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Flamme von Jamaika
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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Flamme von Jamaika

Martina André
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.03.2013
ISBN 9783499259531
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Martina André zählt zu meinen Lieblingsautorinnen, weil ihre Bücher gut recherchiert und bildhaft geschrieben sind. Deshalb ist jedes neue Werk aus ihrer Feder ein absolutes Muss für mich. Und auch mit „Flamme von Jamaika“ konnte sie mich wieder in ihren Bann ziehen und in ferne Welten entführen.

Zum Glück habe ich mich nicht vom etwas kitschig anmutenden Cover und Titel abschrecken lassen. Aber ich weiß zum Glück, dass in Büchern, auf denen Martina André steht, auch Martina André drin ist. Hier hat sich der Verlag wohl vom momentanen Trend der Love-und-Landscape-Romane beeinflussen lassen. Bei der „Flamme von Jamaika“ handelt es sich übrigens um eine Blume, nach der sich im Roman eine Rebellengruppe benannt hat.

Die deutsche Kaufmannstochter Helena Huvstedt reist 1831 nach Jamaika, um den Plantagenbesitzer Edward Blake zu heiraten. Begleitet wird sie von ihrer Gesellschafterin Maggie. Obwohl sich Edward vor der Eheschließung noch charmant und zuvorkommend gibt, muss Lena schon bald erkennen, dass er im Grunde ein brutales Scheusal ist, der seine Sklaven wie Tiere behandelt und Lena nur heiratet, um Nachkommen zu zeugen. Zudem erscheint bei der Hochzeitsfeier eine Schwarze, die einen Fluch über Lena und die Familie Blake verhängt. Als Lena in der Nacht etwas Ungeheuerliches beobachtet, beschließt sie, zusammen mit Maggie zu fliehen und nach Deutschland zurückzukehren.

Als sie auf der Flucht einer Gruppe Rebellen begegnen, nimmt einer der Männer Lena gefangen, um sie gegen drei zum Tode verurteilte Kameraden auszutauschen. Während der Gefangenschaft kommen sich die beiden näher und Lena muss erkennen, dass die Situation der Sklaven in Jamaika viel dramatischer ist, als sie bisher angenommen hat. Außerdem erfährt sie Dinge über ihren Mann und ihren Schwiegervater, die sie diese hassen lehrt. Doch um den Rebellen zu helfen, muss sie zu Edward zurückkehren.

Martina Andrés einzigartiger Schreibstil hat mich sofort nach Jamaika versetzt. Die Beschreibungen der Landschaft, der Orte und der Figuren haben in meinem Kopf einen Film entstehen lassen, der spannender und farbenprächtiger nicht sein konnte. Zu den Charakteren habe ich sofort Verbindung gehabt, konnte mich z. B. in Lena hineinversetzen und ihre Ängste und Gefühle teilen. Aber auch die Situation der Sklaven und deren Beweggründe zur Rebellion konnte ich nachvollziehen.

Bei der Beschreibung der Liebesszenen geht die Autorin sehr gefühlvoll vor, nimmt aber dennoch kein Blatt vor den Mund. Die Schilderungen der Folterungen und Misshandlungen sind nicht geschönt, aber auch nicht übermäßig blutig. Martina André hat hier ein gesundes Mittelmaß gefunden, dem Leser die Zustände realistisch darzustellen.

Eine gründliche Recherchearbeit ist dem Roman anzumerken. Im Nachwort erklärt die Autorin einiges dazu. Ein Personenverzeichnis sowie ein ausführliches Glossar sind sehr nützlich und liefern weitere Hintergrundinformationen.  

Fazit:

Ich bin vollkommen begeistert von dieser spannenden und authentischen Geschichte.

© Simone Kühlewind

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Die vierte Zeugin
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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

köln, agnes imhoff, historisch, betrug, imhoff

Die vierte Zeugin

Heike Koschyk , Alf Leue , Tanja Kinkel , Oliver Pötzsch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.08.2012
ISBN 9783746628790
Genre: Historischer Roman

Rezension:

Dieser historische Kriminalroman ist ein Gemeinschaftswerk von zwölf Autoren des Autorenkreises „Quo Vadis“. Er basiert auf einem wahren Prozess, der in Köln im 16. Jahrhundert verhandelt wurde. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie von den verschiedenen Autoren jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt wird. So bekommt der Leser einen Eindruck aus zwölf verschiedenen Blickwinkeln.

Angeklagt ist die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff. Ihr unter seltsamen Umständen verstorbener Ehemann Andreas hat den englischen Geschäftsmann Richard Charman betrogen. Im Prozess soll geklärt werden, ob die Witwe für den von ihrem Mann verursachten Schaden haftbar gemacht werden kann. Eigentlich sind Frauen zu dieser Zeit nicht geschäftsfähig gewesen. Es hat sich allerdings als Unsitte eingebürgert, dass Männer ihren Ehefrauen ihr Eigentum überschrieben, damit sie bei Betrügereien nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten. An Agnes Imhoff soll nun ein Exempel statuiert werden.

Besonders interessant fand ich an diesem Werk die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedenen Charaktere auf das Geschehen. Dass hier jeder der zwölf Autoren eine andere Figur beschreibt, machte den Roman für mich zu einem echten Leseerlebnis. Obwohl der Ausgang der Gerichtsverhandlung recht schnell klar wird, verlor die Geschichte nicht an Spannung. Denn es blieb weiterhin ungewiss, inwieweit Agnes Imhoff Schuld an dem Betrug trägt.

Anlass für dieses Werk war der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009. Die Mitglieder des Autorenkreises „Quo Vadis“ haben sich durch Lesungen und diesen Roman für die Wiederherstellung der Prozessakten des Falles Agnes Imhoff eingesetzt. In einem Nachwort erklären die Herausgeber Heike Koschyk und Alf Leue die Hintergründe.

Fazit:
Dieser Roman ist wahrlich ein spannendes Meisterwerk mit einem realen Hintergrund.

© Simone Kühlewind

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Tags: 16. jahrhundert, gericht, köln, kölner archiv, prozess   (5)

  

 

Das Geheimnis der Maurin
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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

mauren, andalusien, christen, religion, spanien

Das Geheimnis der Maurin

Lea Korte
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.12.2012
ISBN 9783426509388
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir bereits der erste Band um die Maurin Zahra sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie ihre Geschichte weitergeht. Der Roman beginnt mit der Flucht der Familie nach Portugal. Die Christen haben Andalusien zurückerobert, auch Granada ist in ihre Hände gefallen. Zahra und Jaime fliehen nach Portugal, wo noch Glaubensfreiheit herrscht. Doch auf dem Weg dorthin werden sie überfallen, die vierjährige Chalida wird entführt. Zahra ist außer sich vor Sorge um ihr Kind. Um Chalida aus den Händen der Entführer befreien zu können, kehrt sie mit ihren Lieben nach Granada zurück. Was sie und ihre Familie dort erwartet, übertrifft jedoch ihre schlimmsten Befürchtungen.

In diesem zweiten Band treten die Konflikte zwischen den Religionen sehr stark in den Vordergrund. Zahras Familie ist ein gutes Beispiel für das friedliche Miteinander verschiedener Glaubensgemeinschaften. Sie selbst ist Muslima und erzieht ihre Kinder im muslimischen Glauben. Ihr Geliebter Jaime, Vater ihrer Kinder, ist Christ. Ihre Schwägerin Deborah ist Jüdin. Als die Christen jedoch immer mehr versuchen, die Muslime zu bekehren, die Juden sogar zwangsgetauft werden, wird Zahra immer verbitterter. Ihr Hass auf die Christen überschattet auch ihre Liebe zu Jaime, der zu allem Übel in die Dienste der kastilischen Könige getreten ist. Besonders im zweiten Teil des Romans, der in der Zeit von 1499 bis 1502 angesiedelt ist, nehmen die Konflikte überhand.

Man merkt, dass Lea Korte für diesen Roman sehr gut recherchiert hat. Ihre historischen Kenntnisse machen dieses Buch authentisch. Besonders am Beispiel Zahras erkennt der Leser, wie die Mauren die Machtübernahme durch die Christen empfunden haben mögen. Aber auch Jaime als Christ, der mit einer Maurin zusammenlebt, dient als Beispiel für die „andere Seite“. Denn obwohl er in den Diensten des Erzbischofs Talavera steht, fühlt er sich doch Zahra und seinen Kindern verbunden und versucht, sie zu schützen. Die Geschichte ist spannend erzählt. Es fiel mir sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Obwohl man dieses Buch auch ohne Kenntnis des ersten Bandes verstehen könnte, empfehle ich „Die Maurin“ zuvor gelesen zu haben. Die Entwicklung Zahras wird besonders deutlich, wenn man den Anfang ihrer Geschichte kennt.

In einem Nachwort erklärt Lea Korte die historischen Zusammenhänge. Ein Personenverzeichnis, ein Glossar, zwei Landkarten sowie der Stammbaum der kastilischen Königsfamilie bieten weitere Details und runden diesen historischen Roman ab.

Fazit:
Lea Korte ist mit „Das Geheimnis der Maurin“ ein spannender, bewegender und historisch glaubwürdiger Roman gelungen.

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Tags: andalusien, christen, glauben, granada, inquisition, kastilien, moslems, religion   (8)

  

 

Die Hure Babylon
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51 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

kreuzzug, kreuzzüge, krieg, mittelalter, liebe

Die Hure Babylon

Ulf Schiewe
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.11.2012
ISBN 9783426199305
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich hatte das große Glück, diesen Roman in einer begleiteten Leserunde gemeinsam mit dem Autor lesen zu dürfen. Bereits die beiden Vorgänger „Der Bastard von Tolosa“ und „Die Comtessa“ hatten mich sehr begeistert. Deshalb war ich sehr gespannt, wie sich das Schicksal der Figuren aus diesen beiden Geschichten weiterentwickelt.

Arnaut de Montalban ist ein Ritter und Edelmann. Er ist der Geliebte von Ermengarda, der Vizegräfin von Narbona. Doch ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern. Ermengarda ist zwar eine Scheinehe eingegangen, aber dennoch eine freie und selbstbewusste Herrscherin. Als sie durch eine Fehlgeburt ihr Kind verliert, fühlt Arnaut sich schuldig. Er glaubt, Gott verurteile die Liebe zwischen ihm und Ermengarda. Um seine Schuld zu tilgen, schließt er sich einem Kreuzzug ins Heilige Land an. Doch schon bald muss er erkennen, dass dieser „Heilige Krieg“ nichts mit Gott zu tun haben kann. Und er beginnt, am Glauben zu zweifeln.

Laut eigener Aussage hat Ulf Schiewe mit diesem Roman ein „Anti-Kriegsbuch“ geschrieben, „das nichts verklären soll“. Wer also romantische Beschreibungen von heroischen Kriegern sucht, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Die Schilderungen der Geschehnisse sind sehr realistisch und oft auch brutal. So brutal und grauenhaft, wie dieser sinnlose Krieg nun einmal war. Der Autor hat die historischen Ereignisse seiner Geschichte zugrunde gelegt und einige Figuren hinzuerfunden. Im Anhang gibt es ein Personenregister, das sehr genau erklärt, welche Charaktere real existiert haben. Die Darstellungen der Orte und Schlachten sind sehr detailliert und somit nichts für zartbesaitete Leser. Die Zeiten waren hart und genauso beschreibt Ulf Schiewe sie. Hier wird nichts beschönigt.

Dieser Roman wird mich noch lange beschäftigen. Ulf Schiewe regt mit seiner Geschichte zum Nachdenken an. Der zentrale Satz ist für mich „Religion ist Macht“. Die Parallelen zur Gegenwart sind nicht von der Hand zu weisen. Wann lernen die Menschen endlich, den Glauben der Anderen zu respektieren? Wie viele Kriege sollen noch im „Namen des Herrn“ geführt werden? Und wer ist überhaupt der „richtige“ Gott? Glauben nicht alle im Grunde an denselben Gott?

Fazit:
Ulf Schiewe ist erneut ein grandioses Meisterwerk gelungen. Fesselnd und spannend führt er den Leser durch die Zeit des Zweiten Kreuzzugs im Jahre 1147 bis 1149, wobei er die Ereignisse sehr realistisch schildert und die Motive dieses „Heiligen Krieges“ kritisch hinterfragt.

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Tags: glaube, kirche, kreuzzug, krieg, outremer, südfrankreich   (6)

  

 

Das Pestzeichen
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70 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

pest, schatzsuche, saarland, schatz, dreißigjähriger krieg

Das Pestzeichen

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.09.2012
ISBN 9783442476398
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als Fan der Autorin ist jedes ihrer Werke für mich ein Muss. Nach Ausflügen ins Thüringische spielt ihr neuestes Werk nun wieder in ihrer Heimat, dem Saarland. Außergewöhnlich gut gefällt mir hier das Cover, das mal kein liebliches Frauengesicht zeigt, wie sonst bei historischen Romanen üblich. Zu sehen ist lediglich eine Frauenhand vor einem Stück Holz, auf das das Pestzeichen aufgemalt ist.

Die Geschichte spielt in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, also Mitte des 17. Jahrhunderts. Deutschland ist geprägt von Armut und nahezu ausgestorbenen Landstrichen. Hunger und Pest sind die Plagen, mit denen die Menschen zu kämpfen haben. Entsprechend viel Neid und Aberglaube herrscht in der Bevölkerung. In diesem düsteren Szenario durchlebt die Heldin Susanna ein Wechselbad der Gefühle. Zurückgekehrt von ihrer Tante, der sie eine Ziege brachte, findet sie den elterlichen Hof verwüstet und ihre Familie ermordet vor. Lediglich der Vater hat schwer verletzt überlebt und vertraut ihr in seinen letzten Minuten ein Geheimnis an. Es gibt ein Heft mit magischen Formeln, das zu einem Schatz führt. Doch dieses Büchlein ist der Grund für den Überfall auf das Bauernhaus. Und die Schurken, die es in ihren Besitz bringen wollten, geben noch lange nicht auf. Susanna bleibt nur die Flucht, auf der sie dem jungen Schweizer Urs begegnet. Gemeinsam begeben sie sich auf die gefährliche Suche.

Der Autorin ist es wieder einmal hervorragend gelungen, die düstere Stimmung der damaligen Zeit zu schildern. Insbesondere der Aberglaube der Menschen und die panische Angst vor der Pest prägen diese Geschichte. Susanna ist ein selbstbewusstes Mädchen, das trotz zahlreicher Rückschläge ihr Ziel im Auge behält. In einigen Szenen erschien sie mir dagegen etwas naiv, was für eine junge Frau ihres Alters jedoch völlig natürlich ist. Ihr Weggefährte Urs möchte eigentlich Heiler werden, wird aber vom Vater genötigt, sich als Soldat einzuschreiben. Er fügt sich zunächst in sein Schicksal, entwickelt sich im Laufe der Geschichte aber weiter und wird mutiger. Auch die Beweggründe für Jeremias’ Handeln schildert die Autorin nachvollziehbar.

Am Anfang des Buches bietet ein ausführliches Personenregister dem Leser die Gelegenheit, sich zu orientieren. In einem Nachwort berichtet die Autorin über ihre Recherchearbeit und erklärt ihren Lesern, welche Figuren und Orte real sind und was ihrer Fantasie entsprungen ist.

Fazit:
Der Autorin ist es gelungen, eine spannende und mitreißende Geschichte über ein Mädchen in einer dunklen Zeit, die von Aberglaube und Neid geprägt war, zu schreiben.
© Simone Kühlewind

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Tags: aberglaube, pest, saarland, schatzsuche   (4)

  

 

Bernsteinerbe
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22 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

königsberg, medizin, wundärztin, rehn, bernstein

Bernsteinerbe

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 703 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.06.2012
ISBN 9783426507322
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mich schon die ersten beiden Teile der Trilogie um die Wundärztin Magdalena begeistert haben, wollte ich auch „Das Bernsteinerbe“ lesen. Auch mit diesem Werk konnte Heidi Rehn mich wieder voll in ihren Bann ziehen.
Magdalena und ihre Tochter Carlotta leben mittlerweile seit vier Jahren in Königsberg. Das Mädchen ist zu einer jungen Frau geworden, die auf den Spuren der Mutter als Wundärztin wandelt. Magdalena selbst dagegen hat sich dem Kontor ihrer Vorfahren angenommen. Seit dem Tod ihres geliebten Mannes Eric mag sie nicht mehr als Wundärztin tätig sein. Als im Jahre 1662 die kurfürstliche Armee in die Stadt am Pregel einzieht, verändert sich die Situation der beiden selbstbewussten Frauen schlagartig. Sie werden verdächtigt, mit den Belagerern zu kooperieren und mit ihren Heilkünsten nur Schaden anzurichten. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, verlassen sie Königsberg.
In diesem dritten – und leider letzten – Teil der Reihe übernimmt die 17jährige Carlotta die Rolle der Hauptfigur, Magdalena tritt etwas in den Hintergrund. Von dem klugen und selbstbewussten Mädchen war ich sofort begeistert. Ihre Liebe zu dem jungen Arzt Christoph Kepler wird immer wieder überschattet von Eifersucht und der Tatsache, dass sowohl Christophs Vater als auch Carlottas Mutter von dieser Verbindung nur wenig begeistert sind. Als Mathias, der mittlerweile beim kurfürstlichen Heer ist, plötzlich wieder auftaucht, ist Carlotta hin- und hergerissen. Besonders ihr Schicksal hat mich sehr bewegt. Aber auch Magdalena kommt in eine unangenehme Situation, als sie sich entgegen ihrer Vorsätze eines kranken Patienten annimmt. Einige liebgewonnene Figuren aus den beiden Vorgängerbänden tauchten zu meiner Freude auch wieder auf.
Man merkt der Autorin ihre Liebe zu Königsberg an. Mit ihren bildhaften Schilderungen der Stadt und der Landschaft hat sie in mir den Wunsch geweckt, mir diese Gegend auch einmal anzuschauen. Ihre Figuren zeichnet sie mehrdimensional, sodass ich immer wieder von deren Handeln und deren Reaktionen überrascht wurde. Auch die Romantik und die Gefühle kamen nicht zu kurz. Das Ende dieser Trilogie hat mich das Buch mit einem zufriedenen Seufzer zuklappen lassen.
Obwohl dies bereits der dritte Teil der Trilogie ist, kann man den Roman auch lesen und der Handlung folgen, ohne die beiden Vorgänger zu kennen. Heidi Rehn erklärt in kurzen Rückblenden, die geschickt in die Geschichte eingeflochten sind, was bisher geschah. Allerdings rate ich jedem, sich nicht um den Genuss der beiden ersten Bücher der Trilogie zu bringen.
In einem Nachwort schildert Heidi Rehn, welche Ereignisse und Figuren real existiert haben und welche ihrer Fantasie entsprungen sind. Man merkt dem Roman eine gründliche Recherchearbeit an. Eine Karte der Gegend am Anfang des Buches und ein Glossar runden diesen großartigen historischen Roman ab. Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Werke aus der Feder der Autorin.

Fazit:
Auch dieser letzte Teil der Trilogie um die Wundärztin Magdalena konnte mich wieder bestens unterhalten und voll und ganz überzeugen.

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Tags: bernstein, königsberg, medizin, wundärztin   (4)

  

 

Die Bucht des grünen Mondes
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149 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

brasilien, kautschuk, liebe, amazonas, indianer

Die Bucht des grünen Mondes

Isabel Beto
Flexibler Einband: 541 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 22.11.2011
ISBN 9783499257018
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die junge Amely wächst wohlbehütet bei ihrem Vater, einem Fabrikanten von Fahrrädern, im Berlin des späten 19. Jahrhunderts auf. Sie steht kurz vor ihrer Verlobung mit Julian, einem Angestellten ihres Vaters, als sie erfährt, dass ihr Vater sie mit einem wesentlich älteren Verwandten verheiraten will, der zudem noch in Brasilien lebt. Kilian Wittstock ist einer der Kautschukbarone, die durch die Ausbeutung der brasilianischen Bevölkerung zu unermesslichem Reichtum gekommen sind. Amely erwartet nicht nur ein fremdes Land voller Exotik und ein Leben im Luxus. Ihr Ehemann erweist sich als brutaler Patriarch, der ihr das Leben zur Hölle macht. Durch einen Zufall lernt sie den Indio Aymáho kennen, der ihr ihre neue Heimat auf ganz andere Art und Weise zeigt. Doch ihre Liebe wird überschattet von der Gefahr, die durch die Gier der Kautschukbarone droht.

Auf dieses wunderbare Buch bin ich durch die außergewöhnliche Gestaltung aufmerksam geworden. Das Cover zeigt eine Bucht mit türkisfarbenem Wasser, umrandet von grünen Pflanzen. Über dem Nachnamen der Autorin ist ein Tukan abgebildet. Der Buchschnitt ist mit grünen Verzierungen geschmückt.

Der außergewöhnliche Handlungsort Brasilien und die Zeit der Kautschukbarone haben mich zudem gereizt, dieses Buch zu lesen. In der Biografie Isabel Betos steht, dass sie die Farben Südamerikas schon immer fasziniert haben. Diese Begeisterung hat sie in der Geschichte exzellent zum Ausdruck gebracht. Ich fühlte mich, als sei ich mit Amely im Dschungel und habe durch ihre Augen die fremde und exotische Welt kennenlernen dürfen. Aber auch die Welt der Kautschukproduzenten mit ihrem Prunk und Protz, der im Bau der Oper von Manaus ihren Höhepunkt fand, hat die Autorin sehr gut beschrieben. Mir war diese Oper bisher nur aus dem Film „Fitzcarraldo“ mit Klaus Kinski bekannt. Es war sehr interessant, etwas mehr über den Bau dieses Monuments zu erfahren.

Das Leben der Indianer ist dem der Yanomami nachempfunden, wie die Autorin in einem Nachwort erklärt. Selbst die Sprache der Indianer hat sie recherchiert. Die Passagen, die im Urwald spielen, haben mich absolut fasziniert. Sie haben mir einen Einblick in eine vollkommen fremde Welt ermöglicht. Ein Glossar wäre allerdings sehr hilfreich gewesen, um die fremden Begriffe nachschlagen zu können. Da die Autorin aber alles im Text erklärt hat, bin ich auch ohne zurechtgekommen.

Sehr eindrucksvoll wird auch die Entwicklung der Figuren beschrieben, allen voran natürlich die Amelys. Aus dem verschüchterten Berliner Mädchen wird nach und nach eine erwachsene und selbstbewusste Frau, die ihren Weg mit allen Mitteln gehen will. Aber auch die Wandlung Kilians vom zunächst netten Ehemann zum Scheusal oder die Aymáhos vom skeptischen Indio zum Vertrauten und Geliebten Amelys ist der Autorin wunderbar gelungen. Ich habe mit den Figuren gelebt, gelitten und geliebt.

Dieser Roman ist das Debüt der Autorin. Aber bereits im Dezember wird es ein neues Buch aus ihrer Feder geben, das ich auf jeden Fall auch lesen werde.

Fazit:
Ein großartiges Debüt Isabel Betos, das mich mit Spannung und Romantik in eine komplett fremde und exotische Welt entführt hat. Ich hoffe, es werden noch sehr viele Bücher dieser Autorin erscheinen.

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Tags: amazonas, brasilien, dschungel, indianer, kautschuk   (5)

  

 

Gold und Stein
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27 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

preußen, mittelalter, liebe, deutschordensritter, bier

Gold und Stein

Heidi Rehn
Fester Einband: 712 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 16.03.2012
ISBN 9783426652619
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach den beiden Büchern um die Wundärztin Magdalena hat Heidi Rehn nun einen Roman verfasst, der den Leser in das Preußen des 15. Jahrhunderts entführt. Die Geschichte beginnt in Wehlau, wo die siebzehnjährige Agnes mit ihrer Mutter Gunda und ihrer Großmutter Lore lebt. Sie betreiben als Bierbrauerinnen ein eigenes Wirtshaus. Dort taucht eines Tages der junge Baumeister Laurenz auf, in den sich Agnes Hals über Kopf verliebt. Er kennt Details aus Agnes’ Familiengeschichte, die Gunda allerdings geheim halten möchte. Aus diesem Grund ist sie gegen die Liebe der beiden jungen Leute und will Agnes mit einem älteren Kaufmann verheiraten. Agnes und Laurenz fliehen nach Königsberg. Dort ist Agnes dem Geheimnis ihrer Familie näher, als sie dachte. Die Begegnung mit dem gleichaltrigen Caspar verwirrt sie zutiefst. Wie kann sie sich zu ihm hingezogen fühlen, wo sie doch Laurenz liebt?

Mit ihrer bildhaften Sprache und der spannenden Geschichte hat mich die Autorin von der ersten Seite an gefesselt. Agnes’ Schicksal hat mich sehr bewegt. Zu Anfang ist sie noch ein recht naives junges Mädchen, entwickelt sich aber im Laufe des Buches zu einer selbstbewussten jungen Dame. Auch die anderen Figuren konnten mich durch ihre Mehrdimensionalität überzeugen. Niemand ist nur böse oder nur gut. Jede Figur hat ihre Geschichte, die sie zu dem gemacht hat, was sie ist. Heidi Rehn ist es auf großartige Art und Weise gelungen, in mir die unterschiedlichsten Emotionen auszulösen. Ich habe förmlich mit den Figuren gelebt, geliebt und gelitten.

Neben der spannenden Handlung erfährt der Leser auch sehr viel über das Handwerk des Bierbrauers und über die Deutschordensritter. Ein ausführliches Nachwort der Autorin erklärt noch weitere Einzelheiten. Ein Glossar, ein Personenverzeichnis und eine Karte der Region runden das hervorragend ausgestattete Buch ab.

Wie ich mittlerweile erfahren habe, schreibt die Autorin bereits an einer Fortsetzung der Geschichte. Darauf freue ich mich schon sehr. Doch zunächst erscheint im Juni 2012 der dritte Teil der Magdalena-Reihe, dem ich bereits sehnsüchtig entgegenfiebere.

Fazit:
Heidi Rehn hat mit diesem Roman wieder bewiesen, dass sie Geschichte spannend und unterhaltsam erzählen kann. Von mir gibt es für dieses gut recherchierte Werk die volle Punktzahl.

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Tags: bier, bierbrauer, deutschordensritter, königsberg, preußen   (5)

  

 

Das Gold der Lagune
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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hamburg, venedig, goldspinnerin, krakau, lübeck

Das Gold der Lagune

Gerit Bertram
Fester Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 23.02.2012
ISBN 9783764503727
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir bereits „Die Goldspinnerin“, der erste Teil dieser kleinen Serie, ausgezeichnet gefallen hatte, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung lesen. Auch mit dieser Geschichte konnten mich die Autoren wieder vollauf begeistern.

Cristin lebt mittlerweile mit Baldo und ihrer Tochter Elisabeth in Hamburg und hat sich eine kleine Goldspinnerei aufgebaut. Als sich ihr die Chance bietet, einer Empfehlung der polnischen Königin Jadwiga folgend, nach Venedig zu reisen und dort wichtige Kontakte zu knüpfen, bricht sie mit Baldo ins ferne Italien auf. Die Reise über die Alpen im Jahr 1399 erweist sich als sehr abenteuerlich und gefährlich. Zudem bleibt Elisabeth in der Obhut Minnas in Hamburg zurück. Schon bald schweben die beiden in größter Gefahr. Jemand aus ihrer Lübecker Zeit will Rache an Cristin nehmen und ihr alles nehmen.

Erneut haben Iris Klockmann und Peter Hoeft, die das Autorenpaar Gerit Bertram bilden, mich schon nach wenigen Seiten in ihren Bann ziehen können. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Der Leser begleitet Cristin und Baldo auf ihrer abenteuerlichen Reise, kann mitverfolgen, wie es Elisabeth und Minna in Hamburg ergeht, das Schicksal der Figur, die Rache nehmen will, wird geschildert und auch Cristins Bruder Piet und seine Frau Marianka spielen wieder eine Rolle. Alle vier Handlungsstränge werden so spannend erzählt, dass es mir schon bald sehr schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen.

Besonders die Schilderungen der Reise haben mir gefallen. Einige der Städte, die Cristin und Baldo besuchen, kenne ich bereits von eigenen Reisen. In Venedig war ich leider noch nicht, konnte mir die Lagunenstadt anhand der detaillierten und farbenfrohen Schilderung allerdings sehr gut vorstellen. Man merkt, dass die Autoren intensive Recherchen betrieben haben.

Obwohl dies bereits der zweite – und hoffentlich nicht letzte – Teil der Reihe um Cristin ist, benötigt man keine Kenntnisse des vorherigen Bandes, um der Handlung folgen zu können. Durch geschickte Rückblenden erfährt der Leser, was im ersten Teil geschehen ist. Ich empfehle trotzdem auch die Lektüre der „Goldspinnerin“, da einem ansonsten ein weiterer wunderbarer Roman des Autorenpaares entginge.

Die Ausstattung des Buches ist sehr hochwertig. Es handelt sich um eine Klappbroschur. Vorne ist eine Karte Hamburgs zu finden, hinten eine, die Cristins Weg bis Italien aufzeigt. Ein Personenverzeichnis und ein Glossar bieten die notwendigen Informationen. In einem Nachwort erklären die Autoren interessante historische Hintergründe.

Fazit:
Eine spannende Geschichte, gepaart mit einem Schuss Romantik und Humor, machen diesen Roman zu einem echten Lesevergnügen. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung.

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Tags: goldspinnerin, hamburg, krakau, lübeck, venedig   (5)

  

 

Der Fluch des Mechanicus
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21 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 12 Rezensionen

frankfurt, gold, mord, juden, greger

Der Fluch des Mechanicus

Alf Leue
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Societäts-Medien, 01.08.2011
ISBN 9783942921183
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Ich hatte das Glück, diesen wunderbaren historischen Roman im Rahmen einer Leserunde zu entdecken. Ansonsten wäre ich wohl niemals auf dieses Werk aufmerksam geworden, da es in einem kleinen Verlag erschienen ist. Das Cover zeigt einen Mann, der ein Schriftstück in Händen hält. Dies stellt einen Bezug zum Roman her, in dem es unter anderem um ein geheimnisvolles Dokument geht. Die Geschichte spielt in Frankfurt und Umgebung Anfang des sechszehnten Jahrhunderts.

Der Protagonist Wolf Besigheim weilt in Frankfurt, weil er im Auftrag des Mainzer Erzbischofs Uriel von Gemmingen den Aufruhr gegen die dort ansässigen Juden beobachten und vereiteln soll. Bei seinem Aufenthalt wird er auf die Kaufmannsfamilie Cramer aufmerksam, die in große Not geraten ist und droht, ihren gesamten Besitz an den reichen Kaufmann Stoltzer zu verlieren. Als letzten Strohhalm klammert sich Jokoff Cramer an ein griechisches Dokument, das der jüdische Metallhändler und Tüftler Abraham Siebenthal einem fahrenden Händler abgekauft hat. Dieses Schriftstück beschreibt die Herstellung einer Maschine, mit der man aus minderwertigen Metallen Gold herstellen können soll. Aber auf dem Dokument lastet ein Fluch: Jeder, der es besitzt, befindet sich in größter Gefahr.

In einem zweiten Handlungsstrang wird das Leben Wolf Besigheims erzählt. Er wird Nacht für Nacht von Albträumen geplagt. Seine wahre Herkunft kennt er nicht. Erst spät wird ihm bewusst, wo seine Wurzeln liegen. Der Autor verwebt diese beiden Handlungsstränge sehr geschickt miteinander und hält den Spannungsbogen bis zum Ende. Neben der dramatischen Geschichte hat mich dieser Roman vor allem durch seine äußerst bildgewaltige Sprache überzeugen können. Sowohl die Figuren als auch die Städte und Landschaften entstanden sofort vor meinem inneren Auge. Eine präzise Recherche der historischen Hintergründe, die in einem Nachwort nochmals erläutert wird, hat diesen Roman für mich zu einem echten Highlight gemacht.

Das Ende lässt Hoffnung auf einen zweiten Teil aufkommen. Ich denke, die Geschichte Wolf Besigheims ließe sich sehr gut weitererzählen. Ich würde sie auf jeden Fall lesen, genau wie jeden anderen Roman aus der Feder dieses Autors, der in meinen Augen sehr viel mehr Beachtung verdient.

Fazit:
Spannung, historisch gut recherchierte Hintergründe, bildhafte Sprache und eine Prise Romantik und Humor sind die Zutaten dieses wundervollen Romans. Ich möchte bitte mehr von diesem Autor lesen!

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Tags: frankfurt, gold, hessen, juden   (4)

  

 

Die Ketzerin von Carcassonne
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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

katharer, frankreich, glaube, kreuzzug, religion

Die Ketzerin von Carcassonne

Tereza Vanek
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.07.2012
ISBN 9783442477951
Genre: Historische Romane

Rezension:

Tereza Vaneks Bücher zeichnen sich durch eine hervorragende Recherche, außergewöhnliche Themen und glaubhafte Charaktere aus. Deshalb habe ich bis jetzt jedes ihrer Werke mit großer Begeisterung gelesen. Auch mit „Die Ketzerin von Carcassonne“ konnte sie mich wieder überzeugen.

Thema dieses Romans sind die Katharer zu Anfang des 13. Jahrhunderts. Im Languedoc können sie lange Zeit in Frieden leben und ihrem Glauben nachgehen. Doch der katholischen Kirche sind diese Andersgläubigen ein Dorn im Auge. Der Konflikt gipfelt in einem Kreuzzug gegen die Katharer und allen, die mit ihnen sympathisieren.

Am Beispiel der Schwestern Adelind und Hildegard führt die Autorin den Leser in dieses dunkle Kapitel der katholischen Kirche. Die beiden wachsen in einem Kloster auf, bis Hildegard von einem Pfarrer sexuell missbraucht und schwanger wird. Sie wird des Klosters verwiesen. Adelind steht ihr bei. Bei einer Gauklertruppe werden die Schwestern aufgenommen und gelangen mit ihnen in den Süden Frankreichs. Hier finden sie ein neues Zuhause bei einer Glaubensgemeinschaft, die ihnen bislang nicht bekannt war – den Katharern.

Ich konnte mich besonders mit der eher wankelmütigen Adelind identifizieren. Obwohl sie gläubig ist, sehnt sie sich nach einem Partner und der Liebe. Hildegards einziger Wunsch dagegen ist es, ein keusches und gottesfürchtiges Leben zu führen. Mit ihrem Hintergrund ist das für mich durchaus nachvollziehbar. Dennoch schlug mein Herz für die kluge Adelind, die leider immer wieder durch ihre Schwester in ihrer Entwicklung gehemmt wurde.

Die Beschreibungen der Landschaft Südfrankreichs und des Lebens der Gaukler sind so bildhaft, dass ich mich an der Seite der Schwestern wähnte. Das Handeln der Kreuzritter und dessen Folgen sind natürlich recht grausam. Die Autorin geht allerdings nicht zu sehr ins Detail, sodass auch zartbesaitete Leser diese Szenen lesen können.

Durch die Flucht aus dem Kloster, das Herumreisen und später die Verfolgung durch die Kreuzritter hält sich die Spannung konstant durch die ganze Geschichte. Adelinds Konflikt zwischen ihrem Glauben und ihrer Liebe sorgt für weitere aufregende Momente. Zudem hat die Schilderung des Lebens der Katharer mich fesseln können. Obwohl mir als Liebhaberin historischer Romane diese Glaubensgemeinschaft nicht unbekannt war, habe ich noch Neues erfahren können.

Eine Zeittafel und ein ausführliches Nachwort der Autorin ergänzen dieses Werk und geben noch ein paar Hintergrundinformationen über das, was damals wirklich passiert ist.

Fazit:
Das einzige Manko, was dieses Buch hat, ist, dass ich nun wieder auf ein neues Werk Tereza Vaneks warten muss. Aber Vorfreude ist bekanntlich die größte Freude. Dieses, wie jedes andere ihrer Bücher, kann ich jedem Freund von historischen Romanen nur empfehlen.

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Tags: glauben, inquisition, katharer, kirche, kreuzzug, languedoc, südfrankreich   (7)

  

 

Das Geheimnis der Jaderinge
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(12)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

china, shanghai, taiping, historischer roman, historisch

Das Geheimnis der Jaderinge

Tereza Vanek
Fester Einband: 648 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 28.12.2011
ISBN 9783937357539
Genre: Historische Romane

Rezension:

Seit Erscheinen ihres ersten Romans „Schwarze Seide“ liebe ich die Bücher der Autorin Tereza Vanek, die sich dadurch auszeichnen, sich mit außergewöhnlichen Themen zu beschäftigen und so aus dem Einheitsbrei der historischen Romane herauszustechen. Auch ihr neustes Werk „Das Geheimnis der Jaderinge“ konnte mich wieder völlig überzeugen und fesseln.

Viktoria Virchow wächst am Ende des 19. Jahrhunderts behütet als Tochter eines Reeders in Hamburg auf. Kurz nach ihrem 21. Geburtstag geschieht das Unfassbare: Der geliebte Vater hat die Reederei in den Bankrott getrieben und nimmt sich das Leben. Zurück bleiben Viktoria und ihre Mutter, die nur wenig Verständnis für die Träume und Sehnsüchte der jungen Frau aufbringen kann. Nach einem Streit mit der Mutter wagt Viktoria einen Umzug nach Shanghai, wo sie als Gesellschafterin der reichen englischen Familie Huntingdon eine Stellung findet. Mit der alten Dame Margaret freundet sie sich schnell an. Doch deren Sohn ist sie ein Dorn im Auge, weil sie herausfinden will, was mit seinem Bruder Andrew einst geschah. Es verschlägt sie schließlich als Gouvernante an den Hof eines Mandarins nach Peking. Auch hier kann sie sich nicht unterordnen und muss wieder gehen. Nach einem Überfall trifft sie auf die Chinesin Yazi, deren Geschichte sie wieder zurück nach Shanghai und zu den Huntingdons führt.

Der Roman ist in drei Bücher aufgeteilt. Das erste Buch erzählt Viktorias Leben in Hamburg und ihre erste Zeit in China, in der internationalen Siedlung Shanghais und in Peking. Das zweite Buch beschäftigt sich mit dem Leben Yazis und das dritte schließlich mit der Suche Viktorias und Jinzis, Yazis Sohn, nach der Wahrheit. Alle drei Teile konnten mich begeistern, am meisten hat mich jedoch Yazis Geschichte gefesselt, die vom Aufstand der Taiping in China Mitte des 19. Jahrhunderts berichtet. Von diesem Aufstand hatte ich bisher nichts gewusst. Um so interessanter und spannender fand ich es, in diesen Teil der chinesischen Geschichte einzutauchen.

Sehr beeindruckend fand ich auch die Entwicklung, die das einst verwöhnte und naive Mädchen Viktoria zu einer selbstbewussten und selbstständigen jungen Frau machte. Ihr anfängliches Misstrauen allem Fremden gegenüber muss sie schon bald überwinden. Sie nimmt sich eines Straßenjungen an und zeigt so Verantwortung für andere Menschen.

Neben den historischen Hintergründen, die meines Erachtens sehr genau recherchiert waren, und vielen spannenden Elementen lässt die Autorin auch die romantischen Momente nicht zu kurz kommen. Dies war für mich eine perfekte Mischung, die es mir äußerst schwer machte, das Buch aus der Hand zu legen.

Die gehobene Ausstattung des Buches möchte ich nicht unerwähnt lassen. Der Schutzumschlag zeigt eine vornehme junge Frau vor einem Schiff und einem chinesischen Gebäude. Im Anhang findet sich ein Nachwort der Autorin sowie eine Tabelle mit den wichtigsten historischen Ereignissen. Eine Lesebändchen hat das Lesevergnügen für mich perfekt gemacht. Und das alles zum Preis von € 16,95. Den Bookspot Verlag, der mir bisher nicht bekannt war, werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

[B]Fazit:[/B]

Erneut konnte mich Tereza Vanek mit einem außergewöhnlichen Thema fesseln. Gute Recherche, eine spannende Handlung und eine mitreißend erzählte Geschichte lassen mich dieses Werk uneingeschränkt empfehlen.

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Tags: auswandern, beijing, china, hamburg, peking, shanghai, taiping   (7)

  

 

Der Schwur der Sünderin
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(10)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

wolf, joß fritz, bauernkrieg, liebe, wölfe

Der Schwur der Sünderin

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 479 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 16.09.2011
ISBN 9783442472499
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir der erste Teil dieser Reihe, „Die Gabe der Jungfrau“, sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie es mit Anna Maria und ihren Lieben weitergeht. Auch die Fortsetzung der Geschichte konnte mich wieder voll und ganz überzeugen.

Die Handlung schließt nahtlos an das Ende des vorherigen Bandes an. Anna Maria kehrt mit ihren Gefährten zurück auf den heimatlichen Hof in Mehlbach. An ihrer Seite befindet sich auch ihr Geliebter Veit. Die Dorfbewohner nehmen ihn zunächst in ihre Gemeinschaft auf, bis die Kinder des armen Bauern Nehmenich, der Anna Marias Familie hasst, ihn im Wald mit einem Rudel Wölfe sehen und verbreiten, er sei ein Werwolf. Als Veit verhaftet wird, versucht Anna Maria alles, um ihren Geliebten vor dem sicheren Tod zu bewahren.

Auch in diesem zweiten Band, der übrigens gleichzeitig der letzte dieser kleinen Reihe sein wird, wurden wieder viele Themen vertieft. Veits Liebe zu den Wölfen hat mir einen Einblick in das Leben eines Wolfsbanners gewährt. Aber auch die Bundschuhaufstände mit ihrem Anführer Joß Fritz wurden beschrieben. Das Leben der Bauern im 16. Jahrhundert war geprägt von Armut und Aberglauben. Freie Bauern, wie Anna Marias Familie, waren dem Neid und der Missgunst der armen, unfreien Bauern ausgesetzt. Dies alles hat die Autorin so plastisch geschildert, dass ich mich kaum von dem Buch trennen mochte und richtig traurig war, dass ich mich nach diesem Band von den lieb gewonnenen Figuren verabschieden musste. Das Ende hat mir ausgesprochen gut gefallen und mich das Buch mit einem zufriedenen Lächeln zuklappen lassen.

Da die Autorin durch geschickt eingeflochtene Rückblenden erzählt, was im ersten Teil vorgefallen ist, könnte man diesen zweiten Teil auch lesen und verstehen, ohne den ersten zu kennen. Ich empfehle aber trotzdem, sich auch den spannenden Roman „Die Gabe der Jungfrau“ nicht entgehen zu lassen.

Eine Karte und ein Personenregister am Anfang sowie ein Nachwort der Autorin, in dem sie erklärt, was sich tatsächlich zugetragen hat und was ihrer Fantasie entsprang, rundeten das Leseerlebnis ab. Mit „Der Schwur der Sünderin“ konnte Deana Zinßmeister mich erneut voll und gang überzeugen.

Fazit:
Ein gut recherchierter historischer Roman, der mich mit seiner bildhaften Sprache und einer spannenden Geschichte fesseln konnte.

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Tags: bauernaufstand, saarland, thüringen, wolf, wolfsbanner, wölfe   (6)

  

 

Die Rückkehr der Templer
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(24)

46 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 18 Rezensionen

zeitreise, jerusalem, templer, timeserver, gegenwart

Die Rückkehr der Templer

Martina André
Flexibler Einband: 764 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 12.10.2011
ISBN 9783352008139
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Nachdem mir bereits „Das Rätsel der Templer“ sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung „Die Rückkehr der Templer“ aus der Feder einer meiner Lieblingsautorinnen lesen. Auch dieser Zeitreiseroman hat mich wieder voll in seinen Bann ziehen können.

Gero, der Templer aus dem Jahre 1307, lebt mit seiner Frau Hannah mittlerweile im Jahr 2005. Er und seine Brüder sind Teil eines Forschungsprojekts der Amerikaner in der Eifel. Wie Versuchskaninchen werden sie gefangen gehalten. Als die Wissenschaftler um General Lafour herausfinden, dass zwei Frauen aus der Zukunft im 12 Jahrhundert in Jerusalem sind, um Einfluss auf die Entwicklung des Weltgeschehens zu nehmen, schicken sie Gero und seine Brüder ebenfalls in diese Zeit, um die beiden Frauen zu retten. Doch bei der Übermittlung geschieht ein Unfall, der eine Rückkehr ins Jahr 2005 gefährdet. Ein spannendes Abenteuer über mehrere Zeitebenen beginnt.

Mit Lyn und Rona aus dem Jahr 2151 hat die Autorin zwei neue Figuren in ihre Geschichte eingeflochten. Die Schilderung der Lebensumstände in der Zukunft waren für mich erschreckend, aber dennoch nachvollziehbar. Ganz besonders fasziniert haben mich die Beschreibungen Jerusalems im 12. Jahrhundert. Martina André hat das Talent, die Figuren und Städte so bildhaft zu beschreiben, dass ich meinte, selbst durch die Straßen zu wandeln.

Neben vielen spannenden Entwicklungen kommt auch der Humor in diesem Roman wieder nicht zu kurz. Die Tatsache, dass Lyn und Rona in einer vollkommen fremden Welt landen, hat zu einigen amüsanten Szenen geführt. Aber auch romantische Momente sind vorhanden, sodass ich mich mit diesem Roman wieder rundum gut unterhalten gefühlt habe.

Die Ausstattung dieses umfangreichen Taschenbuches lässt keine Wünsche offen. Am Ende befindet sich neben einer Karte der Region ein umfangreiches Personenverzeichnis sowie ein kleines Glossar. Eine kleine Templerkunde aus der Feder des Autors Tobias Daniel Wabbel rundet dieses großartige Werk ab.

Fazit:

„Die Rückkehr der Templer“ ist ein weiterer Roman aus der Feder von Martina André der mich restlos begeistern konnte. Er hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, war lehrreich und sehr unterhaltsam – mit einem Wort: perfekt!

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Tags: kreuzritter, templer, zeitreise   (3)

  

 

Die Alchemie der Nacht
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(26)

50 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 21 Rezensionen

homöopathie, jena, medizin, alchemie, historischer roman

Die Alchemie der Nacht

Heike Koschyk
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 12.10.2011
ISBN 9783352008115
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir bereits der historische Roman „Pergamentum“ von Heike Koschyk sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich auch ihr neues Werk, das sich wiederum mit der Medizin beschäftigt, lesen. „Die Alchemie der Nacht“ konnte mich wieder restlos begeistern.

Die Geschichte hat drei Protagonisten, die sich erst im Laufe der Handlung treffen. Handlungsort ist Jena zum Ende des 18. Jahrhunderts. Hier studiert Christoph Wilhelm Hufeland Medizin. Als er ein Duell beobachtet, bei dem ein Student zu Tode kommt, beginnt er, Nachforschungen anzustellen und wird selbst zur Zielscheibe einer geheimen Verbindung. Die Schwester des toten Studenten, Helene Steinhäuser, lebt zunächst in Königsberg. Dort will sie ihr Vater gegen ihren Willen mit dem wesentlich älteren Medizinalrat verheiraten. Um dem zu entgehen, macht sie sich auf den Weg nach Jena zu ihrem Bruder. Der dritte Protagonist ist Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie. Die Autorin zeichnet einen Teil seines Wirkens auf, der mir vermittelt hat, wie schwer es war, sich mit neuen Ideen in der Medizin durchzusetzen.

Geschickt verwebt Heike Koschyk in ihrer Geschichte Fiktion und Wahrheit. Sowohl Christoph Wilhelm Hufeland als auch Samuel Hahnemann haben tatsächlich gelebt. Am Ende des Buches erläutert sie genau, was sich damals wirklich zugetragen hat und was sie aus dramaturgischen Gründen dazuerfunden hat. Insbesondere die Geschehnisse um die geheime Vereinigung, die medizinische Versuche an jungen Mädchen vornahm, war sehr spannend erzählt. Aber auch die Entwicklung Hahnemanns und das Schicksal der jungen Helene konnten mich fesseln. Die Figuren waren mir sehr schnell vertraut. Ich habe ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte mit großem Interesse verfolgt.

Als Liebhaberin historischer Romane ist mir sofort aufgefallen, dass Heike Koschyk sehr gut recherchiert hat. Da sie früher selbst Heilpraktikerin war, kennt sie sich mit der Materie aus und konnte mir interessantes Hintergrundwissen vermitteln. Aber auch Details aus dem Studentenalltag und dem Wirken der Apotheker waren sehr informativ und lehrreich.

Die Ausstattung dieses schönen Buches möchte ich nicht unerwähnt lassen. Obwohl es ein gebundenes Buch ist, hat es ein flexibles Cover, was ich sehr angenehm fand. Das Titelbild zeigt einen dunkelroten Samtvorhang. Darunter steht ein Mensch, von dem nur der Arm mit einem Glaskolben in der Hand zu sehen ist. Auf den ersten beiden Seiten findet sich ein Karte Jenas aus dem Jahr 1758, mit deren Hilfe ich die Wege der Protagonisten nachvollziehen konnte. Am Ende des Buches gibt es ein Glossar sowie ein ausführliches Nachwort der Autorin.

Fazit:

Heike Koschyk hat erneut unter Beweis gestellt, dass es eine weise Entscheidung war, sich für den Beruf der Autorin zu entscheiden. Ihr Buch hat mich gefesselt, war lehrreich und hat mich hervorragend unterhalten.

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Tags: 18. jahrhundert, homöopathie, jena, medizin, studenten   (5)

  

 

Hexengold
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53 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 12 Rezensionen

frankfurt, bernstein, königsberg, wundärztin, 1650

Hexengold

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 741 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 25.05.2011
ISBN 9783426505441
Genre: Historische Romane

Rezension:

Zehn Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg hat es Magdalena, Eric und deren Tochter Carlotta nach Frankfurt am Main verschlagen. Eric hat das Erbe eines Onkels angetreten und gemeinsam mit seinem Vetter Vinzent dessen Kontor übernommen. Als Vinzent nach einem Überfall ums Leben kommt, ziehen dessen Frau Adelaide und deren Sohn Mathias zu der kleinen Familie. Die Base ist kein umgänglicher Mensch und macht Magdalena das Leben schwer. Zudem muss sie erfahren, dass ihr geliebter Eric ihr einige entscheidende Details über ihre Familie verschwiegen hat. Eric bricht zu einer Handelsreise auf und Magdalena reist ihm hinterher, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Da mir bereits der erste Teil dieser Reihe, „Die Wundärztin“, sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung lesen. Ebenso spannend und bildhaft erzählt die Autorin Magdalenas Geschichte weiter. Der Handlungsort ist zunächst Frankfurt am Main in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Später führt das Schicksal Magdalena und ihre Gefährten über Thüringen, Sachsen und Polen bis nach Königsberg. Die Städte und Landschafen sind so liebevoll beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, an Magdalenas Seite zu reisen.

Die Charaktere, allen voran die Base Adelaide, sind sehr gut dargestellt. Die Autorin legt großen Wert darauf, die Figuren mehrdimensional zu beschreiben – niemand ist nur böse oder nur gut. Dabei lässt sie den Leser auch über die Beweggründe für deren Handeln nicht im Unklaren. Frei nach dem Motto des Romans „Niemand ist der, den man seit langem zu kennen meint“ erwarten den Leser einige Überraschungen bezüglich der Charaktere.

Der Autorin gelingt es mühelos, die Spannung über die gesamten 752 Seiten zu halten. Es fiel mir ausgesprochen schwer, die Lektüre zwischendurch zu unterbrechen. Das Schicksal der einzelnen Figuren hat mich sehr bewegt. Wie ich mittlerweile erfahren durfte, wird es auch noch einen dritten Band um die Wundärztin Magdalena geben. Auf diesen bin ich bereits sehr gespannt.

In einem Nachwort erklärt die Autorin die Lebensumstände nach dem Dreißigjährigen Krieg. Dies und ein Glossar am Ende des Buches dienen dem Verständnis. Obwohl dieser Roman eine Fortsetzung ist, kann man ihn auch ohne vorherige Lektüre des ersten Teils lesen. In geschickten Rückblenden erklärt die Autorin die Vorkommnisse im ersten Band.

Fazit:
Mit „Hexengold“ ist Heidi Rehn eine äußerst spannende und bildhafte Fortsetzung von „Die Wundärztin“ gelungen.

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Tags: bernstein, erfurt, frankfurt, königsberg, leipzig, wundärztin   (6)

  

 

Die Hure des Kaisers
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(19)

32 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 12 Rezensionen

sklaven, rom, historisch, gladiatoren, liebe

Die Hure des Kaisers

Kate Quinn , Edigna Hackelsberger
Flexibler Einband: 527 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.06.2010
ISBN 9783548281704
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  

  

 

Das Amulett der Wölfin
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(35)

58 Bibliotheken, 0 Leser, 6 Gruppen, 25 Rezensionen

liebe, welfen, staufer, krieg, sachsen

Das Amulett der Wölfin

Marion Henneberg
Flexibler Einband: 590 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.04.2011
ISBN 9783548282619
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Rahmen einer autorenbegleiteten Leserunde hatte ich die Möglichkeit, dieses Werk zu lesen. Da ich historische Romane sehr mag, habe ich teilgenommen. Die Inhaltsangabe versprach eine spannende Geschichte, die im 12. Jahrhundert in Deutschland spielt. Meine Erwartungen wurden erfüllt.

Die junge Adolana von Wohldenberg lebt bei ihrem Onkel. Da dieser durch Spielsucht mittellos geworden ist, sieht er sich gezwungen, das Mädchen zu verheiraten. Als Adolana sich ihren zukünftigen Ehemann Waldemar heimlich anschauen will, wird sie Zeugin eines Gesprächs, in dem es um einen geplanten Mord geht. In ihrer Not vertraut sie sich einer Äbtissin an, die ihr zur Flucht verhilft. Begleitet wird sie von dem jungen Knappen Berengar, zu dem sie sich schon bald hingezogen fühlt. Adolana kommt als Hofdame Gertruds von Sachsen an den Hof von Halberstadt, wo deren Mutter Richenza sie schon bald als Spionin einsetzt. So wird sie in die Intrigen und Ränkespiele der Welfen und Staufer verstrickt. Sowohl Waldemar als auch Berengar begegnen ihr jedoch immer wieder und buhlen um ihre Gunst. Ihr Herz gehört aber nur einem der beiden.
Die Beschreibung der Figuren und Schauplätze waren sehr anschaulich. Insbesondere Adolana hat im Laufe der Geschichte eine interessante Entwicklung durchgemacht. Aber auch Nebenfiguren, wie Waldemar und Richenza, waren mehrdimensional dargestellt. Mein absoluter Lieblingscharakter war aber Thomas, ein Mönch, der Adolana mit Rat und Tat zur Seite stand. Seine ruhige und intelligente Art mochte ich sehr.

Marion Henneberg ist es gelungen, die geschichtlichen Fakten in die spannende Geschichte um die fiktive Figur Adolana einfließen zu lassen. Am Ende des Buches gibt es eine Auflistung der historischen Ereignisse. So konnte ich mir einen Überblick verschaffen, was sich damals zugetragen hat. Zu Beginn ist eine Stammtafel der Welfen und Staufer abgebildet. Die Vielzahl der Adligen und deren Sympathien für die beiden Herrscherhäuser waren jedoch teilweise etwas verwirrend für mich. Hier wäre ein Personenregister sehr hilfreich gewesen.

Fazit:
„Das Amulett der Wölfin“ verbindet historische Ereignisse mit einer spannenden Geschichte um eine selbstbewusste junge Frau.

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Tags: deutschland, sachsen, staufer, welfen   (4)

  

 

Die Comtessa
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(17)

32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

mittelalter, erbe, toulouse, narbonne, intrige

Die Comtessa

Ulf Schiewe
Fester Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 28.03.2011
ISBN 9783426198872
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem ich bereits vom Erstlingswerk des Autors, „Der Bastard von Tolosa“, restlos begeistert war, habe ich „Die Comtessa“ sehnsüchtig erwartet. Und auch mit diesem Buch konnte mich Ulf Schiewe wieder mühelos in seinen Bann ziehen.

Auch das neuste Werk spielt wieder in Südfrankreich. Die Geschichte handelt von der jungen Ermengarda, die als Waise bei ihrer Stiefmutter aufwächst. Als sie mit dem Grafen von Toulouse verheiratet werden soll, ergreift sie die Flucht. Sie will das Erbe ihres Vaters retten und selbst Herrscherin von Narbona werden. Bei ihren kühnen Plänen wird sie von den beiden jungen Männern Felipe und Arnaut unterstützt, die der schönen jungen Frau beide in Liebe verfallen sind.

Spannend und detailgetreu erzählt Ulf Schiewe die Flucht der jungen Leute. Man merkt, dass der Autor diese Gegend nicht nur selbst bereist hat, sondern auch sehr mag. Die Beschreibungen der Landschaften und Gebäude haben sofort mein Fernweh geweckt. Aber auch die Figuren sind facettenreich dargestellt, sodass ich sie mir gut vorstellen und mit ihnen fühlen konnte. Besonders habe ich mich gefreut, einigen Figuren aus „Der Bastard von Tolosa“ wiederzubegegnen. Obwohl „Die Comtessa“ nicht direkt eine Fortsetzung ist, spielt die Handlung zwei Generationen später in der selben Gegend. Das Buch kann jedoch problemlos ohne Kenntnis des ersten gelesen werden.

Die Ausstattung ist wieder besonders liebevoll und informativ gestaltet. Im Innenteil des Schutzumschlages findet sich ein Personenregister, sodass man jederzeit nachschauen kann, von wem gerade erzählt wird. Ich persönlich lege den Schutzumschlag allerdings während des Lesens in ein Regal, damit er nicht beschädigt wird. Des Weiteren enthält das Werk eine Karte der Umgebung, ein Glossar, ein Personenregister sowie ein aufschlussreiches Nachwort des Autors, in dem er die Hintergründe der Geschichte erklärt.

Mit viel Gefühl und Spannung hat Ulf Schiewe mich mit diesem Roman hervorragend unterhalten. Auch sprachlich war die Lektüre wieder ein Genuss. Der Autor hat viele okzitanische Ausdrücke einfließen lassen, was das Werk authentisch macht. Die Begriffe werden zumeist im nachfolgenden Satz, immer jedoch im Glossar am Ende des Buches erklärt.

Fazit:
„Die Comtessa“ hat mir viele spannende und vergnügliche Lesestunden beschert.

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Tags: ermengarda von narbona, narbonne, südfrankreich, toulouse   (4)

  

 

Im Labyrinth der Fugger
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60 Bibliotheken, 0 Leser, 8 Gruppen, 22 Rezensionen

augsburg, fugger, kloster, historischer roman, historisch

Im Labyrinth der Fugger

Rebecca Abe
Flexibler Einband: 469 Seiten
Erschienen bei Gmeiner, 04.03.2011
ISBN 9783839211441
Genre: Historische Romane

Rezension:

Da ich selbst schon in Augsburg war und die Familie Fugger mich interessiert, habe ich, als sich mir die Gelegenheit bot, an einer Leserunde mit Autorenbegleitung zu „Im Labyrinth der Fugger“ teilgenommen. Die Autorin hat die Leserunde mit viel Hintergrundwissen und interessanten Kommentaren bereichert.

Auf dem Cover ist ein Portrait der Anna Fugger abgebildet. Die Geschichte beginnt, als Anna 13 Jahre alt ist. Sie lebt mit ihren Eltern und zehn Geschwistern in Augsburg. Als ihr Großvater, Anton Fugger, verstirbt, teilen sich dessen drei Söhne sein Vermögen. Aber keiner von ihnen mag so recht in die Fußstapfen des großen Kaufmanns und Bankiers treten. Christoph Fugger, Annas Onkel, will einen möglichst großen Anteil des Vermögens an sich bringen und heckt einen Plan aus: Seine Nichten und Neffen sollen in Klöstern verschwinden. Bei der Verwirklichung hilft ihm der Jesuit Canisius, dem jedes Mittel recht zu sein scheint. Anna und ihre Geschwister sind ihm ausgeliefert, als er die Mutter vom katholischen Glauben überzeugen kann. Aber Anna lässt sich nicht willenlos wegsperren, sie wehrt sich. Der Preis, den sie dafür bezahlen muss, ist jedoch hoch.

Rebecca Abe hat einen sehr gut recherchierten historischen Roman verfasst, der die Grausamkeiten der damaligen Zeit nicht vertuscht, sondern mit aller Deutlichkeit zeigt. Verbrechen werden, auch im Namen der Kirche, begangen, ohne dass es jemanden gestört hätte. Petrus Canisius, der tatsächlich gelebt hat, geht förmlich über Leichen, um seine Ziele zu erreichen. Einige der Figuren haben tatsächlich gelebt. Aus deren Lebensläufen hat die Autorin ihre Geschichte abgeleitet. In einem Nachwort erklärt sie, was der Wahrheit entspricht und was ihrer Fantasie entsprungen ist.

Hauptsächlich behandelt die Geschichte das Leben der Anna Fugger. Aber auch ihre Familie wird zum Teil sehr detailliert dargestellt. Von denen erregte besonders ihr Bruder Philipp Fugger, der als ältester Sohn das Erbe des Vaters antreten sollte, mein Interesse. Die Beweggründe für sein Handeln waren für mich sehr gut nachvollziehbar. Aber auch Nebenfiguren, wie der Kürschner Kellenbenz und dessen Tochter Bianka, waren mir schnell ans Herz gewachsen. Die Hauptfigur macht im Laufe ihres vierzigjährigen Lebens eine interessante Wandlung durch. Von der aufmüpfigen und wissbegierigen jungen Frau wird sie zu einer selbstbewussten Künstlerin.

Eine Karte Augsburgs zu Beginn des Buches sowie einige kleine Illustrationen hat die Autorin selbst beigesteuert. Am Ende finden sich ein Glossar, ein Personenverzeichnis sowie Quellenangaben. Ein Lesezeichen mit dem Cover des Buches rundete das Gesamtbild gekonnt ab.

Obwohl die Geschichte Annas und die Aufklärung der Intrige spannend erzählt waren, würde ich diesen Roman jedoch nicht als „Renaissance Thriller“, als der er vom Verlag angepriesen wird, bezeichnen. Aber dafür hat die Geschichte jede Menge Emotionen in mir ausgelöst: Trauer, Wut, Entsetzen und Freude. Und das macht ein gutes Buch für mich aus – es muss mich mitreißen, ich muss darin versinken können.

Fazit:
„Im Labyrinth der Fugger“ ist ein gut recherchierter historischer Roman, der das Leben im 16. Jahrhundert realistisch beschreibt und die Geschichte der Anna Jakobäa Fugger spannend erzählt.

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Tags: augsburg, fugger, kirche, kloster   (4)

  

 

Die Purpurlinie
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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

frankreich, kunst, hugenotten, gemälde, historisch

Die Purpurlinie

Wolfram Fleischhauer
Flexibler Einband: 490 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.11.2003
ISBN 9783426625927
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:  
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Die Nonne mit dem Schwert
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(20)

43 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 4 Rezensionen

spanien, kloster, südamerika, historischer roman, catalina de erauso

Die Nonne mit dem Schwert

Lea Korte
Flexibler Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.04.2007
ISBN 9783426633861
Genre: Historische Romane

Rezension:

In ihrem historischen Roman beschreibt die Autorin das Leben der Catalina de Erauso, die tatsächlich im 17. Jahrhundert gelebt hat. Geschickt verwebt sie Realität und Fiktion und hat damit eine spannende und unterhaltsame Geschichte geschaffen, die mich vollkommen in ihren Bann gezogen hat.

Catalina steht kurz vor der Weihe zur Nonne, als sie es im Kloster nicht mehr aushält und flieht. Die 15jährige Tochter einer adeligen baskischen Familie kann den Gedanken nicht ertragen, ein Leben lang zwischen Klostermauern gefangen zu sein. Da es damals für eine Frau unmöglich war, sich alleine durchzuschlagen, verkleidet sie sich als Mann und versucht, ihren Weg zu gehen. Doch auch dieses Leben ist nicht ungefährlich: Eine Entdeckung ihrer Verkleidung riefe unweigerlich die Inquisitoren auf den Plan.

Es ist unglaublich, welche Abenteuer diese junge Frau vor 400 Jahren erlebt hat. Ihr Weg führte sie sogar bis nach Peru, wo sie u.a. in der Armee des Königs kämpfte. Wüsste ich nicht, dass der Roman auf der Autobiografie der Protagonistin beruht, hielte ich die Geschichte für übertrieben. Ein paar Figuren hat die Autorin allerdings dazuerfunden, wie ich dem Anhang entnehmen konnte.

Lea Korte hat eine gründliche Recherche betrieben und der Handlung jede Menge Fakten beigemischt, ohne jemals belehrend zu werden. Die Figuren und Landschaften sind sehr bildhaft beschrieben. Die Geschichte der Catalina de Erauso ist so spannend erzählt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Fazit:
Ich wurde bestens unterhalten und habe zudem einiges gelernt. „Die Nonne mit dem Schwert“ ist ein großartiger historischer Roman, der mich fasziniert und gefesselt hat.

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Tags: 17. jahrhundert, catalina de erauso, inquisition, peru, spanien   (5)

  

 

Der Hexenturm
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(35)

67 Bibliotheken, 0 Leser, 9 Gruppen, 17 Rezensionen

hexenverfolgung, saarland, historisch, eichsfeld, hexe

Der Hexenturm

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 447 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 15.11.2010
ISBN 9783442472482
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als großer Fan der Autorin war ich schon sehr gespannt auf die Fortsetzung ihres Romans „Das Hexenmal“. „Der Hexenturm“ steht seinem Vorgänger in nichts nach und ist genauso spannend und mitreißend.

Nachdem den Protagonisten im letzten Band die Flucht aus dem Eichsfeld geglückt war, begleiten wir sie diesmal auf ihrem Weg Richtung Saarland, wo Clemens hofft, auf einem Gestüt eine Anstellung zu finden. Ihnen auf den Fersen sind jedoch weiterhin ihre Verfolger: Caspar Bonner, Johanns Vater, der ihn und die vermeintliche Hexe Franziska einfangen will, Adam Hastenteufel, ein Meuchelmörder, und der Magier Barnabas mit dem Mönch Servatius und der Kinderhexe Maria. Und auch in Wellingen, dem Ziel der fünf Flüchtlinge, ist ihnen nicht jeder wohlgesinnt. Neid und Eifersucht bringen die Freunde in Gefahr.

An Deana Zinßmeisters Romanen fällt sofort auf, dass sie hervorragende Recherche betreibt. Auf äußerst unterhaltsame Art und Weise bringt sie dem Leser die Zeit der Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert näher. Es wird sehr schön deutlich, dass vor allem Aberglaube und Missgunst oft die Auslöser waren, eine Frau – oder auch einen Mann – der Hexerei zu bezichtigen.

Besonders interessant fand ich die Figur der Kinderhexe Maria. Nachdem sie zuerst ihre Ziehmutter als Hexe verleumdet hat, schließt sie sich dem Magier Barnabas an, um mit ihm Hexen zu erkennen und zu überführen. Im ausführlichen Nachwort beschreibt die Autorin, dass es solche Kinderhexen tatsächlich gegeben hat. Zudem hat sie viele Menschen in ihren Roman eingebaut, die wirklich gelebt haben. Geschickt verwebt sie dabei Fiktion und Wahrheit zu einer glaubwürdigen Geschichte.

Durch geschickte Rückblenden rief sie mir die Ereignisse aus dem ersten Band wieder in Erinnerung. Diese ermöglichen es sicher auch Lesern, die den ersten Teil nicht gelesen haben, in die Handlung einzusteigen. Ein Personenverzeichnis am Ende des Buches verschafft zusätzlich den nötigen Überblick.

Das Ende des Buches hat mich vollends zufrieden gestellt. Nach einem spannenden Showdown und einem Epilog, in dem alle Figuren und deren weiterer Werdegang nochmals behandelt werden, habe ich das Buch zufrieden zugeschlagen.

Fazit:
Genau so muss ein historischer Roman für mich sein: spannend und unterhaltsam erzählt, historisch fundiert und mitreißend.

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Tags: eichsfeld, hexe, hexenverfolgung, saarland, thüringen   (5)

  

 

Die Säulen der Erde
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(660)

1.164 Bibliotheken, 29 Leser, 13 Gruppen, 67 Rezensionen

mittelalter, england, kathedrale, historischer roman, historisch

Die Säulen der Erde

Ken Follett
Fester Einband: 1.151 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 01.08.1990
ISBN 9783785705773
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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Der Duft von Safran
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kraft, marokko, kinderlähmung, malerin, liebe

Der Duft von Safran

Linda Holeman
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei RM Buch und Medien Vertrieb, 01.01.2010
ISBN B0044RQ80G
Genre: Sonstiges

Rezension:

Als großer Liebhaber der Bücher dieser Autorin war ich angenehm überrascht, dass der Handlungsort ihres aktuellen Werkes diesmal Marokko, und nicht wie bei den drei Werken zuvor Indien, ist. Auch dieses, für mich fremde Land hat sie wieder so bildhaft beschrieben, dass ich mich dorthin träumen konnte.

Sidonie lebt Anfang des 20. Jahrhunderts wohlbehütet bei ihren Eltern in einer amerikanischen Kleinstadt, als sie als Jugendliche Kinderlähmung bekommt. All ihre Träume und Sehnsüchte werden mit einem Mal vernichtet von dieser Krankheit. Doch nach einigen Jahren rafft sie sich auf und beginnt zu malen und den Haushalt zu führen. Nach einem Unfall lernt sie den marokkanischen Arzt Etienne Duverger kennen und verliebt sich in ihn. Die beiden haben eine leidenschaftliche Affäre. Sidonie träumt davon, Etiennes Ehefrau zu werden. Doch dann verschwindet er ohne ein Wort. Ihre Nachforschungen ergeben, dass er wahrscheinlich in seine Heimat abgereist ist. Sie folgt ihm ohne zu zögern, ist förmlich besessen davon, ihn zu finden und eine Erklärung für sein Handeln zu bekommen.
Der Roman ist in der Ichform geschrieben, was mir ermöglichte, Sidonies Gedanken und Gefühle hautnah mitzuerleben. Die ängstliche Frau mit Minderwertigkeitskomplexen wird im Laufe der Geschichte immer selbstbewusster und mutiger. Ist sie zu Anfang in dem fremden Land noch vollkommen hilflos, so lernt sie nach und nach sich den Gegebenheiten anzupassen. Auch die Nebenfiguren, allen voran der kleine Badou, aber auch seine Mutter Manon, sind hervorragend gezeichnet. Mit großer Liebe zum Detail ist es der Autorin wieder gelungen, mich in ein fremdes Land zu zaubern. Die Farben und Gerüche Marokkos konnte ich förmlich spüren. Zum Glück ist Marokko nicht so weit entfernt wie Indien, sodass ich mein Fernweh leichter stillen könnte.

Im Nachwort schreibt Linda Holeman, dass sie den nordafrikanischen Staat zweimal bereist hat. Es ist deutlich zu spüren, dass sie sich bei ihren Erkundungen in das Land verliebt hat.

Ich habe die Ausgabe des Clubs Bertelsmann gelesen, die als Premiere im September 2010 erschienen ist. Ende September 2011 erscheint der Roman auch als Hardcover bei Page & Turner (Verlagsgruppe Random House).

Fazit:
Linda Holeman erzählt spannend vor der farbenprächtigen Kulisse Marrakeschs die Geschichte einer Frau, die nach einigen Irrungen ihren eigenen Weg findet.

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Tags: kinderlähmung, malerin, marokko, marrakesch, tuareg   (5)

  

 
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