Zabou1964

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Talking Dirty
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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

telefonsex, sexhotline, hamburg, nebenjob, hotline

Talking Dirty

Marischa Sommer
Flexibler Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 27.07.2011
ISBN 9783426784457
Genre: Biografie

Rezension:

Jeder hat bestimmt schon von diesen Sex-Hotlines gehört. Aber hat man sich je Gedanken darüber gemacht, wer dort eigentlich arbeitet? Oder wer eigentlich bei den „Telefondamen“ anruft? Als ich das Buch im Katalog des Droemer Knaur Verlags entdeckte, beschloss ich spontan, es lesen zu wollen. Und ich betrat an der Hand der Autorin mir völlig unbekannte Welten.

Marischa Sommer hat ein Studium als Modejournalistin abgeschlossen, steht aber ohne feste Stelle, und somit auch ohne Einkommen, da. Sie hangelt sich von Praktika über Nebenjobs und Hartz IV durch ihr Leben, ohne zu wissen, wie sie ihre Kredite oder ihre nächste Miete bezahlen soll. Da begegnet sie im Zug Katharina, die bei einer Sex-Hotline arbeitet. Zufällig wird dort eine neue Kollegin gesucht und Marie, wie die Autorin sich selbst im Buch nennt, beschließt, sich den Job einmal anzuschauen. Ohne großartige Einarbeitung wird sie ins kalte Wasser geworfen. Zunächst telefoniert sie von zu Hause, später übernimmt sie im Büro die Stelle des Operators, was ihr zumindest einen festen Stundenlohn beschert.

Die Autorin beschreibt anhand von diversen Beispielen die unterschiedlichen Typen von Männern, die bei dieser Hotline anrufen. Wer meint, dass sich dort nur Männer melden, die ihre sexuellen Fantasien ausleben wollen, liegt falsch. Es gibt tatsächlich nicht wenige, die sich eine feste Beziehung mit der Gesprächspartnerin erhoffen. Die Männer gehen davon aus, dass sie mit Privatpersonen telefonieren und investieren viel Geld in die Gespräche, bis hin zum finanziellen Ruin. Der Betreiber der Hotline, den keine der Frauen kennt, hält die Telefonistinnen dazu an, die Gutgläubigkeit der Männer skrupellos auszunutzen.

Marischa Sommer schildert aber auch, welche Auswirkungen dieser Job auf sie hat. Die Gespräche mit den Kunden verfolgen sie bis in ihr Privatleben. Sie verliert ihr eigentliches Ziel, Modejournalistin zu werden, aus den Augen. Am Ende kommt es gar soweit, dass sie in jedem Mann einen potenziellen Kunden sieht und ihren Freund verdächtigt, sie zu betrügen. Gerade noch rechtzeitig zieht sie einen Schlussstrich und kündigt.

Die Autorin erzählt ehrlich, jedoch nicht ohne Ironie, von ihren Erfahrungen in der Branche. Sie zeigt die Gefahren auf und führt dem Leser die Skrupellosigkeit der Betreiber vor Augen. Das Buch hat mich amüsiert, aber auch nachdenklich gemacht. Schockiert war ich darüber, dass die Frauen ohne jegliche Einarbeitung auf teilweise kranke Männer, z. B. Pädophile, treffen.

Fazit:
Offen, ehrlich und mit einem Augenzwinkern berichtet die Autorin über ihre pikante Tätigkeit.

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Tags: hotline, nebenjob, telefonsex   (3)

  

 

Bratkartoffeln für Tina Turner
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koch, ruhrgebiet, bochum, zeche, köchin

Bratkartoffeln für Tina Turner

Brenda Stumpf
Flexibler Einband: 219 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.07.2011
ISBN 9783426783955
Genre: Biografie

Rezension:

Beim Blättern im Katalog des Verlages bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Da auch ich ein „Kind der 80er-Jahre“ bin, war ich gespannt, was die Autorin aus dem Backstagebereich der Zeche Bochum zu berichten hatte. Zudem ist mir die originelle Covergestaltung direkt ins Auge gesprungen: Eine Audio-Kassette, auf der handschriftlich der Titel vermerkt ist, und eine Gabel mit einer Nudel weisen auf den Inhalt des Buches hin.

Brenda Stumpf beginnt 1983 als ungelernte Köchin in der Zeche Bochum zu arbeiten. Sie bricht für diesen Job ihr Studium ab. Die 23jährige gehört zur Punkszene und geht entsprechend unkonventionell an die neue Aufgabe heran. Am Anfang beschreibt sie z. B., wie sie für eine Band Lammkoteletts zubereiten soll und sich erst kurz vorher Gedanken darüber macht, wie das überhaupt geht. Aber im Laufe ihrer Tätigkeit bekommt sie Routine, zumal die normale Karte der Küche in dem angesagten Klub sie nicht gerade vor besondere Herausforderungen stellt. Überbackene Käsetoasts, Spaghetti Bolognese und Pizza sind das kulinarische Angebot für das Partyvolk. Wer hier also interessante Rezepte sucht, wird, mit Ausnahme eines Fotos von einer Anleitung für ein japanisches Gericht, enttäuscht. Aber das war auch nicht mein Antrieb, dieses Buch zu lesen.

Mich reizten die Begegnungen mit den Stars dieser Zeit. Ich hatte die Befürchtung, die Autorin lasse sich vielleicht über die unangenehmen Zeitgenossen aus. Das hat sie aber zum Glück nicht getan. Wenn sie diese Menschen beschrieb, hat sie stets die Namen weggelassen oder aber verändert. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Niveaulose Enthüllungsbücher gibt es wirklich schon zu viele. Das Zusammentreffen mit den netten Musikern beschreibt sie witzig und mit viel Gefühl. Wenn ich ihre Begeisterung für Johnny Rotten von den Sex Pistols auch nicht teilen kann, so hat sie sein Auftreten vor und während des Auftritts doch packend geschildert.

Sehr wohltuend habe ich auch empfunden, dass sie von ihrem Leben außerhalb der Zeche Bochum geschrieben hat. Der Job war eine ungeheure Belastung, da sie nachts arbeiten und tagsüber schlafen musste. Ihre Schichten dauerten oft zehn bis zwölf Stunden, gelegentlich sogar noch länger. Nach sechs Jahren hat sie sich deshalb auch von dort verabschiedet, um in anderen Restaurants bzw. später auch in anderen Branchen zu arbeiten. Seit 2005 ist sie Autorin, was mich gleich dazu veranlasst hat, im Internet ein wenig zu recherchieren. Unter den Pseudonymen Stella Conrad, Frau Keller und Lotte Minck schreibt sie Krimis und Liebesromane. Da mir ihr witziger und origineller Schreibstil gefallen hat, werde ich mich mit Sicherheit nach anderen Bücher aus ihrer Feder umschauen.

Fazit:
Brenda Stumpf gewährt dem Leser auf humorvolle Art und Weise einen Einblick in ihr Leben als Köchin in der Zeche Bochum. Obwohl ich vier Jahre jünger bin als sie und einen komplett anderen Musikgeschmack habe, hat es mir Spaß gemacht, die Zeitreise in die 80er-Jahre aus ihrer Sicht zu lesen.

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Tags: bochum, koch, köchin, ruhrgebiet, stars, zeche   (6)

  

 

Soundtrack meiner Kindheit
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ddr, musik, dresden, kindheit, berlin

Soundtrack meiner Kindheit

Jan Josef Liefers
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 13.10.2009
ISBN 9783498039332
Genre: Biografie

Rezension:  
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Ein Tagwerk Leben
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magd, bauernhof, armut, allgäu, landleben

Ein Tagwerk Leben

Dora Prinz , Sabine Eichhorst , Sabine Eichhorst
Fester Einband: 282 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 30.03.2009
ISBN 9783426274187
Genre: Biografie

Rezension:

Ich lese gerne Biografien, besonders über Menschen, die in anderen Zeiten, Ländern oder unter vollkommen anderen Umständen leben als ich. Die Erinnerungen einer Magd, die 1919 im Allgäu geboren wurde, erschienen mir aus diesem Grund sehr interessant. Das Cover zeigt Dora Prinz, wie sie heute aussieht, eine Heugabel geschultert über eine Wiese laufend.

Dora Prinz und ihre Co-Autorin Sabine Eichhorst erzählen das Leben der Magd, das fast ein Jahrhundert umfasst. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf deren Arbeitsleben. Als Kind litt sie unter Rachitis, was zur Folge hatte, dass sie nur ca. 1,40 m misst. Bereits mit 16 Jahren trat sie ihre erste Stelle als Magd an. Weil ihr aufgrund ihrer geringen Körpergröße niemand etwas zutraute, arbeitete sie besonders hart und fleißig. Ich fand es sehr beeindruckend, wie hart ein junges Mädchen damals anpacken, und vor allem was es alles einstecken, musste. Sie war ständigen Ungerechtigkeiten und der Willkür ihrer Herrschaft ausgesetzt. Trotzdem biss sie die Zähne zusammen und hielt durch. Bei verschiedenen Bauern lernte sie viel über die Landwirtschaft und Viehzucht. Zu den Tieren hegte sie eine besondere Liebe. Dagegen blieb sie den Menschen gegenüber meist zurückhaltend und misstrauisch.

Doras Leben bestand fast ausschließlich aus Arbeit. Und das ist leider auch das Problem an diesem Buch, denn sie erzählt auch nur vom „Schaffen“. Dabei wiederholt sie einige Arbeitsgänge mehrfach, z. B. das Ernten und Einbringen des Heus oder das Melken. Sie geht weder auf zwischenmenschliche Beziehungen noch auf die politischen Umstände ein. Es mag sein, dass eine Magd nicht viel Zeit hat, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen, aber ich hätte gerne mehr über diese Dinge erfahren.

Einige Schwarz-Weiß-Fotos im Buch zeigen die Familie und die Landschaft, sodass ich mir ein Bild machen konnte. Der Allgäuer Dialekt hält sich zum Glück in Grenzen, ich habe alles problemlos verstehen können.

Fazit:
Dora Prinz ist eine starke Frau, die auf ein arbeitsreiches Leben zurückblickt. Ich hatte mir allerdings mehr persönliche Eindrücke erhofft, die für mich zu einer Biografie gehören.

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Tags: allgäu, bauernhof, biografie, landleben, magd   (5)

  

 

Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht
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133 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

brandenburg, bauernhof, landleben, schweiz, umzug

Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht

Dieter Moor , Sonja Moor
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch Verlag, 02.11.2009
ISBN 9783499624759
Genre: Biografie

Rezension:  
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Dem Tod auf der Spur
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gerichtsmedizin, rechtsmedizin, forensik, suizid, tod

Dem Tod auf der Spur

Michael Tsokos , Veit Etzold , Lothar Strüh , Veit M Etzold
Flexibler Einband: 238 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.05.2009
ISBN 9783548372624
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:  
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Selling Bratwurst in Down Under
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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

australien, auswanderer, autobiografie, auswandern, köln

Selling Bratwurst in Down Under

Annette Dutton
Flexibler Einband: 297 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 07.06.2010
ISBN 9783426783344
Genre: Biografie

Rezension:

Fremde Länder und die Geschichten von Auswanderern interessieren mich sehr. Deshalb, und wegen des witzigen Titels, griff ich sofort zu, als ich dieses Buch entdeckte. Das Cover ziert ein Foto des Ayers Rock, auf dem ein gelbes Schild mit einer aufgespießten Bratwurst thront. An dieser Stelle geht ein großes Lob an den Coverdesigner.

Die Autorin schildert witzig und pointiert, wie sie bei einer Australienreise den charmanten John kennenlernt. Wieder zurück in Deutschland merkt sie allerdings, dass es für beide keine kleine Urlaubsliebelei war. E-Mails werden gewechselt, in denen sich die beiden viel voneinander erzählen. Schließlich kommt John sie in Köln besuchen. Am Ende steht eine Entscheidung an: Soll die Beziehung fortgesetzt werden und wenn ja, wer zieht zu wem? Wie das Ergebnis ausgefallen ist, kann man am Titel des Buches unschwer erkennen.

Neben witzigen Situationen, die z. B. durch mangelnde Sprachkenntnisse auftreten, schildert Annette Dutton aber auch die Schattenseiten des Auswanderns. Sie kennt in Australien niemanden, hat keine Freunde, keine Arbeit. Ihr Alltag ist langweilig. Zudem hat John eine Tochter, die noch im Haus wohnt und ihr das Einleben nicht gerade leicht macht. Eine Aufenthaltsgenehmigung ist auch nur zu bekommen, wenn sie dafür einen entscheidenden Schritt tut.
Die Episode mit der Würstchenbude kommt eigentlich erst am Ende des Buches zum Tragen. Sie ist ein amüsantes Schmankerl, das aber nicht den Inhalt des Buches darstellt. Insofern ist der Titel vielleicht etwas irreführend, was mein Lesevergnügen aber in keiner Weise geschmälert hat.

In einem Nachwort bedankt die Autorin sich wie üblich und entschuldigt sich auch gleichzeitig, dass sie für ihr Buch ein wenig „aus dem Nähkästchen“ plaudern musste. Ich finde, sie hat alle beteiligten Personen fair behandelt und niemanden in einem zu schlechten Licht dargestellt.

Ich würde mich freuen, noch weitere Erfahrungen der Autorin am anderen Ende der Welt lesen zu können.

Fazit:
„Selling Bratwurst in Down Under“ ist ein unterhaltsamer Erfahrungsbericht einer Auswanderin, der aber auch die Schattenseiten nicht unerwähnt lässt.

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Tags: australien, australien, auswanderer, auswandern, autobiografie, fernsehproduzentin, journalistin, köln   (8)

  

 
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