieder ein paar Stunden in die Vergangenheit und zurück reisen kann. Mit seinem Freund Adam, einem Physikgenie, beginnt er, dass Ganze systematisch zu erforschen und der Ursache dafür auf den Grund zu gehen. Doch bevor sie zu weiteren Erkenntnissen gelangen, werden Jackson und seine Freundin Holly von Unbekannten überfallen und Holly dabei erschossen. Nun beginnen sich Jacksons Fähigkeiten in unerwarteter Weise zu entfalten, was er auf seine Art nutzt: Er begibt sich auf die Suche nach den Hintergründen und versucht, die Geschehnisse in der Vergangenheit zu verhindern...
Was als Spannungs-Liebes-Science-Fiction-Roman begann, verliert sich zusehends in einem Kuddelmuddel von Agenten, Zeitfeinden, Verschwörungstheorien, Weltuntergangsszenarien, Ganz- und Halbzeitsprüngen usw. Als ob es der Autorin nicht ausreichte, ihren Helden als Zeitspringer zwischen die Fronten zu schicken um Hollys Tod zu verhindern, wird eine komplexe Verschwörungstheorie angeleiert, die zum Ende hin nur noch zum Kopfschütteln verleitet. Schade, denn das Thema Zeitreisen hätte durchaus auch allein für Spannung und Tiefgang sorgen können. So bleibt es bei kleinen kurzen Anklängen (Was passiert, wenn ich meinem Ich begegne? Gibt es einen Alterungsprozess? Gibt es den Tod?), die dann jedoch zugunsten einer plötzlichen 'spannungsgeladenen Action' kurzfristig wieder abgewürgt werden. Dazu noch ein Hauch von Pseudoerotik, der natürlich ebenfalls endet, bevor es wirklich anzüglich werden könnte - und fertig ist ein Jugendroman, der noch schneller vergessen ist als man ihn gelesen hat.
Schade, wirklich schade, da hätte man mehr draus machen können.

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Tags: jackson meyer, jugendbuch, new york, zeitreisen   (4)

  

 

Die Larve
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158 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

harry hole, oslo, drogen, krimi, norwegen

Die Larve

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 01.10.2011
ISBN 9783550088735
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Nach drei Jahren kehrt Harry Hole nach Oslo zurück - doch nicht ganz freiwillig. Oleg, der Sohn Rakels, die Liebe seines Lebens, sitzt im Gefängnis, angeklagt wegen Mordes. Und die Beweislage scheint eindeutig. Doch Harry kann es nicht glauben, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und landet in einem Verwirrspiel ohnegleichen. Es geht um Drogen, Korruption, Machthunger, Gier, Sucht und nichtzuletzt um Liebe. Harry wirbelt ein fein austariertes System von Politik und Drogenmilieu durcheinander und stößt in ein Wespennest. Doch es kommt noch schlimmer...
Wie schon üblich ;-) ist es ein bis ans bittere Ende spannender Krimi, der es einem schwer macht das Buch zuzuschlagen, bevor man die letzte Seite gelesen hat. Es gibt jede Menge unvorhergesehene Wendungen, wenn vielleicht auch nicht immer ganz so überraschend, da man durch die vorhergehenden Bände schon ein Gespür dafür hat, dass gerade das Unwahrscheinlichste häufig die Lösung darstellt. Doch auch das verblüffenste Ereignis fügt sich logisch und nachvollziehbar in die Geschehnisse ein, sodass an keiner Stelle das Gefühl auftaucht, hier wurde etwas mühevoll konstruiert. Harrys immer wiederkehrenden Kämpfe gegen seine Sucht, seine Schlußfolgerungen die diesen Fall letztendlich lösen, seine daraus resultierende Vorgehensweise - alles fügt sich überzeugend zu einem Ganzen. Lediglich seine fast schon übermenschlichen Überlebensfähigkeiten lassen ein wenig Kopfschütteln zu, aber - sie machen Hoffnung auf den zehnten Band...
Fazit: Für Action- und Krimiliebhaber ist dieses Buch ein Muss. Nicht ganz unblutig, aber mit viel Raum für tiefergehende Darstellungen einzelner Personen. Und man muss die vorhergehenden Bände nicht gelesen haben, um der Geschichte folgen zu können, doch hilft es, die Beziehungen der Protagonisten untereinander besser zu verstehen.

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Tags: drogenmilieu, gegenwart, harry hole, korruption, krimi, oslo, spannend   (7)

  

 

Das fünfte Zeichen
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118 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 7 Rezensionen

harry hole, krimi, oslo, thriller, norwegen

Das fünfte Zeichen

Jo Nesbø , Günther Frauenlob (Übers.) , Jo Nesbø
Flexibler Einband: 490 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.01.2007
ISBN 9783548267258
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Völlig daneben lag ich als Leserin, wer der Mörder denn sein könnte. Und exakt aus dem gleichen Grund, weshalb Harry Hole anfangs auch nicht die richtige Lösung fand. Doch während er irgendwann feststellte, was schief lief, blieb ich bis kurz vor Schluss auf der falschen Fährte. Doch der Reihe nach.
Nachdem Harrys erneuter Versuch, den Mörder seiner Kollegin Ellen dingfest zu machen, misslang, ertränkt er mal wieder seine Verzweiflung in Alkohol. Und kommt seiner Kündigung zuvor, indem er sie selbst einreicht. Doch kurz bevor diese vom Kriminaldirektor bestätigt wird, geschehen innerhalb kurzer Zeit drei Morde - allen Opfern fehlt ein Finger und es wird ein roter sternförmiger Diamant aufgefunden. Harry ist wieder dabei - und ausgerechnet im Team seines Erzfeindes. Doch überraschenderweise zeigt sich dieser Harry gegenüber von seiner besten Seite...
Im Gegensatz zu den vorhergehenden Büchern mit Harry Hole gibt es dieses Mal kein Schwerpunktthema, um das sich die Geschichte rankt. Dafür sind es aber zwei Fälle, die in diesem überaus spannenden Krimi erzählt werden. Zum einen die Suche nach dem Serienmörder, zum andern die persönliche Jagd Harry Holes nach dem Mörder seiner früheren Kollegin Ellen. Wie beide sich immer mehr miteinander verknüpfen, ist schlicht genial und hochspannend. Details, deren ganze Bedeutung sich erst gegen Ende erschließt (wenn man nicht schon früher so begnadet schlussfolgert wie Harry Hole); Spuren deren Bedeutung man gedankenlos folgt, obwohl es ganz anders sein könnte - man muss das Buch wohl zweimal lesen, um es vollständig genießen zu können. Und obgleich der Held strenggenommen ein Antiheld ist (Alkoholiker, Drogenmissbrauch, disziplinlos...),wächst er einem mit jedem Band und jeder Seite mehr ans Herz.
Ich freu' mich schon auf den nächsten Band!

  (7)
Tags: alkoholismus, gegenwart, harry hole, krimi, norwegen, spannend   (6)

  

 

Als der Regen kam
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(32)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

demenz, liebe, schweiz, familie, regen

Als der Regen kam

Urs Augstburger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.08.2012
ISBN 9783608939743
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Mauro kehrt nach zwei Jahren Abwesenheit zurück in seine Schweizer Heimat, just als das Jugendfest beginnt. Seine Mutter Helen leidet an Demenz und ihre Lage hat sich in den letzten Monaten derart verschlechtert, dass sie in ein Pflegeheim übersiedeln musste. Eine Rückkehr nach Hause steht außer Frage und so ist Mauro in der Pflicht, sich um die Auflösung ihrer Wohnung zu kümmern. Dabei entdeckt er, dass es vor seinem Vater einen anderen Mann in Helens Leben gegeben haben muss, was sich auch durch ihr seltsames Verhalten während ihrer gemeinsamen Spaziergänge durch das Städtchen bestätigt. Und es hat mit dem Jugendfest zu tun, ein Fest, an das Mauro nicht unbedingt schöne Erinnerungen hat. Er beginnt Nachforschungen anzustellen, die nicht nur eine Reise in Helens Vergangenheit, sondern auch in seine wird...
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven Mauros, zweier Jugendfreunde Helens und Helens eigener Sicht, die infolge ihrer Krankheit die Dinge nur noch als Bestandteil der Vergangenheit wahrnimmt. Nach und nach beginnt man zu ahnen, wohin das Ganze führt, was die Spannung aber nicht mindert. Es ist eine gefühlvolle Familien- und Liebesgeschichte, die einem zudem zeigt, welch spießbürgerliche, intolerante und unterwürfige Atmosphäre in der Zeit der Fünfziger aber auch noch der Siebziger herrschte.
Weniger schön fand ich gegen Ende einzelne Geschehnisse. Dass man beispielsweise einen völlig Unbekannten einfach so erkennt - nein, nicht an der Haltung, dem Klang der Stimme, einem Wort oder Satz, nein, einfach nur so. Das wirkte aufgesetzt und gekünstelt ebenso wie die späte Einsicht eines Übeltäters. Schade, denn so blieb bei einem eigentlich schön zu lesenden Buch ein weniger schöner Nachklang.

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Tags: demenz, familienroman, gefühlvoll, liebesgeschichte, schweiz, spannend   (6)

  

 
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