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Niemand
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niemand, fantasy, freundschaft, niemandsland, märchen

Niemand

Nicole Rensmann , Timo Kümmel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Atlantis Verlag Guido Latz, 01.04.2012
ISBN 9783864020131
Genre: Science-Fiction & Fantasy

Rezension:

Inhalt
Was passiert wenn der Herrscher des Niemandslandes auf ein Mädchen aus dem Land hinter der Grenze trifft? Ein Mädchen das eigentlich gar nicht unbemerkt über die Grenze gelangen sollte und in die sich der Herrscher auch noch verliebt? Ganz klar, sie müssen zusammen einige Abenteuer bestehen und treffen dabei auf die merkwürdigsten und doch alltäglichsten Gestalten: Drecksäcke, den Nikolaus, Jesus, Schaumschläger, Trauerklöße, den heiligen Geist und noch vielen anderen Niemandsländern deren Bezeichnungen von den Menschen jenseits der Grenze aus Unwissenheit verwendet werden. Und sie nehmen einen mit auf eine abenteuerliche Reise voller Skurilitäten, Witz, Charme und viel Erdbeerduft.

Meinung

Eigentlich sind doch die Bücher die einen positiv überraschen immer am schönsten. Nicht dass ich etwas grundlegend schlechtes bei diesem Buch erwartet habe aber dass es mich dann so mitreissen und fesseln würde habe dann doch nicht erwartet. Niemand ist ein Buch dass man mit nur einem Wort beschreiben könnte – anders. Doch schnell muss man dann feststellen dass man ein zweites Wort voranstellen müsste. Positiv anders.

“Kein Mensch hatte diesen Ort jemals betreten.
Das Niemandsland.
Quelle der Fantasie.
Hier wurden Worte erfunden, Träume gesponnen und Lügen gestrickt, Sprüche geklopft, Zitate gestanzt, Weisheiten geformt und Ideen geboren.” Seite 11


Der Leser wird kurz in die Welt des Buches eingeführt und dann ist man auch schon schnell mitten im Geschehen als Niemand auf das Mädchen Nina trifft. Denn damit beginnt nicht nur ihre gemeinsame Geschichte sondern ein besonderes Abenteuer der Extraklasse.
Niemand, ist noch ein Junge und trotzdem bereits der eigentliche Herrscher des Niemandslandes. Nur ist er mit dieser Position alles andere als glücklich. Die Verantwortung dieses Titels verunsichert ihn zutiefst und macht ihm eher Angst. Sein machtgieriger Vater ist ihm keine Hilfe und seine Mutter ist schon lange tot. Nina bringt endlich Licht in sein Leben und nicht nur das, sie gibt ihm immer mehr das Gefühl ein Jemand zu sein.
Nina ist ein “normales” Mädchen das zufällig ins Niemandsland gerät. Anfangs ist sie verzweifelt da sie nicht weiß wie sie den Weg zurück finden soll als Niemand sich jedoch ihrer annimmt fast sie schnell Vertrauen und entwickelt ein großes Interesse an diesem seltsamen Land. Im Laufe der Geschichte wird sie zu einer wichtigen Schlüsselfigur nicht nur für Niemand sondern für alle Bewohner des Niemandlandes.
Zu den anderen Charakteren des Buches braucht man nicht viel sagen ausser jeder kennt sie. Mindestens einen von ihnen hat man schon oft um sich gehabt, belächelt oder den Kopf über ihn geschüttelt. Es sind die Menschen des Alltags für die man Bezeichnungen wie Arschkriecher, Trauerkloß und Schaumschläger benutzt.

“Was ist das?”
“Das ist ein Schaumschläger. Komm schnell. Wenn wir in seinen Sog geraten, haben wir keine Chance. Es sind schon andere an seiner Schaumschlägerei zugrunde gegangen.”
Nina erschrak. “Was meinst du damit? Hat er sie erschlagen?”
“Nein, zu Tode gelangweilt.” Seite 36-37


Wer sich in die Welt von Niemand begibt der darf sich neben diesen bekannten Alltagspersonen auf eine abenteuerreiche Geschichte freuen. Mit viel Witz und Charme gelingt es der Autorin den Leser völlig zu fesseln und sich mit Nina und Niemand nicht nur gemeinsam auf die Reise zu begeben sondern stark mit den Protagonisten zu verwachsen. Man entdeckt, wie Nina, neugierig und faszniert das Niemandsland und deren Bewohner. Man lacht, erkennt wieder, hofft und bangt und ist fast traurig wenn man wieder an die Oberfläche der Realität zurückkehren muss.
Leider zieht sich der große Showdown aber sehr in die Länge so dass das Buch stellenweise langatmig wirkt und man sich als Leser ein wenig zu sehr hingehalten fühlt. Trotzdem konnte mich die Geschichte nicht nur überzeugen sondern sehr für sich gewinnen und ich bin gespannt welche Abenteuer noch auf Nina und Niemand warten.

Fazit

Niemand ist ein Fantasyroman der etwas anderen Art und schafft es mit viel Skurrilität, Witz und Charme sich in das Herz des Lesers zu schmuggeln. Ein gelungenes Buch mit kleinen Schönheitsfehlern die den Lesespaß jedoch nicht nachhaltig beeinträchtigen.

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Night School. Du darfst keinem trauen
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internat, liebe, schule, mord, allie

Night School. Du darfst keinem trauen

C. J. Daugherty , Peter Klöss , Axel Henrici , Carolin Liepins
Fester Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 30.07.2012
ISBN 9783789133268
Genre: Kinder- & Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ihr Bruder Christopher plötzlich spurlos verschwindet gerät Allies Leben aus den Fugen. Sie rebelliert vehement gegen ihre Eltern und wird mehrmals von der Polizei aufgegriffen. Nachde sie beim sprayen in ihrer Schule erwischt wird reicht es ihren Eltern und sie beschliessen sie auf die Cimmeria Academy zu schicken. Eine Schule auf der weder Handys noch Fernseher oder sonstige moderne Technik erlaubt sind. Obwohl Allie befürchtet sich dort niemals einfügen zu können knüpft sie schnell Kontakte und findet Freunde. Doch plötzlich häufen sich merkwürdige Vorfälle auf der Academy und als ein Mädchen dabei ums Leben kommt gerät Allie selbst unter Verdacht. Bei der Suche nach dem Mörder erfährt Allie immer mehr über eine verbindung zwischen der Schule und ihrer Mutter. Haben ihre Eltern sie ihr ganzes Leben lang belogen? Wem kann Allie überhaupt noch trauen?

Obwohl der Trend aktuell eindeutig in die Fantasy Richtung geht ist bei Night School nichts davon zu entdecken. Auch wenn der Titel im ersten Moment danach klingen mag gibt es keine Vampire, Werwölfe, Feen oder sonstigen Fabelwesen. Auch Magie, Zauberer oder Hexen sucht man in diesem Buch umsonst jedoch ohne sie zu vermissen. Stattdessen greift Night School ein ganz anderes Thema auf – Verschwörung. Der Untertitel Du darfst keinem trauen ist hier tatsächlich Programm und nicht nur der Leser sondern auch Allie selbst wird immer wieder von den Ereignissen und Wendungen der Geschichte überrascht. Man fängt an sich zu fragen wie man sich selber fühlen würde wenn man sich fragen muss ob einem die Eltern vielleicht das ganze Leben lang etwas vorgelogen haben. Und was würde man tun wenn man plötzlich in den Verdacht gerät etwas sehr grausames getan zu haben und dann auch noch erfahren muss dass man selber in großer Gefahr schwebt?

“Ich weiß nicht, Allie. Aber es kann sein, dass der Mörder dich gesehen hat und vielleicht denkt, dass du ihn gesehen hast … Tja, du musst ab jetzt sehr vorsichtig sein.” ( Seite 244)

Die Protagonisten lassen sich nur schwer beschreiben denn auch unter diesen gibt es die ein oder andere Überraschung und die ist nicht immer positiv. Personen die man für vertrauenswürdig hält zeigen plötzlich ihr wahres Gesicht und stehen Dir als Feind gegenüber. Menschen die du für Freunde hälst verraten dich und wollen Dir schlechtes. Doch auch diejenigen die sich von Anfang an abweisend oder sogar gemein verhalten haben eine andere Seite die sie in einem völlig unerwarteten Moment hervorzaubern. Man muss auf alles gefasst sein und darf nie dem ersten Eindruck glauben. Am besten auch nicht dem zweiten oder dritten. Aber trotz aller Schwierigkeiten, Ungereimtheiten und Geheimnisse steht Allie zu keiner Zeit alleine da. Obwohl sie neu ist und eigentlich nicht in die Cimmeria Academy passt findet sie schnell Anschluss und baut sich einen kleinen Freundeskreis auf.

“Also, ich weiß nicht”, sagte Allie und sah hinauf in den unschuldig blauen Abendhimmel, “für mich sieht das absolut sicher aus.” “Hoffentlich irrst du dich”, sagte Jo. “Wer zuletzt stirbt, hat verloren.” (Seite 149)

Obwohl es sehr schön ist mal wieder einen Jugendroman in der Hand zu halten der nichts mit Fantasy zu tun hat, finden sich doch auch in Night School viele altbekannte Elemente. Ein problembehafteter Teenager kommt an eine merkwürdige Schule, an der es scheinbar einige Geheimnisse gibt und entdeckt dass er scheinbar nicht die Person ist für die er sich immer gehalten hat sondern etwas Besonderes. Na wer denkt jetzt nicht an Geschichten wie Harry Potter, House of Night oder die Mythos Academy? Doch trotz dieser Ähnlichkeiten hat Night School seine eigene Geschichte. Ob realistisch oder nicht, darüber lässt sich wohl streiten aber das Buch schaff es einem spannende Lesestunden und gute Unterhaltung zu bescheren.

Night School – Du darfst keinem trauen ist der gelungene Auftakt zu einer Buchreihe die es ganz ohne Fantasyelemente schafft zu unterhalten und den Leser in eine Welt voller Fragen, Geheimnisse und Verschwörungen zu entführen. Sehr empfehlenswert.

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Tags: jugendbuch   (1)

  

 
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