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Und nachts die Angst
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19 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

thriller

Und nachts die Angst

Carla Norton , Kerstin Winter
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.06.2013
ISBN 9783426513774
Genre: Krimi/Thiller/Horror

Rezension:  
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Albert - Ein glorreiches Schnabeltier
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(23)

35 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

australien, schnabeltier, wüste, altes australien, albert

Albert - Ein glorreiches Schnabeltier

Howard L. Anderson , Georg Deggerich
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein HC, 08.03.2013
ISBN 9783550088940
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Als Albert aus dem Zoo von Adelaide ausbricht, hat er nur ein Ziel vor Augen: Das alte Australien zu finden. Den Zoo kann er nicht mehr ertragen, ständig dieses blöde Gegaffe der Besucher, die mit Popkorn nach ihm werfen, damit er abtaucht in's Wasser. Besser ist es dort auch nicht, denn durch eine dicke Glasscheibe können sie ihn weiter beobachten, mit ihren riesigen Gesichtern.

Aber der Weg in das legendäre Australien ist schwieriger und steiniger, als Albert das erwartet hatte.

Also dann, lasse Sie uns Albert ein Stück auf seiner Suche begleiten.

Meine Meinung

Nach dem Klappentext und auch nach der Leseprobe war mir trotzdem nicht so ganz klar, was ich hier vor mir hatte. Und ich gestehe, es hat auch etwas gedauert, bis ich mich eingelesen habe. Und was soll ich nun sagen?

Auf seinem recht beschwerlichen Weg durch die Wüste lernt Albert viele verschiedene Wegbegleiter kennen. Von Menschen ist in diesem Buch keine Spur, es geht durchweg um Tiere.

Gleich zu Beginn stellt der Autor diese Wegbegleiter zum Glück allesamt vor. Und so trifft der Leser auf Dingos, einen Waschbären, Kängurus, Wombats, Wallabys, einen tasmanischen Teufel, Bandicoots, ein Possum und natürlich das Schnabeltier.

Jeder von ihnen wird hier, bis auf die Dingos, so stark vermenschlicht, dass ich zeitweise wirklich vergaß, was für tierische Helden sich hier tummeln. Leider sind es nicht immer die günstigsten Bedingungen, unter denen das Schnabeltier ihnen begegnet und viele der Begegnungen enden blutig oder sogar tödlich. Und hier ist für mich das hauptsächliche Problem: Es gibt einfach zu viele Tote.

Dieses Buch ist nicht witzig oder lustig, und sollte es sarkastisch sein, habe ich den Sarkasmus darin nicht gefunden.

Die tierischen Helden sind auch nicht niedlich, sondern, durch ihre Vermenschlichung, oft gemein und hinterlistig, alkoholsüchtig oder pyroman. Nur wenige von ihnen waren mir sympathisch.

Die anfängliche Schwermut und meine Schwerfälligkeit, was das Lesen an sich betraf, hat sich leider über die gesamte Seitenzahl hingezogen.

Unterm Strich

Die Moral dieser Geschichte hat sich mir leider nicht offenbart- schade. Ich wünsche Albert alles Gute in Australien, aber leider ohne mich.

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Klack: Roman
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24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

wirtschaftswunder, liebe, jugenderinnerungen, klack, kuba krise

Klack: Roman

Klaus Modick
E-Buch Text
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch Verlag, 14.02.2013
ISBN B00AJCJKVY
Genre: Sonstiges

Rezension:

Markus hat auf dem Ostermarkt eine kleine Kamera gewonnen- eine Agfa Clack.
Das 1. Foto ist von seiner großen Schwester Hanna. Klack- leider nur die Beine. Aber er wird besser- Klack die Nachbarn, Klack- seine Gitarre. . . Als er diese Fotos macht, ist er mit 14 mitten in der Pubertät, ist neugierig auf Mädchen und die große Liebe und wir befinden uns mit Buddy Holly, Elvis und "Marina, Marina, Marina" mitten in den 60ern.
Mittlerweile ist Markus erwachsen und als er diese alten, vergilbten Fotos auf dem Dachboden findet, tauchen damit auch die Erinnerungen auf und so nimmt er uns mit auf seine Zeitreise.

Meine Meinung

Ich hab mich wirklich gefreut, als dieses Buch bei mir ankam und ich wurde nicht enttäuscht. Klaus Modick erzählt hier locker und leicht von Markus, dem Fotografen und er hat viel zu erzählen. Zu jedem Foto gibt es natürlich eine kleine Geschichte und manchmal fühlte ich mich selbst zurückversetzt, obwohl ich erst Mitte der 60er geboren wurde. Aber es taucht soviel bekanntes auf, egal ob es die dazwischen einfließende Musik ist, mit Elvis, Rocco Granata oder die Blue Diamonds, da musste ich gleich mitsummen. Und auch die Fotos selbst sind immer gleich zu Anfang der Kapitel so gut beschrieben, dass ich sie förmlich vor Augen hatte.
Sie erzählen Markus Geschichte, aber auch die seiner Familie und nicht zuletzt auch politische Ereignisse wie zum Beispiel den Mauerbau.
Seine Oma ließ übrigens auch eine Mauer bauen zum Nachbarn, die Italiener sind. Toleranz wurde damals nicht sonderlich groß geschrieben, es sei denn, man gehörte zu den Hippies, aber Markus Familie tat dies definitiv nicht. Hier sind eher Spitzenhäkeldeckchen und "Eichhörnchenvorräte" im Keller an der Tagesordnung, falls der Russe doch mal . . . Sie wissen schon: Atombomben und so.
Alles in allem ein tolles Buch, auf jeden Fall für die, die diese zeit selbst erlebt haben, denn sie finden sich hier garantiert wieder zwischen Rinderbraten auf dem guten Geschirr am Sonntag und dem chic verchromten Ford Taunus 55 PS.

Unterm Strich

15 Kapitel- 15 Fotos und jede Menge Erinnerungen. Familienzeitgeschichte in Bild und Wort, unterhaltsam und kurzweilig.

  (4)
Tags: 60er, agfa, fotos, italien, klack, liebe, mauer   (7)

  

 

Frau Bengtsson geht zum Teufel
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(29)

42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

gott, teufel, humor, hölle, 10 gebote

Frau Bengtsson geht zum Teufel

Caroline L. Jensen , Frank Zuber
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.02.2013
ISBN 9783426226391
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Eigentlich ist Frau Bengtsson eine liebe, nette und fleißige Hausfrau, wenn man mal von den Staubflusen unter der Kommode absieht. Doch als sie in der Badewanne stirbt und der liebe Gott kurzerhand eingreift, um das Ganze rückgängig zu machen, geschieht eine Verwandlung mit ihr.
Nachdem sie sich gefragt hat, wie gläubig sie wohl ist und ob all das, was in der Bibel so steht,
eigentlich ok ist und sie darauf von Gott keine Antwort bekommt, beschließt sie, den Spieß umzudrehen und alle der 10 Gebote zu brechen, um auf keinen Fall in den Himmel zu gelangen.
Als der Teufel das mitbekommt, will er sie dabei unterstützen und schlüpft in den Körper der Nachbarin Rakel, die eigentlich Pastorin werden will, obwohl sie NFG ist. Oh Entschuldigung, Sie wissen nicht, was NFG bedeutet? Nicht fromm genug. . .
So hofft der Teufel, Frau Bengtsson auf "seinen" rechten Weg zu bringen. Ach übrigens, es gibt auch einen Herrn Bengtsson, aber der hat hier nicht allzuviel zu berichten

Meine Meinung

Also, ich fand's einfach herrlich, dieses Buch zu lesen.
Bitte nicht persönlich nehmen, aber es ist prima geeignet, wenn man mal etwas weniger anspruchsvolles lesen möchte.
Zu Beginn ist Frau Bengtsson noch das wunderbare Naivchen, obwohl sie schon 19 Jahre verheiratet ist. Ein tolles Haus, ein ordentlicher Rasen, alles sauber und adrett geputzt, immer ein bisschen abgehoben mit ihren rosa Plüschpantoffeln.
Als sie sich mehr mit ihrer teuflischen Nachbarin Rakel zusammentut, kommt sie raus aus ihrem Spießerdasein, kriegt mehr Biss.
Das ist ganz witzig, besonders, weil sie nicht weiß, dass sie dabei vom Teufel unterstützt wird, der sich übrigens auch in einem Kanarienvogel aufhaltenkann, bis dieser leider platzt, ganz aus Versehen.

Leider wird es mir im Mittelteil ein wenig zu göttlich und es zieht sich etwas in die Länge.
Zum Glück ändert sich das wieder, als sich Frau Bengtsson an die eigene Interpretation ihrer 10 Gebote heranwagt und diese nach ihrem Ansinnen umsetzt.
Die "teuflischen" Abschnitte sind für meinen Geschmack gut gelungen, herrlich ironisch und sarkastisch, nicht zu sehr übertrieben, und mit bissigem Witz. Man darf das Ganze nicht so bierernst nehmen, sonst erreicht es den Leser nicht.

Unterm Strich

ich habe mich gut entspannt, amüsiert und unterhalten gefühlt und immer, wenn ich jetzt einen Kanarienvogel sehe, schau ich genauer nach, ob er vielleicht klitzekleine Teufelshörnerchen hat.

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Tags: 10 gebote, badewanne, engel, gott, liebe, sünde, teufel   (7)

  

 

Dunkle Gewässer
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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

texas, mord, osttexas, skunk, krimi

Dunkle Gewässer

Joe R. Lansdale , Hannes Riffel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Tropen bei Klett-Cotta, 21.02.2013
ISBN 9783608501315
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Als sie May Lynn beim Angeln finden, trägt sie dieses hübsche, geblümte Kleid. Aber es ist egal, denn sie ist tot. Am liebsten hätte Sue Ellens Vater die Leiche zurück in den Fluss geworfen, und die Nähmaschine, die an ihren Füßen hing, gleich hinterher. Es gibt eh nur Theater, egal ob mit dem Dorfpolizisten oder

May Lynn's Vater. Aber Sue Ellen und ihre Freunde haben etwas anderes vor, denn May Lynn wollte so gerne nach Hollywood. Sie müssen nur noch das Geld finden, das May Lynn's Bruder bei einem Überfall erbeutet und irgendwo versteckt hat.

Meine Meinung

Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich in diesem Buch total wohl, trotzdem es ja eigentlich recht traurig beginnt, immerhin wird die Leiche eines jungen Mädchen gefunden, und niemand kann sagen, wer sie umgebracht hat.

Der Sprachstil erinnerte mich sofort an Tom Sawyer, einfach gehalten, aber dadurch sofort liebenswert. Die Gegebenheiten, in denen die Mitwirkenden aufwachsen und leben, sind denkbar ungünstig. Alle haben Träume, möchten ihr Leben verändern, ausbrechen, doch kaum eine Chance bis zu diesem Moment. Die Geschichte spielt in einer Zeit, in der Farbige immer noch nicht in der Gesellschaft akzeptiert und integriert wurden.

Jinx interessiert das nicht sonderlich, sie hat eine wunderbare große Klappe und spielt diese auch voll aus. Terry ist eher zurückhaltend, er ist schwul und damit genau so ein Außenseiter wie Jinx.

Als die beiden gemeinsam mit Sue Ellen und ihrer Mutter die Asche May Lynns nach Hollywood bringen, erleben sie so einiges und geraten in manche brenzlige Situation.

Sue Ellen ist die Erzählerin, ihre Sichtweise ist die eines 16 Jahre jungen Mädchens und trotz aller trauriger und schlimmer Ereignisse gibt dieser Krimi auch sehr viel lustiges und ironisches von sich, auch wenn manches vielleicht etwas skurril und abgehoben ist. Ich meine, wer gräbt schon eine Leiche aus, verbrennt diese und bringt die Asche in einem Pappkarton auf einem Floß Richtung Hollywood?

Der Weg ist lang, doch der Krimi ist sehr kurzweilig und wirklich flott zu lesen.

Unterm Strich

Es war mein erster Landsdale, aber wenn die anderen vom Stil ähnlich sind, wird es mir ein Vergnügen sein, mehr von ihm zu lesen.

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Tags: fllucht, floss, fluß, mutter, skunk, texas, tod   (7)

  

 

Die Chronik des Eisernen Druiden - Die Hetzjagd
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(57)

102 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 33 Rezensionen

fantasy, götter, druide, hexen, kelten

Die Chronik des Eisernen Druiden - Die Hetzjagd

Kevin Hearne , Alexander Wagner
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 21.02.2013
ISBN 9783608939316
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:  
Tags: druide, götter, hexe, irisch, schwert, werwölfe   (6)

  

 

Wir sind doch Schwestern
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(48)

98 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

schwestern, familiengeschichte, familie, krieg, niederrhein

Wir sind doch Schwestern

Anne Gesthuysen
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 01.11.2012
ISBN 9783462044652
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Einen 100. Geburtstag zu feiern, das ist schon etwas. Aber für Katty, die jüngste Schwester, ist das kein Problem. Sie hat in ihrem Leben so viele Feste organisiert und ausgerichtet, da sollte der runde Geburtstag ihrer Schwester Gertrud doch ein Leichtes sein. 100 Jahre, da hat man doch eine ganze Menge erlebt: 2 Weltkriege, den Fortschritt der Technik, das Leben der Schwestern, soviel, das es zu erzählen gibt.
Und mittlerweile ist Gertrud nicht mehr unbedingt in der Lage, allein in ihrer Wohnung zu leben, viel lieber hätte Katty es, wenn Getrud und auch Paula hier bei ihr auf dem Hof ihren Lebensabend verbringen würden.

meine Meinung

Es sind schon drei tolle Tanten, von denen ihre Nichte und Autorin Anne Gesthuysen hier erzählt. Jede hatte ihr eigenes Leben, klar. Aber trotzdem waren sie immer miteinander verbunden.

Gertrud, die Älteste ist im Buch immer als "große Schwester" unterwegs. Eine starke Persönlichkeit, mit beiden Beinen stets standhaft mitten im Leben, von Beruf Schuldirektorin. Fast hätte sie einmal geheiratet, aber eben nur fast. Diese Geschichte begleitet sie durch ihr ganzes Leben.

Paula, die mittlere, erscheint mir im Buch eher als nebenbei. Auch sie hat natürlich ihre Geschichte, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sie zu kurz kommt.

Katty dagegen, die jüngste im Bunde, reißt die Geschichte förmlich an sich. Überall mischt sie mit, mischt sich ein und leider nicht immer zum Vorteil.
Als "Nesthäkchen" scheint sie stets und ständig nach Anerkennung und Lob zu suchen und ist dabei häufig sehr dominant. Das macht sie zeitweise recht unsympathisch, obwohl sie eigentlich immer nur um das Wohl der anderen besorgt ist und es allen und jedem recht machen will.

Der eigentliche rote Faden ist meines Erachtens aber Heinrich Hegmann, der Hausherr des Tellemannshof. Er begleitet das Leben der drei Schwestern auf unterschiedlichste Art und Weise, mehr wird hier jetzt aber nicht verraten.

Unterm Strich

Es hat mir gut gefallen, mehr über die drei Schwestern zu erfahren. Sie über fast 100 Jahre begleiten zu dürfen, hat mich berührt und auch beeindruckt. Ich finde es immer wieder lesenswert, wenn Kriegsgenerationen berichten, und hier ist es noch einiges mehr.

  (8)
Tags: hof, krieg, liebe, politik, schwestern   (5)

  

 

Als der Regen kam
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(32)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

demenz, liebe, schweiz, familie, regen

Als der Regen kam

Urs Augstburger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.08.2012
ISBN 9783608939743
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Als der Regen kam . . . kann Helen sich daran erinnern? Und an Jakob? Vielleicht eher an Pius? Erinnert sie sich überhaupt an irgendetwas? An das Jugendfest? An ihren Sohn Mauro? Sie kann es nicht sagen, denn Helen ist dement. Sie lebt in einem Pflegeheim, zu hause war es nicht mehr möglich.

Ihr Sohn Mauro kommt nur noch selten, es scheint, er sei förmlich geflohen. Nicht vor seiner Mutter, eher vor der Stadt ansich. Nun ist er zurück, um die Wohnung seiner Mutter aufzulösen, und gerade ist wieder Jugendfest.
Wie schon seit Hunderten von Jahren bindet dieses traditionelle Fest vor allem die Jugend an sich, daran erinnert Mauro sich sehr gut, aber nicht gern . . .

Meine Meinung

Demenz, eine verflixte Krankheit, in meinem Beruf begegne ich ihr oft, zu oft. Um wie viel schwerer muss es für Angehörige sein, die ihre Eltern, Mütter, Väter langsam verlieren, ihnen häufig nicht mehr folgen können. Förmlich eingeschlossen in ihrer kleinen, eigenen Welt, in ihrer eigenen Sichtweise, oft nur noch eine optische Hülle, während niemand sagen kann, wohin ihr Geist gegangen ist.

Der Autor hat hier gute Rechere betrieben, wie ich finde. Die Gedanken Helens, die immer wieder in kursiver Schrift auftauchen, erscheinen verworren, ohne System. Helen aber wird ein System haben, sie findet sich darin zurecht. Und in kurzen Momenten klaren ihre Gedanken auf, sie erinnert sich an einen Tanz, eine Begebenheit, eine Begegnung.
So geht es hier nicht nur um ihre, sondern auch um die Vergangenheit ihres Sohnes.
Beide haben viel zu berichten, jeder auf seine Art, und nach und nach findet der Leser sich ein. Liebe, Verlust, Akzeptanz, Probleme jeglicher Art, gibt es hier zu verarbeiten, nichts davon wird ausgelassen.

Der Schreibstil ist sehr direkt, und erscheint dadurch vielleicht etwas lieblos, oder distanziert und kurz angebunden. Es wird nichts geschönt, erst zum Ende hin kommen Gefühle in die Geschichte, diese dann aber so massiv, dass mir die Tränen liefen. Es war beim Lesen, als sei ein Knoten geplatzt.

Unterm Strich

Ein gutes Buch, auf seine besondere Art, das mich sehr berührt hat, nicht nur im Herzen.

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Tags: demenz, erinnerungen, fest, liebe, mutter, regen, sohn   (7)

  

 

Schnitt
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(154)

258 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 89 Rezensionen

thriller, entführung, psychothriller, mord, psychopath

Schnitt

Marc Raabe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein TB, 11.05.2012
ISBN 9783548284354
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Eine Treppe in den Keller; für den kleinen Gabriel immer eine Herausforderung, weil er Angst hat.

- Schnitt - Aber diesmal ist es anders. 29 Jahre später: Gabriel ist erwachsen, er hat damals gesehen, wie seine Eltern brutal erschossen wurden. Er kann sich nur nicht mehr erinnern, was mit diesem Keller war. Nun steht er wieder in einem Keller, in einer alten leerstehenden Villa. Der Alarm wurde ausgelöst, und sein Chef bei der Sicherheitsfirma betreut diese Villa. Aber warum hängt hier ein schwarzes Kleid? Irgendetwas stimmt hier nicht.

- Schnitt - Als er dann auch noch einen Anruf seiner Freundin Liz annimmt und sie ihm erzählt, dass sie gerade im Park überfallen wurde und dringend Hilfe benötigt, ist ihm die Villa egal. Er will ihr helfen, doch als er im Park ankommt, gibt es zwar eine Leiche, nur von seiner Freundin ist keine Spur zu entdecken.

- Schnitt - Die Polizei glaubt ihm nicht, da er kein Unschuldslamm ist, es nie war. Er muss herausbekommen, was damals im Keller geschah, nur dann kann er seiner Freundin helfen. Vielleicht kann sein Bruder ihm helfen.

Meine Meinung

Holla, hier geht es gleich zur Sache. Das Buch beginnt mit dem Ereignis vor 29 Jahren, wobei es keinerlei genaue Details gibt, wie und was Gabriel damit zu tun hat.
Überhaupt ist dieser junge Mann sehr verstockt und verschlossen, war lange Zeit in der Psychiatrie und nicht gerade ein Engel. Schnell erschien er mir unsympathisch, trotzdem wollte ich mehr über ihn erfahren. Dazu kommt diese Stimme in seinem Kopf, die ihn ständig von allem abhalten will. Luke nennt diese Stimme ihn, der Luke von StarWars, so wollte er immer sein. Aber genau wie diese Stimme ihn nervt, erging es auch mir, ich wollte, dass die Stimme endlich die Klappe hält, obwohl es auf diesem Weg viele Informationen gibt.
Parallel erfährt der Leser, was mit der Freundin geschieht, wobei unklar ist, warum ausgerechnet sie in die Fänge eines scheinbaren Psychopathen gerät.

So geht es abwechselnd aus verschiedenen Blickwinkeln immer schneller und tiefer in die verzwickte Gegenwart und Vergangenheit. Und nach und nach eröffnet sich dem Leser das ganze Ausmaß, dem man sich nicht entziehen kann. Marc Raabe schreibt sehr direkt, nichts wird geschönt. Manche Szenen sind sehr bildhaft dargestellt, das Kopfkino bekommt reichlich zu tun.

Unterm Strich

Knallhart, direkt, blutig- wer das mag, wird sich hier hoffentlich nicht langweilen, ich hab's zumindest nicht getan.

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Tags: entführt, freundin, keller, kleid, mord, video   (6)

  

 

Hannes
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(12)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

freundschaft, leben, unfall, trauer, koma

Hannes

Rita Falk
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.04.2012
ISBN 9783423249102
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Hannes- du liegst da in diesem Bett, kannst nicht sprechen, kannst nicht schauen, kannst garnichts im Moment. Du hattest einen Unfall mit dem Motorrad, seitdem liegst du hier. Und ich, Uli, schreibe dir, jeden Tag. Ich kann dich nicht jeden Tag besuchen, hab jetzt einen Zivi-Arbeitsplatz in einem Pflegeheim. Ich nenne es das Vogelnest. Und du?

So oft ich kann, sitze ich hier auf deiner Bettkante, erzähle dir alles, was mir in den Sinn kommt. Lese dir die Sportereignisse aus der Zeitung vor, setzte mich auf die Fensterbank und schaue in die Kastanie vor deinem Zimmer. Sie trägt gerade die ersten hellgrünen Blätter, es ist Frühling. Ey Alter, gib bloß nicht auf, was soll ich denn ohne dich machen . . .

Manchmal glaube ich, dass du grinst, wenn ich dir etwas erzähle. Aber wenn ich deine Hand nehme und sie wieder loslasse, plumpst sie einfach so auf die Bettdecke. Und du? Naturgemäß reagierst du mal wieder garnicht . . .

Meine Meinung

Diese 200 Seiten waren schnell gelesen. Es sind Briefe und Erzählungen, allerdings sehr einseitig, denn Hannes reagiert nicht. Also schreibt Uli, was das Zeug hält und wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Und da geht es um vieles, was ihm durch den Kopf geht.

Egal, ob es etwas aus ihrer gemeinsamen Kindheit ist oder aus dem aktuellen Tagesgeschehen.

Uli ist wirklich Hannes bester Freund.

Dies ist nunmal seine Art, den Unfall zu verarbeiten, seine Wut und seine Verzweiflung auszudrücken. Die Autorin hat den jugendlichen Sprachumgang meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt, und es ist für mich durchaus vorstellbar, dass sich so etwas tatsächlich auch so ergeben kann. Komapatienten nehmen ihr Umfeld wahr und Uli versucht alles, um ihm sein Umfeld nicht allzu still zu gestalten.

Im Gegensatz zu den anderen Besuchern, die oftmals nur schweigen und schauen, bringt Uli Leben mit. Die Erzählweise ist flüssig und locker, und auf seine Art auch sehr emotional.

Uli traut sich da etwas, das nicht viele Menschen können, er spannt Hannes in seine Gespräche ein, ohne gespielt zu wirken, ohne großartig nachzudenken, einfach aus dem Bauch heraus macht er instinktiv das Richtige.

Diese Leichtigkeit bleibt über den gesamten Roman erhalten, mal mit mehr, mal mit weniger Gefühl. Ich will hier nicht zu viel verraten, darum kann ich euch nur empfehlen, es einmal selbst zu lesen. Es ist keine literarische Höchstleistung, zum Glück, das muss es auch nicht sein, aber es ist menschlich und das allein ist wunderbar.

Vielleicht gibt es den einen oder anderen, der meint, es sei kitschig oder klischeehaft, da ist das Empfinden ja bei jedem anders.

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Tags: hannes, koma, krankenhaus, uli, unfall   (5)

  

 

Wahr
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(24)

50 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

liebe, tod, finnland, familie, wahrheit

Wahr

Riikka Pulkkinen , Elina Kritzokat
Fester Einband: 356 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 08.03.2012
ISBN 9783471350713
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Elsa Ahlqvist will nicht im Krankenhaus sterben, auch nicht in einem Hospiz. Und außerdem ist da noch etwas, das sie mit ihrer Tochter Eleonoora klären muß. Marttis, Elsas Mann, wird nichts erzählen, das ist ihr klar. Also bleibt nur sie, sonst niemand. Und niemand kann sagen, wieviel Zeit ihr noch bleibt. Die Diagnose Krebs ist noch nicht lange her, aber Elsa merkt, dass es Zeit wird, Dinge zu klären und die Wahrheit zu erzählen.

Eleonoora, selbst Ärztin und Mutter zweier wunderbarer Töchter, Anna und Marie, ahnt von alldem nichts. Sie will ihre Mutter zu hause versorgen, mit Unterstützung ihrer Töchter.

Besonders Anna hat einen sehr guten Draht zu Elsa, und durch Elsas Geschichte sieht sie später einiges mit anderen Augen.

Meine Meinung

Rikkaa Pulkkinen hat dieses Buch bereits 2010 in Finnland veröffentlicht, in diesem Jahr kommt das Buch nun auch nach Deutschland. Wenn ich Finnland lese, denke ich sofort an Kühle. So wie in diesem Buch: Es herrscht während der ganzen Geschichte eine besondere nordische Reserviertheit, es wirkt kühl. Trotzdem konnte ich es nicht beiseite legen, denn nichts ist nunmal interessanter als die Wahrheit. Die Wahrheit über die Liebe zweier Menschen, und was diese Liebe aushalten und bestehen muß, um beständig zu bleiben. Es ist die Wahrheit über das ständige Auf und Ab in der Liebe, in einer Beziehung und die Wahrheit schmeckt nicht immer süß.

Im Grunde ist es eine typische Geschichte: In der Ehe ist vor ewiger Zeit mal nicht alles so glatt gelaufen, und nun, kurz vor dem Tod hat man das Bedürfnis, es jemandem mitzuteilen.

Klar dabei ist, dass diese Mitteilung nicht unbedingt unbändige Freude auslöst. Und es ist auch klar, dass sich danach im Leben die Sichtweise und/ oder das Verhalten ändern wird. Für den oder die Erzählenden macht das eh nichts mehr, er oder sie ist ja bald nicht mehr da.

Und obwohl diese Geschichte also nichts besonderes ist, hat sie ihren gewissen Charme, ihren besonderen Reiz.

Trotz dieser bereits oben beschriebenen Kühle liest sich das Buch sehr flüssig, die Wortwahl ist recht poetisch und förmlich elegant.

Abwechselnd wird im Jetzt und in der Zeit um 1966/67 berichtet, sodass viel Bewegung in der Erzählung ist.

In diesem Buch geschieht nichts sonderlich aufregendes, es handelt sich einfach "nur" um das wahre Leben. Und das kann manchmal schon sehr beeindruckend sein.

Unterm Strich

Ohne große Worte zu verlieren, kann ich nur sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat.

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Tags: abschied, kinder, krankheit, liebe, mutter, wahrheit   (6)

  

 

Hyddenworld
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(81)

170 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

fantasy, hydden, frühling, william horwood, england

Hyddenworld

William Horwood , Reiner Pfleiderer
Fester Einband: 527 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 17.02.2012
ISBN 9783608946383
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Hyddenworld- eine Welt, die der Menschenwelt unbekannt ist. Und trotzdem liegen diese beiden Welten dicht beieinander, fließen manchmal sogar ineinander über.

In unserer Welt wird ein Junge geboren, Jack. Er ist ein Riese in Hyddenworld und alle setzen nach einer alten Prophezeiung ihre Hoffnung in ihn, denn Jack soll den fehlenden Edelstein des Frühlings wiederfinden. Weil es in Hyddenworld Gegner dieser Prophezeiung gibt, soll Jack bei den Foales in England aufwachsen, bis er soweit ist, nach Hyddenworld zu gehen.

Doch auf dem Weg zu ihnen geschieht ein tragischer Unfall, in dem nur Jack, das kleines Mädchen Katherine und ihre Mutter schwer verletzt überleben. Da die Mutter sich danach nicht mehr um ihre Tochter kümmern kann,ziehen sie kurzerhand zu Margaret und Arthur Foale. Eigentlich sollten sie sich um Jack kümmern, doch aufgrund seiner schweren Brandverletzungen sind sie dazu nicht in der Lage. Als Katherines Mutter Clare im Sterben liegt, sehen Jack und Katherine sich nach langer Zeit wieder.

Meine Meinung

Schon gleich zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass es nicht einfach werden würde, dieses Buch zu lesen und Hyddenworld zu entdecken. Aber die Mühe hat sich gelohnt, wie ich finde. Der Klett-Cotta-Verlag hat hier wieder einmal einen kleinen Schatz zutage gefördert, der jedoch nur der Auftakt zu einem 4-Teiler ist.
Die Geschichte spielt abwechselnd in der Welt der Menschen und in Hyddenworld, dementsprechend gestaltete sich das Lesen recht abwechslungsreich. Horwood beschreibt beide Welten sehr detailreich und bildhaft, manchmal hatte ich den Eindruck, mitten auf einer der grünen Wiesen zu stehen und zu sehen, was er beschreibt. Vieles erinnert in der Erzählung an "Herr der Ringe" und doch ist es natürlich eine ganz eigene Geschichte, in der alte Prophezeiungen eine große Rolle spielen.
Interessant finde ich die Idee, wie die Menschen nach Hyddenworld gelangen und umgekehrt.
Und besonders sympathisch erscheinen mir die kleinen Leute aus Hyddenworld, die Jack bei seinen Unternehmungen unterstützen. Sie werden allesamt so wunderbar beschrieben, dass es mir ein Leichtes war, sie in meinem Kopfkino zu entdecken und zu begleiten.

Einige Abschnitte hätten sicher auch kürzer gestaltet werden können, dadurch kommt schon eine gewisse Langatmigkeit auf.
Leider gibt es kein Glossar, um die einzelnen Personen besser auseinander halten zu können, da hatte ich meine Schwierigkeiten. Und eine Karte wäre ebenfalls begrüßenswert gewesen, das hätte da Gesamtbild gut abgerundet.
Aber trotzdem freue ich mich jetzt schon auf den nächsten Teil, und die neuen Begegnungen und Erlebnisse mit Jack und seinen Freunden aus Hyddenworld.

Unterm Strich

Auch mit einigen Hürden gut zu lesen, habt nur Geduld.

  (18)
Tags: england, jack, kleine leute, riese   (4)

  

 

Stirb
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(99)

145 Bibliotheken, 1 Leser, 7 Gruppen, 51 Rezensionen

berlin, rügen, thriller, mord, lara

Stirb

Hanna Winter
Flexibler Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.08.2011
ISBN 9783548283449
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Endlich hat Lara sich ihren größten Wunsch erfüllt: Ein eigenes Café mitten in Berlin. Es war nicht gerade leicht für die allein erziehende Mutter, aber nun hat sie es geschafft. Doch in der gleichen Nacht wird sie von einem Taxifahrer brutal überfallen, kann sich jedoch in buchstäblich letzter Sekunde befreien und in Sicherheit bringen. Aber diese Sicherheit hält nicht lange an, als die Polizei ihr mitteilt, dass sie dem zur Zeit meistgesuchten Serienkiller Deutschlands entkommen ist. Und er ist weiterhin auf freiem Fuß. Nach einem weiteren Überfall willigt sie schließlich ein, mit ihrer Tochter Emma in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden. Doch in der Nacht vor ihrem Umzug in eine ungewisse Zukunft wird sogar ihr Ex-Mann Raffael umgebracht, nur die gemeinsame Tochter kann überleben, spricht aber seitdem nicht mehr.
So verschwinden die beiden aus Berlin in ein neues Leben, in der Hoffnung, dem Killer zu entkommen. Und nicht einmal die Berliner Polizei weiß, wohin die Reise geht.

Meine Meinung

Im Gegensatz zu Winters ersten Thriller "Die Spur der Kinder" ist es ihr diesmal gelungen, mich zu überzeugen. Ich habe die 347 Seiten an einem Tag förmlich verschlungen. Ihr Schreibstil ist zwar weiterhin etwas lieblos in meinen Augen, sie rast gewissermaßen durch die Handlung, als ob sie nur schnell fertig werden wollte. Doch trotzdem hat sie diesmal eine Richtung eingeschlagen, die sie durch die ganze Geschichte gut einhält, sodass man dem "roten Faden" problemlos folgen kann.
Unterschwellig ist jederzeit eine gewisse Spannung zu bemerken, man hat als Leser förmlich das Gefühl, dass gleich wieder etwas passiert, was sich dann letztendlich aber als Sackgasse entpuppt. Dadurch entsteht manchmal das Bedürfnis, noch schneller zu lesen, das Ganze voran zu treiben, um auch selbst Luft abzulassen. Durch das ständige Auf und Ab entwickelt sich so ein Gefühl wie "Am ausgestreckten Arm zu verhungern", was dem Ganzen nur noch mehr Schwung gibt.

Unterm Strich

Eine hundertprozentige Steigerung zu ihrem Debüt, eine klare Linie, spannungsgeladene Unterhaltung, was will man mehr. Nur der Schreibstil ist noch ausbaufähig. Aber insgesamt gibt es von mir ein "Ja, gerne mehr".

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Tags: berlin, emma, kindheit, lara, messer, rügen, serienkiller   (7)

  

 

Das Leben und Schlimmeres
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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

bayern, humor, satire, erzählungen, leben

Das Leben und Schlimmeres

Georg Ringsgwandl
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 24.05.2011
ISBN 9783499627538
Genre: Comic & Humor

Rezension:

Das Leben schreibt manchmal seltsame Geschichten . . . mehr oder weniger. Und zur Not kommt noch die eine oder andere Kleinigkeit dazu . . . oder auch etwas mehr. Hauptsache, am Ende passt es. Es sollen hilfreiche Geschichten sein, die Herr Ringswandl sich da zurecht geschrieben hat. Wie aus dem Leben gegriffen. Zum Beispiel ein kranker Hund, der homöopathisch behandelt werden soll. Aber erst muß er mit dem indianischen Sackhoroskop ausgependelt werden. Wie? Das kennen Sie nicht? Sollten Sie aber. Danach sind Sie kuriert . . . garantiert.
Oder das Thema Schuhe kaufen. Lesen Sie es. Da soll hinterher nochmal einer sagen, Frauen bräuchten immer so viel Zeit zum Schuhe kaufen . . . haha.

Also ehrlich, ich glaube, für jemanden, der schon alles hat, ist dieses Buch genau das richtige.
Ich muß gestehen, ich hab noch lange nicht alles, aber immerhin dieses Buch. In kleinen handlichen Geschichten stellt Herr Ringswandl das Leben vor . . . hoffentlich ist es nicht sein eigenes.
Er hat sich Gedanken gemacht über Themen, da kommt unsereins nicht im Traum drauf, darüber überhaupt mal nachzudenken.
Geschichten wie "homöopathische Wurmkur", "Dänemark" oder "Der verstrahlte Kropf" haben mich schon sehr zum Lachen gebracht. Und auch einige andere Situationen, die übrigens im hinteren Inhaltsverzeichnis aufgelistet sind, haben mir den einen oder anderen Schmunzler entlocken können.
Sein Schreibstil ist unkompliziert, frei von der Leber weg, könnte man sagen.

Achja und übrigens: Benutzen Sie vielleicht manchmal noch das gute alte Stofftaschentuch? Sogar dazu ist ihm nämlich etwas eingefallen. Aber vorsicht, es gehört eher unter den Abschnitt ". . . und schlimmeres"

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Tags: doktor, gluten, hund, leben, nullenergiehaus, urlaub   (6)

  

 

Ohne. Ende. Leben.
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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

leben, engel, krankheit, rinderwahn, bse

Ohne. Ende. Leben.

Libba Bray , Siggi Seuß
Flexibler Einband: 558 Seiten
Erschienen bei dtv, 18.04.2011
ISBN 9783423248792
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Leben: die charakteristische Eigenschaft, die Lebewesen von anderen Dingen unterscheidet.

So lautet die Erklärung aus Wikipedia.

Und um das Leben geht es in diesem Buch. Cameron, ein durchschnittlicher Jugendlicher erfährt, dass er unheilbar an der Creutzfeld-Jacob-Krankheit leidet. Mann-o-mann, für einen 16-jährigen eine Hammerdiagnose, die man nicht einfach so wegsteckt. Warum nur ausgerechnet Cameron? Und woher? Er will doch nur Musik machen und hören, einmal Sex haben mit Stacy, ab und zu mal kiffen, seine Schwester nerven, leben, eben alles, was man mit 16 so machen möchte. Und nun? Im Krankenhaus taucht Dulcie auf, ein flippiger Engel mit Springerstiefeln und sie erklärt ihm, dass er einen Mission zu erfüllen hat, damit er sich und die Welt retten kann. Dazu muß er nur Dr. X finden. . . . Gemeinsam mit Gonzo, einem Freund aus dem Krankenhaus macht er sich auf in eine ungewisse Zukunft.

Zu Beginn dieses Buches dachte ich mir: Ok lese ich mal, und schaue, wie es so ist. Mit gemächlichem Tempo und vielen kleinen chaotischen Schlenkern nach allen Seiten geht es voran. Irgendwie hat man das Gefühl, beim Kiffen dabei gewesen zu sein, die Geschichte dümpelt so schillernd und flippig vor sich hin. Doch als Cameron sich auf den Weg macht, um die Welt zu retten, geht es immer zügiger vorwärts. Mit witzigen Ideen, die mich an Filme wie "Per Anhalter durch die Galaxis" oder "Zurück in die Zukunft" erinnern, geht und fährt Cameron seinen Weg. Es gibt etliche Stellen, bei denen ich herzhaft lachen konnte, aber es gibt auch traurige Momente, in denen mir klar wurde, um was es hier im Grunde eigentlich geht: Leben! Nicht nur existieren, sondern Leben, lachen, dabei sein, fühlen, weinen, schreien, wütend sein, lieben. Einfach das Gefühl, nicht sang- und klanglos dazusein und irgendwann unbemerkt zu sterben. . . sondern etwas zu hinterlassen. Die Leute sollen sich an ihn erinnern, und sagen: "Hey weißt du noch, diese geile Party mit Cameron." Oder "Wow, denkst du manchmal an diesen abgefahrenen Tripp durchs Land mit ihm."
Libba Bray hat es geschafft, ein ernstes und trauriges Thema humorvoll und geschickt zu verpacken, und es so den Jugendlichen näher zu bringen. Aber auch Erwachsene sollten sich nicht davor scheuen, so ein abgedrehtes Werk in die Hand zu nehmen.

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Tags: balder, engel, kühe, leben, musik, pink, schneekugeln, zwerg   (8)

  

 

Unter allen Beeten ist Ruh
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73 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 33 Rezensionen

berlin, krimi, schrebergarten, mord, pippa bolle

Unter allen Beeten ist Ruh

Auerbach & Keller
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.04.2011
ISBN 9783548610375
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Eigentlich soll Pippa Bolle ja noch eine Arbeit über den Haubentaucher übersetzen, ist schließlich ihr Beruf. Aber sie bekommt nicht die nötige Ruhe daheim, ständig ist etwas los in diesem Mehrfamilienhaus mitten in Berlin. Da kommt ihr das Angebot ihrer Freundin gerade recht. Sie kann auf den Kleingarten Karins Vaters aufpassen, der eine längere Reise plant, um neue Bekannte kennenzulernen. Gesagt, getan, ab nach Schreberwerder, einer Garteninsel mitten auf der Havel.

Pippa fühlt sich dort schnell wohl, alle empfangen sie freundlich, und die friedliche Idylle sagt ihr sehr zu. Nunja, fast friedlich- Lutz Erdmann, ebenfalls Bewohner auf Schreberwerder, will sich nach und nach alle Gartenparzellen aneignen, schließlich plant er eine großangelegte Wohlfühloase, da kann er diese kleinbürgerlichen Gärten nicht gebrauchen. Aber er hat die Rechnung ohne die Bewohner gemacht, sie wollen ihre kleinen behüteten Schätze nicht hergeben, um keinen Preis der Welt. Doch dann stirbt Dorabella, und Erdmann wittert seine erste Chance, um an ihren Garten zu kommen. Pippa ist sich sicher, das hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, und auch die anderen befürchten heimtückischen Mord. Bleibt die Frage zu klären, ob Erdmann für seine Zwecke sogar über Leichen gehen würde . . .

Ich muß schon sagen, dieser Krimi hat mich mal wieder sehr gut unterhalten. Das scheinbar so friedliche Kleinod mitten in Berlin beherbergt mehr Kriminalität, als man je vermuten würde. Und das Ganze ist auf so herzliche Art und Weise verpackt, da kann man einfach nur weiter lesen. Und weiter und weiter und weiter. Mit berlinerischem Charm und Witz und jeder Menge sympathischer Personen darf sich der Leser durch jeden Garten graben, vorbei an duftenden Rosen, mitten durch die Beete, hinein in ein Heckenlabyrinth und durch den Pool des Herrn Erdmann wieder hinaus. Dem weiblichen Gespür Pippas entgeht kaum ein Detail, sodass sie nicht nur ihre Arbeit über den Haubentaucher beenden, sondern auch noch hier und da etwas zur Aufklärung verzwickter Gegebenheiten beitragen kann. Und eines laßt euch gesagt sein: Der Mörder ist nicht immer der Gärtner . . . oder doch?

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Tags: berlin, dorabella, havel, insel, kleingarten, lutz, mord, pippa   (8)

  

 

Linksaufsteher
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145 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 43 Rezensionen

humor, liebe, montag, berlin, lustig

Linksaufsteher

Matthias Sachau
Flexibler Einband: 345 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.04.2011
ISBN 9783548283197
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Warum eigentlich kann die Woche nicht mit einem Mittwoch beginnen? Oder lieber ein Samstag? Nein, es muß Montag sein. Ausgerechnet Montag, der Tag, an dem Oliver die schlechteste Laune der Woche hat. Und das auch nur, weil er in diesen Nächten immer besonders grausig träumt. Klar, da wird jeder in Grund und Boden gemotzt, der sich ihm über den Weg traut. Auch die komplett nichtsnutzige blöde Bürotrine. Obwohl sie echt süß aussieht. Aber nein, nix da . . . oder doch? Egal, die Woche fängt Montags einfach mistig an. Der Rest der Woche geht so, da hat Oliver zum Beispiel sein Kartenspiel mit Tobi, oder die Klönrunde mit Anton, der schon sieben ist. Und dann ist er ja auch noch Werbesprecher im Radio. Früher hat er sogar mal Ernie gesprochen. Da hat er auch noch in einer WG gewohnt. Jetzt wohnt er allein. Und seine Wohnung ist immer so ordentlich aufgeräumt. Und überhaupt, wieso geht ihm diese Frau nicht mehr aus dem Kopf? Er weiß nicht mal ihren Namen. Vielleicht sollte er mal im Cafe nachfragen, vielleicht ist sie dort öfter anzutreffen. Wenn nur diese dämlichen Träume aufhören würden. Wieso träumt er seit neuestem von Gretchen? Da war doch dieses Theaterstück in der Schule. Klar, mit Gretchen's Faust . . . nur ohne Zöpfe. Oh meine Güte, diese nichtsnutzige Bürotrine - sie ist es - Gretchen, nein, Lena.
Nachdem ich "Schief gewickelt" von Matthias Sachau vor einiger Zeit gelesen habe, hatte ich schon mit einem recht stürmischen Buch gerechnet. Doch diesmal ließ der Sturm erstmal auf sich warten. Die ersten Kapitel, alle schön in Wochentage unterteilt, schleppten sich so dahin. Unendliche Gedankenströme und nichtssagende Abschnitte später aber gings dann endlich zur Sache und ließ sich dann schließlich bis zum Ende nicht mehr aufhalten. Mit irrem Tempo geht die Geschichte um Oliver und Lena voran, aber auch "Apfelsinchen" aus der Facebookgruppe Supermarktkonzeptionalisten, und "ruderfrosch" aus dem Cafe tragen ihr bestes dazu bei, damit dieses Buch doch noch ein Gutes wird. Ja, da läßt Oliver es so richtig krachen. Bei "Schief gewickelt" gabs ein Bobbycar-Rennen, hier liefert man sich diesmal ein iKoffer- gegen Holzfahrradduell, das sicher seinesgleich sucht. Und ich wußte auch nicht, dass "Mann" den Kauf einer neuen Hose so spektakulär werden lassen kann, wie Herr Sachau es hier beschreibt. Spätestens da hatte er mein Komikzentrum erreicht.

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Tags: anton, gretchen, heiße öfen, ikoffer, lena, montag, oliver, supermarkt, wg   (9)

  

 

Leise stirbst du nie
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(64)

103 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 35 Rezensionen

serienmörder, thriller, san diego, kreuzigung, usa

Leise stirbst du nie

Daniel Annechino , Barbara Krause
Flexibler Einband: 406 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.03.2011
ISBN 9783548282626
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Simon . . . ein Mann, der von seiner Mutter sehr religiös erzogen wurde, ist sich sicher, dass er von Gott ausgesucht wurde, um Frauen -Sünderinnen- zu erlösen. So macht er sich auf die Suche und findet auch schnell seine Opfer, schließlich ist die Welt voll von ihnen. Um sie auf den Weg der Erlösung zu bringen, entführt er nicht nur sie, sondern auch ihre Kinder. Ein besseres Druckmittel wird sich kaum finden lassen, denn was erträgt eine Frau alles, nur um ihr Kind zu schützen.

Detective Sami Rizzo ermittelt gemeinsam mit ihrem Partner Al, doch der Fall ist schwieriger, als erwartet. Und Simon entwickelt sich zum Serientäter, ohne dass ihn jemand aufhalten könnte.
Durch einen Zufall lernt Sami ihn kennen, ohne jedoch zu ahnen, wen sie vor sich hat. Und wie sollte es anders sein, auch Sami hat eine kleine Tochter und paßt somit exakt in Simons Beutechema.

Ja, das Thema ist kein neues, religiöser Wahnsinn gepaart mit unkontrollierbarer Wut, alles in einer Person zusammen gefasst, also eine tickende Zeitbombe. Und doch hat das Buch mich gefesselt, mich kaum mehr losgelassen. Obwohl das Vorgehen Simons ziemlich berechenbar ist, kommt eine Spannung auf, die mir Gänsehaut bereitet hat. Mit seiner anfangs liebenswürdigen Art kommt er gut bei den Frauen an, die gerne seine angebotene Hilfe in Anspruch nehmen und dabei letztendlich böse in die Falle tapsen.

Sein Charakter wird dermassen provozierend dargestellt, dass bei mir schnell das Bedürfnis aufkam, ihn, wenn nötig, mit Gewalt zu stoppen und die Frauen anzuschreien, sie sollen doch nicht so naiv und blauäugig sein. Die Schilderung seiner Taten werden zum Glück nicht bis ins kleinste Detail beschrieben, wobei im Prolog jedoch das Geschehen aus der Sicht einer der Frauen sehr genau ausgeführt wird, sodass schon klar ist, was Simon mit seinen Opfern anstellt.
Insgesamt also ein Thriller, der nicht außergewöhnlich, aber doch fesselnd ist.

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Tags: detectiv, erlösung, frau, gott, kreuz, mutter, religion, tochter, wahnsinn   (9)

  

 

Elf Leben
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(66)

117 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 35 Rezensionen

london, radio, australien, leben, schicksal

Elf Leben

Mark Watson , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 265 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 25.02.2011
ISBN 9783821861241
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

"Elf Leben" erzählt die Geschichte von elf Menschen, die sich nicht unbedingt persönlich kennen, aber trotzdem irgendetwas miteinander verbindet. Xavier ist einer von ihnen. Nach einem sehr tragischen Ereignis ist er von Australien nach London ausgewandert, um dort ein komplett neues Leben zu beginnen. Das geht eine Zeit lang ganz gut, er arbeitet bei einem Radiosender, zusammen mit Murray gestaltet und moderiert er eine Late-night-Sendung, bei der Zuhörer ihnen schreiben oder sie anrufen können, um ihre Probleme und Erlebnisse zu schildern. So kann Xavier, der eigentlich Chris heißt, sich gut von seinem eigenen Problem ablenken. Doch irgendwann holt die Vergangenheit ihn ein, er muß sich damit auseinander setzen, ob es ihm paßt oder nicht...
Aber da gibt es noch mehr Personen, die immer wieder auftauchen, sich sogar begegnen, aneinander vorbei gehen, ohne sich zu beachten, sich nie wieder treffen werden. Sie alle haben ihre Geschichte, ihr Leben.

Sei es Clive Donald, der Mathe-Lehrer, der nach drei Scheidungen nicht mehr will. Er ruft bei Xavier an, und erzählt von seinen Problemen....
Da ist der junge Mann, der als Aushilfe in einer Restaurantküche arbeitet, und rausfliegt, weil der Chef nach einer schlechten Kritik an irgendjemandem seine Wut auslassen muß...
Wäre ihr Sohn nicht verprügelt worden, wäre die Restaurantkritik nicht so schlecht ausgefallen...
Schon nach einem kurzen Leseeindruck hatte ich das Gefühl, eine tolles Buch in der Hand zu halten. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mark Watson schafft es auf wunderbare Art und Weise, diese viele kleinen Geschichten zu einem großen Gesamtbild zu verweben, ohne zu verwirren.

Nach dem Motto "Wenn der Hund nicht..., hätte er einen Hasen..." ist das Handeln eines einzelnen im Zusammenhang mit den anderen Ereignissen zu sehen. Hätte Xavier nicht... ,dann wäre ... nicht geschehen. Einerseits sehr direkt, andererseits aber auch gefühlvoll und sensibel geht Watson mit den verschiedenen Personen um, keiner von ihnen erscheint überflüßig.
Quer durch alle Ebenen der Gesellschaft, ob arm oder reich, dick oder dünn, sind sie bildhaft dargestellt, kämpfen mit den Tücken des Lebens. Im Grunde genommen sind es Menschen wie du und ich. Und das macht dieses Buch so angenehm zu lesen. Man kann sich einfach gut vorstellen, selbst in der einen oder anderen Situation zu stecken, so oder so zu reagieren. Vorurteile, Ignoranz, Egoismus, Selbstzweifel, Angst, Flucht vor der Wahrheit, hier kommt nichts zu kurz.
Leider ist es ein Buch mit einem offenen Ende, der Leser muß für sich selbst entscheiden, wie das Ende sein könnte, darf mit seinen Gedanken spielen.
Ein Buch, das nicht einfach zugeklappt und beiseite gelegt wird, da bin ich mir sicher.

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Tags: australien, baby, chris, leben, london, pippa, radio, xavier, überfall   (9)

  

 

Jeden Tag, jede Stunde
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(58)

101 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 37 Rezensionen

liebe, kroatien, meer, paris, sehnsucht

Jeden Tag, jede Stunde

Natasa Dragnic
Fester Einband: 278 Seiten
Erschienen bei DVA, 17.02.2011
ISBN 9783421045164
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Luka und Dora, ein Paar seit ewigen Zeiten, immer und immer wieder, seit ihrer Kindheit. Und doch kein Paar, nie ganz, seit ihrer Kindheit. Sie lernen sich im Kindergarten kennen. Sie kleben zusammen, wann immer es geht. Ihre Mutter sagt, sie wären wie zwei gekochte Nudeln. Dora ist sechs, als sie wegzieht nach Paris. Und Luka wartet... auf ihrem Felsen... am Meer in Kroatien... doch Dora kommt nicht zurück. Es nutzt auch nicht, wie sonst, die Luft anzuhalten, bis er ohnmächtig wird... diesmal nicht.

Ab jetzt lebt jeder sein Leben, doch beide haben ständig das Gefühl, dass etwas fehlt. Sie vergessen einander, bis Luka wegen einer Ausstellung seiner Bilder nach Paris kommt. So finden die beiden sich wieder, doch das Glück ist nicht von Dauer, denn Luka muß zurück. Aus Vergessen wird Verdrängung, es soll einfach nicht sein. Doch bei jedem ihrer Wiedersehen wissen sie, dass sie füreinander bestimmt sind, haben sie doch verwandte Seelen, die sie miteinander verbinden. Und wie immer ist ihre Liebe von kurzer Dauer, weil einer der beiden geht.

Mein Fazit

Das Buch beginnt mit Kapitel 40, fast am Ende. Und doch ist es irgendwie auch ein Anfang. Der Leser begleitet die Hauptprotagonisten Dora und Luka von klein auf. Es gibt gemeinsame Zeiten der beiden, ebenso wie es getrennte Zeiten gibt. Im Wechsel, und doch zeitgleich geht ihr Leben seinen Weg über mehrere Jahre hinweg. Manchmal hatte ich dabei das Gefühl, dass der ständige Wechsel stört, weil die jeweilige Geschichte einer der beiden gerade im Fluß war. Doch mit der Zeit kann man sich auch daran gewöhnen. Beide Charakteren sind mir auf anhieb sympathisch erschienen, wobei mir Dora zeitweise mit ihrem Egoismus etwas übertrieben dargestellt wird. Die Art und Weise, wie Luka mit seinen ewigen provozierten Ohnmachtsanfällen versucht, seinen Problemen aus dem Weg zugehen, wirkt zu Beginn noch recht belustigend, erscheint im Alter aber letztendlich nur noch kindisch.
Trotzdem habe ich diese Liebesgeschichte genossen, sie läßt sich leicht lesen, und durch die sehr schön beschriebene Landschaft hatte mein Kopfkino stets ein passendes Bild vor Augen.

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Tags: atmen, ewig, kindheit, liebe, malen, meer, paris, sohn, strand, tochter   (10)

  

 

Das Blut der Lilie
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(63)

113 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

französische revolution, musik, tod, paris, tagebuch

Das Blut der Lilie

Jennifer Donnelly , Angelika Felender
Fester Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 25.02.2011
ISBN 9783866122888
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Zwei Geschichten, wunderbar miteinander verknüpft; das ist in diesem Buch wunderbar gelungen.
Andi, ein junges Mädchen, voller Wut, Trotz und Widerwillen, seitdem sie ihren kleinen Bruder verloren hat. Er kam um, weil sie sich nicht um ihn gekümmert hat, als er sie brauchte... zumindest denkt sie das. Alle geben ihr die Schuld an diesem Unglück... zumindest meint sie das. Und so wird sie mit der Zeit unnahbar, verschliesst ihre wahren Gefühle hinter einer dicken Fassade, versteckt sich hinter ihrer Musik. Ihre Eltern sind geschieden, die Mutter leidet still, verbirgt sich hinter ihren Bildern, die sie malt... Tag und Nacht. Der Vater, ein Nobelpreisträger, geht in seiner Wissenschaft auf, hatte eh kaum Zeit für seine Familie.

Um sich auf ihre Abschlußarbeit für die Schule zu konzentrieren, nimmt ihr Vater sie kurzerhand mit nach Paris. Sie wohnen bei einem Freund, G.. Er sammelt Gegenstände aus der Zeit der französischen Revulotion und dort entdeckt Andi einen Gitarrenkoffer, in dem ein Tagebuch verborgen ist. Es ist scheinbar ebenfalls aus der Zeit der Revolution, und so beschließt sie, es zu lesen. Es ist das Tagebuch eines jungen Kindermädchen, und auch sie hat einen kleinen Jungen verloren... den Prinzen Louis Charles. Und so beginnt ein interessantes Hin und Her zwischen dem Jetzt und dem Damals.
Jennifer Donnelly hat es auf wunderbare Art und Weise geschafft, diese beiden Geschichten aus ganz verschiedenen Zeiten so miteinander zu verbinden, dass es ein tolles Gesamtwerk geworden ist. Die Kombination aus Musik, Geschichte und Realität ist in harmonischem Einklang, die Personen sind sehr bildlich dargestellt, dass man sich schnell in sie einfinden kann. Auch das Verhalten dieser zwei jungen Frauen ist glaubhaft und realistisch nachvollziehbar. Die Autorin hat meiner Meinung nach gut recherchiert, sodass auch die Geschichte der französischen Revulotion einen anspricht, weil das Ganze sehr persönlich und menschlich dargestellt ist.
Ich hatte nicht erwartet, dass mich dieses Buch dermassen fesselt, aber ich muß zugeben, dass es mich total fasziniert hat, und ich es sehr gerne weiter empfehlen kann.

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Tags: andi, bruder, herz, könig, paris, prinz, revulotion, schauspieler, theater   (9)

  

 

So unselig schön
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(149)

235 Bibliotheken, 2 Leser, 7 Gruppen, 70 Rezensionen

münchen, krimi, mord, kunst, dühnfort

So unselig schön

Inge Löhnig
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.02.2011
ISBN 9783548282084
Genre: Krimi & Thriller

Rezension:

Vicky, eine junge Frau, die gerade eine Ausbildung zur Reisekauffrau macht, hat ein interessantes Hobby: das Fotografieren. Sie hält gerne das Ungewöhnliche fest und steigt verbotenerweise oft in Abbruchgebäude und auf alte Fabrikgelände. Überhaupt ist Vicky alles andere als gewöhnlich, eher unkonventionell und gern gegen den Strom schwimmend. Doch als sie in einer alten Brauerei eine kopflose Frauenleiche findet, ist nichts mehr wie es war. Widerwillig stellt sie der Polizei ihre Fotos zur Verfügung, doch einige behält sie zurück und unterschlägt somit evtl. wichtige Informationen. Schließlich geht sie selbst auf Erkundung, nicht wissend, was sie erwarten wird.

Kommissar Dühnfort und seine Kollegin Gina nehmen sich diesem Fall an und entdecken bald, dass es nicht nur einen solchen Fall gibt. Vor 6 Jahren wurde schon einmal eine enthauptete Frauenleiche gefunden. Scheinbar geht es hier um einen Serienkiller. Doch noch gibt es wenige bis keine Anhaltspunkte, wer als Täter in Frage kommen könnte. Lediglich ein Klecks gelber Farbe und ein toter Schmetterling könnten hilfreich sein. Als innerhalb kurzer Zeit eine neue Leiche entdeckt wird, drängt die Zeit für Dühnfort und sein Team.

Auch Teil 3 dieser Reihe um HK Dühnfort hat alles, was ein guter Krimi haben sollte:

* Tote, ja einige.
* Täter, ohne jede Frage.
* Interessante Protagonisten, auf jeden Fall.
* Eine "alte, neue" Liebesgeschichte.
* Spannung, garantiert.
* Viele Fragen, einige Antworten.
* Mehrere Möglichkeiten bei der Täterauswahl.
* Genug Gelegenheiten, die eigene Fantasy spielen zu lassen.

Ja, genau: Frau Löhnig läßt dem Leser genug Platz für eigene Ideen und Fantasy, was den Täter und sein Motiv betrifft. Die Spannung ist gleich einer Achterbahnfahrt aufgebaut, also ein ständiges Auf und Ab. Es dauert ethliche Zeit, bis man das Gefühl hat, auf der richtigen Fährte zu sein, um dann zu merken, nein... April, April, so auch nicht. Die Mitwirkenden sind sehr lebhaft dargestellt, so dass der Leser sich schnell in die Personen einfinden kann.

Zwischendurch erfahren wir immer wieder etwas aus den Gedanken des Täters, wie er die Welt sieht, wie er an sein Ziel gelangt, was ihn zu seinen grausigen Taten treibt. Er hält es in Bildern fest, die er malt. Und er malt nach einem Gedicht, in dem es um eine tote Frau geht. Dabei erfährt der Leser noch etwas über die Thematik der verschiedenen Symbole, die in gemalten Bildern zu sehen sind, wie zum Beispiel Schmetterlinge...

Vielleicht hat der eine oder andere Leser zeitweise das Gefühl von Langatmigkeit, was ich durchaus nachvollziehen kann, mich aber nicht sonderlich gestört hat. Nur manchmal hätte ich noch eine Prise mehr Spannung erwartet.

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Tags: blut, brauerei, fotografie, gina, hamburg, malerei, mutter, münchen, vater, vicky   (10)

  

 

Der gefrorene Rabbi
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65 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 28 Rezensionen

rabbi, judentum, jiddisch, memphis, usa

Der gefrorene Rabbi

Steve Stern , Friedrich Mader
Fester Einband: 495 Seiten
Erschienen bei Blessing, Karl, 10.01.2011
ISBN 9783896674364
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Bernie Karp ist etwas durcheinander, als er in der Tiefkühltruhe seiner Eltern einen tiefgefrorenen Menschen findet. Aber für seine Eltern ist das ganz normal, schließlich ist dieser Rabbi im Eisblock seit Generationen im Familienbesitz - also sozusagen ein Erbstück.
Klar ist, dass passiert, was passieren muß: Bei einem Stromausfall schmilzt das Eis und die Leiche erwacht zu neuem Leben. Nach einem kurzfristigen Versteckspiel, in dessen Zeit der Rabbi dem heutigen Leben näher gebracht wird, stellt er sich der Umwelt, in der er sich erstaunlich schnell und auch recht gut zurecht findet. Mit Hilfe von Julius Karp erschafft der Rabbi trotz seines hohen Alters ein "Haus der Erleuchtung", um seine Mitmenschen auf den rechten Pfad zu bringen.

Bernie indess löst sich langsam aus seiner Lethargie, beendet sein Leben als Couchpotato, denn der Rabbi hat ein bislang unbekanntes Interesse in ihm geweckt. Ein Interesse, wie es dem Rabbi zum Beispiel gelungen ist, seinem Körper über Jahre fern zu bleiben, ohne Schaden zu nehmen. Wie war es überhaupt möglich, dass seine Leiche so lange eingefroren blieb? Um das zu erfahren, dreht Steve Stern die Zeit zurück, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Rabbi seinen Weg als Eisblock begann. Und es ist ein langer Weg gewesen, das kann man wohl so sagen.
Puuh, geschafft. Das waren so ziemlich die ersten Gedanken, als ich das Buch endlich beendet hatte. Ich kann nicht unbedingt sagen, dass diese Geschichte schlecht ist. Nein, ist sie nicht. Sie ist sogar ziemlich interessant. Interessant, weil man genau erfährt, was dem Rabbi und seinen Bewahrern im Laufe der Zeit alles geschehen ist. Und das war nun wirklich nicht langweilig. Nur schafft es Mr. Stern leider, das Ganze so ausführlich zu beschreiben, dass man eigentlich nur noch hofft, dass es irgendwann vorbei sein mag.

Im Wechsel erfahren wir mal etwas aus dem Leben von Bernie, dem Ururur-Enkel des ersten Bewahrers des Eisblockes und dann wieder aus dem Leben der Vorfahren, die sich stets und ständig bemüht haben, den Körper des Rabbi unversehrt durch die Welt zu schaffen. Die Erzählung der Vorfahren war ca. ab der Mitte des Buches wirklich gut, das Ganze kam in Bewegung, was dem Buch sehr gut tat, sonst hätte ich womöglich doch noch aufgegeben. Nur die Geschichte des lebenden Rabbis in unserer Zeit hat mich nicht begeistert. So hoffte ich, dass diese Kapitel schnell beendet wären, um mehr aus der damaligen Zeit zu erfahren.
Alles in allem kann ich nur sagen, bleibt am Ball, seid tapfer, ihr schafft das. Aber ob es das ist, was ihr euch vielleicht zu Beginn erhofft habt, nun, das sei dahin gestellt.

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Tags: eisblock, familie, generation, juden, rabbi, seele   (6)

  

 

Nachts im Sägewerk
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(25)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

schnarchen, liebe, schlafen, markus götting, frauen

Nachts im Sägewerk

Markus Götting
Flexibler Einband: 221 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 26.10.2010
ISBN 9783548373522
Genre: Sach- & Fachbuch

Rezension:

Schnarchen... wer kennt das nicht? Vielleicht der eine mehr, der andere weniger. Und dann gibt es da noch Markus. Markus, der so laut schnarcht, dass man ihn selbst aus einem Zimmer voller Schnarcher herausschmeißt. Und das will wohl was heißen. Eigentlich war ihm das bis dato recht egal, doch nun hat er Lena kennengelernt. Und auf einmal ist es ihm megapeinlich. Anfangs traut Markus sich nicht, es ihr zu beichten, dass er fast einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde wert ist. Also füllt er sie ab, was das Zeug hält, damit sie schläft wie ein Bär. Doch nach einem Wellness-Wochenende fliegt alles auf.
Von nun an ist Markus Stammkunde in der Apotheke seines Vertrauens, denn er will unbedingt, dass Lena nicht nur abends neben ihm einschläft, sondern am nächsten Morgen auch dort aufwacht.
Und so beginnt eine endlose, teilweise sehr laute Tortur, die nicht nur Lena an den Rand der Verzweiflung bringt...

Markus Götting hat dieses Buch teilweise aus eigener Erfahrung heraus geschrieben. Das Ganze ist zudem sehr gut recherchiert, was die kleinen "Hilfsmittel" aus der Apotheke betrifft. Und auch seine Erlebnisse im Schlaflabor sind gut umgesetzt. Einerseits recht witzig, teilweise aber auch schon am Verzweifeln, läßt er den Leser an seinen Experimenten teilnehmen, und zeigt dabei auch auf, dass das Leben eines Schnarches schon recht gefährlich sein kann, nicht nur, was eventuelle Mordgedanken seiner Mitmenschen betrifft. Auf charmante Art wird auch der wissenschaftliche Aspekt abgehandelt, ohne nervig zu wirken.

Eine kleine, aber feine Lektüre für den Lesenachmittag auf dem Kuschelsofa, nett zu lesen, gespickt mit kleinen Spitzen, die der Schnarcher nun mal ertragen muß. Wer für zwischendurch ein lockeres Buch ohne all zu große Ansprüche sucht, der ist hier gut beraten.

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Tags: apotheke, arzt, bett, schlaflabor, schnarchen, streit, wohnung   (7)

  

 

Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
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(38)

58 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

england, dorset, golf, golfplatz, wollschwein

Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand

Natasha Solomons
Fester Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Kindler, 14.09.2010
ISBN 9783463405780
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Jack und Sarah müßen aus Deutschland fliehen, weil sie dort nicht mehr sicher sind, denn sie sind Juden. Gemeinsam mit ihrer Tochter kommen sie nach England. Denn Jack ist sich sicher - hier wird er mit seiner Familie sein Glück finden. Doch es ist ein langer, steiniger Weg bis dahin. Jack hat eigens für sein Glück eine Liste, in der der typische Engländer beschrieben wird. Und genau so möchte Jack auch sein - ein typischer Engländer. Er baut sich und seiner Familie mit einer Teppichfabrik eine sichere Zukunft auf, doch zu seinem Glück fehlt ihm noch etwas: Eine Mitgliedschaft in einem Golfclub. Doch er wird überall abgelehnt. Aber Jack gibt nicht auf, soviel hat er schon geschafft. Also zieht er mit seiner Frau aufs Land, um sich seinen Traum zu erfüllen - er baut sich einen eigenen Golfplatz. Doch da ist noch das berüchtigte Wollschwein von Dorset...

Natasha Solomons hat mit ihrem ersten Roman, wie ich finde, ein gelungenes Werk geschaffen. Voller liebevoller Details beschreibt sie das Leben der Rosenblums, ihre Ängste und Sorgen, das Land wieder verlassen zu müßen, oder in der englischen Gesellschaft nicht anerkannt zu werden. Auf ewig ein "Kraut", ein Deutscher zu sein hat in diesem Fall schon etwas tragisches. Besonders emotionsreich wird Sarah, Jacks Ehefrau dargestellt. Anfangs eher im Hintergrund wirkend, taucht sie förmlich aus der Geschichte empor und wirkt auf ihre ganz eigene Weise mit, um das Glück ihres Mannes zu unterstützen.

Einerseits sehr traurig, fern der eigentlichen Heimat, fremd in einem neuen Land, aber auch willensstark und hoffnungsvoll stehen die Rosenblums mitten im Leben, und zeigen dem Leser auf ihre Art und Weise, dass es sich lohnt, zu hoffen und zu kämpfen, sich nicht unterkriegen zu lassen, um ans Ziel zu kommen. Und das Glück muß nicht groß sein, es reicht manchmal schon der Duft von Glockenblumen, und das Wissen, dass der andere für einen da ist.

Angeregt zu diesem Roman wurde Natasha Solomons von der Erfahrung ihrer Großeltern, die einst selbst in dieses kleine Dorf in England gezogen sind. Eine Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat. Und auch die Gestaltung dieses Buches ist sehr hübsch geworden, spricht mich auf jeden Fall an.

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Tags: england, engländer, freunde, golf, hügel, jüdisch, wollschwein   (7)

  

 
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