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Weiß ich, wann es Liebe ist?
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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, reise, kloster, rosengarten, tochter

Weiß ich, wann es Liebe ist?

Audur Ava Ólafsdóttir , Angelika Gundlach
Flexibler Einband: 302 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 17.08.2011
ISBN 9783518462638
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Arnljòtur, ein 22-jähriger junger Mann aus Island macht sich auf den Weg in die weite Welt. Er will verarbeiten, was ihm in jungen Jahren schon wiederfahren ist.
Den Tod seiner Mutter, die mit 59 Jahren den Folgen eines Autounfalls erlag.
Dem überraschenden, aber wunderhübschen Ergebnis einer Liebesnacht in Form seiner Tochter.
Sein Leben als gesunder Bruder, während sein Zwillingsbruder Josef sehr autistische Züge aufzeigt.

Um sich selbst zu finden, wie er es nennt, hat Arnljòtur beschlossen, einen alten, aber berühmten Rosengarten eines Kloster in Ordnung zu bringen. Seine Mutter hat es geschafft, auf dem Lavaboden Islands Pflanzen zum Wachsen zu bringen und ihr Sohn hat ihr oft dabei zugeschaut, später auch geholfen. Und da er entgegen den Erwartungen seines Vaters nicht studieren, sondern lieber Gärtner werden möchte, nimmt er die Herausforderung an. Außerdem möchte er in diesem Rosengarten eine Rose anpflanzen, eine besondere Rose seiner Mutter, eine sogenannte Achtblattrose.
Auf dem Weg dorthin geht nicht alles auf Anhieb glatt, aber letztendlich schafft er es doch. In der Ruhe und Einsamkeit hat er viel Zeit, um über sein Leben, seine Tochter und seine Zukunft nachzudenken. Doch die Ruhe hält nicht lange an und er bekommt die Chance, seine Tochter näher kennen zu lernen, als er jemals erwartet hat.

Meine Meinung

Ein wunderbares Buch, vollkommen unspektakulär und scheinbar alltäglich, und doch so packend, dass ich es innerhalb von 24 Stunden begonnen und beendet habe. Zart wie die Rosenblätter fliegen die Worte nur so dahin, ebenso wie die Zeit. Vorsichtig, wie der dornenlose Stiel der Achtblattrose, geht die Autorin mit der Sprache um, klar einerseits, und doch auf seine besondere Art poetisch.
Der schleichende Prozess des Abnabelns vom Elternhaus wird hier so dargestellt, dass es dem Vater eher schwer fällt, seinen Sohn gehen zu lassen.
Es ist irgendwie witzig, die Dialoge beim Telefonieren zu verfolgen, aber auch berührend, weil Vater auch über die Distanz hinweg fürsorglich sein will.
Außergewöhnlich gut gefiel mir dann allerdings die Zeit, in der Arnljòtur die Gelegenheit bekommt, seine Tochter Flòra Sòl, die mittlerweile 9 Monate alt ist, bei sich aufzunehmen und sie für einige Wochen zu versorgen.
Dieses kleine Mädchen kann in seiner Art so offen und doch so zerbrechlich wirken, dass es den Vater ziemlich schnell um den Finger wickelt. Das ist auf so berührende Art und Weise beschrieben, dass ich als Aussenstehende gerne näher gekommen wäre, um die beiden zu beobachten.
In dieser Zeit erfährt Arnljòtur viel über sich selbst, und man hat schon das Gefühl, dass aus dem zaghaften 22-jährigen langsam eine Persönlichkeit wächst.
Das Gesamtbild ist sehr liebevoll und detailreich verpackt, ohne kitschig zu wirken. Das einzige, was ich schade finde, ist, dass ich nicht im geringsten weiß, wo dieser Rosengarten ist.

Unterm Strich

Im Laden hätte ich es wohl kaum beachtet, aber dann hätte ich einen wunderbaren kleinen Schatz versäumt.

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Tags: island, kloster, liebe, reise, rosengarten, tochter   (6)

  

 

Eine Frau bei 1000°
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80 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 29 Rezensionen

island, vergewaltigung, deutschland, krieg, dänemark

Eine Frau bei 1000°

Hallgrimur Helgason , Karl-Ludwig Wetzig
Fester Einband: 530 Seiten
Erschienen bei Tropen-Verlag Label von Klett-Cotta, 01.09.2011
ISBN 9783608501124
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Was ist nur schief gelaufen, wenn eine alte Frau mit 80 Jahren in Island in ihrem Krankenbett in einer Garage wohnt? Ich denke mal, einiges. Herbjörg Maria Björnsson ist soweit: Sie will endlich sterben. Schluss - Aus - Ende. Doch vorher erfahren wir ihre Lebensgeschichte. Und die hat es in sich, denn Herbjörg hat einiges erlebt und zudem mittlerweile Haare auf den Zähnen. Das war jedoch nicht immer so.

Als Kind hat sie den 2. Weltkrieg ziemlich nah mitbekommen. Ihr einziges Andenken aus dieser Zeit ist eine Handgranate, die ihr Vater ihr gab für den Fall, dass sie einmal in Not gerät. Bis heute hat sie dieses Ding immer bei sich. Tag und Nacht. Überall. Und jetzt auch im Bett. Sie nennt es liebevoll ihr Hitlerei.

Um den Kontakt zur Welt zu haben, beschäftigt sie sich viel mit ihrem Laptop, ist sogar bei Facebook, allerdings mit mehreren Profilen und auch nicht immer ganz ehrlich.

Drei Söhne hat sie, aber keiner der Herren hält es mal für nötig, sie zu besuchen, oder sich wenigstens nach ihr zu erkundigen.

Ach ja, den Termin für ihre Verbrennung hat sie auch schon klar gemacht, aber schön heiß bitte.

Meine Meinung

Ich hatte mich schon sehr auf das Buch gefreut, weil es nicht das erste des Autors ist, das ich gelesen habe. Und auch hier habe ich seinen Schreibstil sehr genossen. Mit teilweise ziemlich losem Mundwerk nimmt die Protagonistin Herbjörg Maria den Leser mit durch ihr sehr bewegtes Leben, gespickt mit jeder Menge Steine im Weg. Es gab viele Haltestellen in ihrem Leben und von jeder erfahren wir etwas.

Leider erfährt der Leser von einem Ereignis meines Erachtens ein wenig zu viel: Vom 2. Weltkrieg. Der wird förmlich von Anfang bis Ende begleitet, leider. Denn ich hätte lieber mehr aus Herbjörgs Jetzt-Zeit erfahren. Natürlich ist es ein ebenso wichtiger Abschnitt in ihrem Leben wie auch zum Beispiel ihre Erfahrungen mit ihren Ehemännern, immerhin hatte sie 4 davon. Allerdings war der letzte sicherlich nicht der Beste. Gesoffen, geschlagen und vergewaltigt, das ist nicht das, was "Frau" sich von der Ehe wünscht.

Viele Erinnerungen werden festgehalten in diesem biographischen Werk, bis sie endlich ihr Ziel zu sterben erreicht. Familie, Krieg, Wirtschaftskrise, hier kommt nichts und niemand zu kurz.

Hallgrimur Helgason zeigt hier das Leben einer Frau auf, die einerseits hart und direkt durch ihr Leben gegangen ist, andererseits aber auch sehr sensibel und mitfühlend dargestellt wird. Sie ist in meinen Augen ein wenig wie ihre Handgranate: Harte Schale, weicher Kern, wobei ich keine Ahnung habe, ob eine Handgranate innen weich ist . . .

Insgesamt sehr detailreich, herrlich schrullig, aber auch sehr sensibel, so würde ich es kurz beschreiben.

Unterm Strich

Zu viel Krieg, wenn es nach mir ginge, aber trotzdem lesenswert, wenn man es ironisch und direkt mag.

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Tags: alt, garage, handgranate, herbjörg maria, island, krieg, laptop, wirtschaft   (8)

  

 

Drift
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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

alkohol, krieg, drogen, helena, marina

Drift

Michel Bozikovic
Fester Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Tropen-Verlag Label von Klett-Cotta, 19.08.2011
ISBN 9783608502114
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Drift- Julien, 19 Jahre alt, hat das Auto seiner Eltern geklaut, will in den Krieg nach Kroatien. Drift- Martin, Journalist, Drogen, Alkohol. Drift- der Krieg ist grausam. Drift- die verlorene Liebe schmerzt. Drift- Selbstmord ist keine Lösung. Drift- wohin? Drift- warum?

Die Geschichte zweier Männer: Julien und Martin.
Julien fährt heimlich mit dem Wagen seiner Eltern nach Kroatien, er will dort an die Front, und es ist ihm egal, wenn er dabei selbst umkommt. Nach vielen Problemen und Umwegen trifft er auf einen Aufklärungstrupp und schließt sich ihm an. Julien ist ein Naturtalent, er trifft alles, auf was er auch zielt. In seiner Gruppe lernt er Marina kennen, und weiß, sie ist seine große Liebe. Doch zum Lieben bleibt keine Zeit. . .

Martin ist Journalist. Er lebt mit Helena zusammen, doch die schmeißt ihn raus, weil er einfach nicht vom Alkohol und den Drogen lassen kann. Ein Buch will er schreiben über den Krieg, denn er hat Julien kennen gelernt und ihn interviewt. Doch er steht sich selbst im Weg und seine Alkohol- und Drogeneskapaden ändern auch nichts an der Sichtweise.

Es war nicht einfach, dieses Buch zu lesen, es zu greifen, zu begreifen. Und es ist nicht einfach, darüber nun etwas zu schreiben. Zwei Männer- zwei Geschichten, zwei so grundverschieden erzählte Leben.
Die Geschichte um Julien ist hart, anonym, unpersönlich. Es ist schwer, einen Draht zu ihm zu finden, zu groß ist die Distanz zu ihm. Und es dauert, bis der Kontakt zustande kommt. Anfänglich hatte ich das Bedürfnis, Juliens Seiten schnell wegzulesen, wegzuwischen.

Mit Martins Geschichte kam ich zu Beginn besser zurecht, sein Leben hatte Farbe, Leben, Dynamik, einen "normalen" Alltag. Er ist einem näher, er könnte mein Nachbar sein. Und beim Lesen wünschte ich mir, mehr von ihm zu erfahren.
Im Verlauf änderte sich das aber, Martin wurde mir zusehend unsympathischer, seine Geschichte verschwimmt immer mehr, es gibt keine Chronologie darin. Die Orts- und Zeitwechsel verwirren, und ich verlor leider nach und nach den Überblick. Fast hatte ich den Eindruck, dass seine Drogen mir das Gefühl nahmen.

Bei Julien dagegen geriet immer mehr Bewegung in die Geschichte. Immernoch anonym, aber inzwischen lebendiger, mitfühlender. Durch die vielen, schrecklichen Ereignisse, die ihm und seinem Trupp geschehen, wird das Ganze emotionsgeladen, es zieht einen mit sich, der Krieg kommt dem Leser immer näher. Man hat als Leser das Gefühl, mit ihm im Graben zu liegen, den Geruch der feuchten Erde in der Nase, die Stille im Wald, das Warten.

Es ist ein gutes Buch, ohne jede Frage. Es schönt nichts, am Krieg gibt es nunmal nichts schönes. Es ist ein hartes Buch. Und es regt sehr zum Nachdenken an. Ein Buch, das auch nach dem Ende nicht wirklich endet. Es wird nicht jedem gefallen, aber das muß es auch nicht. Der Krieg gefällt auch nicht. . .

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Tags: alkohol, drogen, helena, julien, krieg, marina, martin   (7)

  

 

Letzte Ausfahrt vor der Grenze
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kurzgeschichten, beziehung, hass, leid, frauen

Letzte Ausfahrt vor der Grenze

Irene Prugger
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 01.08.2011
ISBN 9783852186993
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

18 Kurzgeschichten sind in diesem Buch vereint, es geht mehr oder weniger um Beziehungen. Beziehungen zum Leben, zum Partner, zum Liebhaber, zum Schulkind, einfach zu allem.

Da ist zum Beispiel Frederik, der dafür sorgt, dass ein Zug 3 Stunden Verspätung hat. Oder die Lehrerin, die aufmüpfige kleine Schüler mal eben im Dunklen stehen läßt. Und dann ist da noch die glückliche Ehefrau, die sich auf das Treffen mit ihrem Liebhaber freut, aber leider den Zettel mit der Wegbeschreibung auf dem Küchentisch liegen läßt. Vielleicht möchten Sie aber auch mehr erfahren über den alten Hund und sein Verhältnis zu Katzen?

Meine Meinung

Kurzgeschichten zu lesen ist eigentlich nicht unbedingt meine erste Wahl. Eigentlich müsste ich zwischen jeder Geschichte pausieren und etwas anderes lesen. Hab ich hier nicht getan, sondern durch gelesen. Obwohl die Geschichten mich nicht sonderlich gepackt haben, war das Lesen ansich kein Problem.
Irene Prugger hat eine Art, zu schreiben, die ich als sehr distanziert beschreiben möchte. Die Personen empfand ich als sehr blass, ja schon farblos dargestellt. Es gab keine, die mir auf Anhieb sympathisch erschien, das kann aber auch daran liegen, dass Frau Prugger vielleicht nicht gerne Namen vergibt. Zumindest läßt das Buch dies vermuten, denn über eine verwirrende Namenvielfalt kann sich der Leser diesmal wirklich nicht beklagen.
Die Geschichten ansich beinhalten häufig eine fühlbare Unentschlossenheit, in welche Richtung es wohl gehen könnte. Fast baut sich so etwas wie Spannung auf, um dann doch wieder abzuflachen. Schade. . . ein wenig mehr Spannung würde dem Buch sicher gut stehen, wobei eine ordentliche Portion Ironie ja auch nicht schadet.
Und trotzdem: Tiefgründig sind sie allesamt, ohne jede Frage. Nur lassen sie den Leser am Ende manchmal förmlich im Regen stehen. Von daher bin ich auch nach dem Lesen immernoch unentschlossen- hat es mir gefallen?

Unterm Strich

Ja, irgendwie hat es mir schon gefallen, vielleicht, weil es doch mal etwas anderes ist. Die Ironie der einzelnen Geschichten ist gut portioniert, nur die häufige Namenlosigkeit, die Anonymität hat mir nicht gefallen. Mir war es eindeutig zu anonym.

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Tags: beziehung, grenze, hund, kurzgeschichten, mord, zug   (6)

  

 

Chill mal, Frau Freitag
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269 Bibliotheken, 14 Leser, 3 Gruppen, 60 Rezensionen

schule, lehrer, schüler, humor, lehrerin

Chill mal, Frau Freitag

Frau Freitag
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.03.2011
ISBN 9783548373997
Genre: Comic & Humor

Rezension:

Frau Freitag ist Lehrerin und unterrichtet eine 9. Klasse einer Gesamtschule. Dass das heutzutage nicht unbedingt ein Vergnügen ist, kann man sich wohl nur zu gut vorstellen. Und so nimmt Frau Freitag uns mit auf ein Jahr Schule mit total chaotischen Schülerinnen und Schülern. Eine Horde voller hibbeliger, großschnäuziger, pubertierender Jugendlicher, die sich super auskennen, wenn es um Schminken oder Fußball geht. Die perfekt die Gossensprache beherrschen, und reich wären, wenn sie für jede Ausrede, warum sie mal wieder zu spät sind, einen Euro bekommen würden. Für diese Schätzchen müsste eigentlich der Duden neu geschrieben werden bei der Rechtschreibung und dem ausgewählten Wortschatz, denn sie zu tage bringen.
Haben Sie eine Ahnung, wie lang so ein Jahr eigentlich ist? Und wieviel Ferien darin vorkommen? Das ist nichts für Frau Freitag, die würde am liebsten jeden Tag des Jahres zur Schule gehen. Ideen hat sie viele, Träume auch. Zum Beispiel dass all ihre Schüler nicht sitzen bleiben. Oder das sie alle einen Schulabschluss schaffen. Oder oder oder . . .

Meine Meinung

Wollen Sie ein Buch lesen, dass den Alltag unserer Schulen hier in Deutschland beschreibt oder doch lieber etwas ernsthaftes? Gut, Alltag in der Schule, das können Sie haben. Frau Freitag beschreibt auf voll korrekte Art, Alter, was geht ab in de' Schule.
Nein, jetzt mal ehrlich: Also wenn es tatsächlich so zur Sache geht, wundere ich mich tatsächlich, warum es überhaupt noch Schulen gibt. Die Jugendlichen sind selten anwesend, und wenn doch, dann auch nicht wirklich. Da wird gequatscht, geschminkt, gestänkert, gemeckert, und ja, aus Versehen auch mal etwas gelernt.
Aber ich kriege graue Haare, wenn ich schon diese 2 - 3- Wort-Sätze höre oder gar lese. "Alter, Stadt?" oder "Frau Freitag, Bleistift?" Auf nette Art versucht Frau Freitag ihr Wissen an die Schüler weiter zu geben. Scheinbar gelingt das nicht immer, sonst würden sie wohl einen Spast nicht für einen Vogel halten, oder wissen, dass Hitler nicht die Mauer gebaut hat.
Auf lockere, teilweise haarsträubend komische Art und Weise geht dieses Schuljahr rum und Frau Freitag mittendrin. Sie muß von sehr kämpferischer Natur sein, Nerven wie Drahtseile, Ohren wie ein Luchs und Augen wie ein Uhu haben. Sie muß für ihren Beruf geboren sein, denn soviel Geduld und Ausdauer, das kann man nicht lernen, das gibt es nur von vornherein im Blut.

Teilweise gingen mir die Sprüche etwas auf "die Kette", wie sie selbst so schön sagt. Manches war aber auch wirklich zum Quietschen komisch. Nicht selten habe ich meiner Tochter daraus vorgelesen, die herzlich in mein Gelächter einstieg. Wunderbar selbstironisch und voller utopischer Traumvorstellungen geschrieben, man wird ja wohl mal träumen dürfen.

Unterm Strich

Ein Buch zum Lachen, aber bitte nicht zum Ernstnehmen, sonst verliere ich womöglich den Respekt gegenüber den Lehrern meiner Tochter. Und noch ein Vorschlag zur Güte: Sollte es dieses Buch jemals als Hörbuch geben, schlage ich Carolin Kebekus vor, denn in meinem inneren Ohr habe ich bei sehr vielen Aussprüchen ihre Stimme gehört . . . ich bin mir ganz sicher.

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Tags: alltag, hausaufgaben, lehrer, lernen, schule, zukunft   (6)

  

 

Romantik für Anfänger
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liebe, telenovela, berlin, ron markus, humor

Romantik für Anfänger

Ron Markus
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.04.2011
ISBN 9783462042917
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:  
Tags:  

  

 

Gottes leere Hand
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krankenhaus, glasknochen, krankheit, krankenschwester, tod

Gottes leere Hand

Marianne Efinger
Fester Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 13.07.2010
ISBN 9783937357409
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Krankenhaus; damit verbinden die meisten Menschen nichts Gutes. Sie gehen meist nicht gern in ein Krankenhaus, weder als Patient, noch als Besucher. Aber manchmal läßt es sich nicht vermeiden. Manuel Jäger war schon oft im Krankenhaus, zu oft. Und auch nun scheint es unvermeidbar, denn er hatte einen akuten Anfall von Sauerstoffmangel. Manuel weiß, wie es im Krankenhaus zugeht, denn er hat sogenannte Glasknochen, Knochen, die viel zu schnell brechen können. Er weiß schon garnicht mehr, wie oft er wegen eines Knochenbruches operiert werden musste. Und nun muß er ins Marienhospital, weil er seinem besten Freund Lothar versprochen hat, sich vorsichtshalber doch untersuchen zu lassen. Und bis Weihnachten ist er bestimmt wieder zuhause.

Aber sein Aufenthalt steht unter keinem guten Stern, stundenlang steht er im Röntgen, sein Rollstuhl ist ungebremst, und Manuel könnte sich bei dem Versuch, die Bremse anzuziehen, schon das Handgelenk brechen. Auf der Station herrscht Hetik, schlechte Stimmung, das Pflegepersonal ist chronisch überarbeitet, und sein Mitpatient provoziert ihn ständig. Die Ärztin ist oberflächlich, immer nur schnell schnell, der Arzt im Praktikum noch viel zu unsicher. Schwester Dagmar ist mächtig erkältet, und kommt trotzdem zum Dienst, Schwester Marion und Jutta zicken sich nur an, die Schülerinnen kommen zu kurz, Anordnungen werden wegen schlechter Erklärungen nur mangelhaft oder verkehrt ausgeführt. Und mittendrin immer wieder Manuel, dem es jeden Tag schlechter statt besser geht.

Meine Meinung

Ich hatte mich nach einer Leseprobe sehr für das Buch interessiert, da ich ja selbst als Krankenschwester tätig bin. Viele der geschilderten Situationen sind mir also nicht unbekannt. Aber so rechte Lesefreude wollte nicht aufkommen. Die Geschichte von Manuel Jäger ist sehr interessant, darum habe ich weiter gelesen. Aber der Schreibstil von Frau Efinger sagt mir überhaut nicht zu. Ihre Erzählweise ist mir einfach zu nüchtern, zu sachlich. Sie hat sich bemüht, viele fachliche Begrifflichkeiten zu erklären, und es wird auch viel über Kosten und Qualität diskutiert. Nur fand ich diese Passagen einfach zu lang, zu ausführlich, und schlichtweg uninteressant. Wobei sie nebenbei gesagt keineswegs übertrieben hat mit ihrer Darstellung.

Mir fehlte einfach die Herzlichkeit, die dieser Beruf trotz aller Probleme mit sich bringt. Ihr Stil hat mich nicht berührt, ich finde es lieblos und kühl. Natürlich geht es um kranke Menschen, aber auch die sind nicht ohne Emotionen, und es sind viele ernste Situationen beschrieben, das ist wirklich nicht zum Lachen, ganz im Gegenteil. Die Autorin war selbst Krankenschwester, und wenn sie wirklich ihre Erfahrungen in diesem Roman verarbeitet hat, tut es mir leid für sie, dass sich ihr vieles so dargestellt hat, wie es in diesem Buch zu lesen war.

Unterm Strich

Eine Geschichte, die vielleicht das Leben schrieb, aber für mich sehr unlebendig erscheint. Ich hätte lieber mehr über Manuel Jäger erfahren, als über die Kostendeckelung und die Qualitätssicherung im Krankenhaus.

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Tags: angst, arbeit, glasknochen, hilfe, krank, krankenhaus, pflege, schwester, tod   (9)

  

 

Wo fahren wir hin, Papa?
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behinderung, vater, kinder, frankreich, behinderte kinder

Wo fahren wir hin, Papa?

Jean-Louis Fournier , Nathalie Mälzer-Semlinger
Flexibler Einband: 155 Seiten
Erschienen bei dtv, 22.10.2009
ISBN 9783423247450
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Ein Kind zu bekommen, das ist schon ein kleines Wunder. Das kann jeder nachempfinden, der selbst Kinder hat. Dieses kleine Lebewesen, das so perfekt ist, kaum zu glauben. Wie erschütternd ist dann die Diagnose, dass dieser kleine Mensch schwerbehindert ist. Wie kann das sein, warum nur? Man lernt, damit umzugehen, macht das beste daraus, wächst mit seinen Aufgaben.

Und dann wagt man als Paar den Schritt, und bekommt ein zweites Kind. Wie groß ist die Gefahr, dass auch dieses Kind behindert sein wird? Wohl kaum zu erwarten.
Und doch- hier ist es geschehen. 2 Kinder, 2 Söhne und beide schwerbehindert, nicht körperlich, sondern geistig.
Meine Güte, diesen Brocken muß man als Eltern erst einmal verarbeiten. Und dann gehen einem alle möglichen Gedanken durch den Kopf. Diese Kinder werden nie studieren, nie selbst Autofahren, nie selbst Kinder haben, nie nie nie. . .
Fournier beschreibt hier seine Gedanken, seine Gefühle auf eine Art und Weise, die nicht jedem gefallen wird, der dieses Buch liest oder selbst ein behindertes Kind hat. Und doch kann man jeden oder viele seiner Gedanken nachvollziehen.

Und wenn sich jemand so viele Gedanken um seine Kinder macht, muß er sie unendlich lieben.

In kurzen Sätzen und Abschnitten erfährt der Leser mehr über Mathieu und Thomas, über das, was sie können, wer sie sind, wie sie sind. Erfahrungen, die zum Nachdenken anregen, aber manchmal auch zum Schmunzeln. Denn trotz aller Probleme sind es Kinder. Auch wenn Fournier viele seiner Gefühle und Gedanken sarkastisch verpackt hat, geht es viel um die Umwelt, die Mitmenschen, die nicht unbedingt über seine ironischen Witze lachen können, wobei es ihnen wohl kaum auffällt, dass sich die Ironie und der Sarkasmus hauptsächlich gegen sie und nicht gegen die Kinder richtet. Da ist zum Beispiel die Situation in einem Spielzeuggeschäft beschrieben, in der der Verkäufer tolle Tipps für Geschenke hat, und dem Vater anschließend den Vogel zeigt, als dieser für seine 11- und 13-jährigen Söhne letztendlich wieder Bauklötze und Spielzeugautos kauft.
Ich bringe diesem Mann gegenüber meinen Respekt zum Ausdruck, denn ich finde es beeindruckend, dieses Tabu-Thema auf genau diese Art zu beschreiben, wie er es hier getan hat.

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Tags: behinderung, herausforderung, ironie, kinder, liebe, sarkasmus, umwelt   (7)

  

 

Pixity
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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

internet, pixity, rick, pädophili, jana

Pixity

Dieter Paul Rudolph
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei CONTE-VERLAG, 25.03.2011
ISBN 9783941657298
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Eine Stadt und ihre Bewohner, anonym, unbekannt, keiner weiß ob der andere so ist wie er sich hier gibt. . . das ist Pixity. Eine virtuelle Stadt im Internet, eine Seite für Kinder und Jugendliche, mit allem, was man sich nur vorstellen kann: Parks, Shops, Schwimmbad, Schule. Eigentlich sollte es den Usern die Möglichkeit geben, miteinander zu lernen, sich gegenseitig zu helfen. Doch nach und nach schleichen sich Pixies ein, die nicht die sind, die sie vorgeben: Vielmehr sind es Erwachsene mit perversen Neigungen, die den schnellen, anonymen, virtuellen Sex mit Kindern suchen, sich dabei nicht outen müssen.
Um das zu verhindern, ist der Programmierer und Mitbegründer von Pixity Bentner stets bemüht, alles im Griff zu haben. Aber wie der Satz "stets bemüht" schon sagt, ist dieses Ziel kaum zu erreichen. Bentner schleust sich als Fake in Pixity ein, um die Perverslinge gleich auszusortieren, doch die Situation entgleitet ihm immer mehr. Als es einen Mord an einem seiner Kollegen gibt, ist schnell klar, dass Pixity gefährlich ist, und nicht nur für die Bewohner dieser Stadt.
Ein Thema, das auf eine interessante Art und Weise hier dargestellt wird und zeigt, wie leicht es den Menschen mit abartigen Neigungen gemacht wird, ihre Perversionen ausleben zu können.

Doch leider hat Herr Rudolph eine Art zu schreiben, die mir nicht sonderlich zusagt. Ohne Emotionen, sehr nüchtern und farblos geht es durch dieses Buch. Es gibt durchaus Spannung, die aber leider immer nur von kurzer Dauer ist und dann schnell wieder absackt.
Im Verlauf der Geschichte scheint die Realität mit der virtuellen Welt zu verschwimmen, sodass ich zeitweise nicht gleich einordnen konnte, in welcher Welt die Handlung sich gerade befindet. Und die vielen Namen, im reellen als auch im virutellen Leben brachten noch zusätzliche Verwirrung.
Insgesamt auf jeden Fall interessant, aber durch den trockenen Schreibstil nicht sonderlich packend . . . was ich als sehr schade empfinde.

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Tags: anonym, internet, jana, pervers, pixity, rick, sex, stadt   (8)

  

 

Der Engel von Harlem
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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

new york, harlem, mutter, 1926, freundschaft

Der Engel von Harlem

Kuwana Haulsey , Dieter Fuchs
Fester Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Urachhaus, 08.10.2010
ISBN 9783825176983
Genre: Biografie

Rezension:

Müde, erschöpft, aber glücklich, so kann man Dr. May Chinn beschreiben. Denn sie hat es geschafft, sie ist die erste farbige Ärztin in New York City und es war ein langer, schwerer Weg bis dahin. Ihre Mutter hat Tag und Nacht gearbeitet, um ihrer Tochter das Studium zu ermöglichen. Eigentlich wollte May Musik studieren, denn mit ihrem Klavierspiel kann sie die Menschen verzaubern, doch während der Studienzeit wird sie kurzerhand ignoriert wegen ihrer Hautfarbe, und so hat sie keine Chance, sich zu beweisen.
Ihr Vater kann nicht verstehen, warum sie nicht einfach heiratet und sich stattdessen lieber in die Welt der Weißen einbringen will, immer wieder den Rassismus vor Augen.
Aber May lässt sich nicht unterkriegen, sie zeigt eine Stärke und kämpferischen Willen, um vorwärts zu kommen, auch wenn die Steine auf ihrem Weg eine beträchtliche Größe haben.

So begleitet der Leser ihren Weg, geht mit ihr in der Kindheit zur Schule, zieht mit ihr um, damit sie immer die bestmöglichen Schulen für sich besuchen kann, denn daran ist ihrer Mutter sehr viel gelegen.
Immer weiter und weiter, durch Krankheit, Liebe, Enttäuschung, Opfer, Hunger, Elend, doch stets ist ihre Mutter da, umgibt sie mit ihrer Liebe, beschützt sie, wo sie nur kann.
Ein wunderbares Buch, dessen Thematik mich sehr gefesselt und beeindruckt hat. Es liest sich manchmal wie aus einer anderen Welt, man mag garnicht glauben dass dies alles "erst" vor ca. hundert Jahren geschehen ist. Haulsey beschreibt den Werdegang von May so blumig und poetisch, so farbenreich und Detailverliebt, dass ich es trotz der oft traurigen und auch herzlosen Augenblicke kaum aus der Hand legen wollte. Haben Sie zum Beispiel eine Ahnung, mit wieviel verschiedenen Farbtönen man die Hautfarbe beschreiben kann? Ich jetzt schon!

Es zeigt ganz klar die Stellung der Farbigen in dieser Zeit, und zudem noch als Frau solch einen Weg einzuschlagen, glich einer Revolution. Die Ignoranz der Menschen, die Sturheit oder wie man das auch immer nennen will, zu lesen, ist einfach unglaublich. Aber sie selbst zu erleben, war sicherlich noch viel unerträglicher. Es gab nur wenige, die ihr eine Chance gab, aber wenn sie es taten, wurden sie nie enttäuscht von May. Durch ihre Ausdauer, ihre Standhaftigkeit schaffte May es, dass ihr immer mehr Menschen vertrauten, sie nicht mehr ignorierten oder sie gar verachteten.

Das Buch ist nie langweilig, nein, es hat zwar seinen Höhen und Tiefen, aber auch seine Spannung, wenn man als Leser mitfiebert bei der Geburt eines Kindes, wenn man mitbangt auf dem Weg durch dunkle Treppenhäuser, um zu einem Verletzten zu gelangen.
Schrecklich fand ich es zu lesen, was Menschen ihr antaten, weil sie sie nicht so akzeptierten, wie sie nun mal war: Geduldig, beharrlich, liebenswürdig, neugierig und wissbegierig.
Aber sie hat sich nicht unterkriegen lassen, und konnte letztendlich im Kampf gegen den Krebs neue und wichtige Erkenntnisse und Ergebnisse vorweisen, und Untersuchungen zur Früherkennung entwickeln.

Im Anhang dieses Buches sind zum einen alle wichtigen Personen festgehalten, die sie durch ihr Leben begleiteten. Außerdem werden Begrifflichkeiten erklärt und die fremdsprachlichen Lieder und Gedichte in's Deutsch übersetzt, was ich sehr hilfreich finde.

Insgesamt kann ich mich nur verneigen vor so viel Stärke und Mut, um dieses Leben so zu leben wie Dr. May Edward Chinn es von 1896 bis 1980 getan hat.

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Tags: 1926, amerika, farbig, frau, harlem, krebs, medizin, mutter, new york   (9)

  

 

Engelspfade
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(36)

59 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 11 Rezensionen

liebe, autounfall, mut, hoffnung, begleithund

Engelspfade

Alice Peterson , Dietmar Schmidt
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.03.2009
ISBN 9783785760024
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Ich hatte es ja schon befürchtet, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte; ich brauche Taschentücher. Das war und ist die Grundvoraussetzung, zumindest für mich, um dieses Buch lesen zu können.
Cass, eine junge Frau, ist nach einem Verkehrsunfall querschnittsgelähmt. Rumms, aus, vorbei, Ende. Nie wieder Spaß, alles Scheiße, keine Männer, kein Sex. Nichts. Nie wieder auf Dragon reiten. Nie wieder aus dieser vermaledeiten Familie raus. Nie wieder frei und unabhängig. Das sind Cass' Gedanken, und man kann sie ihr nicht übelnehmen. Erstmal. Am liebsten den ganzen Tag unter der Bettdecke liegen, nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Aber das kann doch nicht alles sein, oder? Ihre Mutter hat Schuldgefühle, denn ausgerechnet als sie ihre Tochter nach einem dämlichen Streit auf dem Handy anrief, geschah der Unfall. Und nun will sie alles daran setzten, ihre Tochter aus diesem Loch wieder hervor zulocken. Ein harter Weg, doch es gibt da diese Organisation, die sogenannte Helferhunde ausbildet. Für Cass wäre so ein Hund die Chance, ein Stück ihrer Unabhängigkeit zurück zu erobern. Schließlich fliegt sie sogar mit einer Organisation nach Colorado, um dort Ski fahren zu lernen. Und sie lernt Charlie, einen der Betreuer kennen, der ihr viel Mut und Zuversicht macht.
Alice Peterson bringt hier ein Tabuthema zutage, bei dem auch heute immer noch viele Menschen weg schauen. Und die Gesellschaft macht es den Menschen im Rollstuhl wirklich nicht immer einfach. So werden hier viele sehr realistische Alltagsprobleme aufgezeigt, die unüberwindbar erscheinen, es häufig auch sind. Aber glücklicherweise gibt es auch Menschen, die sich einen Kopfgemacht haben, damit solche Hindernisse beseitigt werden oder garnicht erst auftauchen.
Cass erzählt uns hier ihre Geschichte, die durchaus wahr sein könnte. Im Wechsel begegnen wir ihr in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Sie schildert uns einen kleinen Teil ihres Lebens vor dem Unfall, die harte Zeit für sie, als ihr klar wird, was der Unfall mit ihr angerichtet hat, und wie sie im Jetzt damit umzugehen gelernt hat. Sie hat dabei einen neuen Freund, Ticket, ihr Helferhund, der vieles für sie verrichten kann. Und ich finde es faszinierend zu lesen, was er alles kann. Es ist auch schön zu lesen, dass Cass ihr Leben langsam, aber sicher in den Griff bekommt. Es gab einige Momente, in denen ich wirklich zu Tränen gerührt war, aber auch Augenblicke, in denen ich wütend wurde über soviel Ignoranz in der Welt. Cass' Selbstbewußtsein wächst in der Tat mit ihren Aufgaben: Sie zieht nach London, fährt wieder Auto, unternimmt viel, auch mit ihren Freunden Dom und Guy, die sie im Krankenhaus kennen gelernt hat. Und schließlich hat sie sogar wieder einen Job, der ihren besonderen Anforderungen entspricht. Doch es gibt auch Freunde, die nicht wissen, wie sie mit Cass' Situation umgehen sollen. Die möchte man am liebsten auch mal in einen Rollstuhl setzen, damit ihnen vielleicht klar wird, wie sich diese Perspektive anfühlt.
Die Handlung sowie auch die verschiedenen Personen sind sehr glaubwürdig dargestellt, der Schreibstil ist geradeaus und direkt, was das Lesen angenehm macht. Und ich finde es gut, dass mit jedem Thema respektvoll umgegangen wird und wirklich kein Problem unter dem Teppich verschwindet.

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Tags: gesellschaft, helferhund, krankenhaus, querschnittslähmung, rollstuhl   (5)

  

 

Das Portal
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43 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

engel, liebe, köln, mystery, kölner dom

Das Portal

Elke Pistor
Flexibler Einband: 235 Seiten
Erschienen bei Emons, H J, 15.04.2011
ISBN 9783897058347
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Das Wahrzeichen der Stadt Köln, der Kölner Dom, steht seit eh und je. Ohne diesen Dom könnte man sich die Stadt wohl nur schwerlich vorstellen. Doch die Mauern werden erschüttert . . . der Dom ist in Gefahr.
Nia, eigentlich Appolonia, ihres Zeichens Polizistin, ist sich sicher, den Mörder ihrer Familie gestellt zu haben. Doch bei dem Versuch ihn festzunehmen, wird ihr Kollege Tim erschossen, Nia selbst ist verletzt, der Verfolgte tot.
Eigentlich möchte sie auch ihr Leben nun beenden, doch auf dem Dach des Krankenhasues lernt sie einen Mann kennen, durch den ihr im Gespräch klar wird, dass sie nicht wirklich gehen will. Im Glauben, mit einem Psychologen gesprochen zuhaben, verwirft sie ihr Vorhaben. Aber niemand außer ihr hat diesen Mann namens Eliah gesehen, und er arbeitet auch nicht im Krankenhaus, keiner kennt ihn. Doch sie sieht ihn wieder.

Aber es gibt noch eine zweite Geschichte in diesem Buch, die Geschichte von Anna. Sie spielt um 1338, zu der Zeit des Baus des Kölner Doms, an dem ihr Vater und ihr Bruder als Steinmetze beteiligt sind. Anna, ein junges Mädchen, noch unverheiratet, versucht zu helfen, wo es geht. Doch als ein kleines Mädchen an der Seitenkrankheit stirbt, weil Anna ihr nicht mehr helfen konnte, wird es schwer für sie. Schnell kann sie in den Verruf einer Hexe kommen, weil sie Dinge tut, die ihr nicht zustehen. Als sie einem Bauern das Bein wieder einrenken will, kommt ihr ein junger Mann zu Hilfe: Halei. Aber niemand kennt ihn, keiner hat ihn gesehen. Doch auch sie wird ihn wiedersehen.

Ein wunderbares Buch, dessen Geschichte ich mich kaum entziehen konnte. Parallel verlaufen die Geschichten von Nia und Anna, mal in der Neuzeit, mal im Mittelalter. Immer wieder taucht eine Person auf, die nur die beiden wahrnehmen. Hier gefiel mir besonders die Idee und das Spiel mit den Buchstaben, mal Eliah, mal Halei. Die Verbindung der beiden Geschichten ist Elke Pistor sehr gut gelungen, zum jeweils richtigen Zeitpunkt gibt es einen Wechsel, und man ist voller Spannung, wie es weiter geht.

Die Informationen zum Bau des Doms sind sehr gut recherchiert, und sauber in den Verlauf beider Abschnitte eingearbeitet, ohne das Gefüge zu unterbrechen. Das Gesamtbild ist voller liebevoller Details, ohne dabei den Inhalt unnötig zu verlängern. Und alle Genre sind hier miteinander vereint, es fehlt weder an Romantik, noch an Krimi, und natürlich auch Historisches sowie mystische Fantasy sind vertreten. Insgesamt kommt also keinerlei Langeweile auf, und man hat das dringende Bedürfnis, das Buch so schnell wie möglich durch zulesen.

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Tags: anna, elaih, engel, halei, köln, kölner dom, liebe, nia   (8)

  

 

Wunschgeflüster
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110 Bibliotheken, 1 Leser, 8 Gruppen, 13 Rezensionen

liebe, autismus, familie, freundschaft, autist

Wunschgeflüster

Melina Gerosa Bellows , Antje Nissen
Fester Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 08.01.2010
ISBN 9783426652039
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Bella ist 8 Jahre alt, als dieses Buch beginnt. Ein kleines Mädchen, das es selbst in dem Alter schon recht schwer hat. Sie hat einen Zwillingsbruder: Bobby. Er nimmt viel Zeit seiner Eltern in Anspruch, denn Bobby ist Autist. Für seine Schwester Bella bedeutet das oft, erst an 2. Stelle zu stehen. Klar, dass das für eine 8-jährige nicht einfach zu verstehen ist. So nimmt sie den Leser mit auf den Weg durch ihr Leben, bis sie 39 ist. Der Leser begleitet sie während der Schulzeit, entdeckt ihr Liebesleben und nimmt an ihrer beruflichen Karriere teil. Doch eigentlich dreht sich alles um Bobby. Egal, was sie macht, ihre Gedanken sind stets und ständig bei ihm.
Zu Beginn des Buches hatte ich schnell den Eindruck, dass Bella mich nervt. Ständig nur Bella, Bella, Bella. Vorne, hinten, oben, unten, morgens, mittags, abends Bella. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich ständig in den Vordergrund drängte, und das gefiel mir nicht wirklich.

Doch im Wandel der Zeit, durch ihr "Älter-werden" ließ dieses Gefühl nach., und es war schön, zu lesen, wie Bella sich entwickelt. Doch gleichzeitig tat es auch weh, zu bemerken, wie sie versucht, sich förmlich zu recken und zu strecken, um den elterlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Doch nicht nur diesen, auch sich selbst kann sie eigentlich nicht erreichen, zu hoch sind ihre eigenen Ansprüche, unerreichbar. Egal, was sie in Angriff nimmt: Schule, Partnerschaft, Beruf, ihr Leben.
Über allem schwebt ihr Bruder Bobby wie ein dunkler Schatten.

Bella sucht nach der Perfektion, die ihr Bruder nie haben wird. Letztendlich muß sie lernen, ihren Bruder so zu akzeptieren, wie er ist - und wie sie ist. Das ist ein langer Weg, nicht nur für Bella, sondern für alle Beteiligten.
Insgesamt finde ich, dass M.G. Bellows diese Situationen gut beschreibt. Ihr Schreibstil ist klar und direkt, nur das eine oder andere Kapitel ist vielleicht etwas zu ausschweifend und langatmig. Doch wenn sich der Leser durch den anfänglich naiven Teil gearbeitet hat, ist es kein Problem, das Buch zu lesen.

Gut gefallen hat mir die jeweilige Einleitung einen jeden Kapitels, in dem das aktuelle Alter, das Jahr, Bellas derzeitiges Idol, das Lieblingslied, ihr kostbarster Besitz und ihre schönsten Schuhe aufgelistet sind, ebenso wie die freundliche Aufmachung des Buches ansich.

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Tags: autist, bruder, eifersucht, freunde, liebe, zwilling   (6)

  

 

Die Landgeherin
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

gebirge, berge, schnee, landgeher, kinder

Die Landgeherin

Hans Haid
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 24.02.2011
ISBN 9783852186832
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Landgeherin - ein Titel, bei dem ich mir erst einmal nichts darunter vorstellen konnte. Der Klappentext machte mich aber neugierig und ich muß sagen, es hat mir gut gefallen. Es geht um Menschen aus der Zeit um 1890, die in den Tiroler Bergen leben, Menschen, die wie Nomaden durchs Land ziehen, mal hier, mal da, mal dort wohnen, immer unterwegs, immer auf der Reise. Kein Zuhause, keinen festen Zufluchtsort, keine Kontinuität in ihrem Leben. Die Frauen der Sippe sind meist Heilerinnen, die Männer bieten ihre Fähigkeiten als Scherenschleifer oder ähnliches an. Ging beim Heilen etwas schief, waren sie schnell als Hexe verrufen. Mit dabei immer einen Stall voller Kinder, die so schnell sterben, wie sie auf die Welt kommen.

So lernen wir hier Ana kennen, ein junges Mädchen von gerade mal 14 Jahren, das sich von ihrer Landgeher-Familie getrennt hat. Sie ist anders... kann lesen, was zu dieser Zeit sehr selten vorkam. Und sie geht in die Kirche, betet, stellt Fragen. Durch ihre freundliche, saubere Art kommt sie bei den Dorfbewohnern häufig gut an, man vertraut ihr. Sie nimmt uns mit auf den Weg durch die Welt der Berge, im Schneesturm genauso wie bei Sonne oder Regen. Schwer ist ihr Weg, lang und hart. Sie ist auf der Suche, auf der Suche nach den weißen Frauen mit den roten Fahnen.
Ich fand's klasse, sehr interessant geschrieben. Gerade dieser schwammige Bereich um Heilerei und Hexerei übt einen besonderen Reiz aus. Es geht hier nicht um irgendwelche Rezepte oder Rituale, sondern einfach um ihr Leben als Landgeher. Lebensnah wird geschildert, wie die Familie quer durchs Gebirge zieht, häufig hat man als Leser das Gefühl, direkt dabei zu sein. Beim Lesen fällt einem auf, dass die Zeit einfach eine ganz andere war, frei von Technik und jeglichen heutigen Hilfsmitteln, ganz auf sich und seinen Instinkt angewiesen. Als Landgeher waren sie abhängig von der Hilfe anderer. Waren sie durch den allgemeinen schlechten Ruf in Ungnade gefallen, hatte man keine Chance auf eine Unterkunft irgendwo im Stall, auf dem Heuboden. Heute würde man sie wohl eher als Zigeuner bezeichnen.
Auch die Beschreibung der Landschaften spricht mich sehr an, läßt wunderbare Bilder vor dem inneren Auge entstehen.
Herr Haid hat es geschafft, dass ich dieses Buch innerhalb sehr kurzer Zeit gelesen habe, weil sein Schreibstil angenehm zu lesen ist.

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Tags: berge, gebirge, hans haid, heilen, hexe, kinder, landgeher, schnee, tod, wald   (10)

  

 

Elf Leben
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115 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 35 Rezensionen

london, radio, australien, leben, schicksal

Elf Leben

Mark Watson , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 265 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 25.02.2011
ISBN 9783821861241
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

"Elf Leben" erzählt die Geschichte von elf Menschen, die sich nicht unbedingt persönlich kennen, aber trotzdem irgendetwas miteinander verbindet. Xavier ist einer von ihnen. Nach einem sehr tragischen Ereignis ist er von Australien nach London ausgewandert, um dort ein komplett neues Leben zu beginnen. Das geht eine Zeit lang ganz gut, er arbeitet bei einem Radiosender, zusammen mit Murray gestaltet und moderiert er eine Late-night-Sendung, bei der Zuhörer ihnen schreiben oder sie anrufen können, um ihre Probleme und Erlebnisse zu schildern. So kann Xavier, der eigentlich Chris heißt, sich gut von seinem eigenen Problem ablenken. Doch irgendwann holt die Vergangenheit ihn ein, er muß sich damit auseinander setzen, ob es ihm paßt oder nicht...
Aber da gibt es noch mehr Personen, die immer wieder auftauchen, sich sogar begegnen, aneinander vorbei gehen, ohne sich zu beachten, sich nie wieder treffen werden. Sie alle haben ihre Geschichte, ihr Leben.

Sei es Clive Donald, der Mathe-Lehrer, der nach drei Scheidungen nicht mehr will. Er ruft bei Xavier an, und erzählt von seinen Problemen....
Da ist der junge Mann, der als Aushilfe in einer Restaurantküche arbeitet, und rausfliegt, weil der Chef nach einer schlechten Kritik an irgendjemandem seine Wut auslassen muß...
Wäre ihr Sohn nicht verprügelt worden, wäre die Restaurantkritik nicht so schlecht ausgefallen...
Schon nach einem kurzen Leseeindruck hatte ich das Gefühl, eine tolles Buch in der Hand zu halten. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mark Watson schafft es auf wunderbare Art und Weise, diese viele kleinen Geschichten zu einem großen Gesamtbild zu verweben, ohne zu verwirren.

Nach dem Motto "Wenn der Hund nicht..., hätte er einen Hasen..." ist das Handeln eines einzelnen im Zusammenhang mit den anderen Ereignissen zu sehen. Hätte Xavier nicht... ,dann wäre ... nicht geschehen. Einerseits sehr direkt, andererseits aber auch gefühlvoll und sensibel geht Watson mit den verschiedenen Personen um, keiner von ihnen erscheint überflüßig.
Quer durch alle Ebenen der Gesellschaft, ob arm oder reich, dick oder dünn, sind sie bildhaft dargestellt, kämpfen mit den Tücken des Lebens. Im Grunde genommen sind es Menschen wie du und ich. Und das macht dieses Buch so angenehm zu lesen. Man kann sich einfach gut vorstellen, selbst in der einen oder anderen Situation zu stecken, so oder so zu reagieren. Vorurteile, Ignoranz, Egoismus, Selbstzweifel, Angst, Flucht vor der Wahrheit, hier kommt nichts zu kurz.
Leider ist es ein Buch mit einem offenen Ende, der Leser muß für sich selbst entscheiden, wie das Ende sein könnte, darf mit seinen Gedanken spielen.
Ein Buch, das nicht einfach zugeklappt und beiseite gelegt wird, da bin ich mir sicher.

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Tags: australien, baby, chris, leben, london, pippa, radio, xavier, überfall   (9)

  

 

Verfahren
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24 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 11 Rezensionen

asyl, österreich, kosovo, justizwesen, opfer

Verfahren

Ludwig Laher
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 07.03.2011
ISBN 9783852186801
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Asyl, ein Wort, bei dem man sich eigentlich nicht wirklich klar machen kann, was Menschen aushalten und ertragen müssen, wenn sie Asyl beantragen. Egal, aus welchem Grund sie ihr Land verlassen.
Ludwig Laher gibt dem Leser hier Einblick in das verwirrende Reich der Bürokratie.
Er berichtet von verschiedenen Fällen, von Menschen, die um Asyl bitten.

Jelena ist eine von ihnen. Sie kommt aus dem Kosovo, ist dort schrecklicher Gewalt und Zerstörung ausgeliefert gewesen, hat mehrmals versucht, sich umzubringen, und hofft nun auf Asyl in Österreich.
Doch in der Händen der Bürokratie gefangen, geht es nicht so, wie sie sich das erhofft hatte. Das Wirrwarr der Paragraphen erschlägt einen förmlich, inkompetente Dolmetscher, die ihren Job mehr schlecht als recht machen, verwirren das ganze Verfahren nur noch mehr.
Allein wegen verbaler Mißverständnisse kommt es oftmals zu Ablehnung von Anträgen, und selten gibt sich jemand die Mühe, diese Probleme zu finden und sie entsprechend zu beheben, denn eigentlich gibt es kein direktes öffentliches Interesse daran.
Selbstverständlich gibt es auch Darstellungen von Asylbewerbern, die so widersprüchlich in sich sind, dass selbst dem Laien klar ist, warum der eine oder andere Antrag abgelehnt wird.
177 Seiten, von denen ca. die Hälfte mit Bürokratenöstereichisch geschrieben ist, das ist ein Brocken. Ludwig Laher versucht zwar, das Ganze dem Leser durch Beispiele näher zu bringen, allerdings ist das doch schwieriger, als vermutet. Mit schrecklichen Schachtelsätzen, die sich teilweise über eine halbe Seite erstrecken, kommt der Leser kaum zurecht. Manchmal muß ein Satz ein zweites Mal gelesen werden, da der Anfang schon wieder so fern ist und man gerade nicht mehr nachvollziehen kann, um was es doch eigentlich gerade zu Beginn ging. Erschwerend kommt die Amtssprache und deren Abkürzungen dazu, die im hinteren Bereich glücklicherweise in einem Verzeichnis festgehalten werden.

Die Passagen der zu verhandelnden Personen hingegen sind sehr interessant, ihr Handeln durchaus verständlich. Doch es ist fürchterlich, mitzulesen, wie die Bürokratie die Menschen an den Rand der Verzweiflung bringt, und die Antragsteller häufig allein gelassen werden.
Sie lassen uns teilhaben an ihren verschiedenen Schicksalen, die sie zum Fliehen aus ihrer Heimat gezwungen haben. Demütigung und Leid sind häufig dabei im Vordergrund, die Angst, sich bloßzustellen, das Erlebte noch einmal in Gesprächen zu erleben.

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Tags: angst, asyl, behörden, gericht, kosovo, rechte, schmerz, zerstörung   (8)

  

 

Man Down
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77 Bibliotheken, 0 Leser, 11 Gruppen, 29 Rezensionen

drogen, liebe, gewalt, freundschaft, sex

Man Down

André Pilz
Flexibler Einband: 275 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 04.02.2010
ISBN 9783852186238
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Wie weit unten kann Mann landen? Das frage ich mich, nachdem ich dieses Buch beiseite gelegt habe. Kai Samweber, ein junger Mann, er steht mitten im Leben, ist Dachdecker. Nach einem Unfall auf einer Baustelle ändert sich alles. Kein Geld, keinen Job, keine Perspektive. Die Wohnung verschimmelt, das Klo kaputt, die Klamotten seit Wochen am Leib, ewige Rückenschmerzen. Und Schulden bei der Bank... jede Menge. Sein ehemaliger Chef läßt ihn sitzen, kein Gehalt, keine Abfindung... nichts.
Sein Freund Shane hätte da ja was für ihn. Denn das Geld, dass seine Brüder Kai geliehen haben, kann er nicht zurück bezahlen... niemals. Drogenkurier aus der Schweiz, dann wäre er seine Schulden bald los. Aber Kai will das nicht. Er hat doch gerade seine große Liebe kennen gelernt- Marion, Studentin. Aber da ist etwas, ein Geheimnis, Kai weiß nur nicht, was. Und Marion schweigt. Haben die zwei eine Chance?
Andrè Pilz hat es mit diesem Buch geschafft, dass ich es innerhalb von 3 Tagen gelesen habe. Es ist knallhart geschrieben, nichts, aber auch garnichts ist da geschönt. Sex, Drogen, Alkohol, die ganze Bandbreite. Mit unverblümter Wortwahl nimmt Kai uns mit auf seinen Weg nach unten. Der Leser fiebert mit, sitzt neben Kai im Zug, die Tasche mit dem Gras unterm Sitz. Der Leser säuft mit, um sich die Welt schön zu saufen. Der Leser sitzt neben ihm auf dem Bett, während Kai mit Marion Sex hat. Der Leser bekommt auf die "Fresse", als Kai überfallen und verprügelt wird. Der Leser raucht eine Tüte mit ihm und schaut durch die rosarote Brille. Der Leser schaut Kai über die Schulter, wenn er Briefe schreibt an seinen kleinen toten Bruder.

Voller Anspannung liest sich dieses Buch, ständig ist man in "Hab-Acht"-Stellung, wartet auf die nächste Überraschung, den nächsten Schlag. Und der kommt... garantiert. Schmerzvoll, direkt... .
Vielleicht schreckt es manche Leser ab, ständig mit den Worten "Fuck, Wichser, Ficken" usw. bombadiert zu werden. Gewalttätige Szenen werden sehr bildhaft beschrieben, das Kopfkino leistet ganze Arbeit. Aber das Buch ist lesenswert, ohne jede Frage. Denn so ist das Leben oft: Hart, grausam, ungerecht.
Es freut mich, dass ich meinem 19-jährigen Sohn dieses Buch weiterempfehlen konnte, denn eigentlich liest er nicht gern.

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Tags: arbeitslos, drogen, fuck, gras, liebe, türke, unfall   (7)

  

 

Drachenspiele
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21 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

china, umweltverschmutzung, liebe, krimi, shanghai

Drachenspiele

Jan-Philipp Sendker
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Blessing, Karl, 20.07.2009
ISBN 9783896673886
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Seit über 40 Jahren lebt Paul schon in China. Er ist Journalist, doch seit sein Sohn vor ein paar Jahren starb, arbeitet er nicht mehr. Mittlerweile hat er sich in eine neue Beziehung mit Christine begeben, sie leben aber getrennt. Paul auf Lamma, einer kleinen Insel vor Hongkong, Christine dagegen noch in Hongkong. Eigentlich wollten sie zusammenziehen, doch nach einem Besuch beim Astrologen schreckt Christine davor zurück, die Aussagen des Master Wong schrecken sie zu sehr ab. Paul kann diesen Aberglauben zunächst nicht verstehen, doch nach einem Besuch seinerseits bei eben diesem Master Wong beginnt er, die Situation anders zu betrachten.
Und dann erhält Christine einen Brief, mit dem sie nie gerechnet hätte. Er ist von ihrem Bruder Da Long, von dem sie vermutete, dass er seit langer Zeit im Zusammenhang mit der roten Armee tot sei. Er bitte sie um Hilfe, erwähnt jedoch nicht, um was genau.
Sie beschließt, ihn gemeinsam mit Paul aufzusuchen, und so reisen sie in ein Dorf in der Nähe von Shanghai, das recht leer und still erscheint. Ihr Bruder lebt dort mit seiner Familie seit langer Zeit, doch nun ist seine Frau schwer an einer unbekannten Krankheit erkrankt und keiner der befragten Ärzte kann ihr helfen, niemand kann oder will sagen, was sie hat.
Paul sieht das Ganze sehr skeptisch, und seine Entdeckungen lassen bald die gesamte Familie in Gefahr schweben, denn zu groß ist die Macht der Partei.
"Drachenspiele", ein Buch, vor dem ich mich, ich gestehe es, erst einmal gedrückt habe. Politik ist nicht mein Lieblingsthema, und China leider auch nicht. Und die ersten 150 Seiten zogen sich schwermütig, zu viele deprimierende Gedanken, die sich schier endlos fortsetzten, machten mir das Dranbleiben nicht gerade einfach. Doch im Verlauf des Lesen begann mich die Geschichte zu interessieren.

Die Drachen in diesem Buch sind sehr mächtig, wenn man ihnen die Gestalt der kommunistischen Partei gibt. Sie spielen mit den Menschen Chinas, die sich aus Angst vor Strafe nicht zu wehren trauen, denn die Menschen in diesem Land sind dem Wohlwollen der Mächtigen einfach zusehr ausgesetzt. Als kleiner Mann hat man nach den Regeln der Regierung zu handeln, egal welche Konsequenz das für einen selbst oder die Familie hat.
In diesem Fall geht es um die Regeln eines großen Chemiekonzerns, der seine Abwasser in den See in der Nähe des Dorfes ableitet, und somit den Quecksilbergehalt der geangelten Fische um ein tausendfaches ansteigen läßt. Die Menschen des Dorfes sind arm, und der Fisch ist umsonst. Doch viele Anwohner bezahlen ihn letztendlich mit dem Leben.

Diese Geschichte macht mich als Leser wütend, weil niemand sich traut, auf den Tisch zu hauen, und das Problem öffentlich zu schildern.
Falls doch, wie hier, kommt man kurzerhand in's Gefängnis und hat keine Möglichkeit, sich mithilfe eines Anwaltes aus der Situation zu befreien, einfach weil es keinen Anwalt geben würde, der einen vertreten mag.
Um einen Ausweg zu finden, wenden sich die hier Betroffenen an Menschen aus aller Welt, über das Internet. Und auch das gelingt nur, indem die Schreiber anonym bleiben, sonst hätten sie keine Chance. Nur über den Weg von außen wird die Regierung so zum Handeln gezwungen.

Das Buch hat auf jeden Fall kriminalistische Anteile, es gibt durchaus spannende Momente, doch allein durch die Thematik konnte mich Sendker schließlich überzeugen, es auch zu beenden.

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Tags: chemie, china, familie, fische, krank, partei, quecksilber, see, shanghai, tod, verrat   (11)

  

 

Zusammen ist man weniger allein
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690 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

liebe, frankreich, freundschaft, paris, wg

Zusammen ist man weniger allein

Anna Gavalda
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 31.01.2005
ISBN 9783446206120
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:  
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Drei Wünsche frei
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36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

liebe, familie, drillinge, unterhaltungsliteratur, gl

Drei Wünsche frei

Liane Moriarty , Sylvia Strasser
Fester Einband: 461 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 01.01.2005
ISBN 9783431036213
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:  
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Dunkelstein
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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

dunkelstein, deportation, juden, wien, zwiespalt

Dunkelstein

Robert Schindel
Flexibler Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 24.09.2010
ISBN 9783852186450
Genre: Lyrik & Drama

Rezension:

Ein Buch, das sicher nicht jeder lesen mag oder kann. Warum, fragen jetzt sicher einige. Das will ich gerne versuchen, zu erklären.

Es geht in diesem Buch um Juden im 2. Weltkrieg. Um genau zu sein, in diesem Fall die jüdischen Einwohner Wiens. Sie sollen weg, so schnell wie möglich, so viele wie möglich, egal wie, Hauptsache raus aus Österreich. Das liest sich hart und so ist es auch. Um dabei soviele Juden wie nur irgend möglich zu retten, bleibt dem Rabbiner Dunkelstein nichts anderes möglich, als mit den Nazis zu kooperieren. Unglaublich, aber wahr.
Robert Schindel stellt das Ganze als Theaterstück dar, was nicht unbedingt leicht zu lesen ist. Aber es packt einen, läßt den Leser mitfiebern, mitzweifeln, mithoffen. Im Wechsel wird mal eine Gesprächsrunde von Komparsen, dann das eigentliche Stück wiedergegeben. Die Person Dunkelstein gerät dabei schnell in den Vordergrund, denn dem einen oder anderen Darsteller ist nicht klar, wie es sein konnte, sich den Nazis zu unterwerfen, ja förmlich anzubiedern, um letztendlich zu gewinnen. Immer wieder werden dazu Szenen eingebracht, die das damalige Geschehen beschreiben. Ja, das Lesen an sich war nicht ohne, es bedurfte etwas Zeit, sich einzulesen. Aber das Buch hat sich mir geöffnet und ich habe es gerne gelesen, auch wenn die Thematik nicht ohne ist. Durch den Drehbuch-Charakter kommen keinerlei Längen auf, die Dialoge sind deutlich und direkt, ohne Umwege. Es regt zum Nachdenken an, ohne Zweifel. Denn das, was Herr Schindel hier zu Papier gebracht hat, ist so ähnlich geschehen, wie im Nachwort zu lesen ist. Das macht das Stück so unglaublich, aber auch faszinierend.
Glücklicherweise ist ein Glossar vorhanden, denn einige Passagen sind jüdisch oder wienerisch beschrieben, was das Ganze leider kurzfristig stocken läßt, wenn dem Leser die Sprache und der Dialekt nicht oder nur wenig bekannt ist.
Wer sich näher mit diesem Thema beschäftigt, und mal ein etwas anderes Buch dazu lesen möchte, sollte es in jedem Fall versuchen.

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Tags: auswanderung, juden, krieg, rabbi, theater, wien   (6)

  

 

Die Stunde, in der ich zu glauben begann
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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

columbine, trauma, amoklauf, tod, gefängnis

Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Wally Lamb , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.06.2010
ISBN 9783492258821
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:  
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Nachts im Sägewerk
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34 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

schnarchen, liebe, schlafen, markus götting, frauen

Nachts im Sägewerk

Markus Götting
Flexibler Einband: 221 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 26.10.2010
ISBN 9783548373522
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:

Schnarchen... wer kennt das nicht? Vielleicht der eine mehr, der andere weniger. Und dann gibt es da noch Markus. Markus, der so laut schnarcht, dass man ihn selbst aus einem Zimmer voller Schnarcher herausschmeißt. Und das will wohl was heißen. Eigentlich war ihm das bis dato recht egal, doch nun hat er Lena kennengelernt. Und auf einmal ist es ihm megapeinlich. Anfangs traut Markus sich nicht, es ihr zu beichten, dass er fast einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde wert ist. Also füllt er sie ab, was das Zeug hält, damit sie schläft wie ein Bär. Doch nach einem Wellness-Wochenende fliegt alles auf.
Von nun an ist Markus Stammkunde in der Apotheke seines Vertrauens, denn er will unbedingt, dass Lena nicht nur abends neben ihm einschläft, sondern am nächsten Morgen auch dort aufwacht.
Und so beginnt eine endlose, teilweise sehr laute Tortur, die nicht nur Lena an den Rand der Verzweiflung bringt...

Markus Götting hat dieses Buch teilweise aus eigener Erfahrung heraus geschrieben. Das Ganze ist zudem sehr gut recherchiert, was die kleinen "Hilfsmittel" aus der Apotheke betrifft. Und auch seine Erlebnisse im Schlaflabor sind gut umgesetzt. Einerseits recht witzig, teilweise aber auch schon am Verzweifeln, läßt er den Leser an seinen Experimenten teilnehmen, und zeigt dabei auch auf, dass das Leben eines Schnarches schon recht gefährlich sein kann, nicht nur, was eventuelle Mordgedanken seiner Mitmenschen betrifft. Auf charmante Art wird auch der wissenschaftliche Aspekt abgehandelt, ohne nervig zu wirken.

Eine kleine, aber feine Lektüre für den Lesenachmittag auf dem Kuschelsofa, nett zu lesen, gespickt mit kleinen Spitzen, die der Schnarcher nun mal ertragen muß. Wer für zwischendurch ein lockeres Buch ohne all zu große Ansprüche sucht, der ist hier gut beraten.

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Tags: apotheke, arzt, bett, schlaflabor, schnarchen, streit, wohnung   (7)

  

 

„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
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92 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 38 Rezensionen

krebs, brustkrebs, judith end, chemotherapie, krankheit

„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“

Judith End
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 04.10.2010
ISBN 9783426275399
Genre: Biografie

Rezension:  
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Der Ruf des Muschelhorns
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

leben, kindheit, tod, jugend

Der Ruf des Muschelhorns

Zoë Jenny
Flexibler Einband: 126 Seiten
Erschienen bei btb, 01.02.2002
ISBN 9783442726929
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:  
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