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Die vierte Zeugin
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(11)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

köln, agnes imhoff, historisch, betrug, imhoff

Die vierte Zeugin

Heike Koschyk , Alf Leue , Tanja Kinkel , Oliver Pötzsch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.08.2012
ISBN 9783746628790
Genre: Historischer Roman

Rezension:

Dieser historische Kriminalroman ist ein Gemeinschaftswerk von zwölf Autoren des Autorenkreises „Quo Vadis“. Er basiert auf einem wahren Prozess, der in Köln im 16. Jahrhundert verhandelt wurde. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie von den verschiedenen Autoren jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt wird. So bekommt der Leser einen Eindruck aus zwölf verschiedenen Blickwinkeln.

Angeklagt ist die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff. Ihr unter seltsamen Umständen verstorbener Ehemann Andreas hat den englischen Geschäftsmann Richard Charman betrogen. Im Prozess soll geklärt werden, ob die Witwe für den von ihrem Mann verursachten Schaden haftbar gemacht werden kann. Eigentlich sind Frauen zu dieser Zeit nicht geschäftsfähig gewesen. Es hat sich allerdings als Unsitte eingebürgert, dass Männer ihren Ehefrauen ihr Eigentum überschrieben, damit sie bei Betrügereien nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten. An Agnes Imhoff soll nun ein Exempel statuiert werden.

Besonders interessant fand ich an diesem Werk die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedenen Charaktere auf das Geschehen. Dass hier jeder der zwölf Autoren eine andere Figur beschreibt, machte den Roman für mich zu einem echten Leseerlebnis. Obwohl der Ausgang der Gerichtsverhandlung recht schnell klar wird, verlor die Geschichte nicht an Spannung. Denn es blieb weiterhin ungewiss, inwieweit Agnes Imhoff Schuld an dem Betrug trägt.

Anlass für dieses Werk war der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009. Die Mitglieder des Autorenkreises „Quo Vadis“ haben sich durch Lesungen und diesen Roman für die Wiederherstellung der Prozessakten des Falles Agnes Imhoff eingesetzt. In einem Nachwort erklären die Herausgeber Heike Koschyk und Alf Leue die Hintergründe.

Fazit:
Dieser Roman ist wahrlich ein spannendes Meisterwerk mit einem realen Hintergrund.

© Simone Kühlewind

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Tags: 16. jahrhundert, gericht, köln, kölner archiv, prozess   (5)

  

 

Die schönsten Dinge
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(36)

69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

gauner, liebe, tasmanischer tiger, familie, australien

Die schönsten Dinge

Toni Jordan , Eva Kemper
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2012
ISBN 9783492054652
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Della Gilmores Familie verdient sich ihren Lebensunterhalt mit Gaunereien. Ihr Vater, ihre Stiefmutter, ihr Bruder, ihre Cousins, Onkel und Tante, alle machen mit. Es gibt strenge Regeln, wie die „Kunden“ ausgenommen werden. Das funktioniert reibungslos, bis Della sich eines Tages als Evolutionsbiologin Ella Canfield um eine Unterstützung für ein Forschungsprojekt bei der Metcalf-Stiftung bewirbt. Sie will ein lebendes Exemplar des seit Jahrzehnten als ausgestorben geltenden Tasmanischen Tigers suchen. Daniel Metcalf, der attraktive und schwerreiche Vorsitzende der Stiftung, ist interessiert an ihrem Projekt. Doch bevor er ihr das Geld gibt, will er sie bei ihren Forschungen in einem Naturschutzgebiet begleiten. Schon bald muss Della feststellen, dass ihr Plan nicht so funktioniert, wie sie es sich vorgestellt hat, und dass Daniel ein Geheimnis hat.

Obwohl die Gilmores eigentlich eine Familie von Verbrechern sind, waren sie mir auf Anhieb sympathisch. Die raffinierte Art und Weise, wie sie ihre Gaunereien planen, hat mich oft schmunzeln lassen. Der Vater achtet mit Akribie auf das kleinste Detail. Die Familie lebt komplett im Verborgenen. Das geht soweit, dass die Kinder nicht mal eine Schule besucht haben. Della ist eine hochintelligente Frau, die sich geschickt aus so mancher brenzligen Situation retten kann. Ich habe mit ihr gefiebert, ob es ihr gelingt, Daniel Metcalf das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Geschichte nimmt immer wieder überraschende Wendungen. Am Ende habe ich das Buch lächelnd zugeschlagen.

Die Geschichte ist in der Ichform aus Dellas Sicht geschrieben. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich, dass die Autorin den Präsens verwendet. Aber mit der Zeit hatte ich mich eingelesen. Den Anfang fand ich etwas schleppend, weil zunächst alle Familienmitglieder und ihre Rollen vorgestellt wurden. Als ich die Zusammenhänge erfasst hatte, wurde Dellas Geschichte für mich aber zu einem Lesevergnügen.

Was das Cover, das verschiedene Federn zeigt, und der Titel mit der Geschichte zu tun haben, erschließt sich mir leider nicht. Der Originaltitel „Fall Girl“ erscheint mir wesentlicher passender. Zudem gibt es einige Rechtschreib- und Grammatikfehler im Buch, die meinen Lesefluss gehemmt haben. Die hochwertige Ausstattung des Buches mit farbigem Vorsatzpapier und Lesebändchen hat mir dagegen sehr gut gefallen.

Fazit:
„Die schönsten Dinge“ ist eine humorvolle Gaunergeschichte mit vielen überraschenden Wendungen.

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Tags: australien, betrüger, biologie, gauner   (4)

  

 

Das Geheimnis der Maurin
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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

mauren, andalusien, christen, religion, spanien

Das Geheimnis der Maurin

Lea Korte
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.12.2012
ISBN 9783426509388
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir bereits der erste Band um die Maurin Zahra sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie ihre Geschichte weitergeht. Der Roman beginnt mit der Flucht der Familie nach Portugal. Die Christen haben Andalusien zurückerobert, auch Granada ist in ihre Hände gefallen. Zahra und Jaime fliehen nach Portugal, wo noch Glaubensfreiheit herrscht. Doch auf dem Weg dorthin werden sie überfallen, die vierjährige Chalida wird entführt. Zahra ist außer sich vor Sorge um ihr Kind. Um Chalida aus den Händen der Entführer befreien zu können, kehrt sie mit ihren Lieben nach Granada zurück. Was sie und ihre Familie dort erwartet, übertrifft jedoch ihre schlimmsten Befürchtungen.

In diesem zweiten Band treten die Konflikte zwischen den Religionen sehr stark in den Vordergrund. Zahras Familie ist ein gutes Beispiel für das friedliche Miteinander verschiedener Glaubensgemeinschaften. Sie selbst ist Muslima und erzieht ihre Kinder im muslimischen Glauben. Ihr Geliebter Jaime, Vater ihrer Kinder, ist Christ. Ihre Schwägerin Deborah ist Jüdin. Als die Christen jedoch immer mehr versuchen, die Muslime zu bekehren, die Juden sogar zwangsgetauft werden, wird Zahra immer verbitterter. Ihr Hass auf die Christen überschattet auch ihre Liebe zu Jaime, der zu allem Übel in die Dienste der kastilischen Könige getreten ist. Besonders im zweiten Teil des Romans, der in der Zeit von 1499 bis 1502 angesiedelt ist, nehmen die Konflikte überhand.

Man merkt, dass Lea Korte für diesen Roman sehr gut recherchiert hat. Ihre historischen Kenntnisse machen dieses Buch authentisch. Besonders am Beispiel Zahras erkennt der Leser, wie die Mauren die Machtübernahme durch die Christen empfunden haben mögen. Aber auch Jaime als Christ, der mit einer Maurin zusammenlebt, dient als Beispiel für die „andere Seite“. Denn obwohl er in den Diensten des Erzbischofs Talavera steht, fühlt er sich doch Zahra und seinen Kindern verbunden und versucht, sie zu schützen. Die Geschichte ist spannend erzählt. Es fiel mir sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Obwohl man dieses Buch auch ohne Kenntnis des ersten Bandes verstehen könnte, empfehle ich „Die Maurin“ zuvor gelesen zu haben. Die Entwicklung Zahras wird besonders deutlich, wenn man den Anfang ihrer Geschichte kennt.

In einem Nachwort erklärt Lea Korte die historischen Zusammenhänge. Ein Personenverzeichnis, ein Glossar, zwei Landkarten sowie der Stammbaum der kastilischen Königsfamilie bieten weitere Details und runden diesen historischen Roman ab.

Fazit:
Lea Korte ist mit „Das Geheimnis der Maurin“ ein spannender, bewegender und historisch glaubwürdiger Roman gelungen.

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Tags: andalusien, christen, glauben, granada, inquisition, kastilien, moslems, religion   (8)

  

 

Das grüne nicht nur vegetarische Kochbuch
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(46)

60 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

kochen, kochbuch, grün, rezepte, saisonal

Das grüne nicht nur vegetarische Kochbuch

Dagmar von Cramm
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Gräfe u. Unzer, 01.09.2012
ISBN 9783833825262
Genre: Ratgeber

Rezension:

Auf dieses Buch bin ich durch eine Leserunde bei Lovelybooks aufmerksam geworden. Mit anderen nicht nur gemeinsam zu lesen, sondern auch Erfahrungen beim Nachkochen der Rezepte auszutauschen, war ein sehr interessantes Erlebnis. Ich habe das E-Book dieses Werkes gewonnen, was sich für mich als unpraktisch herausgestellt hat. Meinen E-Book-Reader wollte ich nicht mit in die Küche nehmen und ausdrucken ließen sich die Rezepte leider nicht. Also blieb mir nur, die wichtigsten Inhalte abzuschreiben.

Schon seit einiger Zeit versuche ich darauf zu achten, möglichst umweltschonend einzukaufen und zu kochen. Und mit diesem Ansinnen bin ich in Deutschland sicherlich nicht alleine. Mit ihrem Kochbuch hat die Autorin also den Nerv der Zeit getroffen. Nach einem Vorwort erklärt die Ernährungswissenschaftlerin, wie man umweltbewusst einkauft, energiesparend kocht, wie man ein Essen plant und Reste verwertet. Dieser Teil ist verständlich geschrieben und gibt einige interessante Anregungen, was man noch ändern könnte in seinem Verhalten.

Dann folgt der Rezeptteil. Dieser ist nach Jahreszeiten aufgeteilt, was ich sehr sinnvoll fand. Zu Beginn jedes Abschnitts sind die Früchte, Gemüse und Kräuter der Saison aufgezählt, sodass man sich einen groben Überblick verschaffen kann. Auch die Lagerung und Haltbarmachung der verschiedenen Zutaten findet Erwähnung.

Die Rezepte sind sehr vielseitig. Ein Teil ist vegetarisch, aber auch Rezepte mit Fleisch finden sich im Buch. Bei diesen schlägt die Autorin oft vegetarische Varianten vor. Die Gerichte sind zum Teil etwas ausgefallen, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Auch Teile von Pflanzen, die man meistens wegwirft, wie z. B. die Blätter von Radieschen, finden Verwendung.

Die Zutaten sind allerdings zum Teil sehr speziell, sodass man einen Bauernladen oder einen Markt in der Nähe haben sollte, wenn man alles nachkochen möchte. Zumindest ein sehr gut sortierter Supermarkt ist von Vorteil.

Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, waren die Nährwertangaben am Ende der Rezepte. Zudem wird die Dauer der Zubereitung aufgeführt, wobei ich mit der angegebenen Zeit leider nie ausgekommen bin. Im Gegensatz zu Frau von Cramm bin ich aber kein Profi sondern nur Hobbyköchin.

Fazit:
Ein abwechslungsreiches Kochbuch, das auf interessante Art und Weise den Aspekt Umwelt in die Küche bringt.

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Tags: grün, kochen, regional, rezepte, saisonal, umwelt, vegetarisch   (7)

  

 

Die Hure Babylon
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51 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

kreuzzug, kreuzzüge, krieg, mittelalter, liebe

Die Hure Babylon

Ulf Schiewe
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.11.2012
ISBN 9783426199305
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich hatte das große Glück, diesen Roman in einer begleiteten Leserunde gemeinsam mit dem Autor lesen zu dürfen. Bereits die beiden Vorgänger „Der Bastard von Tolosa“ und „Die Comtessa“ hatten mich sehr begeistert. Deshalb war ich sehr gespannt, wie sich das Schicksal der Figuren aus diesen beiden Geschichten weiterentwickelt.

Arnaut de Montalban ist ein Ritter und Edelmann. Er ist der Geliebte von Ermengarda, der Vizegräfin von Narbona. Doch ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern. Ermengarda ist zwar eine Scheinehe eingegangen, aber dennoch eine freie und selbstbewusste Herrscherin. Als sie durch eine Fehlgeburt ihr Kind verliert, fühlt Arnaut sich schuldig. Er glaubt, Gott verurteile die Liebe zwischen ihm und Ermengarda. Um seine Schuld zu tilgen, schließt er sich einem Kreuzzug ins Heilige Land an. Doch schon bald muss er erkennen, dass dieser „Heilige Krieg“ nichts mit Gott zu tun haben kann. Und er beginnt, am Glauben zu zweifeln.

Laut eigener Aussage hat Ulf Schiewe mit diesem Roman ein „Anti-Kriegsbuch“ geschrieben, „das nichts verklären soll“. Wer also romantische Beschreibungen von heroischen Kriegern sucht, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Die Schilderungen der Geschehnisse sind sehr realistisch und oft auch brutal. So brutal und grauenhaft, wie dieser sinnlose Krieg nun einmal war. Der Autor hat die historischen Ereignisse seiner Geschichte zugrunde gelegt und einige Figuren hinzuerfunden. Im Anhang gibt es ein Personenregister, das sehr genau erklärt, welche Charaktere real existiert haben. Die Darstellungen der Orte und Schlachten sind sehr detailliert und somit nichts für zartbesaitete Leser. Die Zeiten waren hart und genauso beschreibt Ulf Schiewe sie. Hier wird nichts beschönigt.

Dieser Roman wird mich noch lange beschäftigen. Ulf Schiewe regt mit seiner Geschichte zum Nachdenken an. Der zentrale Satz ist für mich „Religion ist Macht“. Die Parallelen zur Gegenwart sind nicht von der Hand zu weisen. Wann lernen die Menschen endlich, den Glauben der Anderen zu respektieren? Wie viele Kriege sollen noch im „Namen des Herrn“ geführt werden? Und wer ist überhaupt der „richtige“ Gott? Glauben nicht alle im Grunde an denselben Gott?

Fazit:
Ulf Schiewe ist erneut ein grandioses Meisterwerk gelungen. Fesselnd und spannend führt er den Leser durch die Zeit des Zweiten Kreuzzugs im Jahre 1147 bis 1149, wobei er die Ereignisse sehr realistisch schildert und die Motive dieses „Heiligen Krieges“ kritisch hinterfragt.

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Tags: glaube, kirche, kreuzzug, krieg, outremer, südfrankreich   (6)

  

 

Das Pestzeichen
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71 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

pest, schatzsuche, saarland, schatz, dreißigjähriger krieg

Das Pestzeichen

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.09.2012
ISBN 9783442476398
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als Fan der Autorin ist jedes ihrer Werke für mich ein Muss. Nach Ausflügen ins Thüringische spielt ihr neuestes Werk nun wieder in ihrer Heimat, dem Saarland. Außergewöhnlich gut gefällt mir hier das Cover, das mal kein liebliches Frauengesicht zeigt, wie sonst bei historischen Romanen üblich. Zu sehen ist lediglich eine Frauenhand vor einem Stück Holz, auf das das Pestzeichen aufgemalt ist.

Die Geschichte spielt in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, also Mitte des 17. Jahrhunderts. Deutschland ist geprägt von Armut und nahezu ausgestorbenen Landstrichen. Hunger und Pest sind die Plagen, mit denen die Menschen zu kämpfen haben. Entsprechend viel Neid und Aberglaube herrscht in der Bevölkerung. In diesem düsteren Szenario durchlebt die Heldin Susanna ein Wechselbad der Gefühle. Zurückgekehrt von ihrer Tante, der sie eine Ziege brachte, findet sie den elterlichen Hof verwüstet und ihre Familie ermordet vor. Lediglich der Vater hat schwer verletzt überlebt und vertraut ihr in seinen letzten Minuten ein Geheimnis an. Es gibt ein Heft mit magischen Formeln, das zu einem Schatz führt. Doch dieses Büchlein ist der Grund für den Überfall auf das Bauernhaus. Und die Schurken, die es in ihren Besitz bringen wollten, geben noch lange nicht auf. Susanna bleibt nur die Flucht, auf der sie dem jungen Schweizer Urs begegnet. Gemeinsam begeben sie sich auf die gefährliche Suche.

Der Autorin ist es wieder einmal hervorragend gelungen, die düstere Stimmung der damaligen Zeit zu schildern. Insbesondere der Aberglaube der Menschen und die panische Angst vor der Pest prägen diese Geschichte. Susanna ist ein selbstbewusstes Mädchen, das trotz zahlreicher Rückschläge ihr Ziel im Auge behält. In einigen Szenen erschien sie mir dagegen etwas naiv, was für eine junge Frau ihres Alters jedoch völlig natürlich ist. Ihr Weggefährte Urs möchte eigentlich Heiler werden, wird aber vom Vater genötigt, sich als Soldat einzuschreiben. Er fügt sich zunächst in sein Schicksal, entwickelt sich im Laufe der Geschichte aber weiter und wird mutiger. Auch die Beweggründe für Jeremias’ Handeln schildert die Autorin nachvollziehbar.

Am Anfang des Buches bietet ein ausführliches Personenregister dem Leser die Gelegenheit, sich zu orientieren. In einem Nachwort berichtet die Autorin über ihre Recherchearbeit und erklärt ihren Lesern, welche Figuren und Orte real sind und was ihrer Fantasie entsprungen ist.

Fazit:
Der Autorin ist es gelungen, eine spannende und mitreißende Geschichte über ein Mädchen in einer dunklen Zeit, die von Aberglaube und Neid geprägt war, zu schreiben.
© Simone Kühlewind

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Tags: aberglaube, pest, saarland, schatzsuche   (4)

  

 

Die eiskalte Jahreszeit der Liebe
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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

russland, moskau, liebe, winter, sex

Die eiskalte Jahreszeit der Liebe

Andrew Miller , Bernhard Robben
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 01.08.2012
ISBN 9783100490193
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Dieses Buch gab es von Vorablesen als Ersatz für den Kriminalroman „Der Sturm“, um dessen Autor es bei Veröffentlichung einigen Aufruhr gegeben hatte. Zum Glück! Denn sonst wäre ich auf diesen wundervollen Roman wohl nie aufmerksam geworden und mir wäre ein großes Lesevergnügen entgangen.

Nick ist ein britischer Anwalt, der seit vier Jahren in Moskau lebt und arbeitet. Er meint, er kennt „die Russen“ und deren Hauptstadt mittlerweile sehr gut. Doch eines Tages trifft er zwei junge Frauen in der Metro: Mascha und Katja. Schon bald werden Mascha und er ein Paar. Mit ihr gemeinsam lernt er ganz neue Seiten seine Wahlheimat kennen, die nicht immer erfreulich sind.

Der Protagonist erzählt seiner Braut in der Ichform seine Erlebnisse in Russland. Dadurch konnte ich mich gut in diese Figur hineinversetzen. Obwohl er bereits Mitte Dreißig ist, kam Nick mir manchmal sehr naiv vor. Die junge und hübsche Mascha wickelt ihn um den Finger. Obwohl er von verschiedenen Leuten gewarnt wird, schlittert er unaufhaltsam ins Verderben. Auch geschäftlich entwickelt sich eine Transaktion nicht so, wie die Anwälte es sich vorgestellt haben.

Der Autor hat als Korrespondent drei Jahre in Moskau gearbeitet. Ich war leider noch nie dort, konnte mir anhand der Beschreibungen aber alles sehr gut vorstellen. Die Schilderungen waren sprachlich sehr ausgefeilt und so kam es, dass ich das Lesen oft unterbrechen musste, weil ich die Sätze genießen wollte. Bei einigen Darstellungen musste ich schmunzeln, andere dagegen haben mich schockiert. So war der Roman für mich ein Wechselbad der Gefühle. Und wie Nick war ich zu Anfang noch so naiv und habe geglaubt, dass alles noch ein gutes Ende nehmen könnte. Aber der Autor hat schön langsam den Untergang vorbereitet und zum Schluss fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Fazit:
Ein großartiges Debüt, das mich vor allem durch seine Sprache und seine bildhaften Beschreibungen begeistern konnte.

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Tags: korruption, liebe, mord, moskau, russland, sex   (6)

  

 

Die Bucht des grünen Mondes
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(87)

149 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

brasilien, kautschuk, liebe, amazonas, indianer

Die Bucht des grünen Mondes

Isabel Beto
Flexibler Einband: 541 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 22.11.2011
ISBN 9783499257018
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die junge Amely wächst wohlbehütet bei ihrem Vater, einem Fabrikanten von Fahrrädern, im Berlin des späten 19. Jahrhunderts auf. Sie steht kurz vor ihrer Verlobung mit Julian, einem Angestellten ihres Vaters, als sie erfährt, dass ihr Vater sie mit einem wesentlich älteren Verwandten verheiraten will, der zudem noch in Brasilien lebt. Kilian Wittstock ist einer der Kautschukbarone, die durch die Ausbeutung der brasilianischen Bevölkerung zu unermesslichem Reichtum gekommen sind. Amely erwartet nicht nur ein fremdes Land voller Exotik und ein Leben im Luxus. Ihr Ehemann erweist sich als brutaler Patriarch, der ihr das Leben zur Hölle macht. Durch einen Zufall lernt sie den Indio Aymáho kennen, der ihr ihre neue Heimat auf ganz andere Art und Weise zeigt. Doch ihre Liebe wird überschattet von der Gefahr, die durch die Gier der Kautschukbarone droht.

Auf dieses wunderbare Buch bin ich durch die außergewöhnliche Gestaltung aufmerksam geworden. Das Cover zeigt eine Bucht mit türkisfarbenem Wasser, umrandet von grünen Pflanzen. Über dem Nachnamen der Autorin ist ein Tukan abgebildet. Der Buchschnitt ist mit grünen Verzierungen geschmückt.

Der außergewöhnliche Handlungsort Brasilien und die Zeit der Kautschukbarone haben mich zudem gereizt, dieses Buch zu lesen. In der Biografie Isabel Betos steht, dass sie die Farben Südamerikas schon immer fasziniert haben. Diese Begeisterung hat sie in der Geschichte exzellent zum Ausdruck gebracht. Ich fühlte mich, als sei ich mit Amely im Dschungel und habe durch ihre Augen die fremde und exotische Welt kennenlernen dürfen. Aber auch die Welt der Kautschukproduzenten mit ihrem Prunk und Protz, der im Bau der Oper von Manaus ihren Höhepunkt fand, hat die Autorin sehr gut beschrieben. Mir war diese Oper bisher nur aus dem Film „Fitzcarraldo“ mit Klaus Kinski bekannt. Es war sehr interessant, etwas mehr über den Bau dieses Monuments zu erfahren.

Das Leben der Indianer ist dem der Yanomami nachempfunden, wie die Autorin in einem Nachwort erklärt. Selbst die Sprache der Indianer hat sie recherchiert. Die Passagen, die im Urwald spielen, haben mich absolut fasziniert. Sie haben mir einen Einblick in eine vollkommen fremde Welt ermöglicht. Ein Glossar wäre allerdings sehr hilfreich gewesen, um die fremden Begriffe nachschlagen zu können. Da die Autorin aber alles im Text erklärt hat, bin ich auch ohne zurechtgekommen.

Sehr eindrucksvoll wird auch die Entwicklung der Figuren beschrieben, allen voran natürlich die Amelys. Aus dem verschüchterten Berliner Mädchen wird nach und nach eine erwachsene und selbstbewusste Frau, die ihren Weg mit allen Mitteln gehen will. Aber auch die Wandlung Kilians vom zunächst netten Ehemann zum Scheusal oder die Aymáhos vom skeptischen Indio zum Vertrauten und Geliebten Amelys ist der Autorin wunderbar gelungen. Ich habe mit den Figuren gelebt, gelitten und geliebt.

Dieser Roman ist das Debüt der Autorin. Aber bereits im Dezember wird es ein neues Buch aus ihrer Feder geben, das ich auf jeden Fall auch lesen werde.

Fazit:
Ein großartiges Debüt Isabel Betos, das mich mit Spannung und Romantik in eine komplett fremde und exotische Welt entführt hat. Ich hoffe, es werden noch sehr viele Bücher dieser Autorin erscheinen.

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Tags: amazonas, brasilien, dschungel, indianer, kautschuk   (5)

  

 

Die Pension am Deich
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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

frauenroman, freundschaft

Die Pension am Deich

Sigrid Hunold-Reime
Flexibler Einband: 277 Seiten
Erschienen bei Gmeiner, A, 13.02.2012
ISBN 9783839212745
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:  
Tags:  

  

 

Die Schmetterlingsinsel
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(154)

331 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 56 Rezensionen

sri lanka, liebe, tee, geheimnis, vergangenheit

Die Schmetterlingsinsel

Corina Bomann
Flexibler Einband: 556 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.03.2012
ISBN 9783548284385
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Da ich Familiengeschichten, die sich über viele Generationen erstrecken, liebe und dieses Buch zudem teilweise in Sri Lanka spielt, habe ich begeistert zugegriffen. Außerdem hatte ich das Vergnügen, die sympathische Autorin im letzten Jahr bei der Lesung eines ihrer anderen Werke persönlich zu erleben. Dass sie einen fesselnden Schreibstil hat, wusste ich also schon vorher.

Aber nun zu diesem Roman: Diana Wagenbach, eine Berliner Anwältin, ist zutiefst verletzt, weil ihr Mann sie betrogen hat. Als der Butler ihrer Großtante Emmely sie benachrichtigt, dass diese im Sterben liegt, reist sie sofort nach England. Auf dem Sterbebett nimmt Emmely ihr das Versprechen ab, ein lang gehütetes Familiengeheimnis zu lüften. Da Diana die letzte Nachfahrin der Familie Tremayne ist, obliegt es ihr, in die Vergangenheit einzutauchen und sich auf die Spur ihrer Vorfahren zu begeben. Ihr Weg führt sie nach Sri Lanke, wo ihre Ururgroßmutter Grace vor 120 Jahren zusammen mit ihrer Familie, die dort eine Teeplantage betreibt, als junges Mädchen gelebt hat. Was ist damals vorgefallen, dass die Familie so lange darüber geschwiegen hat? Auf ihrer Suche nach dem Geheimnis findet Diana auch wieder zu sich selbst und beginnt, ihr Leben wieder zu genießen.

Corina Bomann versteht es ganz vorzüglich, die Landschaften so zu beschreiben, dass sie vor meinem inneren Auge Gestalt annahmen. Mich hat sofort das Fernweh gepackt und ich verspürte den Wunsch, nach Sri Lanka zu reisen. Im Wechsel beschreibt die Autorin die Ereignisse in der Gegenwart und in der Vergangenheit. So hat der Leser die Möglichkeit, Diana immer einen Schritt voraus zu sein und schon zu wissen, wonach Diana noch forscht. Besonders faszinierend fand ich die Unterschiede zwischen dem Leben in Ceylon und dem im heutigen Sri Lanka. Wie sich die englischen Kolonialherren damals aufgeführt haben, war zum Teil sehr schockierend.

Dianas Suche nach der Wahrheit bleibt bis zum Ende spannend. Vom Butler ihrer verstorbenen Großtante werden ihr häppchenweise Informationen zugespielt, die sie nach und nach, zusammen mit den Erkenntnissen, die sie in Sri Lanka sammelt, zu einem Puzzle zusammensetzen kann. Bis zum Schluss konnte ich nicht ahnen, was damals tatsächlich vorgefallen ist.

Fazit:
Corina Bomann liefert einen spannenden Roman, der mich in das alte Ceylon entführt, und mich mit seinen Figuren und den bildgewaltigen Beschreibungen tief berührt hat.

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Tags: ceylon, familiengeschichte, sri lanka, tee   (4)

  

 

Die spinnen, die Finnen
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(46)

66 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 33 Rezensionen

finnland, humor, tampere, sauna, finnen

Die spinnen, die Finnen

Dieter Hermann Schmitz
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.03.2011
ISBN 9783548282190
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Ich liebe die Bücher des Ullstein Verlags aus der Reihe „Länderhumor“, die sich mit dem Leben Deutscher im Ausland oder aber auch mit dem Leben von Ausländern in Deutschland beschäftigt. Zudem habe ich ein Faible für die nordischen Länder. Da ich schon lange einmal Finnland besuchen möchte, habe ich begeistert zu diesem Buch gegriffen, um etwas mehr über das Volk zu erfahren.

Der Autor lebt seit vielen Jahren in Finnland, ist mit einer Finnin verheiratet und hat zwei Kinder mit ihr. Er unterrichtet an der Universität Tampere Übersetzungswissenschaft. Dennoch fühlt er sich wie ein Zwitter: Halb Deutscher, halb Finne. Dem will er Abhilfe schaffen und endlich ein echter Finne werden. Um zu erfahren, was einen echten Finnen ausmacht, befragt er seine „Freunde“ in Facebook. Aus deren Antworten stellt er einen 7-Punkte-Plan zusammen, den er im Laufe eines Jahres abarbeiten will. Erfreulicherweise hat er aufgeschrieben, was er in diesem Jahr erlebt hat, sodass dieses unterhaltsame und witzige Buch daraus entstehen konnte.

Der Autor schreibt aus sehr persönlicher Sicht, wie er sich als Deutscher im hohen Norden fühlt. Wie ich kommt er aus dem Rheinland, ist also keine echten Winter gewohnt und trägt das Herz eher auf der Zunge. Seine Kinder wachsen zweisprachig auf. Da er sich beruflich mit beiden Sprachen befasst, finden auch immer wieder sprachliche Besonderheiten Erwähnung. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. In chronologischer Reihenfolge erzählt er kurze Episoden aus seinem Leben und von seinem Weg zum Finnen. Die Geschichten verfügen über einen besonderen Sprachwitz, der mich immer wieder zum Schmunzeln oder sogar zum Lachen brachte.

Sehr gut gefallen hat mir auch das Cover dieses Buches. Wie in dieser Reihe des Verlages üblich, zeigt es eine lustige Zeichnung mit landestypischen Merkmalen. In diesem Fall kommt die Szene mit den drei Männern, die aus einer Sauna auf einen Bootssteg laufen, allerdings wirklich im Buch vor. Ein ganz großes Lob geht an den Zeichner dieses Bildes.

Dieter Hermann Schmitz hat mir das Volk im hohen Norden etwas näher gebracht und in mir den Wunsch geweckt, das Land nun endlich mal zu bereisen. Gut unterhalten fühlte ich mich außerdem.

Fazit:

Sehr amüsant und aufschlussreich. Ich wünsche mir mehr Lektüre aus der Feder dieses Autors.

  (6)
Tags: ausländer, finnland, nordeuropa, rheinländer, skandinavien   (5)

  

 

Das erste Jahr ihrer Ehe
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(8)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

kenia, afrika, liebe, ehe, vergebung

Das erste Jahr ihrer Ehe

Anita Shreve , Mechtild Sandberg-Ciletti , Mechtild Sandberg
Fester Einband: 367 Seiten
Erschienen bei Piper, 06.09.2011
ISBN 9783492054041
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Die Amerikaner Margaret und Patrick ziehen kurz nach ihrer Eheschließung nach Kenia. Er ist Arzt und möchte dort forschen und der armen Bevölkerung helfen. Sie ist Journalistin und zunächst ohne Job. Als ihre englischen Freunde den Vorschlag machen, gemeinsam mit einem weiteren Paar den Mount Kenya zu besteigen, stimmen sie begeistert zu. Doch Margaret ist dieser Herausforderung physisch nicht gewachsen. Und dann geschieht beim Aufstieg ein schrecklicher Unfall, für den sie sich schuldig fühlt. Ihre Ehe wird auf eine harte Probe gestellt.

Vor der faszinierend Kulisse Kenias erzählt die Autorin Anita Shreve, die selbst dort gelebt hat, diese Geschichte um eine junge Liebe, die ins Straucheln gerät. Margaret ist eine etwas labile Frau, die sich leicht beeinflussen lässt. Warum sie sich dazu überreden lässt, auf den Berg zu klettern, obwohl sie körperlich damit überfordert ist, war mir schleierhaft. Erst als sie nach dem Unfall Arbeit als Fotografin findet, blüht sie langsam auf und wird auch selbstbewusster. Ihr Handeln konnte ich manchmal nicht nachvollziehen. Ihren Mann Patrick fand ich nicht sonderlich sympathisch. Er steht nicht hinter seiner Frau und versucht irgendwie nur, jedem zu gefallen.

Arthur und Diana, die englischen Freunde der beiden, waren mir sehr unsympathisch. Sie spielen sich in dem Gastland auf und halten sich für etwas Besseres. Sehr gut hingegen gefielen mir die kenianischen Figuren. Das Kindermädchen Adhiambo, das in einem Slum lebt, und der Butler James waren mir sofort ans Herz gewachsen. Anhand ihrer Geschichten konnte ich mir einen Einblick in das Leben der kenianischen Bevölkerung verschaffen. Auch Rafiq, der Journalist, mit dem Margaret zusammenarbeitet, war mir sympathisch. Der Pakistani setzt sich für Minderheiten ein.

Grandios fand ich die Beschreibungen der afrikanischen Landschaft. Anita Shreve ist es gelungen, Kenia vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen. Die Auseinandersetzung mit den politischen Missständen und dem Leben der armen Bevölkerung waren sehr interessant.

Fazit:
Ein Ausschnitt aus dem Leben einer jungen Frau, die ihren Weg noch sucht. Leider konnten mich die Hauptfiguren nicht ganz überzeugen, deshalb vergebe ich nur vier von fünf Sternen.

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Tags: afrika, ehe, journalistin, kenia, mount kenya   (5)

  

 

Die wir am meisten lieben
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(46)

74 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

hollywood, internat, western, liebe, irakkrieg

Die wir am meisten lieben

Nicholas Evans , Susanne Schädlich
Fester Einband: 367 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 15.11.2011
ISBN 9783352008153
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Endlich gibt es neuen Lesestoff für die Fans von Nicholas Evans. Da musste ich natürlich auch sofort zugreifen. Ich kann sagen: Er hat es nicht verlernt. Mich konnte er auch mit seinem neuesten Werk wieder fesseln und berühren.

Tommy ist acht Jahre alt, lebt Ende der 50er Jahre in England und schwärmt für Westernserien und Cowboys. Sein Problem ist, dass er nachts ins Bett macht. Trotzdem beschließen seine Eltern, ihn in ein Internat zu schicken. Dort erwarten ihn brutale Lehrer und grausame Mitschüler. Er wird gehänselt und verspottet wegen seiner Bettnässerei. Seine Schwester Diane, die gerade nach Hollywood gegangen ist, um eine Schauspielkarriere zu starten, holt ihn aus dem Internat und nimmt ihn mit in die Traumfabrik. Tommy genießt sein neues Leben, findet Freunde und auch das Bettnässen hört schlagartig auf. Doch sein neues Glück soll nicht ewig halten.

In einem zweiten Erzählstrang berichtet der Autor vom Leben des erwachsenen Tom. Er ist geschieden und Vater eines Sohnes, der gegen Toms Willen Soldat wurde. Dieser Disput entzweit Vater und Sohn. Jahrelang herrscht Schweigen zwischen ihnen. Als Danny im Irak auf Zivilisten schießt und ihm der Prozess gemacht wird, steht Tom zu ihm und erkennt endlich, dass er vor seiner eigenen Vergangenheit nicht davonlaufen kann.

Zuerst haben mich die ziemlich abrupten Wechsel der Erzählebenen verwirrt. Ich konnte keinen Bezug zu den Figuren aufbauen, sie ließen mich kalt. Insbesondere Tommys Flucht in seine Fantasiewelt des Westerns habe ich als sehr störend empfunden. Ich verstehe sehr wohl, was der Autor damit ausdrücken will, finde es aber zu intensiv beschrieben. Erst als Tommy und Diane in Hollywood angekommen waren, konnte ich den Jungen ins Herz schließen und Dianes Handeln nachvollziehen.

Der Autor schildert sehr gefühlvoll die Entwicklung des kleinen verängstigten Tommy zu einem Teenager, der immer selbstbewusster wird, weil er sich geliebt fühlt. Zum Ende hin wurde das Buch so spannend, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Auch Pferdeliebhaber kommen wieder auf ihre Kosten, als Tommy sich mit dem Stuntman und Pferdezüchter Cal anfreundet, der ihm das Reiten beibringt.

Fazit:
Von einigen Schwächen am Anfang abgesehen, hat mich dieser Roman gut unterhalten und berührt. Ich hoffe, auf ein neues Buch des Autors müssen wir nicht wieder fünf Jahre warten.

  (7)
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Das Gold der Lagune
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(5)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hamburg, venedig, goldspinnerin, krakau, lübeck

Das Gold der Lagune

Gerit Bertram
Fester Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 23.02.2012
ISBN 9783764503727
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir bereits „Die Goldspinnerin“, der erste Teil dieser kleinen Serie, ausgezeichnet gefallen hatte, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung lesen. Auch mit dieser Geschichte konnten mich die Autoren wieder vollauf begeistern.

Cristin lebt mittlerweile mit Baldo und ihrer Tochter Elisabeth in Hamburg und hat sich eine kleine Goldspinnerei aufgebaut. Als sich ihr die Chance bietet, einer Empfehlung der polnischen Königin Jadwiga folgend, nach Venedig zu reisen und dort wichtige Kontakte zu knüpfen, bricht sie mit Baldo ins ferne Italien auf. Die Reise über die Alpen im Jahr 1399 erweist sich als sehr abenteuerlich und gefährlich. Zudem bleibt Elisabeth in der Obhut Minnas in Hamburg zurück. Schon bald schweben die beiden in größter Gefahr. Jemand aus ihrer Lübecker Zeit will Rache an Cristin nehmen und ihr alles nehmen.

Erneut haben Iris Klockmann und Peter Hoeft, die das Autorenpaar Gerit Bertram bilden, mich schon nach wenigen Seiten in ihren Bann ziehen können. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Der Leser begleitet Cristin und Baldo auf ihrer abenteuerlichen Reise, kann mitverfolgen, wie es Elisabeth und Minna in Hamburg ergeht, das Schicksal der Figur, die Rache nehmen will, wird geschildert und auch Cristins Bruder Piet und seine Frau Marianka spielen wieder eine Rolle. Alle vier Handlungsstränge werden so spannend erzählt, dass es mir schon bald sehr schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen.

Besonders die Schilderungen der Reise haben mir gefallen. Einige der Städte, die Cristin und Baldo besuchen, kenne ich bereits von eigenen Reisen. In Venedig war ich leider noch nicht, konnte mir die Lagunenstadt anhand der detaillierten und farbenfrohen Schilderung allerdings sehr gut vorstellen. Man merkt, dass die Autoren intensive Recherchen betrieben haben.

Obwohl dies bereits der zweite – und hoffentlich nicht letzte – Teil der Reihe um Cristin ist, benötigt man keine Kenntnisse des vorherigen Bandes, um der Handlung folgen zu können. Durch geschickte Rückblenden erfährt der Leser, was im ersten Teil geschehen ist. Ich empfehle trotzdem auch die Lektüre der „Goldspinnerin“, da einem ansonsten ein weiterer wunderbarer Roman des Autorenpaares entginge.

Die Ausstattung des Buches ist sehr hochwertig. Es handelt sich um eine Klappbroschur. Vorne ist eine Karte Hamburgs zu finden, hinten eine, die Cristins Weg bis Italien aufzeigt. Ein Personenverzeichnis und ein Glossar bieten die notwendigen Informationen. In einem Nachwort erklären die Autoren interessante historische Hintergründe.

Fazit:
Eine spannende Geschichte, gepaart mit einem Schuss Romantik und Humor, machen diesen Roman zu einem echten Lesevergnügen. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung.

  (7)
Tags: goldspinnerin, hamburg, krakau, lübeck, venedig   (5)

  

 

Der Fluch des Mechanicus
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(13)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 12 Rezensionen

frankfurt, gold, mord, juden, greger

Der Fluch des Mechanicus

Alf Leue
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Societäts-Medien, 01.08.2011
ISBN 9783942921183
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Ich hatte das Glück, diesen wunderbaren historischen Roman im Rahmen einer Leserunde zu entdecken. Ansonsten wäre ich wohl niemals auf dieses Werk aufmerksam geworden, da es in einem kleinen Verlag erschienen ist. Das Cover zeigt einen Mann, der ein Schriftstück in Händen hält. Dies stellt einen Bezug zum Roman her, in dem es unter anderem um ein geheimnisvolles Dokument geht. Die Geschichte spielt in Frankfurt und Umgebung Anfang des sechszehnten Jahrhunderts.

Der Protagonist Wolf Besigheim weilt in Frankfurt, weil er im Auftrag des Mainzer Erzbischofs Uriel von Gemmingen den Aufruhr gegen die dort ansässigen Juden beobachten und vereiteln soll. Bei seinem Aufenthalt wird er auf die Kaufmannsfamilie Cramer aufmerksam, die in große Not geraten ist und droht, ihren gesamten Besitz an den reichen Kaufmann Stoltzer zu verlieren. Als letzten Strohhalm klammert sich Jokoff Cramer an ein griechisches Dokument, das der jüdische Metallhändler und Tüftler Abraham Siebenthal einem fahrenden Händler abgekauft hat. Dieses Schriftstück beschreibt die Herstellung einer Maschine, mit der man aus minderwertigen Metallen Gold herstellen können soll. Aber auf dem Dokument lastet ein Fluch: Jeder, der es besitzt, befindet sich in größter Gefahr.

In einem zweiten Handlungsstrang wird das Leben Wolf Besigheims erzählt. Er wird Nacht für Nacht von Albträumen geplagt. Seine wahre Herkunft kennt er nicht. Erst spät wird ihm bewusst, wo seine Wurzeln liegen. Der Autor verwebt diese beiden Handlungsstränge sehr geschickt miteinander und hält den Spannungsbogen bis zum Ende. Neben der dramatischen Geschichte hat mich dieser Roman vor allem durch seine äußerst bildgewaltige Sprache überzeugen können. Sowohl die Figuren als auch die Städte und Landschaften entstanden sofort vor meinem inneren Auge. Eine präzise Recherche der historischen Hintergründe, die in einem Nachwort nochmals erläutert wird, hat diesen Roman für mich zu einem echten Highlight gemacht.

Das Ende lässt Hoffnung auf einen zweiten Teil aufkommen. Ich denke, die Geschichte Wolf Besigheims ließe sich sehr gut weitererzählen. Ich würde sie auf jeden Fall lesen, genau wie jeden anderen Roman aus der Feder dieses Autors, der in meinen Augen sehr viel mehr Beachtung verdient.

Fazit:
Spannung, historisch gut recherchierte Hintergründe, bildhafte Sprache und eine Prise Romantik und Humor sind die Zutaten dieses wundervollen Romans. Ich möchte bitte mehr von diesem Autor lesen!

  (5)
Tags: frankfurt, gold, hessen, juden   (4)

  

 

Der Schatten des Schwans
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(7)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

psychopharmaka, baden-württemberg, schwaben, deutschland, kommissar berndorf

Der Schatten des Schwans

Ulrich Ritzel
Fester Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Libelle
ISBN 9783909081868
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:  
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Das magische Portal
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(54)

107 Bibliotheken, 3 Leser, 11 Gruppen, 33 Rezensionen

fantasy, elfen, schottland, zwerge, liebe

Das magische Portal

Aileen P. Roberts
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 16.06.2011
ISBN 9783442475186
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Im Rahmen einer Autoren begleiteten Leserunde hatte ich die Möglichkeit, dieses Buch zu lesen. Obwohl Fantasy nicht gerade zu meinen bevorzugten Genres gehört, hat mich die Inhaltsangabe und die Tatsache, dass der Roman zum Teil in Schottland spielt, neugierig gemacht. Der Autorin ist es gelungen, mich mit ihrer fantastischen Geschichte zu verzaubern.

Darian ist scheinbar ein ganz normaler junger Mann, der in London studiert, eine Freundin hat und bei seinem Adoptivvater aufwächst. Bei einer Studienreise in die schottischen Highlands offenbart ihm seine etwas seltsame Kommilitonin Mia, dass er alles andere als ein normaler Student ist. Er ist der Erbe des Königreichs Albany, das parallel zu unserer Welt existiert. Durch einen Komplott wurde seine Familie vor 25 Jahren getötet. Nur er konnte als Säugling gerettet werden. Nun muss er zurückkehren und König der fremden Welt werden. Mia begleitet ihn auf seinem Weg zum magischen Portal. Doch Darians Feinde wollen die beiden aufhalten und verhindern, dass er den Thron besteigt. Ein spannender Kampf um Albany beginnt.

In diesem ersten Teil der Weltennebel-Trilogie entführte mich die Autorin in ein Reich, das landschaftlich sehr stark an Schottland erinnert. Die Schilderungen der Natur lösten in mir den Wunsch aus, selbst einmal nach Schottland zu reisen. Die Verbundenheit zu diesem Land wurde hier sehr schön deutlich. Die Geschichte Darians hat mich von Anfang an gefesselt. Neben der Spannung gibt es immer wieder auch romantische und auch lustige Momente in der Geschichte.
Besonders begeistern konnten mich die unterschiedlichen Fantasiewesen: Nebelhexen, Zwerge, Trolle und Elfen. Das Ende war leider offen und zwingt den Leser, sofort zu den nächsten Bänden der Trilogie zu greifen, die zum Glück schon erschienen sind.

Am Anfang des Buches findet sich eine Karte von Albany und am Ende ein Personenverzeichnis, was beides sehr hilfreich ist. Das Cover ziert eine Figur in einem blauen Cape mit einem Schwert in der Hand. Dies macht die Zugehörigkeit des Romans zum Genre Fantasy auf den ersten Blick erkennbar.

Fazit:
Eine äußerst spannende Geschichte, die mich sofort in ihren Bann ziehen konnte.

  (5)
Tags: elfen, fantasy, nebelhexen, schottland, zauberer, zwerge   (6)

  

 

Das Geheimnis der Jaderinge
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(12)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

china, shanghai, taiping, historischer roman, historisch

Das Geheimnis der Jaderinge

Tereza Vanek
Fester Einband: 648 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 28.12.2011
ISBN 9783937357539
Genre: Historische Romane

Rezension:

Seit Erscheinen ihres ersten Romans „Schwarze Seide“ liebe ich die Bücher der Autorin Tereza Vanek, die sich dadurch auszeichnen, sich mit außergewöhnlichen Themen zu beschäftigen und so aus dem Einheitsbrei der historischen Romane herauszustechen. Auch ihr neustes Werk „Das Geheimnis der Jaderinge“ konnte mich wieder völlig überzeugen und fesseln.

Viktoria Virchow wächst am Ende des 19. Jahrhunderts behütet als Tochter eines Reeders in Hamburg auf. Kurz nach ihrem 21. Geburtstag geschieht das Unfassbare: Der geliebte Vater hat die Reederei in den Bankrott getrieben und nimmt sich das Leben. Zurück bleiben Viktoria und ihre Mutter, die nur wenig Verständnis für die Träume und Sehnsüchte der jungen Frau aufbringen kann. Nach einem Streit mit der Mutter wagt Viktoria einen Umzug nach Shanghai, wo sie als Gesellschafterin der reichen englischen Familie Huntingdon eine Stellung findet. Mit der alten Dame Margaret freundet sie sich schnell an. Doch deren Sohn ist sie ein Dorn im Auge, weil sie herausfinden will, was mit seinem Bruder Andrew einst geschah. Es verschlägt sie schließlich als Gouvernante an den Hof eines Mandarins nach Peking. Auch hier kann sie sich nicht unterordnen und muss wieder gehen. Nach einem Überfall trifft sie auf die Chinesin Yazi, deren Geschichte sie wieder zurück nach Shanghai und zu den Huntingdons führt.

Der Roman ist in drei Bücher aufgeteilt. Das erste Buch erzählt Viktorias Leben in Hamburg und ihre erste Zeit in China, in der internationalen Siedlung Shanghais und in Peking. Das zweite Buch beschäftigt sich mit dem Leben Yazis und das dritte schließlich mit der Suche Viktorias und Jinzis, Yazis Sohn, nach der Wahrheit. Alle drei Teile konnten mich begeistern, am meisten hat mich jedoch Yazis Geschichte gefesselt, die vom Aufstand der Taiping in China Mitte des 19. Jahrhunderts berichtet. Von diesem Aufstand hatte ich bisher nichts gewusst. Um so interessanter und spannender fand ich es, in diesen Teil der chinesischen Geschichte einzutauchen.

Sehr beeindruckend fand ich auch die Entwicklung, die das einst verwöhnte und naive Mädchen Viktoria zu einer selbstbewussten und selbstständigen jungen Frau machte. Ihr anfängliches Misstrauen allem Fremden gegenüber muss sie schon bald überwinden. Sie nimmt sich eines Straßenjungen an und zeigt so Verantwortung für andere Menschen.

Neben den historischen Hintergründen, die meines Erachtens sehr genau recherchiert waren, und vielen spannenden Elementen lässt die Autorin auch die romantischen Momente nicht zu kurz kommen. Dies war für mich eine perfekte Mischung, die es mir äußerst schwer machte, das Buch aus der Hand zu legen.

Die gehobene Ausstattung des Buches möchte ich nicht unerwähnt lassen. Der Schutzumschlag zeigt eine vornehme junge Frau vor einem Schiff und einem chinesischen Gebäude. Im Anhang findet sich ein Nachwort der Autorin sowie eine Tabelle mit den wichtigsten historischen Ereignissen. Eine Lesebändchen hat das Lesevergnügen für mich perfekt gemacht. Und das alles zum Preis von € 16,95. Den Bookspot Verlag, der mir bisher nicht bekannt war, werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

[B]Fazit:[/B]

Erneut konnte mich Tereza Vanek mit einem außergewöhnlichen Thema fesseln. Gute Recherche, eine spannende Handlung und eine mitreißend erzählte Geschichte lassen mich dieses Werk uneingeschränkt empfehlen.

  (8)
Tags: auswandern, beijing, china, hamburg, peking, shanghai, taiping   (7)

  

 

Des Wahnsinns fette Beute
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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

cornelia scheel, hella von sinnen, marotten, interviews, macken

Des Wahnsinns fette Beute

Hella von Sinnen , Cornelia Scheel
Flexibler Einband: 489 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 26.10.2011
ISBN 9783499627637
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:  
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Der Schwur der Sünderin
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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

wolf, joß fritz, bauernkrieg, liebe, wölfe

Der Schwur der Sünderin

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 479 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 16.09.2011
ISBN 9783442472499
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir der erste Teil dieser Reihe, „Die Gabe der Jungfrau“, sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie es mit Anna Maria und ihren Lieben weitergeht. Auch die Fortsetzung der Geschichte konnte mich wieder voll und ganz überzeugen.

Die Handlung schließt nahtlos an das Ende des vorherigen Bandes an. Anna Maria kehrt mit ihren Gefährten zurück auf den heimatlichen Hof in Mehlbach. An ihrer Seite befindet sich auch ihr Geliebter Veit. Die Dorfbewohner nehmen ihn zunächst in ihre Gemeinschaft auf, bis die Kinder des armen Bauern Nehmenich, der Anna Marias Familie hasst, ihn im Wald mit einem Rudel Wölfe sehen und verbreiten, er sei ein Werwolf. Als Veit verhaftet wird, versucht Anna Maria alles, um ihren Geliebten vor dem sicheren Tod zu bewahren.

Auch in diesem zweiten Band, der übrigens gleichzeitig der letzte dieser kleinen Reihe sein wird, wurden wieder viele Themen vertieft. Veits Liebe zu den Wölfen hat mir einen Einblick in das Leben eines Wolfsbanners gewährt. Aber auch die Bundschuhaufstände mit ihrem Anführer Joß Fritz wurden beschrieben. Das Leben der Bauern im 16. Jahrhundert war geprägt von Armut und Aberglauben. Freie Bauern, wie Anna Marias Familie, waren dem Neid und der Missgunst der armen, unfreien Bauern ausgesetzt. Dies alles hat die Autorin so plastisch geschildert, dass ich mich kaum von dem Buch trennen mochte und richtig traurig war, dass ich mich nach diesem Band von den lieb gewonnenen Figuren verabschieden musste. Das Ende hat mir ausgesprochen gut gefallen und mich das Buch mit einem zufriedenen Lächeln zuklappen lassen.

Da die Autorin durch geschickt eingeflochtene Rückblenden erzählt, was im ersten Teil vorgefallen ist, könnte man diesen zweiten Teil auch lesen und verstehen, ohne den ersten zu kennen. Ich empfehle aber trotzdem, sich auch den spannenden Roman „Die Gabe der Jungfrau“ nicht entgehen zu lassen.

Eine Karte und ein Personenregister am Anfang sowie ein Nachwort der Autorin, in dem sie erklärt, was sich tatsächlich zugetragen hat und was ihrer Fantasie entsprang, rundeten das Leseerlebnis ab. Mit „Der Schwur der Sünderin“ konnte Deana Zinßmeister mich erneut voll und gang überzeugen.

Fazit:
Ein gut recherchierter historischer Roman, der mich mit seiner bildhaften Sprache und einer spannenden Geschichte fesseln konnte.

  (4)
Tags: bauernaufstand, saarland, thüringen, wolf, wolfsbanner, wölfe   (6)

  

 

Die Rückkehr der Templer
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(24)

46 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 18 Rezensionen

zeitreise, jerusalem, templer, timeserver, gegenwart

Die Rückkehr der Templer

Martina André
Flexibler Einband: 764 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 12.10.2011
ISBN 9783352008139
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Nachdem mir bereits „Das Rätsel der Templer“ sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung „Die Rückkehr der Templer“ aus der Feder einer meiner Lieblingsautorinnen lesen. Auch dieser Zeitreiseroman hat mich wieder voll in seinen Bann ziehen können.

Gero, der Templer aus dem Jahre 1307, lebt mit seiner Frau Hannah mittlerweile im Jahr 2005. Er und seine Brüder sind Teil eines Forschungsprojekts der Amerikaner in der Eifel. Wie Versuchskaninchen werden sie gefangen gehalten. Als die Wissenschaftler um General Lafour herausfinden, dass zwei Frauen aus der Zukunft im 12 Jahrhundert in Jerusalem sind, um Einfluss auf die Entwicklung des Weltgeschehens zu nehmen, schicken sie Gero und seine Brüder ebenfalls in diese Zeit, um die beiden Frauen zu retten. Doch bei der Übermittlung geschieht ein Unfall, der eine Rückkehr ins Jahr 2005 gefährdet. Ein spannendes Abenteuer über mehrere Zeitebenen beginnt.

Mit Lyn und Rona aus dem Jahr 2151 hat die Autorin zwei neue Figuren in ihre Geschichte eingeflochten. Die Schilderung der Lebensumstände in der Zukunft waren für mich erschreckend, aber dennoch nachvollziehbar. Ganz besonders fasziniert haben mich die Beschreibungen Jerusalems im 12. Jahrhundert. Martina André hat das Talent, die Figuren und Städte so bildhaft zu beschreiben, dass ich meinte, selbst durch die Straßen zu wandeln.

Neben vielen spannenden Entwicklungen kommt auch der Humor in diesem Roman wieder nicht zu kurz. Die Tatsache, dass Lyn und Rona in einer vollkommen fremden Welt landen, hat zu einigen amüsanten Szenen geführt. Aber auch romantische Momente sind vorhanden, sodass ich mich mit diesem Roman wieder rundum gut unterhalten gefühlt habe.

Die Ausstattung dieses umfangreichen Taschenbuches lässt keine Wünsche offen. Am Ende befindet sich neben einer Karte der Region ein umfangreiches Personenverzeichnis sowie ein kleines Glossar. Eine kleine Templerkunde aus der Feder des Autors Tobias Daniel Wabbel rundet dieses großartige Werk ab.

Fazit:

„Die Rückkehr der Templer“ ist ein weiterer Roman aus der Feder von Martina André der mich restlos begeistern konnte. Er hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, war lehrreich und sehr unterhaltsam – mit einem Wort: perfekt!

  (6)
Tags: kreuzritter, templer, zeitreise   (3)

  

 

Die Gesichtslosen
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(72)

125 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 38 Rezensionen

münchen, gesichtsrekonstruktion, rechtsmedizin, thriller, deutschland

Die Gesichtslosen

Stephanie Fey
Flexibler Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 07.11.2011
ISBN 9783453435865
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Als sich mir die Gelegenheit bot, dieses Buch im Rahmen einer Leserunde mit der Autorin zu lesen, habe ich sofort zugesagt. „Die Gesichtslosen“ ist das Debüt der Autorin im Genre Thriller. Sie konnte mich mit ihrem Werk vollends überzeugen.

Carina Kyreleis ist Rechtsmedizinerin. Sie hat sich auf die Rekonstruktion von Gesichtern spezialisiert. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Mexiko, wo sie als Knochen- und Mumienexpertin gearbeitet hat, kehrt sie zurück nach Deutschland, wo sie eine Stelle am Münchner Institut für Rechtsmedizin antritt. Ihre Familie ist recht chaotisch, was zu einigen amüsanten Situationen führt. Ihr Vater Matte ist bei der Münchner Polizei und zieht sie zu einem Fall hinzu. Ein Mörder hat es auf die Gesichter seiner weiblichen Opfer abgesehen, um deren Anblick nicht zu vergessen.

Die Geschichte besteht aus mehreren Erzählsträngen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Sehr geschickt versteht es die Autorin, den Leser immer näher an die Lösung zu bringen und zum Miträtseln zu animieren. Neben der sympathischen Protagonistin Carina lernt man auch eine ehemalige Sekretärin des Innenministers kennen, die mit einem DDR-Spion liiert war. Außerdem erfährt man immer wieder zwischendurch die Beweggründe des Mörders. Mit kurzen Kapiteln und häufigen Perspektivwechseln versteht es die Autorin hervorragend, die Spannung aufrecht zu erhalten.

Die Idee, eine Rechtsmedizinerin mit dem Fachgebiet Gesichtsrekonstruktion als Hauptfigur zu wählen, finde ich großartig. Im Nachwort erwähnt die Autorin, dass sie zu Recherchezwecken tatsächlich mit einer solchen Fachfrau Kontakt aufgenommen hat. Die Beschreibungen der Arbeit haben mich fasziniert. Neben diesen verliert Stephanie Fey die Spannung aber nie aus den Augen. Der Thriller konnte mich durchgehend fesseln. Zum Glück ist er der Auftakt einer Reihe, sodass ich hoffentlich schon bald wieder von Carina Kyreleis, die in Mexiko den Spitznamen „Elster“ bekommen hat, lesen kann.

Fazit:
Ein großartiger Auftakt zu einer neuen Reihe: spannend, fesselnd und mit viel Liebe zum Detail geschrieben.

  (4)
Tags: gerichtsmedizin, gesichtsrekonstruktion, münchen   (3)

  

 

Dunkler Wahn
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(120)

232 Bibliotheken, 5 Leser, 4 Gruppen, 31 Rezensionen

thriller, mord, stalking, psychiater, kirche

Dunkler Wahn

Wulf Dorn
Fester Einband: 431 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 31.08.2011
ISBN 9783453267053
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Wulf Dorns Bücher sind für mich wie eine Droge: Kaum ist ein neues Buch von ihm erschienen, muss ich es sofort haben und verschlingen. So habe ich auch „Dunkler Wahn“ sofort gekauft und mit großer Begeisterung und schweißnassen Händen gelesen.

Der Protagonist ist ein weiteres Mal der Psychiater Jan Forstner, der in einer Klinik im fiktiven Ort Fahlenberg arbeitet. Nachdem er in „Kalte Stille“ einen Klinikskandal aufgedeckt hatte, wird er nun Opfer einer Stalkerin, die skrupellos und wahnsinnig vor Liebe zu ihm jedes Mittel nutzt, um ihm näher zu kommen. Alles beginnt ganz harmlos mit einem Strauß Rosen, den Jan in die Klinik geschickt bekommt. Später folgen dubiose Zeichnungen und Anrufe, die Jan sehr schnell zeigen, dass er es mit einer echten Psychopathin zu tun hat. Ein Journalist der örtlichen Zeitung wird brutal ermordet, nachdem er Jan um einen Rat und ein Treffen gebeten hat. Kann dieser Mord auch mit der Stalkerin zu tun haben?

Wulf Dorn schildert sehr eindringlich die Ängste des Stalking-Opfers. Obwohl Jan Forstner Psychiater ist, ist er der Frau, die ihn angeblich liebt, hilflos ausgeliefert. Da er keine Beweise gegen sie hat, will er die Polizei nicht einschalten. Als die Frau einem Pfarrer beichtet, was sie getan hat, ist der zum Schweigen verpflichtet. Ich habe mit Jan gerätselt, gelitten und jede Frau in seiner Umgebung verdächtigt. Ab der Hälfte des Buches war es mir kaum noch möglich, es aus der Hand zu legen. Ich kann nur warnen: Wer dieses Buch liest, droht sämtlicher sozialer Kontakte verlustig zu gehen, weil man nur noch wissen möchte, wer die Stalkerin ist und ob Jan sie enttarnen kann. Die Auflösung hat mich förmlich schockiert. Damit hätte ich niemals gerechnet.

Sowohl Täter als auch Opfer werden in diesem Psychothriller gut und nachvollziehbar dargestellt. In teilweise sehr kurzen Kapiteln wechselt der Autor immer wieder die Perspektive, aus der erzählt wird. Auf diese Weise konnte ich mich in die Figuren sehr gut hineinversetzen.

Obwohl sowohl in „Kalte Stille“ als auch in „Dunkler Wahn“ Jan Forstner der Protagonist ist, kann man die Bücher unabhängig voneinander lesen. Ich empfehle trotzdem dringend, „Kalte Stille“ zuerst zu lesen. Der Autor erzählt zwar in kurzen Rückblenden das Wesentliche, aber zum besseren Verständnis sollte man das spannende Werk aus dem Vorjahr kennen.

Ich hoffe sehr, dass es bald ein neues Buch des Autors gibt, damit ich nicht „auf Entzug“ komme. Auch dieses werde ich mit absoluter Gewissheit wieder sofort „inhalieren“ und die Welt um mich herum vergessen.

Fazit:
Genauso muss ein perfekter Psycho-Thriller für mich sein: fesselnd, nervenaufreibend und süchtig machend!

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Tags: mord, psychiater, stalkerin, stalking, verfolgung   (5)

  

 

Die Alchemie der Nacht
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(26)

50 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 21 Rezensionen

homöopathie, jena, medizin, alchemie, historischer roman

Die Alchemie der Nacht

Heike Koschyk
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 12.10.2011
ISBN 9783352008115
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir bereits der historische Roman „Pergamentum“ von Heike Koschyk sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich auch ihr neues Werk, das sich wiederum mit der Medizin beschäftigt, lesen. „Die Alchemie der Nacht“ konnte mich wieder restlos begeistern.

Die Geschichte hat drei Protagonisten, die sich erst im Laufe der Handlung treffen. Handlungsort ist Jena zum Ende des 18. Jahrhunderts. Hier studiert Christoph Wilhelm Hufeland Medizin. Als er ein Duell beobachtet, bei dem ein Student zu Tode kommt, beginnt er, Nachforschungen anzustellen und wird selbst zur Zielscheibe einer geheimen Verbindung. Die Schwester des toten Studenten, Helene Steinhäuser, lebt zunächst in Königsberg. Dort will sie ihr Vater gegen ihren Willen mit dem wesentlich älteren Medizinalrat verheiraten. Um dem zu entgehen, macht sie sich auf den Weg nach Jena zu ihrem Bruder. Der dritte Protagonist ist Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie. Die Autorin zeichnet einen Teil seines Wirkens auf, der mir vermittelt hat, wie schwer es war, sich mit neuen Ideen in der Medizin durchzusetzen.

Geschickt verwebt Heike Koschyk in ihrer Geschichte Fiktion und Wahrheit. Sowohl Christoph Wilhelm Hufeland als auch Samuel Hahnemann haben tatsächlich gelebt. Am Ende des Buches erläutert sie genau, was sich damals wirklich zugetragen hat und was sie aus dramaturgischen Gründen dazuerfunden hat. Insbesondere die Geschehnisse um die geheime Vereinigung, die medizinische Versuche an jungen Mädchen vornahm, war sehr spannend erzählt. Aber auch die Entwicklung Hahnemanns und das Schicksal der jungen Helene konnten mich fesseln. Die Figuren waren mir sehr schnell vertraut. Ich habe ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte mit großem Interesse verfolgt.

Als Liebhaberin historischer Romane ist mir sofort aufgefallen, dass Heike Koschyk sehr gut recherchiert hat. Da sie früher selbst Heilpraktikerin war, kennt sie sich mit der Materie aus und konnte mir interessantes Hintergrundwissen vermitteln. Aber auch Details aus dem Studentenalltag und dem Wirken der Apotheker waren sehr informativ und lehrreich.

Die Ausstattung dieses schönen Buches möchte ich nicht unerwähnt lassen. Obwohl es ein gebundenes Buch ist, hat es ein flexibles Cover, was ich sehr angenehm fand. Das Titelbild zeigt einen dunkelroten Samtvorhang. Darunter steht ein Mensch, von dem nur der Arm mit einem Glaskolben in der Hand zu sehen ist. Auf den ersten beiden Seiten findet sich ein Karte Jenas aus dem Jahr 1758, mit deren Hilfe ich die Wege der Protagonisten nachvollziehen konnte. Am Ende des Buches gibt es ein Glossar sowie ein ausführliches Nachwort der Autorin.

Fazit:

Heike Koschyk hat erneut unter Beweis gestellt, dass es eine weise Entscheidung war, sich für den Beruf der Autorin zu entscheiden. Ihr Buch hat mich gefesselt, war lehrreich und hat mich hervorragend unterhalten.

  (8)
Tags: 18. jahrhundert, homöopathie, jena, medizin, studenten   (5)

  

 

Der frühe Vogel kann mich mal
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(13)

26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

eulen, lerchen, langschläfer, frühaufsteher, sachbuch

Der frühe Vogel kann mich mal

Bettina Hennig
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.08.2011
ISBN 9783548373539
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:  
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