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Schneeblüte
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(38)

68 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

krimi, thriller, mädchenmord, vertuschung, wahrheit

Schneeblüte

Nancy Pickard , Anja Malich , Ulrike Thiesmeyer
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.02.2007
ISBN 9783499243370
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Von der Krimiautorin Nancy Pickard sind nur wenige Bücher ins deutsche übersetzt worden, völlig zu unrecht. Sie ist in den USA preisgekrönt und war bis vor kurzem die Präsidentin der "Sisters in Crime", eine Vereinigung von Krimiautorinnen weltweit mit weit über 3600 Mitgliedern. Neben etlichen Einzelromanen gehen einige Cozy Mystery Serien auf ihr Konto: die Jenny Cain Mysteries, die Eugenia Potter Mysteries und die Mary Lightfood Mysteries.
In ihren Romanen beschränkt sie sich nicht nur auf Cozy ... und auch dieser Roman fällt eher aus dem Rahmen.
Dieser Roman spielt in einer überschaubaren Stadt namens Small Plains, in der eine Nacht das Leben aller Bewohner auf den Kopf stellt: es wird eine Leiche einer jungen Frau im Schnee gefunden, Abby will zum ersten Mal mit ihrem Freund Mitch schlafen, der aber in dieser Nacht verschwindet und nicht mehr zurück kommt und alles scheint auseinander zu fallen. Und 15 Jahre später, als Gras über die Sache gewachsen ist, findet Abby Mitchs Mutter tot im Schnee und fängt an, zu recherchieren, was in dieser Nacht wirklich passiert ist. Und dann taucht auch Mitch wieder auf.
Ich bin sehr begeistert von diesem Krimi. Es hat einige "Cozy" Elemente in dieser recht beschaulichen Kleinstadt mit übersichtlichem Personal.
Es ist eine spannede Geschichte und der Autorin gelingt es gut auch mit dem Rückblenden die Spannung zu erhalten und den Leser nicht zu verwirren. Die Auflösung nähert sich langsam an, bis zu einem großen "Showdown" und obwohl man als Leser das ein oder andere ahnt oder weiß, hält es doch noch überraschende Wendungen bereit. Die Personen sind glaubhaft gezeichnet und Abby ist mir gleich ans Herz gewachsen.
So, wie ein Krimi sein muß und man wünscht der Autorin auch die Chance in Deutschland eine größere Leserschaft zu erobern.

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Nur einen Tag noch
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(60)

106 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 11 Rezensionen

tod, familie, mutter, leben, tag

Nur einen Tag noch

Mitch Albom , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 235 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 29.11.2006
ISBN 9783442311385
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Das war eine absolute Verlegenheits-Lese. Denn wie leider so oft habe ich mal wieder mein Buch vergessen.
Ich habe zu Mitch Albom gegriffen, weil es mit 235 Seiten recht übersichtlich wirkte und ich die Chance sah, dieses Buch recht schnell zu Ende zu bekommen. Auch entwickelte es auf der ersten Seite schon einen gewissen Sog - und so kam es mit, um mir zwei-einhalb Stunden Wartezeit zu versüssen.
Zum Inhalt:
Chick Benetto ist ein ehemaliger Baseballspieler, der nicht nur seine Karriere, sondern alles verloren hat, woran sein Herz hing. Sein Vater hat die Familie verlassen, als er Kind war. Seine Alkoholeskapaden kosten ihm die Jobs und seine Familie. Und seine Mutter stirbt. Eines Tages, als er feststellen muß, daß er auch die Liebe seiner Tochter verloren zu haben scheint, beschließt er, sich umzubringen, fährt in seine Heimatstadt und stürzt sich vom Wasserturm.
Und jetzt beginnt eine Art "Geister-"Geschichte, wie der Autor es selbst nennt: Chick erlebt einen Tag mit seiner toten Mutter in vertrauter Umgebung. Nicht nur, daß Chick sich immer wieder an Ereignisse erinnert. Er bekommt die Chance, unbeantwortete Fragen seiner Vergangenheit zu klären.
Meine Meinung:
Nun ja. Das beste, was ich über das Buch sagen kann: es liest sich wirklich schnell. Ich habe das Buch in den 2,5 Stunden komplett ausgelesen. Und auch in anderer Hinsicht hat es meine Erwartung erfüllt. Wenn ein Roman mir Lebensweisheit verspricht oder die Klärung all unserer unbeantworteter Fragen, werde ich skeptisch. Mir sind solche Bücher meistens sehr zu wider, weil ich mich belehrt fühle und mir ungefragt Lebensweisheiten an den Kopf geworfen werden über Fragen, die ich eigentlich nicht hatte, oder sie zumindest keinem Roman stellen würde.
Die Geschichte des Buches ist locker-luftig, leicht zu lesen. Die Rückblenden in die Vergangenheit wirken so unbeschwert, daß sie schon was anekdotenhaftes haben. Das macht es leicht und schnell zu lesen. Und das macht auch den Unterhaltungswert aus.
Aber die ganze "Geistergeschichte"... nun ja. Mir fehlt vermutlich die Phantasie, der Wille oder der Glaube ...
Nichts für mich, mußte ich leider mal wieder feststellen und habe einen weiteren Autor auf meiner Liste, um die ich in Zukunft einen großen Bogen machen werde.

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Eine zu 85% wahre Geschichte
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(51)

85 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

musik, tod, usa, musiker, reise

Eine zu 85% wahre Geschichte

Chuck Klosterman , Adelheid Zöfel
Fester Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 25.08.2006
ISBN 9783100382108
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Chuck, der Autor und auch Ich-Erzähler des Buches arbeitet als Musikjournalist und beschreibt seine Arbeit selbst auch so, daß er einfach über die Post schreibt, die er bekommt. Um dem Schreibtischjob mal zu entkommen, macht er nun eine Reise, mit einem Mietwagen, über 600 CDs auf dem Rücksitz, geht es einmal quer durch Amerika, um Todesorte von Musikern aufzusuchen. Angefangen von dem Ort, wo beim Great White Konzert die Pyrotechnik den Saal in Brand setzte und viele Menschen das Leben kostete bis nach Seattle, wo Kurt Cobain sich das Leben genommen hat. Das ist der Rahmen der Handlung. Denn auf einer so langen Autofahrt hat man viel Zeit nachzudenken und rum zu philosophieren: über Musik und ihre Bedeutung allgemein wie individuell, über den Tod, das Leben, Drogen und über die Liebe. Und das tut Chuck ausführlich.
Die Handlung ist bei diesem Buch eindeutig im Hintergrund. Viel interessanter sind die Gedankengänge, die von philosophisch bis bizarr reichen, und die Geschichten und Episoden, die Chuck Klosterman so nebenher erzählt. Ich kannte längst nicht jede einzelne Band und jeden Song, der in diesem Buch Erwähnung findet, aber das ist auch nicht weiter schlimm. Das Buch bleibt trotzdem interessant.
Es sind so einige wirklich schöne Gedanken und Sätze in dem Buch verborgen. Und das Buch liest sich sehr kurzweilig.
Allerdings muß ich sagen, daß es mir nach 200 Seiten dann auch gereicht hat. Mir persönlich wurde es dann irgendwie zuviel. Genau wie bei einem Song, von dem man erst mal nicht genug kriegt und ihn pausenlos hören kann, der einem dann aber auch irgendwann nervt. Mich hat auch Chuck und seine egozentrischen Gedankengänge irgendwann genervt...

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Wer will schon einen Traummann
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(99)

161 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

liebe, first lady, präsident, kinder, flucht

Wer will schon einen Traummann

Susan Elizabeth Phillips
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 01.03.2001
ISBN 9783442353941
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Manchmal braucht man was fürs Herz... dann greife ich gerne mal zu Susan Elizabeth Phillips.
In diesem Roman geht es um die verwitwete First Lady Cornelia Case, die für den unverheirateten Nachfolger im Präsidentenamt ihrer Mannes im weißen Haus weiter die First Lady spielt - aus Pflichtbewußtsein und gegen ihren Willen. Eines Tages bricht sie aus ihrer Rolle und Verantwortung aus, verläßt verkleidet das Weiße Haus um inkognito ein ganz normales Leben zu leben, wenigstens für ein paar Tage... zwischen Walmart, Diner und Motels. Auf ihrer Reise trifft sie Matt, der mit seinen zwei vermeintlichen Töchtern auf dem Weg zu deren Großmutter ist, um die beiden loszuwerden. Mit dem rauhbeinigen Matt und den beiden Mädchen reist sie nun weiter und verliebt sich nicht nur in die Kinder. Nicht nur sie hat ihr Geheimnis vor Matt, auch er verschweigt ihr seinen Beruf - Journalist...
Wie soll man so ein Buch rezensieren? Wenn man mit Verstand an die Sache herangeht, kann man nur Kopfschütteln über soviel Fantasie. Eine First Lady, die aus dem goldenen Käfig ausbricht um bei Walmart einkaufen zu gehen? Ein Journalist, der sich die Story seines Lebens aus Liebe entgehen läßt? Eine Liebe, die wirklich alle Grenzen, selbst die der politischen Macht überschreiten kann? (Ich meine: wir reden hier von Amerika, in dem Präsidenten eher über Sexskandale stolpern, wie über politische Fehltritte). Eigentlich stimmt an diesem Buch gar nichts...
Es ist wie die Vorstellung vom Schlaraffenland: viel zu unglaubwürdig, viel zu süß!
Aber manchmal braucht man einfach auch als Erwachsene den Traum vom Schlaraffenland und eine Geschichte, die zu schön ist um wahr zu sein.
Und wenn mir mal danach ist, dann lese ich Susan E. Phillips.

... und stehe dann ganz schnell wieder mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen.

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Unter guten Freunden
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Unter guten Freunden

Ayelet Waldman , Usch Pilz
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Diana
ISBN 9783453351431
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Das ist der erste Band der sogenannten Mommy Track - Reihe von Ayelet Waldman.
Juliet Applebaum hat ihren Job als Pflichtverteidigerin niedergelegt, als ihre Tochter Ruby geboren war. Sie sorgt nun seit zwei Jahren für ihre Tochter und ihren Mann, der als freischaffender Horrorfilm-Drehbuchautor arbeitet, in Los Angeles. Inzwischen steckt sie auch noch in der nächsten Schwangerschaft.
Eines Tages gerät sie in einen Kriminalfall, als sie sich bei einem angesehenen Promi-Kindergarten um eine Stelle für ihre kleine Tochter bewirbt. Leider erweist sich Ruby als trotzig und wenig Vorstellungs-Gespräch tauglich und sie gehen leer aus. Allerdings werden sie auch Zeugen eines heftigen Streits mit einem anderen Vorstellungselternpaar und der Kindergartenleiterin. Als diese am Abend des gleichen Tages auf der Straße bei einem Autounfall ums Leben kommt, hat Juliet einen Verdacht und fängt auf eigene Faust zu ermitteln an. Die Polizei tut das Geschehen als bedauernswerten Unfall ab.
Meine Bewertung: Es ist ein leicht zu lesender Krimi, der allerdings mehr von den Kinder-Anekdoten lebt, als von einer packenden Krimihandlung. Dieser kann man als Leser leicht folgen. Zu leicht, denn ich hatte schon 50 Seiten vor Juliet den Verdacht, wer der wahre Täter ist. Eine überraschende Wendung war es für mich also nicht mehr wirklich. Ich glaube auch, daß der Krimi für Eltern vielleicht noch witziger sein könnte, weil sie sich vielleicht in der ein oder anderen Geschichte über Freud und Leid mit den lieben Kleinen vermutlich wiederfinden. Man merkt jedenfalls, daß das Geschichten aus dem Leben sind. Mir persönlich ist diese Welt ja ein bißchen fremd, zugegeben.
Allerdings werde ich trotzdem wohl mit Freude den zweiten in deutsch erschienen Band lesen und dann mal sehen, ob mein Interesse für die englischen Bände noch anhält.

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Die Party Queen von Manhattan
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155 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 11 Rezensionen

party, new york, liebe, lauren weisberger, manhattan

Die Party Queen von Manhattan

Lauren Weisberger
Flexibler Einband: 476 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.08.2006
ISBN 9783442542345
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Bette Robinson ist jung, hübsch und intelligent, lebt und arbeitet in Manhattan. Hier stimmt der Rahmen schon mal für die typische "erfolgreiche, gutaussehende Frau sucht und findet Mann fürs Leben und erlebt auf dem Weg dahin mehr oder weniger amüsante Verwicklungen". Und eigentlich hält sich der Roman auch gut an dieses Schema.
Nachdem Bette ihren Job bei der Bank gekündigt hat, verschafft ihr ihr (schwuler) Onkel Will einen neuen bei der angesagtesten PR und Event Management Firma von New York, ein Job, in dem es zur Stellenbeschreibung gehört, Champagner zu trinken und Stars zu treffen. Die exklusivsten Clubs der Stadt stehen ihr offen und schnell landet sie am ersten Abend eher zufällig auch in die Arme eines umschwärmten Playboys der Stadt. Und damit fangen die Verwicklungen an: ihr neues Leben findet sie in einer anonymen Klatschkolumne dokumentiert, der Playboy ist nicht ihr Freund, auch wenn alle Welt das glaubt und ihr Onkel und auch ihre Ex-Hippie-Eltern beobachten den Trubel und das Jetsetleben mit Skepsis. Und dann ist da ja auch noch ein anderer Mann, der Bette interessiert. Bette merkt, dass das Leben als Party Queen auch Nachteile hat.
Die Inhaltsangabe hat mich nicht so überzeugt. Ich habe das Buch mehr oder weniger gelesen, weil ich von der Autorin dann mal was gelesen haben wollte, aber Der Teufel trägt Prada schon kannte.
Aber ich war überrascht von diesem Buch. Abgesehen von der Storyline, die wirklich sehr Schema F ist, liest sich das Buch sehr lustig, flüssig und es ist sogar interessant.
Man darf jetzt keine Gesellschaftsstudie des New Yorker Partylebens erwarten, aber so ein paar Anekdoten und auch ein paar Informationen aus der Welt, die mir letztlich fremd ist, gibt es schon. Wie Klatsch und Trasch funktioniert, warum man eine Warteliste hat, um eine fünfstellige Summe für eine Handtasche auszugeben, ... all so etwas findet sich dann in dem Buch.
Und die Personen sind rundum sympathisch: allen voran Bette, die mit einen skurrilen Familie glänzt und bei allem Schick und Glanz mit einem schrägen Hobby: sie liebt und liest romantische Romane (oder wie man bei uns sagen würde Nackenbeisser) und das mit ihrem Buchclub.
Und wie bei einem Nackenbeisser hat auch dieses Buch das unvermeidliche Happy End.
Mein Fazit: fluffige, leichte Unterhaltung, die ich mit Spaß gelesen habe. Nichts anspruchsvolles, nichts super geistreiches.

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In gutem Glauben
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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

In gutem Glauben

Jane Smiley , Barbara Christ
Fester Einband: 522 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.08.2004
ISBN 9783827005410
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Joe Stratford lebt ein ruhiges, geordnetes Leben in einer Kleinstadt in New Jersey mit einem sicheren Job und bescheidenem Wohlstand. Befreundet mit der Familie seines Chefs, erfolgreicher Makler, geschieden mit einer kleinen Affäre ist er zufrieden mit allem, was er hat und tut. Bis eines Tages Marcus Burns als Kunde auftaucht. Auf großem Fuß lebend mit einer erstaunlichen Karriere, vermittelt er, daß er etwas vom Leben und Geld verdienen versteht. Und von ihm gehen die Verlockungen des großen Geldes aus und erfassen die kleine Maklerfirma und Joe.
Und plötzlich wird aus einem bodenständigen Hausmakler ein Jongleur mit Großfinanz, Banken, Großkrediten und kleineren Betrügereien. Und das Leben gerät langsam aus den Fugen und das Unheil schleicht sich an.
Jane Smiley beschreibt die Wandlung von Joe gekonnt und mit viel Sympathie. Man mag Joe von Anfang an und gerät mit ihm in den zunächst unmerklichen Strudel der Verlockungen des Geldes. Die Beziehungen, Gespräche und Charaktere sind es, die das Buch sehr spannend machen. Langweilig waren für mich allerdings die Seiten und Abschnitte, die von Maklerverträgen, Geschäftsbeziehungen und Grundstückserschließung handeln. Diese Passagen gibt es leider häufiger.
Aber Jane Smiley kriegt immer wieder den Dreh und man liest dann gerne wieder weiter, welchen Weg Joe einschlägt.

Alles in allem ein gelungener Roman und ein lesbarer Roman, wenn auch nicht das Beste, was Jane Smiley geschrieben hat.

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Talk Talk
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identitätsdiebstahl, gehörlos, verfolgung, usa, gehörlose

Talk Talk

T. C. Boyle
Fester Einband: 394 Seiten
Erschienen bei Hanser, 26.08.2006
ISBN 9783446207585
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Talk Talk heißt: das unterhalten in Gebärdensprache. Damit wäre schon ein Thema des Romans bestimmt: die Hauptperson ist Dana Harper, eine taube Gebärdensprachelehrerin an einer Gehörlosenschule.
Der Roman beginnt mit dem zweiten großen Thema des Romans: als Dana eines Tages in einer Polizeikontrolle gerät, stellt die Polizei fest, daß unzählige Haftbefehle wegen unterschidelichster Betrügereien gegen sie vorliegen und nimmt sie fest. Nach einem trostlosen Wochenende im Knast stellt sich dann aber heraus: hier hat jemand ihre Identität gestohlen. Unter ihrem Namen, mit ihrer Sozialversicherungsnummer und mit ihrer Identität lebt da ein zweiter Mensch, der all diese Verbrechen begangen hat.
Nicht nur die Polizei ist hinter diesem Dr. Dana Harper (ein Mann!) her, auch diverse Gläubiger. Und so bekommen die wahre Dana und ihr Freund Bridger schließlich die Telefonnummer des Kerles und sind dem Identitätsdieb auf der Spur. Der Roman wechselt mehrfach die Perspektive und man erfährt auch aus dem Leben des zweiten Dana Harper, Peck. Seine Geschichte, wie er dazu kam... Und es entwickelt sich zu einer Jagd von der West- an die Ostküste.
Wie schon erwähnt steht Talk Talk nicht für sinnloses Gerede, sondern für die Gebärdensprache. Aber ersteres wäre auch möglich gewesen. Mich hat der Roman von T.C. Boyle etwas enttäuscht. Bei einem anderen, unbekannten Autor hätte ich so manches wohl nicht so krumm genommen, aber von Boyle erwarte ich besseres.
Die Geschichte ist schnell und ruckzuck gelesen. Sie ist sehr kurzweilig und es gibt sogar eine gewissen Spannung. Es kommt nicht oft vor, daß ich einen 390 Seiten an einem Tag durchlese. Der Roman ist locker, flockig, leicht verdaulich und belastet nicht. Aber genau hier liegt auch das Problem: es ist so gemütlich wie ein Fast Food Restaurant und läd nicht zum verweilen ein. Es fehlt vieles, was ältere Boyle Romane auszeichnen: das Verweben von Themen, die skurillen, aber absolut glaubhaft gestalteten Personen. Hier bleiben zwei Themen nebeneinander stehen, die sicher beide ihre Brisanz haben. Das Thema Identitätsdiebstahl hat sicher seine Aktualität. Aber Boyle scheint bei diesem Thema keine Stellung zu beziehen, außer der Tatsache: seht her, so leicht ist es.
Und beim Thema Taubheit versagt Boyle meiner Meinung nach völlig. Es gelingt ihm kaum, daß Leben in der stillen Welt einzufangen. Hier mag eventuell auch die Übersetzung eine Rolle spielen, denn wie die Gebärdensprache im englischen Original dargestellt ist, kann ich nicht sagen.
Boyle gelingt es auch nicht, diese Themen in zu verweben. Er stellt sie in den Raum, behandelt sie nicht miteinander und auch im einzelnen nicht konsequent.
Und noch ein Wort zu den Charakteren: sie bleiben im Klischee und werden so nicht glaubhaft, wie Boyle es sonst so schafft. Die hübsche, gute und bemitleidenswert gehandicapte Dana und ihr fürsorglicher, liebender, herzensguter Freund Bridger haben keine Schattenseite, nichts böses. Sie sind zu gut für diese Welt. Und dann ist da Peck, der böse Dieb, der sich hineinsteigert, kein Mitgefühl hat, egoistisch, böse und dumm. An seiner Seite ein oberzickiges, aus Russland emigriertes Luxusweibchen. Und sie entwickeln sich aus diesem Stadium auch kaum hinaus.
Schade - wie gesagt, von Boyle hätte ich einfach mehr erwartet.

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On What Grounds
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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

On What Grounds

Cleo Coyle
Flexibler Einband: 275 Seiten
Erschienen bei Berkley Pub Group, 01.09.2003
ISBN 042519213X
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Clare Cosi hat vor zehn Jahren ihren Managerjob im Village Blend Coffee House, Greenwich Village und ihren Mann Matteo, dessen Betrügereien sie satt hatte, verlassen. Sie wollte ihre Tochter lieber in einer ruhigen Vorstadt in New Jersey großziehen. Heute, zehn Jahre später, ist Clare 39, ihre Tochter Joy hat das Haus verlassen für ein Studium am Koch-College in New York City, und sie ist vom Leben in New Jersey gelangweilt. Als Madame, die Village Blend Besitzerin und Clare's Ex-Schwiegermutter, ihr nun ihren alten Job als Managerin des Village Blend wieder anbietet, ist Clare nicht schwer zu überreden. Das Angebot ist auch sehr verlockend: Gewinnbeteiligung, Besitzanteile und das zweistöckige Appartment über dem Café mietfrei. Clare sagt zu. Doch mit dem Tag ihres Einzugs fangen die Probleme an: sie findet ihre stellvertretende Managerin schwerverletzt am Fuß der Treppe. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Clare's Gespür sagt etwas anderes. Das ist es aber nicht allein: ihre Ex-Schwiegermutter hatte so ihre eigenen Pläne, als sie einen weiteren Anteil des Village Blend und auch Wohnrechte am Appartment ihrem Sohn und somit Clare's Exmann überlassen hat.
Gemeinsam beginnen die beiden rumzuschnüffeln und versuchen den vermeintlichen Unfall aufzuklären. Und damit bringt Clare sich auch selbst in tödliche Gefahr.
Es ist ein wunderbarer Krimi. Ein typischer Cozy, bei dem es weniger um Blut, sondern mehr um die Spürnase geht. Der Kriminalfall ist unterhaltend und spannend und hat eine logische Auflösung. Die Charaktere sind einfach nett: eine überaus sympathische Clare, die sich unversehens zwischen einem charmanten Polizisten und ihrem Ex-Mann wiederfindet. Madame, eine wahre Dame und Inhaberin des Blend, die ihre eigenen Pläne mit ihren "Kindern" hat und viele interessante Randfiguren, die dem ganzen einen schönen Rahmen geben. Man möchte unbedingt wissen, wie es mit den Protagonisten weitergeht, darum werde ich auch die weiteren bislang erschienen Teile mit Sicherheit lesen.
Das Ambiente in diesem Krimi ist einfach bezaubernd: ein bißchen New Yorker Stadtteil- Idylle im Greenwich Village, ein historische Café, das man als Leser regelrecht vor Augen hat.
Und der Leser lernt viel über Kaffee - so ganz nebenbei. Die richtige Lagerung von Kaffeebohnen, die Zubereitung von französischem oder griechischem Kaffee oder eines richtigen Espresso... Und am Ende findet man noch die Rezepte für Kuchen, Kaffeespezialitäten und Cocktails, die in dem Buch eine Rolle spielen. Den Cappucino Walnut Cheesecake möchte ich unbedingt mal nach-backen.
All diese Zutaten nehmen einen gefangen und der Krimi ist eine leichte, sehr unterhaltende Lektüre zum eintauchen.
Auch in Englisch sehr gut lesbar.

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Das Magdalena-Evangelium
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68 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

maria magdalena, jesus, evangelium, kreuzigung, verschwörung

Das Magdalena-Evangelium

Kathleen McGowan
Flexibler Einband: 558 Seiten
Erschienen bei Lübbe GmbH & Co. KG, Verlagsgruppe, 13.05.2008
ISBN 9783404158638
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Verschwörungstheorien sind in. Jeder hat seine eigene. Ob Lady Di, Mondlandung, JFK, 9/11 ... nichts worum sich nicht zahlreiche Verschwörungstheorien ranken. Und was bietet sich nicht besser an, als die Kirche und all ihre historischen Wurzeln? Ein wunderbares Feld für viele Verschwörungstheoretiker und seit Dan Brown erlebt die Geschichte von Maria Magdalena oder der Katharer oder der Templer einen wahren Boom. Jeder, der einen Bestseller veröffentlichen möchte, stürzt sich auf das Thema.
Und in diese aktuelle Mode reiht sich dieser Roman ein. Auch wenn die Autorin glaubhaft zu machen versucht, daß ihr Buch schon vor Dan Brown Millionen-Welt-Bestseller entstanden ist. Das mag sogar sein... Fakt ist: Aufmerksamkeit bekommt ihr Buch erst danach - und ich möchte auch noch hinzufügen: und auch nur, weil es das Thema umfasst. Ohne Dan Brown keine Kathleen McGowan in unseren Bestsellerregalen. Und wenn ich noch einmal meiner Rezension vorweggreifen darf: es wäre besser gewesen.
Zum Inhalt des Buches:
Eine junge amerikanische Historikerin recherchiert für ihr neues Buch über die weibliche Seite der Geschichte (HERstory... schon da wird es unoriginell). Soweit so gut. Doch nicht nur, daß sie die Fakten des Lebens der Maria Magdalena recherchiert. Nein, sie erlebt in Jerusalem schicksalhafte Begegnungen und Visionen.
Und das alles führt sie Jahre später nach Frankreich und auf die Spuren von Maria Magdalena, deren Urururur...enkelin sie ist. Und sie macht sich auf der Suche nach Marias Evangelium. Es gibt verschiedene Gruppierungen mit verschiedenen Interessen, die sie mit Gewalt durchsetzen. Hier ist der Stoff der Verschwörungstheoretiker. Und natürlich erfährt der Leser auch noch den Inhalt des geheimnisvollen Evangiliums.
Soweit der Inhalt. Es ist mir ja bis jetzt schon schwer gefallen, meine Meinung dazu hinter den Berg zu halten. Für mich ist es, mit Abstand, das schlechteste Buch, was ich in den letzten Jahre gelesen habe.
Meine Kritikpunkte:
* Sprachlich ist das Buch auf dem Niveau banalster Unterhaltungsromane und sogar noch schlechter als diese. Ob das nun auf die Autorin oder die Übersetzung zurückzuführen ist, kann ich nicht beurteilen. Ausdrücke wie "Voll daneben!" (und das nicht in wörtlicher Rede, sondern mehr im normalen Textfluß) finde ich "voll daneben", zumindest in dem Zusammenhang. Kommaregeln werden eher kreativ eingesetzt, Rechtschreibfehler sind zahlreich und über den korrekten Gebrauch des Dativs wollen wir mal ganz schweigen.
* Wir mühen uns durch 300 Seiten Evangeliensuche mit reichlich unspannenden Verschwörungen. Viel zu schnell aufgelöst. Im spannendsten Moment ist es dann auch gleich mal vorbei und alles läuft dann doch viel zur reibungslos. Sollte das spannend sein? Leider mißglückt!
* Die Figuren, ob nun Maureen, ihr Cousin und Jesuitenpriester Peter (der unübersetzt als Father durch das Buch geistert), ihre Eso-Freundin Tammy und wie sie noch alle heißen, bleiben farblos und unausgegoren.
* Dann dürfen wir die Geschichte von Maria lesen. Hier bemüht sich die Autorin nicht mal im Ansatz eine authentischere Sprache zu finden. Alles bleibt in dem belanglosen Ton. Keine Stilveränderung... ob das jetzt 33 oder 2005 nach Chr. spielt, scheint völlig unerheblich zu sein.
* Und schließlich möchte ich mal einen alten Song der Prinzen zitieren: "Alles nur geklaut" . Nichts an diesem Buch ist originell, nichts ist neu. Alles, bis hin zur kleinsten, halbgaren religiösen Verschwörungstheorie hat es so schon einmal von einem anderen Autor gegeben.

Mein Fazit: überflüssig!
Und das schlimmste zum Schluß. Die Autorin hat dieses Buch nicht etwa als einen Unterhaltungsroman geschrieben, mit dem sie Geld machen möchte. Nein, sie verkauft uns in ihrem Schlußwort dieses Buch als in Romanform gepackte (um Menschen zu schützen!) Wahrheit. Ihr dargebrachte Visionen, wurde es ihr aufgetragen, diese Geschichte zu schreiben. Den Ring, mit dem sich die Autorin ablichten läßt, erinnert dann auch gaaaanz zufällig an den Ring, den Maureen in Jerusalem bekommt und der als Art Auslöser für alles folgende gelten kann.
Ich möchte hier mal aus dem Schlußwort der Autorin zitieren:

" In meinem Bedürfnis, die heilige Natur dieses Wissens und die Menschen zu beschützen, die es bewahren, blieb mir keine andere Wahl, als dieses und die folgenden Bücher der Serie als Roman zu verfassen. Trotzdem entstammen viele der Abenteuer meiner Protagonistin und nahezu alle ihre übernatürlichen Begegnungen meinen eigenen Erfahrungen"

Keine andere Wahl? Mir fällt eine ein: lieber zum Psychologen gehen und nicht die Leserschaft belästigen. Bücher der Serie? Da möchte ich glatt mal wieder das Beten anfangen und sagen: der liebe Gott möge das verhindern.

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Der verborgene Fluss
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(11)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

australien, aboriginis, verbannung, 19. jahrhundert, historischer roman

Der verborgene Fluss

Kate Grenville , Anne Rademacher , Karina Of
Fester Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Bertelsmann, C, 20.12.2006
ISBN 9783570008676
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Eine Zeitlang hat mich allein das Thema Australien eher abgeschreckt. Vermutlich aus reinen Überdruß, weil ich vorher jedes Buch rund um Australien verschlungen habe. Irgendwann sind dann alle Klischees verbraten und ich konnte es nicht mehr lesen.
Nachdem dieser Roman aber anders klang in der Beschreibung und auch für den Booker Prize 2006 nominiert ist, bin ich doch mal wieder neugierig werden.
Erzählt wird von der Besiedlung Australiens und erzählt wird das Leben von Will Thornhill. Er wächst in ärmsten Bedingungen in London auf und hält sich und seine Familie nur mit kleineren Diebstählen über Wasser. Ein kurzes Glück mit Lehre und Heirat endet aber in einem harten Winter und weitere Kleindiebstähle bringen Will ins Gefängnis und schließlich mit einem Gefangenentransport nach Australien. Begleitet von seiner Frau Sal und seinem ältesten Sohn. Erzählt wird vom Zurechtfinden in einer völlig fremden Umgebung, vom rauhen Leben in Sydney. Und von Pioniergeist.
Will entdeckt die Liebe zu einem Land und erarbeitet sich mit Fleiß und Mut eine Existenz. Gestört wird die familiäre Idylle aber durch die australischen Ureinwohner, die auch ihr Leben so weiterleben, wie seit Jahrhunderten und dabei keine Rücksicht auf die neuen Bewohner nehmen. Es kommt zu Konflikten und zu Blutvergießen. Und die Idylle bekommt Risse.
Nach dem kompletten Lesen stehe ich dem Buch mit ein wenig gemischten Gefühlen gegenüber.
Zunächst muß ich aber schon mal sagen: es ist ein guter Roman über Australien. Es beleuchtet die Geschichte Australiens mal über Entdeckerabenteuer und romantischer Verwicklungen hinaus. Er erzählt vom alltäglichen Leben, vom Aufbau einer Existenz in einem fremden Land. Das macht den Roman empfehlenswert!
Mich persönlich haben ein paar Kleinigkeiten aber auch gestört: Zum einen ist Will Thornhill eine rundherum sympathische Figur, aber auch irgendwie zu gut für diese Welt. Trotz seiner Diebstähle hat Will eine erstaunlich klar definierte Vorstellung von Gut und Böse. Zum anderen ist die ansonsten schöne und klare Sprache des Buches ab und an mal durch geradezu monströse schwelgerische Beschreibungen gestört. Da haben die Sterne am Himmel für Will dann auch mal die Bedeutung von "achtlos dahingestreuten Reiskörnern." Mir persönlich ist es manchesmal zu metaphernreich.
Und mich persönlich hat der "Show down" am Schluß ein wenig gestört. Aber vielleicht ist das auch die Absicht?
Aber alles in allem hat mir der Roman gut gefallen und ich finde ihn lesenswert.
Die australische Geschichte wird hier ein bißchen realistischer geschildert und nicht, wie so oft, wild-romantisch und verromantisiert.
Nicht eine romantische Liebesbeziehung steht hier im Vordergrund, sondern die Liebe zum Land und der Kampf ums Überleben.

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Star Man: The Right-hand Man of Rock and Roll
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(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Star Man: The Right-hand Man of Rock and Roll

Michael Francis
Fester Einband
Erschienen bei Simon & Schuster Ltd, 01.09.2003
ISBN B000N15Z74
Genre: Sonstiges

Rezension:

Michael Francis erzählt sein Leben, was ihn im Alter von 21 Jahren aus dem Boxring seines Vaters in das Rockn Roll Leben führt, als Bodyguard so mancher der größten Stars der letzten Jahrzehnte: Paul McCartney, Led Zeppelin, Bad Company, The Osmonds, Sheena Easton, Frank Sinatra, Bon Jovi, Cher and Kiss.
Vom Bodyguard zum Tourmanager erzählt Michael Francis so manche nette Backstage Episode. Auch über Bon Jovi. Mit Jon Bon Jovi verband ihn über einige Jahre eine enge Freundschaft und er gehörte zu den wenigen Eingeweihten der überraschenden Hochzeit in Las Vegas.
Auch wenn das Buch nur in englisch erhältlich ist, ist es ein gut lesbares Englisch und für jeden Fan interessant, aber auch für jeden, der sich für das Rockstarleben interessiert.
Ob man alles so glauben möchte, was da so erzählt wird, bleibt jedem selbst überlassen. Wegen Verleumdung verklagt wurde Francis allerdings nicht und es wurde auch keine Schwärzung gerichtlich angeordnet.

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Bis(s) zum Morgengrauen
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(3.126)

4.571 Bibliotheken, 41 Leser, 20 Gruppen, 487 Rezensionen

liebe, vampire, vampir, bella, edward

Bis(s) zum Morgengrauen

Stephenie Meyer , Karsten Kredel (Übersetz.)
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.02.2006
ISBN 9783551581495
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Es ist lange her, daß ich ein Jugendbuch gelesen habe. Und dieses Mal habe ich zugegriffen, weil meine Kollegen absolut begeistert sind und auch in den Foren dieses Buch so hochgejubelt wurde. Ich mißtraue dem Hype. Immer. Meistens lese ich all die gehypten Bücher erst Monate nachdem sie aus den Bestsellerlisten verschwunden sind. Manchmal sehe ich mich in meinem Mißtrauen bestätigt. Manchmal muß ich auch feststellen, daß ich mich geirrt habe.
Zum Inhalt: anders als das Coverbild der deutschen Ausgabe vermuten lassen könnte, befinden wir uns in der Jetzt-Zeit: Bella, 17 Jahre alt und recht unscheinbar, geht ihrer Mutter zuliebe in ein selbstgewähltes Exil, eine verregnete Kleinstadt im Nordwesten zu ihrem Vater. Forks heißt das Nest. Das Leben mit ihrem Vater ist recht komplikationslos und das Leben an ihrer neuen Schule in dem trostlosen Nest wird für sie doch noch aufregend, weil sie Edward, einem geheimnisvollen Mitschüler kennenlernt und sich schließlich verliebt. Doch Edward ist - und das ist nun keine Überraschung mehr - ein Vampir. Einer von den guten, der es vorzieht Wildtiere, statt Menschen zu töten und dabei noch auf das ökologische Gleichgewischt achtet. Und er verliebt sich in Bella, auch wenn er weiß, daß ihm diese Liebe viel Selbstbeherrschung abverlangt und er Bella in Gefahr bringt. Die Gefahr kommt aber auch von außen...
Ich bin mit großer Skepsis an das Buch herangegangen und leider hat sich diese Skepsis bis zur letzten Seite nicht gelegt. Ich finde die Geschichte sehr berechenbar, wenig überraschend und - um ganz ehrlich zu sein - fade. Das es sich so lockerflockig und zügig liest, hängt nicht so sehr an der inhaltlichen Spannung, sondern eher an der Tatsache, daß man es mit einem Jugendbuch zu tun hat, was keine große Leseanstrengung bedarf.
Die Personen des Romans bleiben die ganze Zeit für mich sehr oberflächlich und unglaubwürdig. Eine 17jährige Jugendliche, die nach vielen Jahren zu ihrem Vater, einem ortsansässigen Polizisten, zurückkehrt - und es soll ein so harmonisches und reibungsloses Zusammenleben geben? Das ist schon gleich mal eine von vielen, vielen Ungereimtheiten des Buches.
Alles bleibt viel zu harmonisch, viel zu kuschelig und es gibt nichts, was nicht ausdiskutiert werden kann. Irgendwie hatte ich schon am Anfang die Assoziation: Buffy meets Dawsons Creek ... und das Gefühl hat mich nie verlassen.
Mir hat das Buch nicht gefallen, bis zur letzten Seite und es hat mich einfach nur genervt. Ein paar wirkliche, echte und glaubhafte Konflikte hätten der Geschichte gut getan. Potential hätte es genug gegeben. Stattdessen zaubert die Autoren noch schnell ein paar böse Wesen herbei, die die Laber-Idylle stören.
Mein zusammenfassendes Urteil: nervig, schlecht durchdacht, oberflächlich und belanglos. So habe ich die Geschichte und ihre Hauptpersonen empfunden.
Und ich verstehe den Hype überhaupt nicht.

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Im Auftrag Seiner Majestät
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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

london, lucifer box, 1907, historischer krimi

Im Auftrag Seiner Majestät

Mark Gatiss , Andreas Heckmann
Flexibler Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 19.06.2006
ISBN 9783442364428
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Das Buch ist mir zufällig beim Stöbern in der Buchhandlung in die Hände gefallen. Ich habe vorher weder von dem Autor, noch von dem Buch gehört. Damit konnte ich ganz unvoreingenommen an das Buch herangehen.
Die Geschichte ist eine Art "James Bond im Jahr 1907". Lucifer Box ist nicht nur Portraitmaler und ein echter, englischer Dandy aus wohlhabender Familie, der Downing Street No. 9 bewohnt, sondern auch Undercover Agent und Auftragsmörder im Dienste seiner Majestät. Und so führen ihn die Spuren verschwundener Vulkanologen nach Neapel und in bizarres Abenteuer rund um Kunstschmuggel und eine weltzerstörerische Verschwörung.
Das Buch vereint eine spannende Krimihandlung, Sex, Gewalt, spannende Actionszenen und Weltverschwörung auf beste James-Bond Manier, verpackt in edwardianische Eleganz und Dekadenz. Es liest sich sehr unterhaltsam und hat skurrile und sehr sympathische Hauptpersonen. Besonders der Protagonist Lucifer Box, der auch der Erzähler "seiner Geschichte" wirkt in der Schreibweise recht überzeugend, als dekadente Stimme seiner Zeit.
Abgesehen davon allerdings, wirkt die Geschichte comicartig und sehr unglaubwürdig und künstlich. Beim Lesen hat mich nie das Gefühl verlassen einen Fantasy-Roman zu lesen, gespickt mit fabulösen Gestalten in einer fremden Zeit an einem fremden Ort. London und Neapel 1907 wirken zu unecht. Wer die "Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" kennt, hat ungefähr eine Vorstellung, was ihm in diesem Buch blühen könnte. In einer englischen Kritik war mal zu lesen: stell dir vor James Bond wäre von Oscar Wilde erfunden worden. Vermutlich würde so etwas wie Lucifer Box rauskommen.
Allerdings erreicht Gatiss natürlich nicht die Klasse von Oscar Wilde.
Und so weiß ich nicht so recht, wie ich das Buch abschließend bewerten kann.
Noch eine (oberflächliche) Anmerkung zur deutschen Ausgabe:
Vermutlich versuchte der Verlag die schnörkeligen Formulierungen in der Schriftart zu unterstützen: der etwas runder und schnörkeliger gewählte Schrifttyp, dessen Namen ich leider nicht benennen kann, macht das Buch leider nicht angenehmer lesbar. Und es wäre auch nicht nötig gewesen durch einen großen Schrifttyp das Volumen des Buches aufzublähen. Schön sind dagegen die eingefügten Illustrationen.

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A Long Way Down
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(545)

923 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 50 Rezensionen

selbstmord, freundschaft, england, suizid, london

A Long Way Down

Nick Hornby , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Fester Einband: 341 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 01.05.2005
ISBN 9783462034554
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Vier Menschen treffen sich am Sylvesterabend auf dem Dach eines Londoner Hochhauses. Sie kennen sich nicht, könnten unterschiedlicher nicht sein, aber haben alle den gleichen Grund: Sie wollen sich umbringen. Doch gemeinsam können sie das nicht und so steigen sie wieder vom Dach und bleiben als Schicksalsgemeinschaft verbunden und werden eine skurrile Selbsterfahrungsgruppe.
Erzähler des Romans sind die Sprungkandidaten selbst und aus ihrer Sicht erfährt der Leser aus ihrem Leben und dem Leben der anderen. Da wäre der verbitterte Martin, der populäre Frühstücksfernsehmoderator, der sich sein Leben und seine Karriere selbst versaut hat. Die konservative Maureen, die ausgebrannte Mutter eines behinderten Kindes. Die rebellierende Jess, die ihre Verletzlichkeit hinter Oberflächlichkeit verbirgt und noch der Künstler JJ, der sich einsam und von allen verlassen fühlt.
Man liest viele, sehr gemischte Kritiken über dieses Buch und das kann ich nach vollziehen. Denn es gibt wenig Bücher, die ich gelesen habe, die für mich beides sind: an manchen Stellen einfach nur schlecht und langweilig und an anderen Stellen brilliant ausgearbeitet und formuliert. Das Buch wirkt auf mich sehr inhomogen.
Im einzelnen: die Ausgangssituation ist für den Leser absolut faszinierend und die Vorstellung all der Kandidaten ist sehr gelungen. Ich mag auch die Erzählweise, die anfangs, wenn man mit den Figuren nicht so vertraut ist, mich ein bißchen verwirrt hat. Die Personen wirken durch den Schreibstil und die Erzählweise sehr authentisch und ehrlich und wachsen einem im Laufe des Buches wirklich ans Herz. Auch wenn der ein oder andere Charakter wie ein Klischee-Abziehbild wirkt: die rebellierende Tochter eines englischen Politikers, wo hinter der heilen familiären Fassade Abgründe klaffen oder der oberflächliche Zyniker Martin, der feststellen muß, das Geld und öffentliche Popularität vergänglich ist und nicht die Sinnsuche befriedigt.
Aber allein die Dialoge und die Sprachfinessen und die gekonnte Darstellung der einzelnen, sehr unterschiedliche Charaktere sind es, was das Buch über 340 Seiten lesbar macht. Die Geschichte ist es leider nicht, wie ich feststellen muß.
Mein Fazit ist: es ist ein lesbares Buch und wer Spaß an spitzzüngigen Formulierungen hat und an Charakterzeichnungen, wird das Buch mögen. Wem es um eine mitreißende Handlung geht, der wird sich sehr langweilen.
Ich habe beides: manche Stellen gemocht und mich besonders in der Mitte des Buches erheblich gelangweilt.

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Spiel unter Freunden
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(33)

63 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

computerspiel, mord, thriller, serienmörder, spieler

Spiel unter Freunden

P. J. Tracy , Teja Schwaner (Übers.)
Flexibler Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Tb., 01.01.2003
ISBN 9783499233883
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

P.J. Tracy ist das Pseudonym von P.J. Lambrecht und Traci Lambrecht, ein Mutter-Tochter-Autoren-Team - nicht das einzige in der Krimiliteratur. Die beiden begannen als Drehbuchautorinnen, was man meiner Meinung durchaus an dem Krimi auch erkennen kann in der logisch nachvollziehbaren, sehr stringenten Handlung.
Aber erst mal zum Inhalt:
Es beginnt mit einem Mord in einer Kirche in einem kleinen Nest in Wisconsin. Und dann gelangt der Leser nach Minneapolis, wo es zu einer Reihe von Morden kommt, die alle ein Computerspiel kopieren. Im Mittelpunkt des Romans stehen beide Polizeiteams und das Team der Computerspielfirma und ihre Verbindungen.
Was diesen Krimi so unglaublich spannend macht und so glaubwürdig erscheinen läßt, sind hauptsächliche die Protagonisten, die allesamt sehr glaubhaft gezeichnet sind. Ausgearbeitet mit Liebe zum Detail und einem guten Gespür für Ecken und Kanten, die die Romanfiguren allesamt glaubwürdig und sympathisch wirken lassen.
Die Handlungsstränge fügen sich sehr logisch im Verlauf des Krimis zusammen und nichts wirkt überraschend und es gibt keine Hinweise, die aus dem Nichts auftauchen. Das macht das Ende nicht schockierend überraschend, aber das muß auch nicht sein. Vielmehr hat der Leser auch ein bißchen die Genugtuung, daß er auch darauf hätte kommen können und wird nicht von einem Überraschungsgast im Roman überrumpelt.

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Der Jane Austen Club
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(67)

123 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 13 Rezensionen

jane austen, liebe, buchclub, stolz und vorurteil, lesekreis

Der Jane Austen Club

Karen Joy Fowler
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 01.08.2005
ISBN 9783442546114
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Idee des Buches ist sehr schön: Fünf Frauen und ein Mann treffen sich einmal im Monat im Jane Austen Club um über einen Austen - Roman zu diskutieren.
Aber nicht die Buchdiskussionen sind der Kern des Buches, sondern das Leben all dieser sechs Menschen, Episoden aus ihrem Leben. Da gibt es Liebe, hetero- und homosexuell, da gibt es Trennung, und es gibt den Tod. Die Geschichten werden durch die Buchgespräche mit den Romanen von Jane Austen verknüpft.
Soweit die Idee. In der Umsetzung hapert es allerdings. Es mangelt an einem durchgehenden Plot (was übrigens in der Lesegruppe bei so manchen Jane Austen Roman auch kommentiert wird.)
Die Leserunden allein geben dem Buch meiner Meinung nach nicht genug Rahmen und Halt und nicht genug Spannung, die einen durch das ganze Buch liest. Man bekommt im Lauf des Lesens mehr und mehr das Gefühl, daß man eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten liest. Aber wenn man sich damit abfindet und nicht den spannenden Plot weitersucht und erwartet, dann entfaltet das Buch schon einen gewissen Zauber. Sehr gelungen finde ich an manchen Stellen die eingebrachten Zitate und es sind viele schöne Textpassagen in den Büchern, sprachlich wie inhaltlich.
Mit den Diskussionen der Leserunde hätte ich vermutlich mehr anfangen können, wenn ich wirklich jedes der besprochenen Austenbücher gelesen hätte. Schön ist im Anhang der große Teil der "Sekundärliteratur" über Jane Austen.
Mein Fazit ist: eine nette Lektüre vermutlich für jeden Jane Austen Fans. Und ein netter Roman für zwischendurch. Es ist sicher nichts tiefschürfendes und bringt keine neuen Erkenntnisse, aber es ist eine Unterhaltung, für die die Zeit nicht zu schade ist.

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Belladonna
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(68)

119 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

thriller, mord, sara linton, erschreckt, vergefaltigung

Belladonna

Karin Slaughter
Fester Einband
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2005
ISBN 9783828978577
Genre: Sonstiges

Rezension:

Grausamkeit macht einen Krimi nicht spannender! Das ist wohl mein Fazit zu diesem Krimi, der mich, ehrlich gesagt, nicht überzeugt hat.
Die Hauptfiguren, Sara Linton, Kinderärztin und Pathologin und ihr Ex-Mann Jeffrey Toliver, haben nicht nur mit grausamen Morden und Vergewaltigungen zu tun, sondern auch mit der Aufarbeitung ihrer eigenen Beziehung. Alles fängt damit an, daß Sara Linton in ihrer Mittagspause auf der Toilette des Diners die sterbende Sybil Adams findet. Sie wurde brutal vergewaltig und verletzt und verblutet in ihren Armen.
Sie ist das erste Opfer in einer Reihe von mehreren.
Die Schilderungen sind sehr drastisch und bildhaft. Für meinen Geschmack zu sehr.
Hinzu kommt die Geschichte der gescheiterten Ehe von Sara und Jeffrey mit all den Verletzungen und den Geheimnissen. Ich mag es eigentlich, wenn Krimis auch eine private Rahmenhandlung der Detektive haben. Das bringt Kontinuität, zieht sich wie ein roter Faden durch die Fortsetzungen und macht den Krimi durch private Verwicklungen noch interessanter. In diesem Fall muß ich aber leider sagen: hier nervt es! Dieser Eiertanz, dieses "sie können nicht mit, aber auch nicht ohne einander" unterhält nicht und hilft der Krimihandlung nicht, sondern bringt mich eher dazu, das Buch entnervt in die Ecke zu legen. Die Hauptcharaktere werden für mich so nicht glaubhafter, sondern nur unsympathisch.
Und auch die Krimihandlung hat Schwächen: der Spannungsaufbau wird nicht genutzt, die Auflösung kommt ein wenig unvermittelt und auch sehr, sehr aufdringlich. Und kaum ist der Täter entlarvt für den Leser kommt es schon zum großen Show-Down. Ich werde in absehbarer Zeit sicher nicht Teil 2 der Krimireihe in die Hand nehmen.

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Die Nähe des Himmels
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(103)

221 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

liebe, journalist, partnerschaft, boone creek, glück

Die Nähe des Himmels

Nicholas Sparks
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 22.08.2005
ISBN 9783453016026
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Das Buch plätschert dahin, liest sich sehr schön und schmerzfrei. Eine schöne Lektüre für einen schlaflosen Sommerabend, aber auch nicht mehr. Die Handlung ist eigentlich im typischen Nicolas Sparks Schema: dieses Mal stirbt keiner und ist keine krank. Es findet nur mal wieder ein Paar wider alle Lebensumstände zur Liebe fürs Leben zusammen. Damit habe ich das Ende des Buches verraten, aber da es ein so typisches Sparks- Ende ist, ist damit auch nicht zuviel verraten.
Im Mittelpunkt des Romanes steht der Wissenschaftsjournalist Jeremy Marsh, der sich hauptsächlich damit beschäftigt, übersinnliche Scharlatane zu enttarnen. Für ihn zählen Fakten, das was er sieht. Nicht mehr. Bei seinen Recherchen kommt er aus seiner Heimat New York in ein kleines Nest in North Carolina, wo er sich in die Bibliothekarin Lexie verdient, die darüberhinaus die Enkelin einer Wahrsagerin ist. Und die Liebe fordert von ihnen beiden Opfer. Dem Anspruch den das Buch im Klappentext formuliert vom Kampf zwischen Verstand und Gefühl dem wird das Buch nicht gerecht. Der Wissenschaftsjournalist ist am Schluß immer noch einer.
Was man aber sagen kann: es liest sich flott, ist eine nette Unterhaltung, tut nicht weh und bringt mal wieder eine ordentliche Dosis Romantik.

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Morpheus
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(413)

709 Bibliotheken, 13 Leser, 8 Gruppen, 44 Rezensionen

thriller, mord, serienmörder, krimi, spannung

Morpheus

Jilliane Hoffman , Sophie Zeitz
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 23.09.2005
ISBN 9783805207744
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Das war also Teil 2 von Cupido. So sehr ich Krimis mag, die das Krimipersonal fortführen, weil ich es einfach mag, wenn neben der Krimihandlung auch noch die "familiäre Handlung" eine Fortsetzung hat... Bei Fortsetzungen dann auch von Kriminalfällen bleibt dann meist ein fader Nachgeschmack bei mir. So auch dieses Mal.
Morpheus setzt die Handlung von Cupido fort. Jahre später tötet ein Serienkiller Polizisten auf grausame und blutige Art. Während die Polizei in Richtung Drogenmileu recherchiert, wird C.J. schnell die Gemeinsamkeit der Mordopfer klar: alle waren an der Ermittlung um Cupido beteiligt und alle waren mit an der "Rechtsverdrehung" beteiligt, die es erst ermöglicht hat, Cupido zu verurteilen.
Es wird schnell klar: zwischen diesem Mörder und Cupido gibt es einen Zusammenhang.
Dieses Buch hat es die ersten 300 Seiten nicht geschafft mich so zu fesseln, wie es Cupido geschafft hat. Irgendwie lässt einen das Gefühl nicht los, daß diese Geschichte durch die Fortsetzung an Glaubhaftigkeit und Brisanz verliert. Ich habe schon fast gelangweilt die weiteren Opfer zur Kenntnis genommen und auch die grausamer und blutiger werdenden Mordschilderungen konnten das nicht wirklich ändern. Auch das permanente Jonglieren mit den Abkürzungen für die verschiedenen Polizeidienststellen und deren Gerangel der Zuständigkeiten macht es nicht gerade leichter das Buch zu lesen.
Auf den letzten 100 Seiten hatte ich dann erstmals das Gefühl die Spannung von Cupido wieder zu lesen. Aber das reicht letzlich nicht, um das Buch wirklich zu empfehlen.
Mein Fazit ist: ich bin ein bißchen enttäuscht. Für sich genommen hätte der Krimi noch ein mittelmäßiges Urteil bekommen. Da ich Cupido kenne, fällt das Urteil vernichtender aus: ich hätte es nicht lesen müssen. Vermutlich wäre die Autorin besser beraten gewesen, wenn sie den letzten Teil der Handlung und die Verwicklungen noch an Cupido angeschlossen hätte, statt das künstlich aufzublasen um einen neuen Roman daraus zu gewinnen.

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Marsha Mellow und ich
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(90)

146 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

humor, komödie, frauen, frauenroman, erotik

Marsha Mellow und ich

Maria Beaumont
Flexibler Einband: 379 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 19.04.2005
ISBN 9783404153527
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Eine witzige und turbulente Beziehungskomödie, skurille Charaktere und spannenden Entwicklungen. Und mal eine ganz andere Geschichte.
Eigentlich könnte man vermuten, daß es der typische "junge, beruflich mehr oder weniger erfolgreiche Frau findet Mann fürs Leben" Roman ist... aber was so harmlos anfängt, entwickelt sich ganz anders. Es geht um die junge Amy, die etwas frustriert bei einem kostenlosen Frauenmagazin jobbt und unsterblich in ihren Chef verliebt ist, der sie - natürlich - nicht zur Kenntnis nimmt. Soweit so bekannt.
Aber Amy hat ein Geheimnis. Um sich an ihrem Ex, einem Schriftsteller zu rächen, schreibt Amy ein Buch. Ein Hardcore Porno, der unter dem Pseudonym Marsha Mellow veröffentlicht, einschlägt wie eine Bombe. Und ganz England will wissen, wer ist Marsha Mellow, doch keiner darf es wissen. Nicht ihr schwuler Freund Ant, der als Vorlage so mancher Bucheskapaden diente, nicht ihre erzkonservative Mutter, die ihr eigenes Geheimnis zu haben scheint. Amys Leben scheint reichlich aus den Fugen zu geraten, als eine Zeitung sich an die Fersen ihrer Literaturagentin heftet um das Geheimnis Marsha Mellow zu lösen. Und auch der Ex taucht plötzlich wieder auf!
Das Buch ist sehr witzig und man freundet sich mit den skurrilen und charmanten Charakteren schnell an. Es ist keine reichhaltige Lesekost, aber was witziges für Zwischendurch, was nicht im üblichen Muster bleibt.

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Aufstieg und Untergang der Insel Delfina
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(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Aufstieg und Untergang der Insel Delfina

Gudrun Pausewang
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Die Muschel, 01.07.2003
ISBN 9783936819021
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Buch hat Gudrun Pausewang 1973 geschrieben, einige Jahre bevor sie mit ihren Kinderbüchern Furore gemacht hat.
In ihrem Roman erzählt sie die Geschichte einer Insel und ihrer Bewohner von ihrem Auftauchen aus dem Meer, bis zu ihrem Untergang. Und über Jahrhunderte Geschichte gibt es alles, was das Leserherz begehrt: Piraten, Sklaven, Freudenmädchen, Priester, Gespenster, Teilung und Wiedervereinigung, Ufos, dressierte Schmetterlinge, Liebe und Eifersucht, Glaubenskriege, Revolutionenen... Kurz gesagt: alles!
Und das alles in einer Sprache sehr amüsant und unterhaltend geschrieben.

Allein wegen der Fülle an Handlung kann ich es wieder und wieder lesen. Und langweilig wird es nie. Es ist wie ein Wimmelbilderbuch in Romanform: es gibt jedesmal noch was neues zu entdecken.

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Creepers
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(312)

475 Bibliotheken, 5 Leser, 4 Gruppen, 61 Rezensionen

thriller, hotel, mord, creepers, spannung

Creepers

David Morrell , Christine Gaspard (Übers.)
Flexibler Einband: 428 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.12.2006
ISBN 9783426634479
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Das Buch ist mir in die Hand gefallen und ich habe nach den ersten vier Worten des Klappentextes einfach weiterlesen müssen: Asbury Park, New Jersey...
Ein Ort, den ich 2005 besucht habe und der ganz gut zum Plot zu passen scheint, so wie ich es damals erlebt habe. Inzwischen scheint Asbury Park aber nicht mehr von dem Verfall beherrscht zu sein - und der heutige Besucher wird das Asbury Park der zerfallenen Hotels wohl nicht erkennen können.

Creepers nennt sich die Gruppe von Historikern, die in verlassene Gebäude eindringt und die Vergangenheit so erkundet. Es gibt klare Regeln: nichts darf verändert werden, nichts darf zurückgelassen werden. Einfach nur gucken und dokumentieren. Klingt ungefährlich. Ziel der Expedition ist dieses Mal ein altes, verlassenes und gut verbarrikadiertes Luxushotel in Asbury Park. Doch leider ist das ganze nicht so verlassen, wie die Eindringlinge es so meinen. Und es entwickelt sich zu einem Thriller.
Die Handlung schreit geradezu nach einer Verfilmung und vermutlich wäre die sogar besser, wie das Buch. Es war ganz unterhaltsam zu lesen, aber mehr auch nicht.
Der Spannungsaufbau war nicht optimal und das Buch hält manche unnötige Brutalität und Entäuschung bereit.
Schade, die Grundidee war sehr, sehr vielversprechend.

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Cupido
LOVELYBOOKS-Statistik

(670)

1.082 Bibliotheken, 14 Leser, 7 Gruppen, 98 Rezensionen

thriller, vergewaltigung, serienmörder, mord, miami

Cupido

Jilliane Hoffman , Sophie Zeitz
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 01.03.2004
ISBN 9783805207737
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Das war ein absoluter Verlegenheitsgriff in mein Buchregal. Ich wollte eigentlich nur irgendeinen Krimi mit auf den Flug nach Dublin nehmen, der mir die Flugzeit verkürzt und den ich getrost einfach in Dublin lassen kann, wenn das Gepäck zu viel wird.
Mehr habe ich mir von diesem Buch nicht versprochen.
Aber dann kam es anders.
Der Krimi von Jilliane Hoffman hat mich von der ersten Seite an gefesselt.
Die Geschichte ist schnell erzählt: eine junge Jurastudentin wird in ihrer eigenen Wohnung brutal überfallen, mißhandelt und vergewaltigt.
Und einige Jahre später steht der Staatsanwältin C.J., der Hauptperson des Krimis, dann plötzlich ein Serienvergewaltiger vor Gericht gegenüber. Und es beginnt ein psychologisch raffiniertes Verwirrspiel.
Der Krimi ist sehr spannend und fesselnd. Ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen.

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Empört Euch!
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(113)

178 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

frankreich, politik, widerstand, empörung, streitschrift

Empört Euch!

Stéphane Hessel , Michael Kogon
Flexibler Einband: 29 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 08.02.2011
ISBN 9783550088834
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:

In einer Kulturfernsehsendung vor einigen Wochen wurden die zwei meist diskutierten Empörungsbücher aus Frankreich und Deutschland gegenübergestellt: Sarrazin und Hessel. Der Vergleich mag erst mal weit hergeholt erscheinen, aber nach dem Lesen habe ich auch irgendwie das Gefühl einen politischen und moralischen Gegenentwurf. Beide Bücher haben in ihren Ländern Aufsehen erregt und zu Diskussionen und Presseresonanz geführt.
Das hat mich neugierig gemacht und so habe ich mir heute Empört euch! gekauft. Es ist ein wirklich kleines Büchlein 21 Seiten - aber sehr gehaltvoll.
Stéphane Hessel war in der Résistance und später Mitunterzeichner der Charta der Menschenrechte.
Mit all seiner Geschichte und seinen Erlebnissen appeliert er an die Menschen, vor allem auch die jungen, sich zu empören und Widerstand zu leisten und das gewaltlos und friedfertig. Es gibt viele Gründe empört zu sein: soziale Ungerechtigkeit, Profitgier, Umweltzerstörung, Missachtung der Menschenrechte. Und dabei hat er eine sehr internationale Perspektive und scheut auch nicht davor zurück den israelischen Umgang mit den Palstinensern deutlich in Frage zu stellen.
Seine Empörung ist eine globale - und nicht beschränkt auf nationales klein-klein.
Ein sehr gutes Buch, von dem ich hoffen würde, es würde in Deutschland genauso viel Presseresonanz und Aufmerksamkeit bekommen...

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