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Immer wieder das Meer
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(24)

50 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, meer, italien, familiengeschichte, eifersucht

Immer wieder das Meer

Natasa Dragnic
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei DVA, 22.04.2013
ISBN 9783421045829
Genre: Zeitgenössische Literatur

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Ganesha wirft das Handtuch und schlürft Sekt auf Sylt
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(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ganesha wirft das Handtuch und schlürft Sekt auf Sylt

Rosl Reddy
Flexibler Einband: 289 Seiten
Erschienen bei Pro Business, 25.05.2012
ISBN 9783863862121
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wo die Liebe hinfällt . . .  Manchmal ist es nicht leicht mit der Liebe, wie hier in diesem Fall. Da ist diese junge Studentin aus Hamburg. Sie stammt aus einer einfachen Arbeiterfamilie, immer ist das Geld knapp. Als sie im Studium den Inder Mano kennen lernt, schlägt förmlich der Blitz ein. Alle warnen sie, diese Liebe würde keine Zukunft haben, die Kulturen sind zu unterschiedlich. Manos Familie ist in Indien hoch angesehen, und sie hätte dort den Stand eines Dienstmädchens.

Und auch als Mano die Beziehung zu ihr abbrechen will, weil er in seinem Heimatland bereits einer anderen versprochen ist, schlägt sie alle Warnungen in den Wind und reist ihm heimlich nach.

Doch es läuft nicht so, wie sie sich das vorgestellt hat. Seine Familie lehnt sie ab, ist ihr gegenüber tief entsetzt und auch Mano stellt sich nicht ernsthaft hinter sie. So beginnt eine harte Zeit, sie soll 1 Jahr warten, ihn nicht sehen, dann wird man schauen. In Indien hat sie es schwer, überbrückt die Zeit mit Arbeit im Krankenhaus, und sieht ihren Mano doch ab und zu.

Es ist ein Hin und Her, mal in Deutschland, mal in Indien. Auch als sie schwanger ist und eine Tochter entbindet, wird die Situation nicht leichter, weder hier noch dort.

Meine Meinung

Meine Gefühle und Gedanken für dieses autobiographische Buch sind sehr zwiegespalten. Einerseits muss ich der Autorin meinen Respekt aussprechen. trotz vieler Steine im Weg kämpft sie um ihre Liebe, ihre Zukunft und später auch um ihre Tochter. Nur leider ist dieser Kampf sehr einseitig und hart. Es ist sehr interessant, das alles zu erfahren, gerade weil sie nicht aufgibt, nicht einen Moment.

Und genau da ist mein Zwiespalt. Im Nachhinein gibt es bis auf wenige Ausnahmen so viel trauriges, ablehnendes in ihrem Leben, dass ich beim Lesen manchmal das Buch beiseite legen musste, um mich mit schönen Dingen wieder aufzubauen. Ständig nur Ablehnung, Ablehnung, Ablehnung.

Es zeugt von enormer Stärke, ohne jede Frage, und ich hoffe, dass Frau Reddy mit diesem Buch ihr Erlebtes besser verarbeiten kann.

Die Geschichte wird komplett in der Ich-Form erzählt. Der Stil ist sehr distanziert und emotionslos. Der Leser erfährt nebenbei einiges über Indien und die dortige Religion. Über die Gegebenheiten hätte ich gern mehr erfahren, aber das wäre sicher zu sehr vom eigentlichen Thema abgeschweift.

Die indischen Götter konnten ihr leider nicht helfen, aber die Autorin sagt selbst, dass sie ihren Weg gefunden hat.

Unterm Strich

Eine interessante, aber tragische Geschichte

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Der beste Freund, den man sich denken kann
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65 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

roman, kindesentführung, imaginärer freund

Der beste Freund, den man sich denken kann

Matthew Dicks , Cornelia C. Walter
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury, 01.02.2013
ISBN 9783827011404
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Max ist acht. Max ist anders. Max ist Authist. Und Max hat einen Freund: Budo. Budo ist ein besonderer Freund. Er hilft Max, wo er nur kann. Er ist so gut wie immer da. Er ist imaginär. Nur Max kann ihn sehen.

Budo ist schon lange bei Max. Schon 5 Jahre. Budo muss aufpassen, wenn Max in der Schule auf Toilette sitzt. Denn Max hat Angst, dass ihn jemand stört. Tommy zum Beispiel. Budo kann Max nur warnen, tun kann er nichts. Das muß Max allein schaffen. Max hat sich Budo so ausgedacht, dass er fast wie ein Mensch erscheint.
Budo kann durch Türen gehen, einfach so. Aber nicht durch die Wand. Und nicht durch Türen, die wie Wände aussehen. Das ist nicht gut. Irgendwann wird Max seinen Freund Budo nicht mehr brauchen. Dann ist Budo weg. Bis dahin will er versuchen, weiterhin sein bester Freund zu sein.

Meine Meinung

Es ist gut, einen besten Freund zu haben, den man nach seinen Vorstellungen gestalten kann. Genau so einen Freund hat Dicks hier zum Leben erweckt. Er hat ihn sich sehr deutlich ausgedacht, fast schon menschlich, wie es beim Lesen immer wieder erwähnt wird.
Irgendwie hat mir dieser Freund aber nicht gefallen. Ich fand ihn altklug und Max gegenüber so überlegen. Max ist ein kleines Licht, ein schwacher kleiner Junge, ohne oder mit nur wenig Selbstbewusstsein, dafür aber mit vielen Schwächen. Er ist nicht blöd, und ich weiß, dass man mit Authisten behutsamer umgehen sollte, und das kommt hier auch sehr gut rüber.

Ich merkte aber trotzdem, wie ich beim Lesen förmlich ungeduldig wurde, weil mir einfach zu viel gedacht und geredet wurde. Manches kann man auch kaputt reden.
Darum fällt es mir hier besonders schwer, mich auszudrücken. Die Geschichte ansich um Max hat mir ganz gut gefallen, aber die Verpackung, das ganze Drumherum hat sich so hingezogen, es dauerte mir einfach zu lange.
Ich hätte gern auch mehr aus der Sicht Max erfahren, diese Seite kam mir zu kurz.

Ihr merkt sicher schon, ich stolpere hier so vor mich hin, und kann nicht richtig fest machen, woran es liegt. Ich hab es komplett gelesen, gut, und das ist auch in Ordnung so, aber ich kann absolut nicht sagen, ob es mir nun gefallen hat oder nicht. Blöd, ich weiß, aber ich glaube, dieses Buch mag man oder eben nicht.

Der Schreibstil ist kurz und bündig, manchmal auch witzig, häufig eher ironisch, nur die Gedankengänge des Budo sind sehr sprunghaft geschrieben, das hat mich manchmal aus dem Konzept gebracht.

Unterm Strich

Es ist lesenswert, auf jeden Fall, aber so richtig gepackt hat es mich nicht.

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Der Zwerg reinigt den Kittel
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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

katze, demenz, alter, böser humor, alte frauen

Der Zwerg reinigt den Kittel

Anita Augustin
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein HC, 01.08.2012
ISBN 9783550080050
Genre: Comic & Humor

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Mit Liebe hat das nichts zu tun!
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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Mit Liebe hat das nichts zu tun!

Claudia Mech
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Elf Uhr Verlag, 01.04.2013
ISBN 9783936628197
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Stefanie wächst bei ihren Großeltern auf, nennt sie jedoch liebevoll Mutti und Vati. Sie ist die Jüngste, ihre "Brüder" beziehungsweise Onkel sind alle schon aus dem Haus.
So ist sie eigentlich wohlbehütet, hat Freundinnen und Freunde, kommt in der Schule gut zurecht, hat ein schönes Zuhause.
Und dieses Jahr gibt es für alle zusammen einen tollen Urlaub in den Sommerferien: Sie fliegen nach Mallorca. Hier allerdings geschieht es das erste Mal, dass Vati sie beim Eincremen unsittlich berührt. Ihr ist das sehr unangenehm, aber als 12-jährige ist das eh alles sehr neu und es verwirrt sie. Und auch nach dem Urlaub lässt Vati nicht die Finger von ihr.

Meine Meinung

Erst einmal muss ich der Autorin Claudia Mech meinen Respekt aussprechen, denn was sie hier geschrieben hat, ist ihre eigene Geschichte.
Sie hat sie aufgeschrieben für ihre Mutter, damit sie vielleicht versteht, was damals geschehen ist, nachdem die Frage aufkam, wer denn eigentlich angefangen habe.
Zu behaupten, es habe mir gefallen, was ich gelesen habe, ist verkehrt. Aber es hat mir gefallen, wie die Autorin es geschrieben hat. Sie ist zurück gegangen in ihre Kindheit, und beschreibt das Ganze aus ihrer Sicht als 12-jährige. Und so tragisch, wie es ist, ihr "Geheimnis" mit Vati hat ihr anfangs sogar gefallen. Dieses neue und unbeschreibliche Gefühl dabei, so etwas schönes kann doch nicht schlecht sein. Und selbst Vati beteuert immer wieder, dass es etwas ganz natürliches ist. Mit diesen Aussagen hat er seine Enkelin förmlich gefesselt.
Erst mit der Zeit wird ihr klar, dass das ganz und gar nicht ok ist. Doch trotz des Ekels und der ständigen Befürchtung, erwischt zu werden, weiß sie nicht, wie sie aus der Situation entfliehen könnte. Wem soll sie sich anvertrauen? Der Mutter garantiert nicht . . .
Stefanie hat einen Kosenamen, sie ist Vati's Schnobbelchen. Diesen Namen konnte ich irgendwann kaum noch ertragen, bei jeder Nennung bekam ich Gänsehaut und es widerte mich förmlich an.

Ich denke, man darf dabei auf keinen Fall vergessen, dass die Gesellschaft mit Sex und Mißbrauch ganz anders umging. Unsere Kinder sind heute früher aufgeklärt und ihnen stehen durch das Internet viel mehr Informationen zur Verfügung. Das schützt sie natürlich trotzdem nicht vor solchen Geschehnissen. Stefanie hatte diese Möglichkeiten nicht . . . Und ein Kind war sie zu der Zeit auf jeden Fall. Pumuckel im Fernsehen schauen, verstecken spielen im Wald mit ihren Freunden, Musik hören und von der großen Liebe träumen, das sind Dinge, die in ihrem Alter normal waren. Aber nicht das, was ihr Großvater ihr angetan hat. Stefanie hat sich in das Schreiben von Gedichten geflüchtet und es im Buch mit aufgenommen.

Unterm Strich

Meine Tochter hat mich gefragt, ob sie es auch mal lesen darf. Und ich hab "ja" gesagt. Ich finde, es ist so geschrieben, dass sie es als 12-jährige auf jeden Fall versteht.

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Ankerzurren
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hannover, leben, sichtweise, deutsche literatur, karriere-ambitionen

Ankerzurren

Rainer Nocht
Buch: 172 Seiten
Erschienen bei Edition Thaleia, 01.12.2010
ISBN 9783924944957
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Da ist er wieder, dieser Penner aus der Leinemasch, Kai sieht ihn fast täglich. Der Typ wohnt in einem alten Zirkuswagen, bestimmt total heruntergekommen, Hartz 4, ungepflegt, zugemüllt, ewig breit. So zumindest stellt der Banker sich das vor. Für ihn unvorstellbar, so zu leben. In seinem Penthouse mit eigenem Fahrstuhl, Whirrlepool, Blick über Hannover, das ist genau das richtige für Kai.
Doch bei einer seiner Trainingsläufe für den Hannover-Marathon kommt dieser Penner ihm näher, als Kai lieb ist. Mit einem Sprung vom Dach des Zirkuswagens rettet er Kai vor der Beißattacke eines Dobermanns. Ein Sprung, der vieles für Kai verändert, ein Sprung in eine Männerfreundschaft, an die er im Leben nie geglaubt hätte.

Meine Meinung

Das ist wieder so ein Buch, das ich erst einmal zuklappe und für einen Moment in mich gehe, warte, nachdenke, überlege.
Ankerzurren . . . schon der Titel ist irgendwie anders. Jeder von uns hat irgendwo seinen Anker festgemacht, fühlt sich sicher in seinem Hafen, das hoffe ich zumindest. Aber wie schnell kann die Ankerkette reißen, alles verändern, mich ziellos werden lassen.
So ist es hier geschehen: Rolf ist so ein Mensch. Seine Ankerkette war stark, sicher, fest in ihren Gliedern. Bis zu einem tragischen Ereignis, bei dem er seine Frau und einen seiner Söhne verlor. Schnell war der soziale und gesellschaftliche Abstieg vollbracht, vom Studierten bis zum drogen- und tablettenabhängigen Nichtsnutz. Aus dieser Talsohle zu entkommen, das schaffen nicht viele.
Ganz anders ist Kai, 20 Jahre jünger als Rolf, mitten im Leben, im Beruf stehend, klare Ziele vor Augen, alle mit Aussicht auf Erfolg. Sein Anker ist fest verzurrt, bewegt sich keinen Millimeter. Nur keinen Blick über den Tellerrand wagen.

Als Kai und Rolf aufeinander treffen, knallen somit zwei Welten aufeinander. Zu Beginn prallen sie voneinander ab. Und doch ist da etwas, was Kai dazu bewegt, näher heran zu treten an das Leben von Rolf. Ein Dankeschön in Form eines Schecks ist eine Option für Kai, keinesfalls aber für Rolf. Ein Einkauf und ein gemeinsamer Kochabend aber ändert das Gesamtbild der beiden so unterschiedlichen Männer.

Rainer Nocht lässt die beiden wunderbare, gesprächreiche Abende verbringen, in denen sich eine besondere Freundschaft entwickelt. Dass die Gespräche nicht immer reibungslos verlaufen, ergibt sich ganz von selbst. So beginnen Fassaden zu bröckeln, Blickwinkel ändern sich, oberflächliches bekommt einen tieferen Sinn. Manchmal eher bissig, oft sehr poetisch, aber niemals kitschig, einfach nur schön.

Unterm Strich

168 Seiten, in denen sich vieles ändert, mich sehr berührt hat und mich daran erinnert, meinem Anker mehr Spielraum zu geben.

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Tags: denglisch, freundschaft, hannover, leben, leinemasch, marathon, maschsee, sichtweise, veränderung, zirkuswagen   (10)

  

 

Albert - Ein glorreiches Schnabeltier
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35 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

australien, schnabeltier, wüste, altes australien, albert

Albert - Ein glorreiches Schnabeltier

Howard L. Anderson , Georg Deggerich
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein HC, 08.03.2013
ISBN 9783550088940
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Als Albert aus dem Zoo von Adelaide ausbricht, hat er nur ein Ziel vor Augen: Das alte Australien zu finden. Den Zoo kann er nicht mehr ertragen, ständig dieses blöde Gegaffe der Besucher, die mit Popkorn nach ihm werfen, damit er abtaucht in's Wasser. Besser ist es dort auch nicht, denn durch eine dicke Glasscheibe können sie ihn weiter beobachten, mit ihren riesigen Gesichtern.

Aber der Weg in das legendäre Australien ist schwieriger und steiniger, als Albert das erwartet hatte.

Also dann, lasse Sie uns Albert ein Stück auf seiner Suche begleiten.

Meine Meinung

Nach dem Klappentext und auch nach der Leseprobe war mir trotzdem nicht so ganz klar, was ich hier vor mir hatte. Und ich gestehe, es hat auch etwas gedauert, bis ich mich eingelesen habe. Und was soll ich nun sagen?

Auf seinem recht beschwerlichen Weg durch die Wüste lernt Albert viele verschiedene Wegbegleiter kennen. Von Menschen ist in diesem Buch keine Spur, es geht durchweg um Tiere.

Gleich zu Beginn stellt der Autor diese Wegbegleiter zum Glück allesamt vor. Und so trifft der Leser auf Dingos, einen Waschbären, Kängurus, Wombats, Wallabys, einen tasmanischen Teufel, Bandicoots, ein Possum und natürlich das Schnabeltier.

Jeder von ihnen wird hier, bis auf die Dingos, so stark vermenschlicht, dass ich zeitweise wirklich vergaß, was für tierische Helden sich hier tummeln. Leider sind es nicht immer die günstigsten Bedingungen, unter denen das Schnabeltier ihnen begegnet und viele der Begegnungen enden blutig oder sogar tödlich. Und hier ist für mich das hauptsächliche Problem: Es gibt einfach zu viele Tote.

Dieses Buch ist nicht witzig oder lustig, und sollte es sarkastisch sein, habe ich den Sarkasmus darin nicht gefunden.

Die tierischen Helden sind auch nicht niedlich, sondern, durch ihre Vermenschlichung, oft gemein und hinterlistig, alkoholsüchtig oder pyroman. Nur wenige von ihnen waren mir sympathisch.

Die anfängliche Schwermut und meine Schwerfälligkeit, was das Lesen an sich betraf, hat sich leider über die gesamte Seitenzahl hingezogen.

Unterm Strich

Die Moral dieser Geschichte hat sich mir leider nicht offenbart- schade. Ich wünsche Albert alles Gute in Australien, aber leider ohne mich.

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Himmelsmarmor
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

lebensgedanken im patio, fluchtt aus deutschland, fuerteventura, geraldines tod, geschichte einer nacht

Himmelsmarmor

Rainer Nocht
Flexibler Einband: 130 Seiten
Erschienen bei Golub Books, 01.10.2012
ISBN 9783942732093
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Leon hat sein eigenes kleines Haus auf Fuerteventura. Ein wunderbarer Platz, nur für sich allein.
Nein, nicht ganz, Poseidon, ein zugelaufener Hund lebt bei ihm.
Eigentlich sollte Leon in die Zukunft schauen, nach vorn, vielleicht in eine Zukunft mit Consuela. Immerhin ist er schon 60, und sie 52.
Aber stattdessen treiben seine Gedanken in die Vergangenheit. Die Zeit in Hannover, verheiratet mit Geraldine. In guten wie in schlechten Zeiten . . . bis der Krebs sie besiegte.
Und dann die Rosemarie, flippig, reich, Beruf: Tochter. Sein Rettungsanker vor der Angst vorm Allein-sein? In guten wie in schlechten Zeiten . . . bis er vor ihr geflohen ist. Und auch jetzt, 8 Jahre später noch immer nicht geschieden.

Meine Meinung

Himmelsmarmor- eine Geschichte voller Erinnerungen, Gedanken, Rückblicke.
Zu Beginn fand ich die Geschichte etwas holprig, den Gedankensprüngen konnte ich kaum folgen, weil ich nicht wusste, worum genau es geht. Doch wie ein verworrenes Knäuel entspinnt sich langsam ein Faden, und ich kam nach und nach dahinter, um was Leon sich hier so seine Gedanken macht. Und je mehr es sich entwirrte, umso mehr wollte ich erfahren. Dabei wird der Verlauf sehr emotional und tiefsinnig, zudem manchmal sehr traurig, aber dennoch auch poetisch.

Rainer Nocht schafft es, die Charakterzüge zweier Frauen so lebhaft und detailliert zu beschreiben, das ich mir die Personen in meinem Kopfkino sehr gut vorstellen konnte. Die eine so sensibel und gut, die andere arrogant und förmlich bedrohlich.
So durfte ich als Leserin viele Stationen in Leon's Leben mit erleben, mitlachen, mitweinen, mitfliehen.
Und obwohl es nur 130 Seiten hat, gibt es viel, über das Leon sinniert, während im Buch nur eine einzige Nacht vergeht. Abwechselnd im Jetzt und im Damals springen seine Gedanken hin und her.

Der Schreibstil des Autors ist zu Beginn recht gewöhnungsbedürftig. Kurze, abgehackte Sätze, mehr wie Gedanken, viel aus der Sicht des Erzählers, dann spontan aus Leons Sicht, das hat meinen Lesefluss anfangs sehr eingebremst, manchmal musste ich den einen oder anderen Absatz zweimal lesen.
Im weiteren Verlauf habe ich mich dann aber einlesen können und es ging zügiger voran.

Unterm Strich

Ein Buch, das berührt, nichts für nebenbei, voller Gefühl und Tiefgang,

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Hirngespenster
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61 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

liebe, familie, schicksal, frauen, angst

Hirngespenster

Ivonne Keller
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 03.12.2012
ISBN B00A4VEC9U
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Silvie, Anna und Sabina - drei Frauen - drei Geschichten, jede für sich, und doch miteinander verbunden.
Silvie und Anna sind Schwestern, und so unähnlich wie es nur geht. Sabina kommt aus den USA und war einst die Freundin von Silvies jetzigem Ehemann Johannes.
Jede dieser Frauen lebt natürlich ihr eigenes Leben.

Silvie, verheiratet mit Johannes, und eine Affäre mit Jens, hin- und hergerissen zwischen den beiden Männern, und Mutter zweier Jungs, Ole und Lars.

Anna, ihre Schwester, ebenfalls verheiratet und drei Kinder, alles Mädels, die sie kaum im Zaum halten kann. Um ihr Leben einigermaßen in den Griff zu bekommen und ihren eigenen Ansprüche und denen ihres ehrgeizigen Mannes gerecht zu werden, nimmt sie Tabletten, ihre Kinder bekommen manchmal auch welche. Therapie? Nein, geht schon so. . .

Und dann ist da ja noch Sabina. Als Johannes in den USA war, ist zwischen den beiden mehr als nur Freundschaft entstanden. Doch Johannes ging zurück und ist nun mit Silvie verheiratet. Auch als Sabina nach Deutschland zieht, sieht sie kaum eine Chance, Johannes für sich zu gewinnen.

Doch dann geschieht dieses Unglück und als Silvie wieder zu sich kommt, ist ihre Ordnung total auf den Kopf gestellt.

Meine Meinung

Diese 387 Seiten sind so voller Emotionen, aber auch Spannung, ich hab's in drei Tagen durchlesen müsse, schnell gings nicht.
Die Kapitel handeln abwechselnd mal von Anna, Silvie oder Sabina. Erzählt wird aus der Vergangenheit bis heute.
Dazwischen gibt es aber auch immer wieder kursiv geschriebene Abschnitte, in denen Silvie über das Jetzt berichtet. Dabei geht es um Dinge, die um sie herum geschehen, ohne dass sie selbst etwas tun kann. Sie kann weder sprechen, noch laufen, selbst essen oder sich anziehen. Ihre einzigen Äußerungen lauten AAaah und OOoohh. Aber sie erinnert sich an alles aus der Zeit, bevor es um sie herum dunkel wurde, wie sie selbst bemerkt, zumindest in ihren Gedanken.
Mehr mag ich hier nicht erzählen, sonst verrate ich womöglich zu viel.
Diese drei Frauen, die wirklich unterschiedlicher nicht sein könnten, werden von der Autorin Ivonne Keller sehr genau dargestellt.
Während Silvie recht sympathisch rüberkommt, empfand ich bei Anna gleich Abneigung, später aber auch Mitleid. Sabina wirkt unscheinbar, nicht gerade selbstbewusst, zwar wichtig, aber erstmal eher im Hintergrund, unterschwellig.
Und doch haben sie zum Ende hin soviel miteinander zu tun, dass ich sprichwörtlich erstmal auf dem Schlauch stand, bis ich endlich begriff . . .

Unterm Strich

Ganz ehrlich? Ich habe mich geärgert, dass ich dieses Buch nicht schon eher gelesen habe.

  (3)
Tags: affäre, leben, liebe, sucht, tabletten   (5)

  

 

Klack: Roman
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24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

wirtschaftswunder, liebe, jugenderinnerungen, klack, kuba krise

Klack: Roman

Klaus Modick
E-Buch Text
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch Verlag, 14.02.2013
ISBN B00AJCJKVY
Genre: Sonstiges

Rezension:

Markus hat auf dem Ostermarkt eine kleine Kamera gewonnen- eine Agfa Clack.
Das 1. Foto ist von seiner großen Schwester Hanna. Klack- leider nur die Beine. Aber er wird besser- Klack die Nachbarn, Klack- seine Gitarre. . . Als er diese Fotos macht, ist er mit 14 mitten in der Pubertät, ist neugierig auf Mädchen und die große Liebe und wir befinden uns mit Buddy Holly, Elvis und "Marina, Marina, Marina" mitten in den 60ern.
Mittlerweile ist Markus erwachsen und als er diese alten, vergilbten Fotos auf dem Dachboden findet, tauchen damit auch die Erinnerungen auf und so nimmt er uns mit auf seine Zeitreise.

Meine Meinung

Ich hab mich wirklich gefreut, als dieses Buch bei mir ankam und ich wurde nicht enttäuscht. Klaus Modick erzählt hier locker und leicht von Markus, dem Fotografen und er hat viel zu erzählen. Zu jedem Foto gibt es natürlich eine kleine Geschichte und manchmal fühlte ich mich selbst zurückversetzt, obwohl ich erst Mitte der 60er geboren wurde. Aber es taucht soviel bekanntes auf, egal ob es die dazwischen einfließende Musik ist, mit Elvis, Rocco Granata oder die Blue Diamonds, da musste ich gleich mitsummen. Und auch die Fotos selbst sind immer gleich zu Anfang der Kapitel so gut beschrieben, dass ich sie förmlich vor Augen hatte.
Sie erzählen Markus Geschichte, aber auch die seiner Familie und nicht zuletzt auch politische Ereignisse wie zum Beispiel den Mauerbau.
Seine Oma ließ übrigens auch eine Mauer bauen zum Nachbarn, die Italiener sind. Toleranz wurde damals nicht sonderlich groß geschrieben, es sei denn, man gehörte zu den Hippies, aber Markus Familie tat dies definitiv nicht. Hier sind eher Spitzenhäkeldeckchen und "Eichhörnchenvorräte" im Keller an der Tagesordnung, falls der Russe doch mal . . . Sie wissen schon: Atombomben und so.
Alles in allem ein tolles Buch, auf jeden Fall für die, die diese zeit selbst erlebt haben, denn sie finden sich hier garantiert wieder zwischen Rinderbraten auf dem guten Geschirr am Sonntag und dem chic verchromten Ford Taunus 55 PS.

Unterm Strich

15 Kapitel- 15 Fotos und jede Menge Erinnerungen. Familienzeitgeschichte in Bild und Wort, unterhaltsam und kurzweilig.

  (4)
Tags: 60er, agfa, fotos, italien, klack, liebe, mauer   (7)

  

 

Frau Bengtsson geht zum Teufel
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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

gott, teufel, humor, hölle, 10 gebote

Frau Bengtsson geht zum Teufel

Caroline L. Jensen , Frank Zuber
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.02.2013
ISBN 9783426226391
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Eigentlich ist Frau Bengtsson eine liebe, nette und fleißige Hausfrau, wenn man mal von den Staubflusen unter der Kommode absieht. Doch als sie in der Badewanne stirbt und der liebe Gott kurzerhand eingreift, um das Ganze rückgängig zu machen, geschieht eine Verwandlung mit ihr.
Nachdem sie sich gefragt hat, wie gläubig sie wohl ist und ob all das, was in der Bibel so steht,
eigentlich ok ist und sie darauf von Gott keine Antwort bekommt, beschließt sie, den Spieß umzudrehen und alle der 10 Gebote zu brechen, um auf keinen Fall in den Himmel zu gelangen.
Als der Teufel das mitbekommt, will er sie dabei unterstützen und schlüpft in den Körper der Nachbarin Rakel, die eigentlich Pastorin werden will, obwohl sie NFG ist. Oh Entschuldigung, Sie wissen nicht, was NFG bedeutet? Nicht fromm genug. . .
So hofft der Teufel, Frau Bengtsson auf "seinen" rechten Weg zu bringen. Ach übrigens, es gibt auch einen Herrn Bengtsson, aber der hat hier nicht allzuviel zu berichten

Meine Meinung

Also, ich fand's einfach herrlich, dieses Buch zu lesen.
Bitte nicht persönlich nehmen, aber es ist prima geeignet, wenn man mal etwas weniger anspruchsvolles lesen möchte.
Zu Beginn ist Frau Bengtsson noch das wunderbare Naivchen, obwohl sie schon 19 Jahre verheiratet ist. Ein tolles Haus, ein ordentlicher Rasen, alles sauber und adrett geputzt, immer ein bisschen abgehoben mit ihren rosa Plüschpantoffeln.
Als sie sich mehr mit ihrer teuflischen Nachbarin Rakel zusammentut, kommt sie raus aus ihrem Spießerdasein, kriegt mehr Biss.
Das ist ganz witzig, besonders, weil sie nicht weiß, dass sie dabei vom Teufel unterstützt wird, der sich übrigens auch in einem Kanarienvogel aufhaltenkann, bis dieser leider platzt, ganz aus Versehen.

Leider wird es mir im Mittelteil ein wenig zu göttlich und es zieht sich etwas in die Länge.
Zum Glück ändert sich das wieder, als sich Frau Bengtsson an die eigene Interpretation ihrer 10 Gebote heranwagt und diese nach ihrem Ansinnen umsetzt.
Die "teuflischen" Abschnitte sind für meinen Geschmack gut gelungen, herrlich ironisch und sarkastisch, nicht zu sehr übertrieben, und mit bissigem Witz. Man darf das Ganze nicht so bierernst nehmen, sonst erreicht es den Leser nicht.

Unterm Strich

ich habe mich gut entspannt, amüsiert und unterhalten gefühlt und immer, wenn ich jetzt einen Kanarienvogel sehe, schau ich genauer nach, ob er vielleicht klitzekleine Teufelshörnerchen hat.

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Tags: 10 gebote, badewanne, engel, gott, liebe, sünde, teufel   (7)

  

 

Das Krankenhaus am Ende der Stadt
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(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

krankenhaus, ironie, sarkasmus, gesundheit, klinikum

Das Krankenhaus am Ende der Stadt

Jörg Ubbens
E-Buch Text: 153 Seiten
Erschienen bei Projekte-Verlag Cornelius, 20.09.2012
ISBN B00A6H71NG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Vom Alltag im Krankenhaus kann der technische Leiter Herr Hagen ein Lied singen. Im Klinikum Persalsus in Bad Risio gibt es reichlich Probleme, egal ob technischer Natur, oder zu wenig oder zu viel Patienten oder Personal. Um diese und andere Probleme zu lösen, greifen der technische Leiter und die Direktion zu drastischen Maßnahmen.

In dieser Klinik gibt es zum Beispiel eine Wasserlandschaft mit Entbindungsrutsche, und das nur, damit die Geburtenrate steigt . . . sehr zum Ärger der Regierung.

Und endlich wird aufgedeckt, wer im frisch renovierten Bettenhaus ständig Dellen in die Wandschutzleisten rammt und warum die Farbe schon wieder abblättert . . . oder auch nicht.

Dazu gibt es von Prof.Dr.Dr. Humbug Kommentare zu aktuellen Themen aus der Gesundheitsreform und Politik.

Meine Meinung

Nachdem ich in unserem klinikinternen Intranet vom Werk des Herrn Ubbens las, wurde ich neugierig, arbeiten wir doch im gleichen Klinikum, wenn auch nicht am gleichen Standort. So schrieb ich ihn an, und er war so nett, mir ein Leseexemplar zur Verfügung zu stellen.

Also ehrlich, ich habe mich gut amüsiert mit dieser kleinen Geschichtensammlung. In 27 Anekdoten und Kommentaren nimmt der Autor wirklich gründlich (s)ein Klinikum auseinander, das es ein Vergnügen ist.

Als selbst im Pflegedienst tätige Krankenschwester erkannte ich viele der beschriebenen Situationen wieder und muss Herr Ubbens einfach zustimmen, er hat ja so recht.

Mit reichlich Selbstironie und Sarkasmus durchleuchtet er jede Ecke im Krankenhaus und Gesundheitswesen und bringt dazu Ideen ein, wie die Probleme auf wunderbare Art und Weise behoben werden könnten.

Vorschläge wie Home-OP's per Video mit mobiler Anästhesieeinheit, geburtstaugliche Wasserrutschen oder Pflicht-OP's, damit der Regierung kein Geld verloren geht, ehrlich, da geht noch was.

Geschichten wie "Revolution am Gehstock" oder "Babyboom" lassen die Phantasie schweifen und decken ganz neue Möglichkeiten auf.

Mit flüssigem Schreibstil, frei von der Leber weg bringt Herr Ubbens seine Anekdoten zu Papier, geeignet für Personal, aber auch die Nutzer solcher "Einrichtungen".

Unterm Strich

Wollen wir mal hoffen, dass niemand aus dem gesundheitspolitischen Bereich dieses Werk in die Finger bekommt, sonst bin ich womöglich bald meine Job los. Aber Sie wissen ja: Lachen ist die beste Medizin.

  (12)
Tags: gesundheit, ironie, klinikum, krankenhaus, sarkasmus   (5)

  

 

Doppelkinnbonus
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(24)

30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

liebe, abnehmen, koch, selbstvertrauen, romy

Doppelkinnbonus

Nancy Salchow
E-Buch Text: 123 Seiten
Erschienen bei neobooks Self-Publishing, 21.09.2012
ISBN B009DF0A30
Genre: Sonstiges

Rezension:

Romy kann es nicht glauben: Ihr Alexander, ihr Traummann, findet sie unattraktiv. Das IST unglaublich. Und warum? Ihm gefällt ihre Figur nicht mehr. Dabei hat sie in den letzten 5 Monaten 18 Kilo verloren und trägt jetzt Größe 38 statt 44. Und anstatt sie so zu nehmen wie sie ist, versucht er mit tollem Essen, sie wieder in diese Richtung zu bringen. Klar, kochen kann Alexander super, schließlich gehören ihm 3 Restaurants. Aber das geht nun wirklich zu weit.
Schluss. Ende. Aus. Vorbei?

Meine Meinung

Tja, da sollte man meinen, die Männer mögen es, wenn "Frau" rank und schlank ist . . . nur der eigene Kerl nicht.
Abnehmen, ein Thema, das die meisten Frauen in ihrem Leben mindestens einmal in Angriff nehmen. Hier ist das aber nicht der Fall. Vor lauter Verliebtheit purzeln die Pfunde nur so, was für ein Traum. Es geht hier nicht um Diäten, frustrierende Jojo-Effekte oder Freßorgien.
Nancy Salchow hat hier eine Liebesgeschichte geschrieben, die es in sich hat. Sie zeigt auf, dass man sich trotz aller Liebe zum Partner nicht verbiegen sollte, nur um dem anderen zu gefallen. Kompromisse sind dafür da, sie einzugehen. . . auf beiden Seiten. Geschieht das nicht, trennt man sich, und ist doch nicht glücklicher als zuvor.
Und auch wenn man sein Leben umzukrempeln versucht, fehlt dabei doch etwas wesentliches.
Das Ganze lässt sich flüssig lesen, die Personen sind durchgängig sympathisch, sogar der Nörgler Alexander hat seinen Charme.

Unterm Strich

Akzeptiere mich so wie ich bin, das gilt nicht nur für Romy. Genau die richtige und leichte Lektüre für einen netten Tag auf dem Sofa.

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Tags: abnehmen, figur, koch, kompromisse, liebe   (5)

  

 

Wir sind doch Schwestern
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98 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

schwestern, familiengeschichte, familie, krieg, niederrhein

Wir sind doch Schwestern

Anne Gesthuysen
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 01.11.2012
ISBN 9783462044652
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Einen 100. Geburtstag zu feiern, das ist schon etwas. Aber für Katty, die jüngste Schwester, ist das kein Problem. Sie hat in ihrem Leben so viele Feste organisiert und ausgerichtet, da sollte der runde Geburtstag ihrer Schwester Gertrud doch ein Leichtes sein. 100 Jahre, da hat man doch eine ganze Menge erlebt: 2 Weltkriege, den Fortschritt der Technik, das Leben der Schwestern, soviel, das es zu erzählen gibt.
Und mittlerweile ist Gertrud nicht mehr unbedingt in der Lage, allein in ihrer Wohnung zu leben, viel lieber hätte Katty es, wenn Getrud und auch Paula hier bei ihr auf dem Hof ihren Lebensabend verbringen würden.

meine Meinung

Es sind schon drei tolle Tanten, von denen ihre Nichte und Autorin Anne Gesthuysen hier erzählt. Jede hatte ihr eigenes Leben, klar. Aber trotzdem waren sie immer miteinander verbunden.

Gertrud, die Älteste ist im Buch immer als "große Schwester" unterwegs. Eine starke Persönlichkeit, mit beiden Beinen stets standhaft mitten im Leben, von Beruf Schuldirektorin. Fast hätte sie einmal geheiratet, aber eben nur fast. Diese Geschichte begleitet sie durch ihr ganzes Leben.

Paula, die mittlere, erscheint mir im Buch eher als nebenbei. Auch sie hat natürlich ihre Geschichte, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sie zu kurz kommt.

Katty dagegen, die jüngste im Bunde, reißt die Geschichte förmlich an sich. Überall mischt sie mit, mischt sich ein und leider nicht immer zum Vorteil.
Als "Nesthäkchen" scheint sie stets und ständig nach Anerkennung und Lob zu suchen und ist dabei häufig sehr dominant. Das macht sie zeitweise recht unsympathisch, obwohl sie eigentlich immer nur um das Wohl der anderen besorgt ist und es allen und jedem recht machen will.

Der eigentliche rote Faden ist meines Erachtens aber Heinrich Hegmann, der Hausherr des Tellemannshof. Er begleitet das Leben der drei Schwestern auf unterschiedlichste Art und Weise, mehr wird hier jetzt aber nicht verraten.

Unterm Strich

Es hat mir gut gefallen, mehr über die drei Schwestern zu erfahren. Sie über fast 100 Jahre begleiten zu dürfen, hat mich berührt und auch beeindruckt. Ich finde es immer wieder lesenswert, wenn Kriegsgenerationen berichten, und hier ist es noch einiges mehr.

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Tags: hof, krieg, liebe, politik, schwestern   (5)

  

 

Die Auswerterin
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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

england, auschwitz, krieg, fotos, pilot

Die Auswerterin

Elk Von Lyck
Flexibler Einband: 134 Seiten
Erschienen bei Books On Demand Gmbh, 08.05.2012
ISBN 9783844816143
Genre: Sonstiges

Rezension:

Emily Brown hat nichts zu verlieren, als sie ihren Plan in die Tat umsetzt. Ihr Plan, das ist die Rettung der Menschen im Konzentrationslager von Auschwitz. Sie hat es entdeckt inmitten der Bilder, die man ihr und einigen anderen zur Auswertung vorgelegt hat.
Um an diese Bilder zu kommen, sind britische Piloten über Deutschland unterwegs, um Rüstungsfabriken und ähnliche Objekte zu entdecken und auszumerzen.
Und nach ihrer Entdeckung hat Emily sich in den Kopf gesetzt, die Menschen im KZ von Auschwitz zu retten. Um diesen Plan also in die Tat umzusetzen, nimmt sie kurzerhand den obersten Chef des Bomber- Kommandos, Arthur Harris, in ihre Gewalt und zwingt ihn, seinen zunächst geplanten Befehl zu ändern, um die Gleisanlagen zum KZ zu zerstören.
Und dann beginnt das Warten...

Meine Meinung

Elk von Lyck hat hier auf knapp 130 Seiten einen tiefen Einblick hinterlassen, den ich so nicht erwartet hatte. Kriegsgeschichten handeln ja meist aus der Sicht der Betroffenen. Doch diesmal ist das nicht der Fall.

Das ist zum Einen Emily. Sie ist eine junge Britin, und hat diese Aufgabe, Bilder auszuwerten. Vor dem Krieg war sie Hausmädchen. trotzdem ist sie sehr wortgewandt und gut informiert über die Geschehnisse um sie herum. Durch eine gute ausgestattete Bibliothek ihrer Herrschaft und regelmässigem Zugang zu Zeitungen bleibt sie so stets auf dem Laufenden. Sie macht einen erstaunlich selbstsicheren Eindruck, manchmal vielleicht etwas naiv.

Eine weitere Person ist Jaques. Ein kleiner Junge, der mit seinen Eltern aus Frankreich unterwegs ist in einem Zug mit einem ihnen unbekanntem Ziel. Was für ihn als Abenteuer beginnt, endet ungewiss. Eigentlich heißt er Josua, doch das darf niemand wissen...

Und natürlich Arthur Harris. Als Oberbefehlshaber bestimmt er über die Abwurfpunkte nach Auswertung der Fotos, die die Piloten aus ihren Flugzeugen machen.

Er und Emily liefern sich während der Wartezeit ein spannendes Wortgefecht.
Dabei fällt auf, dass der Autor hier sehr aufwendige Recherchearbeit betrieben haben muss, um all diese Eckdaten einbringen zu können. Ich gestehe, dass mir viele Informationen gänzlich unbekannt waren. Von Lyck hat das ganze recht sachlich geschrieben und es trotzdem geschafft, Spannung einzubauen, die bis zum Schluss aufrecht gehalten wird.
Es ist vielleicht etwas weit hergeholt, dass eine kleine Arbeiterin es schafft, sich gegen einen Oberbefehlshaber zu stellen, aber genau das ist es.

Unterm Strich

Das Geschehene kann niemand rückgängig machen. Aber man kann sich einmischen, und nicht abwarten oder sich abwenden. Trau Dich!

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Tags: auschwitz, england, fotos, juden, krieg, pilot, zug   (7)

  

 

Langenscheidts Handbuch zum Glück
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leben, glück, langenscheidt, trotzdem

Langenscheidts Handbuch zum Glück

Florian Langenscheidt
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 01.08.2012
ISBN 9783453186132
Genre: Sach-/Fachbuch

Rezension:

Glück - ein ewiges Bestreben der Menschheit. Glücklich sein, Glück haben, immer auf der Suche nach dem Glück. Kann man lernen, glücklich zu sein? Wo findet man das Glück? Macht Geld glücklich? Ist Glück für mich auch Glück für jemand anderen? Wieviel und was braucht man zum Glücklichsein? All diese Fragen und noch vieles mehr hat Florian Langenscheidt genauer unter die Lupe genommen. In 24 Kapiteln betrachtet er die Formen des Glückes von allen Seiten und bringt es so dem Leser näher. Dabei gehört aber das Unglück natürlich genau so dazu.

Meine Meinung

Ich weiß eigentlich nicht genau, was ich bei diesem Buch erwartet hatte, als ich mich dafür bewarb. Es machte mich einfach neugierig, was die erwähnten Prominenten zu ihrem Glück zu sagen haben.

Gleich zu Beginn wird der Leser gebeten, einen Test zu machen, am besten vor und nach dem Lesen dieses Buches, um sein eigenes Glück näher zu betrachten. Dieser Test befindet sich am Ende des Buches und besteht aus 100 Fragen, die von der WHO zusammengestellt wurden.

Jedes der anschließenden Kapitel betrachtet das Glück von einer anderen Seite oder zeigt einen anderen Weg auf, um glücklich zu sein, und wird so genau unter die Lupe genommen. Dazu gibt es immer einen Einblick in das Leben des Florian Langenscheidt, der manchmal schon sehr persönlich ist. Abgeschlossen wird jedes Kapitel mit einem Kurzwort eines Prominenten wie Mario Adorf, Karl-Heinz Böhm oder Matthias Steiner.
Sehr gut sind auch die Absätze mit der Überschrift: "Wenn Sie mal wieder am Leben verzweifeln, denken Sie an ... ". Dort geht es um Menschen mit schweren Schicksalsschlägen, die trotzdem oder gerade deswegen einen Weg gefunden haben, glücklich zu sein. Darin kommen beispielsweise Sophia van der Stap, Joachim Schoss oder Jürgen Schulz vor.

Diese Mischung aus eigenen und Erfahrungen anderer Beteiligter macht das Ganze sehr interessant, es ist durch seine persönliche Note manchmal sehr berührend, aber auch erfrischend und erheiternd in seiner lockeren Art. Zu Beginn befürchtete ich, dass es doch zu eintönig und wissenschaftlich wird, aber im Laufe des Buches wurde ich eines Besseren belehrt. Und es beinhaltet jede Menge wunderbarer Zitate, ohne kitschig zu wirken.

Auf jeden Fall brachte es mich dazu, mein eigenes Glücklichsein näher und auch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Unterm Strich

Ein Handbuch, das ich sicher gerne einmal wieder in die Hand nehmen werde, und sei es nur, um mir mein eigenes Glück wieder näher zu bringen.

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Tags: glück, langenscheidt, leben, trotzdem   (4)

  

 

Sternenreiter - Kleine Sterne leuchten ewig
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94 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 75 Rezensionen

träume, krankenhaus, jando, liebe, sterne

Sternenreiter - Kleine Sterne leuchten ewig

Jando
Fester Einband: 136 Seiten
Erschienen bei Koros Nord, 01.07.2012
ISBN 9783981486315
Genre: Sonstiges

Rezension:

Träume - als Kind glaubt man noch daran. Bei den Erwachsenen ist das seltener der Fall. So auch bei Mats. Viel zu sehr in der Arbeitswelt gefangen, Überstunden, Termindruck, Aufträge . . . Selbst für seine Ehefrau und seine Kinder nimmt er sich kaum noch Zeit.
Erst als Mats bei einem Unfall verunglückt, zwingt ihn dieses Ereignis zu Ruhe und Geduld. Während seiner Rehabilitation lernt er einen Jungen kennen, der schon länger in der Klinik am Meer ist. Niemand weiß, woher er kam, eines Abends war er einfach da.
Mit Hilfe dieses Jungen sieht Mats bald die Welt mit anderen Augen.

Meine Meinung

Wie nun schon oft gelesen, erinnert dieses kleine Büchlein an Geschichten wie die vom kleinen Prinzen. Es ist eine Art modernes Märchen, sehr poetisch und mit vielen Zitaten.
Würde ein Kind um mich herum so sprechen, würde ich es als altklug bezeichnen. Denn genauso klingt er, dieser namenlose Sternenreiter, der alle Menschen, die er trifft, zu seinen Freunden werden lässt.
Darum empfinde ich es leider als sehr gestellt.

Dieses Buch ist sicher gut geeignet, um es zu verschenken, als kleinen "Stimmungsaufheller" sozusagen. Es liest sich einfach und schnell, und lässt den Leser trotzdem innehalten.
Zudem ist es mit einigen hübschen Illustrationen ausgestattet, die zahlreichen Zitate und Lebensweisheiten sind kursiv dargestellt.

Unterm Strich

4 Sterne für die Freundschaft, die Träume und die Hoffnung, die Menschlichkeit in uns zu bewahren.

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Tags: delfin, freunde, junge, meer, träume, unfall   (6)

  

 

Der Klang der Blicke
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

kurzgeschichten, lebenserfahrung, verschiedene gesellschaftsschichten, alltag, belletristik

Der Klang der Blicke

Selim Özdogan
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 01.08.2012
ISBN 9783709970003
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Selim Özdogan bringt hier eine Vielzahl von Kurzgeschichten zusammen, aus allen Lebensbereichen, aus allen Altersstufen, aus allen Schichten des Lebens. Egal, ob die Menschen ganz oben stehen oder nicht noch weiter fallen können.

Meine Meinung

So vielfältig wie diese Geschichten sind, so vielfältig ist auch der Schreibstil Özdogans. Mal sehr liebevoll, mal jugendlich, mal aggressiv oder eher kindlich, er schafft es, sich in jede Geschichte einzufühlen, sie zum Leben zu erwecken. Und jedes Ende der Geschichten hat seinen Sinn.
Dabei ist er zudem sehr poetisch, ich habe einige seiner Sätze in meiner Zitatensammlung untergebracht und es könnten noch etliche mehr sein.

Unterm Strich

Eine sehr abwechslungsreiche Sammlung von Kurzgeschichten, in der für jeden etwas dabei ist.

  (17)
Tags: kurzgeschichten   (1)

  

 

Wolkenherz: Eine Geschichte
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

dünen, meer, strand, beerdigung, hund

Wolkenherz: Eine Geschichte

Jochen Jung
E-Buch Text: 144 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 02.07.2012
ISBN B008GXNVAO
Genre: Sonstiges

Rezension:

Jonathan Jensen macht Urlaub. Naja eigentlich ist es kein Urlaub. Eigentlich ist er geflohen, vor seiner Verwandtschaft, vor sich selbst, und vor der Beerdigung seiner Mutter. Er kommt aus Altona und nun ist er hier an der Küste. Und nun? Wolken, Meer, Möwen, die Dünen. Ein Ort um seine Gedanken zu ordnen. Und um nach den Wolken zu schauen. Seine Mutter kam von hier . . .

Meine Meinung

Jochen Jung ist nicht mehr jung und genau so liest sich seine Geschichte- nicht jung, nicht flippig, sondern ruhig, ganz sanft, seicht plätschernd, so erzählt er diese Geschichte. Es ist eine kurze Geschichte, denn Jonathan hat "nur" 3 Tage Zeit, zumindest laut seiner Firma, Zeit für den Abschied.
Zeit zum Nachdenken, verabschieden, aber auch Zeit, um neue Menschen kennen zu lernen. Es ist eine nette Geschichte, liebevoll und poetisch, aber vielleicht etwas oberflächlich. Trotzdem breitete sich beim Lesen Ruhe aus, und versetzte mich selbst in eine Art besinnlicher Stimmung.

Unterm Strich

Eine kleine Geschichte für zwischendurch, die die Gedanken mit sich trägt wie die Wolken.

  (9)
Tags: beerdigung, dünen, hund, meer, mutter, strand, wolken   (7)

  

 

Und dennoch ist es Leben
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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

das leben betrachten

Und dennoch ist es Leben

Birgit Böckli
E-Buch Text
Erschienen bei null, 25.04.2011
ISBN B004Y0219A
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  

  

 

Als der Regen kam
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(32)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

demenz, liebe, schweiz, familie, regen

Als der Regen kam

Urs Augstburger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.08.2012
ISBN 9783608939743
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:

Als der Regen kam . . . kann Helen sich daran erinnern? Und an Jakob? Vielleicht eher an Pius? Erinnert sie sich überhaupt an irgendetwas? An das Jugendfest? An ihren Sohn Mauro? Sie kann es nicht sagen, denn Helen ist dement. Sie lebt in einem Pflegeheim, zu hause war es nicht mehr möglich.

Ihr Sohn Mauro kommt nur noch selten, es scheint, er sei förmlich geflohen. Nicht vor seiner Mutter, eher vor der Stadt ansich. Nun ist er zurück, um die Wohnung seiner Mutter aufzulösen, und gerade ist wieder Jugendfest.
Wie schon seit Hunderten von Jahren bindet dieses traditionelle Fest vor allem die Jugend an sich, daran erinnert Mauro sich sehr gut, aber nicht gern . . .

Meine Meinung

Demenz, eine verflixte Krankheit, in meinem Beruf begegne ich ihr oft, zu oft. Um wie viel schwerer muss es für Angehörige sein, die ihre Eltern, Mütter, Väter langsam verlieren, ihnen häufig nicht mehr folgen können. Förmlich eingeschlossen in ihrer kleinen, eigenen Welt, in ihrer eigenen Sichtweise, oft nur noch eine optische Hülle, während niemand sagen kann, wohin ihr Geist gegangen ist.

Der Autor hat hier gute Rechere betrieben, wie ich finde. Die Gedanken Helens, die immer wieder in kursiver Schrift auftauchen, erscheinen verworren, ohne System. Helen aber wird ein System haben, sie findet sich darin zurecht. Und in kurzen Momenten klaren ihre Gedanken auf, sie erinnert sich an einen Tanz, eine Begebenheit, eine Begegnung.
So geht es hier nicht nur um ihre, sondern auch um die Vergangenheit ihres Sohnes.
Beide haben viel zu berichten, jeder auf seine Art, und nach und nach findet der Leser sich ein. Liebe, Verlust, Akzeptanz, Probleme jeglicher Art, gibt es hier zu verarbeiten, nichts davon wird ausgelassen.

Der Schreibstil ist sehr direkt, und erscheint dadurch vielleicht etwas lieblos, oder distanziert und kurz angebunden. Es wird nichts geschönt, erst zum Ende hin kommen Gefühle in die Geschichte, diese dann aber so massiv, dass mir die Tränen liefen. Es war beim Lesen, als sei ein Knoten geplatzt.

Unterm Strich

Ein gutes Buch, auf seine besondere Art, das mich sehr berührt hat, nicht nur im Herzen.

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Tags: demenz, erinnerungen, fest, liebe, mutter, regen, sohn   (7)

  

 

Ein ungezähmtes Leben
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(46)

73 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 14 Rezensionen

usa, lehrerin, emanzipation, ranch, texas

Ein ungezähmtes Leben

Jeannette Walls , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 365 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 16.02.2010
ISBN 9783455402506
Genre: Gegenwartsliteratur

Rezension:  
Tags:  

  

 

Schloss aus Glas
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(107)

164 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 16 Rezensionen

kindheit, armut, familie, usa, eltern

Schloss aus Glas

Jeannette Walls
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 03.03.2005
ISBN 9783455080049
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Kindheit- etwas, das man nie wieder bekommt. Und wenn man Kind sein darf, ist es etwas besonderes. Jeannette erzählt hier in ihrer Biografie von ihrer Kindheit, ihren Geschwistern, ihren Eltern und Träumen. Nicht nur ihre Träume, hier sind eher die Träume ihrer Eltern im Vordergrund. Ihr Dad träumt vom Reichtum, vom großen Durchbruch mit einer Goldsuchmaschine, und von einem Schloss aus Glas für seine Familie. Mumm träumt eher davon, eine bekannte Künstlerin zu sein, Bilder zu malen, berühmt zu werden.

Wer solche Flöhe im Kopf hat, hat wohl nicht soviel Zeit, sich vernünftig um seine Kinder zu kümmern. Oder um einen vernünftigen Job, ein Zuhause, Essen auf dem Tisch, gescheite Kleidung, und und und. Und davon erzählt Jeannette. Sie erzählt von ihren ständigen Umzügen, eigentlich eher Fluchten. Von der Freiheit, von unerfüllten Wünschen, von Sternen, von Steinen, von leeren Schnapsflaschen, einfach von allem, was ihr auf dem Weg zum Erwachsen werden so begegnet. Und das ist nicht gerade wenig.

meine Meinung

Ein wunderbarer Roman, erzählt mit der Leichtigkeit eines Kindes bis zur Frau, unbedarft und naiv, erwachsen und aufmerksam. Und trotzdem tiefgründig und erstaunlich ernst und respektvoll. Obwohl es mich erstaunt, solchen Eltern gegenüber Respekt zu zollen, denn ihre Wirkung als Vorbilder sucht man hier vergebens.

So übernimmt Jeannette schnell die Rolle der Mutter, und ist bemüht, es allen recht zu machen. Das machte mich beim Lesen häufig recht traurig, denn ihre Kindheit blieb so leider häufig auf der Strecke. Es ist bemerkenswert, dass im Verlauf ihres Aufwachsens nicht noch schlimmeres als schwere Verbrennungen geschehen sind, weil ihre Eltern einfach nicht in der Lage waren, sich so um ihre Kinder zu kümmern, wie es von Nöten gewesen wäre. Häufig habe ich während des Lesens fassungslos den Kopf geschüttelt, manches Gelesene ist wirklich unglaublich. Aber immer wieder bemerkte ich auch diese bedingungslose Liebe gegenüber ihren Eltern, die sich trotz aller Rückschläge und Niederlagen aufrecht hält bis zum Ende. Immer wieder zu hoffen, an die Eltern zu glauben, sich gegen andere zu wehren, nur um die Eltern vor dem schlechten Ruf zu beschützen, das kann wohl wirklich nur ein Kind.
Das hat mich zutiefst berührt und zugleich erschüttert.
Jeannette schreibt sehr leb- und bildhaft, frei von der Leber weg sozusagen, es riss mich förmlich mit, ließ mich kaum zur Ruhe kommen, bis ich es endlich gelesen hatte.

Unterm Strich

Es gibt nicht viele Bücher, die mich so sehr gefesselt haben wie dieses. Aber so ist nun mal das Leben, spannend, traurig, lustig, voller Liebe und Wahrheit.

  (17)
Tags: alkohol, eltern, kindheit, liebe, verantwortung   (5)

  

 

Neobooks - Das Leben in meinem Sinn: Roman
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(24)

38 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

susanna ernst, das leben in meinem sinn, ben, liebesroman, liebe

Neobooks - Das Leben in meinem Sinn: Roman

Susanna Ernst
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 02.05.2012
ISBN B007TZ92YO
Genre: Unterhaltungsliteratur

Rezension:

Das Leben: Betrachten wir es mal von einer ganz neuen Seite: Von meiner Seite. Wer ich bin? Oh, das ist erst einmal nicht wichtig. Aber Sie kennen mich, ich betrachte auch Ihr Leben immer und immer wieder. Aber hier geht es um das Leben von Ben und Sarah. Die zwei sind Schauspieler, Ben ein recht zurückgezogener, eher schüchterner junger Mann. Sarah dagegen steht auf ihrer Karriereleiter ziemlich weit oben, und ist recht bekannt. Eigentlich hätte Ben nie damit gerechnet, mit Sarah gemeinsam an einem Film zu arbeiten, aber nun ist es soweit. Und ich muss Ihnen sagen, die beiden sind wirklich ein Klasse Team, ja geradezu ein Traumpaar vor der Kamera. Und dahinter? Nun ja, lassen Sie mich einfach erzählen. . .

Meine Meinung

Susanna Ernst hat es wieder einmal geschafft, mich in ein Buch versinken zu lassen, und mein Taschentuch zu zücken. Eigentlich mag ich es ja garnicht, wenn es so ans Gefühl geht, aber ich konnte einfach nicht mehr aufhören, zu lesen. Wie oben schon erwähnt, geht es um zwei Schauspieler, die vorher noch nie etwas miteinander zu tun hatten bis zu diesem Zeitpunkt.

Ihr Leben wird durchleuchtet, das von Ben recht ruhig, eher unscheinbar. Sarahs Leben dagegen ist in der Öffentlichkeit sehr präsent, ihr Leben und das ihrer Familie ist nicht wirklich ihres. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sehr bedacht darauf ist, sich nichts zu Schulden kommen zu lassen, was in der Öffentlichkeit breitgetreten werden könnte. Sarah ist das gewohnt, auch wenn es ihr schwer fällt, aber zum Schutz von Tochter und Verlobtem ist sie bereit, auf vieles zu verzichten. Ben dagegen wird von seinen Gefühlen förmlich überrannt, und es ist schwierig für ihn, damit umzugehen, zumal er vor einiger Zeit erst einen großen Verlust hinnehmen musste.

Beide Charaktere werden von der Autorin sehr lebendig und bildhaft dargestellt, sie sind mir auf Anhieb sehr sympathisch, auch wenn ich beide manchmal schnappen und schütteln wollte, damit sie endlich sehen, was oder wen sie vor sich haben.

Es gibt noch eine weitere Person, die ich schnell in mein Herz geschlossen habe: Alberta, die Haushälterin von Sarah. Eine italienische Kinderfrau und Haushälterin mit so viel Herz, dass es einen förmlich erdrückt. Ihr hier wiedergegebene Dialekt lässt mich beim Lesen breit schmunzeln, ich finde sie absolut herzerfrischend und genau richtig.

Im Wechsel wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, mal von Ben, mal von Sarah, aber auch von Randy, dem Regisseur und gutem Freund von Ben und noch einigen anderen Personen. Das macht das Ganze sehr lebendig. Jeder der Erzähler wird kurz eingeleitet von? Tja, ich dachte erst, es wäre eine Art Schutzengel, aber nein, der ist es nicht, aber das müsst ihr selbst heraus bekommen.
Übrigens gibt es sogar einen kleinen Kontakt zum ersten Buch der Autorin, zu "Deine Seele in mir".

Unterm Strich

Eine Geschichte fürs Herz, mit Tiefgang, und vielen verzwickten Wegen und Begebenheiten, die mich erstaunt, traurig, ergriffen, und auch lachend zurück lassen. Lest es selbst, dann wisst ihr, was ich meine.

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Tags: ben, film, leben, liebe, sarah, schauspieler   (6)

  

 

Als das Leben überraschend zu Besuch kam
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37 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

frankreich, familie, leben, träume, sehnsucht

Als das Leben überraschend zu Besuch kam

Caroline Vermalle , Karin Meddekis
Fester Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 01.04.2012
ISBN 9783431036824
Genre: Zeitgenössische Literatur

Rezension:

Es sind die Kleinigkeiten, die mich erfreuen. Und diesmal ist dieses Buch genau diese Kleinigkeit. Man sagt, einen alten Baum versetzt man nicht mehr. Eigentlich... In diesem Fall ist Jacqueline der alte Baum. Sie ist 73 Jahre alt, seit langer Zeit mit Marcel verheiratet. Doch auf einmal wird ihr klar, dass das jetzt ein Ende haben muss. Kurzentschlossen packt sie ihre Koffer und verschwindet, ohne ihrem Marcel etwas davon zu sagen. Ihr Ziel ist eine kleine Insel, auf der Ihre Cousine Nane lebt. Und so beginnt eine kleine Geschichte, erzählt von stillen Beobachtern.

Meine Meinung

Kennen Sie diese Namen? Apeliotes, Zephyr und Skiron? Nein? Es sind die Winde, die diese Geschichte erzählen. Oder vielleicht Maniola jurtina? Auch nicht? Es ist ein Schmetterling, das große Ochsenauge. Er ist erst zwei Tage alt, aber gemeinsam mit den Winden erzählt und begleitet er die Geschichte um Jacqueline und lässt sich vom Wind weitertragen, um nichts zu verpassen.
Es ist, wie ich finde, eine schöne Geschichte, die mit einer entspannenden Leichtigkeit erzählt wird, dass ich gerne mit dem Wind und dem Schmetterling mitgeflogen wäre. Im Wechsel wird mal von Jacqueline, und mal von Marcel berichtet. Und während sie in der Vergangenheit stöbert und nicht so genau weiß, was sie finden oder erwarten soll, macht Marcel sich auf den Weg, um seine Frau zu beeindrucken. Dazu will er jedoch nicht einfach den Zug nehmen, sondern er hat sich in den Kopf gesetzt, zu ihr zu schwimmen, bis zu dieser kleinen Insel, in der Hoffnung, sie dort auch anzutreffen.
Das ganze wird auf eine angenehme Art erzählt, und wie ich finde, in einem recht poetischen Stil, ohne sonderlich hochtrabend zu klingen.
Die verschiedenen Charaktere sind wundervoll, und auch das Drumherum wird sehr bildhaft dargestellt, sodass es für mein Kopfkino ein leichtes war, mir das Ganze bildlich darzustellen.

Unterm Strich

Ein kleiner Schatz, der von der Liebe erzählt, getragen vom Wind, leicht wie die Flügel des Schmetterlings. Für den einen vielleicht Kitsch, für mich Poesie,

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