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Meeresschatten
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(29)

123 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 23 Rezensionen

liebe, meer, wasserwesen, silver glen, england

Meeresschatten

Leonie Jockusch
Fester Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 15.10.2012
ISBN 9783862651825
Genre: Kinder-/Jugendbuch

Rezension:

Als ihre Familie beruflich von Hamburg nach London geht, entscheidet sich Johanna, genannt Jo, zwar für ein Leben in England, aber gegen die Großstadt. Sie kommt in der Küstenstadt Silver Glen bei Freunden der Familie unter. Hierhin fahren sie alle bereits seit vielen Jahren regelmäßig in Urlaub und der kleine Ort ist Jo zu einer zweiten Heimat geworden. Sie geht auf die örtliche Schule und hat dort in Kate und Ellen bereits zwei wirklich gute Freundinnen gefunden. Während eines Badeausflugs entdeckt Jo plötzlich einen jungen Mann, der in unheimlicher Höhe an der unzugänglichen Felsküste klettert. Doch als sie ihn ihren Freundinnen zeigen will, ist er verschwunden. In der Annahme, dass er gefallen ist, macht sich Jo auf die verzweifelte Suche nach ihm, aber wird dabei nicht fündig. Wer ist der geheimnisvolle Mann und wo ist er hin?

Einige Zeit später sieht sie den mysteriösen Fremden wieder, doch immer noch gibt er sich nicht zu erkennen. Als Jo nicht von der Suche nach ihm ablässt, lauert er ihr auf und warnt sie eindringlich, sich von den Klippen fernzuhalten. Jo ist völlig verwirrt, denn gleichzeitig geschehen weitere unerklärliche Dinge in ihrer Umgebung. Als sie einem davon auf den Grund gehen will und dabei ziemlich weit herausschwimmt, droht sie zu ertrinken und wird im letzten Moment von ihrem mysteriösen Fremden gerettet. Von da an eröffnet sich für Jo eine völlig neue und faszinierende Welt. Verzweifelt versucht sie Geheimnisse zu lüften und Leben zu retten, doch nicht immer ist alles so, wie es scheint. Wird es Jo gelingen? Und was ist mit ihrem Retter, dessen wunderschöne Augen ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen?

Der im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag erschienene Roman "Meeresschatten" von Leonie Jockusch ist optisch ein echter Hingucker. Der Einband des stabil gebundenen Buches ist wundervoll samtig und fasst sich sehr schön an. Das Cover ziert eine junge Frau, eingerahmt mit dezenten Ornamenten. Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Meeresbildern unterbrochen und ein schönes Lesebändchen in genau der richtigen Stärke rundet diesen wahren Augenschmaus ab. Dies ist bereits mein zweites Buch dieses Verlags, das so faszinierend gestaltet ist und ich bin wirklich versucht, die Bücher in den Kultstatus eines Sammelobjekts zu erheben. Hier hat sich jemand unheimlich viel Mühe gegeben bei der optischen Gestaltung und sich meiner Meinung nach dabei selbst übertroffen. Zudem sind die Bücher auch noch sehr hochwertig verarbeitet, so dass man sie - im Gegensatz zu manchen anderen - nicht ungewollt rundliest und so sind sie auch nach Beendigung der Lektüre ein echter Eyecatcher in meinem Bücherregal.

Doch das Buch ist nicht nur optisch ein absoluter Gewinn, sondern auch vom Leseinhalt. "Meeresschatten" ist das Debüt der Autorin und mir gefällt die Idee, die hinter diesem Roman steckt. Die Protagonistin Jo ist eine sympathische und auch sehr neugierige Heldin. Das Mysterium des plötzlich verschwundenen Fremden in den Klippen lässt sie nicht in Ruhe und muss unbedingt von ihr gelöst werden. Dieser Mann zieht sie förmlich magisch an und das umso mehr, da sie zunächst nie in der Lage scheint, sein Gesicht zu erkennen. Doch auch Drohungen und sogar Einbrüche schrecken sie nicht ab, die Geheimnisse zu klären. Mutig folgt sie anfangs ihre Neugier, später ihrer Hilfsbereitschaft und aufkommenden Liebe. Die Geschichte wird zudem auch aus Jos Sicht erzählt, so dass man Anteil an ihren Emotionen hat und ihre Reaktionen begleiten und nachvollziehen kann. Sehr positiv fand ich auch, dass sie dabei nicht in die doch leider oft typische Daueranhimmelei des Objekts ihrer Begierde verfällt, sondern auch noch von ihrem Verstand Gebrauch macht, was sie angenehm realistisch ´rüberkommen lässt.

Jos geheimnisvoller Fremder scheint zunächst etwas schwierig und nicht leicht einzuschätzen. Doch im Laufe der Geschichte erkennt man, dass er hierfür hinreichende Gründe hat und kann auch ihn schnell ins Herz schließen. Zudem ist die Liebesgeschichte nur ein Teilaspekt der Handlung und wird von einigen Geheimnissen, die es zu lösen gilt, sehr schön ergänzt. Nicht jeder ist in Silver Glen die Person, die sie vorgibt und so enthält das Buch einige überraschende und spannende Enthüllungen.

Die Beschreibungen der englischen Küste waren so detailliert, dass man beim Lesen nicht nur feststellen konnte, wie sehr der Autorin diese Landschaft am Herzen liegt, sondern sich auch gleich selbst dorthin gewünscht hat. "Meeresschatten" hat mir, mit seinem anfänglich noch etwas ungewohnt lockeren Schreibstil, sehr gut gefallen und mich dabei nach wenigen Seiten bereits in seinen Bann gezogen. Ich würde mich freuen, wenn es zu dem Roman eine Fortsetzung geben würde.

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Novembermond
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(16)

63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

vampire, fantasy, dämonen, berlin, psychiatrie

Novembermond

Linda K. Heyden
Buch: 226 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.11.2012
ISBN 9783864430916
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Ellen ist Psychologin und ein Workaholic. Nach einigen beziehungstechnischen Rückschlägen hat sie sich ganz in ihre Arbeit vergraben. Und auch heute abend widmet sie sich wieder einem speziellen Fall, bei dem sie um ihre Meinung gebeten worden ist. Christian, ein junger Mann, wurde eingeliefert, weil er an Wahnvorstellungen leidet. Er ist fest davon überzeugt, von einem Dämon besessen zu sein. Merkwürdigerweise ist er nicht der erste, der in der letzten Zeit mit diesen Symptomen eingeliefert worden ist. Unerklärbarerweise sind die anderen bisher immer nach wenigen Tagen gestorben. Doch Ellen gelingt es, kurzzeitig zu dem Patienten durchzukommen und erhält von ihm einige Hinweise, wen sie für ihn benachrichtigen soll.

Auf diese Weise stößt sie auf Julian und seine Wachschutzfirma Nacht-Patrouille. Sie ist fasziniert von diesem Mann, den eine mächtige Aura umgibt und, dessen Anblick ihr einen kalten Schauer den Rücken hinunterlaufen lässt. Sie fühlt sich gleichzeitig von ihm angezogen und abgestoßen und ist überzeugt, noch nie vorher einen so arroganten und herrischen Mann begegnet zu sein. Gemeinsam fahren sie zurück zur Klinik, wo Julian Christian wundersamerweise in einer mysteriösen Aktion heilt. Ellens Neugier ist geweckt und sie versucht, mehr über Julian zu erfahren. Auch er scheint Interesse an ihr zu haben, doch sein ständig wechselndes Verhalten stürzt Ellen in ein reines Gefühlschaos. Als sie begreift, wer der Mann ist, der es ihr so sehr angetan ist, ist sie bereits tief in seine Welt verstrickt und hat sich damit einer unmittelbar drohenden Gefahr ausgesetzt, denn es gibt eine unerklärte Mordserie in der Stadt und auch übernatürliche Kräfte sind darin verwickelt. Gibt es eine Zukunft für die beiden? Und was ist mit den seltsamen Morden?

"Novembermond" ist das Debüt von Linda K. Heyden und wieder einmal beweist der Sieben Verlag ein sicheres Gespür für ausgezeichnete Urban Fantasy-Autoren. Die Handlung ist nicht nur flüssig und spannend, sondern auch wohl durchdacht und profitiert von der Vielzahl der außergewöhnlichen Charktere, die sehr detailreich und gefühlvoll skizziert worden sind.

Die Vampire in diesem Buch leben größtenteils nach einem besonderen Verhaltenskodex. Zudem umgibt sie, je nach ihrem persönlichen Entwicklungsstadium, dass sich nach der Anzahl ihrer Arkanum - ihrer Ruhephasen - bemisst, jeweils eine außergewöhnliche Magie. Zahlreiche Unternehmen dienen ihnen in der menschlichen Welt als Deckmantel, doch ihr wirklicher Auftrag ist der Kampf gegen die Dämonen. Ihr Anführer ist Julian, ein Vampir und Mann, für den stets die Verantwortung und das Wohl der anderen an erster Stelle kommen. Doch in letzter Zeit fällt es ihm immer schwerer, sich auf die für ihn wichtigen Dinge zu konzentrieren. Nicht nur die Bedrohung durch einen feindlich gesinnten Vampir und sein herausgezögertes nächstes Arkanum setzten ihm zu, sondern auch die Gefühle, die er für die energiegeladene Ellen empfindet, die er am liebsten gar nicht zulassen würde. Dieser Zwiespalt war beim Lesen sehr schön mitzuverfolgen.

Ellen selbst ist eine bewundernswerte, eigenständige Frau, die sich nach persönlichen Enttäuschungen ganz auf ihre Arbeit konzentriert. Obwohl sie nicht nur sympathisch und intelligent, sondern auch ausgesprochen hübsch ist, sieht sie sich selbst eher als langweilig und unscheinbar an. Die Aufmerksamkeit von Julian tut ihrem Selbstbewußtsein gut, doch die Angst, erneut verletzt zu werden, ist ihr ständiger Begleiter. Aber letztendlich siegen Julians Anziehungskraft und Ellens Neugier, mit der sie sich an die Aufklärung des Geheimnisses, das Julian umgibt, heranmacht. Dabei erfährt sie zudem auch mehr über ihre eigenen ungewöhnlichen Fähigkeiten. Ellens Liebe, Leidenschaft, aber auch Angst und Enttäuschung waren so anschaulich beschrieben, dass ich sie hautnah miterleben durfte und gemeinsam mit ihr auf ein gutes Ende gehofft habe.

Der in Berlin spielende Roman "Novembermond" ist ein Urban Fantasy Roman mit einer gut durchdachten Mischung aus Spannung, Action, Magie und Romantik. Ich freue mich schon auf den nächsten Band, der sich laut Auskunft der Autorin, mit einem der anderen Vampire aus Julians Gemeinschaft zentral beschäftigen wird.

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Die Prophezeiung der Seraphim
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88 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

engel, seraphim, frankreich, erzengel, flucht

Die Prophezeiung der Seraphim

Mascha Vassena
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 01.10.2012
ISBN 9783453267497
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Julie und Ruben sind Zwillinge, wachsen jedoch unwissend getrennt voneinander auf. Ihre leibliche Mutter hat sie zu ihrem Schutz gleich nach der Geburt weggeben, damit ihr Vater, der Erzengel Kronos, sie nicht findet, der sie für eine düstere Prophezeiung opfern will. Während Julie bei einem freundlichen Ehepaar in Paris aufwächst, lebt Ruben auf dem Land und kennt nur Entsagungen und körperliche Züchtigung. Als er beschließt, seinem Schicksal zu entkommen, führt ihn sein Weg 1789 nach Paris, zu den Anfängen der französischen Revolution. Hier entdeckt er, ebenso wie seine Schwester unabhängig von ihm, das erste Mal seine magischen Fähigkeiten. Doch deren Benutzung ruft ihre Feinde auf den Plan und so beginnt für die beiden eine Odyssee, bei der sie sich endlich begegnen und mehr über ihre Herkunft erfahren. Um ihren Feinden zu entkommen hilft ihnen nur die Flucht nach vorne, auf der sie von Julies Kindheitsfreund Fédéric und dem Sohn ihrer Feindin Nicolas begleitet werden, die beide sehr an Julie interessiert sind. Ihr Weg ist mit Hindernissen gepflastert und nicht immer ist klar, wem sie trauen können oder nicht. Werden Julie und Ruben sich retten können?

Mascha Vassena erzählt die Geschichte abwechselnd aus Julies und Rubens Sicht und ermöglicht dem Leser so einen tiefen Einblick in beider Gedanken- und Gefühlswelt. Während Julie, die behütet aufgewachsen ist, sich mutig ihrem Schicksal stellt, ist Ruben von heftigen Zweifeln geplagt. Aufgrund seiner entbehrungsreichen und ungeliebten Kindheit ist er viel anfälliger für die Verlockungen, die sich ihm auf seinem Weg zeigen. Und so ist es nur verständlich, dass er von ihnen immer wieder in Versuchung geführt wird. Zudem fühlt er sich von seiner Schwester und ihren Freunden nicht richtig akzeptiert, was seine Zweifel an ihrer beider Mission noch schürt.

Insbesondere der Charakter der Wächterkatze Songe, die Julie bereits ihr Leben lang begleitet und beschützt, hat mir besonders gut gefallen. Sie ist gewitzt und weise und dabei immer für eine Überraschung gut. Gleichzeitig gibt sie Julie in bestimmten Situationen immer wieder Halt. Schade finde ich nur, dass nicht auch Ruben einen tierischen Begleiter hat, zumal er ja auch sonst, im Gegensatz zu seiner Schwester, nicht vom Schicksal verwöhnt worden ist.

Die Dreiecksbeziehung von Julie, Nicolas und Fédéric ist nicht nur hinsichtlich ihres Ausgangs spannend, sondern auch wegen der sarkastischen Reibereien der beiden Jungs, sehr unterhaltsam. Es fällt Julie schwer, sich für den einen oder anderen zu entscheiden, so dass alle drei ständig durch ein Wechselbad der Gefühle gehen, dass jedoch stets dezent im Hintergrund bleibt und den Roman nicht dominiert.

Im Laufe des Romans steigt der Spannungsbogen langsam aber stetig an und überzeugt zum Ende hin durch viele actionlastige Szenen und durchaus einigen Überraschungen. Das Debüt von Mascha Vassena "Die Prophezeiung der Seraphim" ist ein spannender Jugendfantasyroman, der in sich abgeschlossen wirkt, aber trotzdem sehr viel Potential für eine Fortsetzung besitzt. Ich würde mich freuen, noch mehr von Julie, Ruben und ihren Freunden lesen zu dürfen.

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Sturmherz
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90 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

selkie, seehund, liebe, meer, legende

Sturmherz

Britta Strauß
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783931989774
Genre: Science-Fiction/Fantasy

Rezension:

Mari lebt mit ihrem Vater, dem Betreiber einer exotischen Gärtnerei, auf Westray, eine der schottischen Orkneyinseln, und liebt hier vor allem das Meer mit seiner rauen Urkraft. Bei einem ihrer Strandspaziergänge findet sie einen schwer verletzten Seehund, den sie kurzerhand mit nach Hause nimmt. Schon rechnet sie damit, dass er nicht mehr lange leben wird, da verwandelt er sich plötzlich in einen jungen Mann. Sollten die alten Legenden tatsächlich wahr sein und sie gerade einen Selkie vor sich haben? Ein Wesen, dass halb Mensch, halb Seehund ist und, dass die Menschen mit seiner Schönheit verzaubert, um ihnen dann die Seele zu rauben? Gemeinsam mit ihrem Vater versucht sie dem Selkie zu helfen, doch dieser verlässt fluchtartig das Haus und entkommt ins Meer. Fortan ist Mari getrieben von dem Wunsch ihn wiederzusehen und begibt sich immer wieder zu Plätzen, an denen sie mit seinem Erscheinen rechnet. Ihre Geduld wird auf eine lange Probe gestellt, ist aber letztendlich doch von Erfolg gekrönt. Langsam gewinnt sie das Vertrauen von Louan, der sich bereits tief in ihr Herz geschlichen hat. Auch er scheint von Mari verzaubert zu sein, doch ihr Glück währt nur kurz. Gleich von mehreren Seiten ist Louans Existenz gefährdet, denn seine Feinde schrecken vor nichts zurück. Kann es eine gemeinsame Zukunft für Mari und Louan geben?

Britta Strauss wunderschöner Schreibstil hat mich wieder einmal total verzaubert. Ihr gelingt es, wie kaum einer anderen Autorin, in ihren Büchern Gefühle zum Leser zu transportieren, so dass man sich von Anfang an mit den Charakteren verbunden fühlt und ihre Geschichte gemeinsam mit ihnen erlebt.

Und so habe ich gemeinsam mit Mari und Louan mitgefiebert und -gehofft, dass ihr Traum einer gemeinsamen Zukunft sich erfüllt, wenn er auch noch so unrealistisch erscheinen mag. Denn obwohl Louan Mari scheinbar über alles liebt, zieht ihn das Tier in ihm immer wieder hinaus in die Welt des Meeres und der Freiheit. Eine Welt, in der ihm ein Mensch nicht folgen kann und, die voller Gefahren ist.

Gut gefallen hat mir hier der Wechsel zwischen den Erzählsträngen von Mari und Louan. Man spürt beim Lesen ihre Liebe, ihre Ängste und auch ihre Verzweiflung ob der vermeintlichen Aussichtslosigkeit ihrer Situation. Bei Louans Schilderungen über sein Leben und das Schicksal der Selkie hatte ich das Geschehen so bildlich vor Auge, dass ich zeitweise gar nicht wusste, ob ich weinen oder vor Wut toben sollte. Ich war zutiefst berührt. Britta Strauss schafft es einfach immer wieder so viele Gefühle mit in einen Roman zu stecken, dass man den Eindruck hat, dass sich die Autorin hier mit ihrem kompletten Selbst verewigt und eingebracht hat.

Gleichzeitig hegt Mari immer wieder Zweifel, ob ihre eigenen Gefühle tatsächlich echt sind oder ausgelöst werden durch Louans Magie. Doch das Erscheinen der Feinde macht alles nur noch komplizierter. Diese spiegeln auf erschreckende Weise die zur Norm gewordene Grundeinstellung vieler Menschen wider. Das Streben nach Macht und Anerkennung, sowie die ausschließliche Verfolgung der höchsteigenen Wünsche ohne Blick für die Bedürfnisse und Gefühle anderer, ist meiner Meinung nach leider immer mehr auf dem Vormarsch. Doch "Sturmherz" zeigt in vielerlei Szenen auf, wohin diese Einstellung führen kann und wie schnell wir so uns und unsere Umwelt zerstören können. Auch wird hier deutlich, dass die Errungenschaften unserer modernen Technik, die auch ich in vielen Bereichen nicht missen möchte, nicht immer nur ein Segen sind, sondern auch ihren Preis fordern. Auf der anderen Seite wird einem hier die Freude an der ursprünglichen Natur wieder nähergebracht und gleichzeitig zum Nachdenken angeregt.

Das Cover des Buches hat mich gleich beim ersten Blick gefangengenommen. Seiner düsteren Atmosphäre zum Trotz spiegelt es eine Leidenschaft wider, die sehr viel über die eigentliche Geschichte aussagt.

Ich liebe Bücher mit mythologischen Hintergründen und Bücher von Britta Strauss begeistern mich ausnahmslos ebenso. "Sturmherz" ist die perfekte Kombination aus beidem, angereichert mit viel Gefühl, Spannung und Romantik. Der im Drachenmond Verlag erschienene Roman hat mich unheimlich gefesselt und bekommt von mir eine ganz klare Leseempfehlung. Ich freue mich schon auf den nächsten Roman der Autorin.

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Der siebte Kristall
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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

freundschaft, glaube, toll, lichalben, friedu

Der siebte Kristall

Wolfgang Zickler , Marc Caretta
Flexibler Einband
Erschienen bei Safeline-Media, 14.11.2011
ISBN 9783000361197
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Basti ist ein typischer Junge im angehenden Teenageralter, der im ländlichen Bereich von Dortmund mit seiner Familie auf einem Hof lebt und sich mit den Tücken des Alltags und des Heranwachsens herumschlägt. Gemeinsam mit seiner Schwester Lissy, die ihrem Bruder das Leben schwer macht und am liebsten mit ihrer Freundin Mona herumhängt, gehört es mit zu seinen Pflichten, auf dem Hof mitzuhelfen. Neben der Landwirtschaft betreiben seine Eltern Brigitte und Ludger noch einen Hofladen und geben Reitstunden. Brigittes Mutter, die von allen liebevoll Oma Mertens genannt wird, ist die gute Seele der Familie und lebt ebenfalls mit auf dem Hof.

In wenigen Tagen wird Basti 12 Jahre alt und auch die Sommerferien sind zum Glück nicht mehr fern, die er gemeinsam mit seinen besten Freunden Pepe und Flo verbringen will. Doch plötzlich passieren merkwürdige Dinge um ihn herum und Basti macht die Bekanntschaft eines alten Mannes, der ihm nach einiger Zeit verkündet, dass er der Auserwählte sei, der einzige Mensch, der in der Lage ist, die Traumwelt der Menschen noch zu retten und so zu verhindern, dass böse Dämonen die Welt beherrschen. An seinem Geburtstag soll er in der Lage sein, nach einigen Prüfungen die Traumwelt zu betreten, doch bis dahin befindet sich Basti in ständiger Gefahr. Denn die Dämonen sind nicht untätig geblieben und haben Kenntnis von Bastis Existenz und Auftrag. Sie wollen alles tun, um Bastis Bestimmung zu verhindern und scheuen sich auch nicht, ihm dafür nach seinem Leben zu trachten. Wird Basti es schaffen, die Traumwelt der Menschen und damit auch ihre Zukunft zu retten?

Der im safeline-media Verlag erschienene Roman "Der siebte Kristall" von Wolfgang Zickler ist eine gelungene Mischung aus Abenteuer, Freundschaft, Fantasy und das ganz normale Leben eins 12-jährigen Jungen. Hierbei wird insbesondere auf den Aspekt der Freundschaft, die die drei Jungen miteinander teilen, und auch auf den Glauben für das Gute und Gott eingegangen. Dabei könnten die drei Jungen unterschiedlicher nicht sein. Während Basti der liebenswerte Junge von nebenan ist, der stets hilfsbereit ist, zeichnet sich der spindeldürre Flo inbesondere durch seine hohe Intelligenz aus. Pepe ist das krasse Gegenteil von Flo, zumindest hinsichtlich der äußeren Erscheinung. Er isst für sein Leben gern und das kann man ihm auch ansehen. Alle drei verbindet eine innige und bedingslose Freundschaft. Getreu nach dem Motto der drei Musketiere kann nichts sie davon abhalten, ihren Freunden in der Not beizustehen und so wollen sie gemeinsam das fantasievoll gezeichnete Traumland retten.

Die Charaktere sind insgesamt alle wundervoll beschrieben und am liebsten hätte ich jeden einzelnen eingepackt und mit zu mir nach Hause genommen. Zum Beispiel Ludger, der kein Fettnäpfchen auslässt und stets unfreiwillig für lustige Unterhaltung sorgt oder auch Oma Mertens, die ganz genauso ist, wie man sich eine richtige Bilderbuchoma vorstellt: herzensgut, hilfsbereit und immer das Wohl ihrer Lieben im Auge.
Mein absoluter Lieblingscharakter des Romans ist jedoch die Gans Berta. Beschenkt mit einem doch eher eigenwilligen Charakter ist sie im Grunde jedoch herzensgut und stets auf das Wohl ihres Freundes Bastis bedacht. Sie versteht viel mehr als man glauben mag und rettet Basti dadurch sogar einmal das Leben.

Der flüssige Schreibstil und die detailliert und liebevoll beschriebenen Charaktere haben dafür gesorgt, dass ich "Der siebte Kristall" nicht nur genossen, sondern wirklich liebgewonnen habe. Der Autor hat nicht nur sehr viel Fantasie beim Schreiben walten lassen, sondern dabei auch Werte vermittelt, die mir in manchen Büchern für Kinder und Jugendliche oftmals fehlen. Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Respekt vor anderen Menschen, Tieren und der Natur sind nur einige davon und werden in der Geschichte sehr anschaulich beschrieben und gleichzeitig auch ganz selbstverständlich vorgelebt.

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Blanche - Die Versuchung
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(20)

40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

dämonen, liebe, paris, engel, blanche

Blanche - Die Versuchung

Jane Christo
Buch: 200 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783864431029
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Blanche und Beliar sind nun in die Dienste von Miceal eingetreten und bereits ihr erster Auftrag hat es in sich. Sie werden zu einem akuten Dämonenangriff gerufen und der findet ausgerechnet im neuen Lebensbereich von Blanches Waisenhaus statt. Angeführt wird dieser Anschlag von niemand geringerem als dem Schwarzen Gott Tchort höchstpersönlich. Die Feinde scheinen in der Überzahl und nur gemeinsam mit Beliar scheint die stets gut bewaffnete Blanche in der Lage, sich zu erwehren. Zusätzlich bekommt sie noch unerwartete Hilfe von einem Sicherheitsteam, das für das Waisenhaus zuständig ist. Ausgerechnet ihre ehemals beste Freundin aus dem Heim ist deren Anführerin, doch statt der damaligen Freundschaft ist diese nur noch von Hass gegenüber Blanche erfüllt.

Als Blanche wegen der Sicherheit der Kinder dann auch noch auf die Hilfe von Mafia-Boss Enzo zurückgreifen muss, schuldet sie diesem einen Gefallen, den sie auch unverzüglich ableisten muss. Überraschenderweise besteht dieser in der Begleitung eines neuen Geschäftspartners von Enzo, der kein Unbekannter für Blanche ist. Marcel, ihr ehemaliger Arbeitgeber aus Lausanne, bei dem sie als Türsteherin tätig war und deren gemeinsame Beziehung weit über das Arbeitsverhältnis hinausging, ist nicht nur wegen der Geschäfte nach Paris gekommen, sondern auch um den Verbleib seiner Geliebten zu klären. Doch für Blanche liegt dieses Leben gefühlte Jahrzehnte zurück. An der Fortdauer der Beziehung hat sie augenscheinlich kein Interesse, hält Beliar sie doch mächtig auf Trapp. Doch im Laufe der gemeinsam verbrachten Zeit tauchen auch die vergessenen Gefühle wieder auf und in Kombination mit der aktuellen Dämonensituation hat Blanche das Gefühl, auf einem Pulverfass zu sitzen. Was beabsichtigt Tchort mit seinem Angriff? Hat er erneut die Seiten gewechselt? Und weshalb tauchen auf einmal so viele Menschen aus ihrer Vergangenheit auf?

Bereits der erste Band der "Blanche"-Reihe von Jane Christo hat mich dermaßen in seinen Bann gezogen, und auch sein Nachfolger "Blanche-Die Versuchung" steht dem in nichts nach. Ich liebe den Schreibstil von Jane Christo, die ihrem Charakter Blanche eine herrlich scharfe Zunge verleiht. Ihre bissig-ironischen Kommentare, die teilweise auch an sie selbst gerichtet sind, sind einfach eine Wucht und haben mich den spannenden Roman oftmals mit einem fetten Grinsen im Gesicht begleiten lassen.

Blanche selber befindet sich in diesem Band an einem Punkt in ihrer Entwicklung, der sehr schwierig ist. Nach jahrelanger anerzwungener Gefühlskälte traut sie sich nicht, aus dem gewohnten Schutz auszubrechen und emotionale Verletzlichkeit zuzulassen. Ihre Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt, unter anderem auch durch das Auftauchen Ihres Ex-Lovers Marcel. Gleichzeitig ist Blanche bewußt, dass jedes zugelassene Gefühl für andere sie angreifbarer macht. Denn immer noch versucht Saetan mit Hilfe seiner Handlanger ihrer habhaft zu werden. Das Wiedersehen mit ihrer Freundin aus Kindheitstagen und deren Enthüllungen drohen Blanche vollends aus der Bahn zu werfen. Und auch Beliar kämpft mit unerwünschten Emotionen. Seine Eifersucht droht alle förmlich zu überrollen.

Der beim Sieben Verlag erschienene Roman "Blanche - Die Versuchung" von Jane Christo war durchweg spannend, rasant, fantastisch, herrlich sarkastisch und dann aber auch wieder wundervoll romantisch. Hier war wirklich alles drin, was ich von einem guten und fesselnden Buch aus dem Urban Fantasy Genre erwarte und den Suchtfaktor bekommt man sogar noch kostenlos dazu. Ich bin schlichtweg begeistert. Der letzte Teil "Die Entscheidung" erscheint voraussichtlich im April nächsten Jahres und für mich persönlich führt kein Weg daran vorbei.

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Die Wunschmaschine
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(33)

64 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

ägypten, abenteuer, wunschmaschine, jugendbuch, freundschaft

Die Wunschmaschine

Alexander Rothe
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783833901539
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Es sind Sommerferien und Tom ist mächtig stinkig, weil seine Eltern ihn erneut bei seiner diktatorischen Oma abgesetzt haben. Sein einziger Lichtblick ist der geniale und innovative Laptop, den seine Eltern ihm als Trostpflaster geschenkt haben. Auch Alex und Myriam, genannt Möhre, sind enttäuscht, weil das Geld ihrer alleinerziehenden Mutter nicht für eine Urlaubsreise reicht. Lediglich die hochintelligente Pit tangieren die Ferien irgendwie überhaupt nicht, sondern sie geht wie gewohnt auf wissenschaftliche Entdeckungstour. Der Zufall will es, dass diese vier unterschiedlichen Kinder aufeinandertreffen und eine geheimnisvolle Holztür entdecken. Nachdem ihre Abenteuerlust geweckt ist, folgen sie einer endlosen Treppe bis hin zu einer riesigen Fabrikhalle, wo sie die Bekanntschaft des merkwürdigen Professor Aurelius machen. Ab hier beginnt für die vier Kinder ein fantastisches Abenteuer an fernen Orten, begleitet von einem sprechenden Schiff und beschützt von einem geheimnisvollen Fremden. Eine große und verantwortungsvolle Aufgabe liegt vor ihnen. Werden sie ihre Bestimmung erfüllen können?

Der Schreibstil von Alexander Rothe ist leicht und gut zu lesen. Er verleiht seinen Protagonisten eine glaubwürdige, jugendlich-aktuelle Sprache, die weder gekünstelt noch verstellt erscheint. Eben genau so wie die Kinder von heute auch sprechen und nicht, wie ein Erwachsener denkt, dass sie reden. Gelegentlich bedient er sich einer leisen Ironie, die mir persönlich unheimlich zusagt, jedoch vielleicht von der angestrebten Zielgruppe nicht immer erfasst wird. Das dürfte dem Lesevergnügen der Kinder aber keinen Abbruch tun, sondern sollte lediglich ein Anreiz auch für ältere sein, dieses Buch zu lesen.

Die vier Kinder Tom, Alex, Möhre und Pit könnten unterschiedlicher nicht sein. Tom ist der absolute Technik-Freak, während Alex sich für die Reinkarnation von Indiana Jones hält. Er liebt Exkursionen in der Wildnis, nur wenn Wasser ins Spiel kommt, stößt er an seine Grenzen. Seine Schwester Möhre ist der Traum aller Jungs in der Schule und das ist ihr durchaus bewußt. Doch manchmal kann eine solche Beliebtheit auch zur Belastung werden. Darüber braucht sich Pit keine Sorgen zu machen. Sie ist das optische Gegenteil von Möhre, dafür aber mit einem Verstand, der seinesgleichen sucht, beglückt und nur in Begleitung ihrer altmodischen Kamera anzutreffen. Die vier erkennen schnell, dass der äußere Schein trügen kann und das ein jeder sein Päckchen mit sich herumträgt. Schnell lassen sie ihre Verschiedenheit hinter sich und gehen ihre Aufgabe als Team an.

Schön fand ich auch, die vielen lehrreichen Erklärungen im Buch, die nie aufdringlich wirkten und so ganz spielerisch neben dem Lesevergnügen auch noch Wissen vermittelt haben. Aber auch Werte wie Freundschaft, Vertrauen und Toleranz sind in dem Roman thematisiert und begleiten neben vielen humorvollen Einlagen den Leser.

Aufgepeppt wird das Buch durch herrliche Comicillustrationen aus der Feder des Autors, die seinem Buch etwas Besonderes mit Wiedererkennungswert verleihen.

Der im Baumhaus erschienene Roman "Die Wunschmaschine - Im Zeichen der grünen Sonne" ist der Auftakt einer Jugendabenteuerbuchreihe, den ich ausgesprochen spannend und unterhaltsam fand. Ihre Suche führt die Kinder im nächsten Band nach Portugal und ich bin schon sehr neugierig, wie es dort weitergeht.

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Lilith Parker und der Kuss des Todes
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(20)

43 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

halloween, banshee, bonesdale, grusel, werwölfe

Lilith Parker und der Kuss des Todes

Janine Wilk , Christopher Gibbs
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Planet Girl, 01.09.2012
ISBN 9783522502542
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Lilith Parker hat gerade erst angefangen, sich an ein Leben als Banshee in Bonesdale zu gewöhnen, da steckt sie bereits in neuen Schwierigkeiten. Nicht nur, dass sie immer noch nicht die Kontrolle über ihre Fähigkeiten hat, auch Bürgermeister Scrope, der auch der vorübergehende Vertreter der Nocturi ist, versucht ihr das Leben schwerzumachen, wo er nur kann. Und als wäre das nicht schon genug, gibt es auf einmal in der Stadt mit dem ganzjährigen Halloween-Spektakel einige mysteriöse Mordfälle, die eindeutig das Werk einer Banshee zu sein scheinen. Doch Lilith ist hier die einzige Banshee - also wie ist das möglich? Zudem muss sie sich vor dem Rat der Vier dafür verantworten, dass sie ihren Freund Matt in einer Notlage in die Geheimnisse der Stadt eingeweiht hat. Auch Scrope und Belial sind Mitglieder des Rates und so fürchtet Lilith das Schlimmste. Ihr droht die Verbannung und die Auslöschung ihres Gedächtnisses. Gemeinsam mit ihren Freunden Matt und Emma versucht Lilith herauszufinden, wer für all das verantwortlich ist.

Der tolle, lockere Schreibstil von Janine Wilk hat mich sehr schnell gefesselt, so dass es mir schwerfiel, das Buch auch nur kurzzeitig aus der Hand zu legen. Der Roman besticht, ebenso wie sein Vorgänger, durch die wundervollen Beschreibungen der kompletten Szenerie, die für mich lebendig wurde, und die liebevoll gezeichneten Charaktere, die einem schnell ans Herz wachsen.

Lilith ist für ihr Alter bereits erstaunlich tapfer. Sie hat schon einige gefährliche und traurige Erfahrungen in ihrem Leben gemacht und doch schafft sie es letztendlich unter anderem mit Hilfe ihrer Freunde, den Blick nach vorne zu richten und sich nicht unterkriegen zulassen. Und das, obwohl ihr viele das Leben schwermachen. Allen voran Bürgermeister Scrope, der aus Angst, seinen Posten zu verlieren, wild um sich schlägt und dem es dabei völlig egal zu sein scheint, dass er dabei eigentlich nur ein 13-jähriges Mädchen trifft, das lediglich in die Gemeinschaft aufgenommen werden will.

Währenddessen ist Emma schwer damit beschäftigt, ihrer hoffentlich baldigen Wandlung entgegenzufiebern. Aus Angst, ein Sucur zu sein, lässt sie sich zu einigen folgenschweren Handlungen hinreißen, die sie und ihre Freunde oftmals ziemlicher Gefahr aussetzen. Doch zum Glück stehen ihr Matt und Lilith bei und gemeinsam stellen sie sich allen Hindernissen.

Ganz besonders ans Herz gewachsen ist mir insbesondere der Dämon niederen Ranges Strychnin. Er ist der Autorin vortrefflich gelungen und nicht nur er sorgt immer wieder für die nötige Portion Humor, die dem Gesamtbild der Erzählung noch den letzten Schliff gibt.

Das Cover des Buches ist ebenso schön und liebevoll gestaltet wie sein Vorgänger und mit seinen Farben sehr eindrucksvoll anzusehen. Darauf befindet sich neben diveren Elementen aus der Erzählung auch ein magischer Lack, der auf Reibung reagiert und ein gruseliges Bild erscheinen lässt. Die tolle Grafik findet sich auch auf den einzelnen Seiten wieder und rundet das Leseerlebnis grandios ab.

Der im Planet Girl Verlag erschienene Roman "Lilith Parker und der Kuss des Todes" hat mich schlichtweg verzaubert und hielt mich auch noch nach dem Lesen lange gefangen. Janine Wilk ist es gelungen, Bonesdale beim Lesen direkt vor mir erscheinen zu lassen und ihre wundervoll beschriebenen und für mich lebendig gewordenen Charaktere haben mich durch die gesamte Geschichte begleitet. Ich bin eindeutig ein Lilith Parker-Fan und konnte nicht umhin, dieses Buch bereits während des Lesens weiterzuempfehlen. Ich bin ungeheuer gespannt auf die Fortsetzung und werde mir den für nächsten Herbst geplanten dritten Band sicherlich nicht entgehen lassen.

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Mira und die verwunschenen Kugeln
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(16)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

zauberer, mira, magie, abenteuer, drache

Mira und die verwunschenen Kugeln

Margit Ruile , Laurence Sartin
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 01.08.2012
ISBN 9783760787091
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Es ist einige Zeit vergangen seit Miras erstem Abenteuer mit ihren Zaubererfreunden Miranda und Rabeus. Schon lange wartet Mira auf Nachricht von den beiden, doch es scheint, als wären all die wundersamen Dinge der letzten Herbstferien gar nicht geschehen. Da kommt ihr der Zufall zur Hilfe und Mira darf in den Sommerferien erneut ihre Großtante Lisbeth besuchen. Jetzt, wo sie sich endlich in der Nähe ihrer Freunde befindet, dauert es auch nicht lange und die drei finden erneut zusammen. Doch die Freude ist getrübt, denn die weißen Zauberer befinden sich in großer Gefahr. Nach und nach verschwinden immer mehr von ihnen spurlos und auch Mirandas Großmutter, die Hexe Fa, ist wie vom Erdboden verschluckt!

Gemeinsam verfolgen die drei den letzten Hinweisen von Fa und nehmen mit einem alten Freund von ihr Kontakt auf. Dieser schickt die Kinder auf die Suche nach den Kugeln des Drachen, jenen magischen Kugeln, die Mira einst im Garten von Hippolyt fand. Leider sind die Kugeln gemeinsam mit ihrem damaligen Besitzer verschwunden, aber die drei Freunde geben nicht auf und nehmen die Spur der magischen Artefakte auf. Doch die schwarzen Zauberer sind ihnen stets dicht auf den Fersen und so beginnt eine rasante Jagd durch die kleine Stadt Schwarzburg. Werden die Kinder die Kugeln rechtzeitig finden? Und können sie die weißen Zauberer retten?

"Mira und die verwunschenen Kugeln" von Margit Ruile ist der zweite Band der Reihe und hat mich erneut in den Bann von Mira, Miranda und Rabeus gezogen, die sich gemeinsam auf eine gefährliche Suche begeben. Der Schreibstil der Autorin ist nahezu magisch und so flogen die Zeilen wieder viel zu schnell an mir vorbei.

Es war eine wahre Freude, die liebgewonnen Charaktere erneut auf ein Abenteuer zu begleiten. Mira ist noch immer das liebenswerte, mutige und tatkräftige Mädchen, dass mich für sich eingenommen und mich mit ihrer Geschichte verbunden hat, so dass ich aus direkter Nähe ihre Abenteuer miterleben durfte. Dies habe ich nicht zuletzt auch den detaillierten Beschreibungen zu verdanken, die das Geschehen wieder mal bildlich vor meinem geistigen Auge entstehen lassen haben. In diesem Band erfährt man zudem ein wenig mehr über die familiären Hintergründe einzelner Personen; gleichzeitig gewinnt die Freundschaft von Mira und Miranda an Tiefe und Stärke. Insbesondere das Wiedersehen mit dem wundervollen Silbermännchen und dem Zwerg aus dem Zaubergarten, der noch immer auf der Suche nach seiner geliebten Najade ist, hat mich unheimlich begeistert.

Das Cover des Buches ist ebenso wie beim Vorgängerband wunderschön und diesem auch optisch angepasst, so dass die beiden Bücher nebeneinander im Regal eine echte Augenweide sind. Der zweite Band der Mira-Reihe hat mich abermals voll und ganz gefesselt und erschien mir sogar noch spannender als der erste. Zum Schluss blieben noch einige Fragen offen und so hoffe ich gespannt auf den dritten Band, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Ich kann die Reihe nur jedem empfehlen und auch junggebliebene Erwachsene werden daran sehr viel Freude haben.

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Meeresrauschen
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(64)

156 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

elodie, meer, liebe, nix, nixe

Meeresrauschen

Patricia Schröder
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, F, 01.08.2012
ISBN 9783649603207
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Die Beziehung des Mädchens Elodie mit dem Plonx Gordian fängt gerade erst an, sich langsam zu entfalten, da wird sie erneut furchtbaren Hindernissen ausgesetzt, denn der Delfinnix Kyan und seine Freunde sind weiterhin eine Bedrohung für die Menschen auf der Insel. Er will Elodie um jeden Preis etwas antun, nur um Gordian leiden zu sehen. Fortan weicht ihr dieser nicht mehr von der Seite und macht endlich die Bekanntschaft von Elodies Großtante Grace, von der er sehr herzlich aufgenommen wird. Auch Ashton und Ruby, Elodies Freunde, sind von Gordian begeistert und inzwischen in die mystische Geschichte um Nixen und ihre Fähigkeiten eingeweiht.

Als Kyan und seine Freunde schließlich Cyril angreifen, scheint ein Krieg zwischen Hai- und Delfinnixen scheinbar unvermeidbar und als Elodie dann letztendlich ihre eigene Rolle in der Geschichte begreift, sieht sie sich gezwungen zu handeln. Wird es eine Zukunft für Gordian und Elodie geben? Und können sie einen Krieg noch verhindern?

Der im Coppenrath Verlag erschienene Roman "Meeresrauschen" von Patricia Schröder schließt sich unmittelbar an den ersten Band "Meeresflüstern" an. Diesbezüglich empfiehlt es sich übrigens die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen, da im ersten Band nicht nur viele Dinge geschehen, auf die der zweite zurückgreift, sondern auch die verschiedenen Arten von Meereslebewesen werden dort ausführlich beschrieben und sollten ein Begriff sein, wenn man sich der Lektüre des zweiten Buches widmet.

Die scheinbar unerfüllbare Liebe zwischen Elodie und Gordy ist auch in "Meeresrauschen" erneut ein Hauptbestandteil der Geschichte. Die Gefühlswelt von Elodie wird von der Autorin sehr anschaulich und bildlich beschrieben und hielt mich während des Lesens durchweg gefangen. Sie ist ein sehr emotionaler Mensch, der durch den Tod ihres Vaters schwere innere Verletzungen davongetragen hat. Die Liebe zum Plonx Gordian ist nicht nur eine Ablenkung von ihrer Trauer, sondern auch erneut eine schwere Probe für Elodie. Ständige emotionale Rückschläge hinnehmend klammert sie sich so fest an ihre Liebe, dass daneben zunächst nicht sehr viel Platz hat. Erst im Laufe der Geschichte scheint Elodie an persönlicher Stärke zu gewinnen, die sie sich hart erkämpfen muss. Ich hoffe sehr, dass sie diese Eigenständigkeit für sich bewahren kann und mit neu gewonnener Kraft für das Gute und ihre Gefühle kämpfen wird.

Währenddessen Gordian die ganze Zeit schwer hin- und hergerissen scheint zwischen seiner Liebe zu Elodie, seinem Pflichtbewußtsein und seinem Hadern an dem eigenen Schicksal. Doch der drohende Krieg zwischen den Meereslebewesen und die Bedrohung für die Menschen sorgen dafür, dass Elodie und Gordian erkennen, dass es hier um mehr geht als ihre Liebe und lässt die beiden daran wachsen.

Das Cover von "Meeresrauschen" ist genau wie das seines Vorgängers eine Wucht und überzeugt erneut nicht nur durch die schönen Farben, sondern auch durch die glitzernden Akzente. Beide Bände sind echte Hingucker in meinem Bücherregal. Auch die Titelwahl zeugt von der sich ständig aufbauenden Spannung, da sich das Flüstern des Meeres nunmehr zu einem Rauschen gesteigert hat und der Bedrohung durch einen möglichen Krieg und den zunehmenden Unterwasseraktivitäten damit Respekt zollt. Diese Steigerung macht mich sehr neugierig auf den Titel des Nachfolgers und dem zu erwartenden Geschehen und ich bin gespannt, ob meine Vermutungen in dieser Hinsicht bestätigt werden.

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Das verbotene Eden: Logan und Gwen
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(98)

265 Bibliotheken, 5 Leser, 9 Gruppen, 53 Rezensionen

dystopie, liebe, gwen, hass, jugendbuch

Das verbotene Eden: Logan und Gwen

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 03.09.2012
ISBN 9783426653258
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Seitdem ihre Lebensgefährtin Juna mit David fortgegangen ist, auf der Suche nach der sogenannten Zuflucht, ist Gwens Leben nicht mehr dasselbe. Sie ist einsam, verletzt und verzweifelt und es fällt ihr schwer, sich auf ihre anstrengende Arbeit zu konzentrieren. Dann überrascht ihre Oberin Magdalena sie plötzlich mit ihrer kurzfristig angesetzten Prüfung zur Heilerin. Doch Gwens Schmerz sitzt noch zu tief und ihre Gefühle spielen ihr bei der schwierigen Prüfung einen Streich, so dass sie zum Wohle der Patientin abbrechen muss.
Doch die Grausamkeit des Inquisitors, der ein naheliegendes Dorf der Frauen angreift und niederbrennt, sorgt dafür, dass sie sich erneut beweisen muss. Dabei zeigt sich Gwens besonderes Talent so deutlich, dass sie anschließend zur Heilerin ernannt wird. Als die Frauen ein Einsatzkommando zur Auslöschung des Inquisitors zusammenstellen, meldet sich Gwen nach einem verstörenden Gespräch mit der Hohepriesterin Arkana freiwillig als begleitende Heilerin, um sich bei dieser Mission über einiges klarzuwerden.

Logan ist der angenommene Sohn des Schmieds aus dem Clan des Steinernen Turms. Beim alljährlichen Heuert-Wettkampf schafft er es - trotz seines jungen Alters - ins Finale und trägt letztendlich dank seiner Intelligenz den Sieg davon. Er wird zum jüngsten Champion aller Zeiten gekürt und verhilft damit seinem Clanoberhaupt Alexander zu einem einjährigen Vorsitz über die Außenbezirke. Dessen Sohn Cedric scheint zunächst ganz besonders von Logan angetan zu sein, doch dessen Zuneigung bereitet Logan zunehmend Unbehagen. Als er sich auf eine gefährliche Suche nach einem geheimnisvollen Wanderer begibt, trifft er durch Zufall auf Gwen und kann ihr glücklicherweise das Leben retten. Kurzerhand nimmt er sie mit nach Hause, doch diese Entscheidung bringt ihn und Gwen erst so richtig in Gefahr. Und weshalb fühlt er sich so merkwürdig, wenn sie ihn so durchdringend anblickt? Werden sie den weiteren Gefahren trotzen können?

Der Schreibstil von Thomas Thiemeyer hat mir sehr gut gefallen. Er schreibt sehr flüssig und einfach verständlich, so dass sich die Geschichte sehr angenehm und leicht lesen lässt. Der Autor wechselt ständig zwischen den Erzählsträngen, meistens aus der Sicht von Gwen oder Logan, und verschafft seinen Lesern so einen tiefen Einblick ins Geschehen. Dabei steigt die Spannung stetig an.

Die Charaktere waren sehr sympathisch, insbesondere auch durch ihre ausführliche Beschreibung. Es war sehr schön, Gwens Wandlung und Entwicklung im Laufe der Geschichte zu begleiten. War sie zum Anfang noch sehr verstört aufgrund des Verlusts ihrer Lebensgefährtin und beladen mit mangelndem Selbstbewußtsein, hat sie sich doch später immer mehr als Kämpferin und willensstarke junge Frau entpuppt. Ihr anfänglicher und jahrelang antrainierter Hass auf die Männer hat sich durch ihr unfreiwilliges Kennenlernen von Logan und seiner Familie zu durchaus positiven Gefühlen gewandelt. Man konnte beim Lesen förmlich zusehen, wie in Gwen die Erkenntnis reift, dass ihre vormalige Einstellung auf falschen oder unzureichenden Annahmen basiert und, dass nicht jeder Mann das personifizierte Böse ist.

Und auch Logan muss lernen, dass sein ursprüngliches Weltbild einer Generalüberholung bedarf. In seiner von Männern bestimmten Welt, sind Frauen selten präsent und wenn, dann nur als Zeugnis von Reichtum und Wohlstand. Frauen werden hier wie Sklaven behandelt, die einzig zum Bedienen oder zum Austragen der Nachkommen taugen.

Auch die Nebencharaktere sind sehr schön gestaltet und bereichern die Geschichte. Gwens kleine Katze "Füchschen", die ihr ständiger Begleiter und Beschützer ist und oftmals zur Besänftigung der Gemüter beigeträgt, habe ich besonders liebgewonnen, ebenso wie Logans kleiner, stummer Bruder "Dachs", der sehr sensibel ist und dabei aber auch oft den Schalk im Nacken sitzen hat.

"Das verbotene Eden - Logan und Gwen" ist der zweite Teil der spannenden Trilogie von Thomas Thiemeyer, der mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ich bin schon sehr gespannt auf den finalen Band "Magda und Ben", der aufgrund seiner besonderen Protagonisten, sehr vielversprechend zu werden scheint. Ich hoffe jedoch auch schwer auf ein Wiedersehen mit Juna und David, Logan und Gwen und all den anderen, die Teil ihrer Welt sind.

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Der Feuerstein
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(75)

161 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 45 Rezensionen

feuerstein, prinzessin, jugendbuch, fantasy, elisa

Der Feuerstein

Rae Carson , Kirsten Borchardt
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 01.08.2012
ISBN 9783453267183
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Als kleines Kind wurde Prinzessin Elisa kurz vor ihrer Namensgebung von Gott auserwählt. Seitdem ist sie die Trägerin eines Feuersteins, der in ihrem Nabel ruht und fest mit ihrem Körper verbunden ist. Da Gott nur alle hundert Jahre jemanden auserwählt, macht das Elisa zu etwas Besonderem. So studiert sie schon von früh an die alten Schriften und Sprachen. Doch eigentlich will sie gar nicht besonders sein und würde diese Aufgabe nur zu gerne an ihre wunderschöne, ältere Schwester Alodia abgeben. Da sie stets das Gefühl hat, dass ihr ihre Schwester die Schuld am Tod der Mutter gibt und immer nur alle über sie, aber selten mit ihr sprechen, hat Elisa ihr Minderwertigkeitsgefühl stets mit vielem Essen kompensiert. Dies führte zu einer ziemlichen Leibesfülle, durch die sich Elisa obendrein noch unwürdiger fühlt. Einzig ihre Kinderfrau Aneaxi und ihre Zofe Ximena sind ihre Vertrauten. Doch auch diese erwarten von dem klugen und liebenswerten Mädchen, das so tief in seinen Selbstzweifeln verstrickt ist, große Heldentaten.

An ihrem sechzehnten Geburtstag wird Elisa Knall auf Fall mit dem gutaussehenden Alejandro, dem König des großen Nachbarreiches Joya D´Arena vermählt, um gleich am nächsten Tag mit ihm in sein Königreich zu ziehen. Alejandro ist sehr freundlich zu Elisa und bedrängt sie nicht, so dass Elisa von dem hübschen, jungen Mann mehr und mehr fasziniert ist. Erst später erfährt sie die ganzen Gründe ihrer Hochzeit. Doch bereits auf dem Weg in Alejandros Heimat bekommt Elisa die erste Gelegenheit, sich zu beweisen.

Dort angekommen verheimlicht Alejandro zunächst ihre Ehe und Elisa wird tief in politische Verwicklungen hineingezogen. Erst ihre Entführung unter kargen Bedingungen bringt jedoch Elisas starken Charakter an den Tag und fern von ihrem neuen Zuhause muss sie sich fast täglich behaupten. Sie wächst an ihren Anforderungen und besticht nicht nur durch ihre Klugheit, sondern auch durch Mut und Tapferkeit. Gemeinsam mit neuen Verbündeten macht sie sich daran, die Feinde ihres Mannes zu bekämpfen.

"Der Feuerstein - Eine magische Reise beginnt" ist im Präsens in der Ich-Form, aus der Sicht von Elisa geschrieben. Dadurch erschien mir die Handlung sehr lebendig. Des Weiteren haben die sehr schönen, bildlichen Beschreibungen der Landschaft und der Charaktere einige Szenen direkt vor meinem geistigen Auge erscheinen lassen. Während der ganzen Handlung fühlte ich mich durchweg gefesselt und während der abwechslungsreichen Geschichte zudem ausgesprochen gut unterhalten. Ich fand es sehr schön, dass die Protagonistin hier mal ausnahmsweise nicht der Männermagnet ist und durch ihr Selbstbewußtsein besticht, sondern dass sich Elisa erst langsam entwickelt hat und an den Gegebenheiten gewachsen ist. Und ohne es darauf anzulegen, hat sie sich dabei selbst ihren Wünschen und Zielen ein ganzes Stück näher gebracht.
Auch die anderen Charaktere sind sehr vielschichtig und lassen sich nicht so einfach in gute oder böse Schubladen stecken. Sie alle sind etwas Besonderes und einige von ihnen, habe ich richtiggehend liebgewonnen. So wie wir alle in der Realität nicht ausschließlich einer Kategorie angehören und manche unserer Taten von unserem eigentlichen Charakter abweichen, so sind die Charaktere auch hier nicht eindeutig zuzuordnen. Auch sie machen Fehler und so sind manche, die zum Anfang noch als gut erschienen, doch auch oft viel zu schwach, während der ein oder andere Böse sich vielleicht doch noch als grundlegend guter Mensch erweist. Das Leben ist nicht nur schwarz und weiß und Wahrheit und Lüge liegen oft im Auge des Betrachters - ganz wie in dieser Geschichte. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen und hat den Roman in meinen Augen noch spannender gemacht.

Der zentrale Faden des Romans von Rae Carson ist definitiv der Feuerstein. Er ist es, der Elisa zu einer Auserwählten macht und, der sie - je nach seiner Temperatur - vor Gefahren warnt oder warm und wohltuend beruhigt. Er ist auch der Grund dafür, dass so viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen hinter Elisa her sind, so dass diese Umstände sie zwingen, aus ihrer Unscheinbarkeit herauszutreten und ihr Leben tatkräftig in die Hand zu nehmen. Und letztendlich sind es auch die magischen Kräfte des Feuersteins, die Menschen vernichten oder beschützen können. Die Feuersteine sind schicksalsbestimmend nicht nur aufgrund ihrer Kräfte, sondern auch aufgrund des Glaubens, den die Menschen an sie haben, der ihnen noch zusätzliche Macht verleiht.

Schön fand ich auch, dass das Ende wenigstens zum Teil abgeschlossen wirkte, wenn auch noch viele Dinge offen sind, die hoffentlich bald in einer Fortsetzung geklärt werden. "Der Feuerstein" hat mir außergewöhnlich gut gefallen und ich kann ihn nicht nur Jugendlichen vollauf empfehlen. Rae Carsons Debütroman ist ein spannendes Jugendfantasybuch, das mich von Anfang an verzaubert hat und ich hoffe, bald noch mehr von Elisa und ihren Freunden lesen zu dürfen.

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Rot wie das Meer
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(154)

382 Bibliotheken, 9 Leser, 5 Gruppen, 77 Rezensionen

pferde, wasserpferde, insel, meer, liebe

Rot wie das Meer

Maggie Stiefvater , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei script5, 01.11.2012
ISBN 9783839001479
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Jedes Jahr am 01. November findet auf der Insel Thisby das große Skorpio-Rennen statt. Wenige Wochen vorher betreten die Capaill Uisce das Land. Diese mystischen Wasserpferde sind nicht nur viel größer als normale Pferde, sondern auch weitaus gefährlicher. Nur die mutigsten Männer wagen es, auf ihnen zu reiten und am Rennen teilzunehmen. Doch bereits auf dem Weg dahin, verlieren viele von ihnen beim Training das Leben.

Umso verwunderter sind die Teilnehmer, als sie feststellen, dass mit der jungen Kate Connolly, die allen nur als Puck bekannt ist, zum ersten Mal eine Frau antreten will. Puck lebt mit ihren beiden Brüdern auf der Insel und hat letztes Jahr beide Elternteile durch einen Angriff der Wasserpferde verloren. Gemeinsam halten sie sich mehr schlecht als recht über Wasser. Als sie erfährt, dass ihr ältester Bruder Gabe sie und und ihren jüngeren Bruder Finn verlassen und ans Festland gehen will, hat sie sich in ihrer Verzweiflung für das Rennen angemeldet.

Dabei lernt sie Sean Kendrick kennen, einen jungen Mann, der bereits als Kind eine besondere Beziehung zu den Capaill Uisce hat und das, obwohl sie für den Tod seines Vaters verantwortlich sind. Aufgewachsen ist er in kargen Verhältnissen und in den Diensten des reichsten Mannes der Insel, für den er auch seit vielen Jahren regelmäßig an den Rennen teilnimmt und gewinnt. Niemand sonst auf der Insel ist so versiert im Umgang mit den blutrünstigen Wasserpferden wie Sean und diese Fähigkeit hat ihm bei den meisten Inselbewohnern sehr viel Achtung eingebracht - sehr zum Leidwesen seines ewigen Konkurrenten Mutt, dem ungehobelten Sohn seines Arbeitgebers. Im Laufe des gefährlichen Trainings lernen Puck und Sean sich näher kennen und die Tatsache, dass für beide der Sieg in diesem Rennen von unschätzbarer Wichtigkeit ist, ist der ständige Begleiter ihrer aufkeimenden Freundschaft. Wer wird das Rennen gewinnen? Und gibt es eine Chance, dass aus Sean und Puck mehr wird als nur Freunde?

"Rot wie das Meer" hat ein wunderschön aufbereitetes Cover, dass mit seinen blutrot abgebildeten Wellen nicht nur den Titel, sondern auch den Romaninhalt unterstützt. Es ist genau wie die Geschichte einzigartig und schreit geradezu danach, dass ich es in die Hand nehmen soll.

Maggie Stiefvater hat einen einmaligen und unverkennbaren Schreibstil. Ruhig und flüssig leitet sie mich damit durch ihre Geschichte und baut dabei langsam und kostant Spannung auf. Schon bald war ich nicht mehr in der Lage, das Buch zur Seite zu legen. Die Charaktere Puck und Sean, aus deren Sicht der Roman abwechselnd geschrieben ist, sind so detailliert beschrieben, dass ich gemeinsam mit ihnen diese kurze Zeit verbracht habe. Beide sind vom Typ her etwas schwierig, da sie vom Leben nicht verwöhnt worden sind und versucht haben, sich den oftmals kargen Bedingungen anzupassen. Dabei wirken sie jedoch stets authentisch. Von der Insel Thisby erzählt die Autorin so bildhaft, dass ich fast überzeugt bin, ich war da. Ich sehe den Strand vor mir, das rauhe Klima, das Haus der Connollys und auch den kleinen Ort. Ich bin mit dabei, wenn das Fest beginnt und stehe Puck bei im Kampf gegen Vorurteile und Boshaftigkeit.

Besonders faszinierend fand ich die Beschreibung der Capaill Uisce, die gleichzeitig wunderschön und bedrohlich wirkten. Trotz der Gefahr, die von ihnen ausgeht, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Es finden sich jedes Jahr immer wieder genug Männer, die wagemutig sind und am Rennen teilnehmen. Ihren drohenden Tod scheinen sie gekonnt zu verdrängen und sitzen sie erst im Sattel ihres Wasserpferdes droht die von ihnen ausgehende Magie, die Männer ins Verderben zu führen. Denn das Meer ruft ständig nach diesen unbeschreiblichen Wesen und gerät ihr Reiter erst einmal in ihren mystischen Bann, ist er nicht mehr in der Lage, sein Tier zu lenken, sondern rennt in sein Unglück.

Mit dem im script5 Verlag erschienenen Roman "Rot wie das Meer" hat Maggie Stiefvater eine außergewöhnliche Idee in dem ihr eigenen Stil umgesetzt, dem ich mich einfach nicht entziehen konnte. Ich fühlte mich gefesselt von dem Geschehen und seinen bildhaften Beschreibungen, immer mit dabei in Seans und Pucks Kampf um Alles oder Nichts. Der Autorin gelingt es immer wieder, mich in ihren Bann zu ziehen und ich bin schon sehr gespannt, welches Projekt sie als nächstes in Angriff nimmt.

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Die Verratenen
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(176)

435 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

dystopie, verrat, zukunft, ursula poznanski, verschwörung

Die Verratenen

Ursula Poznanski
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Loewe, 08.10.2012
ISBN 9783785575468
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Ria lebt in einer von Menschen geschaffenen, geschützten Welt unter Kuppeln. Sie ist privilegiert, hat ausreichend Nahrung, angenehmen Wohnraum und lernt an einer Akademie, die ihre Studenten in vielerlei Hinsicht formt. Ria selbst hat ein ausgesprochenes rhetorisches Talent und ist zudem in der Lage, andere sehr schnell und gut einzuschätzen und dementsprechend zu reagieren. Sie gehört zu den TopTen der Studenten und eine große Zukunft ist ihr gewiss. Von diesen Kuppelanlagen gibt es mehrere auf der Welt. Doch außerhalb dieser leben Menschen unter viel schlechteren Bedingungen. Ihnen stehen weder aureichend Ressourcen, noch Technik oder Wissenschaft zur Verfügung und sie sind ganzjährig den Elementen ausgesetzt. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen zwischen diesen beiden Parteien, wenn die Privilegierten ihren geschützten Bereich verlassen.

Während Ria gerade mit ihrem Mentor eine überzeugende Rede einstudiert, erhält sie die Nachricht über den Tod einiger Expeditionsmitglieder, von denen eine ihr persönlich sehr am Herzen lag. Die Studenten trauern um ihre Kameraden und sind aufgebracht. Doch eine der Hauptlehren der Akademie ist die Übung in Verständnis und Mitgefühl für die Außenbewohner, deren Aufnahme in die Gemeinschaft in der Zukunft, in der die Ressourcen für alle reichen werden, geplant ist und so versuchen alle Betroffenen, ihre Emotionen wieder in den Griff zu bekommen. Abgelenkt werden sie durch das Erscheinen einiger Sentinels, unter denen sich ein wichtiger Mann zu befinden scheint. Während die meisten noch rätseln, was sein Erscheinen zu bedeuten hat, scheint einer der Studenten plötzlich von seiner Angst überwältigt zu werden. Weshalb ist dieser wichtige Mann hier? Und wer ist er? Und was ist wirklich bei dieser Expedition geschehen?

Durch einen Zufall kann Ria ein Gespräch zwischen diesem Sentinel und dem Akademieleiter belauschen, indem sie und einige weitere Studenten - unter anderem ihr Freund und Ranglistenerster Aureljo - der Verschwörung beschuldigt werden und in naher Zukunft unbemerkt eliminiert werden sollen. Ria ist entsetzt, wähnte sie sich doch sicher in ihrer vermeintlich perfekten Gemeinschaft. Nachdem sie den ersten Schock überwunden hat, versucht sie vorsichtig die anderen Betroffenen zu kontaktieren, die ebenfalls Schwierigkeiten haben, diese Informationen zu akzeptieren. Doch die Hinweise, dass Ria sich nicht getäuscht hat, mehren sich und der Verrat an ihnen wird mit der Bekanntgabe einer gemeinsamen Reise zum Präsidenten, zu der zufälligerweise ausschließlich die sechs "Verschwörer" eingeladen werden, zur Gewissheit. Ängstlich besteigen die Studenten eine Magnetbahn in eine ungewisse Zukunft. Durch glückliche Umstände gelingt ihnen jedoch die Flucht, aber von nun an beginnt ihr Überlebenskampf in einer kalten, feindlichen Welt, in der sie nicht nur wilde Tiere und die erbarmungslose Witterung, sondern auch die Clans der Außenbewohner fürchten müssen. Zudem erfährt Ria während ihrer Flucht, dass einer von ihnen ein Verräter sein soll. Wem kann sie noch trauen? Werden sie es schaffen zu überleben? Und was zur Hölle wirft man ihnen überhaupt vor?

Ich liebe Ursula Poznanski Schreibstil, da er sehr flüssig und ungeheuer anschaulich ist. Die spannende Atmosphäre des Buches hat sich gleich von Anfang an auf mich übertragen. Ich hatte das Gefühl, Teil dieser Geschichte, die aus Rias Sicht im Präsens erzählt wird, zu sein, so gefesselt war ich beim Lesen. Die Autorin baut die Handlung angenehm langsam auf, was sich jedoch in keinster Weise auf die stets vorhandene Spannung auswirkt. Dabei hat sie die sehr unterschiedlichen Charaktere sehr realistisch und detailreich gezeichnet.

Ria ist eine der begabtesten Studenten in der Akademie. Hier werden alle stets enorm gefordert, damit sie die besten auf ihrem Gebiet werden. Rias Spezialgebiet ist es, aus der Physiognomie der Menschen zu lesen, um ihrerseits die in der jeweiligen Situation richtige und täuschend echte eigene Reaktion abzurufen. Als Ansporn für die Studenten gibt es ein regelmäßíg aktualisiertes Ranking, bei dem Ria derzeit den siebten Rang bekleidet. Je höher ein Student im Ranking kommt, desto mehr Privilegien und Förderung hat er. Hier leben nur die Allerbesten und die meisten von ihnen sind Invitros, die von klein auf zielsicher ausgebildet wurden. Auf ihrer Flucht aus den Sphären bekommt die Fassade von Rias Welt Risse, die nicht mehr zu kitten sind. Erst in der Außenwelt erkennt sie, wie es wirklich um diese bestellt ist und muss lernen, mit der Welle aus Hass, die ihr entgegenschlägt, umzugehen. Langsam, aber sicher stellt sie das ihr bekannte System und ihr bisheriges Leben komplett in Frage und wagt dabei vorsichtig eine Neuorientierung. Dabei ist sie stets sympathisch und erfüllt von einer inneren Stärke, für die ich sie einfach nur bewundern kann.

Ich fand es anfangs sehr beängstigend, wie sehr das System Wert auf Perfektion legt. Das zeigt sich nicht nur gegenüber dem Lernverhalten und der ständigen Kontrolle der Studenten, sondern auch in merkwürdig anmutenden Details, wie zum Beispiel die chirurgische Gesichtsveränderungen ihres Freundes Aurelio, der es mit seinem Talent auf den Ranglistenplatz 1 geschafft hat. Sein ohnehin schon ansprechendes und freundliches Gesicht sollte durch die Veränderungen noch anziehender wirken. Welchen Zweck sollte dies erfüllen? Fürchtet das System so sehr, dass die Sphärenbewohner misstrauisch werden und Fragen stellen, so dass sie hoffen, dass ein bis zur Perfektion charismatischer Anführer keine Zweifel aufkommen lässt? Welche Pläne haben oder hatten sie mit Aurelio? Einige wenige Fragen sind in diesem ersten Band beantwortet worden; die meisten blieben jedoch offen. Ich bin bereits sehr neugierig, was im nächsten Band geschieht.

Ursula Poznanski ist für mich ein schriftstellerisches Ausnahmetalent. Allein deswegen war ihr neues Buch für mich ein absolutes "Must have". Meine Erwartungen wurden auch diesmal nicht enttäuscht und, obwohl ich dieses Jahr bereits ziemlich viele Dystopien gelesen habe und sich zwangsläufig das ein oder andere Detail wiederholt, konnte mich der im Loewe Verlag erschienene Roman "Die Verratenen" vollauf fesseln, so dass ich gespannt auf den nächsten Band der Reihe warte. Freunden von Dystopien kann ich diesen Roman nur wärmstens ans Herz legen und uneingeschränkt empfehlen.

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Jake Djones und die Hüter der Zeit
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(74)

149 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 53 Rezensionen

abenteuer, zeitreise, vergangenheit, venedig, zeitreisen

Jake Djones und die Hüter der Zeit

Damian Dibben , Michael Pfingstl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 01.09.2012
ISBN 9783764530938
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Der 14-jährige Jake Djones befindet sich gerade auf dem Nachhauseweg von seiner Londoner Schule, da wird er plötzlich von einigen merkwürdigen Männern entführt. Diese tischen ihm eine abstruse Geschichte auf, in der seine Eltern zeitreisende Geschichtshüter sind, aber derzeit verschollen seien. Auch seine Tante soll Teil dieser Organisation sein und es stellt sich alsbald heraus, dass auch Jake die genetische Voraussetzung für Zeitreisen in sich trägt. Auf einmal geht dann alles sehr schnell und alle Beteiligten flüchten mittels eins alten Schiffes von ihrem Stützpunkt. In letzter Sekunde gesellt sich auch noch seine Tante dazu, die ihm diese ganze, wirre Geschichte bestätigt. Und dann geht es weiter ins Jahr 1820.
Hier, auf dem strategisch günstig gelegenen Mont St. Michel, der Kommandozentrale, macht Jake die Bekanntschaft weiterer Geschichtshüter. Es wird ein Einsatzteam zur Rettung seiner Eltern zusammengestellt, dem sich Jake heimlich anschließt. Und so begeben sich der selbstverliebte Draufgänger Nathan, seine wunderschöne, angenommene Schwester Topaz, der pfiffige, intelligente Charlie und Jake ins Venedig des 16. Jahrhunderts und kommen einer groß angelegten Verschwörung auf die Spur. Werden sie das Leben von Jakes Eltern und das vieler anderer retten können?

Damian Dibbens Debütroman "Jake Djones und die Hüter der Zeit" ist der Auftakt einer actiongeladenen und unterhaltsamen Reihe. Die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen und beginnt gleich zum Anfang ungeheuer spannend. Der Abenteuerroman lässt nie Langeweile aufkommen und war spannend von Anfang bis Ende.

Jake ist ein sehr sympathischer Junge, der schon früh gelernt hat, auf eigenen Füßen zu stehen. Seit dem mysteriösen Unfall seines Bruders brechen seine Eltern immer öfter zu vermeintlichen Fachtagungen auf, die sich im Nachhinein als Aktivitäten im Geheimbund herausstellen. Ich habe Jake gleich ins Herz geschlossen und ihn gerne auf seiner spannenden Suche nach seinen Eltern begleitet.
Ich hätte mir jedoch gewünscht, mehr über die weiteren, agierenden Personen zu erfahren, deren Beschreibung sich meist auf das Notwendigste beschränkt. Doch in dieser Hinsicht hoffe ich schwer auf den angekündigten Nachfolgeband, der sicherlich da ein wenig Licht ins Dunkel bringen wird.
Gelegentlich fand ich den ein oder anderen Charakter auch ein wenig überzeichnet; insbesondere Nathan, der in seinen jungen Jahren außerordentlich selbstverliebt und dandyhaft wirkt, wäre hier beispielhaft anzuführen. Jedoch hat dies meine Lesefreude in keinster Weise beeinträchtigt, sondern macht diesen Roman besonders aus.

Das Cover des Buches ist sehr schön ausgearbeitet und beinhaltet diverse Elemente der Geschichte. Hier findet man die Sanduhr mit den zwei Weltenkugeln, die das Symbol des Geheimbunds sind, ebenso wie die Kommandozentrale auf dem Mont St. Michel und rückwärtig die Helden mit speziellen Accessoires, die sie zum Teil auszeichnen.

"Jake Djones und die Hüter der Zeit" ist ein temporeicher Jugendabenteuerroman mit Science-Fiction-Elementen. Ich habe mich durchgängig gut unterhalten gefühlt und bin schon gespannt auf den nächsten Roman, der im antiken Rom handeln soll.

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Lost Land
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(72)

157 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 49 Rezensionen

zombies, dystopie, lost land, kopfgeldjäger, jonathan maberry

Lost Land

Jonathan Maberry , Dirk Steinhöfel , Heinrich Koop
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Thienemann Verlag, 01.09.2012
ISBN 9783522201513
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Tom und Benny Imura sind Brüder und leben in Mountainside, eine der wenigen menschlichen Enklaven im großen Leichenland des ehemaligen Amerikas. Es ist jetzt fast 15 Jahre her, dass die Toten sich in der sogenannten Ersten Nacht erhoben haben und sich gegen die Lebenden gewendet haben. Seitdem verwandelt sich jeder, der von einem Untoten gebissen wurde oder der eines anderen Todes stirbt, unweigerlich in einen Zombie, sofern er nicht befriedet wird. Dies ist Aufgabe der Kopfgeldjäger, die hochgeachte und furchtlose Bürger sind. Tom ist einer von ihnen und er wird von fast allen in Mountainside hierfür bewundert. Eine der wenigen Ausnahmen ist sein kleiner Bruder Benny, der seinen Bruder aufgrund der Erlebnisse in der Ersten Nacht nicht nur verachtet, sondern ihn auch für einen Feigling hält.

Ab dem 15. Geburtstag müssen alle Einwohner von Mountainside sich einen Job suchen, ansonsten wird ihnen ihre zustehende Lebensmittelration gekürzt. Und so macht sich auch Benny auf die verzweifelte Suche. Da ihm aber so gar keine von den Tätigkeiten, die er sich ansieht, zusagt, wendet er sich mangels Alternative an seinen verhassten Bruder Tom, um bei ihm das Handwerk des Kopfgeldjägers zu lernen. Doch bereits der erste gemeinsame Ausflug ins Leichenland verändert nicht nur Bennys Einstellung zu den Zombies, sondern auch zu seinem Bruder. Zum ersten Mal empfindet er so etwas wie Bewunderung für ihn, die von da an stetig wächst. Tom eröffnet Benny eine ganz neue Sicht auf seine Welt, die Untoten und die Menschen, mit denen er lebt.

Als er, zurück in der Stadt, ein seltenes Bild in einem Sammelkartenspiel findet, verändert dies erneut Bennys Leben. Das hier abgebildete "Verlorene Mädchen" übt eine besondere Faszination auf ihn aus. Doch andere Personen sehen jegliches Interesse für dieses Mädchen als eine Bedrohung an, so dass diese letztendlich Bennys beste Freundin Nix entführen, um so Tom und ihn auf eine gefährliche Suche ins Leichenland zu locken. Werden sie Nix retten können? Und was hat es mit diesem Verlorenen Mädchen auf sich?

Jonathan Maberrys Roman "Lost Land - die erste Nacht" ist der Auftakt einer Reihe, den ich ausgesprochen spannend und fesselnd fand. Durch die bildhaften Beschreibungen wird man förmlich in die Geschichte hineingezogen und ehe man es überhaupt bemerkt, ist man leider schon am Ende angekommen.

Während des Lesens wird man Zeuge wie sich der doch eher etwas launische Junge namens Benny langsam, aber sicher in einen Mann verwandelt. Ist er anfangs noch reichlich naiv hinsichtlich der Menschen, die er bewundert und seiner Weltanschauung, zwingen ihn die Ereignisse dazu, seine Einstellung zu überdenken und an den Situationen zu wachsen. Aufgrund seiner Erinnerungen an die Erste Nacht, in der sein großer Bruder Tom mit ihm vor dem untoten Vater geflüchtet ist und dabei seine Mutter zurückließ, empfindet Benny nur Abneigung für seinen Bruder, doch die kommenden Ereignisse vermitteln ihm einen Respekt für Tom, den er sich nicht zu träumen wagte. Dabei wird Benny immer mehr in seinem Denken und Handeln erwachsen und erkennt, dass die Wahrheit oft sehr subjektiv sein kann. Eine große Stütze hierbei war ihm sicherlich auch seine clevere und hübsche Freundin Nix, deren Zuneigung er sich zunächst nicht getraut hat zu erwidern, aber im Laufe der Geschichte erkennt, wie wichtig sie für ihn ist und wie dumm es ist, sich seinen Gefühlen nicht zu stellen.

Besonders gut gefallen hat mir auch der Charakter Tom, der nach außen hin in sich ruhend wirkt und stets den Überlick behält. Durch die Ereignisse der Ersten Nacht hat er bereits mit 20 Jahren die Veranwortung für seinen kleinen Bruder übernehmen müssen und versucht, ihm unter den gegebenen Umständen, ein sicheres und einigermaßen sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Dabei hat er stets den unterschwelligen Zorn von Benny gespürt und wahre Größe bewiesen, indem er ihm die nötige Zeit gegeben hat, die er brauchte, bevor er mit seiner bedachten Art und seinen tiefgründigen Fragen, seinen Bruder ganz allein zu einer anderen Einstellung hingeführt hat. Dabei waren insbesondere die Dialoge zwischen den beiden Brüdern ein Genuss, da sie oftmals vor Ironie nur so trieften.

"Lost Land - die erste Nacht" war durchweg spannend und oftmals auch sehr berührend und ich würde sehr gerne lesen, wie die Geschichte weitergeht. Ein Roman, der insbesondere den Wert eines Lebens hinterfragt, ebenso wie die menschliche Natur und unseren Umgang miteinander und mit der Umwelt und, den ich ausgesprochen gerne weiterempfehle.

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Skin Deep - Nichts geht tiefer als die erste Liebe
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137 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 48 Rezensionen

liebe, mord, unfall, narben, freundschaft

Skin Deep - Nichts geht tiefer als die erste Liebe

Laura Jarratt , Susanne Klein , Maria Seidel
Fester Einband: 351 Seiten
Erschienen bei Dressler, 01.08.2012
ISBN 9783791510330
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Bei einem furchtbaren Autounfall verliert die 14-jährige Jenna nicht nur ihre beste Freundin, sondern erleidet zudem schwere Verbrennungen in ihrem Gesicht. Selbst nach monatelanger Behandlung, inklusive einer Hauttransplantation, traut sie sich aufgrund ihrer Entstellung kaum noch aus dem Haus. Von ihren Eltern gezwungen nimmt sie inzwischen wieder am Schulunterricht teil, doch jeder Tag ist wie ein Spießrutenlauf für sie. Die anderen Kinder und selbst auch die Erwachsenen starren sie an und begegnen ihr entweder mit Mitleid oder mit Abscheu und offensichtlicher Ablehnung.

Erst als sie durch Zufall bei einem Spaziergang auf den 16-jährigen Ryan trifft, der gemeinsam mit seiner eigenwilligen Mutter mit einem Hausboot durchs Land zieht, scheint sich ihr Leben wieder langsam zu verändern. Begegnet sie auch ihm zunächst noch mit Angst und Ablehnung, verändern sich ihre Gefühle und ihr Verhalten jedoch alsbald. Nachdem er in einer häßlichen Situation eines Abends für sie offensichtlich Partei ergreift, ist das Eis zwischen ihnen vollends gebrochen und Jenna vertraut sich ihm als erstem nach dem schrecklichen Unfall an. Die beiden entwickeln freundschaftliche Gefühle füreinander, die Jenna immer mehr und mehr die Kraft geben, aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen, doch der plötzliche Mord an Steven, dem damaligen Unfallfahrer, der mit einer viel zu geringen Strafe davongekommen ist und, den Jennas Vater seitdem vehement bekämpft, bringt wieder alles durcheinander. Wer hat Steven getötet? Wird Jenna sich ihre neu gewonnene Stärke bewahren können oder werden die Verdächtigungen gegen Freunde und Familie sie erneut in die Einsamkeit zwingen?

Laura Jarratts Debütroman hat es geschafft, mich von Anfang bis Ende zu fesseln. Ich war richtig hin und weg und habe neben mir nichts mehr wahrgenommen bis ich das Ende des Buches erreicht habe.
Es ist im Präsens geschrieben, immer abwechselnd aus der Sicht von Jenna oder Ryan. Die beiden Charaktere sind dabei so ausführlich geschildert, dass ich mich unvermittelt zugehörig zur Geschichte fühlte. Jenna, die schon immer eher schüchtern, folgsam und zurückhaltend scheint, lässt sich von ihrer besten Freundin überreden, sich aufzubrezeln und mit einigen anderen in ein Auto zu steigen, dass von Steven, der Drogen und Alkohol gegenüber nicht abgeneigt ist, gelenkt wird. Die Situation eskaliert, es kommt zu einem Unfall, bei dem 2 Mädchen sterben und Jenna ihre furchtbaren Verletzungen davonträgt. Da sie nicht nur das Gefühl hat, dass alle anderen jetzt ein Monster in ihr sehen, sondern auch sie selbst mit ihren äußerlichen Veränderungen nicht klarkommt, zieht sie sich immer mehr zurück. Ihre Eltern, die voller Sorgen sind, drängen Jenna immer wieder gegen ihren Willen zurück ins "normale" Leben. Dabei erfährt sie stets neue Verletzungen, die letztendlich auf einer Party eskalieren. Jenna ergreift die Flucht, wird an dieser aber von Ryan gehindert, der ganz klar gegenüber allen anderen Stellung für sie bezieht und sich als Retter in der Not herausstellt. Hierdurch von ihm eingenommen, lässt Jenna ihn als ersten langsam näher an sich heran, so dass Ryan sie stetig weiter zurück ins Leben stupsen kann.

Ryan selbst hat bereits als Kind schon viele schlechte Erfahrungen gemacht. Als "Zigeuner" und "Penner" beschimpft oder verprügelt, hatte er nie die Möglichkeit nähere Bindungen einzugehen, zumal er und seine Mutter nie lange an einem Ort geblieben sind. Erst Cole, ein zeitweiliger Freund seiner Mutter, nimmt ihn unter seine Fittiche und dient ihm als männliches Vorbild. Trotz allem ist Ryan sehr senibel und aufgrund seines einfachen Lebens ausgesprochen bescheiden und genügsam. Dabei kümmert er sich vorbildlich um seine Mutter. Leider muss er bei ihr nur allzu oft die Rolle des Erwachsenen übernehmen, so dass er an dieser Verantwortung in seinen jungen Jahren bereits schwer zu tragen hat.
Seinem Einfühlungsvermögen ist es zu verdanken, dass er Zugang zu Jennas Gedanken- und Gefühlswelt bekommt. Er lockt sie immer mehr aus ihrer Einsamkeit heraus und gibt ihr langsam ein neues Gefühl der Selbstsicherheit. Er schafft es als einziger, ihr Aussehen komplett auszublenden und sich lediglich auf ihr Wesen, ihren Charakter und ihre Persönlichkeit zu konzentrieren.

Auch die Nebencharaktere werden hier sehr schön beschrieben. Beim Lesen wird sehr klar deutlich, wie sehr auch Jennas Familie von ihrem Unfall betroffen ist. Während ihre Mutter hier ganz klar die Stärkere ist, scheint Jennas Vater sich mit dem, was seiner Tochter passiert ist, nicht abfinden zu können und statt seine Tochter zu unterstützen, steckt er alle seine Energien in den Kampf gegen den Unfallverursacher.
Die vielschichtige Persönlichkeit von Ryans Mutter hat mir besonders gut gefallen. Von der gebildeten, selbstbewußten Frau bis hin zur egozentrischen, verantwortungslosen Mutter zeigt sie unheimlich viele Facetten, die immer wieder für eine Überraschung gut waren.

Nebenbei ist "Skin Deep - Nichts geht tiefer als die erste Liebe" nicht nur ein wundervoller Jugendliebesroman, der mich tief berührt hat, sondern auch gleichzeitig ein Kriminalroman. Hierbei ist das aufzuklärende Verbrechen geschickt mit der restlichen Geschichte verwoben und bildet dabei eine runde Einheit. Laura Jarratts Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen und wird bestimmt nicht der letzte ihrer Romane in meinem Bücherregal sein.

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Cherryblossom
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91 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

cherryblossom, liebe, mina kamp, hexen, zeitwandler

Cherryblossom

Mina Kamp
Flexibler Einband: 382 Seiten
Erschienen bei Oldigor Verlag, 21.05.2012
ISBN 9783943697124
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Hanna lebt seit ihrem fünften Lebensjahr bei ihrem Onkel Henry, der sie sehr behütet. An die Zeit davor kann sie sich nicht mehr erinnern, da ihr Gedächtnis seit dem Unfall, bei dem ihre Mutter getötet wurde, beeinträchtigt ist. Aus dieser Zeit scheinen auch ihre immer wiederkehrenden Angstzustände kommen, die Hannas Gefühlswelt regelmäßig heimsuchen. So lange sie denken kann, hat sie zudem beunruhigende Träume, in denen des öfteren ein junger Mann in Erscheinung tritt, den sie aus ihren Gedanken kaum noch eliminieren kann. Doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge um Hanna. Nach einem leidenschaftlichen Kuss haut es ihren Freund Mark sprichwörtlich von den Füßen und auch sie selbst ist nach einem mysteriösen Erlebnis in einer Diskothek vor einer Ohnmacht nicht gefeit. Des weiteren kann sie auf einmal den Mann aus ihren Träumen auch in der Realität sehen! Verliert sie den Verstand? Bei einem Treffen mit Mark werden die beiden von alptraumhaften Gestalten überfallen. Dabei stirbt Mark und Hanna landet unter Mordverdacht und aufgrund ihrer wirren Erzählungen im Sanatorium. Ihr Onkel Henry ist seitdem spurlos verschwunden. Was geschieht mit Hanna, warum kann sie Dinge sehen, die anderen verbeugen bleiben und weshalb sind immer mehr Leute hinter ihr her?

Ich habe "Cherryblossom - Die Zeitwandler" verschlungen. Kaum zu glauben, dass es sich bei dem ersten Band der Reihe um den Debütroman der Autorin Mina Kamp handelt. Der Schreibstil ist flüssig und die Erzählperspektive wechselt ständig zwischen der Sicht der Protagonistin Hanna in der Ich-Form und einem Erzählstrang in der dritten Person. So hat man als Leser neben der allgemeinen breitgefächerten Erzählung auch noch einen direkten Kontakt zur sympathischen Hanna, auf ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Dadurch habe ich gleich eine Verbindung zu ihr gespürt und habe während der gesamten Erzählung mit ihr gebangt, gelitten und gefühlt. Als Hanna erfährt, dass sie eine Nymphe, ein magisches Wesen ist, scheint ihre Welt auf einmal aus den Fugen zu geraten und jeder scheint hinter ihr her zu sein. In einer wilden Verfolgungsjagd versucht sie sich in Sicherheit zu bringen und mehr über ihr ursprüngliches Wesen zu erfahren.

Ihr zur Seite stehen der Zeitwandler und Nachtalb Lennox, der sie all die Jahre beschützt hat und, den sie bereits in ihren Träumen getroffen hat. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen und doch darf diese Beziehung nicht sein. Zu ihnen stoßen die Baobhan-Sith Olivia und der Hexer Ben, der ebenfalls Interesse an Hanna hat. Gemeinsam versuchen sie das Mädchen zu ihrem Vater zu bringen, einem mächtigen Ratsmitglied, das sich bisher lediglich im Hintergrund ihres Lebens aufgehalten hat. Die Charaktere sind allesamt wundervoll in ihren Wesenszügen beschrieben, so dass ich mich sogleich von dem Roman gefesselt fühlte.

"Cherryblossom - Die Zeitwandler" ist nicht nur ein hervorragender, durchweg spannender Jugendfantasyroman, sondern obendrein ein Buch mit Suchtfaktor. Denn einmal angefangen, kann man den Roman unmöglich wieder an die Seite legen. Ich hoffe, nicht zu lange auf eine Fortsetzung warten zu müssen.

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Soul Seeker - Vom Schicksal bestimmt
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241 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 37 Rezensionen

fantasy, liebe, seelen, daire, new mexico

Soul Seeker - Vom Schicksal bestimmt

Alyson Noël , Ariane Böckler
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 01.09.2012
ISBN 9783442204069
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Daire ist schon als kleines Kind von Filmset zu Filmset gezogen, da ihre Mutter Jennika eine gefragte Hollywood-Stylistin und alleinerziehend ist. Daires Vater ist bereits vor ihrer Geburt im Alter von 17 Jahren gestorben. Und so ist sie zwischen Stars und Filmcrew großgeworden und hat dabei gelernt, keinerlei Bindungen, weder zu Personen, noch zu Gegenständen aufzubauen. Sie ist ein hübsches Mädchen, das gerade 16 Jahre alt geworden ist und diesen Tag mit Vane, einem der Jungstars in Marokko außerhalb des Sets verbringt.

Doch Daire ist kein normales Mädchen, quälen sie bereits seit einer Weile immer häufiger Visionen, in denen sie von leuchtenden Figuren und Krähen bedrängt wird. Zudem hat sie festgestellt, dass sie in der Lage ist, für wenige Momente die Zeit anzuhalten. Ausgerechnet heute wird sie wieder von ihren Visionen attackiert, doch diesmal sind sie so beängstigend, dass Daire einen psychischen Zusammenbruch erleidet. Von da an wird ihr Zustand immer schlimmer. Als Daire schon fast in die Psychiatrie eingewiesen wird, meldet sich überraschenderweise ihre Großmutter Paloma, von der Jennika seit der Beerdigung von Daires Vater nichts mehr gehört hat. Diese bietet an, Daire für eine Weile zu sich zu nehmen und obwohl Jennika bei diesem Gedanken unwohl ist, fürchtet sie die einzige andere Alternative und lässt sich auf das Angebot ein.

Angekommen bei Paloma in New Mexico ist Daire zunächst sehr abweisend gegenüber ihrer merkwürdigen Großmutter, doch mit der Zeit siegt die Erkenntnis, dass diese ihr nicht nur helfen will, sondern auch als einzige dazu in der Lage erscheint. Hier erfährt Daire mehr über ihr besonderes, magisches Familienerbe und als sie dann Dace begegnet, dem Jungen mit den wunderschönen, blauen Augen aus ihren Träumen, ist sie vollends überzeugt, endlich das erste Mal in einem Zuhause angekommen zu sein. Doch ihre Fähigkeiten bringen eine große Verantwortung mit sich und Daire muss lernen, sie zu beherrschen, denn das Böse ist schon auf sie aufmerksam geworden und Palomas Kräfte beginnen bereits zu schwinden. Wird Daire es schaffen, sich gegen das Böse zu behaupten? Und weshalb hat sie schon vor ihrer Begegnung von Dace geträumt und fühlt sich magisch zu ihm hingezogen? Kann sie ihm trauen?

Das Cover des Buches ist einfach eine Wucht und hat einen direkten Bezug zum Romaninhalt. Abgebildet ist eine junge Frau, die in die Tiefe fällt, umgeben von schwarzen Vögeln. Kombiniert mit den wunderschönen Farben, ist der Roman ein echter Hingucker und verdient schon allein deshalb - unabhängig von seiner tollen Geschichte - einen Platz in meinem Bücherregal.

Geschrieben ist der Roman im Präsens, in der Ich-Form, aus der Sicht von Daire. Die Handlung beginnt unvermittelt und wirft seine Leser direkt ins spannende Geschehen. Schön fand ich auch die Beschreibung der spirituellen Leittiere direkt am Anfang des Buches, die im Laufe der Geschichte noch eine besondere Bedeutung bekommen.

Daire ist ein sehr sympathischer Charakter, so dass es mir leichtfiel, einen Bezug zu ihr zu bekommen, und mich von ihr und dem Geschehen fesseln zu lassen. Trotz ihres jungen Alters hat sie aufgrund ihrer Erfahrungen in der Filmbranche bereits früh begriffen, dass der äußere Schein oft trügen kann. Zudem sorgen ihre ständig wechselnden Umgebungen dafür, dass emotionale Bindungen meist gar nicht erst entstehen. Umso mehr ist die Erfahrung, die ihr Aufenthalt bei ihrer Großmutter birgt, eine Offenbarung in vielerlei Hinsicht für sie. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie ein Zuhause und ist umgeben von Menschen, die ihr etwas bedeuten. Doch sie spürt auch, dass sie diese Erfahrung verletzlich macht; doch missen möchte sie sie trotz allem nicht. Sie lernt Verantwortungsbewußtsein und viele andere Dinge, die ihr helfen, ihre Aufgabe zu meistern.

Die Zwillinge Dace und Cade - allein das Wortspiel fand ich schon sehr interessant - unterscheiden sich äußerlich nur minimal, aber charakterlich sind sie wahrlich wie Tag und Nacht. Ist Darie anfangs verwirrt darüber, die beiden aus ihren Träumen im wirklichen Leben anzutreffen, muss sie schnell lernen, die Jungen zu unterscheiden. Doch es fällt ihr zunächst schwer, ihren Gefühlen zu vertrauen, da sie sich - trotz der oberflächlichen Ähnlichkeit - von dem einen angezogen und von dem anderen abgestoßen fühlt.

"Soul Seeker - Vom Schicksal bestimmt" ist ein spannender und fesselnder Jugendfantasyroman aus der Feder von Alyson Noël, die bereits mit der "Evermore" - und "Riley - die Geisterjägerin" - Reihe eine Vielzahl von Lesern begeistert hat. Ich bin schon ganz gespannt auf die Fortsetzung, die voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres erscheinen wird.

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Cambion Chronicles - Violett wie die Nacht
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(34)

90 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

liebe, cambion, caleb, fantasy, romantasy

Cambion Chronicles - Violett wie die Nacht

Jaime Reed , Susanne Schmidt-Wussow
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Egmont INK, 01.09.2012
ISBN 9783863960322
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Als dann einige seiner weiblichen Fans einen Herzanfall bekommen, wird Sam noch misstrauischer und versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Insbesondere Calebs anschließend ablehnendes Verhalten bezüglich der Frauen lässt Sam aufmerken. Zwecks Nachforschungen lässt sie sich zunächst auf Caleb ein und verabredet sich mit ihm. Aber sie hat nicht damit gerechnet, dass auch sie ihr Herz an ihn verlieren könnte. Es kommt zu weiteren "Unfällen" und plötzlich tritt auch Calebs Familie auf den Plan. Als Sam begreift, was genau hinter den Anfällen der Frauen steckt, ist es eigentlich schon zu spät, denn auch sie kann sich dem Zauber Calebs nicht mehr entziehen. Haben die beiden eine Zukunft? Und wer oder was steckt hinter diesen "Angriffen" auf die Frauen?

Jaime Reeds Roman "Cambion Chronicles - Violett wie die Nacht" ist der Auftakt einer Jugendfantasyreihe, die flüssig und umgangssprachlich locker geschrieben ist. Die Geschichte wird aus der Sicht von Samara erzählt, die den Leser an ihrer kompletten Welt teilhaben lässt. Sie ist ein liebenswerter Charakter, der sich selbst nicht so ernst nimmt und gerne mal einen trockenen Spruch auf den Lippen hat. Sie ist stark und mutig und lässt sich nur selten von einem einmal gefassten Vorhaben abbringen. Das hat die Handlung angenehm aufgelockert. Währenddessen Caleb dem Leser erst peu à peu ans Herz wächst, weil er erst durch seine Zuneigung zu Sam bereit ist, sich langsam zu öffnen und sie - und damit auch den Leser - näher an sich heranlässt. Spätestens dann ist man auch ihm verfallen, denn ab hier zeigt er sich von seiner liebenswürdigen und rücksichtsvollen Seite.

Das Cover ist farblich sehr schön gestaltet und auch der Buchschnitt und die jeweiligen Kapitelanfänge des Taschenbuchs sind mit Blütenranken geprägt, die den Wiedererkennungswert des Romans angenehm steigern.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Protagonisten hier nicht wie liebestolle Teenies nur noch aneinanderkleben, sondern, dass die beiden trotz aller Anziehungskraft in der Lage sind, den Blick für ihre Umwelt zu behalten und den Verstand zumindest teilweise eingeschaltet lassen. Die Beziehung entsteht leise und langsam und ist geprägt von Sams Vorsicht und Unerfahrenheit. Echt neckisch fand ich, dass Sam Caleb liebevoll "Kuchenmonster" nennt, weil er ständig irgendetwas Süßes in sich ´reinstopft. Dabei musste ich jedesmal dick und fett grinsen und die ganze aufgebaute Spannung floss dahin. Auch die paranormale Natur Calebs ist interessant beschrieben und in der aktuellen Literatur noch nicht so abgegriffen. Während des Lesens steigt die Spannung kontinuierlich an und mündet in einem überraschenden Ende. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

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Die Erben der Nacht - Nosferas
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(18)

47 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Erben der Nacht - Nosferas

Ulrike Schweikert
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbt, 01.08.2012
ISBN 9783570308226
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:  
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Unearthly - Heiliges Feuer
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(81)

212 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

engel, liebe, tod, fantasy, christian

Unearthly - Heiliges Feuer

Cynthia Hand , Isabell Lorenz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783499256998
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Tucker ist gerettet! In letzter Sekunde konnte Clara ihn aus dem Feuer unter Missachtung ihrer Aufgabe als Engelsblut herausholen. Und während sie noch über die Folgen ihres Handelns nachdenkt, hat sie bereits weitere Träume, die Fürchterliches erahnen lassen. Dabei befindet sie sich auf einer Beerdigung und alle ihre Freunde sind auch da - doch wo ist Tucker? Panik macht sich in Clara breit; die Angst, den Jungen, den sie liebt, zu verlieren ist groß. Doch was soll sie tun?
Derweil gründet sie gemeinsam mit Angela, ihrem Bruder Jeffrey und Christian einen Engelclub, damit sie hier Informationen austauschen und ihre Fähigkeiten trainieren können. Doch ihr Bruder zieht sich mehr und mehr aus Claras Leben zurück, die dies jedoch aufgrund ihrer eigenen Sorgen nur am Rande registriert. Was ist los mit ihm? Weshalb verhält sich Jeffrey so merkwürdig? Und auch ihre Mutter tut sich weiterhin schwer, Clara mehr über ihr Leben als Engelsblut zu erklären. Was verbirgt sie?

Die Handlung setzt unmittelbar nach Ende des ersten Bandes der "Unearthly"-Saga ein. Das fand ich sehr schön, befand ich mich doch gleich wieder unmittelbar in der gewohnt spannenden und fesselnden Handlung. Die Verbindung zu Clara war ungebrochen und so fühlte ich gleich wieder mit ihr und begleitete sie durch die Geschichte. Ich war so gefesselt, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, nicht mal um mir die zwischendurch dringend benötigte Packung Taschentücher zu holen. Doch natürlich enthält die Geschichte auch viele schöne und romantische Aspekte, die sehr ausführlich und schön beschrieben sind, dabei aber nie ins Kitschige abzugleiten drohen. Immer noch befindet sich Clara im emotionalen Zwiespalt hinsichtlich Tucker und Christian. Während sie Tucker aufrichtig liebt, wird ihr nach Konfrontationen mit den Schwarzflügeln immer mehr klar, dass sie ihn damit auch in Gefahr bringt. Und auch Christian löst Gefühle in ihr aus, so dass sie sich weiterhin von ihm angezogen fühlt. Dabei verstärkt sich weiterhin der Eindruck, dass sie beide irgendwie zusammengehören. Wie soll sie sich entscheiden?

Das Cover von "Heiliges Feuer" gefällt mir sogar noch besser als das von "Dunkle Flammen" und das, obwohl das schon sensationell gelungen war. Aber die Schlichtheit der Farben des doch sehr ähnlichen Motivs war noch beeindruckender als die farblich intensive Version des Vorgängers. Es ist wunderschön und romantisch und ein absoluter Hingucker.

Die "Unearthly"-Reihe von Cynthia Hand ist einfach ein Knüller. Hier stimmt einfach alles: toller, geradezu fesselnder Schreibstil, sympathische Charaktere und eine wunderschöne Story, die einen einfach umhaut. Nach dem grandiosen Auftakt der Reihe habe ich erst befürchtet, dass Band 2 das sicher nicht halten kann, aber: Weit gefehlt! Ich habe diesen Teil noch fesselnder und noch emotionaler empfunden. Dadurch, dass hier noch weitere, neue Charaktere ihren Auftritt haben, wird die Geschichte noch runder und ist alles, nur kein Abklatsch des ersten Bandes. Ich war begeistert und kann den abschließenden Band der Trilogie kaum noch erwarten. "Unearthly" ist für mich eine der Top-Engelsreihen der letzten Jahre und ich empfehle jedem Fan von Jugend- und/oder Fantasybüchern: Unbedingt lesen!

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Mira und der weiße Drache
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(22)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

zauberer, abenteuer, hexe, kinderbuch, drachen

Mira und der weiße Drache

Margit Ruile , Laurence Sartin
Fester Einband: 235 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 20.01.2012
ISBN 9783760783543
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Mira ist gar nicht begeistert! Da ihre Mutter nach Berlin reisen muss und ihre Tochter nicht mitnehmen kann, soll diese nun zu ihrer Großtante aufs Land fahren. Auf dem Weg dorthin lernt sie das Mädchen Miranda kennen, das ihr aus einer unangenehmen Situation hilft. Angekommen bei ihrer Großtante fühlt sich Mira zunächst sehr verloren. Tante Lisbeth ist eine ordnungsliebende ältere Dame, die unmissverständlich deutlich macht, wie sehr ihr Miras Aufenthalt Unannehmlichkeiten bereitet.
Als sie aus Langeweile eine nahegelegende Burg besichtigt, trifft sie zufällig erneut auf Miranda, die sich oberhalb der Bibliothek versteckt hält. Steigt da wirklich gerade ein kleiner Drache aus dem Buch, das Miranda da auf ihrem Schoß hält? Mira ist zunächst tief verwirrt, doch als sie nochmals nach Miranda schauen will, ist diese nicht mehr aufzufinden. Nur das mysteriöse Buch liegt verlassen auf ihrem Platz. Heimlich und mit aufkommendem schlechten Gewissen steckt Mira das Buch ein.
In ihrem kleinen Zimmer bei ihrer Tante Lisbeth angekommen, blättert sie neugierig darin. Einer Eingebung folgend spricht sie dabei denselben Spruch, den sie auch schon aus Mirandas Mund gehört hat und siehe da: Tatsächlich steigt der weiße Drache erneut aus dem Buch. Fassungslos starrt sie das merkwürdige Wesen an, doch was sie dann von ihm erfährt, stellt ihre Welt total auf den Kopf.

Margit Ruile ist mit "Mira und der weisse Drache" ein wundervoller Auftakt einer Kinder-/Jugendbuchreihe gelungen. Das Mädchen Mira entdeckt hier die zauberhafte Welt der Magie und macht Bekanntschaft mit weißen und schwarzen Zauberern, sprechenden Brunnen und Gartenzwergen und fantasievollen Geisterscheinungen. Durch die Entdeckung der Geheimnisse des Buches wird sie ein Teil dieser Welt und als dieses gestohlen wird, macht sie sich gemeinsam mit Miranda auf die gefährliche Suche danach. Dabei erlebend die beiden viele Abenteuer, die ihre Freundschaft festigt. Wird es ihnen gelingen, das Buch vor den schwarzen Zauberern zu retten? Und wer ist der Verräter in den Reihen der weißen? Wem können sie noch trauen?

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und leicht zu lesen. Die Charaktere sind liebevoll und sehr detailreich gezeichnet, ebenso wie der Rest des Buches. Gleich zu Beginn habe ich mich mit Mira verbunden gefühlt und ihre Abenteuer miterlebt. Besonders gut gefallen hat mir ein wunderschöner Zaubergarten und seine Bewohner, der durch die ausführlichen Beschreibungen direkt vor meinem geistigen Auge erschienen ist. Der eigenwillige Gartenzwerg, der direkt mein Migefühl hatte, ebenso wie das geniale Visitenkartenmännchen gehören zu den liebevollen Details, die das Buch zu etwas Besonderem machen. Mir hat das Buch mit dem ansprechenden Cover ausgezeichnet gefallen und ich würde es auch außerhalb der angegebenen Altersklasse empfehlen, da ich überzeugt davon bin, dass auch Erwachsene daran Gefallen haben werden. Der zweite Band der Reihe ist übrigens letzten Monat erschienen und wird sich bestimmt bald in meinem Bücherregal einfinden.

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Als die Welt zum Stillstand kam
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88 Bibliotheken, 0 Leser, 7 Gruppen, 25 Rezensionen

beamen, dystopie, zukunft, freundschaft, jugendbuch

Als die Welt zum Stillstand kam

Gabi Neumayer , Johannes Wiebel
Fester Einband
Erschienen bei Beltz, J, 01.08.2012
ISBN 9783407811202
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Celies Eltern Felix und Jenna sind die Erfinder des Tornetzes, mit dem Menschen und Gegenstände in Sekundenschnelle von einem Ort zum anderen gebeamt werden können. Nach dem Tod ihres Vaters wächst Celie allein bei ihrer Mutter auf, die viel zu sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt ist, als sich ausreichend um ihre Tochter kümmern zu können. Nur ihre Freunde Alex und Bernie scheinen Celie nahezustehen. Dies belastet die Beziehung von Mutter und Tochter sehr und als Jenna durch einen mysteriösen Beamunfall zu Tode kommt, bricht Celies Welt vollends zusammen und sie flüchtet sich unter falschem Namen in die Kommune der sogenannten Mobilen, die sich gegen die Tortechnik aussprechen und sich bemühen, ihr Leben unabhängig hiervon zu gestalten. In ihrer Verzweifelung stößt sie auch ihre beiden Freunde - insbesondere Alex, dem sie zunächst die Verantwortung an dem Tod ihrer Mutter gibt - zurück. Doch wer oder was ist wirklich die Ursache von Jennas Tod?

Doch dann kommt es plötzlich zu einem Zusammenbruch des Netzes und nichts ist mehr wie es vorher war. Da inzwischen fast alles auf der Welt über die Tore geregelt wird, ist auch die Wasser- und Stromversorgung damit gekoppelt und alle alten Leitungen wurden seitdem nicht mehr gewartet. Auch die Straßen, die dank des Tornetzes ebensowenig mehr benötigt wurden, wie Autos und andere Transportmittel. Der Zusammenbruch des Netzes hat die komplette Infrastruktur lahmgelegt und die Menschen in einen Ausnahmezustand versetzt. Innerhalb kürzester Zeit verwandelt sich die moderne Zivilisation zurück in die tiefste Vergangenheit und Plünderungen und Mord sind an der Tagesordnung. Es regiert das Gesetz des Stärkeren. Doch wer ist für den furchtbaren Ausfall verantwortlich?

Gabi Neumayers Jugendroman basiert auf einer wirklich gelungenen Idee. Was wäre wenn Beamen möglich wäre? Ich denke, diese Frage hat sich bestimmt jeder schon einmal gestellt, der mal in den Genuß irgendeiner Star Trek-Folge gekommen ist. Wieviel Zeit würde man sparen, wenn man innerhalb von Sekunden in der Schule oder auf der Arbeit wäre? Wie viele wundervolle Orte könnte man besuchen, wenn es nur weniger Sekunden bedarf, dorthin zu gelangen? Endlich könnte die Umwelt sich erholen; die meisten Abgase würden der Vergangenheit angehören. Der Gedanke ist einfach traumhaft. Aber das alles hat natürlich auch seine Schattenseiten. Die Strafverfolgung würde durch ein vielfaches schwieriger, ganze Industriezweige und damit viele, viele Arbeitsplätze würden zerstört. All diese Aspekten hat die Autorin in ihrem Buch bedacht. Es ist sehr ausführlich recherchiert, sehr durchdacht und wunderschön geschrieben.

In dem Moment, in dem das Tornetz ausfiel war der Spannungsbogen auf Anschlag und kam während der gesamten Geschichte nicht wieder herunter. Sehr schön werden hier die Erlebnisse von Celie, Alex und Bernie erzählt, drei junge Menschen, die sehr unterschiedlich sind und genauso verschieden auch mit der Krisensituation umgehen. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Erzählstrang und wird dem Leser dadurch nähergebracht, bis diese Stränge letztendlich wieder alle zusammenfinden. Auch einige kleinere Randgeschichten werden miteingeflochten um das ganze Ausmaß der Lage zu verdeutlichen. Ebenso wie die Tagebucheinträge von Jenna, die sehr schön die Entstehung des Tornetzes und die Gedanken der Mutter skizzieren.

Ich fand es sehr erschreckend, wie abhängig sich die Menschen von der Technik gemacht haben und wie schwer es ihnen fiel sich bei ihrem Ausfall wieder auf sich selbst und ihre Fähigkeiten zu besinnen. Auch die Brutalität, mit der der Überlebensinstinkt bei dem einen oder anderen auftrat, hat mich schwer zum Nachdenken gebracht und lässt in mir die Frage zurück, wie weit wäre ich bereit, in so einem Fall zu gehen?

"Als die Welt zum Stillstand kam" ist ein tolles Zukunftsszenario, das mich gefesselt und begeistert hat, und nach dem Lesen immer noch mit einem leisen Ton in mir nachklingt. Ein Jugendroman, den ich gerne weiterempfehle und, der nicht nur Jugendliche begeistern wird.

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Reckless – Lebendige Schatten
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(175)

382 Bibliotheken, 10 Leser, 5 Gruppen, 76 Rezensionen

fantasy, märchen, fuchs, reckless, motte

Reckless – Lebendige Schatten

Cornelia Funke , Lionel Wigram , Cornelia Funke
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Dressler, 01.09.2012
ISBN 9783791504896
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Will ist gerettet, doch der Preis, den sein Bruder Jacob bezahlt hat, ist unermesslich hoch. Verzweifelt sucht er nach einer Möglichkeit, wie er die Motte der Fee wieder loswerden kann, ohne sterben zu müssen, aber bisher hat er noch keine Lösung gefunden. Und das, obwohl er bereits fast alles ausprobiert hat, was ihm in den Sinn gekommen ist, egal wie wagemutig dies auch war.

Als Jacob wieder zurück in die Spiegelwelt geht, trifft er das erste Mal nicht sofort auf Fuchs, die sonst immer auf ihn wartet. Von Chanute erfährt er, dass sie einen Auftrag erledigt und sich bei dem Zwerg Vailant auf dessen Burg befindet. Nachdem er ihr nachgereist ist, erzählt Vailant ihm von Guismund, dem Hexenschlächter und dessen Vermächtnis, das Jacob neugierig macht. Dabei klammert er sich an eine seltsame Geschichte über ein Artefakt, dass dieser besessen hat und, das vielleicht seine letzte Rettung ist. Also machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach dessen Grabkammer.

Dort angekommen entdecken sie jedoch, dass sie nicht allein auf Schatzjagd sind. Nerron, ein Goylbastard, sucht ebenfalls danach und die beiden vertiefen sich in einen spannenden Konkurrenzkampf, der auch gleichzeitig ein Kampf gegen die Zeit für Jacob wird. Denn sticht die Motte auf seiner Brust das sechste Mal schmerzvoll zu, wird sie sich von ihm lösen, und sein Leben ist verwirkt. Wird es Jacob gelingen, dass Artefakt rechtzeitig zu bekommen? Und wird er sich so retten können?

Auch der zweite Teil der Reckless-Reihe ist flüssig geschrieben und lässt sich angenehm lesen. Gespickt mit Andeutungen zu Märchen jedweder Art ist es ein Vergnügen, der spannenden Geschichte zu folgen. Besonders gut gefallen hat mir, dass sich Fuchs und Jacob in diesem Band langsam ihrer Gefühle immer mehr klarzuwerden scheinen. Den Tod vor Augen, scheint sich Jacob das erste Mal mit seinem bindungslosen Verhalten auseinanderzusetzen und erst als Fuchs in Gefahr gerät, ist ihm vollends klar, was er für seine treue Freundin empfindet. Doch aus Schutz für sie und sich selbst weigert er sich, diesen Empfindungen nachzugehen.

Die beiden stoßen auf interessante neue Charaktere, die sehr schön beschrieben sind und die Geschichte, meiner Meinung nach, sehr bereichern. Auf einer Autkion lernt Jacob einen mysteriösen Mr. Earlking kennen. Dieser lässt durchblicken, dass auch er Kenntnis von der Spiegelwelt hat und überreicht Jacob seine Karte, die ihn fortan fast durch die komplette Handlung "begleitet". Wer ist dieser Mann und was sind seine Absichten? Ich könnte mir vorstellen, dass wir auch ihn in einer Fortsetzung wiederfinden werden, auf die ich sehr gespannt bin.
Der dramatische Wettlauf mit dem Goyl Nerron, der selbst schwer an seiner eigenen Vergangenheit zu tragen hat, sorgt für ungebrochene Spannung. Auch weitere Hinweise auf Jacobs verschwundenen Vater dürfen hier nicht fehlen und machen mich neugierig auf den nächsten Band. Wird er ihn letzten Endes finden?

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