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Links, wo Fausts Schuh blitzt. Leipziger Passagen
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städtebeschreibung, leipzig, gegenwart

Links, wo Fausts Schuh blitzt. Leipziger Passagen

Sigrid Hoyer , Hansdieter Hoyer
Fester Einband: 131 Seiten
Erschienen bei Picus, 01.02.2008
ISBN 9783854529385
Genre: Sonstiges

Rezension:

Beruflich fast drei Wochen in Leipzig unterwegs, bot sich dieses Büchlein als Reisebegleiter geradezu an. 'Liebevoll und detailreich' sollte beschrieben sein, was es in Leipzig alles, auch außerhalb der Touristenmeilen, zu entdecken gibt. Doch schade, dieses Versprechen wird leider nicht eingehalten.
Statt bemerkenswerter Sehenswürdigkeiten und unverwechselbaren Kuriositäten werden überwiegend Personen und Projekte präsentiert, die (vielleicht) Leipzigs Namen in die Welt hinaustragen. Hierzu einige Beispiele:
Ein komplettes Kapitel, 15 Seiten, widmet sich dem Gründer der PC-Ware, ein erfolgreiches IT-Unternehmen. So erfolgreich das Unternehmen auch sein mag, so uninteressant sind die Lobeshymnen der Autoren auf den Eigentümer. Oder das Kapitel über die Buchstadt. Von 13 Seiten beschreiben mehr als 3/4 das Projekt der Buchkinder, was grundsätzlich interessant ist, aber auch mit deutlich weniger ausgiebig genug beschrieben worden wäre. Oder die 11 Seiten über das Literaturinstitut: Der Großteil umfasst die Schilderung einer jungen Studentin und ihre ersten Erfolge - aber muss ich ausgerechnet das wissen, wenn ich mich über Leipzig informieren möchte?
Besser waren die Berichte über die Inselbücherei, die Mädlerpassage und die Spinnerei. Und wirklich gut fand ich die Geschichten über das Wagnerdenkmal - ja, so hätte ich mir das ganze Buch gewünscht. Stattdessen ist es überwiegend zu einer Leipziger Personen- und Projekthuldigung geworden, die für LeipzigkennerInnen durchaus einen Reiz haben mag, für Reisende aber von eher geringem Interesse ist.

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Tags: gegenwart, leipzig, städtebeschreibung   (3)

  

 

Die Wette
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weltreise, gegenwart, welt, reiseliteratur

Die Wette

Steve Hely , Vali Chandrasekaran , Ilja Braun , Jochen Schwarzer
Audio CD
Erschienen bei Lagato Verlag, 01.05.2009
ISBN 9783938956694
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zwei befreundete amerikanische Drehbuchautoren schließen eine Wette ab, wer als Erster um die Welt gereist ist. Einzige Bedingung: Es dürfen keine Flugzeuge benutzt werden. Während der Eine in Richtung Osten startet, fährt der Andere nach Westen. In Moskau, ca. der Hälfte der Strecke, treffen sie sich und fahren dann jeder wieder alleine weiter.
Wer sich bei dieser kurzen Zusammenfassung an Jules Vernes Roman 'In 80 Tagen um die Welt' erinnert fühlt, liegt sicherlich nicht ganz falsch. Doch leider ist dieser Bericht bei weitem nicht so unterhaltsam wie der Klassiker. Viele der geschilderten Erlebnisse enthalten umfangreiche Vergleiche und Erinnerungen, die das Ganze wohl nachvollziehbarer machen sollen, aber durch ihre Ausführlichkeit irgendwann nur öde wirken und mit der eigentlichen Reise überhaupt nichts zu tun haben. Dazu noch ständig wiederkehrende 'Was wäre wenn..'- Ausführungen, die ebenfalls in epischer Breite ihren Raum beanspruchen, ohne dass tatsächlich etwas passiert ist. Besonders krass empfand ich dies beim letzten Teil von Steves Reise: Er berichtet, welch ein toller Geschichtenerzähler der Truckfahrer ist, mit dem er die letzte Etappe zurücklegt und nennt in jeweils einem Satz, was er zu hören bekam: die mehrstündige Fahrt durch einen Heuschreckenschwarm, die entstandene Freundschaft mit einem Anhalter, den die Todesstrafe ereilte undundund. Witzige und spannende Unterhaltung stelle ich mir aber anders vor, als nur die Aneinanderreihung von Überschriften (vielleicht hätte ja der Truckfahrer die Geschichten erzählen sollen...:-)).
Wird dann tatsächlich Erlebtes geschildert, ist das häufig so kurz und knapp, dass man gar nichts Interessantes und Neues erfahren kann. Und wird es ausführlicher, gipfelt es in Erlebnissen wie 'Das Aufregendste war Quadfahren in der Wüste.'.
Alles in allem belanglose Unterhaltung, die zumindest in der Hörbuchversion gut vorgetragen wird, von der man jedoch nicht erwarten sollte, etwas tatsächlich Neues aus der Welt zu erfahren.

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Tags: gegenwart, reiseliteratur, welt, weltreise   (4)

  

 

Imperium
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kolonialismus, kokosnuss, vegetarismus, südsee, aussteiger

Imperium

Christian Kracht
Fester Einband: 242 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.02.2012
ISBN 9783462041316
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Nachdem ich am Rande den 'Skandal' mitverfolgt hatte den dieses Werk verursachte (an rassistisch und demokratiefeindlich kann ich mich noch erinnern), frage ich mich nicht nur nach dem Lesen der letzten Seite, ob es wohl wirklich dieses Buch war, über das damals so geurteilt wurde. Ja, es handelt von der Zeit des Kolonialismus, als viele Deutsche sich als Herren dieser Welt fühlten und auch so aufführten, sie die Bewohner ihrer Kolonien meist mehr wie Tiere denn als Menschen behandelten. Und auch ja, Christian Kracht beschreibt diese Zeit ausgesprochen detailgenau und bildhaft, aber in keiner Weise als würde er sie glorifizieren oder sogar befürworten.
Es ist die Geschichte des Aussteigers August Engelhardt, der nicht nur vom Vegetarismus sondern auch von der Einzigartigkeit der Kokosnuss nicht nur als Lebensmittel überzeugt ist. Er emigriert nach Neu-Guinea wo er sich mit seiner ganzen Barschaft und entsprechenden Schuldscheinen ein völlig überteuertes Eiland kauft, um dort seinen Traum, die Erschaffung einer Kolonie der Kokovoren, zu verwirklichen.
Kracht beschreibt dieses Leben nebst all den Personen und der Gesellschaft, auf die der Aussteiger trifft, in zumeist ausufernden Satzgebilden so detailliert und anschaulich, immer mit einem leicht ironischen Unterton, wie es bereits die schön gestalteten Umschlagseiten vermitteln. Das Ganze dazu in einer herrlich altmodisch klingenden Sprache, gespickt mit diversen Fremdworten, die der Autor konsequent bis zur letzten Seite durchhält. Unterhaltend fand ich zudem das Auftauchen bekannter historischer Persönlichkeiten, die zwar nie namentlich genannt wurden, aber mit gut fundiertem Halbwissen wohl leicht zu identifizieren sind.
Wie man jedoch dazu kommt, dieses Buch als Abenteuerroman zu bezeichnen, ist mir unverständlich. Die Geschichte wirkt trotz teilweiser wirklich unappetitlicher Abschnitte immer beschaulich und voller Gelassenheit, Action und Spannung sind hier nicht zu finden.
Vier Punkte für eine amüsant zu lesende und unterhaltsame Geschichte.

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Tags: 1900, amüsant, august engelhardt, historischer roman, kokovaren, kolonialismus, neu-guinea, vegetarismus   (8)

  

 

Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal
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nepal, gegenwart, reisebericht, kathmandu, humorvoll

Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal

Christian Kracht , Eckhart Nickel
Fester Einband: 170 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2006
ISBN 9783492275644
Genre: Ratgeber

Rezension:

Da ich fast zwei Monate durch Nepal reiste, war dieses Buch natürlich Pflichtlektüre. Zum einen um zu sehen, was mich erwartet, zum andern um festzustellen, wie weit sich das Geschriebene mit der Realität deckt.
Um es kurz zu machen: Mein Resumee ist gemischt. Die 12 Beiträge berichten neben politischen Ereignissen und wenigen alltäglichen Dingen überwiegend von Geschehnissen bzw. Begegnungen, die sich zwar überaus amüsant ausnehmen, mit der der normale"(zumeist Trecking-)Reisende jedoch nie oder nur selten in Berührung kommen wird. Statt von Erfahrungen des Alltagslebens zu erzählen, werden Begegnungen mit westlichen Vertretern oder der eher gehobenen Schicht Nepals geschildert, deren einziges Ziel es zu sein scheint, auf zugegebenerweise liebenswürdige Art und Weise den Ausländern soviel wie möglich aus der Tasche zu ziehen. Da hilft auch das Kapitel über die Wäscherei Band Box nicht, das Bild der Nepalesen wieder gerade zu rücken.
Dennoch: Das Lesen dieses Buches macht Spaß. Kracht und Nickel schreiben mit viel Selbstironie, Liebe zu ihrem Thema und ausgesprochen anspruchsvoll, so dass man schon allein an ihrer Sprache sehr viel Freude haben wird, auch wenn der Erkenntnisgewinn über das alltägliche Nepal eher gering bleiben wird.

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Tags: gegenwart, humorvoll, kathmandu, nepal, reisebericht   (5)

  

 

Viva Polonia
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polen, humor, vorurteile, warschau, europa

Viva Polonia

Steffen Möller
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Scherz, 05.02.2008
ISBN 9783502151555
Genre: Biografie

Rezension:

Polen, das große unbekannte Nachbarland. Klar sind einem Städte wie Krakau oder Warschau ein Begriff - doch wer war schon mal dort? Und dass nicht alle Polen Autos klauen, wissen mittlerweile auch viele - doch wer würde freiwillig mit seinem neuen Mittelklassewagen in die Karpaten oder Hohe Tatra fahren (und ob das Navi überhaupt weiß, wo das liegt?)? Und selbst wenn, wer könnte sich dort schon verständigen? Zwar können mittlerweile selbst Kleinkinder Floskeln in Italienisch, Spanisch, Griechisch, Französisch und sogar Türkisch aufsagen - aber auf Polnisch? Man könnte meinen, Polen liegt mehrere Tagesreisen von uns entfernt.
Steffen Möller will diesen Zustand ändern. Schon mehrere Jahre in Polen lebend, bringt er den Lesenden von A wie Aberglauben bis Z wie Zum Abschied die polnische Lebensart nahe. Ebenso amüsant wie unterhaltsam präsentiert und interpretiert er seine erlebten Erfahrungen und stellt das polnische Wesen dem deutschen zum Vergleich gegenüber. Da gibt es schon so manchen Aha-Effekt - und zwar nicht nur, wenn die polnischen Verhaltensweisen erklärt werden. Mein Lieblingskapitel ist die Busreise der Deutschen und der Polen - keine Frage, wo man lieber mitfährt :-)
Die aufgeführten Sprachbeispiele sind zwar wirklich schön, doch ob sie die eigenen Kenntnisse tatsächlich verbessern, wage ich zu bezweifeln. Hier ist vielleicht eher der Kauf der CD angesagt.
Kleine Mäkelei am Rande: Manche Dinge wiederholen sich: der Aberglaube, der Hang zur Anarchie... Doch das sind wirklich nur Kleinigkeiten. Alles in allem macht das Buch große Lust auf eine Reise nach Polen - und natürlich mit der Bahn ;-)

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Tags: amüsant, bericht aus polen, gegenwart, geschichte, polen   (5)

  

 

In Rio steht ein Hofbräuhaus
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die welt, wigald boning, gegenwart, witzig, reisebericht

In Rio steht ein Hofbräuhaus

Wigald Boning , Wigald Boning
Audio CD
Erschienen bei Argon, 05.03.2010
ISBN 9783839810002
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Nachdem ich Wigald Boning bei einer Lesung dieser Berichte erlebt habe, war der Kauf dieses Hörbuches ein Muss. Der einzige Haken: Vermutlich sind es im Vergleich zum Buch viel zu wenige Geschichten.
Nachdem er bereits in sehr jungen Jahren durch die Exotik des mallorquinischen Alltags geprägt wurde (gelber Reis, Männer in weißen Anzügen usw.), treibt es ihn mit zunehmendem Alter immer weiter in die Ferne. Glücklicherweise konnte und kann er durch seine geschickte Berufswahl diesem Drang immer wieder nachgeben und macht uns die Freude, seine dabei gemachten Erlebnisse und Erfahrungen in diesem Hörbuch mitzuteilen. So vertritt er beispielsweise zusammen mit drei anderen AthletInnen Deutschland bei der Fulda-Challenge in Kanada, bei der man bei eisigen Temperaturen diverse sportliche Herausforderungen bewältigen muss (ja, Wigald Boning. Genau der). Oder er bringt u.a. mit einem Quietscheentchen deutsche Musikkultur in die Türkei. Oder findet heraus, bei welcher Kunstfliegerfigur man das Haus des Nikolaus nicht mehr malen kann. Aber auch ganz persönliche Dinge fehlen nicht: Seine Silvesterfeier mit Familie und Freunden im La Grotta, dessen Name genau das verspricht was es bietet. Und der gemeinsame Fahrradurlaub mit einem Freund in Afrika, der dann aber eher ohne Fahrrad stattfand.
Boning ist ein guter Beobachter, der vieles genau auf den Punkt bringt (das Leben auf einem Kreuzfahrtschiff, die Schilderungen in Afghanistan), sich aber vor allem auch nicht scheut, seine selbst erlebten Peinlichkeiten frei von der Leber weg zu erzählen und sich dabei selbst nicht allzu ernst zu nehmen. Das Ganze trägt er ebenso launig vor wie er schreibt und man hört immer wieder, wie er selbst beim Vortragen lachen muss.
594 km gute Unterhaltung - oder 4 Körbe Bügelwäsche ;-)

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Tags: die welt, gegenwart, reisebericht, wigald boning, witzig   (5)

  

 

Die Köchin, die Pornodiva und der Papst
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1999, skizzen, reisebeschreibung, rom

Die Köchin, die Pornodiva und der Papst

Klaus Brill , Alexander Strobele , Elisabeth Arzberger
Audio-Kassette: 2 Seiten
Erschienen bei BMG Wort
ISBN 9783898300155
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sie glauben Sie kennen Rom? Wenn Sie sich die römischen Begegnungen von Klaus Brill anhören, werden Sie feststellen, dass es noch vieles gibt, was Ihnen bislang unbekannt war. Auch wenn diese Ausgabe schon mehr als 10 Jahre alt ist.
Brill schildert Roms Licht- und Schattenseiten (beispielsweise die vielen verwilderten Katzen, die die Stadtverwaltung als Rattenfänger einsetzt, um sich so das Geld für die vergifteten Köder zu sparen), wirft einen Blick hinter die allseits bekannten Touristenkulissen (Was geschieht mit all den Münzen im Fontana di Trevi?) und beschreibt Roms Menschen so lebensnah und einfühlsam (die Besitzer seiner Lieblingstrattoria, die Mamasöhnchen die bis im hohen Alter bei Mamma bleiben, die Pornodiva mit dem Rosenkranz undundund), dass man am liebsten sofort aufbrechen und sich selbst unter all diese menschenfreundlichen, chaotischen, anarchistischen und liebenswerten Römerinnen und Römer mischen möchte.
Mittlerweile (2009) ist eine neue Auflage des Buches erschienen und ich bin überzeugt davon, dass diese genauso lesens- bzw. hörenswert ist wie die nun schon etwas ältere Ausgabe. Bleibt am Schluss nur nur noch eines zu schreiben: Auf nach Rom!

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Tags: 1999, reisebeschreibung, rom, skizzen   (4)

  

 

Redmonds Dschungelbuch
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abenteuer, expedition, spannend, reisebericht, venezuela

Redmonds Dschungelbuch

Redmond O'Hanlon
Flexibler Einband
Erschienen bei DTV
ISBN 9783423120050
Genre: Sonstiges

Rezension:

Um ehrlich zu sein: Ich hatte mir dieses Buch anders vorgestellt. Beeinflusst durch die ersten Seiten und den Umschlagtext erwartete ich ein durchweg zum Brüllen komisches Buch mit ein bisschen Dschungel drumrum. Stattdessen endloser Dschungel und noch mehr Vögel mit witzigen Stellen zwischendrin. Was die Qualität dieses Buches aber nicht mindert.
Redmond, ein britischer Oxford-Gelehrter startet eine Expedition in Venezuela, um die bisher noch nicht entdeckte Flussverbindung zwischen Rio Negro und dem Orinoko zu finden. Es begleitet ihn sein Freund Simon und mehrere Einheimische, die ihm ein venezolanischer Abenteurer vermittelt hat. Nachdem das Unternehmen nach vielen Strapazen scheitert, entschließt Redmond sich auf die Suche nach den Yanomami zu machen, die größte unberührte Indianergruppe im Regenwald, die durch ihre enorme Aggessivität berühmt-berüchtigt ist.
Für einen britischen Gelehrten, dazu noch aus Oxford, ist das Buch vermutlich recht ungewöhnlich. Keine Spur von Vornehmheit, Snobismus oder ähnlichen Eigenarten, die gemäß diverser Vorurteile die Menschen der britischen Inseln auszeichnen. Statt dessen rülpst, scheisst und rotzt Redmond mit den Einheimischen um die Wette, sehr zum Entsetzen seines Freundes Simon, der sich als der wahre Snob entpuppt. Entnervt und frustriert von den Qualen der Fahrt (Myriaden von bissigen kleinen schwarzen Fliegen, Delikatessen wie Piranhas, Tapirspeck, Affenschenkel usw., ständig kreischenden und krakeelenden Vögeln und Fröschen u.v.m.) bricht dieser die Reise nach dem ersten Teil ab.
Redmond selbst ist mit Leib und Seele dabei, für ihn erfüllt sich mit dieser Expedition ein Kindheitstraum. Er beschreibt mit unverhohlener Begeisterung alles, was ihm über den Weg kreucht und fleucht und wer etwas Interesse für Flora und Fauna aufbringt, wird dieses Buch mit Freude lesen. Die dazwischen immer wieder eingebundenen Auszüge historischer Reiseberichte geben zusätzliche Informationen.
All dies, zusammen mit den amüsanten Schilderungen Redmonds, ergeben ein rundum gelungenes Buch aus dem man zudem noch eine Menge lernen kann. Vier Punkte gibt es deshalb 'nur', weil es für mich persönlich etwas zu viel Flora und Fauna war.

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Tags: abenteuer, amüsant, expedition, reisebericht, spannend, venezuela   (6)

  

 

Shiva Moon
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indien, reisebericht, reise, abenteuer, skurilles

Shiva Moon

Helge Timmerberg
Fester Einband: 203 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 28.08.2006
ISBN 9783871345418
Genre: Sonstiges

Rezension:

Timmerberg, seit mehr als 30 Jahren Indienreisender, will bei dieser Tour den Ganges entlang - von der Quelle bis zur Mündung. Wer nun eine detaillierte Schilderung erwartet, Ratschläge, Empfehlungen für Hotels, Restaurants wird enttäuscht sein. Tatsächlich besucht der Autor nur wenige Orte entlang seiner Route (u. a. die Quelle, Rishikesh, Kalkutta..), den Rest des Weges legt er mit Taxi, Bahn oder Flugzeug zurück.
Die Beschreibungen seiner Erlebnisse, der Orte die er aufsucht, der Menschen denen er begegnet wechseln ab mit Gedanken und Reflektionen über sein eigenes Leben - die aber immer im Zusammenhang mit Indien stehen. Beides wird pointiert, manchmal ironisch aber immer unterhaltsam dargestellt. Zum Beispiel die Schwierigkeiten beim Kauf einer Bahnfahrkarte oder das ,Bettlerspießrutenlaufen' - amüsant zu lesen, dennoch: Timmerberg macht sich nicht lustig über dieses Land. Man spürt seine Liebe zu Indien.
ACHTUNG! Wer Probleme mit Haschischkonsum bzw. der Beschreibung von demselben hat, sollte darüber informiert sein, dass der Autor häufiger darüber schreibt - und nicht unbedingt negativ :-).

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Tags: gegenwart, humorvoll, indien, reisebericht   (4)

  

 

Die feine New Yorker Farngesellschaft
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gegenwart, reisebericht, mexiko

Die feine New Yorker Farngesellschaft

Oliver Sacks , Dirk van Gunsteren
Fester Einband
Erschienen bei Frederking & Thaler, 01.01.2004
ISBN 9783894054809
Genre: Sonstiges

Rezension:

Welch ein wunderbares Buch! Oliver Sacks, Neurologe, eher bekannt durch seine Bücher über seine PatientInnen wie z. B. ,Der Mann der seine Frau mit einem Hut verwechselte' oder (ganz aktuell) ,Der einarmige Pianist' beschreibt hier eine 10tägige Reise der New Yorker Farngesellschaft nach Oaxaca, Mexiko, an der er als Mitglied dieser Gesellschaft teilnahm.
Der Name ist Programm: Alle TeilnehmerInnen sind FarnliebhaberInnen und Oaxaca ist bekannt für seine große Vielfalt an sehr unterschiedlichen Farnarten.
Natürlich drängt sich da die Frage auf: Na toll, Farne. Und wann fällt der nächste Sack Reis in China um?
Dennoch, dieses Buch ist wirklich ein Genuss. Selbstverständlich sind Farne eines der Hauptthemen in diesem Buch. Aber Sacks stellt diese Pflanzen mit einer Begeisterung und Wärme dar, dass man eine Ahnung davon bekommt, was diese FarnliebhaberInnen antreibt. Doch er ist im Vergleich zu seinen Begleitern eher ein Amateur. Ihn fasziniert das Land gleichermaßen: Mit der gleichen Begeisterung beschreibt Sacks die Menschen, denen er begegnet, die Landschaft sowie seine Mitreisenden. Auch die Geschichte dieses Landes und seiner Bewohner haben sein Interesse und ganzes Mitgefühl; voller Anteilnahme schildert er das Gute, aber auch die Grausamkeiten, die sich vor langer Zeit dort in Mexiko ereignet haben. Man erfährt so viel Neues und Interessantes aus diesem Buch, dass man am Ende fast den Überblick verloren hat, was es alles war bzw. wo es stand. Sacks ist in der Lage, die unterschiedlichsten Gebiete miteinander zu verbinden: Ornithologie, Botanik, die Geschichte Oaxacas und der Umgebung, die sozialen Strukturen im Hier und Heute, die Geschichte der Schokolade, des Mescal, des Handwerks allgemein, Chemie - und daneben noch liebevolle Orts- und Personenbeschreibungen.
Für Jeden, der nach Mexiko (und insbesondere Oaxaca) reist, ist dieses Buch ein Muss. Für alle Anderen - auch. Ein Genuss ist es in jedem Fall!

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Tags: gegenwart, mexiko, reisebericht   (3)

  

 

Mein deutsches Dschungelbuch
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deutschland, humor, provinz, russland, lustig

Mein deutsches Dschungelbuch

Wladimir Kaminer
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.10.2005
ISBN 9783442459452
Genre: Comic & Humor

Rezension:

Endlich, mein erster Kaminer :-) Es soll zwar deutlich bessere Bücher von ihm geben, mir hat das Dschungelbuch dennoch gefallen. In kurzen Geschichten beschreibt er die Städte, Menschen und/oder Erlebnisse, die ihm auf seinen Lesereisen begegnen. Obwohl er sich meist nur wenige Stunden vor Ort aufhält, gelingt es ihm vielfach, das Wesentliche zu benennen (ich denke beispielsweise an Kiel, Osnabrück und Northeim, gilt aber auch für viele andere). Da mir rund drei Viertel der beschriebenen Örtlichkeiten mehr oder weniger gut bekannt sind, muss ich sagen: Der Wiedererkennungswert ist recht hoch - und das steigert die Freude beim Lesen beträchtlich. Allzuviel Tiefgang sollte man nicht erwarten, dazu sind die Geschichten einfach zu kurz.
Zusammengefasst: Menschen, denen die vorkommenden Lokalitäten bekannt sind, werden ihre Freude an diesem Buch haben; für die Anderen mag es etwas dröge sein.

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Tags: deutschland, gegenwart, humorvoll, reisebericht   (4)

  

 
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