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Enders
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(40)

264 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, starters, enders, callie

Enders

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.05.2013
ISBN 9783492702645
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die Body Bank ist zerstört, doch der Old Man konnte fliehen. Nur kurz ist es Callie vergönnt so etwas wie ein heiles Familienleben mit ihrem Bruder Tyler zu führen, als sie erneut die Stimme ihres Widersachers vernimmt. Denn ihr Chip ist nicht nur inoperabel, er ist auch als einziger so modifiziert, dass sie mit denjenigen kommunizieren kann, die auf ihren Chip zugreifen können - und noch viel mehr.

Nachdem der Old Man alle anderen Metallos, also Starter mit einem Chip im Kopf, und alle die ihr nahestehen bedroht, kapituliert Callie zum Schutz aller anderen und will sich in die Hände des Old Man begeben. Doch kurz bevor sie bei ihm ankommt, wird sie plötzlich abgefangen und macht die Bekanntschaft eines unerwarteten, neuen Mitstreiters.

Meine Meinung:

Der erste Band "Starters" war für mich ein gelungener Dystopieauftakt und mit "Enders" setzt Lissa Price der Dilogie ein grandioses Ende. Wie auch im ersten Teil erzählt die Autorin die Geschichte aus der Sicht von Callie, wodurch sie uns nicht nur zahlreiche Eindrücke in ihre Persönlichkeit gewährt, sondern auch an den Gedankenübertragungen anderer Charaktere teilhaben lässt.

Schnell war ich wieder mittendrin und habe Callies atemberaubenden Kampf gegen den Old Man mitverfolgt. Die zurückliegenden Ereignisse haben Callie zu einer toughen, jungen Frau werden lassen, die verständlicherweise das ein oder andere Mal unter der erdrückenden Last ihrer Verantwortung zusammenzubrechen droht. Zum Glück erhält sie von ihren Freunden, alten wie neuen, Unterstützung.

Besonders gut gefallen hat mir, dass man nie wusste, was als nächstes passiert. Immer, wenn ich dachte, dass sich die Handlung in eine bestimmte Richtung bewegen würde, hat mich die Autorin wieder überrascht. Lediglich zum Ende hin war die ungefähre Richtung absehbar; zu diesem Zeitpunkt befand ich mich jedoch bereits so tief im Sog der Geschichte, dass ich alles andere ausgeblendet und nur noch begeistert gelesen habe.

Angepasst an die gegensätzlichen Titel der beiden Romane wirkt das Cover von "Enders" wie das Negativ seines Vorgängers. Klasse Idee, die optisch sehr schön umgesetzt worden ist und mir eindeutig besser gefällt als die Publikationen in anderen Ländern.

Fazit:

"Enders" ist der gelungene Abschluss der Dilogie von Lissa Price, der mich temporeich durch die Handlung führte. Anhaltende Spannung, unerwartete Wendungen und eine überzeugende Protagonistin haben mich stetig gefesselt und die Lektüre zu einem echten Lesevergügen werden lassen. Die ideenreiche Dystopie von Lissa Price erhält von mir eine unbedingte Leseempfehlung für alle Fans dieses Genres.

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Die Wächter von Avalon
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31 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

avalon, esm, raven, quinlan, lichtelfe

Die Wächter von Avalon

Amanda Koch
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei familia koch Verlag, 08.03.2013
ISBN 9783943987140
Genre: Science-Fiction/Fantasy

Rezension:

Esmé hat sich schon lange von ihrer Umwelt Stück für Stück zurückgezogen und der Kontakt mit anderen Menschen ist für sie oftmals sehr anstrengend. Sie verliert sich in ihren Träumen, in denen immer öfter ein junger Mann erscheint, von dem sie sich magisch angezogen fühlt. Einzig ihr Bruder Eric schafft es, sie ab und an aus sich herauszuholen und nur zu ihm verspürt sie eine tiefere Verbundenheit.

Obendrein fühlt sie immer öfter eine fremde und beschützende Präsenz um sich herum, die sie eines Tages zu einem geheimnisvollen Dachbodenfund führt, der die Erinnerung an Vergangenes in ihrer Familie wieder heraufbeschwört.

Gemeinsam mit Eric versucht sie hinter ein Geheimnis zu kommen, das ihren Bruder lange belastet hat und ihm auch jetzt, nach dem Auffrischen seiner Erinnerung, wieder sehr zu schaffen macht. Bei ihren diesbezüglichen Nachforschungen trifft Esmé zufällig auf zwei merkwürdige, junge Männer. Einer von ihnen ist der Mann aus ihren Träumen. Wie kann das möglich sein? Gibt es tatsächlich eine Verbindung zwischen ihnen?

Meine Meinung:

Die ansprechenden Grün-Töne des Covers haben mich gleich angesprochen und zum Lesen eingeladen. Das 415 Seiten starke, gebundene Buch ist eine echte Augenweide für jeden Fantasy-Fan.

Der Schreibstil von Amanda Koch ist wirklich sehr schön und fließend und hat mich sehr schnell in die Geschichte hineingetragen. Angenehm aufgefallen ist mir auch der umfangreiche und gehobene Wortschatz, der sich angenehm von manch anderen Romanen abhebt und zwischendurch fast als poetisch zu bezeichnen ist.

Die gut beschriebenen Charaktere waren mir recht schnell sympathisch und insbesondere Esmé, an deren Gefühlen und Gedanken ich teilhaben durfte, hat es mir mit ihrer inneren Zerissenheit sehr angetan. Schon lange fühlt sie sich fehl am Platze und zieht sich immer mehr zurück. Sie fühlt, dass sie anders ist und erst Ravens Auftauchen holt sie aus ihrem Schneckenhaus heraus. Von da an macht sie eine unbeschreibliche Entwicklung durch, von der man einfach selbst gelesen haben muss.

Auch Raven ist ein ganz besonderer Mann. Geprägt durch die Ereignisse in seiner frühen Kindheit hat er einen besonderen Bezug zu seinem Großvater, der für ihn Lehrmeister und Vorbild ist und, der sich für seine Enkel liebevoll aufopfert. Doch gleichzeitig bereitet er sie auf eine besondere Aufgabe vor, die ihr Familienerbe ist und vermittelt ihnen unter anderem auch sehr viel Verantwortungsbewusstsein. Dies hat Raven sehr geprägt und bestimmt schon lange sein Handeln. Esmés Auftauchen wirft ihn daher aus seiner vorherbestimmten Bahn, weshalb er lange mit seinen Gefühlen hadert.

Letztendlich war ich nicht nur von den Charakteren begeistert, sondern auch von dem wundervollen Gerüst, dass die Autorin um sie herumgezaubert hat. Ich denke, Avalon ist wahrscheinlich fast jedem ein Begriff und ich habe es sehr genossen, wie stimmig die Autorin die Mystik, die sich darum rankt, in ihre Geschichte miteingearbeitet hat. Ihre bildhaften Beschreibungen haben mich an ferne Orte entführt und mit das Gefühl gegeben, gemeinsam mit den Charakteren im magischen Land Amaduria zu sein.

Fazit:

"Die Wächter von Avalon - Die Prophezeiung" ist der Auftakt einer Fantasyreihe von Amanda Koch. Viel zu schnell war ich am Ende angelangt; dabei hätte ich zu gerne noch viel mehr von den gut gezeichneten Charakteren erfahren. Ich wurde verzaubert von einer fantastischen Geschichte, die immer noch in mir nachhallt und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen mit den liebgewonnen Charakteren und dem magischen Amaduria.

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House of Secrets
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chris columbus, arena verlag, house of secrets, ned vizzini

House of Secrets

Chris Columbus , Ned Vizzini
Sonstige Formate
Erschienen bei Harpercollins Publishers, 25.05.2013
ISBN 9780007465866
Genre: Sonstiges

Rezension:

Als die Familie Walker eine wunderschöne, alte Villa zu einem Spottpreis angeboten bekommt, können sie ihr Glück gar nicht fassen und greifen sofort zu. Doch hinter diesem Haus verbirgt sich viel mehr als sie ahnen. Einst gehörte es dem eher erfolglosen Autor Denver Kristoff und es strahlt etwas Unheimliches aus. Schnell stoßen die Kinder nicht nur auf die Werke des ehemaligen Hausbesitzers, sondern haben auch draußen im Garten eine merkwürdige Erscheinung, die sie zunächst für eine Sinnestäuschung halten.

Dann taucht plötzlich ihre seltsame Nachbarin bei ihnen auf und entpuppt sich als ein magisches und tollwütiges Wesen, das eine Spur der Vernichtung hinterlässt und die Familie Walker attackiert. Als die Kinder Brendan, Cordelia und Eleanor nach dem Angriff wieder zu sich kommen, sind ihre Eltern verschwunden und vor ihrer Haustür breitet sich ein gefährlicher Urwald mit bedrohlichen Bewohnern aus. Entschlossen begeben sich die Kinder auf die Suche nach ihren Eltern und müssen dabei gleichzeitig einen magisches Buch finden, hinter dem die furchtbare Nachbarin her ist. Werden sie es rechtzeitig schaffen?

Meine Meinung:

Man merkt gleich beim Lesen, dass das Autorenduo sehr viel Erfahrung im Fernseh- und Kinosektor hat. Die Erzählung ist sehr actionreich und bildhaft beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, der Roman liefe einem Film gleich in meinem Kopf ab. Und ein Film war es auch, den ich zuerst mit dem Geschehen assoziiert habe, denn als die Kinder sich unvermittelt in einem gefährlichen Urwald wiederfinden, kam mir gleich "Jumanji" in den Sinn. Doch im weiteren Verlauf zeigte sich, dass die Erzählung weit darüber hinausging, aber nichtsdestotrotz mit seinen außergewöhnlichen Settings und Figuren auch gleichzeitig eine geniale Filmvorlage ist.

Die Walkerkinder sind - wie bei Geschwistern oft üblich - sehr unterschiedlich in ihrem Wesen und Verhalten. Cordelia ist ein überaus intelligentes, junges Mädchen, das ausgesprochen vielbelesen ist und Bücher geradezu inhaliert. Währenddessen Brendan ein außergewöhnliches Gedächtnis besitzt, seine Zeit aber lieber mit seiner Konsole oder seinem Lacrosse-Team verbringt. Seine freche Zunge hat mir ganz besonders gefallen und hat mir das ein oder andere Mal ein Grinsen aufs Gesicht gezaubert. Das Nesthäkchen Eleanor ist ebenfalls sehr gewitzt, leidet aber an einer Lese-Rechtschreibschwäche, die ihr oft sehr zusetzt.

Trotz üblicher Kabbeleien unter Geschwistern zeigen die Kinder jedoch, dass sie zusammengehören und füreinander da sind. Sie alle sind Versuchungen ausgesetzt und treffen bei ihrem Abenteuer auf die verrücktesten Figuren, die sie in große Gefahr bringen. Hier beweisen sie nicht nur, dass sie sehr mutig sind, sondern auch wie erfindungsreich. Sie wachsen förmlich über sich hinaus und lernen dabei sehr viel über sich selbst und ihre Geschwister.

Fazit:

"House of secrets - Der Fluch des Denver Kristoff" ist ein actiongeladener Jugendabenteuerroman von Chris Columbus und Ned Vizzini und der Autakt einer neuen Reihe. In einem atemberaubenden Tempo fliegt man als Leser durch den Roman, in dem Themen wie Vertrauen, Loyalität und Liebe aufgegriffen werden. Gerne habe ich die sympathischen Geschwister auf ihr Abenteuer begleitet und mit ihnen gelacht, gebangt und gehofft. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

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Bitterzart
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157 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

schokolade, dystopie, win, new york, freundschaft

Bitterzart

Gabrielle Zevin
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Fischer FJB, 01.04.2013
ISBN 9783841421302
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Anya Balanchine lebt im New York von 2083. Rohstoffe sind knapp, vor allem Wasser und Papier und Genussmittel wie Schokolade und Kaffee sind verboten. Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern kümmert sie sich gemeinsam mit ihrer bettlägerigen Großmutter um ihre kleine Schwester Natty und ihren Bruder Leo, der nach einer Kopfverletzung ein beeinträchtigtes Auffassungsvermögen hat. Als wäre das nicht schon schlimm genug, ist sie auch noch die Tochter eines berüchtigten Verbrechers und damit Mitglied einer Familie, die führend im Schwarzmarktbereich des Schokoladenhandels ist. Gebrandmarkt mit diesem prekären Hintergrund, versucht sie verzweifelt ihre Geschwister und sich aus allem herauszuhalten. Doch als Win plötzlich in ihrem Leben auftaucht und ihr Exfreund Gable an einer Schokoladenvergiftung fast stirbt, drohen all ihre Pläne den Bach herunterzugehen.

Meine Meinung:

Der Titel des Buches allein suggerierte einer Schokoladenliebhaberin wie mir schon direkt, dass dieses Buch unbedingt mein Eigen werden musste. Und auch inhaltlich befasst sich der Roman mit einer der größten Versuchungen, die es kulinarisch für mich gibt.

Gabrielle Zevin hat diesen Roman aus der Sicht von Anya verfasst, die, einem persönlichen Rückblick gleich, ihre Geschichte dem Leser erzählt und ihn zwischendurch auch immer wieder unvermittelt anspricht. Normalerweise ist dieser Schreibstil eigentlich nicht mein Geschmack, doch hier schien er mir genau die richtige Wahl zu sein.

Die Idee des Buches fand ich sehr reizvoll und hat mich auch zum Nachdenken angeregt. Was wäre, wenn in unserer Welt die Schokolade verboten wäre? Immerhin ist sie ein Genussmittel, das bei übermäßigem Verzehr durchaus gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann. Insofern ist der Gedankengang gar nicht so absurd, wie er mir zunächst vorkam, allerdings wenn man berücksichtigt, dass der Alkohol in der Geschichte wiederum legal ist, dann erkennt man doch schnell die Willkür der dortigen Legislative.

Die Welt der Zukunft in "Bitterzart" hat sich verändert und ist stellenweise sehr grausam. Rohstoffe, insbesondere Wasser, sind sehr knapp und die zahlreichen Verbote führen zu hoher Kriminalität und beleben den Schwarzmarkt. Mittendrin die Familie Balanchine, die der Inbegriff für qualitativ hochwertige Schokolade ist und zu den fünf mächtigsten Schokoladen-Dynastien gehört.

Anya Balanchine ist mit all dem aufgewachsen und hat in ihrem jungen Leben schon viel Leid erfahren. Der Verlust der Mutter und der Mord an ihrem Vater haben ihr Leben als Kind einer Verbrecherfamilie geprägt. Die Verantwortung, die sie für ihre kleine Schwester und ihren geistig etwas einfach gestrickten Bruder tragen muss, drohen sie manchmal zu überwältigen, doch sie versucht stets ihre Familie aus allen Problemen herauszuhalten. Ihre Entscheidungen sind pragmatisch und immer auf das Wohl ihrer Geschwister ausgerichtet, doch die Liebe zu Win stellt sie auf eine harte Probe, zumal sein Vater als zweiter Oberstaatsanwalt ein sehr mächtiger Mann ist, der von der Beziehung nicht sehr angetan ist. Es war sehr interessant, Anyas persönliche Entwicklung zu beobachten, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr zu einer erwachsenen und selbstbewussten Frau wandelt.

Aber auch die zahlreichen Nebencharaktere machen hier eine gute Figur, obwohl sie neben Anya nicht ganz so präsent sind. Angefangen bei ihrer treuen Freundin Scarlet, die stets hunderprozentig loyal ist, bis zu ihrem liebenswerten Bruder Leo, der intelligenten Schwester Natty und Wil, dem Jungen, der Anyas Herz erobert und, der immer freundlich ist und an Anya glaubt. Er ist nicht der typische starke Held der Protagonistin, sondern hinterlässt eher einen etwas soften Eindruck, obwohl er ohne zu zögern für seine Liebe eintritt. In dieser Hinsicht bin ich schon sehr gespannt auf die Fortsetzung, da ich vermute, dass auch Win noch eine ordentliche Entwicklung durchmachen wird.

Fazit:

"Bitterzart" ist der Auftakt einer neuen dystopieähnlichen Reihe von Gabrielle Zevin, in dem eine tolle Idee wirklich gut umgesetzt ist. Der angenehme Schreibstil hat mich an diesen Roman, der wichtige Themen wie Liebe, Freundschaft, Macht und Loyalität als Grundlage hat, gefesselt und in freudiger Erwartung auf die Fortsetzung "Zartherb" zurückgelassen.

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Spiegelriss
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73 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

alina bronsky, spiegelriss, phee, dystopie, juli

Spiegelriss

Alina Bronsky
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401067995
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Es ist einige Zeit vergangen seit dem Tod von Dr. Rudolf Rettemi und seitdem ist einiges geschehen. Juli lebt auf der Straße und hat sich einem "Rudel" Jugendlicher angeschlossen, die ebenfalls kein "normales" Leben mehr haben. Sie versucht nicht aufzufallen oder erkannt zu werden, denn inzwischen wird sie in der ganzen Stadt für den angeblichen Mord an ihrem Adoptivvater gesucht. Schmutz, Hunger und Kälte setzen ihr zu und Juli erweckt den Eindruck, als hätte sie sich aufgegeben.

Als sie die Aufmerksamkeit des inoffiziellen Rudelführers Kojote erregt, kommen die Dinge jedoch etwas ins Rollen und Juli fängt endlich an, ihr Leben aktiv in die Hand zu nehmen. Sie sucht die Menschen auf, die bisher in ihrem Leben wichtig waren und bringt sich dabei in sehr große Gefahr.

Meine Meinung:

Der erste Teil "Spiegelkind" von Alina Bronsky hatte mich vor einiger Zeit unheimlich begeistert, so dass ich mich sehr auf die Fortsetzung gefreut habe. Doch während ich in der Erwartung war, dieselbe Atmosphäre wieder anzutreffen, hat mich die Autorin mit einer ganz anderen überrascht. Viel düsterer als noch die anfängliche, heile Welt von Juli beginnt der Roman und wirft seine Leser sofort ins kalte Wasser.

Seit dem Ende des ersten Teiles ist einiges an Zeit vergangen und ich sah mich als Leser mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Zu Beginn hatte ich ständig das Gefühl, wichtige Informationen vielleicht überlesen zu haben und das legte sich erst langsam im Laufe der Geschichte, in der die Autorin die Geschehnisse der Zwischenzeit häppchenweise einstreute. Dadurch war die Spannung von Anfang an ungebrochen spürbar, aber irgendwie hinterließ das bei mir auch ein leicht unzufriedenes Gefühl, denn ich fühlte mich lange nicht angekommen in der Geschichte, die mir doch eigentlich noch so gut im Gedächtnis haftete.

Trotzdem habe ich auch diesen Teil als sehr lebendig und fesselnd empfunden. Erneut erzählt die Autorin die Geschichte aus der Sicht von Juli im Präsens und lässt ihre Leser an deren Verzweiflung teilhaben. Juli fühlt sich sehr verloren und eingelassen in einer immer feindlicher werdenden Welt. Zugleich spürt man auch, wie sehr sie von den zurückliegenden Geschehnissen bedrückt ist. Doch nach und nach rappelt sie sich wieder auf und beginnt, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Die Nebencharaktere des Vorgängerbandes sind größtenteils alle wieder präsent, rücken in diesem Teil aber viel mehr in den Hintergrund. Die meisten von ihnen haben Veränderungen mitgemacht oder zeigen neue Facetten ihrer Charaktere. Eine Verbindung zu ihnen konnte ich hier jedoch nicht mehr so stark fühlen. Auch Julis neue Bekanntschaft Kojote bleibt ein wenig schwach hinter ihr zurück, obwohl er derjenige ist, der ihr den sprichwörtlichen Tritt in den Allerwertesten verpasst, damit sie endlich aus ihrem Selbstmitleid wieder auftaucht.

Fazit:

"Spiegelriss" von Alina Bronsky ist die Fortsetzung von "Spiegelkind" und hat mich durchgehend mit seiner Mischung aus Fantasy, Dystopie und stetig präsenter Spannung gefesselt. Düster und geheimnisvoll ist dieser zweite Teil ganz anders als der erste und sehr stark auf die Protagonistin konzentriert. Das und meine anfängliche Verwirrung haben diesen Teil für mich nicht ganz so rund gemacht wie den Vorgänger. Obschon sich das Ende für mich irgendwie abgeschlossen anfühlt, erwartet die Leser noch ein dritter Teil der Reihe, auf den ich trotzdem sehr gespannt bin und, mit dem mich die Autorin bestimmt wieder überraschen kann.

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Dein göttliches Herz entflammt
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74 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

mythologie, liebe, young adult, kelly keaton, arena verlag

Dein göttliches Herz entflammt

Kelly Keaton , Bea Reiter
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401067513
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die Suche nach ihren leiblichen Eltern führt die siebzehnjährige Ari ins Roquemore Haus, eine Klinik für psychisch Kranke, in der ihre Mutter sich das Leben genommen hat. Eine kleine Kiste mit ihrem Hab und Gut ist alles, was der zuständige Arzt Ari geben kann. Darin stößt sie auf einen an sich gerichteten Brief, der sie zur Flucht drängt. Doch wovor?

Kopflos verlässt Ari ihr Hotel und trifft unmittelbar auf einen Mann, der ihr mit einem Schwert das Leben nehmen will. Zum Glück haben ihre Pflegeeltern Ari berufsbedingt auf mögliche Kämpfe gut vorbereitet und so gelingt es ihr, den Spieß umzudrehen. Doch kurz nach seinem Ableben verschwindet der Mann direkt vor ihren Augen!

Aris Neugier führt sie ins mysteriöse und gefährliche New 2, wo sie geboren wurde und sie sich mehr Informationen über ihren leiblichen Vater erhofft. Die von den meisten Menschen wegen seiner mysteriösen Bewohner gemiedene Stadt birgt jedoch viele Risiken und unversehens befindet sich Ari nicht nur im Zentrum des Interesses einiger mächtigen Persönlichkeiten, sondern auch in enorm großer Gefahr. Wird sie sich retten können und finden, wonach sie sucht?

Meinung:

Das wunderschöne Cover und der spannende Klappentext haben mich gleich gefangengenommen für dieses Buch und so ließ ich mich von der Autorin in eine faszinierende, neue Welt entführen. Kelly Keaton schreibt aus der Sicht ihrer Protagonistin Ari, der gleich zu Beginn meine Sympathien zuflogen.

Ari hat es bisher nicht leicht gehabt in ihrem Leben, da sie in diversen Pflegefamilien aufgewachsen ist. Erst die letzten Pflegeeltern haben ihr ein Gefühl von Zuhause gegeben und sie zudem aufgrund ihres Berufes gut vorbereitet auf die Schwierigkeiten des Lebens. Doch trotzdem lässt Ari der Gedanke an ihre eigentliche Herkunft nicht los und sie begibt sich auf die Suche. Ich fand es sehr bewundernswert, wie zielstrebig und unerschütterlich Ari war. Bei ihren Erfahrungen hatte sie wahrscheinlich nur die Wahl, irgendwann aufzugeben oder erstärkt aus allem hervorzugehen. Zum Glück war sie stark genug, den zweiten Weg zu wählen. In New 2 erschließt sich ihr dann eine komplett neue und unerwartete Welt und Ari beweist vor Ort erneut, wieviel in ihr steckt.

New 2, das ehemalige New Orleans, ist eine sonderbare Stadt, in der sich allerlei magische und mysthische Kreaturen tummeln. Hier hat sich die Autorin nicht nur auf ein oder zwei Wesen beschränkt, sondern das komplette Ensemble der Fantasywelt aufgefahren. Anfänglich dachte ich, dass dies zuviel des Guten sei, aber unwahrscheinlich schnell war ich stattdessen davon total fasziniert und hätte sogar gerne noch viel mehr erfahren.

Auch die Wahl des Handlungsortes der Autorin fand ich ausgezeichnet, zumal er seit jeher mit Magie und Voodoo in Verbindung gebracht wird, der in der Erzählung natürlich auch nicht fehlen darf. Als New 2 ist die Stadt jedoch nach einer schweren Naturkatastrophe autark und nunmehr im Besitz der Novem, der neun führenden, übernatürlichen Familien.

Die gesamte Atmosphäre des Buches wahr unheimlich geheimnisvoll und mystisch und wurde, nicht zuletzt dank des wunderschönen, bildhaften Schreibstils der Autorin, quasi in meinem Kopf zum Leben erweckt. Dabei war die Spannung kontinuierlich spürbar und der Roman fesselte mich zudem sehr schnell mit seinen gut entwickelten Charakteren.

Fazit:

"Dein göttliches Herz entflammt" ist ein spannender Jugendfantasyroman, der ein gelungener Cocktail aus Fantasy, Abenteuer, Romantik und Mystik ist. Das einzige Manko war für mich die verhältnismäßige Kürze des Buches, denn ich hätte mir manchmal ein paar Ausführungen mehr gewünscht. Doch da es sich hier um den Auftakt einer Reihe handelt, hoffe ich in dieser Hinsicht auf die Folgebände, deren Erscheinen ich bereits sehnsüchtig erwarte. Kelly Keatons Roman hat mich durchgehend gefesselt und ich kann ihn Freunden dieses Genres nur unbedingt ans Herz legen.

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Gallagher Girls - Spione küsst man nicht
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66 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

jugendbuch, spione, liebe, spionage, internat

Gallagher Girls - Spione küsst man nicht

Ally Carter , Gerda Bean
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Planet Girl, 15.03.2013
ISBN 9783522503310
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Cammie, Bex und Liz sind Schülerinnen der Gallagher Akademie für hochbegabte Mädchen. Doch tatsächlich verbirgt sich hinter der vermeintlichen Eliteschule ein Ausbildungsort für angehende Top-Agentinnen. Neben dem flüssigen Gebrauch von 14 Sprachen, dem Knacken von Codes und Fertigkeiten des Nahkampfs beherrscht Cammie das Talent, sich wie ein Chamäleon unsichtbar zu machen. Aber all dieses außergewöhnliche Können hilft ihr nicht weiter, als sie sich das erste Mal verliebt. Also starten die Mädchen die Mission "Jungs".

Meine Meinung:

Da ich mit den Romanen von Enid Blyton aufgewachsen bin, liebe ich fast alle Romane, die in einem Internat spielen. Die Gallagher Akademie ist da natürlich etwas ganz Besonderes und ich finde die Idee einer Spionageschule für junge Mädchen wirklich gut und hier auch sehr spannend umgesetzt.

Die Mädchen in diesem Internat sind fast alle außergewöhnlich intelligent und vielseitig begabt und zumeist sehr sympathisch dargestellt. Als Tochter der Schulleiterin nimmt Cammie eine Sonderposition ein, die ihr meist nicht sonderlich gefällt. Dazu kommt noch, dass sie den Verlust ihres Vaters immer noch nicht ganz verarbeitet hat. Doch zum Glück sind ihre beiden Freundinnen Bex und Liz immer für sie da.

Gemeinsam widmen sie sich auch der neuen Mission "Jungs". Ihre Herangehensweise an dieses Thema ist einfach herrlich, zumal die Mädchen durch die Akademie und ihr bisheriges Leben nicht wirklich vorbereitet darauf sind. Also wird dies - ähnlich einem Studienobjekt - behandelt wie ein neuer Fall, was mich manches Mal ordentlich zum Lachen gebracht hat. Da ist es gut, dass Außenseiterin Macey zu ihnen stößt und ihre "Erfahrungen" auf dem Gebiet mit ihnen teilt.

Fazit:

"Spione küsst man nicht" ist der Auftakt einer neuen Reihe, die nun auch in Deutschland erscheint. Der locker, leichte Schreibstil von Ally Carter ist gespickt mit einer ordentlichen Portion Humor, die unheimlich viel Spaß am Lesen hervorruft. Ich fühlte mich gut unterhalten und freue mich schon auf den nächsten Band.

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Gefährliche Gedanken - Zu schön zum Sterben
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(13)

37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

familie, beweise, mädchen-schule, thriller, freundschaft

Gefährliche Gedanken - Zu schön zum Sterben

Hanna Dietz
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401068299
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Natascha Sander ist neu an der Liebfrauenschule, ein exklusives Elite-Gymnasium nur für Mädchen. Nataschas Vater hat Geld wie Heu und vermutlich eine Menge davon springen lassen, damit seine Tochter mitten im Schuljahr auf dieses Gymnasium wechseln kann, da man sie bei der alten Schule ´rausgeworfen hat.

Aber Natascha hat nicht nur reiche Eltern und ist bildhübsch, sondern besitzt obendrein noch eine große Klappe, viel zu viel Neugier, als dass es gesund wäre und ein sicheres Gespür dafür, immer am falschen Ort zur falschen Zeit zu sein. Das ist auch der Grund dafür, dass ausgerechnet sie in einem abgelegenen Teil der Schule auf eine Mädchenleiche stößt!

Dummerweise sind die sterblichen Überreste genauso schnell verschwunden wie Natascha sie entdeckt hat und, da ihr niemand glauben will, macht sie sich allein auf die Suche nach der Leiche und dem Mörder. Leider haben ihre Eltern ihr seit dem Verschwinden von ihrem Bruder Basti aber einen Bodyguard zur Seite gestellt, der zwar ganz schnuckelig, aber auch super nervig ist und Natascha bei ihren Ermittlungen mächtig stört. Gut, dass es da noch Justus gibt, ihren allerbesten Freund seit Kindheitstagen, der ihr in allem treu zur Seite steht.

Meine Meinung:

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich das Buch lesen durfte, denn seine peppige Aufmachung hat mich gleich von Anfang an angesprochen. Mit seinen weißen, visierähnlichen Kugeln, in deren Zentren sich diverse Mädchen tummeln und der Zielscheibe musste ich gleich an altbekannte Kriminalfilme denken. Zusammen mit der peppig, roten Schrift auf lila Hintergrund war meine Aufmerksamkeit gleich geweckt und ich habe mich gefreut, dass das Buch meinen Erwartungen mehr als gerecht geworden ist.

Hanna Dietz hat den Roman in der Ich-Form aus der Sicht von Natascha geschrieben und es hat mir wirklich Spaß gemacht, ihren Gedankengängen zu folgen. Natascha ist mit einem gesunden Selbstbewußtsein ausgestattet, dabei keinesfalls arrogant und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Ihre mehr als direkte Art hat sie schon oft in Schwierigkeiten gebracht und auch die Tatsache, dass ihre Zunge oft schneller als ihr Gehirn ist. Dabei nimmt sie alle Lebenslagen mit einem herrlich sarkastischem Humor hin, den ich ganz besonders liebe.

Ihr Bodyguard Enzo hat es wirklich nicht leicht mir ihr, denn ständig versucht Natascha ihm zu entwischen. Und Widerworte gibt sie auch noch ständig. Zum Glück reagiert Enzo meist sehr gelassen auf ihre Eskapaden, auch, wenn sie sich andauernd in der Wolle haben und dabei Diskussionen der ganz besonderen Art führen.

Doch die Geschichte ist nicht nur unterhaltsam und megawitzig, sondern gleichzeitig auch ungeheuer spannend. Die ganze Zeit habe ich mitgerätselt auf der Suche nach dem Mörder, bei der Natascha kaum einen Verdächtigen auslässt. Letztendlich war ich dennoch überrascht, als es dann zur Auflösung kam, denn ich bin Nataschas einleuchtenden Kombinationen die ganze Zeit brav gefolgt und fühlte mich von der Lösung des Kriminalfalls ebenso überrumpelt wie sie.

Fazit:

Bei dem Jugendroman "Gefährliche Gedanken- Zu schön zum Sterben" von Hanna Dietz ist eigentlich alles mit dabei, was man für ein gutes Buch braucht: Spannung, Witz und eine Prise Romantik, die angenehm leicht im Hintergrund bleibt und die Handlung unaufdringlich einrahmt. Ich habe mitgezittert und auch viel gelacht und habe die Handlung dabei total gebannt verfolgt. Zudem habe ich mich sehr gefreut, dass der zunächst in sich abgeschlossene Roman, am Ende noch ganz viel Potential für eine Fortsetzung enthält und hoffe sehr, bald ein neues Abenteuer verfolgen zu dürfen, denn ich brauche unbedingt noch viel mehr von Natascha Sander!

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Zeitenzauber - Die goldene Brücke
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(89)

229 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

paris, zeitreise, liebe, buchreihe, vergangenheit

Zeitenzauber - Die goldene Brücke

Eva Völler , Tina Dreher
Fester Einband: 338 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Medien, 01.03.2013
ISBN 9783833901683
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Seit ihrem Abenteuer in Venedig hat Anna gemeinsam mit Sebastiano bereits einige Zeitreisen überstanden und auch privat läuft es richtig gut für die beiden, die so oft es geht, hin- und herpendeln, um einander zu sehen. Während Anna sich gerade im dicksten Abiturstress befindet, erreicht sie jedoch eine furchtbare Nachricht: Sebastiano ist im Paris des siebzehnten Jahrhunderts verschollen! Irgendetwas ist furchtbar schief gelaufen und Anna lässt alles stehen und liegen und begibt sich zu seiner Rettung nach Paris.

Doch als sie zurück nach 1625 gereist ist, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass Sebastiano sich an sie und sein Leben in der Zukunft überhaupt nicht mehr erinnern kann! Er hält sich für einen Musketier und Anna befürchtet, dass er in die Vergangenheit integriert wurde und es kein zurück mehr für ihn gibt. Doch so schnell gibt sie nicht auf und setzt alles daran, den Mann, den sie liebt, zu retten. Dabei verstrickt sie sich jedoch in die Ränke des Hofes und trifft dabei auf viele interessante und gefährliche Persönlichkeiten der damaligen Zeit. Werden die beiden es dennoch schaffen?

Meine Meinung:

Ich hatte bereits eine Weile auf das Erscheinen von "Zeitenzauber - Die goldene Brücke" gewartet und war nun hocherfreut, das Buch in meinen Händen halten zu dürfen. Auch in diesem Band besticht Eva Völler wieder mit einem locker, lässigen Schreibstil und erzählt ein neues Zeitreiseabenteuer aus der Sicht von Anna. Diese ist mit ihrer leicht tolpatschigen Art wie immer einfach nur liebenswert. Man muss sie einfach gernhaben und verfolgt zwansläufig ganz gebannt, wie es ihr in der Vergangenheit ergangen ist.

Der Schauplatz der neuen Geschichte ist Paris. Nach Venedig im ersten Band wieder eine Stadt, die ein ganz besonderes Flair hat. Doch nicht nur die zauberhaften Seiten der Stadt der Liebe zeigt die Autorin auf, sondern auch die Schattenseiten der damaligen Zeit, in der Hygiene ein Fremdwort ist und Wohlstand meistens nur ererbt werden kann. Und gerade auch mit der Liebe tut sich Anna dieses Mal besonders schwer, da Sebastiano sich nicht mehr an sie erinnern kann und sie bei dem Versuch, sein Gedächtnis zu reaktivieren, beinahe eine wichtige Aufgabe vergisst. Doch keine Sorge: Die Romantik kommt auch in diesem Band nicht zu kurz.

Sebastiano selbst kann sich merkwürdigerweise nicht mehr an seine Aufgabe oder gar an Anna erinnern, doch verspürt er bei ihrem Auftauchen trotz allem, die Verbindung zwischen ihnen. Als Musketier seiner Majestät teilt er jedoch nicht Annas Absichten und Pläne, was die Beziehung der beiden ziemlich belastet. Ausgestattet mit Mantel und Degen und einem ganz besonderen Auftrag übt er eine starke Anziehung auf Anna aus und seine Abenteuer hätten Alexandre Dumas bestimmt in Verzückung versetzt.

Besonders gut gefallen hat mir wieder mal die Idee des "intergalaktischen Translators" wie Anna ihn nennt, der praktischerweise nicht nur automatisch Fremdsprachen übersetzt, sondern auch den Sprachstil zeitgemäß anpasst. Begrenzt durch die sogenannte "Sperre", die verhindert, dass Dinge aus der Zukunft ausgeplaudert werden können, verschlägt es Anna deshalb ein ums andere Mal buchstäblich die Sprache.

Fazit:

Der bildhafte und freche Sprachstil von Eva Völler hat mich bei "Zeitenzauber - Die goldene Brücke" sofort wieder gefesselt. Gespickt mit viel Witz und Charme habe ich Annas Erlebnisse und Gedanken verfolgt und sie erneut schnell in mein Herz geschlossen. Auch dieses Abenteuer von Anna und Sebastiano ist sowohl inhaltlich, als auch örtlich in sich abgeschlossen und ich hoffe sehr, noch viele weitere von ihnen lesen zu dürfen und bin dabei sehr neugierig, in welche Stadt und welche Epoche es die beiden das nächste Mal verschlägt.

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Elixirium - Das gefährliche Erbe des Apothekers
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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

abenteuer, london, alchemie, magie, young adult

Elixirium - Das gefährliche Erbe des Apothekers

Maile Meloy , Ian Schoenherr
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, Münster, 01.01.2013
ISBN 9783649611547
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Jane und ihre Eltern müssen das sonnige Kalifornien verlassen und beginnen im London der Nachkriegszeit ein neues Leben. Die Umstellung ist hart und auch der erste Tag an der neuen Schule ist nicht wirklich vielversprechend. Der einzige Lichtblick für Jane ist Benjamin, der Sohn des Apothekers, der ihr unheimlich imponiert. Die beiden lernen sich kennen und schon ihre erste Verabredung gestaltet sich ausgesprochen aufregend. Als sie zufällig zwischen die Fronten der Geheimdienste gelangen und Benjamins Vater verschwindet und den beiden ein sehr wichtiges Buch anvertraut, wird es schnell brenzlig für sie. Denn das Buch, das sie beschützen, ist die Pharmacopeia, eine Sammlung von alchemistischem Geheimwissen, hinter dem viele Menschen her sind. Die beiden stürzen sich daraufhin in ein Abenteuer, das sie nie für möglich gehalten hätten.

Meine Meinung:

Ich war sehr gespannt auf den Roman von Maile Meloy, da ich vor ungefähr einem Jahr bereits einen Roman aus der Feder ihres Bruders Colin gelesen habe und nun sehr neugierig war, welchen Eindruck seine Schwester bei mir hinterlassen würde. Nach Beendigung der Lektüre war ich sehr angetan und bin überzeugt, dass Maile Meloy hier eindeutig ihrem Bruder den Rang abläuft.

Der Roman wird als Rückblick aus der Sicht der 14-jährigen Jane Scott erzählt. Das Vorwort hat mich anfänglich etwas verwirrt und auch neugierig gemacht. Erst im Nachhinein habe ich die Anspielungen zuordnen können.

Jane macht für ihr Alter schon einen sehr selbstbewußten Eindruck. Sie weiß sich zu helfen und, wenn man bedenkt, in welcher Zeit die Geschichte spielt, ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Damals mussten die Kinder viel schneller erwachsen werden und auf eigenen Beinen stehen und es ist ein echtes Privileg für Jane, dass sie immer noch die Schule besuchen darf.

Ihre erste Begegnung mit Benjamin zeugt bereits von ihrer Bewunderung für ihn und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die beiden sich zusammentun und dabei immer näherkommen. Benjamin ist sehr eigenwillig und träumt davon Spion zu werden. Keinesfalls möchte er so eine langweiligen Beruf ergreifen wie sein Vater. Doch wie sehr er sich da geirrt hat, wird ihm schon bald bewußt.

Unterstützt vom pfiffigen Pip, den ich ganz besonders mochte, erleben die Kinder in wenigen Tagen ein Abenteuer von ganz besonderem Ausmaß. Der Schutz und das Wissen der Pharmacopeia, das nahezu magisch anmutet, stürzen die Kinder in ein Abenteuer, dass sehr gefährlich wird. Dabei war die Spannung die ganze Zeit beim Lesen spürbar und mündete in einem grandiosen Finale.

Das Cover ist sehr ansprechend und liebevoll gestaltet und gibt einige Szenen und Gegenstände aus dem Roman wieder. Alles ist angeordnet in einer großen Flasche  mit dem Titel, der im Verlaufe der Geschichte eine besondere Bedeutung bekommt und immer wieder auftaucht.

Fazit:

"Elixirium" ist ein spannender Jugendabenteuerroman, der viele fantastische Elemente enthält. Ich fühlte mich durchgängig sehr gut unterhalten und selbst das zumindest für Erwachsene etwas unglaubwürdige Ende tat dem keinen Abbruch. Ich habe mich sehr gefreut, als ich gelesen habe, dass im Juni eine Fortsetzung auf Englisch erscheint und hoffe, dass die Übersetzung nicht allzu lange auf sich warten lässt.

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Im Schatten des Mondkaisers
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80 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

dystopie, paris, carya, religion, arcadion

Im Schatten des Mondkaisers

Bernd Perplies
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Egmont Verlagsgesellschaft, 01.03.2013
ISBN 9783802586385
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Im Anschluss an die grandiose Rettungsaktion von Carya und ihren Eltern kehren alle zurück ins Dorf der Ausgestoßenen. Doch schnell wird klar, dass sie hier nicht sicher sind und alle nur in Gefahr bringen. Die Bewohner beschließen daraufhin, ihr Zuhause zu verlassen und an einer anderen Stelle wiederaufzubauen.

Auch Carya, Jonan, Pitlit und Caryas Eltern begeben sich auf Wanderschaft, jedoch auf einen getrennten Weg, der sie zunächst in Sicherheit führen soll. Unterwegs trennen sie sich von Caryas Eltern, die anderswo unerkannt neu anfangen wollen, und Carya, Jonan und Pitlit begeben sich allein weiter auf die gefährliche Reise ins unbekannte Francia. Hier glaubt Carya mehr über ihre Herkunft zu erfahren, denn die Koordinaten ihres Raketenflugzeugs führen sie direkt ins Zentrum dieses fremden und mysteriösen Landes.

Meine Meinung:

Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, da für mich der erste Band der Trilogie "Flammen über Arcadion" eines meiner Highlights 2012 war. Und wie ich es mir vom Autor erhofft hatte, wurde ich auch nicht enttäuscht.

"Im Schatten des Mondkaisers" macht genau da weiter, wo sein Vorgängerband aufgehört hat. Ich war sehr schnell wieder drin und habe die fesselnde Atmosphäre genossen, die der Autor scheinbar so mühelos erschaffen kann.

Die Suche nach Caryas Vergangenheit führt die Protagonisten diesmal in ein aufregendes, neues Land, das mit seinen Intrigen am Hofe des Mondkaisers einen unerwartet neuen Handlungsmittelpunkt darstellt. Viele gut beschriebenen Charaktere kommen neu dazu und überraschen mit einer tiefgründigen Identität, die ich beim Lesen begeistert versuchte zu enträtseln und mich letzten Endes doch völlig umgehauen hat, da ich diese so nicht erwartet habe.

Carya hat sich in diesem zweiten Teil ungeheuer weiterentwickelt. Schon lange nicht mehr ist sie das kleine Mädchen aus Arcadion, das auf den Schutz anderer angewiesen ist, sondern mausert sich immer mehr zu einer starken Kämpferin. Das ist sicherlich größtenteils ihren Erlebnissen geschuldet, aber auch ihrer geheimnisvollen "Programmierung", die immer wieder in Notsituationen greift.

Zum Glück ist Jonan auch hier wieder ihr Fels in der Brandung. Der sympathische Ex-Templer hat sein ganzes Denken und Können nur auf das Wohl seiner Gefährten ausgerichtet. Stets brilliert er mit einer Selbstlosigkeit, die insbesondere von Carya diesmal auf eine harte Probe gestellt werden.

Auf das Wiedersehen mit Pitlit hatte ich mich ganz besonders gefreut. Der Straßenjunge, der sich den beiden angeschlossen hat und große Abenteuer erleben will, muss diesmal auch einiges einstecken. Trotz allem verliert er aber nie seinen Lebensmut, den Glauben an seine Gefährten und sein loses Mundwerk. Dabei besitzt er bereits in seinen jungen Jahren eine Lebenserfahrung und eine unerwartete Lebensweisheit, die mir sehr imponiert hat.

Gut gefallen hat mir auch der neue Ort der Handlung. Das, was der Sternenfall vom ehemaligen Paris übriggelassen hat, ist kaum wiederzuerkennen, zumal die Charaktere so gut wie kein Wissen aus der Zeit davor vermittelt bekommen haben und damit viele Dinge gar nicht zuordnen können. Als ehemaliger Besucher dieser wundervollen Stadt hat es mir jedoch viel Spaß gemacht, den Beschreibungen eine aktuelle Örtlichkeit zuzuordnen und so begegnet man gemeinsam mit den Protagonisten - wenn ich richtig vermute - Versailles, dem Louvre, dem Eiffelturm und vielen anderen, bekannten Sehenswürdigkeiten.

Das Motiv von Versailles findet sich auch auf dem wunderschönen Cover wieder, das dem Design des ersten Bandes angepasst wurde, nur diesmal in Blautönen gehalten ist. Zentral darauf befindet sich die Maske des Mondkaisers, die sich strukturell abhebt und langsam zu zerbrechen scheint. Diese Symbolik erhält noch eine besondere Bedeutung, die der Leser aber erst auf den letzten Seiten des Buches erfährt.

Fazit:

"Im Schatten des Mondkaisers" ist der mittlere Teil einer spannenden Dystopie, die mich voll und ganz gefesselt hat. Bernd Perplies schafft es, mich mit seinem außergewöhnlichen Schreibstil und seiner Vielseitigkeit wieder einmal so gut zu unterhalten, dass die Seiten des Buches, ohne eine einzige Länge, viel zu schnell an mir vorüberzogen. Das Ende des Buches klärt viele offene Fragen und hat dabei trotzdem noch genug Potential für den schon im Herbst erscheinenden, finalen, dritten Band "Das geraubte Paradies", mit dessen Handlung mich der Autor bestimmt wieder überraschen und fesseln wird. Ich freu´ mich d´rauf.

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Zwischen Ewig und Jetzt
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127 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

freundschaft, familie, geister, liebe, dreiecksbeziehung

Zwischen Ewig und Jetzt

Marie Lucas
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Fischer FJB, 01.03.2013
ISBN 9783841422149
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Nach dem Tod ihres Vaters ist in Julias Leben nichts mehr wie es mal war. Entsetzt und auf die harte Tour muss sie erkennen, dass ihr Familienleben auf einer Lüge aufgebaut ist und ihrer Mutter und ihr nichts mehr geblieben ist. In einer neuen Stadt in einer Hochhausiedlung beginnen die beiden ein neues Leben, doch die Spuren des Erlebten haben Narben bei Julia zurückgelassen. In dem verzweifelten Versuch ihr altes Leben wiederzubekommen verstrickt sie sich in ein Netz aus Lügen. Sie gibt vor, in einer besseren Wohngegend zu leben, schnappt sich den umschwärmten Felix als Freund und wird Teil seiner angesagten Clique. Als dann jedoch ihr Opa stirbt und sie die nähere Bekanntschaft von Niki macht, droht alles über ihr zusammenzubrechen. Denn Niki kann mit den Toten sprechen und hat eine Nachricht für sie....

Meine Meinung:

"Zwischen ewig und jetzt" ist ein spannender Jugendfantasyroman, der mich schnell gefesselt hat. Der jugendlich, leichte Schreibstil der Autorin und die gefühlvolle Erzählweise in der ersten Person aus der Sicht von Julia haben mich in die Geschichte hineingezogen und sie mich miterleben lassen. Dadurch hatte ich das Gefühl, durch die Geschichte zu fliegen und die Seiten zogen viel zu schnell an mir vorbei.

Julia hat ihr ehemaliges Leben komplett hinter sich zurücklassen müssen und fühlt sich von den Menschen, die sie liebt, belogen und betrogen. Der Neuanfang in einer anderen Stadt fällt ihr schwer und so erschafft sie für ihren neuen Freunde eine Fassade, hinter der sie sich versteckt. Nie wieder möchte sie zum Außenseiter werden und das ist auch einer der Gründe, weshalb sie nicht auf ihr Herz hört und Niki zunächst meidet und sehr schnell mit Felix zusammenkommt. Ich konnte Julias Zerrissenheit zwischen den beiden Jungs sehr gut nachvollziehen, da auch ich sie beide in mein Herz geschlossen habe. Zwar waren einige ihrer Handlungen ein wenig zu spontan für meinen Geschmack, aber das kann ihr sicher aufgrund ihres jungen Alters und des Gefühlschaos, das in ihr tobt, verziehen werden.

Niki umgibt eine geheimnisvolle Aura. Nicht nur, weil er der Sohn eines Bestattungsunternehmers ist, sondern er ist auch in der Lage mit den Toten zu sprechen. Er scheint sich mit seiner Gabe abgefunden zu haben und auch mit der Position, die sie ihm unter seinen Klassenkameraden verschafft. Obwohl er niemand dort zu seinen Freunden zählen kann, wirkt er zwar gelegentlich leicht resigniert, aber nicht verbittert und er strahlt zudem eine ordentliche Portion Selbstbewußtsein aus. Ich hätte mich gefreut, wenn es während der Erzählung auch Passagen aus seiner Sicht gegeben hätte, die den Fantasy- und Spannungseffekt sicherlich noch mehr verstärkt hätten.

Währenddessen ist Felix es gewohnt, das zu bekommen, was er möchte. Als gutaussehender Sohn reicher Eltern hat er eine gewisse Stellung in seiner Clique und die Mädchen fühlen sich von ihm angezogen. So auch Julia. Doch trotz gelegentlichem Aufblitzen einer unvermeidlichen Arroganz ist er doch ein sehr netter und umgänglicher, junger Mann, dem sehr an Julia gelegen ist.

Das Cover des Buches finde ich außerordentlich gelungen und hat es mir auch gleich angetan. Das passepartoutähnliche Motiv wirkt sehr filigran und nur die Blüten und der Titel werden durch die leichten Pinktöne akzentuiert. In einer Buchhandlung wäre ich garantiert nicht an diesem schönen Buch vorbeigegangen.

Fazit:

Der im Fischer FJB Verlag erschienene Roman "Zwischen ewig und jetzt" ist ein Jugendfantasyroman, der Liebe, Vertrauen, Verlust, Wahrheit und Freundschaft thematisiert und gleichzeitig auch Aspekte eines Kriminalromans aufweist. Ich fühlte mich von der spannenden Geschichte sehr gut unterhalten und habe sie mehr oder weniger in einem Rutsch durchgelesen. Der jugendliche Schreibstil und die gruselige Stimmung haben mich bis zum Ende gefesselt. Sehr gerne hätte ich noch mehr über Julia, Niki und Felix gelesen.
4,5 Sterne

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Touched - Die Schatten der Vergangenheit
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(63)

197 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 36 Rezensionen

beschützer, heiler, liebe, remy, asher

Touched - Die Schatten der Vergangenheit

Corrine Jackson , Heidi Lichtblau
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Thienemann Verlag, 01.01.2013
ISBN 9783522201650
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Drei Monate ist es her seitdem Remy zu ihrem Vater und seiner Familie zog und in dieser Zeit ist sehr viel passiert. Remy gewöhnt sich langsam an ihr neues Leben, als dies bereits wieder erneut durch Unvorhergesehenes erschüttert wird.
Da sie in der ständigen Gefahr lebt, von einem feindlich gesinnten Beschützer angegriffen zu werden, trainiert sie mit Ashers Bruder Gabriel ihre Fähigkeiten und Verteidigungskräfte. Auch ihre Familie ist in Gefahr und kann als Druckmittel gegen sie eingesetzt werden und so möchte Remy versuchen, selbst für ihren Schutz einzutreten. Trotzdem Gabriel und sie sich im Grunde nicht wirklich leiden können, sind sie verbissen bei der Sache und Remy macht nicht nur dank ihrer Beschützerkräfte Fortschritte.

Schon eine ganze Weile hat sie versucht, ihren Großvater mütterlicherseits zu kontaktieren, von dessen Frau sie ihre Heiler-Kräfte geerbt hat. Nach einigen Fehlschlägen hat sie nun eine Antwort von ihm bekommen, doch es ist nicht die, die sie erwartet hat. Während sie lediglich einen ersten Kontakt herstellen wollte, bietet ihr Großvater an, bei ihm zu leben! Diese Neuigkeit treibt Remy Tränen in die Augen und löst ein wahres Gefühlschaos in ihr aus, denn natürlich ist Asher von dieser Entwicklung nicht begeistert. Doch wie wird sich Remy entscheiden?

Meine Meinung:

Schnell war ich wieder mittendrin in der Story und konnte mich in dieser fantastischen Geschichte fallen lassen, die die Autorin erneut aus der Sicht von Remy in der Ich-Form erzählt.

Corinne Jacksons Schreibstil ist unverwechselbar magisch und hat mich sofort wieder ganz schnell gefesselt. Sie schafft es ganz wunderbar, dass man an den Gefühlen ihrer Protagonisten teilhat und sich mit der Geschichte und den Charakteren verbunden fühlt.

Remy ist eine sehr starke Person, die im Laufe ihres Lebens schon einiges einstecken musste. Aufgewachsen mit ihrem prügelnden Stiefvater Dean hat sie sich jedoch nie unterkriegen lassen und ihm letztendlich endgültig die Stirn geboten. Mit ihrer Liebe zu einem Beschützer setzt sie sich über Grenzen hinweg, denn die Beschützer leben im allgemeinen schon sehr lange in Feindschaft mit den Heilerinnen.

Die Protagonisten entwickeln sich in diesem Band weiter und zeigen eine ungeahnte Vielschichtigkeit. Und natürlich habe ich wieder mit Remy mitgelitten und -geliebt und mir auch manchmal vor Verzweiflung die Haare gerauft. Dabei überraschte mich die Autorin mit zahlreichen Wendungen, die ich so nicht vorhersehen konnte und fesselte mich dadurch nur noch mehr an das Geschehen.

Während der erste Band sehr gefühlvoll war und das Hauptaugenmerk auf der beginnenden Liebe von Remy und Asher lag, dominiert nun im zweiten Teil Spannung und Action. Selbstverständlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz, doch die Handlung ist zusehends rasanter geworden. Besonders gut gefallen haben mir auch die Dialoge zwischen Remy und Gabriel, der in diesem Band viel weiter in den Vordergrund rückt. Das offene Ende lässt mich in gespannter Erwartung auf die Fortsetzung zurück.

Fazit:

Der im Thienemann Verlag erschienene Roman "Touched - Die Schatten der Vergangenheit" ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe, die neben viel Gefühl auch mit einer ordentlichen Portion Action und Spannung zu überzeugen weiß. Während ich von Band 1 bereits fasziniert war, konnte mich Corrine Jackson nun mit ihrer Fortsetzung vollends begeistern. Deswegen fiebere ich bereits jetzt dem Finale entgegen, auf den ich leider noch viel zu lange warten muss.

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Göttlich verliebt
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(270)

606 Bibliotheken, 19 Leser, 1 Gruppe, 97 Rezensionen

götter, liebe, helen, griechische mythologie, hades

Göttlich verliebt

Josephine Angelini
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 01.03.2013
ISBN 9783791526270
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Helen, Lucas und Orion haben überlebt, doch der Preis dafür war sehr hoch. Durch sie hat sich das Blut aller Häuser miteinander vermischt und fortan sind die Götter nicht mehr auf dem Olymp gefangen. Ein Krieg droht, dessen Folgen kaum vorsehbar sind. Nicht nur Helens Familie und Freunde sind nun in Gefahr, sondern die ganze Menschheit droht, bei einem solchen Krieg mitunterzugehen.

Während die Götter durch Naturkatastrophen immer mehr ihren Unmut zeigen, entdeckt Helen plötzlich ungeahnte Fähigkeiten an sich. Ihre ursprünglich schon große Macht scheint ungeahnte Ausmaße angenommen zu haben, so dass selbst ihre Familie und Freunde anfangen, an Helen zu zweifeln. Werden ihre Kräfte ihr zum Sieg verhelfen oder ist sie gar eine Bedrohung für alle Lebewesen? Wer steht noch hinter ihr und für wen wird sich Helen letzten Endes entscheiden? Orion oder Lucas?

Meine Meinung:

Der im Dressler Verlag erschienene Roman "Göttlich verliebt" von Josephine Angelini ist der finale Band der Göttlich-Trilogie und setzt genau da an, wo Band 2 aufgehört hat. Mit ihrem herrlichen Schreibstil hat mich die Autorin auch gleich wieder gefesselt und in eine Welt entführt, die ich schon nach Band 1 lieben gelernt habe.

Besonders überzeugt haben mich auch hier wieder die Charaktere. Allen voran natürlich Helen, der auch jetzt wieder keine Verschnaufpause vergönnt ist, denn die Götter lassen nicht lange auf sich warten. Dabei ist Helen im Laufe der Geschichte ein wenig härter und selbstbewusster geworden. Das Erlebnis mit Ares hat dazugeführt, dass sie nicht mehr blindlings nur ihren Instinkten vertraut, sondern auch versucht, die dahinterliegenden Ursachen im Auge zu behalten. Doch nach wie vor sitzt ihr größtes Problem ganz tief in ihrem Herzen: Ihre Liebe zu Lucas. Obwohl sie versucht, sich dagegen zu wehren und auch für Orion sehr starke Gefühle hegt, kommt sie einfach nicht von ihm los.

Aber auch sämtliche anderen Charaktere sind sehr gut gezeichnet und runden das Gesamtbild des Romans sehr gut ab. Selbst die Nebencharaktere sind hier keine unwichtigen Randfiguren, sondern ein wichtiger Bestandteil der Handlung, den ich nicht missen mag.

Gut gefallen haben mir auch die Rückblicke, die die Autorin geschickt in die Handlung als Visionen von Helen miteinfließen lassen hat. Hier verbindet sie nicht nur die griechische Mythologie mit der aktuellen Handlung, sondern auch die anderer Kulturen, z. B. der Kelten. Dabei schlüpft Helen immer wieder in andere Rollen, die zu ihrer Verblüffung stets der Liebe zu Lucas in seiner entsprechenden Rolle verfallen sind. Im Laufe des weiteren Geschehens bekommen diese Ausschnitte der Vergangenheit dann noch eine besondere Bedeutung.

Zum Ende hin geht es dann auf einmal Schlag auf Schlag. Konstant baut die Autorin die Spannung immer weiter auf und überrascht mit unerwarteten Handlungen, sowie interessanten Entdeckungen. Ich fühlte mich von dem Geschehen einfach magisch angezogen und habe dabei mein Umfeld völlig ausgeblendet.

Fazit:

"Göttlich verliebt" ist ebenso wie seine Vorgänger wieder eine gelungene Mischung aus griechischer Mythologie und einem spannenden Jugendroman. Die Handlung und die Charaktere haben mich nicht nur überzeugt, sondern nahezu entführt in eine fantastische Welt, die mich konsequent gefesselt hat. Ich habe ausnahmslos mit sämtlichen Charakteren mitgelitten und -gefühlt und die allseits präsente Spannung hat mich so vereinnahmt, dass ich das Buch in einem Rutsch durchlesen musste. Der Schluss hat mich zurückgelassen mit der vollen Bandbreite der Gefühle, die nicht nur aus dem gerade erlebten Ende der Geschichte resultieren, sondern auch aus dem Bedauern, dass diese grandiose Trilogie nun beendet ist. Ich hoffe sehr, dass die Autorin bald wieder ein neues Buch veröffentlicht, mit dem sie hoffentlich an diesen Erfolg anknüpfen kann.

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Breathe - Gefangen unter Glas
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(133)

413 Bibliotheken, 13 Leser, 2 Gruppen, 73 Rezensionen

sauerstoff, dystopie, kuppel, glas, bäume

Breathe - Gefangen unter Glas

Sarah Crossan , Birgit Niehaus
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei DTV, 01.03.2013
ISBN 9783423760690
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Seit dem "Switch" ist der Sauerstoffgehalt auf der Erde so rapide gesunken, dass die Menschen nicht mehr atmen können. Die Pflanzen- und die Meereswelt sind tot. Einigen Auserwählten ist es gelungen innerhalb einer großen Glaskuppel ein künstliche Atmosphäre zu schaffen, in der nur ein Bruchteil der Menschen wegen des geringen Raumangebots überleben konnte. Geführt wird das ganze durch die Organisation "Breathe". Doch hier gibt es unterschiedlich privilegierte Klassen, denen je nach Position und Rang viel oder wenig Sauerstoff zusteht. Atembare Luft ist hier ein kostbares Gut, dass man bezahlen muss und die Ärmsten können sich kaum Kinder, noch irgendwelche Aktivitäten leisten, bei denen ein erhöhter Bedarf an Sauerstoff entsteht.

Hier leben Alina, Beth und Quinn, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Quinn ist ein Premium, kommt aus einer kinderreichen Familie und sein Vater ist ein hohes Tier bei "Breathe". Ihm fehlt es an nichts. Mit Beth, einer Second, ist er schon lange Jahre befreundet. Ihre Eltern sind arm, doch Beth versucht, sich verzweifelt hochzuarbeiten. Schon lange empfindet sie mehr für Quinn, doch dieser hat immer nur Augen für andere Mädchen. So auch für Alina, deren Eltern vor einiger Zeit verschwunden sind und, die nun bei ihrem Onkel, ihrer Tante und ihrem Cousin Silas lebt. Alle zusammen arbeiten für die Rebellen, die es sich zum Auftrag gemacht haben, die Erde wieder bewohnbar zu machen. Als Alina plötzlich aus der Kuppel flüchten muss, begegnet sie zufällig Quinn und Beth. Und auf einmal finden die drei sich in einem Abenteuer wieder, dass ihr Leben in große Gefahr bringt.

Meine Meinung:

Der im dtv-Verlag erschienene Roman "Breathe - Gefangen unter Glas" ist der Auftakt einer dystopischen Trilogie aus der Feder von Sarah Crossan. Diese beginnt ihre Geschichte mit einer herrlichen Leichtigkeit, die mich schnell in das Geschehen mithineinzieht. Mit jedem Kapitel verändert die Autorin die Erzählperspektive abwechselnd aus der Sicht der drei Protagonisten. Ich liebe diese Technik, verleiht sie dem Roman doch ein ungeheures Maß an Lebendigkeit und vielmehr Einblick für den Leser.

Auf diese Weise entwickelt sich beim Lesen sehr schnell Sympathie für die Charaktere. Obwohl sie alle unterschiedlicher Herkunft sind und sich typmäßig sehr unterscheiden, war es sehr schön zu sehen, wie die drei sich angesichts einer drohenden Gefahr schnell zusammenraufen und die Kluft zwischen sich verschwinden lassen. Dabei erkennen sie, dass sie im Grunde genommen alle dasselbe wollen und nur mit vereinten Kräften ihre Ziele auch erreichen können. In dieser Hinsicht fand ich die Veränderung von Quinn eigentlich am beeindruckendsten. Er ist derjenige von ihnen, der am meisten zu verlieren hat und meiner Meinung nach die größte Wandlung erfährt.

Besonders gefallen hat mir natürlich die Idee, die hinter dieser Dystopie steckt. Sarah Crossan legt ganz ohne erhobenen Zeigefinger das Augenmerk auf den Umgang des Menschen mit der Natur. Denn die Ursachen, die zu der erzählten Katastrophe geführt haben, sind nicht nur "hausgemacht", sondern wir sind bereits seit langer Zeit dabei, genau auf so ein mögliches Szenario hinzusteuern. Das fand ich sehr beängstigend und darauf kann meiner Meinung nach gar nicht oft genug hingewiesen werden. Trotzdem viele von uns sich dessen sicherlich sehr bewußt sind, rückt dieser erschreckende Gedanke leider immer wieder neben dem Alltag in den Hintergrund. Dabei müssten wir nur alle an einem Strang ziehen und könnten dabei soviel für unsere Umwelt tun, wenn alle es schaffen würden, dies zu ihrer Priorität zu machen.

Fazit:

"Breathe - Gefangen unter Glas" ist für mich nicht eine Dystopie unter vielen, sondern ein bemerkenswerter Roman, der mich zu überzeugen wusste. Die Charaktere sind gut gezeichnet, die Spannung war für mich konsequent spürbar und auch die Romantik hat hier nicht gefehlt. Die zugrundeliegende Idee ist gut und ansprechbar umgesetzt worden, so dass ich den Roman fast ohne Unterbrechung in einem durchgelesen habe. Ich bin begeistert und schon sehr gespannt auf die Fortsetzung. Dystopien-Fans und solche, die es werden wollen, kann ich den Roman uneingeschränkt empfehlen.

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Dark Destiny
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(96)

273 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

dystopie, liebe, joy, neél, jennifer benkau

Dark Destiny

Jennifer Benkau
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei script5, 18.03.2013
ISBN 9783839001455
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Joy ist am Boden zerstört. Zurück bei den Rebellen ist sie entsetzt über das, was Matthial Neél angetan hat. Nur ganz langsam schafft sie es, wieder zu funktionieren, doch ihr unvergleichlicher Lebenswille scheint gebrochen. Sie fühlt, dass sie so nicht weitermachen kann und will den Clan verlassen, obwohl Matthial dies stetig zu verhindern sucht. Der Zufall kommt Joy zu Hilfe, aber bevor sie sich auf den Weg zur Stadt macht, muss sie erst wissen, was genau mit Neél geschehen ist. Was sie dann erfährt, stellt ihr Leben erneut auf den Kopf. Hat sie noch eine Zukunft?

Meine Meinung:

Der im Script5 Verlag erschienene Roman "Dark destiny" von Jennifer Benkau ist der zweite und letzte Teil einer atemberaubenden Dilogie. Nachdem mich die Autorin bereits mit ihrem ersten Teil "Dark canopy" unheimlich gefesselt hat, mußte ich feststellen, dass "Dark destiny" dem in nichts nachsteht. Im Gegenteil hatte ich eher das Gefühl, dass Jennifer Benkau hier sogar noch einen d´raufgesetzt hat und mich mit ihrer wohldurchdachten Handlung und ihrem klaren Schreibstil tief in die Geschichte mit hineingezogen hat. Dabei sind ihre Beschreibungen so bildhaft, dass ich das Gefühl hatte, alles gemeinsam mit Joy mitzuerleben.

Ich habe mich auf die Fortsetzung wahnsinnig gefreut und konnte auch schnell wieder beim Lesen eintauchen. Der Band beginnt dort, wo der letzte geendet hat. Die liebgewonnenen Charaktere haben nichts von ihrer Ausstrahlung eingebüßt, sondern haben im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durchzogen, die beim Lesen deutlich spürbar wird.

Während der erste Band noch nahezu gänzlich aus der Sicht von Joy in der Ich-Form geschrieben ist, hat die Autorin nun noch die Sichtweise von Neél in der dritten Person mit einfließen lassen, die sich regelmäßig mit der von Joy abwechselt. Das ist sicher dem Umstand geschuldet, dass die beiden Protagonisten nun nicht mehr alles gemeinsam erleben, sondern getrennt mit ihrem Schicksal fertigwerden müssen. Dies ermöglicht aber auch einen tieferen Einblick in Neéls Leben, der mit sehr gefallen hat.

Joy und Neél sind keine Superhelden, sondern Produkte ihres Umfelds. Stets mußten sie sich beweisen, entweder um ihren Platz im Clan zu erhalten oder um die Wünsche ihres Mentors zu erfüllen. Doch sie machen verständlicherweise auch Fehler und sie sind verletzlich und doch haben sie neben einem sehr starken Freiheitsgefühl, einen Überlebenswillen, der sie vorantreibt. Das habe ich insbesondere bei Joy immer sehr bewundert. Ihre Handlungen habe ich stets als sehr realistisch empfunden und ich glaube, gerade deswegen fühlt man sich mit ihr auch so sehr verbunden.

Die Beschreibungen von Jennifer Benkaus dystopischen Szenarios regen zudem zum Nachdenken an, zumal sie nicht wirklich weit von unserer Realität entfernt zu liegen scheinen. Toleranz und Respekt sind hier zwei hochgeschätzte Güter, die leider viel zu oft mit Füßen getreten werden, doch leider gibt es auch in unserer Welt sehr viele Beispiele dafür.

"Dark destiny" hat mich mit einem Ende überrascht, das ich in dieser Form nicht erwartet habe, obwohl es im Nachhinein gesehen das einzig mögliche und richtige war. Es passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, denn hier bleibt sich ein jeder treu. Jennifer Benkau hat dabei ein bewundernswertes Gespür für ihre Charaktere, das sie bereits in ihren vorherigen Romanen unter Beweis gestellt hat. Ich bin und bleibe ihr Fan und freue mich jetzt schon ihr nächstes Werk.

Fazit:

"Dark Destiny" ist das packende Finale einer Dilogie von Jennifer Benkau, das mich berührt hat, wie kaum ein anderes. Der bildhafte Schreibstil, die realitätsnahe Handlung und die stimmigen Charaktere erzeugen beim Lesen eine Atmosphäre, die unvergleich ist und, die mich alles um mich herum vergessen lassen hat. Ich fühlte mich als Teil dieser Dystopie, die für mich etwas ganz Besonderes ist und spreche für alle Fans dieses Genres eine ganz klare Leseempfehlung aus.

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Tanz der Engel
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85 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

engel, schloss, lynn, internat, racheengel

Tanz der Engel

Jessica und Diana Itterheim
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.02.2013
ISBN 9783746629117
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Lynn schwebt auf Wolke sieben, hat sich doch ihr geliebter Racheengel Christopher mit ihr verbunden und plant als Schüler in ihrem Internat in ihrer Nähe zu bleiben. Doch die Idylle währt nicht lange. Während Lynn immer wieder von spontanen Eifersuchtsattacken gequält wird, muss Christopher den gemeinsam geplanten Sommerurlaub plötzlich absagen. Wochenlang kommt keine Nachricht von ihm, so dass das Gefühlskarussell mit Lynn durchdreht und sie ihren Schutzengel herausfordert, um Verbindung zu Christopher aufnehmen zu können. Doch ihr Versuch misslingt und trotz eines unguten Gefühls lässt sich Lynn daraufhin mit ihrem ärgsten Widersacher ein: Sanctifer.

Als sie schon fast beim Schloss angekommen ist, eskaliert die Situation und Lynn lässt sich zu einer Tat hinreißen, die ihre extreme Verzweiflung widerspiegelt. Trotz allem erreicht sie ihr Ziel, doch der Preis dafür ist hoch. Nichts ist mehr wie es mal war und auch Christopher verhält sich mehr als ungewöhnlich. Wird Lynn ihre Liebe retten können?

Meine Meinung:

"Tanz der Engel" ist der zweite Teil einer Jugendbuch-Fantasy-Reihe von Jessica und Diana Itterheim, die im Aufbau Verlag erschienen ist. Das Cover des Buches ist wieder sehr schön gestaltet und passt hervorragend zu "Schloss der Engel". Das Buch ist wirklich eine echte Augenweide in meinem Bücherregal.

Wie auch schon im Vorgängerband ist die Geschichte in der Ich-Form aus der Sicht von Lynn geschrieben, die wie gewohnt einen sehr sympathischen Eindruck macht.
Erneut ist sie ein wenig sprunghaft und mimt dabei den typischen Teenager, der innerhalb von Minuten zwischen den Stimmungslagen wechseln kann. Doch im Laufe der Geschichte erfährt man als Leser mehr über die Ursache ihrer Gemütsschwankungen und spätestens ab diesem Zeitpunkt war es mir wieder nicht mehr möglich, mich dem Sog der Geschichte zu entziehen. Dabei war es sehr schön, mitzuerleben, wie sich Lynn im Laufe der Erzählung entwickelt und das impulsive Teenagermädchen langsam hinter sich lässt.

Doch während Lynn langsam erwachsener wirkt, überrascht Christopher immer öfter mit gewöhnungsbedürftigem Verhalten, denn er ist nicht ganz unschuldig daran, dass Lynn ständig ein Auf und Ab ihrer Gefühle durchleben muss. Wie auch schon bisher, lässt er sie oft im Dunkeln und schürt damit ihre Zweifel und Verlustängste. Seine eigene Unsicherheit, die zwischenzeitlich hervorblitzt, macht ihn aber auch gleichzeitig sympathischer, denn auch ein Engel ist hier ein fühlendes Wesen, das vor Fehlern nicht gefeit ist.

Fazit:

"Tanz der Engel" beginnt ähnlich wie der Vorgängerband mit einer verwirrenden, emotionalen Berg-und-Tal-Fahrt, die aber bald in einen konstanten Ablauf mündet. Der fesselnde Schreibstil der Autorinnen sorgt dabei jedoch unbeirrt für die bekannte Sogwirkung ihres Werkes und die zweite Hälfte des Buches flog nur so an mir vorbei. Überraschende Wendungen sorgten immer wieder für einen hohen Spannungspegel, so dass ich den Roman einfach nicht zur Seite legen konnte. Ein zusätzlich angehängter, kleiner Ausblick auf den nächsten Band, der vermutlich noch in diesem Herbst erscheinen wird, überzeugt bestimmt auch den letzten Leser, unbedingt die Reihe weiterlesen zu müssen. Ich für meinen Teil kann es jedenfalls nicht erwarten, zu erfahren, was die Zukunft noch für Lynn und Christopher bereithält.
4,5 Sterne

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263 Bibliotheken, 6 Leser, 4 Gruppen, 70 Rezensionen

zeitreise, liebe, england, fantasy, jugendbuch

Zurück nach Hollyhill

Alexandra Pilz
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 25.02.2013
ISBN 9783453534261
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Nachdem Emilys Eltern bei einem Autounfall gestorben sind als sie vier Jahre alt war, wächst sie bei ihrer Großmutter väterlicherseits auf. Sie ist sehr verschlossen und lässt nur wenige Menschen dicht an sich heran. Nach ihrem Schulabschluss präsentiert ihre Oma ihr plötzlich einen Brief ihrer Mutter und ein mysteriöses Armband. In dem Brief fordert ihre Mutter sie auf, ein kleines Dorf in England aufzusuchen, in dem sie einstmal gelebt hat. Obwohl Emily dieses Dorf auf keiner Karte finden kann, ist ihre Neugier geweckt und nachdem ihre beste Freundin Fee ihr gut zugeredet hat, macht sie sich ganz allein auf den Weg dorthin.

Doch auch in England scheint niemand etwas je von diesem mysteriösen Dorf gehört zu haben. Erst der Zufall und die Bekanntschaft von Matt helfen ihr, es zu finden. Dort angekommen kann Emily gleich die merkwürdige Atmosphäre des Dorfes spüren und auch das seltsame Verhalten der Einwohner versetzt sie in Anspannung. Insbesondere Matts ablehnendes Benehmen setzt ihr sehr zu. Als dann auch noch ein Mörder auftaucht und sie entführt, gerät ihre Welt vollends aus den Fugen. Kann Emily sich retten? Und was ist das Geheimnis des Dorfes und seiner mysteriösen Bewohner?

Meine Meinung:

Der im Heyne Verlag erschienene Roman "Zurück nach Hollyhill" von Alexandra Pilz hat mit seinem außergewöhnlichen Cover sogleich mein Interesse geweckt. Das passepartoutähnliche Motiv auf dem fröhlichen, gelben Hintergrund hatte es mir einfach angetan und die Buchbeschreibung konnte mich danach vollends überzeugen. Nun habe ich die Geschichte beendet und bin mir sicher, dass meine Erwartungen mehr als erfüllt worden sind.

Der flüssige Schreibstil der Autorin, der mich durch die Geschichte fliegen ließ macht dieses Buch einfach zu einem Genuss. Die schön gezeichneten Charaktere, die alle sehr stimmig und gut beschrieben sind, haben mich für sich eingenommen und eine magische Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Ich habe mitgelacht und geweint und mich der spannenden Atmosphäre hingegeben, die mich ganz und gar gefesselt hat.

Alexandra Pilz erzählt den Roman in der dritten Person und legt dabei ihr Hauptaugenmerk auf die Protagonistin Emily. Diese hat durch den Unfalltod ihrer Eltern schon sehr früh gelernt, wie sie sich nach außen hin abschotten muss. Einzig ihrer geliebten Oma und ihrer besten Freundin Fee hat sie einen Zugang zu ihrem Herzen gestattet. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann prescht sie unverzüglich auf ihr Ziel los, voller Mut und Elan. Sie ist unheimlich sympathisch und liebenswert und ich habe sehr schnell Zugang zu ihr gefunden. Ich konnte sehr gut verstehen, dass sie der Aufforderung ihrer Mutter nachgekommen ist und mehr über sich und ihre Familie erfahren will. Dabei habe ich ihren Mut, sich ganz allein auf die Reise zu machen, sehr bewundert.

Auch Matt macht stets einen zurückhaltenden Eindruck. In dem Moment als er erfahren hat, wer Emily ist, hat er sich vor ihr verschlossen und bringt ihr zuweilen eine stark spürbare Abneigung entgegen. Mal ist er arrogant und herablassend und dann macht er auch wieder einen sehr verletzlichen Eindruck und ich konnte beim Lesen die geheimnisvolle Atmosphäre fast spüren, die ihn und das Dorf umgibt.

Fazit:

Alexandra Pilz Debütroman "Zurück nach Hollyhill" ist ein Jugendfantasyroman, der mich sehr schnell verzaubert hat. Die Idee hinter dem Roman ist natürlich im allgemeinen nicht neu, aber die spezielle Umsetzung der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Ich liebe Zeitreiseromane und dieser hat genau die richtige Mischung aus Spannung, Magie und Liebe, die mich direkt gefesselt hat. Das Ende wirkt relativ abgeschlossen, aber die teilweise noch offenen Fragen lassen mich ganz stark auf eine Fortsetzung hoffen. Ich wäre auf jeden Fall wieder mit dabei.

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Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest
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49 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

liebe, conni, party, freundschaft, jugendbuch

Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest

Dagmar Hoßfeld
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.02.2013
ISBN 9783551260017
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:

Conni ist schon ganz aufgeregt, denn um Mitternacht ist es endlich soweit: Sie wird fünfzehn! Für Conni ist das ein wichtiger Moment und pünktlich klingelt auch schon ihr Telefon. Ihr Freund ist der erste, der ihr gratuliert und Conni schwebt auf Wolke sieben. Sie fiebert ihrer Geburtstagsparty entgegen, die sich so sehr von allen vorherigen unterscheiden soll. Die Planungen laufen auf Hochtouren, doch dann läuft natürlich doch nicht alles so wie erwartet...

Meine Meinung:

Die Conni-Bücher begleiten meine Familie bereits seit vielen Jahren. Angefangen von der Kindergartenzeit, in der den Kleinen viele wichtige Dinge des täglichen Lebens auf so einfache und kindgerechte Weise nahegebracht worden sind, über die Grundschulzeit mit den besonderen Erlebnissen dieses Alters bis hin zu den Romanen über den Schulwechsel von Conni aufs Gymnasium. Conni ist wie eine Freundin, die meine Kinder durch jede Phase ihres Lebens begleitet hat. Umso begeisterter war ich, dass Dagmar Hoßfeld jetzt den nächsten Sprung gemacht hat und Conni vollends in der schwierigen Teenagerzeit hat ankommen lassen.

Die Geschichte wird aus Connis Sicht in der Ich-Form erzählt und lässt seine Leser an Connis Gedanken und Gefühlen teilhaben, so dass ich mit ihr lachen und weinen konnte. Ganz locker und altersgerecht erzählt die Autorin über Connis Leben, Freuden und Sorgen und bleibt dabei immer ganz nah an der Realität. Da ich schon lange der Magie von Conni erlegen bin, fiel es mir nicht schwer, in die Geschichte abzutauchen.

Conni ist noch immer das sympathische Mädchen von nebenan, die sich glücklich schätzen darf, über gute Freunde zu verfügen. Freunde, die sie schon viele Jahre begleiten und, mit denen sie gerne alles teilt und sich austauscht. Sie hat ein angenehmes Umfeld und auch der erste Freund fehlt hier nicht. Aber natürlich bleibt auch Conni nicht vor den Leiden eines Teenagers bewahrt. Mal nerven die Eltern, mal gibt es große Aufregung wegen einer Party - Dagmar Hoßfeld schafft es wie gewohnt, diese Dinge altergemäß zu verpacken und ihren jungen Lesern das Gefühl zu geben, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind. Auch die erste Liebe, Sex und Co. sind hier ein Thema, ebenso wie alle anderen Dinge auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Die Autorin bleibt ganz nah an ihren Lesern dran, die sich schnell mit der Protagonistin identifizieren können.

Fazit:

Der im Carlsen Verlag erschienene Roman "Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest" von Dagmar Hoßfeld ist ein toller Lesespaß für junge Mädchen und jene, die gerne in Nostalgie schwelgen möchten. Hier geht es um Freundschaft, Liebe, Vertrauen und all die Probleme, die junge Mädchen in dem Alter haben und, die sie beschäftigen. Nachdem ich mir das Buch von meiner Tochter zurückerobert hatte, bin ich versunken in dem tollen Erzählstil der Autorin, der mich gefesselt und auch berührt hat. Von mir gibt es für das Buch mit dem ansprechenden Cover - mit dem obligatorischen rot-weiß-geringelten Shirt - eine klare Leseempfehlung für alle Mädels ab 12 Jahren und älter. Conni ist einfach Kult und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Purpurdämmern
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91 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

magie, fantasy, monster, magie fantasy, andrea gunschera

Purpurdämmern

Andrea Gunschera
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter, 17.01.2013
ISBN 9783800057139
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Kens Heimat ist Detroit, eine Stadt mit extrem hoher Verbrechensrate. Auch sein Vater und sein älterer Bruder Pat sind nicht auf der Seite des Gesetzes und während er für den einen gegen seinen Willen oft Schmiere stehen muss, prügelt der andere gerne auf ihn und seine Mutter ein. Um ihnen zu entgehen, flüchtet er sich oft in ein altes Depot, in dem er seine Schätze aufbewahrt und abwartet, bis sich zu Hause wieder alles ein wenig beruhigt hat. Hier trifft er auch das erste Mal auf Marielle, eine Prinzessin aus einer anderen Welt, die völlig unwirklich auftaucht und wieder verschwindet und ihm dabei nur eine außergewöhnliche Blüte als Erinnerung hinterlässt.

Erst Jahre später begegnet er ihr erneut, als er sich gemeinsam mit ihrem Lehrer, dem Magier Santino, der ihm in einer bedrohlichen Situation das Leben rettet, unfreiwilligerweise auf die Suche nach ihr macht. Auf diese Weise entdeckt er das Geheimnis von parallelen Welten und von Magie und begibt sich dabei in ungeahnte Gefahren. Er genießt die Flucht aus seiner Realität und erkennt dabei Fähigkeiten an sich, die er bislang nicht für möglich gehalten hätte. Die beginnenden Gefühle für Marielle stellen sein Leben vollends auf den Kopf und gemeinsam versuchen sie nicht nur ihr Leben, sondern auch die Zukunft zu retten. Wird es ihnen gelingen?

Der im Überreuther Verlag erschienene Roman "Purpurdämmern" von Andrea Gunschera ist ein Jugendfantasyroman, der mit dichter Atmosphäre zu überzeugen weiß und ein Zeugnis des vielfältigen, schriftstellerischen Talents der Autorin ist, die sich mit diesem Buch auf für sie ungewohntes Terrain begeben hat.

Angezogen von dem wunderschönen Cover des in Leinen gehüllten Buches und einer Begeisterung für die "City of Angels"-Reihe der Autorin, fand sich das 510 Seiten starke Buch ziemlich schnell in meinem Bücherregal wieder und ist dort eine echte Augenweide.

Zum Anfang fiel es mir ein wenig schwer, in die Geschichte hineinzufinden, da ich mich nicht nur mit unheimlich vielen Informationen, Handlungen und fremdklingenden Namen konfrontiert sah, sondern zunächst parallel dazu natürlich auch versucht habe, die komplexe Welt der Protagonisten zu verstehen. Inhaltlich hatte ich ab und an das Gefühl ein wenig in den High Fantasy-Bereich abzudriften und die actiongeladene Handlung in der ersten Hälfte des Buches ließ mich zwischendurch gar nicht richtig zu Atem kommen. Doch der flüssige Schreibstil der Autorin trieb mich stetig voran, so dass ich mich spätestens ab der zweiten Hälfte des Buches gefesselt fühlte und die Lektüre auch nicht mehr unterbrechen mochte.

Auch zu den Charakteren habe ich erst allmählich Zugang gefunden, aber besonders Ken war mir ausgesprochen sympathisch, so dass ich sein Schicksal mit Bangen verfolgt habe. Aufgewachsen in einem sogenannten schwierigen Elternhaus, in dem der Vater regelmäßig alle anderen windelweich prügelt, der ältere Bruder zu dessen Kopie mutiert und vor Verbrechen keinen Halt macht, und die Mutter sich scheinbar regelmäßig in eine Fantasiewelt flüchtet, hat es Ken im Alltag nicht leicht. Seine Mitmenschen haben ihn bereits als Kind in die ihm zugedachte Schublade gestopft und insbesondere in der Schule hat er es sehr schwer. Als angeblicher "bad boy" stellt ihm Julie, die High School Queen und Zicke vom Dienst, vergeblich nach und die Direktorin möchte ihn lieber heute als morgen von der Schule werfen. Einzig ein Lehrer glaubt an Ken und bereitet ihn auf ein mögiches Stipendium am College vor. Ein Verbrechen seines Bruders und eine fiese Falschaussage von Julie drohen seine Bemühungen zunichte zu machen, als sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten in fremden Welten für Ken auftun.

Marielle ist die Tochter und Erbin des Königs von Tír na Mórí und soll aufgrund von Rissen im Gewebe ihrer Welt zeitnah mit Newan, dem Enkel der Königin von Tír na Avalâín vermählt werden. Ein gemeinsamer Erbe der beiden Licht- und Nebel-Fayeí gilt als einziges Mittel zur Rettung ihrer Welt. Doch Marielle ist jung, ungestüm und gewöhnt ihren kleinen Kopf durchzusetzen und büxt ohne Berücksichtigung der Folgen aus. Hier kommt ihr ihr ungewöhnliches Talent zu Hilfe, mit dem sie Tore in fremde Welten errichten kann. Auf diese Weise landet sie auch in Kens Welt. Doch ihr Lehrer Santino ist ihr bereits auf den Fersen. Leider hat es Marielle noch nicht gelernt, Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen und zu versuchen, hinter deren Beweggründe und Gefühle zu schauen. Das lässt sie zwar unterhaltsam, aber leider nicht so sympathisch erscheinen, wie ich es mir für sie erhofft habe. Doch Ansätze einer Entwicklung ihres Charakters sind durchaus spürbar und diesbezüglich hoffe ich sehr auf eine Fortsetzung der Geschichte.

Besonders gut gefallen hat mir auch die vorwitzige und besserwisserische Purpurkatze "Nessa", die Marielle beratend zur Seite steht. Sie kann sich in Gedanken mit den Menschen unterhalten und steuert immer wieder einmal bissige Kommentare bei, die die Handlung angenehm auflockerten.

"Purpurdämmern" ist ein atmosphärisch dicht geschriebener Jugendfantasyroman, der vor allem in der zweiten Hälfte spannend und fesselnd ist. Die Geschichte profitiert nicht nur von dem sicheren und gekonnten Schreibstil der Autorin, sondern auch von der phantasiegeladenen Handlung, die von gut umgesetztem Ideenreichtum nur so strotzte. Wer als Leser seichte Jugendfantasy mit 0815-Handlung erwartet, sollte sich jedoch lieber nach einem anderen Buch umsehen, denn mit "Purpurdämmern" erwartet einen eine anspruchsvolle Geschichte, die die volle Konzentration ihres Lesers erfordert. Wer hierzu bereit ist, wird mit einer phantastischen Welt belohnt werden, deren Fesseln man sich nicht so leicht entziehen kann. Das Ende ist zum Glück kein böser Cliffhanger, hat aber trotzdem ganz viel Potential für eine Fortsetzung. Ich wäre auf jeden Fall gerne wieder dabei.

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Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit
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516 Bibliotheken, 19 Leser, 12 Gruppen, 99 Rezensionen

dystopie, liebe, fraktionen, tris, ferox

Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 10.12.2012
ISBN 9783570161562
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Tris und Tobias sind mit einigen Flüchtlingen bei den Amite angekommen, doch schnell wird klar, dass sie hier nicht lange bleiben können. Tris ist emotional sehr angeschlagen. Nicht nur ihre Eltern sind tot, sondern sie war auch gezwungen Will, einen ihrer Freunde, der in der Simulation gefangen war und mit seiner Waffe auf sie angelegt hatte, zu töten. Es fällt Tris sehr schwer mit diesen Erlebnissen umzugehen, zumal sie nicht in der Lage scheint, sich irgendjemanden anzuvertrauen. Gleichzeitig beginnt die verzweifelte Suche nach Verbündeten und nach den Gründen des Angriffs der Ken.
Neue und auch altbekannte Akteure treten auf den Plan und sorgen für Überraschungen und man erfährt endlich mehr über die einzelnen Fraktionen, deren Leben und Motivationen. Auch Tobias scheint Geheimnisse vor Tris zu haben und so steht ihre Beziehung immer mehr auf wackeligen Füßen, zumal ihre Auffassungen über die Pläne der Zukunft stetig auseinanderdriften. Wird ihre Beziehung diesen Belastungen standhalten? Und was ist der wahre Grund für den Angriff der Ken?

Den ersten Band der dystopischen Reihe von Veronica Roth habe ich förmlich verschlungen. Viel zu schnell war er zu Ende, umso glücklicher war ich, dass ich endlich den zweiten Teil lesen durfte.
Ich mag den Schreibstil der Autorin unheimlich gern und finde, dass insbesondere die Ich-Erzählung im Präsens aus der Sicht von Tris die Spannung noch zusätzlich anheizt und auch eine besondere Verbundenheit mit der Protagonistin schafft.

Gut gefällt mir auch, dass der zweite Band da weitermacht, wo der erste aufgehört hat. Ich habe mich beim Lesen gefesselt gefühlt und mit Tris gemeinsam eine schwere Zeit durchgestanden. Denn Tris ist sehr angeschlagen. Sie gibt sich die Schuld am Tod von Will und auch der Verlust ihrer Eltern nagt sehr an ihr. Sie wird zusehends labiler und scheint die Gefahr und das Risko förmlich zu suchen. Dabei fällt es Tobias immer schwerer, mit ihrem veränderten Verhalten umzugehen. Er spürt, dass Tris ihm etwas verheimlicht und abzurutschen droht. Aber auch er verschließt sich zum Teil vor ihr und dieses zwangsläufig gegenseitig geschürte Misstrauen droht die beiden für immer auseinanderzubringen.

Auch das Vertrauen zu ihren anderen Weggefährten steht auf wackeligen Füßen und nicht nur einmal überraschen Beteiligte mit ihren Handlungen und Entscheidungen. Es fällt immer schwerer Freund und Feind auseinanderzuhalten bis es fast gänzlich unklar wird, welche Ziele der einzelne verfolgt. Es kommt zu herben Verlusten und Menschen werden getötet, einzig aufgrund ihrer Fraktionszugehörigkeit. Jede Fraktion sieht sich im Recht und scheint das Handeln im Wohl aller für sich gepachtet zu haben, so dass ein Krieg unausweichlich zu sein scheint.

Band eins der dystopischen Reihe war einfach ein Knaller und konnte mich fesseln von Anfang bis zum Ende und hat meine Erwartungen an den Nachfolger sehr hochgeschraubt. Dem zweiten Teil ist es gelungen, an dieser Stelle nahtlos anzuknüpfen, jedoch fand ich hier das ständige Hin und Her von Tris und Tobias ein wenig ermüdend. Beide sind viel zu lange emotional gesehen auf sich allein gestellt gewesen und so fällt es ihnen schwer, sich dem anderen vollständig zu öffnen. Misstrauen kommt auf und Alleingänge sind die Folge, aber insbesondere Tris hat hier meiner Meinung nach den Bogen ein wenig überspannt. Doch es ist ihr zu verzeihen, denn man sollte ihr zartes Alter und die furchtbaren Dinge, die sie erlebt hat, nicht völlig unberücksichtigt lassen, gleichwohl es bei ihren mutigen Taten oftmals in Vergessenheit gerät.

Nichtsdestotrotz ist der im cbt Verlag erschienene Roman "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" ein sehr gelungener und sehr spannender zweiter Teil, dessen Handlung in einem atemberaubenden Tempo mit mir dahinfliesst und, dessen zumindest teilweise überraschendes Ende mich glücklicherweise wieder ein wenig mit den kleinen Unstimmigkeiten, die auch vielleicht meinen extrem hohen Erwartungen entspringen, versöhnt hat. Und nun warte ich ganz gespannt auf das Erscheinen des finalen Bandes, denn nach diesem Ende muss ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.

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Eve & Caleb - Wo Licht war
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174 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 34 Rezensionen

dystopie, eve, caleb, seuche, könig

Eve & Caleb - Wo Licht war

Anna Carey , Claudia Max
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Loewe Verlag, 16.01.2013
ISBN 9783785571033
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Nach einer großen Katastrophe, die die meisten Menschen getötet hat, wächst Eve zusammen mit vielen anderen Mädchen, die auch keine Familie mehr haben, in einem Wohnheim auf, wo sie unterrichtet und versorgt werden. Die Welt außerhalb kennen sie nicht, denn sie ist gefährlich und bisher hat sich auch noch kein Mädchen aus dem Bereich der Schutzmauern herausgewagt. Bis zur zwölften Klasse üben sich die Mädchen in Fleiß und Gehorsam, wobei die Lehrerinnen ein besonderes Augenmerk auf die körperliche Gesundheit der jungen Frauen haben. Nach der Schulzeit dürfen sie zu einem entfernt und durch einen See getrennt liegenden Wohnheim wechseln, in dem die älteren Mädchen ihre Berufe lernen, bevor sie in die Stadt des Königs entlassen werden. Eve steht kurz vor dem Abschluss und träumt wie die anderen Mädchen von ihrer Zukunft. Sie ist die beste Schülerin ihres Jahrgangs und darf am nächsten Tag die Abschlussrede halten.

Als Eve jedoch Arden, ein eher unangepasstes Mädchen, dass sich durch ihr Verhalten und ihre Erzählungen meist selbst ausgeschlossen hat, bei ihrer Flucht überrascht, öffnet diese ihr zum ersten Mal die Augen und erzählt ihr, was tatsächlich in dem anderen Wohnheim mit ihr geschehen wird. Eve kann dies zunächst gar nicht glauben, doch der Zweifel ist gesät und so bricht sie nachts auf, um sich selbst zu überzeugen. Voller Entsetzen entdeckt sie dabei, dass alles, was Arden gesagt hat, stimmt. Die älteren Mädchen liegen in einem großen Saal an Feldbetten gefesselt und die meisten sind hochschwanger! Sie sollen mehr oder weniger am Fließband Nachkommen produzieren, damit die Bevölkerungsanzahl wieder wächst! Eve ist völlig entsetzt, eilt panisch zurück zu ihrem Schlafsaal und beabsichtigt ebenfalls die sofortige Flucht gemeinsam mit ihrer besten Freundin. Doch ehe sie diese wecken kann, wird sie von einer der Lehrerinnen erwischt, die ihr - und nur ihr - die Flucht ermöglichen will. Doch kann sie ihr wirklich vertrauen? Und muss sie sich dort draußen - so wie man es ihr beigebracht hat - wirklich vor wilden Tieren und Männern fürchten? Was wird sie erwarten?

"Eve und Caleb - Wo Licht war" ist der Auftakt einer neuen dystopischen Reihe von Anna Carey und ist im Loewe Verlag erschienen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Eve erzählt, die bisher mit ihrem Leben eigentlich sehr zufrieden war und an den Regeln und Grenzen, die sie umgeben, nicht gezweifelt hat. Doch ihr Weltbild stürzt sehr schnell zusammen, als sie sich vergewissert, dass das, was Arden erzählt hat, auch tatsächlich der Wahrheit entspricht. Ich konnte ihr Grauen förmlich spüren, das sie beim Anblick der gefesselten, älteren Mädchen erfasst hat. Und der Gedanke mein Dasein nur als eingesperrtes Zuchtvieh fristen zu müssen, hat auch mich sehr verstört. Anna Carey hat es hier mit wenigen Worten geschafft, mich zu berühren und damit gleich zum Anfang eine Verbindung zu Eve aufzubauen.

Leider war die Autorin aber nicht in der Lage dies zu halten. Im weiteren Verlauf der Geschichte hätte ich mir mehr Entwicklung für Eves Charakter gewünscht, die zu Beginn als sehr intelligentes und einfühlsames Mädchen beschrieben wird. Verständlicherweise ist es für Eve nicht leicht, der jahrelangen Programmierung durch die Schule zu entkommen, aber gerade in dem Bereich hat die Autorin meiner Meinung nach soviel Potential verschenkt, dass ich einfach keine kontinuierliche Sympathie für Eve aufbringen konnte.

Die weiteren Charaktere des Buches bleiben nach meinem Eindruck ebenfalls eher oberflächlich und einige verschwinden leider viel zu schnell von der Leseoberfläche. Lediglich Arden mit ihren Ecken und Kanten konnte mich überzeugen. Nichtsdestotrotz finde ich die Idee hinter der Dystopie sehr interessant und bin auch neugierig darauf, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird. "Eve und Caleb - Wo Licht war" ist ein interessanter Beginn einer Dystopie, der mich bisher noch nicht so ganz überzeugen konnte, aber durchaus eine Menge Potential hat, so dass ich die Fortsetzung gespannt erwarte.

3,5 von 5 Sternen

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SERAFINA - Das Königreich der Drachen
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(117)

228 Bibliotheken, 3 Leser, 8 Gruppen, 87 Rezensionen

drachen, fantasy, serafina, liebe, musik

SERAFINA - Das Königreich der Drachen

Rachel Hartman , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbj, 19.11.2012
ISBN 9783570152690
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Bereits Serafinas Geburt in einer Welt, in der es nicht nur Menschen, sondern auch Drachen gibt, ist ein außergewöhnliches Ereignis. Sie selbst ist etwas Besonderes, doch hat sie im Laufe ihres Lebens gelernt, diesen Aspekt ihrer Persönlichkeit vor anderen Menschen oder Drachen zu verbergen. Aufgewachsen bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter war ihr der meiste Außenkontakt untersagt. Lediglich Orma, ein Drache und ihr Lehrer leistete ihr Gesellschaft, doch Drachen, auch wenn sie als Mensch getarnt unter ihnen leben, sind die Gefühle der Menschen fremd und so war und ist Serafina oft einsam. Gegen den Willen ihres Vaters nimmt sie deswegen eine Stelle als Assistentin des Hofkomponisten an. Bei der Beerdigung des Prinzen Rufus, der kurz vor der Verlängerung des 40-jährigen Friedensvertrags zwischen Drachen und Menschen ermordet worden ist, kommt es krankheitsbedingt zu personellen Ausfällen und so ist es nun an Serafina, die heilige Anrufung des Eustach mit einer Flöte auf der Beerdigung zu vertonen.

Während des Einsatzes von Serafina spüren alle Anwesenden ihr besonderes musikalisches Talent und sind zutiefst bewegt von ihrem Flötenspiel. Doch leider zieht sie damit auch die Aufmerksamkeit aller auf sich, obwohl sie nichts mehr vermeiden will als das. Denn Serafina ist das Kind einer Verbindung von Mensch und Drache. Etwas oder jemand, der eigentlich gar nicht sein darf und von beiden Spezies bestenfalls verachtet würde. Als sie nach der Totenmesse außerhalb der Kathedrale auf ihren Lehrer Orma trifft, werden beide Zeugen eines brutalen Angriffs von Menschen auf einen jungen Drachen. Bei den nachfolgenden Ermittlungen zu diesem Attentat wird Prinz Lucian, der die Nachforschungen leitet, auf Serafina aufmerksam. Während sich der Angriff nur als Test der Drachen herausstellt, fällt die Aufmerksamkeit von Hauptmann Lucian Kiggs auf Serafina. Kiggs ist nicht nur ausgeprochen attraktiv und intelligent, sondern auch der Leiter der Ermittlungen im Todesfall von Prinz Rufus, der erkennt, wie wichtig Serafinas Wissen über Drachen und ihre Klugheit für ihn sein könnte. Oder hat er noch andere Gründe ihre Nähe zu suchen? Serafinas Geheimnis scheint zunehmend gefährdet.

Das Buch hat mich schlicht und einfach begeistert. Ich liebe Romane, die von Drachen handeln und besonders der Erzählstil hat mich voll und ganz gefesselt. Serafina ist ein sehr sympathischer Charakter, der trotz seiner Besonderheit gelernt hat, sich dezent im Hintergrund zu halten und um keinen Preis aufzufallen. Im Gegenteil lebt sie in ständiger Angst davor, dass ihr wahres Wesen von den Menschen oder den Drachen entdeckt wird. In dieser Welt versuchen beide Spezies in friedlicher Koexistenz zu leben, doch eigentlich sind hier die Menschen nur vom guten Willen der Drachen abhängig. Denn diese sind den Menschen nicht nur geistig, sondern auch körperlich überlegen. Sie sind sogar in der Lage menschliche Gestalt anzunehmen und technologisch scheinen sie eindeutig weiter entwickelt zu sein. Die Verlängerung des Friedensvertrages steht an und das Timing von Prinz Rufus Ermordung könnte nicht schlechter sein, da ihm nach Drachenmanier der Kopf abgetrennt worden ist. Doch wer ist hier der Mörder? Ein Drache, der es nicht erträgt gleichberechtigt mit den Menschen trotz seiner Überlegenheit zu leben und den Friedensvertrag so gefährden will? Oder ein Mensch mit gleichem Ziel, der es so aussehen lassen hat, als hätte ein verhasster Drache die Tat begangen?

Doch die Identität des Mörders scheint nicht das einzige Geheimnis zu sein. Sowohl Serafina, als auch ihrem Lehrer Orma ist nicht klar, welche Fähigkeiten sie selbst besitzt. Gequält von visionären Anfällen ist ihre einzige Stütze ein kompliziertes Gedankengerüst, dessen Pflege die geistige Gesundheit Serafinas aufrechterhält. Dieses Gedankengerüst ist bewohnt von diversen mysteriösen Personen, denen Serafina täglich ihre Aufmerksamkeit widmen muss, da deren Zufriedenheit auch ihr Wohlbefinden beeinflusst. Aber plötzlich erscheinen ihr ihre Fantasiegefährten auch in der Realität! Gibt es all diese Individuen wirklich? Und was machen sie in Serafinas Kopf?

Das im cbj-Verlag erschienene Buch "Serafina - Im Königreich der Drachen" ist ein spannender Jugendfantasyroman, der sich vor allem durch seine sorgsam und lebendig herausgearbeiteten Charaktere hervortut. Besonders ihrer Ich-Erzählerin Serafina gibt die Autorin Rachel Hartman eine sehr anschaulichen Erzählton. Man spürt beim Lesen die große Last, die sie mit sich herumträgt und gleichzeitig die winzig aufkeimende Hoffnung, dass auch ihr vielleicht ein wenig Glück zuteil werden könnte. Ich habe mit Serafina mitgelitten und gehofft und bin gemeinsam mit ihr in eine neue, faszinierende Welt eingetaucht, die mich durch und durch gefesselt hat und, von der ich unbedingt noch viel mehr lesen möchte.

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Asche und Phönix, inkl. E-Book
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421 Bibliotheken, 14 Leser, 5 Gruppen, 88 Rezensionen

ruhm, fantasy, frankreich, ash, kai meyer

Asche und Phönix, inkl. E-Book

Kai Meyer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.11.2012
ISBN 9783551582911
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:

Parker Cale hat in jungen Jahren bereits zumindest nach außen hin ein fantastisches Leben. Er ist einer der angesagtesten Schauspieler, die es zur Zeit gibt und mit seiner Rolle in einem Fantasy-Mehrteiler als Phoenix Hawthorne so beliebt, dass die Fans fast alles für ihn tun würden. Zudem ist sein Vater nicht nur der Besitzer der Filmstudios, die seine Filme produzieren, sondern es gehört ihm auch eine weltweite Konzerngruppe.

Doch plötzlich und völlig unerwartet sagt er sich bei einem Interview sowohl von seiner Rolle, als auch von seinem Vater los. Anschließend flüchtet er förmlich in sein Hotelzimmer und trifft hier zufällig auf die Aushilfe Ash, die sich gerade an seinem Besitz bedienen wollte. Die beiden treffen ein Abkommen und verlassen gemeinsam unbemerkt das Hotel und begeben sich auf Umwegen nach Frankreich. Zu diesem Zeitpunkt ahnt Parker noch nicht einmal, dass sein Bruch mit seinem Vater noch ungeahnte Folgen für ihn haben wird. Denn Royden Cale ist nicht nur zufällig ein erfolgreicher Mann, sondern verdankt dies dem Pakt mit einem Dämon, dessen Zorn er bereits vor ziemlich langer Zeit auf sich gezogen hat. Parkers öffentliche Lossagung von ihm setzt dabei eine Kette von Ereignissen in Gang, die die Cales zu verschlingen drohen. Wird es Parker gelingen, heil aus dieser Sache wieder herauszukommen?

Ein neues Buch von Kai Meyer! Als Fan der Arkadien-Reihe konnte ich hier einfach nicht nein sagen. Doch für "Asche und Phoenix" braucht man eigentlich kein Fan zu sein, denn das Buch ist nicht nur superspannend, sondern auch sehr überzeugend. Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr flüssig und die Beschreibungen im Buch sind so realistisch, dass die gute Recherche dahinter sichtlich zu spüren ist. Die realistische Handlung verschmilzt geradezu mit den fantastischen Aspekten des Buches und vermittelt mir das Gefühl, dass selbst sie tatsächlich real sein könnten.

Die beiden Hauptcharaktere Parker und Ash sind beide zunächst etwas spröde und emotional verkorkst. Als die beiden zufällig aufeinandertreffen und beschließen, zunächst einen Teil ihres Weges gemeinsam zu gehen, war es sehr schön mitzuerleben, wie Parker und Ash sich ganz langsam dem jeweils anderen ein wenig geöffnet und peu à peu anvertraut haben. Die zarten Bande, die sich zwischen den beiden im Laufe der Geschichte bilden, sind absolut realistisch und ohne jeden Kitsch dargestellt. Sie sind mir während des Lesens immer mehr ans Herz gewachsen und ließen mich mitbangen und -hoffen auf ein gutes Ende.

Das Streben nach Macht und Ruhm ist hier ein zentrales Thema des Buches und zeigt dabei die menschlichen Schwächen auf, wie sie tagtäglich um uns herum sind. Aber auch die Stärken kommen hier nicht zu kurz und so darf man als Leser an der wachsenden Stärke der Protagonisten, insbesondere der von Ash, teilhaben, die zum Glück nicht nur von Bösewichten und Dämonen umgeben sind. Dabei habe ich ganz besonders den Charakter Godfrey liebgewonnen, der es schafft, direkt in die Herzen seiner Mitmenschen zu sehen.

Der im Carlsen Verlag erschienene Roman "Asche und Phoenix" von Kai Meyer ist ein spannender Jugendroman mit Fantasyaspekten, der mich kontinuierlich gefesselt hat. Die Handlung hat mich in ihren Bann gezogen und erschien mir so realistisch und tatsächlich möglich, dass inbesondere eine gut plazierte Szene am Ende der Geschichte mich vielleicht doch demnächst dazu veranlasst, mir meine Mitmenschen in Zukunft ein wenig genauer anzuschauen, denn wer weiss schon, was alles tatsächlich in dieser Welt geschieht? Haben wir nicht irgendwie alle unsere Dämonen?

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Angelfire - Auf den Schwingen des Bösen
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49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

engel, lilith, reaper, liebe, erzengel

Angelfire - Auf den Schwingen des Bösen

Courtney Allison Moulton , Inge Wehrmann
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 17.12.2012
ISBN 9783442478538
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Ellies Kampf gegen die Dämonen geht weiter. Ihr weiterhin treu zur Seite steht ihr Beschützer und engelhafte Reaper Will, der sie seit vielen hundert Jahren durch zahlreiche Reinkarnationen und Kämpfe begleitet und es scheint, als wären die beiden noch lange nicht am Ziel. Denn der dämonische Bastian holt erneut zum Schlag aus und tatsächlich ist es ihm gelungen, den Enshi zu bergen. Aus irgendeinem Grund scheint die Preliatin Ellie wichtig zur Erreichung seines Ziels zu sein und so findet sich diese erneut in zahlreichen Kämpfen gegen das Böse wieder.

Zum Glück kann sie nicht nur auf Will und Nathaniel zählen, sondern auch auf weitere Freunde, die ihre Truppe verstärken. Außerdem ist da auch noch Cadan, der Ellie immer neue Rätsel aufgibt. Können dämonische Reaper ihre Bestimmung ändern? Oder stellt er ihr nur eine Falle?

Meine Meinung:

Der im Goldmann Verlag erschienene Roman "Angelfire - Auf den Schwingen des Bösen" von Courtney Allison Moulton ist der zweite Band der Reihe und knüpft direkt an den Vorgänger an. Gleich zu Beginn wird der Leser in eine actionreiche Szene hineingeworfen und ist sofort wieder Teil der spannenden Handlung.

Ellies Leben ist nicht einfacher geworden. Noch immer kann sie nicht auf ihre komplette Erinnerung zurückgreifen; gleichzeitig entdeckt sie neue Fähigkeiten an sich. Die Kämpfe werden häufiger und härter und es verlangt ihr oft alles ab, um gegen das Böse standzuhalten. Da sie mit jeder Reinkarnation menschlicher geworden ist, sieht sie sich zudem auch noch mit den Bedürfnissen eines Teenagers konfrontiert. Die Heimlichkeiten gegenüber ihrer Familie und ihren Freunden belasten sie sehr und auch, dass sie viel zu wenig Zeit mit ihnen verbringen kann. Doch ihre Pflichten als Erzengel Gabriel sind hart, die Beziehung zu Will scheint endgültig auf den Ist-Zustand eingefroren zu sein und so gibt es immer wieder Momente, in denen Ellie ausbricht und nur allzu menschlich reagiert.

Ellies Gegner werden in diesem Band viel mehr konkretisiert. So entdeckt sie nicht nur neue Arten des Bösen, sondern erhält nunmehr auch Einblick in seine weiteren Absichten. Auch Bastian erhält hier viel mehr Konturen, was mir sehr gut gefallen hat. Doch immer scheinen ihr ihre Gegner einen Schritt voraus zu sein und sie in die Defensive zu drängen und es bleibt Ellie und Will nur übrig zu reagieren. Aufgrund des unerwarteten Endes dieses Bandes hoffe ich jedoch, dass sich dies im finalen Buch ändern wird und Ellie dann komplett zeigen kann, was in ihr steckt.

Fazit:

"Angelfire - Auf den Schwingen des Bösen" ist der spannende zweite Teil einer Urban Fantasy-Reihe, die noch actiongeladener als der Vorgängerband ist. Die sympathischen Charaktere und die ausgewogene Mischung aus Spannung, Romantik, Action und Fantasy hat mich erneut überzeugt und ich bin schon sehr neugierig auf das Finale der Reihe.

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