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Der Windfisch
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reserviert, mittelamerika, sinnsuche, erzählung

Der Windfisch

Ralf Rothmann
Fester Einband: 133 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.09.1994
ISBN 9783518406236
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Guntram Lohser, Mitte 30, seit zehn Jahren als Photograph tätig, ist von der Nutzlosigkeit seiner Arbeit frustriert. Um nicht in den Berliner Winter zurückkehren zu müssen, hängt er nach einem dreimonatigen Arbeitsaufenthalt in Mexiko, an dessem Ende ihm seine Ausrüstung gestohlen wurde, noch ein paar Wochen Urlaub in Ecuador dran. Er lässt sich von momentanen Eingebungen und Launen treiben und landet kurz vor der Regenzeit in Muisne, einem Kaff am Meer. Dort trifft er auf merkwürdige Gestalten: einen Alten, der nur noch mit und für seine Ziegen lebt und auch so riecht; eine mysteriöse Französin, die auf der Suche nach etwas zu sein scheint; einen eifersüchtigen Sohn; lüsternen einheimischen Frauen; undundund.
Was wie die Sinnsuche eines übersättigten Mitteleuropäers beginnt und dann in eine Art Abenteuerroman abzugleiten scheint, ist jedoch weder das Eine noch das Andere. Auch Krimielemente tauchen auf, doch alles wird in einem derart reservierten Ton erzählt ohne jedwede Dramatik oder Spannung - man versinkt geradezu in der Trägheit und der Apathie dieses Ortes in der schwül-warmen Regenzeit, die Rothmann durch anschauliche Bilder darzustellen weiss. Und zum Schluss bleibt nur zu schreiben: Eigentlich ist alles egal.

  (1)
Tags: erzählung, mittelamerika, reserviert, sinnsuche   (4)

  

 

Wassermusik
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(122)

211 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

afrika, niger, mungo park, abenteuer, london

Wassermusik

T. C. Boyle , Werner Richter (Übers.)
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.01.1990
ISBN 9783499125805
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags: 1800, abenteuer, afrika, fesselnd, london, mungo park   (6)

  

 

Dunkle Gewässer
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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

texas, mord, osttexas, skunk, krimi

Dunkle Gewässer

Joe R. Lansdale , Hannes Riffel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Tropen bei Klett-Cotta, 21.02.2013
ISBN 9783608501315
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Osttexas, in der Zeit der 'Great Depression' (also 1929/30), als es den Menschen so richtig übel ging.
Als Sue Ellen, die 16jährige Ich-Erzählerin, ihren Vater und Onkel zusammen mit ihren FreundInnen Jinx und Terry zum Angeln begleitet, finden sie die Leiche der gleichaltrigen May Lynn, verschnürt und mit einer Nähmaschine beschwert. Doch niemand ist an einer Aufklärung, wie sie zu Tode kam, interessiert und so wird sie kurzerhand verscharrt. Doch ihre Freunde wollen sich damit nicht abfinden, graben ihre Leiche aus und verbrennen sie, um ihre Asche nach Hollywood zu bringen. Dabei entdecken sie, dass May Lynn eine Menge Geld versteckte, hinter dem plötzlich eine Schar von Leuten her ist. Es beginnt eine wilde Jagd entlang dem Fluss Sabine, der die Flüchtlinge samt Asche nach Gladewater bringen soll...
Wow, das ist wirklich Abenteuer pur! 320 Seiten packende Lektüre, die zeitweilig vielleicht etwas überzogen wirken mag (Leiche ausbuddeln, ein Killer der wie eine Figur aus einer Geisterbahn wirkt, jede Menge Tote undundund), aber zum Jargon Sue Ellens und der damaligen Zeit dann doch wieder voll und ganz passt. Die einzelnen Charaktere sind herrlich speziell und nicht das kleinste bißchen klischeehaft: Sue Ellen, tough und mit einem wunderbar trockenem Humor, die kluge, völlig rationale Jinx, die für alles und jeden die passende Entgegnung hat und Terry, der gutaussehende schwule Freund mit einer erstaunlichen Bildung für diesen Landstrich und diese Zeit. Wie diese Drei (und noch ein paar mehr) sich gegen alle Widrigkeiten mit mehr Glück als Verstand durchschlagen, ist einfach großartig zu lesen. Dazu die sehr eindrucksvolle Beschreibung dieser Gegend (man merkt, dass der Autor von dort kommt) - ich bin in diesem Buch förmlich versunken und habe es mehr oder weniger in einem Rutsch verschlungen.
Klasse! Für Freunde von Abenteuerliteratur ein unbedingtes Muss!!!

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Tags: 1930, abenteuerroman, osttexas, packend, spannend   (5)

  

 

Heinz Ohff: Der grüne Fürst - Das abenteuerliche Leben des Hermann Pückler-Muskau
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england, frankreich, abenteuerlich, biographie, fürst pückler von muskau

Heinz Ohff: Der grüne Fürst - Das abenteuerliche Leben des Hermann Pückler-Muskau

Heinz Ohff
Flexibler Einband
Erschienen bei Piper, 01.01.1998
ISBN B007DV5QRQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Etwas älteren EisesserInnen dürfte die Bezeichnung 'Fürst-Pückler-Eis' durchaus noch geläufig sein - aber wissen sie auch, wer der Namensgeber war? Ein Abkömmling des Hochadels, geboren 1785, Sympathisant der Revolution, Schriftsteller, Reisender, Landschaftsgartengestalter, Dandy, Abenteurer und ein Liebhaber der Frauen – aller Frauen. Casanova dürfte neidisch werden, wenn man ihm von Hermann Pückler-Muskaus Eroberungen berichten würde. Doch dies ist nur ein Aspekt seiner Persönlichkeit, wenn auch kein unwesentlicher.
Heinz Ohff schildert diesen faszinierenden Menschen in derart schillernden Farben und Formen, dass man wie gebannt diesen Lebenslauf verfolgt. Er lässt ihn ebenso durch seine Schriften selbst zu Wort kommen, so dass man sich einen Eindruck von seinen literarischen Fähigkeiten machen kann. Pückler formuliert spitz, mit Witz und Spöttelei, aber spart auch nicht mit Selbstironie, was ihn überaus sympathisch wirken lässt. Auch Zeitgenossinnen und Zeitgenossen kommen zu Wort und so formt sich nach und nach das Bild eines Menschen, der hochintelligent und seiner Zeit weit voraus war.
Eine fesselnde, ausgezeichnet geschriebene Biographie, mit der man nicht nur den Menschen Hermann Pückler-Muskau kennenlernt, sondern zudem viel über die Welt am Anfang und in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfährt.

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Tags: 19. jh, abenteuerlich, amüsant, biographie, england, frankreich, fürst pückler von muskau, italien, literarisch, preußen, spannend   (11)

  

 

Die Wette
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weltreise, gegenwart, welt, reiseliteratur

Die Wette

Steve Hely , Vali Chandrasekaran , Ilja Braun , Jochen Schwarzer
Audio CD
Erschienen bei Lagato Verlag, 01.05.2009
ISBN 9783938956694
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zwei befreundete amerikanische Drehbuchautoren schließen eine Wette ab, wer als Erster um die Welt gereist ist. Einzige Bedingung: Es dürfen keine Flugzeuge benutzt werden. Während der Eine in Richtung Osten startet, fährt der Andere nach Westen. In Moskau, ca. der Hälfte der Strecke, treffen sie sich und fahren dann jeder wieder alleine weiter.
Wer sich bei dieser kurzen Zusammenfassung an Jules Vernes Roman 'In 80 Tagen um die Welt' erinnert fühlt, liegt sicherlich nicht ganz falsch. Doch leider ist dieser Bericht bei weitem nicht so unterhaltsam wie der Klassiker. Viele der geschilderten Erlebnisse enthalten umfangreiche Vergleiche und Erinnerungen, die das Ganze wohl nachvollziehbarer machen sollen, aber durch ihre Ausführlichkeit irgendwann nur öde wirken und mit der eigentlichen Reise überhaupt nichts zu tun haben. Dazu noch ständig wiederkehrende 'Was wäre wenn..'- Ausführungen, die ebenfalls in epischer Breite ihren Raum beanspruchen, ohne dass tatsächlich etwas passiert ist. Besonders krass empfand ich dies beim letzten Teil von Steves Reise: Er berichtet, welch ein toller Geschichtenerzähler der Truckfahrer ist, mit dem er die letzte Etappe zurücklegt und nennt in jeweils einem Satz, was er zu hören bekam: die mehrstündige Fahrt durch einen Heuschreckenschwarm, die entstandene Freundschaft mit einem Anhalter, den die Todesstrafe ereilte undundund. Witzige und spannende Unterhaltung stelle ich mir aber anders vor, als nur die Aneinanderreihung von Überschriften (vielleicht hätte ja der Truckfahrer die Geschichten erzählen sollen...:-)).
Wird dann tatsächlich Erlebtes geschildert, ist das häufig so kurz und knapp, dass man gar nichts Interessantes und Neues erfahren kann. Und wird es ausführlicher, gipfelt es in Erlebnissen wie 'Das Aufregendste war Quadfahren in der Wüste.'.
Alles in allem belanglose Unterhaltung, die zumindest in der Hörbuchversion gut vorgetragen wird, von der man jedoch nicht erwarten sollte, etwas tatsächlich Neues aus der Welt zu erfahren.

  (4)
Tags: gegenwart, reiseliteratur, welt, weltreise   (4)

  

 

Nicobobinus
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terry jones, land der drachen, spannend, alle, aufregend

Nicobobinus

Terry Jones
Audio CD: 3 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Medien, 01.07.2001
ISBN 9783831520237
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Nicobobinus und seine Freundin Rosie suchen gemeinsam das Land der Drachen. Was aus lauter Neugier begann, wird jedoch nach kurzem eine eilige und wichtige Angelegenheit. Denn der Goldene Mann hat Teile von Nicobobinus Körper in echtes Gold verwandelt, das nur durch Drachenblut wieder in richtige Körperteile zurückverwandelt werden kann. So versucht nun eine Menge finsterer Gestalten, an diesen Schatz heranzukommen. Die beiden Kinder entfliehen Piraten, falschen Mönchen, durchqueren sehr sonderbare Gebirge und treffen immer wieder auf ausgesprochen merkwürdige Geschöpfe, die andere Menschen noch nie gesehen haben.
Terry Jones lässt hier seiner Phantasie freien Lauf: Zauberschiffe, Einsiedlergnome, singende Leopardenseen - nichts ist ungewöhnlich genug, als dass es nicht seinen Platz in dieser Geschichte finden würde. Spannend, aufregend, abenteuerlich, witzig und auch furchterregend bietet dieser Kinderroman wirklich alles, was ein Kinder- (und auch ein Erwachsenen- :-))herz begehrt.
Drei Sprecher hat dieses Hörspiel: Nicobobinus und Rosie werden überzeugend vom damalig 12jährigen Julius Schmiedel und der 11jährigen Nele Hippe-Davies dargestellt, Karl-Heinz Tafel gibt glaubwürdig den Erzählrahmen und die weiteren Personen der Geschichte wieder. Ein kleiner Wermutstropfen trübt das Ganze: Ursprünglich wohl als Fortsetzungsgeschichte für das Radio gedacht, erfolgt zu jedem Kapitelbeginn eine Zusammenfassung des bisher Geschehenen. Hört man sich alles am Stück an, ist dies mit der Zeit nervend, da man diese Teile nicht überspringen kann.
Aber sonst: Einfach klasse Unterhaltung!

  (8)
Tags: alle, aufregend, kinderhörbuch, land der drachen, spannend, terry jones   (6)

  

 

Der Wolkentempel
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tibet, china, bergsteigen, kloster, bergsteiger

Der Wolkentempel

Patrick Woodhead , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 25.08.2010
ISBN 9783499254307
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Tibet, im Jahre 1956: Ein junger Mönch wird Zeuge, wie chinesische Soldaten ein Kloster niederbrennen und die Älteren brutal ermorden. Knapp 50 Jahre später sind zwei junge britische Bergsteiger in Tibet unterwegs um den Makalu zu besteigen, den fünfthöchsten Berg der Erde. Der Aufstieg misslingt, doch Luca, einer der beiden Männer, erblickt für einen kurzen Augenblick eine perfekt proportionierte Pyramide, die kurz darauf wieder hinter Wolken verschwunden ist. Zurück in Großbritannien beginnt er nachzuforschen und aus Interesse wird Ehrgeiz, diesen unkannten Berg als Erster zu besteigen. Ungefähr zur gleichen Zeit finden Mönche die Reinkarnation des elften Panchen Lama, einen neunjährigen Jungen, den chinesische Soldaten unter allen Umständen versuchen zu töten. Der skrupellose Hauptmann Zhu erhält diesen Auftrag und hinterlässt bei seiner Jagd eine Spur der Verwüstung.
Wie Lucas ehrgeizige Suche nach dem unbekannten Berg, die Flucht des elften Panchen Lama und seine Verfolgung durch Zhu zusammenhängen, schildert der Autor spannend und überwiegend realistisch - zumindest soweit ich dies beurteilen kann (die Kletterszenen empfand ich als durchaus glaubwürdig, Tibet kenne ich leider (noch) nicht). Seine Figuren sind detailliert und differenziert beschrieben, nur wenig wirkt konstruiert und zweifelhaft. Die Vermutung, der Roman drifte eventuell zu stark ins Mystische ab (wie auch der Titel vermuten lassen könnte), bestätigte sich nicht.
Alles in allem ein packender und dramatischer Abenteuerroman mit Thrillerelementen und aktuellem Bezug.

  (8)
Tags: 2005, abenteuer, bergsteigen, spannend, tibet   (5)

  

 

Redmonds Dschungelbuch
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abenteuer, expedition, spannend, reisebericht, venezuela

Redmonds Dschungelbuch

Redmond O'Hanlon
Flexibler Einband
Erschienen bei DTV
ISBN 9783423120050
Genre: Sonstiges

Rezension:

Um ehrlich zu sein: Ich hatte mir dieses Buch anders vorgestellt. Beeinflusst durch die ersten Seiten und den Umschlagtext erwartete ich ein durchweg zum Brüllen komisches Buch mit ein bisschen Dschungel drumrum. Stattdessen endloser Dschungel und noch mehr Vögel mit witzigen Stellen zwischendrin. Was die Qualität dieses Buches aber nicht mindert.
Redmond, ein britischer Oxford-Gelehrter startet eine Expedition in Venezuela, um die bisher noch nicht entdeckte Flussverbindung zwischen Rio Negro und dem Orinoko zu finden. Es begleitet ihn sein Freund Simon und mehrere Einheimische, die ihm ein venezolanischer Abenteurer vermittelt hat. Nachdem das Unternehmen nach vielen Strapazen scheitert, entschließt Redmond sich auf die Suche nach den Yanomami zu machen, die größte unberührte Indianergruppe im Regenwald, die durch ihre enorme Aggessivität berühmt-berüchtigt ist.
Für einen britischen Gelehrten, dazu noch aus Oxford, ist das Buch vermutlich recht ungewöhnlich. Keine Spur von Vornehmheit, Snobismus oder ähnlichen Eigenarten, die gemäß diverser Vorurteile die Menschen der britischen Inseln auszeichnen. Statt dessen rülpst, scheisst und rotzt Redmond mit den Einheimischen um die Wette, sehr zum Entsetzen seines Freundes Simon, der sich als der wahre Snob entpuppt. Entnervt und frustriert von den Qualen der Fahrt (Myriaden von bissigen kleinen schwarzen Fliegen, Delikatessen wie Piranhas, Tapirspeck, Affenschenkel usw., ständig kreischenden und krakeelenden Vögeln und Fröschen u.v.m.) bricht dieser die Reise nach dem ersten Teil ab.
Redmond selbst ist mit Leib und Seele dabei, für ihn erfüllt sich mit dieser Expedition ein Kindheitstraum. Er beschreibt mit unverhohlener Begeisterung alles, was ihm über den Weg kreucht und fleucht und wer etwas Interesse für Flora und Fauna aufbringt, wird dieses Buch mit Freude lesen. Die dazwischen immer wieder eingebundenen Auszüge historischer Reiseberichte geben zusätzliche Informationen.
All dies, zusammen mit den amüsanten Schilderungen Redmonds, ergeben ein rundum gelungenes Buch aus dem man zudem noch eine Menge lernen kann. Vier Punkte gibt es deshalb 'nur', weil es für mich persönlich etwas zu viel Flora und Fauna war.

  (13)
Tags: abenteuer, amüsant, expedition, reisebericht, spannend, venezuela   (6)

  

 

Die Bounty
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england, fakten, henker, seefahrt, 18. jh

Die Bounty

Caroline Alexander , Peter Franke
Audio CD
Erschienen bei Jumbo Neue Medien, 01.08.2004
ISBN 9783833711503
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Caroline Alexander hat es sich zur Aufgabe gemacht, jede noch so kleine Information, die in irgendeiner Art und Weise mit der Meuterei auf der Bounty zu tun hat, herauszufinden und in ihrem Buch festzuhalten. Diejenigen, die einen oder auch mehrere der zum Teil berühmten Filme zu diesem Thema gesehen haben, werden von der Fülle an neuen, auch recht überraschenden Details verblüfft sein.
Doch genau dies wird zum Problem der Hörbuchfassung: Jede Person, die in irgendeiner Form in der fraglichen Zeit mit der Bounty in Berührung kam, ob Verwandte, Freunde, Rechtsbeistand, Richter und und und, wird bis ins Kleinste beschrieben. Der familiäre Hintergrund, der berufliche Lebensweg, das Private –nichts ist so unwichtig, als dass es nicht vermerkt würde. Im Buch mag man bei Orientierungsschwierigkeiten gegebenenfalls zurückblättern können. In der Hörbuchfassung hat man unglücklicherweise nur ein dünnes Beiheft zur Hand, in dem die Schiffsmannschaft der Bounty verzeichnet ist.
Erschwerend kommt hinzu, dass Peter Franke durch seine nahezu gleichbleibende Sprechweise nicht in der Lage ist, den einzelnen Figuren eine unverwechselbare Identität zu verleihen. Spätestens nach der 3. CD lässt somit die Aufmerksamkeit nach und man ist glücklich, zumindest die Spuren der wichtigsten Personen nachvollziehen zu können (zumindest ging es mir so).
Für Interessierte ist die Aufarbeitung dieses historischen Ereignisses durchaus zu empfehlen - allerdings eher in Buchform.

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Tags: 18. jh, england, geschichtsreportage, kapitän bligh, nüchtern, sachbuch, südsee   (7)

  

 

Bericht eines Schiffbrüchigen
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(5)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

dessen bericht marquez aufgezeichnet hat, wie selbst in momenten der völligen verzweiflung und kraftlosigkeit sein lebenswille wieder die oberhand bekam. beeindruckend!, schiffbrüchig, erfahrungen, trinken und werkzeuge auf einem floß auf dem meer bevor e

Bericht eines Schiffbrüchigen

Gabriel García Márquez
Flexibler Einband
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 01.08.1998
ISBN 9783462015362
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Diese Geschichte, die sich tatsächlich ereignet hat, ist schnell erzählt: Mann geht über Bord und treibt 10 Tage ohne Essen, Trinken und Werkzeuge auf einem Floß auf dem Meer bevor er das Festland erreicht. Sollte jemand einen Bericht à la Robinson Crusoe erwarten, wird er/sie enttäuscht. An tatsächlichen Ereignissen geschieht wenig bis nichts. Der Schiffbrüchige, dessen Bericht Marquez aufgezeichnet hat, schildert sachlich und detailliert sein Überleben auf dem Floß. Anschaulich wird dargestellt, wie selbst in Momenten der völligen Verzweiflung und Kraftlosigkeit sein Lebenswille wieder die Oberhand bekam. Beeindruckend!

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Tags: dessen bericht marquez aufgezeichnet hat, die sich tatsächlich ereignet hat, diese geschichte, dokumentation, ist schnell erzählt: mann geht über bord und treibt 10 tage ohne essen, ozean, schiffbrüchig, schildert sachlich und detailliert sein überleben auf dem floß. anschaulich wird dargestellt, trinken und werkzeuge auf einem floß auf dem meer bevor er das festland erreicht. sollte jemand einen bericht à la robinson crusoe erwarten, wie selbst in momenten der völligen verzweiflung und kraftlosigkeit sein lebenswille wieder die oberhand bekam. beeindruckend!, wird er/sie enttäuscht. an tatsächlichen ereignissen geschieht wenig bis nichts. der schiffbrüchige   (11)

  

 

Bad Monkeys
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(107)

165 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

verschwörung, geheimorganisation, drogen, gut und böse, usa

Bad Monkeys

Matt Ruff , Giovanni Bandini , Ditte Bandini
Fester Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 09.02.2008
ISBN 9783446230026
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Jane Charlotte, festgenommen wegen Mordes, sitzt in der psychiatrischen Abteilung eines Gefängnisses. Sie behauptet, Mitglied einer Organisation zu sein, die sich das Ziel gesetzt hat, das Böse in der Welt zu beseitigen. Jane Charlotte erzählt, - wie die Organisation sie gefunden hat, - über ihre durchgeführten Aufträge und - über Dinge, die immer phantastischer und unglaublicher werden: Miniaturkameras, die überall alle und jeden überwachen, Waffen, die töten ohne Spuren zu hinterlassen - es ist eine Organisation, die jederzeit über alles und jeden informiert ist und sich anmasst, selbstgefällte Urteile zu vollstrecken. Vom Psychiater, der sie befragt, mit Tatsachen konfrontiert, die nicht zu ihren Aussagen passen, hat sie für all diese Ungereimtheiten Erklärungen. Die dann noch eine Spur fantastischer und unglaublicher klingen, doch aus ihrer Sicht (und damit auch der der Leserin und des Lesers) aus der Allgegenwärtigkeit und den Fähigkeiten der Organisation herrühren und damit durchaus plausibel klingen. Das Ganze steigert sich bis zu einem wahrhaft überdrehten Finale (dessen Ende ich natürlich nicht verrate :-)), das man unter Umständen zweimal lesen muss, um sicher zu gehen, die Auflösung richtig verstanden zu haben.
Auch wenn der Ausgangspunkt ein Mord war: Ein Krimi im herkömmlichen Sinne ist dieses Buch nicht. Eher eine Mischung aus Fantasy, Science-Fiction, Actionthriller? Egal - auf jeden Fall gut zu lesen und so spannend, dass man es in einem Rutsch durchbekommt.

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Tags: atemlos, fantasy, thriller, usa   (4)

  

 

Fools Crow
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(3)

8 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

indianer, abenteuer, roman, spannend, nordamerika

Fools Crow

James Welch
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Freies Geistesleben, 01.01.2001
ISBN 9783772518966
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

James Welch schildert auf knapp 480 Seiten ca. zwei Jahre im Leben des Fools Crow. Aufgewachsen als White Man's Dog, Angehöriger der Stammesgruppe der Lone Eaters vom Stamme der Pikuni, entwickelt er sich in dieser Zeit vom ängstlichen und schüchternen Jungen zu einem allseits anerkannten und respektierten Krieger und Mitglied seiner Stammesgruppe. Der Autor, selbst ein Blackfeet, zu denen auch die Pikuni gehören, erzählt ganz aus der Sicht sowie in der Sprache der Indianer. Dies macht das Buch zu Beginn etwas schwierig zu lesen, da man immer wieder zum (recht guten) Anhang wechseln muss, wenn man die indianischen Ausdrücke verstehen möchte.
Man wird in eine gänzlich andere Welt hineingezogen, eine Welt in der Mensch und Natur in völliger Übereinstimmung leben, was sich gerade auch durch die Sprache vermittelt. Selbst die Riten (z.B. die verschiedenen Tänze, Zeremonien), die Visionen (z.B. Treffen und Gespräche mit Totemtieren), Dinge, die in unserer Welt häufig als Aberglaube abgetan werden, scheinen hier wie selbstverständlich dazuzugehören. Dennoch wird keine Traumwelt dargeboten. Nüchtern, manchmal brutal und (vermutlich) authentisch wird der Alltag dieser Menschen beschrieben: die Jagd auf Büffel, Raubzüge gegen andere Stämme, die Abkehr mancher Jungen von den Stammessitten und nicht zuletzt der Kampf gegen die Napikwan - die Weissen. Und die Erkenntnis, dass die Pikunis keine Chance haben.
Dennoch ist es kein trostloses Buch: Trotz aller Niederlagen glauben die Pikuni weiter daran, dass wieder bessere Zeiten kommen.

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Tags: 19.jh, abenteuer, indianer, nordamerika, spannend, traurig   (6)

  

 
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