Zabou1964

Zabou1964s Bibliothek

172 Bücher, 104 Rezensionen

Zu Zabou1964s Profil
Filtern nach
3 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



Zechenbrand
LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Zechenbrand

Margit Kruse
Flexibler Einband: 307 Seiten
Erschienen bei Gmeiner, 04.02.2013
ISBN 9783839213827
Genre: Krimi/Thiller/Horror

Rezension:

Nachdem mir bereits der erste Fall für Margareta Sommerfeld sehr gut gefallen hatte, musste ich natürlich auch den zweiten Band dieser Reihe um die sympathische Hobbydetektivin aus Gelsenkirchen lesen. Schon das Cover macht klar, mit welcher Berufsgruppe sich die Autorin in diesem Roman beschäftigt: Es zeigt einen typischen Bergmannshut vor einer zerbrochenen Fensterscheibe, wie sie für brachliegende Industriegebäude typisch ist.

Die stillgelegte Zeche „Bergmannsglück“ soll abgerissen werden. Auf dem Gelände sollen neue Betriebe angesiedelt werden. Eine Bürgerinitiative, der auch Margaretas Bruder Gisbert angehört, ist für den Erhalt der historischen Gebäude und die Einrichtung einer Begegnungsstätte. Als eines Tages der junge Kevin, Sohn von Gisberts Nachbar Koslowski, erschlagen auf dem Gelände aufgefunden wird, schwört Margareta sich, den Täter zu finden. Die Lage spitzt sich zu, als kurz darauf eine zweite Leiche entdeckt wird. Doch Margareta gibt nicht auf und bringt sich damit selbst in Gefahr.

Margit Kruses Büchern merkt man an, dass sie ein echtes Kind des Ruhrpotts ist. Sie schaut den Leuten aufs Maul, beschreibt humorvoll deren Auftreten und Sprache. Dabei verliert sie aber nicht den Blick für die Sorgen und Nöte der Menschen: Arbeitslosigkeit, ärmliche Verhältnisse und Perspektivlosigkeit. Die Zerstörung von Industriedenkmälern ist ein weiteres Thema, das in diesem Roman angeschnitten wird.

 Die Figuren sind sehr authentisch beschrieben. Besonders amüsant fand ich die Darstellungen des Kumpels Norbert Koslowski, der mir mit seinem Ruhrpottdialekt immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Auch der etwas schräge Biologielehrer Löschke, der Margareta nach einer gemeinsamen Nacht nicht mehr von der Seite weichen will, ist köstlich beschrieben. Margaretas Schnüffeleien sind wieder sehr unkonventionell und chaotisch. Sie verstrickt sich dermaßen in Lügen, dass ich kaum noch folgen konnte. Gemeinsam mit ihr tappt der Leser im Dunkeln und kann so miträtseln, wer die Morde begangen hat. Es gibt einige Verdächtige. Wer der wahre Mörder ist, erfährt man erst ganz zum Schluss.

 Neben allem Lob muss ich hier allerdings auch mal Kritik üben. Das Buch enthält sehr viele Rechtschreibfehler, die mich erheblich in meinem Lesefluss gestört haben. Ich frage mich ernsthaft, ob es beim Gmeiner Verlag keinen Korrekturleser gibt. Da mir der Kriminalroman aber ansonsten wieder rundum gefallen hat, möchte ich dafür keinen Stern abziehen.

 Fazit:

Ein spannender Fall für Margareta Sommerfeld, die erneut mit viel Charme und Witz im Ruhrpott ermittelt.

  (1)
Tags:  

  

 

Zorn - Vom Lieben und Sterben
LOVELYBOOKS-Statistik

(91)

146 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

mord, krimi, zorn, deutschland, missbrauch

Zorn - Vom Lieben und Sterben

Stephan Ludwig
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783596195077
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Auf dieses Buch bin ich durch eine Leseprobe bei „Vorablesen“ aufmerksam geworden. Mir war diese Reihe, die in Halle/Saale spielt, bisher völlig unbekannt. Schon das Cover ist ein echter Hingucker. In großen Lettern prangt der Name des Hauptkommissars Zorn darauf, wobei das „O“ aussieht wie ein Durchbruch in einer Mauer. Die Buchstaben sind reliefartig auf den Buchdeckel geprägt.

In Halle/Saale passiert nicht viel. Hauptkommissar Claudius Zorn und sein Kollege Schröder, der frisch aus dem Krankenhaus entlassen wurde, müssen sich mit einer Einbruchserie in einer Kleingartensiedlung herumschlagen. Bis eines Morgens ein Radfahrer tot aufgefunden wird, der durch ein Drahtseil, das quer über einen Weg gespannt war, beinahe geköpft wurde. Doch dieser junge Mann soll nicht das einzige Opfer bleiben. Schon bald wird ein zweiter Toter gefunden: ein Freund des ersten Ermordeten. Die Ermittlungen der beiden unkonventionellen Kommissare laufen auf Hochtouren.

Neben der extrem spannenden Handlung bietet dieser Thriller außergewöhnliche Figuren. Claudius Zorn ist ein eher unzufriedener, fauler Polizist, der unter der Trennung von seiner Freundin leidet. Unangenehme Arbeiten schiebt er auf seinen Kollegen Schröder ab. Dieser ist, obwohl er dick ist, wesentlich agiler als sein Vorgesetzter. Schon bald wird klar, dass er mit einem privaten Problem zu kämpfen hat, das dem Leser allerdings erst am Ende offenbart wird. Die junge Staatsanwältin Frieda Borck ist eine resolute Frau, die Zorn immer wieder Dampf machen muss. Auch über sie erfährt der Leser erst im letzten Drittel etwas Privates.

Der Fall selbst ist sehr spannend, da es nicht bei den zwei Opfern bleibt. Die Kommissare nehmen immer wieder neue Spuren auf und ermitteln in alle Richtungen. Obwohl der Leser durch den auktorialen Stil der Polizei manchmal etwas voraus ist, war mir bis zum Ende nicht klar, wer der Mörder ist.

Zart besaitete Leser sollten jedoch lieber die Finger vom Buch lassen, da es ein paar sehr brutale und blutige Schilderungen gibt. Was die Todesarten angeht, hat der Autor eine sehr rege Fantasie. Bei einigen Szenen musste ich tief durchatmen und das Buch kurz beiseite legen. Diese Phasen haben allerdings nie lange gedauert, weil ich viel zu dringend wissen wollte, wie es weitergeht.

Obwohl ich den ersten Teil dieser Reihe nicht gelesen hatte, konnte ich der Handlung sehr gut folgen. Den ersten Band habe ich mir allerdings bereits gekauft und werde ihn bald lesen. Ich hoffe sehr, dass diese Reihe um die Hauptkommissare Claudius Zorn und Schröder fortgesetzt wird.

Fazit:
Spannung pur gepaart mit originellen Figuren und einer plausiblen Geschichte, das sind die Zutaten, aus denen ein Thriller gemacht sein muss. Ich vergebe die volle Punktzahl.

  (7)
Tags: halle/saale, jugendliche, mordserie, sachsen-anhalt   (4)

  

 

Zorn – Tod und Regen
LOVELYBOOKS-Statistik

(163)

254 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 102 Rezensionen

krimi, mord, zorn, regen, schröder

Zorn – Tod und Regen

Stephan Ludwig
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 26.04.2012
ISBN 9783596193059
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Nachdem ich bei „Vorablesen“ den zweiten Teil der Reihe gewonnen hatte und total begeistert war, wollte ich natürlich ebenfalls den ersten Teil dieser neuen Serie lesen. Auch dieser Fall konnte mich überzeugen, obwohl die Tatsache, dass ich die Fortsetzung schon kannte, mir einiges an Spannung genommen hat.

Die Ermittler Hauptkommissar Claudius Zorn und sein Kollege Schröder könnten unterschiedlicher nicht sein. Zorn ist unmotiviert, schlecht gelaunt und will am liebsten seine Ruhe haben. Schröder dagegen ist zuverlässig und akribisch. Dieses ungleiche Gespann wird mit einem äußerst brutalen Mord konfrontiert. In einer Lagerhalle wird lediglich eine riesige Blutlache gefunden. Von der Leiche fehlt jede Spur. Erst einige Tage später wird sie, sorgsam auf eine Bank an der Saale drapiert, gefunden. Zorn und Schröder stehen vor einem Rätsel. Da der Täter keinerlei Spuren hinterlassen hat, gestalten sich die Ermittlungen sehr schwierig. Während sie im Dunkeln tappen, braut sich im Hintergrund schon die nächste Katastrophe zusammen. Und schon bald gibt es einen weiteren Toten. Die Lösung des Falls wird dringender denn ja. Denn der Tote ist kein Unbekannter in Halle.

Dieser Krimi hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können. Der Leser erhält nicht nur Einblick in die Ermittlungsarbeit der beiden Kommissare, sondern bekommt auch die Sicht des Täters zwischendurch immer wieder geschildert. Dadurch ist er der Polizei einen kleinen Schritt voraus. Die Identität des Mörders erfährt er aber nicht, sodass man miträtseln kann.

Zorn und Schröder sind eigentlich beide nicht sonderlich sympathisch. Trotzdem habe ich sie beide in mein Herz geschlossen, weil es originelle Figuren sind. Das eine oder andere Klischee bedient der Autor zwar, aber das finde ich nicht weiter tragisch. Die Stadt Halle/Saale wird gut beschrieben, wobei der Autor weder den Namen der Stadt noch den des Flusses jemals erwähnt. Ich habe jedoch einige Plätze wiedererkannt und finde deren Darstellung sehr gelungen.

Die Auflösung des Falls war für mich vollkommen überraschend, aber dennoch plausibel erklärt. Der Showdown, zu dem es am Ende kommt, ist vielleicht etwas übertrieben, bringt aber Action in die Story. Die Schilderung der Morde ist sehr detailliert. Zartbesaiteten Lesern sei also empfohlen, sich lieber eine seichtere Lektüre zu suchen.

Stephan Ludwig ist meine Entdeckung des Jahres 2012. Dieser Autor steht seither ganz oben auf meiner Liste der Krimiautoren. Ich warte gespannt auf weitere Werke aus seiner Feder.

Fazit:
Spannender Auftakt zu einer neuen Serie, die ich mit Begeisterung verfolgen werde.

  (5)
Tags: halle/saale, mord, sachsen-anhalt, serie, thriller   (5)

  

 
3 Ergebnisse