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Die Templerkathedrale
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Die Templerkathedrale

Tobias Daniel Wabbel
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 29.02.2012
ISBN 9783579065670
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:

Als ich das Vorgängerwerk „Der Templerschatz. Eine Spurensuche“ vom Tobias Daniel Wabbel zuende gelesen hatte, wusste ich seinerzeit, dass ein Dogma der Geschichte gefallen war – zu Fall gebracht von einem jungen deutschen Autor, der sich daran gemacht hat, eins der größten Geheimnisse unserer Zeit zu lüften. Mit dem direkten Nachfolger „Die Templerkathedrale: Der Geheimcode von Chartres“ begibt sich Wabbel erneut auf eine Spurensuche, die – entgegen möglicher Erwartungen anhand des Titels – nicht völlig vom Begriff „Templer“ getragen wird, sondern diesen erst im weiteren Verlauf des Buches als Medium verwendet, dem Leser das Wunder der Kathedrale von Chartres näherzubringen.

Ob die Geschichte der Bundeslade, die offensichtlichen Parallelen zu einem der heiligsten Schätze der Menschheitsgeschichte, die Schilderung der teils längst vergessenen sieben antiken Künste, die Frage der Finanzierung der Kathedrale von Chartres samt ihres Baus innerhalb von 26 Jahren oder der Exkurs in den gotischen Baustil samt mathematischer Belege – Tobias Daniel Wabbel lässt nichts aus und keine Frage, die sich als Quintessenz der Erlebnisse und Schilderungen des Autors ergibt, offen. Die gesamte Erzählung wirkt wie aus einem Guss und selbst die mathematischen Gleichnisse, die nicht jedermanns Geschmack sein werden, liegen in Form des sprichwörtlichen roten Fadens klar auf der Hand: Hier wurde kein als Sachbuch getarnter Schundroman mit historischen Elementen veröffentlicht, sondern ein lebendiges und brillant recherchiertes Nachschlagewerk, das nicht nur durch die Art der Erzählung, sondern durch zahlreiche detaillierte Quellenbelege lebt und fesselt. Science Fiction ist etwas anderes, „Die Templerkathedrale“ ist Geschichtswissenschaft in ihrer unterhaltsamsten und lehrreichsten Form.

Genauer betrachtet mag „Die Templerkathedrale“ in der Fülle ihrer Informationen am Anfang erdrückend erscheinen, wer aber nach dem Lesen dieses Buches Architektur und speziell Kathedralen im allgemeinen nicht mit gänzlich anderen Augen wahrnimmt, ist deutlich am Kern dieses Werkes vorbeigeschrammt – vom historischen Bezug zum Templerorden, den der Autor perfekt in Szene setzt, einmal ganz zu schweigen. Das aktuelle Buch von Tobias Daniel Wabbel ist weit entfernt davon, ein trockenes Sachbuch zu sein, da der Leser den Autor in der Ich-Perspektive quasi auf Schritt und Tritt begleitet und an den Schlussfolgerungen Wabbels direkten Anteil hat: Langweilig wird es nie und wem das Vorgängerwerk noch zu wissenschaftlich war, wird hier durch die andere, lebendige Erzählweise auf seine Kosten kommen!

Fazit: Ein wenig „Indiana Jones“-Flair also gepaart mit den typischen Beobachtungen eines Touristen samt Fakten, Fakten und Fakten und dem – nun auch mathematisch belegten – Offensichtlichen schnürt ein ungemein spannendes und faszinierendes Literaturpaket, das sowohl dem Historiker als auch dem Gelegenheitsleser gefallen sollte, der einfach nur wieder einen weiteren Templerroman erwartet. Und um es schlussendlich in den Worten von Dr. Jones zu sagen, dessen Zitate uns durch das ganze Buch begleiten: „Nur der zur Buße bereite Mann wird bestehen“. Dem bleibt in Anbetracht von Demut vor Wabbels Entdeckungen nichts hinzuzufügen. Die Lösung liegt vor unseren Augen, wir müssen nur an sie glauben – denn in Anbetracht dessen, was bis heute noch verborgen ist und was Tobias Daniel Wabbel mehr als nur offensichtlich gelüftet hat, bekommt die bereits im „Templerschatz“ erzeugte Gänsehaut mit diesem Werk eine ganz neue Dimension!

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Tags: chartres, geheimcode, spurensuche, templer, templerkathedrale, templerorden, templerschatz, tobias daniel wabbel   (8)

  

 

Die Rückkehr der Templer
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Die Rückkehr der Templer

Martina André
Flexibler Einband: 764 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 12.10.2011
ISBN 9783352008139
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Vier Jahre ist es nunmehr her, seit Martina André „Das Rätsel der Templer“ veröffentlicht hat und es kommt mir wie gestern vor – auch der damals gehegte Wunsch, doch schnellstmöglich den eigentlich obligatorischen Nachfolger zu veröffentlichen, ist mir noch in entsprechender Erinnerung. Vier Jahre und zwei Romane später ist es nun endlich soweit und das Abenteuer um den Templer Gero von Breydenbach, seiner – mittlerweile angetrauten – Frau Hannah Schreyber und seine altgedienten Templerbrüder aus dem 14. Jahrhundert geht in die zweite Runde.

Das Ende des ersten Teils ließ einige Fragen offen – unter anderem die, was die Menschheit wohl tun würde, wenn sie die Möglichkeit hätte, in die Geschehnisse der Vergangenheit einzugreifen. Allein die paradoxe Vorstellung, nachhaltig die Zukunft durch eigene Taten innerhalb einer Zeitreise zu verändern, kann den menschlichen Verstand schon an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit treiben. Im vorliegenden Roman findet die Handlung in der Zukunft, Gegenwart und der Vergangenheit statt – trotzdem umspannt quasi ein Netz aus roten Fäden die Handlungen der einzelnen Zeitebenen bis hin zum Grande Finale, doch soll im Rahmen dieser Rezension nicht zu viel vorweg genommen werden. Soviel sei nur gesagt: Wie immer schafft es Martina André, den Leser mit einem vielseitigen Ende zu verblüffen.

Ausgangspunkt ist eine öde und grausame Zukunft nach einem Krieg der drei monotheistischen Weltreligionen, in denen Emotionen („Equilibrium“ lässt grüßen) und Geburten (man erinnere sich an „Children of Men“) streng kontrolliert werden und zwischenmenschliche Beziehungen keine Rolle mehr spielen. Ein Artefakt aus der Vergangenheit und seine Verbindung zum Templerorden, die Zeitreisenden Lyn und Rona aus der Zukunft und unsere altbekannten „Freunde“ Gero, Hannah und Co. In der Gegenwart finden so also irgendwie zusammen – Jahrhunderte vor unserer Zeit und das nicht irgendwo, sondern um Heiligen Land. Interessant ist die Weitsicht, die Martina André – gepaart mit ein paar politischen Seitenhieben – hier an den Tag legt und fließend und effektiv in den Gesamthandlungsstrang einarbeitet – sei es der Konflikt zwischen dem Christentum, dem Judentum und dem Islam, die stetig wachsende Globalisierung, die Machtgier einer großen Nation jenseits des „großen Teiches“, die auch heute noch gerne Weltpolizei spielt oder auch die Rolle der ehemaligen kommunistischen Staaten: Für Zündstoff ist gesorgt!

Was den Stil des vorliegenden Werkes angeht, ist Martina André ihrem bisherigen Schema treu geblieben – die Protagonisten sind nie einseitig dargestellt und haben sowohl gute als auch schlechte – halt menschliche – Seiten, sind daher auch immer für eine Überraschung gut. Die Schauplätze – allein Jerusalem – sind so plastisch genau und lebendig dargestellt, dass „Die Rückkehr der Templer“ den Leser in den sprichwörtlichen Mahlstrom der Geschichte zieht und nicht wieder loslässt. Auch der Alltag – speziell im 12. Jahrhundert – wird so geschildert, dass man wirklich – und das ist man bereits von anderen Martina André-Romanen gewohnt – schnell ein Teil des Ganzen wird.

Wer neben der stets spannenden Handlung oder dem Wechselbad der zwischenmenschlichen Gefühlen über den Tellerrand hinausschaut, wird beängstigende Parallelen zu unserer heutigen Gegenwart finden und feststellen, dass wir nicht allzu weit von einer ähnlichen Zukunft entfernt sind – hier hat Martina André also fiktionale Elemente zusammen mit Aspekten der Gegenwart und der Darstellung einer äußerst lebendigen Vergangenheit kombiniert, derer brisanten und zweifelsohne vorhandenen Faszination man sich nicht entziehen kann. Auf jeden Fall wird hier extrem zum Nachdenken angeregt – das „was wäre, wenn... ?“ sowie die Frage, was die Templer damals in Jerusalem wirklich gefunden haben, ist allgegenwärtig. Und auch die Frage, inwiefern wir aus der Vergangenheit lernen und unsere eigene Zukunft beeinflussen können, sorgt für Denkanstöße! Ich möchte daher an dieser Stelle auch keine einzelnen Aspekte der Handlung hervorheben, sondern empfehle einfach einmal, den bisherigen Rezensionen zu vertrauen und sich einfach auf das Gesamtwerk „Die Rückkehr der Templer“ einzulassen!

„Die Rückkehr der Templer“ – so banal der Buchtitel auch lauten mag – ist eine würdige Fortsetzung eines mir sehr teuer gewordenen Romanes aus deutschen Landen. Durch die sprachliche Qualität, die geschickte Kombination aus geschichtlichen und fiktionalen Elementen, der Kernthese des Konflikts der drei Weltreligionen und nicht zuletzt durch die liebenswerten Charaktere hat Martina André vieles richtig und nichts falsch gemacht. So obskur das Buch anfängt – für mich persönlich ein wenig zu viel Zukunft am Anfang - , so geordnet, spannend und reißend geht es weiter bis zur letzten der 761 Seiten. Ein Nachwort vom deutschen Autor Tobias Daniel Wabbel, seines Zeichen selbst ein Fachmann für den Templerorden und bekannter Buchautor, rundet den Gesamteindruck von „Die Rückkehr der Templer“ ab und lässt den Leser wieder mit dem „Was wäre wenn?“-Gedanken zurück. Liebe Martina, ist das jetzt das Ende der Fahnenstange oder ist da noch Raum und Platz für mehr? Pflichtkauf!!!

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Tags: gegenwart, heiliges land, jerusalem, martina andré, tempelritter, templerorden, vergangenheit, zeitreise, zukunft   (9)

  

 
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