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Kleine Leserunde: Yiftach Ashkenazy, Mein erster Krieg (12 Beiträge)
Ich habe das Buch nun durch und es hat mir wirklich gefallen, obwohl man es angesichts des Inhalts, der Schicksale der Figuren gar nicht so ausdrücken mag. Die Fokussierung auf Sex und Gewalt ging mir schon nahe, hielt die Erzähler allerdings gleichzeitig auf Distanz.
servus,
allmählich werd ich sehr neugierig -
werds mir wohl doch bald besorgen -
grüße
SV
<i>Am 23.07.08 18:12, schrieb asita
mir scheint, daß der autor sehr vieles in seinem ersten krieg mitgemacht hat. ich glaube so will er das ganze verarbeiten. er schreibt diese kleinen geschichten auf, einiges sehr brutal und gewaltig.</i>
Ja, Du hast recht! Sicherlich hat er einiges davon selbst erlebt oder von Menschen, die etwas ähnliches erlebt haben (z.B. während der Shoa) direkt erzählt bekommen. Wahrscheinlich hat die israelische Gesellschaft noch derart viele Traumata, wie wir sie uns gar nicht vorstellen können...
Vor ca. einem Jahr habe ich "Das Mädchenschiff" von Michal Zamir gelesen - ein Buch was aus Sicht junger Soldatinnen bei der Wehrpflicht unfassbare Dinge schildert. Jedenfalls ging es mir bei diesem Buch ähnlich - nur dass ich es längst nicht so gut fand.
Liebe Grüße
dubh
wau, was für ein buch .... wie sagt man so schön: hammerhart!!
das ist mein erster eindruck. ein sehr hartes buch. in jeder hinsicht. wie du schon sagtest dubh sehr 'rau' in der sprache. über die sexualität, den krieg, das erlebete, die erinnerungen, das erlittene.
mir scheint, daß der autor sehr vieles in seinem ersten krieg mitgemacht hat. ich glaube so will er das ganze verarbeiten. er schreibt diese kleinen geschichten auf, einiges sehr brutal und gewaltig.
ich habe versucht die bilder wieder schnell aus dem kopf zu bekommen. ich las eine rezension, die schrieb: man bleibt erschüttert und völlig schockiert zurück. und das stimmt!!!
und trotzdem fand ich es auch irgendwie gut. den er hält sich nicht an 'das normale'.
Hallo kaVera,
glücklicherweise habe ich die erste Erzählung am Stück gelesen, so dass auch mein schlechtes Erinnerungsvermögen nicht ins Gewicht fiel... Nein, mal im Ernst: durch die Kürze und vor allem das Streifen einzelner Figuren bleiben Geschichten recht schlecht in Erinnerung. Ich kann anderthalb Tage nach der Lektüre die kleinen Stories kaum noch auseinanderhalten! Vermutlich kommt daher auch meine abneigende Tendenz gegenüber Erzählungen...
Viel Spaß trotzdem weiterhin! ;-)
dubh
Ich stecke noch in der ersten Erzählung, habe die ersten vier Teile gelesen. Ich finde es schade, dass man nicht länger in den einzelnen Geschichten verweilen kann. Das geht mir aber meist so mit Erzählungen, dass ich die erste schon wieder vergessen habe, wenn ich die dritte lese. Die einzelnen Figuren haben wenig Raum zur Entfaltung. Nun, das ist ein Problem der Gattung - oder meines Erinnerungsvermögens.;-) Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.
Hallo zusammen,
die erste Geschichte habe ich beendet, aber ich muss zugeben, dass ich nebenbei noch ein anderes Buch lese und inzwischen auch ganz froh darum bin.
Die erste Erzählung ist vom Format (immerhin etwas um 140 Seiten) ja schon fast ein kleiner Roman, wäre da nicht ihre Art und Weise... Eigentlich sind es mehrere kleine Geschichten aus jeweils anderer Perspektive, die sich zu einer ganzen fügen.
Naja, bei den einzelnen Stories bin ich ich etwas zwiegespalten: einerseits gefällt mir das 'Handwerk' des noch so jungen Autors sehr gut: die einzelnen ErzählerInnen haben durchaus etwas mitzuteilen, auch wenn es auf den ersten Blick sehr alltäglich scheint. Und die einzelnen Erlebnisse fügen sich wie ein Puzzle zusammen - Menschen tauchen in einer anderen Situation und anderen Personen (die sie noch nicht einmal kennen) wieder auf, Menschen, die sich rein zufällig irgendwo begegnet sind oder deren Leben sich in Sekunden gestreift hat... Hervorragend gemacht, wie ich finde. Zum Beispiel, als viel später in der Erzählung geklärt wird, was der alte Mann in der ersten Geschichte über die Frau des sterbenden Rabbiners weiß, warum er sie anklagt und beschimpft.
Andererseits ist meine Hauptkritik mal wieder (wie ab und an mal bei den jungen israelischen AutorInnen) die häufige und detailtreue Darstellung von Sex. Mich nerven diese leicht derben, schon etwas abgenutzten Beschreibungen manchmal einfach. Was nicht bedeuten soll, dass generell auf solche Szenen verzichtet werden sollte - aber manchmal wirken sie auf mich so, als ob sie den Reiz ausmachen sollen. Und das könnte in meinen Augen durchaus wegfallen...
Und wie ging es Euch bei der Lektüre?
Ich bin schon etwas gespannt auf die weiteren Erzählungen im Band - auch wenn sie wohl deutlich kürzer ausfallen, wenn man sich die verbleibenden Seiten anschaut... Ashkenazy schreibt in jedem Fall vielversprechende, eher ungewöhnliche Texte.
Schöne Grüße
dubh
PS. Übrigens finde ich den Titel der ersten Geschichte mit den dazugehörigen Aufhängern sehr gelungen!
<i>Am 21.07.08 18:25, schrieb kaVera
Habt ihr schon angefangen?</i>
Nein, sorry. Bin gerade erst nachhause gekommen - mal sehen ob ich noch anfange. Ansonsten morgen!
Und wie schaut´s mit Euch aus?