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In einem anderen Buch In einem anderen Buch
Jasper Fforde

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literatur
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literatur

In einem anderen Buch

Jasper Fforde, Joachim Stern
Flexibler Einband: 418 Seiten
Erschienen bei dtv, 23.05.2011
ISBN 9783423212946
Genre: Science-Fiction/Fantasy

 
Rezension: Inhalt: In "Der Fall Jane Eyre" hat Thursday Next den Klassiker vor der Auslöschung durch einen üblen Missetäter bewahrt. Auch wenn die Bronte-Anhänger nicht wirklich glücklich mit dem neuen Ausgang des Klassikers sind, so hat es Thursday auf Grund ihrer Tat doch zu einer gewissen Berühmtheit gebracht und wird nun von niemand geringerem als Charles Dickens' Romanheldin Miss Havisham in Jurisfiktion unterrichtet: der Fähigkeit des In-die-Bücher-Springens. Ihr neuer Job wird jedoch von zwei Dingen überschattet. Zum einen erscheint ihr zeitreisender Vater mit der schlechten Neuigkeit, dass am 12. Dezember die Welt untergeht, zum anderen hat die finstere Goliath Corporation Thursdays frischangetrauten Ehemann genichtet (d.h., dass sich außer Thursday niemand mehr an ihn erinnern kann, da er durch seine Nichtung im Alter von zwei Jahren bei einem Unfall verstorben ist), und will sie damit erpressen ihren Agenten Jack Schitt aus Poes "Der Rabe" zu befreien, in den sie ihn in ihrem ersten Abenteuer hineingelesen hat. Doch der Weg, ihren Mann aus der Nichtung zurückzuholen, führt Thursday nicht nur in den Raben, sie muss sich in Kafkas Prozess verteidigen und lernt sogar sich in eine Waschanleitung hineinzulesen. Kritik: Ihr dachtet "Der Fall Jane Eyre" wäre verrückt und völlig abgedreht? Jasper Fforde beweist mit seinem zweiten Streich um die Literaturagentin Thursday Next, dass der Irrsinn des ersten Teils durchaus noch steigerungsfähig ist ;) Da das Setting und das Personal der Thursday-Next-Reihe in diesem Abenteuer weitestgehend aus dem ersten Band bekannt sind, entfallen die Einstiegsschwierigkeiten. Der Leser trifft auf eine Vielzahl an literarischen Personen, so dass in dieser Geschichte sicherlich für jeden die eine oder andere Figur am Start ist, von dem er schon gehört oder sogar gelesen hat. Neben Miss Havisham aus "Große Erwartungen" reichen sich Poes Rabe, die Cheshire Cat aus Alice im Wunderland nebst Herzkönigin und Shakespeares verlorenes Manuskript "Cardenio" die Klinke in die Hand. Der Vorteil der Vielfältigkeit beinhaltet aber auch einen kleinen Nachteil: man lernt die Figuren lange nicht so intensiv kennen wie die Akteure aus "Jane Eyre" die im ersten Abenteuer von Thursday Next in Erscheinung traten. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens habe ich den Ausflug in Jasper Ffordes verrückte Welt wieder in vollen Zügen genossen! Fazit: Verrückter + intelligenter + Lesespaß = Jasper Fforde! Zum Glück sind bereits weitere Abenteuer der Literaturagentin Thursday Next erschienen, insbesondere angesichts des relativ offenen Endes dieser Geschichte. Reihen-Info: Der Fall Jane Eyre In einem anderen Buch Im Brunnen der Manuskripte Es ist was faul Irgendwo ganz anders Wo ist Thursday Next? (August 2012)   (7)
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Vladimir Tod hängt todsicher ab Vladimir Tod hängt todsicher ab
Heather Brewer

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jugendbuch, vladimir tod, vampire, halbvampir, vampir
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jugendbuch, vladimir tod, vampire, halbvampir, vampir

Vladimir Tod hängt todsicher ab

Heather Brewer, Sandra Knuffinke, Jessika Komina
Flexibler Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.10.2011
ISBN 9783785573709
Genre: Kinder-/Jugendbuch

 
Rezension: Inhalt: Vladimir würde gemeinsam mit seiner großen Liebe Meredith glücklich und verliebt auf rosaroten Wolken schweben, wenn nicht immer noch sein Erzfeind D'Ablo nach seinem Leben trachten würde und sein bester - und einziger - Freund Henry drauf und dran wäre ihm die Lakaienschaft zu kündigen. Leider lässt ihn in dieser schweren Zeit auch sein Vertrauter und Onkel Otis im Stich. Lang und breit haben die beiden darüber diskutiert, dass es in Vladimirs vampirischer Natur liegt nicht nur von Blutkonserven leben zu können, sondern dass er seinen steigenden Hunger auf die Dauer nur dadurch stillen kann, dass er sich direkt von der Quelle ernährt. Vladimir findet jedoch allein den Gedanken daran Menschen zu beißen und auszusaugen monströs und wehrt sich so gut es geht gegen sein vampirisches Erbe. Als Otis ihn wieder alleine in Bathory zurücklässt, kann Vladimir seinen Onkel nicht mal mehr in Gedanken erreichen. Lässt Otis ihn nun genau wie Henry im Stich? Vladimir versucht neue Freunde in einer Gruppe Goths aus seiner Schule zu finden, doch zu seinem Schrecken muss er sich eingestehen, dass es für ihn scheinbar keine normalen Freundschaften oder eine Highschoolliebe geben kann, denn Vladimir sieht sich plötzlich einem weitaus größerem Feind als D'Ablo gegenübergestellt: sich selbst! Kritik: Mit "Vladimir Tod hängt todsicher ab" geht die Reihe um den Halbvampir Vladimir Tod bereits in die dritte Runde. Der zweite Teil "Vladimir Tod beißt sich durch" konnte mich leider nur partiell überzeugen, im Mittelteil hatte dieser Band für mich einen großen Durchhänger, der mich fast dazu bewogen hätte, die Reihe vorzeitig abzubrechen. Glücklicherweise konnte der dritte Teil für mich wieder an die Qualität des ersten anknüpfen. Mittlerweile ist die Geschichte um Vladimir Tod wesentlich düsterer geworden. Zwar musste er bereits in der Vorgeschichte D'Ablo und seine Schergen bekämpfen und hatte es im zweiten Teil mit einem menschlichen Vampirjäger zu tun, aber kein Feind war so gefährlich und unberechenbar, wie der, dem sich Vladimir Tod im dritten Teil gegenübergestellt sieht: seinem eigenen vampirischen Erbe! Zwar versucht Vladimir Tod immer noch wie ein normaler Highschoolschüler zu leben, aber es fällt ihm immer schwieriger den Vampir in sich im Zaum zu halten. Vladimir wirkt innerlich zerrissen. Wo es bei einem normalen Teenager um die innere Zerrissenheit zwischen Kindheit und Erwachsenwerden geht, so kämpfen in Vladimir das menschliche Bewusstsein und der vampirische Instinkt gegeneinander an. Als Leser leidet man einerseits mit Vladimir mit, andererseits ist seine Entwicklung aber auch beängstigend und lässt einen ungeduldig auf die weitere Fortführung der Geschichte in den letzten beiden Bänden warten. Man weiß nicht, ob man Vladimir zum Trösten in den Arm nehmen oder lieber vor ihm Reißaus nehmen soll. Obwohl das Grauen hier unterschwelliger war als in den beiden ersten Teilen der Reihe, hat Heather Brewer meiner Meinung nach den Spannungsbogen viel geschickter gespannt, so dass ich im Gegensatz zu Band 2 den dritten Teil fast am Stück verschlungen habe. Der Fokus liegt außerdem wieder mehr auf Vladimir und seiner Freundschaft zu Henry und die Spannung droht nicht sich in neuen Charakteren oder Handlungssträngen zu verlieren. Man erfährt neue Details über Vladimirs Eltern und ihr Kennenlernen, dass vertieft natürlich auch Vladimir Tods Charakter und man fühlt sich als Leser dadurch stärker mit ihm verbunden und mehr in sein Leben involviert. Diese Aspekte haben mich weitaus mehr überzeugen und fesseln können als der Ausflug nach Sibirien in "Vladimir Tod beißt sich durch", der in meinen Augen klischeebeladen und langatmig war. Aufmachung: Eine schwarz-weiße Klappenbroschur ganz im Stil der ersten beiden Bände. Das Buch ist sowohl auf der Front als auch auf dem Buchrücken als Teil einer Serie ausgezeichnet. Die Covermotive entsprechen bis auf kleine Abweichungen den Originalen. Die schwarz-weiß Optik der Umschlaggestaltung findet sich auch im Inneren des Buches wieder, durch Negativtechnik der jeweils ersten Seite eines Kapitels, die mit weißer Schrift auf schwarzem Grund gedruckt sind. Fazit: Genau wie viele Leser der empfohlenen Altersgruppe hat Vladimir Tod nicht nur Schulprobleme, er erlebt Freud und Leid der ersten Liebe und muss um seinen besten Freund und sogar seine Familie kämpfen. Trotz "Vampirnote" kann dieser Teil der Reihe durch (ver)menschlichte Probleme einfach mehr überzeugen und punktet mit einer ganz besonderen Wendung in der Storyline: Vladimirs Persönlichkeit! Seine weitere Entwicklung macht so (blut)gierig auf die letzten beiden Folgen der Serie, wie es D'Ablo selbst nicht hätte besser machen können. Für mich der bislang beste Teil der Reihe! Reihen-Info: Vladimir Tod hat Blut geleckt Vladimir Tod beisst sich durch Vladimir Tod hängt todsicher ab Vladimir Tod kämpft verbissen Vladimir Tod ganz schön untot   (4)
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Touched Touched
Corrine Jackson

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liebe, beschützer, heilerin, fantasy, gewalt
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liebe, beschützer, heilerin, fantasy, gewalt

Touched

Corrine Jackson, Heidi Lichtblau, bürosüd° GmbH
Fester Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Thienemann, 21.02.2012
ISBN 9783522201575
Genre: Kinder-/Jugendbuch

 
Rezension: Inhalt: "Touched: Der Preis der Unsterblichkeit" ist der Auftakt einer Trilogie. Die siebzehnjährige Remy wächst bei ihrer Mutter und ihrem gewalttätigen Stiefvater auf. Im Alter von 11 Jahren entwickelt sie die Gabe Verletzungen und Krankheiten zu heilen. Sie übernimmt dabei die Verletzungen desjenigen, den sie heilt und muss anschließend die Schmerzen ertragen und sich selbst heilen. Zuhause hat sie leider mehr als genug Gelegenheiten von dieser Gabe Gebrauch zu machen: nachdem ihrem Stiefvater der Verdacht kommt, dass Remy über besondere Fähigkeiten verfügt, verletzt er sie und ihre Mutter immer und immer wieder, um ihrem Geheimnis auf die Schliche zu kommen. Nach dem letzten Streit, bei dem Dean sie beinahe umbringt, erwacht Remy im Krankenhaus, wo zunächst ihre Mutter am Krankenbett wartet. Wie immer spielt ihre Mutter die Verletzungen herunter und nimmt ihren Mann in Schutz. Als im Krankenhaus plötzlich Remys Vater auftaucht und ihr das Angebot macht, sie mit zu sich nach Hause zu nehmen, lässt Remy ihr altes Leben hinter sich und verdrängt den Gedanken daran, wie sich Dean dafür an ihr und ihrer Mutter rächen wird. Jahrelang hat sich Remys Vater kaum um seine Tochter gekümmert, doch wider Erwarte Vater findet Remy in ihrem Vater, ihrer liebevollen Stiefmutter und ihrer netten Halbschwester zum ersten Mal eine richtige Familie. Doch ihre geheimnisvollen Fähigkeiten wird sie nicht für immer verbergen können, denn eines Tages trifft Remy in ihrer neuen Heimat in Maine auf Asher. Remy ist Heilerin, Asher gehört dem Clan der Beschützer an. Heiler und Beschützer sind seit einem Krieg verbitterte Feinde, hat ihre Liebe dennoch eine Chance? Kritik: Der Beginn erinnert in manchen Dingen an die Twilight-Reihe von Stephenie Meyer: ein Mädchen zieht zu ihrem Vater und trifft dort auf eine geheimnisvolle - und unsterbliche! - Familie, von deren Kontakt ihr alle abraten. Das Mädchen und ein Junge aus dieser geheimnisumwitterten Familie verlieben sich, stellen aber fest, dass die Liebe zueinander gefährlich für sie ist und versuchen trotzdem gegen besseres Wissen daran festzuhalten. Im späteren Verlauf gibt es noch die eine oder andere Parallele zu Meyers Vampirsaga, aber im Großen und Ganzen entwickelt sich Corinne Jacksons Geschichte von Remy und Asher glücklicherweise in eine andere Richtung. Heiler und Beschützer erwirken eine Energie, die sie beim Anwenden ihrer Fähigkeiten auf andere übertragen. Beim Austausch oder Übermitteln von Remys Energie auf Verletzte, war dieser Vorgang anschaulich und logisch geschildert, aber die "Chemie" zwischen Remy und Asher fand ich zu Beginn der Geschichte etwas kompliziert zu verstehen in Bezug auf die gegenseitige Beeinflussung ihrer Fähigkeiten und das Aufbauen eines Schutzwalls, um die Fähigkeiten des anderen zu blockieren. Im späteren Verlauf wird das ganze Prozedere aber greifbarer für den Leser und es wird außerdem eine Brücke zum Titel "Touched" und dem "Preis der Unsterblichkeit" geschlagen, so dass sich alles logisch wie die Teile eines Puzzles zusammensetzt. Die fantastische Komponente dieses Romans ist zwar nicht unbedingt innovativ zu nennen, aber ich finde die Verknüpfung mit dem Aspekt der häuslichen Gewalt sehr gut und schlüssig umgesetzt. Durch den Verlust, den die Beschützer durch das Erlangen der Unsterblichkeit erlitten haben, wird darüber hinaus sehr schön verdeutlicht, wie wichtig auch die kleinen Freuden im Leben sin. Schade nur, dass Corinne Jackson den Wert der Freude an kleinen Dingen im Leben wieder etwas herabsetzt, in dem sie Remy nicht nur von einem zerrütteten Haushalt in ein intaktes und vor allem liebevolles Zuhause schickt, sondern sie dort direkt im Überfluss landet (Beispiele: ich finde es zwar in Ordnung, dass Remys Vater ihr zum Führerschein ein Auto schenkt, aber ein weniger exklusives Modell hätte es sicher auch getan, auch wenn der Vater häufig als Autonarr bezeichnet wird; Asher ist steinreich, anscheinend gehört sich das für Unsterbliche so). Neben Remy und Asher gehen auch einige der Nebencharaktere in die Tiefe und fesseln den Leser stark in ihrer Sympathie oder auch Antipathie zu ihnen, allerdings ist sowohl Ashers Familie als auch der Clan der Beschützer im Ganzen ziemlich blass dargestellt. Wobei ich denke, dass Remys Heilerkräfte allein deshalb im ersten Band im Vordergrund standen, weil das Thema häusliche Gewalt hier eine sehr große Rolle spielt und die Entwicklung der Geschichte stark auf der Verknüpfung der fantastischen und psychologischen Komponenten beruht. Gerade Remy ist alles andere als ein einfacher oder gar flacher Charakter. Wegen ihrer schrecklichen Kindheit und der Misshandlung durch ihren Stiefvater muss Remy in kleinen Schritten erst wieder lernen Freundschaften und Liebe aufzubauen. Ihre inneren Zweifeln, ihre Freuden und Ängste sind lebendig dargestellt, so dass man sich ihr als Leser sehr verbunden fühlt und allein das schon die Geschichte trägt und über kleinere Mängel in der Umsetzung hinwegsehen lässt. Dem Ende nach zu urteilen verlagert sich der Fokus in der Fortsetzung deutlich und ich nehme an, dass man darin auf jeden Fall mehr über den Clan der Beschützer und die gemeinsame Vergangenheit von Heilern und Beschützern erfahren wird, so dass darin hoffentlich auch Ashers Geschwistern eine größere Rolle zu Teil wird. Auch wenn ich in meiner Kritik einige Schwachpunkte angesprochen habe, so überwiegen für mich dennoch die Stärken von Corinne Jacksons Trilogieauftakt. Insgesamt ist es wirklich eine sehr süße Liebesgeschichte mit einem interessanten realen (häusliche Gewalt) und fantastischen (Heiler und Beschützer) Hintergrund. Fazit: Corinne Jackson hat mit "Touched" sicherlich nicht das Rad der YA-Literatur im fantastischen Bereich neu erfunden, aber ihre Unsterblichen heben sich in ihrer Entwicklung und ihren Eigenschaften deutlich von bekannten Figuren wie Vampiren ab, so dass auf jeden Fall ein frisches Lüftchen durch dieses Genre weht. Außerdem ist es positiv hervorzuheben, dass mit der Verknüpfung eines Themas wie häuslicher Gewalt ein Element zum Einsatz kommt, dass in der fantastischen Literatur nicht alltäglich ist und zudem einen stetigen Spannungsbogen über den Verlauf der Geschichte hinweg aufbaut. Das Ende gipfelt zwar nicht in einem Cliffhanger, aber es bleiben dennoch relevante Aspekte offen, die die Neugierde auf eine Fortsetzung schüren und einem Wiederlesen mit dem süßen Liebespaar Remy und Asher entgegenfiebern lassen :)   (7)
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Gefährten Gefährten
Michael Morpurgo

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Gefährten

Michael Morpurgo, David Kross
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 10.11.2011
ISBN 9783862310883
Genre: Kinder-/Jugendbuch

 
Rezension: Inhalt: Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges kommt das Reitpferd Joey auf den Bauernhof von Albert und seinen Eltern. Schon nach kurzer Zeit verbindet das Pferd und den Jungen eine innige Freundschaft. Allein aus Freundschaft zu Albert kann Joey seine Degradierung zum Zugpferd akzeptieren. Er muss Feldarbeit verrichten, da es sich Alberts Vater nicht leisten kann ein Reitpferd zu unterhalten und Joey nur deshalb gekauft hatte, um einem Nachbarn eins auszuwischen. Sehr bald kann jedoch auch die Arbeit von Joey und seiner Stallnachbarin und Pferdefreundin Zoe die Kosten des Bauernhofes nicht mehr decken, und Alberts Vater verkauft Joey an die Armee, um seinen Hof nicht zu verlieren. Albert und Joey kennen nur ein Ziel: ihren Freund wiederzufinden! Joey erlebt an vorderster Front die Schrecken des ersten Weltkrieges mit im Einsatz als Sanitätspferd und als Zugpferd im Gespann eines Kanonenwagens. Doch inmitten allen Schreckens trifft er auch auf Zuneigung und neue Freunde, unabhängig davon, ob es auf der englischen, französischen oder deutschen Seite ist. Albert geht zur Armee, sobald es sein Alter erlaubt. Ob es ihm gelingen wird im Chaos des Krieges unter hunderttausenden von Pferden seinen geliebten Joey wiederzufinden? Kritik: Die englische Originalausgabe des Buches wurde erstmals 1982 unter dem Titel "War Horse" veröffentlicht, die deutsche Ausgabe erschien unter dem Titel "Schicksalsgefährten". Mit der Verfilmung von Stephen Spielberg, die in sechs Kategorien für den Oscar nominiert ist, erhält das gleichnamige Buch nun auch in Deutschland mehr Aufmerksamkeit als zu seiner Erstveröffentlichung. Nach der Beschreibung hätte ich vom Gesamtanteil an der Geschichte einen größeren Part erwartet, der sich zwischen Albert und Joey abspielt, aber insgesamt nimmt Joeys Geschichte auf der Farm von Alberts Eltern höchstens ein Drittel an dem Gesamtgeschehen ein und die restlichen zwei Dritteln spielen sich im Kriegsgeschehen ab und bei den verschiedenen Truppen und Personen, bei denen Joey Quartier bezieht. Auf Grund der durch die Kurzbeschreibung hervorgerufenen Erwartungen fand ich die innige Freundschaft der beiden daher etwas knapp behandelt, um Alberts Beweggründe dann vollends verstehen zu können, dass er in den Krieg ziehen will, nur um sein Pferd wiederzufinden. Davon abgesehen ist die Geschichte aber traurig, schön und sehr bewegend und zeigt die Schrecken des ersten Weltkrieges aus Sicht eines Pferdes realistisch und authentisch auf, ohne, dass die Pferde dabei vermenschlicht werden, obwohl das Pferd Joey als Ich-Erzähler fungiert. Vor dieser Geschichte war mir persönlich gar nicht klar, wie wichtig im ersten Weltkrieg die Rolle der Pferde noch war. Es gab zwar bereits die ersten Panzer, aber die Kanonen sind noch von Pferdegespannen gezogen worden und auch die meisten Verletzten wurden mit Hilfe dieser Gespanne vom Schlachtfeld geborgen. Ein Pferd war damals von einem größeren Wert als ein Soldat, da die Pferde von geringerer Zahl und damit kostbarer waren. Doch auch da werden Unterschiede deutlich, bei den Soldaten, die die Pferde nur als Werkzeug und Mittel zum Zweck sehen, und andere, für die das Wohl der Tiere im Vordergrund steht und die Tiere mit Liebe und Zuneigung zur Arbeit bewegen. David Kross trägt die Geschichte ist einem ruhigen Ton vor, der gerade in seiner leisen Art und mit der Naivität und Einfachheit des tierischen Ich-Erzählers bewegt und zu Herzen geht. Aber auch die kalten und harten Charaktere bringt David Kross glaubhaft herüber ohne, dass er dafür seine Stimme stark variieren muss, er hat ein beeindruckendes Talent, glaubhaft eine große Bandbreite an Charakteren darstellen zu können, ohne dabei aufgesetzt oder schauspielernd zu wirken. Aufmachung: Die drei CDs befinden sich in einer Klappbox aus Pappe, deren Front das gleiche Cover ziert wie das gleichnamige Buch aus dem Carlsen Verlag. Die einzelnen CDs sind mit Szenen aus der Verfilmung von Stephen Spielberg bedruckt. Auf der Rückseite befindet sich eine Kurzbeschreibung der Geschichte. Fazit: "Gefährten" ist neben einer Geschichte über die Schrecken und der Sinnlosigkeit des Krieges vor allem eine Geschichte über Freundschaft und Zuneigung über alle Grenzen hinweg. Im Gegensatz zu Menschen werten Tiere nicht nach Äußerlichkeiten und Attributen und die Menschen, denen Joey auf seinem Weg begegnet werden nur anhand ihrer Taten beurteilt. Auch wenn die Geschichte auf Grund ihres Inhalts recht tränenreich ist und das Ende eine gehörige Portion Kitsch enthält, kann ich sie dennoch sehr empfehlen, da es einfach eine herzerwärmende und nahegehende Geschichte über wahre Freundschaften und weitere Dinge ist, die im Leben wirklich zählen! Und nach all den verbrauchten Taschentüchern im Laufe der teils grausamen Geschichte von Joey und seinen Weggefährten während des Kriegsgeschehens, tat das kitschigschöne Ende am Schluss meiner Seele einfach gut, sonst hätte ich bestimmt noch stundenlang weitergeheult. Wer als Kind die Geschichte von "Black Beauty" mochte, wird sicherlich auch Gefallen an dieser Erzählung aus Pferdesicht finden.   (4)
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Das Unkrautland - Teil 3 Das Unkrautland - Teil 3
Stefan Seitz

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abenteuer, rätsel, nebelfee, stefan seitz, berggeister
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abenteuer, rätsel, nebelfee, stefan seitz, berggeister

Das Unkrautland - Teil 3

Stefan Seitz
Fester Einband: 303 Seiten
Erschienen bei Cleon Verlag, 04.11.2011
ISBN 9783981317152
Genre: Kinder-/Jugendbuch

 
Rezension: Nach den ersten beiden Abenteuern von Primus und seinen Freunden geht es in "Die Gipfel der Schwefelzinnen" im direkten Anschluss an das Ende von "Das Geheimnis der Schwarzen Hütte" auf ihrer Suche nach der sagenumwobenen Nebelfee weiter. Mysteriöse Hinweise führen Primus und Plim in das Bleigebirge, wo sich der größte Teil der Handlung abspielt. Trotzdem kommen auch in dieser Geschichte liebgewonnene Charaktere wie das Huhn Bucklewee, die Vogelscheuche Chuck, der Kürbis Snigg und Plims Kröten Taddel und Mills nicht zu kurz, da neben dem Haupthandlungsstrang immer wieder ein Blick auf das Geschehen in Primus' Hütte und Plims Hexenhaus geworfen wird. Wobei man die anderen Charaktere gar nicht vermisst, wenn es zwischen Primus und Plim nicht nur zum gewohnt witzigen Schlagabtausch, sondern auch zum ersten Kuss kommt ;) Im Gegensatz zu den beiden ersten Geschichten rund um Primus, Plim und ihren Freunden konnte mich ihr neuestes Abenteuer leider nicht ganz so stark fesseln. Die Charaktere sind zwar wie immer äußerst liebenswert gezeichnet und mit einem schrägen Humor ausstaffiert, der in zahlreichen dialoglastigen Szenen sehr gut zum Vorschein kommt, aber das eigentliche Abenteuer war mir insgesamt zu flach und geradlinig, es baut sich kein Spannungsbogen zum Ende hin auf, der einen gebannt auf das nächste Abenteuer warten lässt. Die Vorbereitungen zu Primus' und Plims Reise nehmen gut ein Drittel des gesamten Buches ein und sind spannender und detaillierter zu lesen als ihr eigentliches Abenteuer im Bleigebirge. Die Fieslinge und dunklen Charaktere wie Magnus Ulme und der Narr kommen für meinen Geschmack in dieser Story viel zu kurz, auch wenn sich hier andere Geheimnisse andeuten und neue Protagonisten eingeführt werden. Doch die neuen Charaktere werden bei weitem nicht so detailliert vorgestellt, wie man es von anderen Protagonisten aus den Vorgängerbänden gewohnt ist und die Geschichte hätte - auch was die empfohlene Altersklasse angeht - gerne noch etwas düsterer und mysteriöser ausfallen dürfen, da das Stammpublikum die Helden nun bereits seit zwei Abenteuern begleitet und mit ihnen herangewachsen ist. Das Cover stammt wie bereits bei den beiden Vorgängerromanen aus der Feder des Autoren Stefan Seitz. Die beiden anderen Motive haben mir zwar etwas besser gefallen, dafür punktet die dritte Geschichte aus dem Unkrautland zum ersten Mal mit schwarzweiß Illustrationen im Inneren des Buches. Auch wenn "Die Gipfel der Schwefelzinnen" in meinen Augen nicht an die Qualität der ersten beiden Geschichten heranreicht, so ist es insgesamt doch ein lesenswertes und märchenhaftes Abenteuer aus dem Unkrautland, in dem einige Handlungsfäden ihren Abschluss finden und neue gewebt werden, so dass es auf jeden Fall Potential für fortführende Abenteuer gibt, bei denen Stefan Seitz hoffentlich wieder aus dem Vollen schöpft. Reihen-Info: Auf den Spuren der Nebelfee Das Geheimnis der Schwarzen Hütte Die Gipfel der Schwefelzinnen Weitere Infos: Webseite zur Reihe: unkrautland.com   (3)
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Die Flüsse von London Die Flüsse von London
Ben Aaronovitch

(68)  

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london, fantasy, krimi, geister, peter grant
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london, fantasy, krimi, geister, peter grant

Die Flüsse von London

Ben Aaronovitch, Karlheinz Dürr
Flexibler Einband: 478 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.01.2012
ISBN 9783423213417
Genre: Science-Fiction & Fantasy

 
Rezension: Inhalt: Peter Grant, frischgebackener Police Constable in London, bekommt es in Covent Garden nicht nur mit einer geköpften Leiche zu tun, sondern außerdem mit einem Geist. Peter erweist mit der Zeit mehr Sinn für Magie als für die reine Ermittlerarbeit, das entgeht auch seinen Vorgesetzten nicht und so wird er kurze Zeit später statt zum Bürohengst zum ersten Zauberlehrling in England seit fünfzig Jahren berufen. Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands, nimmt Peter unter seine Fittiche und weiht ihn nach und nach in die Geheimnisse der Magie ein. Neben Vampiren und Werwölfen hält die Welt der Magie weit mehr übersinnliche Wesen bereit als es Peter es sich je hätte träumen lassen, oder hättet ihr gedacht, dass alle Flüsse eine Gottheit besitzen? Kritik: Mit "Die Flüsse von London" startet Autor Ben Aaronovitch eine mehrbändige Reihe um den Londoner Constable Peter Grant, der mit seiner leicht naiven und konfusen Art wenig mit dem allgemeingültigen Bild eines Polizisten gemein hat und die Sympathie des Lesers schnell auf seine Seite zieht. Der Autor hat einen flüssigen und witzigen Schreibstil, der auch mit Seitenhieben auf Serien in Literatur und Fernsehen nicht geizt und so für Kenner der zitierten Reihen zu einem besonderen Genuss wird. "Also gibt es wirklich Magie", sagte ich. "Und sie sind... was denn nun?" "Ein Zauberer." "Wie Harry Potter!" Nightingale seufzte. "Nein, nicht wie Harry Potter." "Wieso nicht?" "Ich bin schließlich keine fiktive Romanfigur", antwortete er. Der Roman spielt in der Gegenwart und baut eine parallele Welt auf, die von Göttern und weiteren magischen Wesen bevölkert ist. Durch die Summe an eingeführten Charakteren wäre ein Dramatis Personae sehr hilfreich gewesen, vor allen Anbetracht dessen, dass ich die Flussgötterwelt lange nicht im Zusammenhang mit dem geschilderten Kriminalfall gesehen habe und in diesen Episoden dazu geneigt habe recht schnell über den Text hinweg zu lesen. Ein besonderes Leseerlebnis dürfte "Die Flüsse von London" für Liebhaber dieser Stadt sein, denn nicht nur der Kriminalfall ist exakt auf den Schauplatz zugeschnitten, Ben Aaronovitch schafft es über die gesamte Handlung die Straßen und Orte zu detailliert zu schildern, dass man meinen könnte Peter Grant die ganze Zeit vor Ort über die Schulter zu schauen. Es war als hätte ich zwischen zwei Buchdeckeln einen Kurzurlaub in London verbracht. Was sich als Londonfans als Pluspunkt aus diesem Buch herauskristallisiert, könnte aber für Londonneulinge dazu führen, dass man sich auf Grund der sehr detaillierten Beschreibungen eher seinem Lesespaß beraubt sieht, denn Ben Aaronovitchs Liebe zum Detail geht leider manchmal zu Lasten von Action und Spannung. Im Mittelteil hat mich der Autor dann auch tatsächlich einmal fast verloren, bis er mich mit einem spannenden Showdown und zusammengeführten Handlungsfäden wieder packen konnte. Aufmachung: Wie der Kriminalfall ist auch der Einband mit dem Ausschnitt aus dem Londoner Stadtplan und einigen weiteren passenden Elementen wie dem Big Ben und dem Kopf eines Bobby perfekt auf den Handlungsort abgestimmt. Bei der Unmenge an Charakteren vermisse ich allerdings ein Dramatis Personae im Anhang. Fazit: "Die Flüsse von London" ist meiner Meinung nach eher Lesern von Romanen mit fantastischem Einschlag als Lesern von reinen Fantasyromanen oder Krimis zu empfehlen, dafür ist das Buch weder Fisch noch Fleisch. Allerdings besitzt Ben Aaronovitch einen Sinn für Humor, der auf meiner Wellenlänge liegt und da das größte Manko im ersten Band für mich in den ausschweifenden und unzähligen Charaktereinführungen lag, hoffe ich im Folgeband auf eine straffere und fesselndere Handlung, denn die weiteren Fälle von Peter Grant reizen mich auf Grund der Lokation und des sehr individuell gestrickten Falls doch sehr! Reihen-Info: Die Flüsse von London Schwarzer Mond über Soho (01. Juli 2012)   (4)
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Schatten des Dschungels Schatten des Dschungels
Katja Brandis

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regenwald, dschungel, umweltschutz, liebe, jugendbuch
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regenwald, dschungel, umweltschutz, liebe, jugendbuch

Schatten des Dschungels

Katja Brandis, Hans-Peter Ziemek, Johannes Wiebel
Fester Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 25.01.2012
ISBN 9783407811073
Genre: Kinder-/Jugendbuch

 
Rezension: Inhalt: "Schatten des Dschungels" spielt im Jahr 2025. Cat engagiert sich für den Umweltschutz und lernt auf einer Veranstaltung der Organisation "Living Earth" Falk kennen. Im Zusammensein mit Falk merkt Cat schnell, dass ihr Engagement für die Umwelt schnell ein Ende findet, sobald sie auf Widerstand stößt. Falk baut das Selbstbewusstsein Cats auf, so dass sie nach und nach lernt, nicht nur Mitläufer in einer großen Gruppe zu sein, sondern für ihre Ziele einzustehen. Als sie gemeinsam mit Falk an einem Artenschutzprojekt im Regenwald teilnehmen darf, geht für Cat ein großer Traum in Erfüllung. Allerdings merkt sie in der kleinen Gruppe, das einige Umweltschützer ihren Traum von einer intakten Umwelt mit wirklich allen Mitteln verfolgen: Wie weit darf man gehen, um die Welt zu retten? Darf man Menschenleben aufs Spiel setzen für eine intakte Umwelt? Cat sieht sich einer schweren Gewissensfrage gegenübergestellt. Soll sie gegen ihre innere Überzeugung Falks Pläne unterstützen oder muss sie ihn und ihre neuen Freunde aufhalten? Kritik: Das Buch spielt in einer sehr nahen Zukunft, so dass man sich gut in das beschrieben Szenario hineinversetzen kann. Beim Lesen dachte ich häufig daran, dass meine Tochter in diesem Jahr fast genauso alt wie die Protagonistin Cat sein wird und überlegte oft, ob es die im Buch erwähnten Errungenschaften im Bereich der Technik dann wirklich schon alle geben wird. Die Autoren haben sich hier einiges einfallen lassen, wovon manches wirklich wünschenswert zum Schutz der Umwelt wäre: Plastikdosen und wiederbefüllbare Tüten als Mehrwegverpackungen im Supermarkt oder selbstreinigende Wandersocken (oder vielleicht lieber doch nicht *g*). Andere Sachen sind gar keine Zukunftsmusik, sondern in manchen Gegenden Deutschlands schon gang und gäbe: die abgeschaltete Straßenbeleuchtung während den Nachtstunden wird im Herzen Rheinhessens, wo ich wohne, schon seit vielen Jahren praktiziert. Das Buch beginnt mit einem sehr temporeichen und eindringlichen Prolog, in dem sich die Ich-Erzählerin Cat auf der Flucht quer durch Dschungel Guyanas befindet. Doch bevor es für Cat, Falk und einige weitere Umweltschützer in den Dschungel geht, lernt der Leser zunächst die Protagonisten im ersten Teil des Buches "Die Stadt" kennen. Dieser Abschnitt der Geschichte zog sich für mich leider etwas in die Länge, vollgespickt mit allerlei Informationen kommt hier noch keine Spannung auf. Man lernt Cat und ihre Aktivitäten kennen, wohnt ihrem Kennenlernen von Falk bei und erfährt einiges über ihre Familie und das Leben im Jahre 2025. Cats Leben und ihr Umfeld sind sehr gut und lebensnah geschildert, doch die Hauptprotagonisten selbst blieben für mich leider unnahbar. Cat engagiert sich zwar bereits zu Anfang für die Umwelt, doch wirkt sie wie eine bloße Mitläuferin, die bei dem geringsten Widerstand den Kopf einzieht, und Falk macht einen undurchsichtigen Eindruck, so dass man nicht das Gefühl bekommt ihn wirklich kennenzulernen. Durch den äußeren Schein erwecken daher zunächst weder Cat noch Falk Sympathien beim Leser und die Geschichte konnte mich daher zunächst nicht für sich einnehmen. In der späteren Entwicklung der Geschichte zeigt es sich dann allerdings, dass diese Charaktereigenschaften relevant für den weiteren Fortgang der Geschichte sind. Zu Beginn punkten viel mehr die Nebencharakter, wie Falks witziger und sympathischer Freund Pancake, Cats Schwester Juliet und Cats Kommilitone an der International Academy Munich Andy, der wie Falk Interesse an Cat zeigt. Insgesamt gelingen den beiden Autoren jedoch durchweg gelungene Charakterzeichnungen, die starke Gefühle beim Leser hervorrufen. Im zweiten Teil des Buches "Der Dschungel" steigen das Erzähltempo und die Spannung der Geschichte jedoch rasant an, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Den zweiten wesentlich längeren Abschnitt des Buches habe ich in sehr viel kürzerer Zeit verschlungen als den ersten! Cat zieht nun auch die Sympathie des Lesers auf ihre Seite, in dem sie Rückgrat beweist und eine sehr schwere, aber im Endeffekt richtige Entscheidung trifft. Dieser Abschnitt hat eine sehr dichte und greifbare Atmosphäre. Cat erlebt den Dschungel hautnah und als Leser fühlt man sich beinahe so, als würde man den Weg und die Gefahren, die auf ihm lauern, an ihrer Seite bestreiten. Den Titel des dritten und letzten Abschnitts des Buches werde ich nicht verraten, da er meiner Meinung nach viel über den Verlauf der Geschichte und das Geheimnis des Forschertrupps um Falk verrät, also: im Buch nicht nach vorne spicken ;) Aufmachung des Buches: Der Roman wird durch ein Nachwort der Autoren ergänzt, in dem der Frage nachgegangen wird, was Wirklichkeit und was Fiktion ist. In einem mehrseitigen Glossar werden wissenschaftliche Begriffe erklärt, die in der Geschichte Erwähnung finden. Fazit: Nach einem etwas langsamen Einstieg entwickelt sich der Roman zu einer sehr atmosphärischen und fesselnden Geschichte über den Regenwald - einer der faszinierendsten Lebensräume der Erde - und die Bedrohungen und rücksichtlose Zerstörung, denen er durch die Menschheit ausgesetzt ist. Brandis und Ziemek entwerfen ein glaubwürdiges Szenario, was die Menschheit sich selbst mit der Zerstörung ihrer Umwelt antut, und wie wichtig es ist rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, bevor wir uns selbst in einen Abgrund stürzen, aus dem kein Weg zurückführt! Des Weiteren wird glaubwürdig das Thema behandelt, wie weit man aus Freundschaft und Loyalität gehen darf und dass man seine Entscheidungen immer mit dem eigenen Gewissen und Wissen vereinbaren muss. Für sein Handeln und seine daraus resultierenden Konsequenzen muss man den eigenen Kopf hinhalten und darf sich nicht hinter dem breiten Rücken einer Gruppe verstecken!   (9)
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Der Fall Jane Eyre Der Fall Jane Eyre
Jasper Fforde

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fantasy, thursday next, literatur, england, jane eyre
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Der Fall Jane Eyre

Jasper Fforde, Lorenz Stern
Flexibler Einband: 375 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.01.2004
ISBN 9783423210140
Genre: Science-Fiction & Fantasy

 
Rezension: Inhalt: Thursday Next lebt in einer alternativen Variante zu unseren achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Auch wenn unsere Wirklichkeit damals schon eine bizarre Zeit war, so ist dieses Jahrzehnt in Thursdays Welt noch verrückter, unglaublicher und durchgeknallter: in Wales herrscht eine kommunistische Diktatur, der Krimkrieg ist nie zu Ende gegangen und als ob das alles nicht schon abgedreht genug wäre, sind Zeitreisen und Reisen in (und aus) Büchern möglich und Thursday Next gehört einer Einheit von Literatur-Detektiven an, die Verbrechen an der Literatur verfolgt. Kritik: Jasper Ffforde wirft den Leser unvorbereitet in die irrwitzige und abgedrehte Welt der Thursday Next hinein. Obwohl Thursday als Ich-Erzählerin fungiert, braucht es eine Weile, um sich in ihrer Welt zurechtzufinden und die agierenden Charaktere auseinanderzuhalten. Da der Plot neben ihrer Gegenwart in den achtziger Jahren auch in einigen Zeitsprüngen - bei denen Thursday unter anderem sich selbst begegnet - und dem Buch "Jane Eyre" spielt, muss man schon immer sehr intensiv mit den Gedanken bei der Sache sein, damit sich das Lesevergnügen hier voll entfalten kann. Auch wenn der Einstieg sich möglicherweise etwas schwierig gestaltet, sollte man auf jeden Fall am Ball bleiben: die Seitenhiebe auf die Welt der Literatur und die Zitate aus Klassikern machen jede Menge Spaß, egal, ob man die zitierten Werke bereits gelesen hat oder nicht. Im ersten Fall von Thursday Next bekommt nicht nur der namensgebende Titel "Jane Eyre" sein Fett weg, immer wieder wird auf das Mysterium "Shakespeare" angespielt. Wer steckte wirklich hinter dem großen englischen Barden? War es wirklich der am 23. April 1564 geborene William Shakspeare oder doch Christopher Marlowe oder Francis Bacon oder der siebzehnte Earl von Oxford??? Tatsächlich lebendig wird Literatur in dem Moment als sich die Handlungen von Thursdays Geschichte und die des Klassikers "Jane Eyre" durch das Ein- und Austreten der Figuren von einer Handlungsebene in die andere miteinander vermischen. Die Dialoge zwischen den modernen und altertümlichen Figuren sind von einem besonderen Wortwitz und nachdem man die Figuren Charlotte Brontës quasi persönlich kennengelernt hat, juckt es einem richtig in den Fingern neben weiteren Fällen Thursday Nexts auch den einen oder anderen Klassiker kennenzulernen, soweit man dies bislang versäumt hat. Neben der Shakespeare-Frage und dem titelgebenden Roman "Jane Eyre" spielt noch "Martin Chuzzlewit" von Charles Dickens in diesem Roman eine größere Rolle. Zusätzlich zu dem irrwitzigen Kriminalfall und einem fiesen und skrupellosen Erzschurken gibt es auch ein bisschen was fürs Herz - und zwar nicht nur "Im Fall Jane Eyre" zwischen Edward Rochester und Jane Eyre, sondern auch im Leben von Thursday Next ;) Aufmachung: Die einzelnen Kapitel werden von fiktiven Meldungen (aus Gesprächen, Zeitungen oder ihren Biographien) der agierenden Protagonisten eingeleitet. Die Neuauflage der Thursday-Next-Reihe erstrahlt in auffälligen Farben mit einer großformatigen Silhouette im Vordergrund und Elementen des Romans im Hintergrund. Die alten Covergestaltungen haben mich nie angesprochen, so dass ich mich nie näher mit den Romanen beschäftigt hatte, aber dank der Neugestaltung ist mir diese Reihe endlich aufgefallen! Die Kurzbeschreibung zu Beginn des Romans sollte man auf jeden Fall lesen, damit man nicht völlig verloren und planlos in die Handlung stürzt. Fazit: Ein verrückter Leckerbissen für Literaturliebhaber, die ihre Helden schon immer einmal persönlich kennenlernen wollten, fernab von der Handlung, die sich ihre Schriftsteller eigentlich für sie erdacht haben ;) Reihen-Info: Der Fall Jane Eyre In einem anderen Buch Im Brunnen der Manuskripte Es ist was faul Irgendwo ganz anders   (2)
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Das Mädchen mit den gläsernen Füßen Das Mädchen mit den gläsernen Füßen
Ali Shaw

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Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Ali Shaw, Sandra Knuffinke, Jessika Komina
Fester Einband: 397 Seiten
Erschienen bei script5, 09.01.2012
ISBN 9783839001318
Genre: Zeitgenössische Literatur

 
Rezension: "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" nimmt den potentiellen Leser bereits durch sein atemberaubend schönes Cover in kühlen Farben gefangen. Zum Glück hat sich der deutsche Verlag dafür entschieden das Originalcover des Buches beizubehalten, denn nach dem Lesen der Geschichte muss ich sagen, dass das Cover nicht nur wunderschön ist, sondern auch perfekt zum Inhalt passt. Das Bild wirkt so winterlich, farblos und auch ein bisschen kalt, wie das Glas, das von den Füßen anfangend dabei ist von Ida Besitz zu ergreifen, Ida, das Mädchen mit den gläsernen Füßen. Doch woher rührt dieser Fluch oder seltsame Verwandlung? Ida versteht es selbst nicht und kehrt daher in das Ort St. Hauda's Land zurück, denn hier erzählte ihr im Sommer ein alter Mann von einem zauberhaften Wesen, dass Menschen in strahlendes Weiß verwandelt, wenn es ihnen in die Augen blickt, doch damals glaubte Ida nicht an diese Geschichte. Wer glaubt schon an Märchen und Wunderwesen in der heutigen Zeit, wenn er ihnen nicht selbst begegnet ist? Doch statt den alten Mann, der Ida bei der Lösung ihres Problems helfen könnte, trifft sie zunächst auf den menschenscheuen und verbitterten Fotographen Midas, für den Fotografie nicht nur ein Beruf, sondern eine wahre Passion ist. Und er erkennt bereits beim ersten Treffen mit Ida, dass hinter Ida mehr steckt, als auf den ersten Blick zu erkennen ist, doch nicht einmal sein geschultes Auge und das Objektiv seiner Kamera können das Geheimnis aufdecken. "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" ist eine tiefgründige Geschichte mit fantastischem Einschlag und komplizierten und verschrobenen Charakteren vor einer traumhaften Kulisse. Ich denke, man sollte sich von den im Klappentext und der Kurzbeschreibung erwähnten eigentümlichen Kreaturen nicht zu sehr in Richtung fantastischer Literatur lenken lassen, die Geschichte hat weniger mit Fantasy als mit einer Parabel oder wie bereits erwähnt einem Märchen zu tun. Ali Shaw schafft es, dass man sich als Leser intensiv mit seinen eigenen Gedanken zum Leben auseinandersetzt. Es ist eine Geschichte über verpasste Chancen, traurige Vergangenheiten und unglückliche Liebe. Die Hauptfigur Midas reflektiert durch seine Passion des Fotografierens die Figuren und versetzt den Leser damit in die Situation, dass er versucht die Protagonisten noch tiefer und aus verschiedenen Blickwinkeln zu durchleuchten. Dadurch beschäftigt man sich automatisch mit seinen eigenen Gedanken zum Leben und der Liebe. Die Übersetzung ins Deutsche ist in meinem Augen sehr gut gelungen, denn bereits nach wenigen Seiten war ich von der Geschichte verzaubert. Die Übersetzung stammt von dem Duo Knuffinke/Komina, die bereits einige Bücher aus dem Loewe/script5-Programm kongenial ins Deutsche übersetzt haben. Die Geschichte ist so zart, so unbeschreibbar schön, so zerbrechlich, dass man kaum glauben kann, dass es sich um das Debüt eines Schriftstellers handelt.   (6)
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Ewig Dein Ewig Dein
Daniel Glattauer

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Ewig Dein

Daniel Glattauer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Paul Zsolnay Verlag, 06.02.2012
ISBN 9783552061811
Genre: Zeitgenössische Literatur

 
Rezension: Inhalt: Im Gedränge in der überfüllten Käseabteilung lernt Judith Hannes kennen. Zunächst tritt der gutaussehende Single in den besten Jahren ihr auf die Fersen und schon bald - nach einigen weiteren sehr inszeniert wirkenden Begegnungen - auch in ihr Leben. Judith lässt sich von dem zielstrebigen Mann umgarnen, der sie in den Himmel hebt und als seine absolute Traumfrau umschwärmt, und geht mit ihm eine Beziehung ein. Schnell entwickelt sich Hannes zum Schwarm aller Schwiegermütter und zum Mittelpunkt von Judiths Freundeskreis, doch Judith fühlt sich bald nicht mehr wohl in seiner Gegenwart. Seine Liebesbeweise sind erdrückend, seine ständige Nähe wird immer mehr zur Belastung für sie. Judith beendet die Beziehung, sehr zum Unverständnis ihrer Familie und Freunde. Doch so leicht, wie Judith sich es dachte, lässt sich Hannes nicht mehr aus ihrem Leben ausschließen. Kritik: Nach "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" überrascht und überzeugt Daniel Glattauer mit einer Liebesgeschichte der ganz anderen - und bösen - Art. In fünfzehn Kapiteln, genannt Phasen, erzählt er die Geschichte von Judith und Hannes, vom der ersten zufälligen Begegnung, über die ersten Treffen, die große Liebe und das Vorstellen des Partners im Freundes- und Familienkreis, bis hin zur Trennung. Hannes will die Trennung von Judith jedoch nicht wahrhaben und versucht mit allen Mitteln seine Traumfrau zurückzugewinnen. Eigentlich zeugen Rosen oder ein romantischer Urlaub von Liebe und Gefühl, doch Hannes Umsetzung grenzt an Stalking und Eingreifen in die Privatsphäre. Judith treiben seine Aktionen nach und nach an den Rand des Wahnsinns und lassen sie beinahe an ihrem Verstand zweifeln. Jedoch nicht nur an ihrem, auch als Leser war ich ein- oder zweimal so weit, dass ich an ihrem – und meinem - Verstand gezweifelt habe und dachte, sie interpretiert in Hannes Verhalten viel zu viel Negatives hinein. Diese Geschichte beeindruckt besonders mit der Entwicklung der einzelnen Charaktere, die sich während der Geschichte stark wandeln und mehr als einmal beim Leser für ungläubiges Kopfschütteln und Erstaunen sorgen. So wird Judith von Freunden und Verwandten im Stich gelassen - um nicht zu sagen verraten - und bekommt Hilfe von einer Stelle, von der man es am wenigstens erwartet hätte. Für ein schmales Büchlein mit gerade mal 208 Seiten gelingt Daniel Glattauer eine erstaunlich tiefe Charakterzeichnung seiner Protagonisten. Gewöhnungsbedürftig dürfte für manchen Leser sicherlich die Sprache sein, da der Autor seine Protagonisten mit teils recht starken österreichischem Dialekt und umgangssprachlich kommunizieren lässt. Entweder ist mir das in Glattauers anderen Büchern nie so stark aufgefallen, oder er bedient sich hier sehr intensiv der Sprache als Stilmittel, da es besonders bei einem Charakter dazu führt, dass man ihn zu Beginn als recht naiv einschätzt, und im späteren Verlauf der Geschichte umso mehr von seinem toughen Handeln überrascht wird. "Ewig dein" ist sehr kurzweilig zu lesen und bietet einen fast durchgehend ansteigenden Spannungsbogen im Verlauf der Geschichte, nur zum Ende hin war mir die Auflösung etwas zu zahm und gewöhnlich, da hätte ich mir einen originelleren Abschluss gewünscht, dass dem Leser vor Überraschung endgültig die Kinnlade auf die Buchseiten klappt. Fazit: Fies und gut, aber für meinen Geschmack nicht fies genug, dafür spukte mir vor dem Lesen zu sehr der Film "Wahnsinnig verliebt" im Kopf herum, der noch weit mehr mit der Wahrnehmung des Betrachters spielt, als das mich "Ewig dein" restlos überzeugen konnte. Andererseits muss ich ein großes Lob an den Autor vergeben, der es schafft in knapp über 200 Seiten so viel Handlung und glaubwürdige Charaktere zu packen, was anderen Autoren nicht mal auf 600 Seiten gelingen will.   (5)
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