Zabou1964

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Frostgras
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79 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

trier, rügen, wahrheit, freundschaft, liebe

Frostgras

Angelika Lauriel
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 01.03.2013
ISBN 9783862652471
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch den Kontakt mit der Autorin in einer Leserunde zu ihrem Krimi „Bei Tränen Mord“ und auf Facebook. Die Inhaltsangabe und das Cover von „Frostgras“ haben mich sofort angesprochen, sodass ich auch ihr neustes Werk gerne lesen wollte. Bei „Frostgras“ handelt es sich um einen Jugendroman, der aber auch gut von Erwachsenen gelesen werden kann.

 

Die 18-jährige Julia lebt alleine mit ihrer Mutter in Trier und hat gerade ein Psychologiestudium begonnen. Über ihren leiblichen Vater weiß sie nichts. Ihre Mutter will ihr erst mit 21 Jahren seine Identität preisgeben. Mit dem gleichaltrigen Paul hat sie einen treuen und zuverlässigen Freund an ihrer Seite, den sie bereits aus dem Kindergarten kennt. Bei einer Zugfahrt begegnet sie einem jungen Mann, der sie auf eigenartige Art und Weise anzieht. Als er den Zug verlässt, vergisst er ein schwarzes Notizbuch, das Julia an sich nimmt. Was sie nicht ahnt: Dieses Buch wird ihr Leben entscheidend verändern.

 

Die Autorin versteht es ausgezeichnet, die Gefühle ihrer Protagonisten zu beschreiben, allen voran natürlich Julias Emotionen. Das geheimnisvolle Buch des Unbekannten aus dem Zug ist eine Art Tagebuch mit Gedichten, Gedanken und Zeichnungen. Durch diese erhält der Leser auch einen Einblick in das Gefühlsleben des jungen Mannes. Sehr gut hat mir gefallen, dass zwischendurch immer wieder in der Ichform aus der Sicht von Paul, Julias Freund, erzählt wurde. Julia ist eine Figur, die im Laufe der Geschichte eine interessante Entwicklung durchmacht. Diese war für mich gut nachvollziehbar und sehr gefühlvoll geschildert.

 

Dieser Roman bietet viel Potenzial zum Nachdenken und Diskutieren. Wie weit darf Liebe gehen und wie sollte man mit der Wahrheit umgehen? Der Vermerk auf dem Cover „Herzklopfen und so“ ist etwas irreführend. Hier geht es nicht um eine Liebesgeschichte für Jugendliche sondern um viel mehr.

 

Fazit:

Gefühlvoller Roman für Jugendliche und Erwachsene, der zum Nachdenken anregt.

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Tags: rügen, trauer, trier, wahrheit   (4)

  

 

Zechenbrand
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(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Zechenbrand

Margit Kruse
Flexibler Einband: 307 Seiten
Erschienen bei Gmeiner, 04.02.2013
ISBN 9783839213827
Genre: Krimi/Thiller/Horror

Rezension:

Nachdem mir bereits der erste Fall für Margareta Sommerfeld sehr gut gefallen hatte, musste ich natürlich auch den zweiten Band dieser Reihe um die sympathische Hobbydetektivin aus Gelsenkirchen lesen. Schon das Cover macht klar, mit welcher Berufsgruppe sich die Autorin in diesem Roman beschäftigt: Es zeigt einen typischen Bergmannshut vor einer zerbrochenen Fensterscheibe, wie sie für brachliegende Industriegebäude typisch ist.

Die stillgelegte Zeche „Bergmannsglück“ soll abgerissen werden. Auf dem Gelände sollen neue Betriebe angesiedelt werden. Eine Bürgerinitiative, der auch Margaretas Bruder Gisbert angehört, ist für den Erhalt der historischen Gebäude und die Einrichtung einer Begegnungsstätte. Als eines Tages der junge Kevin, Sohn von Gisberts Nachbar Koslowski, erschlagen auf dem Gelände aufgefunden wird, schwört Margareta sich, den Täter zu finden. Die Lage spitzt sich zu, als kurz darauf eine zweite Leiche entdeckt wird. Doch Margareta gibt nicht auf und bringt sich damit selbst in Gefahr.

Margit Kruses Büchern merkt man an, dass sie ein echtes Kind des Ruhrpotts ist. Sie schaut den Leuten aufs Maul, beschreibt humorvoll deren Auftreten und Sprache. Dabei verliert sie aber nicht den Blick für die Sorgen und Nöte der Menschen: Arbeitslosigkeit, ärmliche Verhältnisse und Perspektivlosigkeit. Die Zerstörung von Industriedenkmälern ist ein weiteres Thema, das in diesem Roman angeschnitten wird.

 Die Figuren sind sehr authentisch beschrieben. Besonders amüsant fand ich die Darstellungen des Kumpels Norbert Koslowski, der mir mit seinem Ruhrpottdialekt immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Auch der etwas schräge Biologielehrer Löschke, der Margareta nach einer gemeinsamen Nacht nicht mehr von der Seite weichen will, ist köstlich beschrieben. Margaretas Schnüffeleien sind wieder sehr unkonventionell und chaotisch. Sie verstrickt sich dermaßen in Lügen, dass ich kaum noch folgen konnte. Gemeinsam mit ihr tappt der Leser im Dunkeln und kann so miträtseln, wer die Morde begangen hat. Es gibt einige Verdächtige. Wer der wahre Mörder ist, erfährt man erst ganz zum Schluss.

 Neben allem Lob muss ich hier allerdings auch mal Kritik üben. Das Buch enthält sehr viele Rechtschreibfehler, die mich erheblich in meinem Lesefluss gestört haben. Ich frage mich ernsthaft, ob es beim Gmeiner Verlag keinen Korrekturleser gibt. Da mir der Kriminalroman aber ansonsten wieder rundum gefallen hat, möchte ich dafür keinen Stern abziehen.

 Fazit:

Ein spannender Fall für Margareta Sommerfeld, die erneut mit viel Charme und Witz im Ruhrpott ermittelt.

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Flamme von Jamaika
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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Flamme von Jamaika

Martina André
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.03.2013
ISBN 9783499259531
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Martina André zählt zu meinen Lieblingsautorinnen, weil ihre Bücher gut recherchiert und bildhaft geschrieben sind. Deshalb ist jedes neue Werk aus ihrer Feder ein absolutes Muss für mich. Und auch mit „Flamme von Jamaika“ konnte sie mich wieder in ihren Bann ziehen und in ferne Welten entführen.

Zum Glück habe ich mich nicht vom etwas kitschig anmutenden Cover und Titel abschrecken lassen. Aber ich weiß zum Glück, dass in Büchern, auf denen Martina André steht, auch Martina André drin ist. Hier hat sich der Verlag wohl vom momentanen Trend der Love-und-Landscape-Romane beeinflussen lassen. Bei der „Flamme von Jamaika“ handelt es sich übrigens um eine Blume, nach der sich im Roman eine Rebellengruppe benannt hat.

Die deutsche Kaufmannstochter Helena Huvstedt reist 1831 nach Jamaika, um den Plantagenbesitzer Edward Blake zu heiraten. Begleitet wird sie von ihrer Gesellschafterin Maggie. Obwohl sich Edward vor der Eheschließung noch charmant und zuvorkommend gibt, muss Lena schon bald erkennen, dass er im Grunde ein brutales Scheusal ist, der seine Sklaven wie Tiere behandelt und Lena nur heiratet, um Nachkommen zu zeugen. Zudem erscheint bei der Hochzeitsfeier eine Schwarze, die einen Fluch über Lena und die Familie Blake verhängt. Als Lena in der Nacht etwas Ungeheuerliches beobachtet, beschließt sie, zusammen mit Maggie zu fliehen und nach Deutschland zurückzukehren.

Als sie auf der Flucht einer Gruppe Rebellen begegnen, nimmt einer der Männer Lena gefangen, um sie gegen drei zum Tode verurteilte Kameraden auszutauschen. Während der Gefangenschaft kommen sich die beiden näher und Lena muss erkennen, dass die Situation der Sklaven in Jamaika viel dramatischer ist, als sie bisher angenommen hat. Außerdem erfährt sie Dinge über ihren Mann und ihren Schwiegervater, die sie diese hassen lehrt. Doch um den Rebellen zu helfen, muss sie zu Edward zurückkehren.

Martina Andrés einzigartiger Schreibstil hat mich sofort nach Jamaika versetzt. Die Beschreibungen der Landschaft, der Orte und der Figuren haben in meinem Kopf einen Film entstehen lassen, der spannender und farbenprächtiger nicht sein konnte. Zu den Charakteren habe ich sofort Verbindung gehabt, konnte mich z. B. in Lena hineinversetzen und ihre Ängste und Gefühle teilen. Aber auch die Situation der Sklaven und deren Beweggründe zur Rebellion konnte ich nachvollziehen.

Bei der Beschreibung der Liebesszenen geht die Autorin sehr gefühlvoll vor, nimmt aber dennoch kein Blatt vor den Mund. Die Schilderungen der Folterungen und Misshandlungen sind nicht geschönt, aber auch nicht übermäßig blutig. Martina André hat hier ein gesundes Mittelmaß gefunden, dem Leser die Zustände realistisch darzustellen.

Eine gründliche Recherchearbeit ist dem Roman anzumerken. Im Nachwort erklärt die Autorin einiges dazu. Ein Personenverzeichnis sowie ein ausführliches Glossar sind sehr nützlich und liefern weitere Hintergrundinformationen.  

Fazit:

Ich bin vollkommen begeistert von dieser spannenden und authentischen Geschichte.

© Simone Kühlewind

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Klack
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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

wirtschaftswunder, bürgermief, verdrängung, aufbruch, pubertät

Klack

Klaus Modick
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.02.2013
ISBN 9783462045154
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch eine Leseprobe. Da mich die Wirtschaftswunderjahre schon immer fasziniert haben und ich mich, obwohl ich erst 1964 zur Welt gekommen bin, doch noch an einiges erinnern kann, hat mich der Roman interessiert. Das Cover zeigt ein altes Foto von einem Liebespaar, das neben einem alten Mercedes im Gras liegt. Das hat zwar nicht direkt etwas mit der Geschichte zu tun, ist aber sehr ansprechend.

Dieser Roman spielt in den Jahren 1961 und 1962 in der norddeutschen Provinz. Klaus ist 15 Jahre alt, lebt mit seinen Eltern, seiner drei Jahre älteren Schwester und seiner Oma in einem Haus. Im Nachbarhaus, dem „Schandfleck“, zieht eine italienische Familie ein. Und ab diesem Tag ist nicht mehr, wie es war. Klaus entflammt in jugendlicher Liebe zu Clarissa, der 15-jährigen Tochter der Tinottis. Er versucht alles, um ihr Herz zu gewinnen. Aber seine Eltern und erst recht seine Großmutter wollen mit den „Spaghettifressern“ nichts zu tun haben, verbieten ihm gar den Umgang mit ihnen.

Beim Aufräumen des Dachbodens entdeckt der Icherzähler einen Karton mit alten Fotos und schwelgt in Erinnerungen. Zu jedem der Fotos gibt es ein Kapitel im Buch. Der Autor beschreibt nicht nur die Gefühle des pubertierenden Markus sondern auch die wirtschaftliche und politische Situation zu dieser Zeit. Mauerbau, Angst vor einem Atomkrieg, die Kubakrise und natürlich die ersten Gastarbeiter und das Verhältnis zu ihnen finden Erwähnung. Die Erzählweise ist humorvoll und zeigt die Nöte, in denen sich Markus wegen seiner Schwärmerei zur hübschen Italienerin befindet. Ich musste sehr oft schmunzeln. Besonders die kleinen Details, wie z. B. die Beschreibung der Musik und der Kinofilme der Zeit, haben mir sehr gut gefallen.

Fazit:
Eine Reise in die Wirtschaftswunderjahre der BRD, die mich ausgezeichnet unterhalten hat.

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Tags: brd, deutschland, gastarbeiter, pubertät, wirtschaftswunder   (5)

  

 

Die vierte Zeugin
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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

köln, agnes imhoff, historisch, betrug, imhoff

Die vierte Zeugin

Heike Koschyk , Alf Leue , Tanja Kinkel , Oliver Pötzsch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.08.2012
ISBN 9783746628790
Genre: Historischer Roman

Rezension:

Dieser historische Kriminalroman ist ein Gemeinschaftswerk von zwölf Autoren des Autorenkreises „Quo Vadis“. Er basiert auf einem wahren Prozess, der in Köln im 16. Jahrhundert verhandelt wurde. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie von den verschiedenen Autoren jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt wird. So bekommt der Leser einen Eindruck aus zwölf verschiedenen Blickwinkeln.

Angeklagt ist die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff. Ihr unter seltsamen Umständen verstorbener Ehemann Andreas hat den englischen Geschäftsmann Richard Charman betrogen. Im Prozess soll geklärt werden, ob die Witwe für den von ihrem Mann verursachten Schaden haftbar gemacht werden kann. Eigentlich sind Frauen zu dieser Zeit nicht geschäftsfähig gewesen. Es hat sich allerdings als Unsitte eingebürgert, dass Männer ihren Ehefrauen ihr Eigentum überschrieben, damit sie bei Betrügereien nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten. An Agnes Imhoff soll nun ein Exempel statuiert werden.

Besonders interessant fand ich an diesem Werk die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedenen Charaktere auf das Geschehen. Dass hier jeder der zwölf Autoren eine andere Figur beschreibt, machte den Roman für mich zu einem echten Leseerlebnis. Obwohl der Ausgang der Gerichtsverhandlung recht schnell klar wird, verlor die Geschichte nicht an Spannung. Denn es blieb weiterhin ungewiss, inwieweit Agnes Imhoff Schuld an dem Betrug trägt.

Anlass für dieses Werk war der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009. Die Mitglieder des Autorenkreises „Quo Vadis“ haben sich durch Lesungen und diesen Roman für die Wiederherstellung der Prozessakten des Falles Agnes Imhoff eingesetzt. In einem Nachwort erklären die Herausgeber Heike Koschyk und Alf Leue die Hintergründe.

Fazit:
Dieser Roman ist wahrlich ein spannendes Meisterwerk mit einem realen Hintergrund.

© Simone Kühlewind

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Tags: 16. jahrhundert, gericht, köln, kölner archiv, prozess   (5)

  

 

Liebe unter Fischen
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86 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

berlin, österreich, liebe, lyrik, alpen

Liebe unter Fischen

René Freund
Fester Einband: 205 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.01.2013
ISBN 9783552062092
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch den ungewöhnlichen Titel und das Cover, das sofort mein Interesse geweckt hat. Zu sehen ist ein Angelhaken, der im Wasser schwimmt. Die Leseprobe hat mich dann endgültig überzeugt, dieses Buch lesen zu wollen.

Die Geschichte beginnt in Berlin. Alfred Firneis ist ein Lyriker, der von seiner Verlegerin Susanne gedrängt wird, endlich ein neues Werk abzuliefern. Doch der Künstler versinkt im Chaos, ist benebelt vom Alkohol und hält seine eigenen Gedichte für Müll. Nach einem Zusammenbruch kann Susanne ihn überzeugen, in ihre einsame Hütte in den Alpen zu fahren, um auf andere Gedanken zu kommen. Nach anfänglichem Sträuben lässt Fred sich schließlich darauf ein und macht sich auf nach Grünbach am See, wo er nicht nur neue Seiten an sich entdeckt, sondern auch auf interessante Menschen trifft.

Die Szenen in der Hauptstadt und die Ankunft in Österreich bedienen durchaus einige Klischees, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachten. Mit seinem feinen Humor hat der Autor sich direkt in mein Herz geschrieben. Der Aufenthalt am See in den Alpen und die Wandlung Alfreds weisen jedoch eher poetische Züge auf. Hier hat mir ganz besonders die Figur des Revierförsters August gefallen, der mit seiner einfachen und zupackenden Art Fred so manches Mal den richtigen Weg weist. Während der Dichter ins Lamentieren verfällt, stellt August lapidar fest „Es ist, wie es ist!“.

Mit der slowakischen Biologin Mara verbindet Alfred schnell eine Freundschaft, die sich zu einer zarten Liebe entwickelt. Doch bevor er das realisiert, ist Mara schon wieder verschwunden. Im letzten Drittel nimmt der Roman eine überraschende Wendung, die die Geschichte noch einmal richtig spannend macht.

Was den Vergleich mit den Werken Daniel Glattauers, mit dem der Verlag wirbt, betrifft, so muss ich sagen, dass mich diese normalerweise eher abschrecken, ein Buch zu lesen. Jeder Autor schreibt auf seine Weise und lässt sich nicht mit anderen Autoren vergleichen. In diesem Fall hat es mich zum Glück nicht davon abgehalten, dieses wunderbare Werk von René Freund zur Hand zu nehmen.

Fazit:
Eine kleine und feine Geschichte voller feinsinnigem Humor und Poesie.

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Tags: alpen, berlin, burnout, lyriker, österreich   (5)

  

 

Das Geheimnis der Maurin
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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

mauren, andalusien, christen, religion, spanien

Das Geheimnis der Maurin

Lea Korte
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.12.2012
ISBN 9783426509388
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir bereits der erste Band um die Maurin Zahra sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie ihre Geschichte weitergeht. Der Roman beginnt mit der Flucht der Familie nach Portugal. Die Christen haben Andalusien zurückerobert, auch Granada ist in ihre Hände gefallen. Zahra und Jaime fliehen nach Portugal, wo noch Glaubensfreiheit herrscht. Doch auf dem Weg dorthin werden sie überfallen, die vierjährige Chalida wird entführt. Zahra ist außer sich vor Sorge um ihr Kind. Um Chalida aus den Händen der Entführer befreien zu können, kehrt sie mit ihren Lieben nach Granada zurück. Was sie und ihre Familie dort erwartet, übertrifft jedoch ihre schlimmsten Befürchtungen.

In diesem zweiten Band treten die Konflikte zwischen den Religionen sehr stark in den Vordergrund. Zahras Familie ist ein gutes Beispiel für das friedliche Miteinander verschiedener Glaubensgemeinschaften. Sie selbst ist Muslima und erzieht ihre Kinder im muslimischen Glauben. Ihr Geliebter Jaime, Vater ihrer Kinder, ist Christ. Ihre Schwägerin Deborah ist Jüdin. Als die Christen jedoch immer mehr versuchen, die Muslime zu bekehren, die Juden sogar zwangsgetauft werden, wird Zahra immer verbitterter. Ihr Hass auf die Christen überschattet auch ihre Liebe zu Jaime, der zu allem Übel in die Dienste der kastilischen Könige getreten ist. Besonders im zweiten Teil des Romans, der in der Zeit von 1499 bis 1502 angesiedelt ist, nehmen die Konflikte überhand.

Man merkt, dass Lea Korte für diesen Roman sehr gut recherchiert hat. Ihre historischen Kenntnisse machen dieses Buch authentisch. Besonders am Beispiel Zahras erkennt der Leser, wie die Mauren die Machtübernahme durch die Christen empfunden haben mögen. Aber auch Jaime als Christ, der mit einer Maurin zusammenlebt, dient als Beispiel für die „andere Seite“. Denn obwohl er in den Diensten des Erzbischofs Talavera steht, fühlt er sich doch Zahra und seinen Kindern verbunden und versucht, sie zu schützen. Die Geschichte ist spannend erzählt. Es fiel mir sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Obwohl man dieses Buch auch ohne Kenntnis des ersten Bandes verstehen könnte, empfehle ich „Die Maurin“ zuvor gelesen zu haben. Die Entwicklung Zahras wird besonders deutlich, wenn man den Anfang ihrer Geschichte kennt.

In einem Nachwort erklärt Lea Korte die historischen Zusammenhänge. Ein Personenverzeichnis, ein Glossar, zwei Landkarten sowie der Stammbaum der kastilischen Königsfamilie bieten weitere Details und runden diesen historischen Roman ab.

Fazit:
Lea Korte ist mit „Das Geheimnis der Maurin“ ein spannender, bewegender und historisch glaubwürdiger Roman gelungen.

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Tags: andalusien, christen, glauben, granada, inquisition, kastilien, moslems, religion   (8)

  

 

Die Hure Babylon
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51 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

kreuzzug, kreuzzüge, krieg, mittelalter, liebe

Die Hure Babylon

Ulf Schiewe
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.11.2012
ISBN 9783426199305
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich hatte das große Glück, diesen Roman in einer begleiteten Leserunde gemeinsam mit dem Autor lesen zu dürfen. Bereits die beiden Vorgänger „Der Bastard von Tolosa“ und „Die Comtessa“ hatten mich sehr begeistert. Deshalb war ich sehr gespannt, wie sich das Schicksal der Figuren aus diesen beiden Geschichten weiterentwickelt.

Arnaut de Montalban ist ein Ritter und Edelmann. Er ist der Geliebte von Ermengarda, der Vizegräfin von Narbona. Doch ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern. Ermengarda ist zwar eine Scheinehe eingegangen, aber dennoch eine freie und selbstbewusste Herrscherin. Als sie durch eine Fehlgeburt ihr Kind verliert, fühlt Arnaut sich schuldig. Er glaubt, Gott verurteile die Liebe zwischen ihm und Ermengarda. Um seine Schuld zu tilgen, schließt er sich einem Kreuzzug ins Heilige Land an. Doch schon bald muss er erkennen, dass dieser „Heilige Krieg“ nichts mit Gott zu tun haben kann. Und er beginnt, am Glauben zu zweifeln.

Laut eigener Aussage hat Ulf Schiewe mit diesem Roman ein „Anti-Kriegsbuch“ geschrieben, „das nichts verklären soll“. Wer also romantische Beschreibungen von heroischen Kriegern sucht, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Die Schilderungen der Geschehnisse sind sehr realistisch und oft auch brutal. So brutal und grauenhaft, wie dieser sinnlose Krieg nun einmal war. Der Autor hat die historischen Ereignisse seiner Geschichte zugrunde gelegt und einige Figuren hinzuerfunden. Im Anhang gibt es ein Personenregister, das sehr genau erklärt, welche Charaktere real existiert haben. Die Darstellungen der Orte und Schlachten sind sehr detailliert und somit nichts für zartbesaitete Leser. Die Zeiten waren hart und genauso beschreibt Ulf Schiewe sie. Hier wird nichts beschönigt.

Dieser Roman wird mich noch lange beschäftigen. Ulf Schiewe regt mit seiner Geschichte zum Nachdenken an. Der zentrale Satz ist für mich „Religion ist Macht“. Die Parallelen zur Gegenwart sind nicht von der Hand zu weisen. Wann lernen die Menschen endlich, den Glauben der Anderen zu respektieren? Wie viele Kriege sollen noch im „Namen des Herrn“ geführt werden? Und wer ist überhaupt der „richtige“ Gott? Glauben nicht alle im Grunde an denselben Gott?

Fazit:
Ulf Schiewe ist erneut ein grandioses Meisterwerk gelungen. Fesselnd und spannend führt er den Leser durch die Zeit des Zweiten Kreuzzugs im Jahre 1147 bis 1149, wobei er die Ereignisse sehr realistisch schildert und die Motive dieses „Heiligen Krieges“ kritisch hinterfragt.

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Tags: glaube, kirche, kreuzzug, krieg, outremer, südfrankreich   (6)

  

 

Das Pestzeichen
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70 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

pest, schatzsuche, saarland, schatz, dreißigjähriger krieg

Das Pestzeichen

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.09.2012
ISBN 9783442476398
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als Fan der Autorin ist jedes ihrer Werke für mich ein Muss. Nach Ausflügen ins Thüringische spielt ihr neuestes Werk nun wieder in ihrer Heimat, dem Saarland. Außergewöhnlich gut gefällt mir hier das Cover, das mal kein liebliches Frauengesicht zeigt, wie sonst bei historischen Romanen üblich. Zu sehen ist lediglich eine Frauenhand vor einem Stück Holz, auf das das Pestzeichen aufgemalt ist.

Die Geschichte spielt in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, also Mitte des 17. Jahrhunderts. Deutschland ist geprägt von Armut und nahezu ausgestorbenen Landstrichen. Hunger und Pest sind die Plagen, mit denen die Menschen zu kämpfen haben. Entsprechend viel Neid und Aberglaube herrscht in der Bevölkerung. In diesem düsteren Szenario durchlebt die Heldin Susanna ein Wechselbad der Gefühle. Zurückgekehrt von ihrer Tante, der sie eine Ziege brachte, findet sie den elterlichen Hof verwüstet und ihre Familie ermordet vor. Lediglich der Vater hat schwer verletzt überlebt und vertraut ihr in seinen letzten Minuten ein Geheimnis an. Es gibt ein Heft mit magischen Formeln, das zu einem Schatz führt. Doch dieses Büchlein ist der Grund für den Überfall auf das Bauernhaus. Und die Schurken, die es in ihren Besitz bringen wollten, geben noch lange nicht auf. Susanna bleibt nur die Flucht, auf der sie dem jungen Schweizer Urs begegnet. Gemeinsam begeben sie sich auf die gefährliche Suche.

Der Autorin ist es wieder einmal hervorragend gelungen, die düstere Stimmung der damaligen Zeit zu schildern. Insbesondere der Aberglaube der Menschen und die panische Angst vor der Pest prägen diese Geschichte. Susanna ist ein selbstbewusstes Mädchen, das trotz zahlreicher Rückschläge ihr Ziel im Auge behält. In einigen Szenen erschien sie mir dagegen etwas naiv, was für eine junge Frau ihres Alters jedoch völlig natürlich ist. Ihr Weggefährte Urs möchte eigentlich Heiler werden, wird aber vom Vater genötigt, sich als Soldat einzuschreiben. Er fügt sich zunächst in sein Schicksal, entwickelt sich im Laufe der Geschichte aber weiter und wird mutiger. Auch die Beweggründe für Jeremias’ Handeln schildert die Autorin nachvollziehbar.

Am Anfang des Buches bietet ein ausführliches Personenregister dem Leser die Gelegenheit, sich zu orientieren. In einem Nachwort berichtet die Autorin über ihre Recherchearbeit und erklärt ihren Lesern, welche Figuren und Orte real sind und was ihrer Fantasie entsprungen ist.

Fazit:
Der Autorin ist es gelungen, eine spannende und mitreißende Geschichte über ein Mädchen in einer dunklen Zeit, die von Aberglaube und Neid geprägt war, zu schreiben.
© Simone Kühlewind

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Tags: aberglaube, pest, saarland, schatzsuche   (4)

  

 

Zorn - Vom Lieben und Sterben
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(91)

145 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

mord, krimi, zorn, deutschland, missbrauch

Zorn - Vom Lieben und Sterben

Stephan Ludwig
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783596195077
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Auf dieses Buch bin ich durch eine Leseprobe bei „Vorablesen“ aufmerksam geworden. Mir war diese Reihe, die in Halle/Saale spielt, bisher völlig unbekannt. Schon das Cover ist ein echter Hingucker. In großen Lettern prangt der Name des Hauptkommissars Zorn darauf, wobei das „O“ aussieht wie ein Durchbruch in einer Mauer. Die Buchstaben sind reliefartig auf den Buchdeckel geprägt.

In Halle/Saale passiert nicht viel. Hauptkommissar Claudius Zorn und sein Kollege Schröder, der frisch aus dem Krankenhaus entlassen wurde, müssen sich mit einer Einbruchserie in einer Kleingartensiedlung herumschlagen. Bis eines Morgens ein Radfahrer tot aufgefunden wird, der durch ein Drahtseil, das quer über einen Weg gespannt war, beinahe geköpft wurde. Doch dieser junge Mann soll nicht das einzige Opfer bleiben. Schon bald wird ein zweiter Toter gefunden: ein Freund des ersten Ermordeten. Die Ermittlungen der beiden unkonventionellen Kommissare laufen auf Hochtouren.

Neben der extrem spannenden Handlung bietet dieser Thriller außergewöhnliche Figuren. Claudius Zorn ist ein eher unzufriedener, fauler Polizist, der unter der Trennung von seiner Freundin leidet. Unangenehme Arbeiten schiebt er auf seinen Kollegen Schröder ab. Dieser ist, obwohl er dick ist, wesentlich agiler als sein Vorgesetzter. Schon bald wird klar, dass er mit einem privaten Problem zu kämpfen hat, das dem Leser allerdings erst am Ende offenbart wird. Die junge Staatsanwältin Frieda Borck ist eine resolute Frau, die Zorn immer wieder Dampf machen muss. Auch über sie erfährt der Leser erst im letzten Drittel etwas Privates.

Der Fall selbst ist sehr spannend, da es nicht bei den zwei Opfern bleibt. Die Kommissare nehmen immer wieder neue Spuren auf und ermitteln in alle Richtungen. Obwohl der Leser durch den auktorialen Stil der Polizei manchmal etwas voraus ist, war mir bis zum Ende nicht klar, wer der Mörder ist.

Zart besaitete Leser sollten jedoch lieber die Finger vom Buch lassen, da es ein paar sehr brutale und blutige Schilderungen gibt. Was die Todesarten angeht, hat der Autor eine sehr rege Fantasie. Bei einigen Szenen musste ich tief durchatmen und das Buch kurz beiseite legen. Diese Phasen haben allerdings nie lange gedauert, weil ich viel zu dringend wissen wollte, wie es weitergeht.

Obwohl ich den ersten Teil dieser Reihe nicht gelesen hatte, konnte ich der Handlung sehr gut folgen. Den ersten Band habe ich mir allerdings bereits gekauft und werde ihn bald lesen. Ich hoffe sehr, dass diese Reihe um die Hauptkommissare Claudius Zorn und Schröder fortgesetzt wird.

Fazit:
Spannung pur gepaart mit originellen Figuren und einer plausiblen Geschichte, das sind die Zutaten, aus denen ein Thriller gemacht sein muss. Ich vergebe die volle Punktzahl.

  (7)
Tags: halle/saale, jugendliche, mordserie, sachsen-anhalt   (4)

  

 

Zorn – Tod und Regen
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(162)

253 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 101 Rezensionen

krimi, mord, zorn, regen, schröder

Zorn – Tod und Regen

Stephan Ludwig
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 26.04.2012
ISBN 9783596193059
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Nachdem ich bei „Vorablesen“ den zweiten Teil der Reihe gewonnen hatte und total begeistert war, wollte ich natürlich ebenfalls den ersten Teil dieser neuen Serie lesen. Auch dieser Fall konnte mich überzeugen, obwohl die Tatsache, dass ich die Fortsetzung schon kannte, mir einiges an Spannung genommen hat.

Die Ermittler Hauptkommissar Claudius Zorn und sein Kollege Schröder könnten unterschiedlicher nicht sein. Zorn ist unmotiviert, schlecht gelaunt und will am liebsten seine Ruhe haben. Schröder dagegen ist zuverlässig und akribisch. Dieses ungleiche Gespann wird mit einem äußerst brutalen Mord konfrontiert. In einer Lagerhalle wird lediglich eine riesige Blutlache gefunden. Von der Leiche fehlt jede Spur. Erst einige Tage später wird sie, sorgsam auf eine Bank an der Saale drapiert, gefunden. Zorn und Schröder stehen vor einem Rätsel. Da der Täter keinerlei Spuren hinterlassen hat, gestalten sich die Ermittlungen sehr schwierig. Während sie im Dunkeln tappen, braut sich im Hintergrund schon die nächste Katastrophe zusammen. Und schon bald gibt es einen weiteren Toten. Die Lösung des Falls wird dringender denn ja. Denn der Tote ist kein Unbekannter in Halle.

Dieser Krimi hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können. Der Leser erhält nicht nur Einblick in die Ermittlungsarbeit der beiden Kommissare, sondern bekommt auch die Sicht des Täters zwischendurch immer wieder geschildert. Dadurch ist er der Polizei einen kleinen Schritt voraus. Die Identität des Mörders erfährt er aber nicht, sodass man miträtseln kann.

Zorn und Schröder sind eigentlich beide nicht sonderlich sympathisch. Trotzdem habe ich sie beide in mein Herz geschlossen, weil es originelle Figuren sind. Das eine oder andere Klischee bedient der Autor zwar, aber das finde ich nicht weiter tragisch. Die Stadt Halle/Saale wird gut beschrieben, wobei der Autor weder den Namen der Stadt noch den des Flusses jemals erwähnt. Ich habe jedoch einige Plätze wiedererkannt und finde deren Darstellung sehr gelungen.

Die Auflösung des Falls war für mich vollkommen überraschend, aber dennoch plausibel erklärt. Der Showdown, zu dem es am Ende kommt, ist vielleicht etwas übertrieben, bringt aber Action in die Story. Die Schilderung der Morde ist sehr detailliert. Zartbesaiteten Lesern sei also empfohlen, sich lieber eine seichtere Lektüre zu suchen.

Stephan Ludwig ist meine Entdeckung des Jahres 2012. Dieser Autor steht seither ganz oben auf meiner Liste der Krimiautoren. Ich warte gespannt auf weitere Werke aus seiner Feder.

Fazit:
Spannender Auftakt zu einer neuen Serie, die ich mit Begeisterung verfolgen werde.

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Tags: halle/saale, mord, sachsen-anhalt, serie, thriller   (5)

  

 

Im Visier des Todes
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(45)

83 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

fotograf, mord, schwester, model, paris

Im Visier des Todes

Olga A. Krouk
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Lyx, 01.09.2012
ISBN 9783802586408
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Mit ihrem neusten Werk beschreitet die Autorin Olga A. Krouk einen neuen Weg. Ihre vorherigen Romane sind dem Genre Fantasy zuzuordnen. „Im Visier des Todes“ dagegen ist ein Romantic Thriller. Hiermit beweist die Autorin ihre Vielschichtigkeit und Wandlungsfähigkeit. Ihr ist es erneut gelungen, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln.

Schon der Prolog bescherte mir eine Gänsehaut. Es wird ein Fotoshooting beschrieben, das ganz und gar nicht gewöhnlich ist. Was es damit auf sich hat, erfährt der Leser allerdings erst im Laufe der Geschichte. Vom Tod ihrer jüngeren Schwester Céline, die als Model arbeitete, wird die etwas unauffällige und angepasste Leah komplett aus der Bahn geworfen. Als ihr Fotos des bewussten Fotoshootings zugeschickt werden, steht sie zunächst unter Schock. Bei der Beerdigungsfeier begegnet ihr der Fotograf Kay, der ihre Schwester gut gekannt hat. Doch der junge Mann verhält sich sehr seltsam. Leah beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und begibt sich in die Welt der Mode und Models. Doch sie muss schon bald erfahren, dass ihr Einsatz nicht unbemerkt bleibt und fatale Folgen für sie und ihre Mutter hat.

Neben den vielen spannenden Szenen kommt auch die Romantik nicht zu kurz. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, diese beiden Elemente miteinander zu kombinieren. Leah entwickelt sich im Laufe der Geschichte immer mehr zu einer selbstbewussten Frau. Ihre anfängliche Scheu weiß sie mit der Zeit zu überwinden. Kay dagegen ist rätselhaft und geheimnisvoll. Es wurde mir schnell klar, dass er etwas zu verbergen hatte. Neben den Protagonisten gibt es noch eine Reihe interessanter Nebenfiguren, deren Charakter ich nicht sofort einschätzen konnte. Hier gefiel mir Kays Mitarbeiterin Elinor am besten, die zum Teil sehr neugierig und aufdringlich war. Aber auch Kays Freund Nick stellte mich vor einige Rätsel. Olga A. Krouk legte immer wieder geschickt Fährten, denen ich nur allzu gerne folgte, um bald festzustellen, dass sie mich wieder an der Nase herumgeführt hatte. Die Spannung hielt sich über den kompletten Roman. Bis zum Schluss war mir nicht klar, wer Céline umgebracht hatte.

Wie ich auf der Website des Verlags gesehen habe, ist dieses Werk der Auftakt einer Serie. Der zweite Teil „Im Netz des Verbrechens“, den ich bereits sehnsüchtig erwarte, erscheint im nächsten Frühjahr. Der Ausflug in dieses Genre ist der Autorin hervorragend gelungen. Auch hiermit konnte mich Olga A. Krouk wieder voll und ganz überzeugen.

Fazit:
In ihrem neuen Werk bietet Olga A. Krouk Spannung von der ersten bis zur letzten Seite und gönnt dem Leser nur bei den romantischen Szenen kurze Verschnaufpausen. Kurzweilige Unterhaltung, die mich förmlich an das Buch fesselte.

  (6)
Tags: fotograf, mode, model, mord   (4)

  

 

Katzenmond
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(19)

35 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

kater, mord, kommissar, katzenkrimi, potsdam

Katzenmond

Christine Anlauff
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.08.2012
ISBN 9783746628424
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Kater Serrano und Kommissar Liebermann waren mir nach „Katzengold“, dem ersten Teil dieser Reihe, sehr ans Herz gewachsen. Lange habe ich auf eine Fortsetzung warten müssen. Nun ist sie endlich erschienen und durfte selbstverständlich sofort bei mir einziehen. Schon das Cover ist ein echter Hingucker: Auf einem leuchtenden Lila prangt die Zeichnung eines gelb getigerten Katers, neben ihm steht ein Mann mit einer Lupe in der Hand.

In dem Potsdamer Viertel, in dem sowohl Serrano als auch Liebermann leben, hat eine ominöse Schule eröffnet, die sich „Aphrodite“ nennt. Die Gerüchte kochen auf Katzen- wie auch auf Menschenseite. Kater Serrano erfährt nicht nur von übel zugerichteten Katern, die um die drei Perserkatzen im Aphrodite herumgeschlichen waren und dabei von einem geheimnisvollen Schatten überfallen wurden. Auch seine Tochter Krümel ist verschwunden. Liebermann tritt seine neue Stelle in der Mordkommission an und wird mit einer Wasserleiche konfrontiert. Beide nehmen, zunächst getrennt voneinander, die Ermittlungen auf. Aber schon bald zeigt sich, dass es Zusammenhänge zwischen den Fällen gibt.

Sowohl bei Kommissar Liebermann als auch bei Serrano haben sich „berufliche“ Veränderungen ergeben. Liebermann wird Chef eines neuen Teams. Dabei trifft er auf einen Kollegen, der bei der Beförderung übergangen wurde und ihm nun das Leben nicht gerade leicht macht. Serrano dagegen hat die Führung des Viertels an seinen Sohn Caesar übergeben. Beide tappen lange im Dunkeln mit ihren Fällen. Die Autorin hat geschickt immer wieder Fährten gelegt, die zu den Tätern zu führen schienen. Bis zur Auflösung war ich mir unsicher, wer die Täter gewesen sein könnten.

Das Besondere an Christine Anlauffs Katzenkrimis ist das Zusammenspiel der beiden Ermittler. Die Passagen, die die Ereignisse aus Serranos Sicht beschreiben, sind mit viel Humor beschrieben. Wie er und die anderen Katzen die Zweibeiner sehen, ist köstlich zu lesen und hat mich oft schmunzeln lassen. Liebermanns Ermittlungen sind spannend geschildert. Hier konnten mich die Zusammentreffen mit der eigenwilligen Pathologin Franziska und Liebermanns muffeligen Kollegen Müller begeistern.

Der Roman spielt in Potsdam, der Heimat der Autorin. Ich konnte merken, dass sie ihre Stadt liebt. Auch ich habe sofort Lust bekommen, der Stadt an der Havel wieder mal einen Besuch abzustatten.
Das Ende hält noch eine Überraschung für den Leser parat, die Hoffnung auf einen weiteren Teil in dieser Reihe macht.

Fazit:
Christine Anlauff kann erneut mit ihren humorvollen und spannenden Schilderungen der Ermittlungen der beiden „Schnüffler“ Serrano und Liebermann überzeugen.

  (6)
Tags: katzen, katzenkrimi, mord, potsdam   (4)

  

 

Kölner Persönlichkeiten
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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

nrw, reise, deutschland, reiseführer, köln

Kölner Persönlichkeiten

Stefan Keller
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Gmeiner, A, 20.06.2012
ISBN 9783839212813
Genre: Sonstiges

Rezension:

Stefan Keller war mir bisher nur als Krimiautor im Gmeiner Verlag bekannt. Als ich sah, dass er ein Buch über seine Wahlheimat Köln geschrieben hat, musste ich dieses sofort lesen. Obwohl ich nur 60 km von Köln entfernt wohne, kenne ich es längst nicht so gut, wie ich es gerne kennen würde. Dieser ungewöhnliche Reiseführer hat mir viele Ecken gezeigt, die mir bisher fremd waren, und das auf äußerst unterhaltsame Weise.

Auf dem Cover ist das Maskottchen des 1. FC Köln abgebildet, der Geißbock Hennes. Das ist ein echter Hingucker und ein ungewöhnliches Titelbild. Endlich prangt mal nicht der Kölner Dom, den ich natürlich auch sehr mag, auf einem Reiseführer.

In diesem Buch werden nicht einfach die Sehenswürdigkeiten aufgezählt. Der Autor verbindet diese mit 66 Kölner Persönlichkeiten, denen jeweils eine Doppelseite gewidmet ist. Auf der linken Seite gibt es sehr geschmackvolle Fotografien der Bauwerke und Denkmäler, auf der rechten schildert der Autor, was die Persönlichkeit mit der Sehenswürdigkeit verbindet.

Aufgeteilt ist das Buch in diverse Kölner Bezirke: die Altstadt, das Rheinufer, Kölner Straßen, den östlichen Teil der Stadt, den Grüngürtel und die Neustadt. Verteilt auf das Buch gibt es zudem elf „Veedelshistörchen“, also Einblicke in besondere Stadtviertel. Auf jeder Seite gibt es zusätzlich einen besonderen Tipp, was man sich anschauen sollte. Ab und an eingeworfene Kölner Mundart lockern das Werk auf, ohne jedoch für Verwirrung zu sorgen. Der Autor erklärt die Begriffe im Zusammenhang.

Je eine Karte der Altstadt und der Umgebung derselben runden diesen Reiseführer ab. Das einzige Manko ist, dass durch die Form der Doppelseite für jede Persönlichkeit der Platz für die Informationen begrenzt ist. Über manche Plätze oder Personen hätte ich gerne mehr erfahren.

Fazit:
Ein Reiseführer mit besonderem Charme, der den Blick des Touristen auch mal auf unbekanntere Sehenswürdigkeiten und Persönlichkeiten lenkt.

  (5)
Tags: deutschland, köln, nrw, reise, reiseführer, rheinland   (6)

  

 

Die eiskalte Jahreszeit der Liebe
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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

russland, moskau, liebe, winter, sex

Die eiskalte Jahreszeit der Liebe

Andrew Miller , Bernhard Robben
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 01.08.2012
ISBN 9783100490193
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Dieses Buch gab es von Vorablesen als Ersatz für den Kriminalroman „Der Sturm“, um dessen Autor es bei Veröffentlichung einigen Aufruhr gegeben hatte. Zum Glück! Denn sonst wäre ich auf diesen wundervollen Roman wohl nie aufmerksam geworden und mir wäre ein großes Lesevergnügen entgangen.

Nick ist ein britischer Anwalt, der seit vier Jahren in Moskau lebt und arbeitet. Er meint, er kennt „die Russen“ und deren Hauptstadt mittlerweile sehr gut. Doch eines Tages trifft er zwei junge Frauen in der Metro: Mascha und Katja. Schon bald werden Mascha und er ein Paar. Mit ihr gemeinsam lernt er ganz neue Seiten seine Wahlheimat kennen, die nicht immer erfreulich sind.

Der Protagonist erzählt seiner Braut in der Ichform seine Erlebnisse in Russland. Dadurch konnte ich mich gut in diese Figur hineinversetzen. Obwohl er bereits Mitte Dreißig ist, kam Nick mir manchmal sehr naiv vor. Die junge und hübsche Mascha wickelt ihn um den Finger. Obwohl er von verschiedenen Leuten gewarnt wird, schlittert er unaufhaltsam ins Verderben. Auch geschäftlich entwickelt sich eine Transaktion nicht so, wie die Anwälte es sich vorgestellt haben.

Der Autor hat als Korrespondent drei Jahre in Moskau gearbeitet. Ich war leider noch nie dort, konnte mir anhand der Beschreibungen aber alles sehr gut vorstellen. Die Schilderungen waren sprachlich sehr ausgefeilt und so kam es, dass ich das Lesen oft unterbrechen musste, weil ich die Sätze genießen wollte. Bei einigen Darstellungen musste ich schmunzeln, andere dagegen haben mich schockiert. So war der Roman für mich ein Wechselbad der Gefühle. Und wie Nick war ich zu Anfang noch so naiv und habe geglaubt, dass alles noch ein gutes Ende nehmen könnte. Aber der Autor hat schön langsam den Untergang vorbereitet und zum Schluss fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Fazit:
Ein großartiges Debüt, das mich vor allem durch seine Sprache und seine bildhaften Beschreibungen begeistern konnte.

  (7)
Tags: korruption, liebe, mord, moskau, russland, sex   (6)

  

 

Von Flöhen und Mäusen
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(52)

61 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 42 Rezensionen

markus neumann, agenten, janna berg, geheimdienst, krimi

Von Flöhen und Mäusen

Mila Roth
E-Buch Text: 98 Seiten
Erschienen bei null, 21.07.2012
ISBN B008NXGBO0
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Nachdem mir bereits der erste Teil dieser „Vorabendserie in Buchform“ sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie es mit der „Spionin wider Willen“ weitergeht. Die Autorin konnte mich auch mit dem zweiten Teil wieder begeistern.

Dieses Mal geht es um den Diebstahl von Steuerdaten. Ein bekannter Steuerberater, für den Janna stundenweise arbeitet, hat Spielschulden und will diese mit Hilfe der gestohlenen Daten ablösen. Leider kann ihm der Geheimdienst dies nicht nachweisen. Deshalb wird Janna erneut gebeten, für das „Institut“ tätig zu werden. Widerwillig stimmt sie nach einigem Zögern zu und gerät prompt wieder in brenzlige Situationen.
Das Gute an diesen kurzen Episoden ist, dass man als Leser nicht sehr lange auf die Fortsetzung zu warten braucht. Leider sind sie aber auch immer sehr schnell durchgelesen. Aber hier trifft der Grundsatz „In der Kürze liegt die Würze“ voll und ganz zu. Auf nur 172 Seiten ist es der Autorin nicht nur gelungen, einen glaubwürdigen Fall zu konstruieren und spannend aufzulösen. Sie versteht es zudem ausgezeichnet, die Figuren nach und nach immer besser vorzustellen, ohne jedoch zu viel zu verraten. So bleibt mir nichts anderes übrig, als auf den nächsten Teil dieser humorvollen und spannenden Serie zu warten, um wieder etwas mehr von Janna und Markus zu erfahren.

Fazit:
In der Kürze liegt die Würze!

  (4)
Tags: geheimdienst, hausfrau, krimiserie, mutter   (4)

  

 

Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner
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(12)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

zeitreise, liebe, treue, januar 2012, humor

Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner

Kerstin Gier
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio, 12.12.2011
ISBN B006MC285U
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich mag Kerstin Giers besonderen Humor, ich mag Autorenlesungen und ich mag ungekürzte Hörbücher. Also war klar, dass dieses auf meinen iPod ziehen und mich unterhalten durfte. Und das hat es ganz vorzüglich getan.

Kati und Felix sind seit einigen Jahren verheiratet. Obwohl sie sich lieben, ist die Luft raus aus ihrer Beziehung. Sie leben nebeneinander her, jeder mit seiner Arbeit beschäftigt, und abends sind sie zu müde, um sich miteinander zu beschäftigen. Als Kati auf einem Lehrgang Mathias kennenlernt, fühlt sie sich spontan zu ihm hingezogen. Er möchte sie gerne wiedersehen und als sie, trotz Gewissensbissen, einem Date zustimmt, kommen sich die beiden näher. Doch beim Abschied fällt sie auf die S-Bahn-Gleise und wird vom Zug überrollt. Als sie wieder wach wird, denkt sie zunächst, sie sei tot und im Himmel gelandet. Aber sie liegt im Krankenhaus. Und ihr wird schnell klar, dass sie fünf Jahre vor ihrem Unfall wieder aufgewacht ist. Sie sieht die Chance, in ihrem neuen Leben alles anders zu machen. Und sie nutzt diese Chance – mit ungeahnten Folgen.

Mit ihrer üblichen humorvollen Art beschreibt Kerstin Gier Katis Leben. Besonders nach der unfreiwilligen Zeitreise stolpert „Future Woman“, wie Kati sich selbst bezeichnet, von einer lustigen Situation in die nächste. Dadurch, dass sie weiß, was in der nächsten Zukunft passiert, kann sie einige Katastrophen verhindern. Dafür schafft sie aber auch die ein oder andere neue brenzlige Situation.
Neben Kati hat mir besonders Linda, die etwas naive, esoterisch angehauchte Kollegin Katis gefallen. Mit ihrer schlichten Art hat sie mich oft zum Lachen gebracht. Bei allem Humor hat mich dieser Roman aber auch nachdenklich gestimmt. Egal, was wir im Leben haben oder sind, wir streben immer nach etwas scheinbar noch Besserem, anstatt uns unseres Glücks bewusst zu werden.

Kerstin Giers Stimme fand ich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Für eine erwachsene Frau hat sie eine erstaunlich helle Stimme. Aber ich hatte mich schnell daran gewöhnt und mich daran erfreut, wie sie einige ganz besondere Situationen ausschmückte, z.B. „DIE HOOOOCHZEEEEEEIT“.
Als Autorin des Romans weiß sie natürlich genau, welche Stellen sie besonders betonen muss.

Fazit:
Wer lustige, aber nicht sinnfreie, Unterhaltung sucht, ist mit diesem kurzweiligen Hörbuch sehr gut bedient. Es in der Öffentlichkeit zu hören, birgt allerdings die Gefahr, von seinen Mitmenschen schräg angeschaut zu werden. Zumindest ich musste mehrfach laut lachen während des Hörens.

  (5)
Tags: humor, liebe, treue, zeitreise   (4)

  

 

OstfriesenKiller
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(25)

45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

krimi, ostfriesland, regionalkrimi, aurich, deutschland

OstfriesenKiller

Klaus-Peter Wolf
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.05.2012
ISBN 9783596512461
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Da ich sehr gerne Regionalkrimis lese und die Möglichkeit hatte, diesen Roman im Rahmen einer autorenbegleiteten Leserunde zu lesen, habe ich begeistert zugesagt. Diese Entscheidung habe ich nicht bereut. Im Gegenteil – der erste Teil um die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen hat mir so gut gefallen, dass ich die Fortsetzungen nun auch lesen möchte.

In Norden stirbt der Vorsitzende des Vereins „Regenbogen“, der sich um behinderte Menschen kümmert. Er wird durch eine Fensterscheibe in seiner eigenen Küche erschossen. Die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen nimmt gemeinsam mit ihren Kollegen die Ermittlungen auf. Privat läuft es bei ihr im Moment allerdings gar nicht gut. Ihr Mann hat eine Affäre und verlässt sie mit dem gemeinsamen Sohn, als Ann ihn des Fremdgehens „überführt“. Doch sie hat nicht lange Zeit, sich mit ihren privaten Problemen zu beschäftigen. Schon bald folgt ein zweiter Mord. Das Opfer ist ein Zivildienstleistender beim „Regenbogen“-Verein. Es scheint so, als hätte der Mörder es auf Mitarbeiter dieser Einrichtung abgesehen.

Neben dem spannenden Fall konnte mich in diesem Roman besonders die Hauptfigur Ann Kathrin Klaasen begeistern. Klaus-Peter Wolf beschreibt die Kommissarin als eine ganz normale Frau und Mutter mit Ecken und Kanten. Sie ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Als Ehefrau und Mutter hat sie versagt, weil sie ständig beruflich im Einsatz ist und das Privatleben einfach zu kurz kommt. Zudem macht ihr der Tod ihres Vaters, der auch Polizist war und bei einer Geiselnahme ermordet wurde, immer noch schwer zu schaffen. Sie hat sich in die Idee verbissen, die Mörder ihres Vaters eines Tages zu verhaften.

Aber auch die Nebenfiguren hat der Autor mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Jeder hat seine Eigenarten und Charakterzüge, die ihn menschlich machen.

Die Auflösung des Falles war sehr spannend beschrieben. Herr Wolf hat geschickt einige Fährten gelegt, die sich aber immer wieder als falsch erwiesen. Das Ende bot noch einmal Anlass für schweißnasse Hände und eine echte Überraschung. Auf den wahren Täter wäre ich nie gekommen.

Was mir ein wenig gefehlt hat, war das Lokalkolorit. Ein paar mehr Beschreibungen der ostfriesischen Landschaften und Städte hätten mir gefallen. Aber das kommt vielleicht in den nächsten Bänden dieser Reihe, die ich mit Sicherheit auch lesen werde.

Fazit:
Klaus-Peter Wolf hat mit „Ostfriesenkiller“ einen Regionalkrimi mit einer sympathischen Kommissarin geschaffen. Ich werde diese Reihe auf jeden Fall weiterlesen.

  (10)
Tags: ostfriesland, regionalkrimi   (2)

  

 

Schweig still, süßer Mund
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(152)

368 Bibliotheken, 6 Leser, 4 Gruppen, 56 Rezensionen

thriller, liebe, entführung, freundschaft, jugendbuch

Schweig still, süßer Mund

Janet Clark
Flexibler Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Loewe, 24.01.2012
ISBN 9783785572740
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Das Cover dieses Buches sieht mit seinem Blümchenmuster eher verspielt aus. Einzig der schwarze Rand und das Wort „Thriller“ weisen darauf hin, dass es sich hier nicht um ein romantisches Mädchenbuch handelt. Spätestens die Lektüre der Inhaltsangabe lässt keinen Zweifel mehr zu: Es wird spannend. Und das war es auch für mich, obwohl ich nicht zur eigentlichen Zielgruppe der 14- bis 17-jährigen gehöre.

Jana ist 17 und lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer zwei Jahre älteren Schwester. Ihre beste Freundin seit der gemeinsamen Kindergartenzeit ist die 18-jährige Ella, ein Mädchen aus einer wohlhabenden Familie. Als Ella eines Tages nicht zu einer Verabredung erscheint, schöpft Jana sofort Verdacht, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Ella würde niemals kurz vor der Premiere die Theaterprobe, die ihr so wichtig ist, verpassen. Außerdem steht sie kurz vor dem Abitur. Die Polizei, die Jana und ein Freund einschalten, will allerdings nicht auf die Suche nach Ella gehen. Schließlich ist sie schon volljährig. Jana beginnt notgedrungen zunächst selbst, nach Ella zu suchen. Dabei begibt sie sich in große Gefahr und erfährt Dinge über ihre Freundin, die sie sich niemals hätte vorstellen können.

Dieser Jungendthriller beschreibt eine Freundschaft, die seit der frühen Kindheit der Mädchen besteht. Dabei könnten die Elternhäuser nicht unterschiedlicher sein. Jana lebt in einer sehr herzlichen Umgebung. Die Mutter muss zwar für den Lebensunterhalt der Familie als Krankenschwester in Wechselschicht arbeiten, ist aber trotzdem für ihre Töchter da, wenn sie sie brauchen. Ella dagegen hat reiche Eltern, die sie alleine lassen, weil sie nach einem Streit auf eine Weltreise aufgebrochen sind. Als Ella das Gymnasium wechselt, sehen sich die Mädchen immer seltener. Und so bekommt Jana einige Entwicklungen in Ellas Leben nicht mit. Umso erschrockener ist sie, als sie bei ihren Nachforschungen nach und nach Details aus Ellas Leben erfährt. Aber sie hält an der Freundschaft zu Ella fest, schreibt ihr sogar jeden Tag einen Brief.

Die Suche nach der Vermissten gestaltet sich sehr spannend, denn auch dem Leser werden immer mehr Dinge über Ella klar. Dabei gelingt es der Autorin, immer wieder Fährten auszulegen, die sich dann aber doch als falsch erweisen. Sehr gut hat mir auch gefallen, dass Jana als normaler Teenager beschrieben wird, die sich trotz der quälenden Angst um ihre Freundin auch für Jungen interessiert.
Das Ende fand ich ganz hervorragend und gefühlvoll geschildert. Weshalb das so ist, werde ich hier natürlich nicht verraten.

Der Verlag hat sich zu diesem Buch noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Es gibt eine Website, die genauso heißt wie die, die Jana und ihre Freunde ins Netz gestellt haben. Auf [URL]www.wo-ist-ella.de[/URL] findet der Leser Hintergrundinfos zu den Figuren im Buch, aber auch Tipps, was man selbst tun kann, wenn ein Freund oder eine Freundin verschwinden.

Sehr erfreut hat mich die Tatsache, dass die Autorin eine Deutsche ist. Bei ihrem Namen hatte ich eher an eine Engländerin oder Amerikanerin gedacht. Bisher ist von ihr noch ein Thriller für Erwachsene erschienen, den ich mit Sicherheit bald lesen werde. Ich hoffe aber, dass sie auch weitere Bücher für Jugendliche schreiben wird. Dafür hat sie nämlich ein großartiges Talent.

Fazit:

Janet Clark ist mit „Schweig still, süßer Mund“ ein Jugendthriller gelungen, der auch mich als Erwachsene spannend und gefühlvoll unterhalten hat. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für Jung und Alt.

  (6)
Tags: entführung, jugendliche, thriller, vermisste   (4)

  

 

In einem Land vor meiner Zeit
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(45)

87 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 36 Rezensionen

ddr, zeitreise, tagebuch, 1984, ina raki

In einem Land vor meiner Zeit

Ina Raki
Flexibler Einband: 282 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 16.02.2012
ISBN 9783351041571
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Als ich dieses Buch auf der diesjährigen Buchmesse Leipzig am Stand des Aufbau Verlags sah, habe ich sofort danach gegriffen. Das auffällige Cover in einem strahlenden Gelb mit typischen Gegenständen aus der DDR ist ein echter Hingucker. Auch die Inhaltsangabe hat mich sofort neugierig gemacht. Als sich mir dann die Gelegenheit bot, an einer Leserunde mit der Autorin bei Lovelybooks teilzunehmen, habe ich natürlich sofort begeistert mitgemacht.

Der Roman ist eine etwas ungewöhnliche Zeitreisegeschichte. Die 14jährige Alina wird nicht nur ins Jahr 1984 versetzt, sie landet auch noch im Körper ihrer Mutter in der damaligen DDR. Zunächst ist sie vollkommen befremdet vom Leben im „Steinzeithausen“. Es gibt weder Fernseher noch Telefon oder etwa gar Computer. Der Tagesablauf in der Familie, der Schulstoff und die Freunde ihrer Mutter sind ihr vollkommen fremd. Zudem sieht sie sich damit konfrontiert, dass in diesem System nicht einfach jeder seine Meinung äußern darf. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten lernt sie recht bald auch die positiven Seiten der DDR kennen. Aber sie will zurück in ihr eigenes Leben im Jahr 2011. Ob und wie ihr das gelingt, solltet Ihr unbedingt selber lesen.

Neben vielen lustigen Begebenheiten schildert die Autorin auch die negativen Seiten der DDR. Insbesondere die Tatsache, dass man unfrei war und nicht alles sagen durfte, was man dachte, wird in den Mittelpunkt gerückt. Dies aus der Sicht eines 14jährigen Mädchens aus der Gegenwart zu schildern, ist eine geniale Idee. So können sich Teenager, die die eigentliche Zielgruppe dieses Romans sind, mit Alina identifizieren und die fremde Welt mit deren Augen entdecken. Aber auch ich als erwachsene Frau, die 1964 in Westdeutschland das Licht der Welt erblickte, habe mich gut unterhalten gefühlt und auch einiges erfahren, das mir bisher so nicht bekannt war.

Ganz besonders hat mir auch das Erscheinungsbild des Buches gefallen: Es ist nicht nur in Tagebuchform geschrieben, es ist auch wie ein solches gestaltet. Eingefügte Smileys, ein handgeschriebener Stundenplan und ähnliche Dinge zieren Alinas Tagebucheinträge. Im Anschluss findet der Leser ein Glossar und ein sehr aufschlussreiches Nachwort der Autorin.

Fazit:
Mit ihrem Debüt konnte die Autorin mich restlos begeistern. Ich finde, dieses Buch sollte jeder Jugendliche lesen, damit er die DDR kennenlernt. Aber auch Erwachsenen empfehle ich die Lektüre, damit sie nicht vergessen.

  (10)
Tags: 80er-jahre, ddr, jugend, sozialismus, zeitreise   (5)

  

 

Bernsteinerbe
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(9)

22 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

königsberg, medizin, wundärztin, rehn, bernstein

Bernsteinerbe

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 703 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.06.2012
ISBN 9783426507322
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mich schon die ersten beiden Teile der Trilogie um die Wundärztin Magdalena begeistert haben, wollte ich auch „Das Bernsteinerbe“ lesen. Auch mit diesem Werk konnte Heidi Rehn mich wieder voll in ihren Bann ziehen.
Magdalena und ihre Tochter Carlotta leben mittlerweile seit vier Jahren in Königsberg. Das Mädchen ist zu einer jungen Frau geworden, die auf den Spuren der Mutter als Wundärztin wandelt. Magdalena selbst dagegen hat sich dem Kontor ihrer Vorfahren angenommen. Seit dem Tod ihres geliebten Mannes Eric mag sie nicht mehr als Wundärztin tätig sein. Als im Jahre 1662 die kurfürstliche Armee in die Stadt am Pregel einzieht, verändert sich die Situation der beiden selbstbewussten Frauen schlagartig. Sie werden verdächtigt, mit den Belagerern zu kooperieren und mit ihren Heilkünsten nur Schaden anzurichten. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, verlassen sie Königsberg.
In diesem dritten – und leider letzten – Teil der Reihe übernimmt die 17jährige Carlotta die Rolle der Hauptfigur, Magdalena tritt etwas in den Hintergrund. Von dem klugen und selbstbewussten Mädchen war ich sofort begeistert. Ihre Liebe zu dem jungen Arzt Christoph Kepler wird immer wieder überschattet von Eifersucht und der Tatsache, dass sowohl Christophs Vater als auch Carlottas Mutter von dieser Verbindung nur wenig begeistert sind. Als Mathias, der mittlerweile beim kurfürstlichen Heer ist, plötzlich wieder auftaucht, ist Carlotta hin- und hergerissen. Besonders ihr Schicksal hat mich sehr bewegt. Aber auch Magdalena kommt in eine unangenehme Situation, als sie sich entgegen ihrer Vorsätze eines kranken Patienten annimmt. Einige liebgewonnene Figuren aus den beiden Vorgängerbänden tauchten zu meiner Freude auch wieder auf.
Man merkt der Autorin ihre Liebe zu Königsberg an. Mit ihren bildhaften Schilderungen der Stadt und der Landschaft hat sie in mir den Wunsch geweckt, mir diese Gegend auch einmal anzuschauen. Ihre Figuren zeichnet sie mehrdimensional, sodass ich immer wieder von deren Handeln und deren Reaktionen überrascht wurde. Auch die Romantik und die Gefühle kamen nicht zu kurz. Das Ende dieser Trilogie hat mich das Buch mit einem zufriedenen Seufzer zuklappen lassen.
Obwohl dies bereits der dritte Teil der Trilogie ist, kann man den Roman auch lesen und der Handlung folgen, ohne die beiden Vorgänger zu kennen. Heidi Rehn erklärt in kurzen Rückblenden, die geschickt in die Geschichte eingeflochten sind, was bisher geschah. Allerdings rate ich jedem, sich nicht um den Genuss der beiden ersten Bücher der Trilogie zu bringen.
In einem Nachwort schildert Heidi Rehn, welche Ereignisse und Figuren real existiert haben und welche ihrer Fantasie entsprungen sind. Man merkt dem Roman eine gründliche Recherchearbeit an. Eine Karte der Gegend am Anfang des Buches und ein Glossar runden diesen großartigen historischen Roman ab. Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Werke aus der Feder der Autorin.

Fazit:
Auch dieser letzte Teil der Trilogie um die Wundärztin Magdalena konnte mich wieder bestens unterhalten und voll und ganz überzeugen.

  (9)
Tags: bernstein, königsberg, medizin, wundärztin   (4)

  

 

Mein böses Herz
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322 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 79 Rezensionen

halluzinationen, thriller, halluzination, wulf dorn, bruder

Mein böses Herz

Wulf Dorn
Fester Einband: 413 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.02.2012
ISBN 9783570160954
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Da ich bereits die drei Thriller für Erwachsene von Wulf Dorn verschlungen habe, wollte ich natürlich auch dieses Jugendbuch von ihm lesen. Auch hiermit ist es ihm wieder gelungen, mich von Anfang an zu fesseln. Im Gegensatz zu seinen Psychothrillern hat er seine Story jugendgerecht aufgezogen, aber deshalb auf keinen Fall weniger spannend.

Als die 16-jährige Doro ihren kleinen Bruder eines Morgens aus seinem Bettchen holen soll, findet sie ihn tot vor. Darüber zerbricht die Familie. Doro zieht mit ihrer Mutter in eine andere Stadt, nachdem sie einige Zeit in einer psychiatrischen Anstalt in Fahlenberg (Wulf Dorns fiktiver Handlungsort aller seiner Romane) verbracht hat. Sie leidet unter Halluzinationen und kann sich nicht mehr an die Nacht vor dem grausigen Fund erinnern. Insgeheim gibt sie sich die Schuld am Tod ihres kleinen Bruders. In dem kleinen Ort Ulfingen beginnt sie mit ihrer Mutter ein neues Leben. Doch schon bald häufen sich wieder die seltsamen Ereignisse um sie herum. Obwohl sie glaubte, über ihre Störung hinweg zu sein, zweifelt sie schon bald wieder an ihrem Verstand. Ein verletzter Junge, den sie in ihrem Gartenhäuschen findet, ist verschwunden, nachdem sie Hilfe geholt hat. Zudem stellt sich heraus, dass dieser Junge bereits einen Tag vorher Selbstmord begangen haben soll. Schon bald spricht sich herum, dass Doro etwas seltsam ist. Sie kämpft darum, dass man ihr glaubt. Und nach und nach kommt auch die Erinnerung an die Nacht vor dem Tod des Bruders wieder zurück.

Wulf Dorn versteht es ausgezeichnet, den Leser immer wieder in die Irre zu führen. Doros Verwirrtheit hatte auch schon bald mich ergriffen. Auch ich wusste nicht mehr, was ich glauben sollte. War der Junge im Garten wieder nur eine Halluzination? Aber es sprechen zu viele Indizien dagegen. Auf der Jagd nach der Wahrheit habe ich das Buch kaum aus der Hand legen können. Immer wenn ich dachte, jetzt wisse ich, was wirklich geschehen ist, hat der Autor mir wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ich konnte Doros Ängste und Zweifel sehr gut nachvollziehen, da die Gesichte aus ihrer Sicht erzählt wurde. Alle anderen Figuren bleiben dadurch zunächst weniger charakterisiert, sodass ich sie, genau wie Doro, erst nach und nach kennenlernte und mir eine eigene Meinung bilden konnte. Dieser Aspekt hat die Lektüre für mich um so spannender gemacht.

Fazit:
Auch im Genre Jugendbuch kann Wulf Dorn wieder voll überzeugen.

  (8)
Tags: halluzinationen, kindstot   (2)

  

 

Die Bucht des grünen Mondes
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(87)

149 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

brasilien, kautschuk, liebe, amazonas, indianer

Die Bucht des grünen Mondes

Isabel Beto
Flexibler Einband: 541 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 22.11.2011
ISBN 9783499257018
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die junge Amely wächst wohlbehütet bei ihrem Vater, einem Fabrikanten von Fahrrädern, im Berlin des späten 19. Jahrhunderts auf. Sie steht kurz vor ihrer Verlobung mit Julian, einem Angestellten ihres Vaters, als sie erfährt, dass ihr Vater sie mit einem wesentlich älteren Verwandten verheiraten will, der zudem noch in Brasilien lebt. Kilian Wittstock ist einer der Kautschukbarone, die durch die Ausbeutung der brasilianischen Bevölkerung zu unermesslichem Reichtum gekommen sind. Amely erwartet nicht nur ein fremdes Land voller Exotik und ein Leben im Luxus. Ihr Ehemann erweist sich als brutaler Patriarch, der ihr das Leben zur Hölle macht. Durch einen Zufall lernt sie den Indio Aymáho kennen, der ihr ihre neue Heimat auf ganz andere Art und Weise zeigt. Doch ihre Liebe wird überschattet von der Gefahr, die durch die Gier der Kautschukbarone droht.

Auf dieses wunderbare Buch bin ich durch die außergewöhnliche Gestaltung aufmerksam geworden. Das Cover zeigt eine Bucht mit türkisfarbenem Wasser, umrandet von grünen Pflanzen. Über dem Nachnamen der Autorin ist ein Tukan abgebildet. Der Buchschnitt ist mit grünen Verzierungen geschmückt.

Der außergewöhnliche Handlungsort Brasilien und die Zeit der Kautschukbarone haben mich zudem gereizt, dieses Buch zu lesen. In der Biografie Isabel Betos steht, dass sie die Farben Südamerikas schon immer fasziniert haben. Diese Begeisterung hat sie in der Geschichte exzellent zum Ausdruck gebracht. Ich fühlte mich, als sei ich mit Amely im Dschungel und habe durch ihre Augen die fremde und exotische Welt kennenlernen dürfen. Aber auch die Welt der Kautschukproduzenten mit ihrem Prunk und Protz, der im Bau der Oper von Manaus ihren Höhepunkt fand, hat die Autorin sehr gut beschrieben. Mir war diese Oper bisher nur aus dem Film „Fitzcarraldo“ mit Klaus Kinski bekannt. Es war sehr interessant, etwas mehr über den Bau dieses Monuments zu erfahren.

Das Leben der Indianer ist dem der Yanomami nachempfunden, wie die Autorin in einem Nachwort erklärt. Selbst die Sprache der Indianer hat sie recherchiert. Die Passagen, die im Urwald spielen, haben mich absolut fasziniert. Sie haben mir einen Einblick in eine vollkommen fremde Welt ermöglicht. Ein Glossar wäre allerdings sehr hilfreich gewesen, um die fremden Begriffe nachschlagen zu können. Da die Autorin aber alles im Text erklärt hat, bin ich auch ohne zurechtgekommen.

Sehr eindrucksvoll wird auch die Entwicklung der Figuren beschrieben, allen voran natürlich die Amelys. Aus dem verschüchterten Berliner Mädchen wird nach und nach eine erwachsene und selbstbewusste Frau, die ihren Weg mit allen Mitteln gehen will. Aber auch die Wandlung Kilians vom zunächst netten Ehemann zum Scheusal oder die Aymáhos vom skeptischen Indio zum Vertrauten und Geliebten Amelys ist der Autorin wunderbar gelungen. Ich habe mit den Figuren gelebt, gelitten und geliebt.

Dieser Roman ist das Debüt der Autorin. Aber bereits im Dezember wird es ein neues Buch aus ihrer Feder geben, das ich auf jeden Fall auch lesen werde.

Fazit:
Ein großartiges Debüt Isabel Betos, das mich mit Spannung und Romantik in eine komplett fremde und exotische Welt entführt hat. Ich hoffe, es werden noch sehr viele Bücher dieser Autorin erscheinen.

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Tags: amazonas, brasilien, dschungel, indianer, kautschuk   (5)

  

 

Ewig Dein
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liebe, stalking, wien, stalker, psychiatrie

Ewig Dein

Daniel Glattauer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Paul Zsolnay Verlag, 06.02.2012
ISBN 9783552061811
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Ich habe schon mehrere Bücher von Daniel Glattauer gelesen und bin immer wieder begeistert von seiner Vielschichtigkeit. Mit seinem neuesten Werk „Ewig Dein“ beweist er aufs Neue, dass er sämtliche Genres beherrscht. Dieses Werk lässt sich auch nicht wirklich einem bestimmten Genre zuordnen. Auf Grund der Entwicklung, die die Geschichte nimmt, würde ich es jedoch als Psychothriller bezeichnen.

Judith ist Mitte Dreißig und glücklicher Single, als ihr beim Einkaufen ein Fremder auf die Ferse tritt. Nach einer Entschuldigung entfernt er sich, um an der Kasse gleich wieder hinter ihr zu stehen. Am nächsten Tag taucht er in dem Lampengeschäft, das sie führt, unvermutet auf. Kurz darauf begegnet sie ihm in einer Bar. Die beiden verabreden sich auf einen Kaffee, man kommt sich näher. Hannes überschüttet Judith mit Komplimenten. Er gefällt nicht nur ihrer Mutter, auch ihre Freunde sind schwer beeindruckt von dem neuen – scheinbar perfekten – Mann an Judiths Seite. Doch Judith wird die Liebe bald zu eng, sie will sich trennen. Aber das ist gar nicht so einfach. Hannes akzeptiert nicht, dass die Beziehung beendet ist. Er verfolgt Judith, schickt ihr Blumen, am Ende geistert er sogar durch ihre Träume.

Die Geschichte beginnt wie ein ganz normaler Liebesroman. Mit seinem unnachahmlichen Wortwitz beschreibt Daniel Glattauer die Figuren und die Situationen. Ich habe mich köstlich über diese Phase des Buches amüsiert. Doch schon bald nimmt die Story die erste überraschende Wendung. Der liebe Hannes wird zum Stalker. Judiths Ängste sind so real beschrieben, dass ich mit ihr fühlen konnte. Und dies sollte nicht die einzige überraschende Wendung sein, die die Geschichte nahm. Ich konnte dieses Buch bald nicht mehr aus der Hand legen, war wie gelähmt und wollte endlich wissen, was es mit diesem seltsamen Schwiegermutterliebling auf sich hatte.

Fazit:
Daniel Glattauer konnte mich mit diesem Werk amüsieren, ängstigen und fesseln. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Tags: liebe, stalker, wien, österreich   (4)

  

 

Die Schmetterlingsinsel
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sri lanka, liebe, tee, england, ceylon

Die Schmetterlingsinsel

Corina Bomann
Flexibler Einband: 556 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.03.2012
ISBN 9783548284385
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Da ich Familiengeschichten, die sich über viele Generationen erstrecken, liebe und dieses Buch zudem teilweise in Sri Lanka spielt, habe ich begeistert zugegriffen. Außerdem hatte ich das Vergnügen, die sympathische Autorin im letzten Jahr bei der Lesung eines ihrer anderen Werke persönlich zu erleben. Dass sie einen fesselnden Schreibstil hat, wusste ich also schon vorher.

Aber nun zu diesem Roman: Diana Wagenbach, eine Berliner Anwältin, ist zutiefst verletzt, weil ihr Mann sie betrogen hat. Als der Butler ihrer Großtante Emmely sie benachrichtigt, dass diese im Sterben liegt, reist sie sofort nach England. Auf dem Sterbebett nimmt Emmely ihr das Versprechen ab, ein lang gehütetes Familiengeheimnis zu lüften. Da Diana die letzte Nachfahrin der Familie Tremayne ist, obliegt es ihr, in die Vergangenheit einzutauchen und sich auf die Spur ihrer Vorfahren zu begeben. Ihr Weg führt sie nach Sri Lanke, wo ihre Ururgroßmutter Grace vor 120 Jahren zusammen mit ihrer Familie, die dort eine Teeplantage betreibt, als junges Mädchen gelebt hat. Was ist damals vorgefallen, dass die Familie so lange darüber geschwiegen hat? Auf ihrer Suche nach dem Geheimnis findet Diana auch wieder zu sich selbst und beginnt, ihr Leben wieder zu genießen.

Corina Bomann versteht es ganz vorzüglich, die Landschaften so zu beschreiben, dass sie vor meinem inneren Auge Gestalt annahmen. Mich hat sofort das Fernweh gepackt und ich verspürte den Wunsch, nach Sri Lanka zu reisen. Im Wechsel beschreibt die Autorin die Ereignisse in der Gegenwart und in der Vergangenheit. So hat der Leser die Möglichkeit, Diana immer einen Schritt voraus zu sein und schon zu wissen, wonach Diana noch forscht. Besonders faszinierend fand ich die Unterschiede zwischen dem Leben in Ceylon und dem im heutigen Sri Lanka. Wie sich die englischen Kolonialherren damals aufgeführt haben, war zum Teil sehr schockierend.

Dianas Suche nach der Wahrheit bleibt bis zum Ende spannend. Vom Butler ihrer verstorbenen Großtante werden ihr häppchenweise Informationen zugespielt, die sie nach und nach, zusammen mit den Erkenntnissen, die sie in Sri Lanka sammelt, zu einem Puzzle zusammensetzen kann. Bis zum Schluss konnte ich nicht ahnen, was damals tatsächlich vorgefallen ist.

Fazit:
Corina Bomann liefert einen spannenden Roman, der mich in das alte Ceylon entführt, und mich mit seinen Figuren und den bildgewaltigen Beschreibungen tief berührt hat.

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Tags: ceylon, familiengeschichte, sri lanka, tee   (4)

  

 
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