Philosophie

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GOTT und Religion (9 Beiträge)

Sokrates 13.11.2010, 21:45 Uhr
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9 Ergebnisse
El_Wursto 25.06.2011, 15:33 Uhr

Also ich muss sagen das es mir ähnlich geht wie Steppenwolf, ich bin absolut kein Experte in Sachen Kant. Das einzige was mich interessiert hat war sein kategorischer Imperativ und bedingt seine Stellung zum Thema Freiheit und Determinismus.
Aber das hat mich jetzt interessiert und deswegen hab ich mal im Internet etwas rum geschaut und so wie ich das Verstanden habe, hat Kant zwar gesagt das es einen Gott gibt, hat diesen aber als von Menschen selbst geschaffen gesehen. Die Menschen brauchen eine Übersinnliche Macht, diese aber entsteht in ihrem Gehirn damit sie die Glückseligkeit erreichen können.

 
Steppenwolf 23.06.2011, 12:34 Uhr

Nun, ich bin weit entfernt ein Kant_experte zu sein, aber im Prinzip klingt das doch ziemlich nach Agnostizismus. In welcher Ausprägung auch immer. Meinetwegen muss man Kant auch in keine Schublade stecken.

 
Wortwandler 21.06.2011, 21:58 Uhr

Kant war sicherlich kein bekennender Atheist und für einen Agnostiker betreibt er in seiner praktischen Philosophie viel zu viel Aufwand, um Gott doch wieder mit ins Boot zu holen. Vergesst nicht, dass es in Kants theoretischer Philosophie darum geht den Dogmatismus aus der Metaphysik hinauszuweisen, weil unserer Vernunft nach Kant Grenzen gesetzt sind und sie die Fragen, die ihr eigenes Vermögen übersteigen, nicht beantworten kann. Kants praktischer Philosophie kann man hingegen entnehmen, dass er von einer intelligiblen Ordnung, deren Urheber Gott ist, ausgeht, die die natürliche Ordnung konstituiert.
Man kann Kants Philosophie daher auch als diejenige eines strenggläubigen Denkers charakterisieren, der ein für alle Mal Schluss mit allen fehlerbehafteten Gottesbeweisen gemacht hat, um Gott einen Platz zuzuweisen, der von der Vernunft nicht erreicht werden kann und der damit Glaubensache ist.
Übrigens würde ich Kants "Opus postumum" (dem der Satz entnommen ist) im Vergleich zu Kants restlichem Oeuvre nichts zu viel Aufmerksamkeit schenken, um diese Diskussion zu bestreiten.

 
El_Wursto 21.06.2011, 16:23 Uhr

Steppenwolf schrieb:
Mmmh, also Kant sagte: „Gott muss nicht als Substanz außer mir vorgestellt werden, sondern als das höchste moralische Prinzip in mir.“

Ich finde das man Gott und Religion trennen kann, da Gott für mich für eine höhere Macht steht und es ist mir im Grunde völlig egal wie man sie nennt. Zu sagen das es eine höhere Macht gibt, heißt für mich nicht das man auch an eine der existenten Religionen glaubt.

Aber du hast schon recht, er war wohl ein Agnostiker.

 
Steppenwolf 21.06.2011, 14:05 Uhr

Mmmh, also Kant sagte: „Gott muss nicht als Substanz außer mir vorgestellt werden, sondern als das höchste moralische Prinzip in mir.“

Er sagt "muss" und das ist eine Möglichkeit. Im Sinne der Philosophie also eine Abwägung. Das Prinzip "Gott" wird ja damit nicht aufgegeben.

Also ich denke Kant war Agnostiker mit starken Tendenzen zum Atheismus. Könnte man sich darauf einigen? ;)

 
El_Wursto 21.06.2011, 12:19 Uhr

Das was du beschreibst ist für mich ein guter Ethik Unterricht. Denn ich finde man kann nur Religion von außen betrachten wenn man nicht darin involviert ist. Ist man nämlich ein Anhänger von einer Glaubensrichtung so stellt man diese zu sehr in den Mittelpunkt.
Da ich noch nicht allzu lange aus der Schule raus bin kann ich auch sagen, dass der Religionsunterricht oftmals einfach anspruchslos ist. So hatte ich z.B. eine Lehrerin die uns in der 9. Klasse aufgefordert hat einen Vertrag mit Gott zu machen. Ich fand das ganze einfach nur abgrundtief lächerlich so dass ich im nächsten Halbjahr im Ethik Unterricht saß und das auch bis zum Ende der 13. Klasse beibehalten habe. Der Vergleich mit dem Religionsunterricht war auch immer ziemlich haarsträubend, während wir Kant behandelt haben hat sich der Religionsunterricht mit dem auswendig lernen von Aposteln beschäftigt. Deswegen habe ich das Gefühl gewonnen das der Religionsunterricht unnötig und anspruchslos ist.

@Steppenwolf: Meines Wissens her war Kant ein Atheist und hat Gott seiner Meinung nach auch widerlegt.

 
Steppenwolf 11.12.2010, 22:47 Uhr

Auf jeden Fall sollten sich Kinder ihr eigenes Bild von Religion bzw. Religionen machen können.
Ich finde den Glauben auch irgendwie schwierig, da es dabei ja nunmal leider nicht um Beweise geht. Wer glaubt, der glaubt eben. Der ist an Beweisen einfach nicht interessiert.
Man sollte es vielleicht mit dem Agnostizismus halten und sagen: Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt. Oder noch besser mit dem Ignostizismus: Man kann keine Aussage über Gottes Existenz/Nichtexistenz machen, weil nicht geklärt ist, was man unter dem Begriff Gott zu verstehen hat.
Ich meine, dass Kant bekennender Agnostiker war (korrigiert mich falls ich mich irre).
Und das sind doch sehr philosophische Standpunkte. Aber diese können den Glauben eben nicht ersetzen, da Gläubige glauben WOLLEN. Das denke ich mir zumindest bzw. ich habe mit entsprechenden Personen Erfahrungen gesammelt und auch schon manche Diskussion geführt...
Ich hoffe es ist einigermaßen klar geworden, was ich damit sagen will. ;)

 
Hannah-Marie 11.12.2010, 15:25 Uhr

Hallo,

zunächst einmal möchte ich BertieWooster zustimmen in der Aussage, dass den Kindern bewusst gemacht werden sollte, dass es keine absolut richtige Religion gibt.

Religion und Glauben an sich ist nicht zu beweisen. Bei der Gottesfrage halte ich es wie Bertolt Brecht, in seiner GEschichte vom Herrn Keuner, die aussagt, das es allgemein für jeden es wichtig ist sein Verhalten zu ändern. wenn man dazu Gott benötigt, dann soll man ihn sich nun einmal nehmen, doch wichtig ist es sien Verhalten zu wandeln. ein verhalten hin zum guten, das ist es wichtig zu zeigen, dass wir alle gemeinsam Menschen sind und untereinander nicht unbedingt mehr oder minder wert sind.

 
BertieWooster 08.12.2010, 21:01 Uhr

Hallo,
bei mir in der Arbeit hatten wir auch schon mal die Disskussion, ob z.B. der Religionsunterricht in der Schule noch gerechtfertigt ist. Eigentlich sollten ja Staat und Kirche getrennt sein, wobei Kirche ja nicht identisch ist mit Religion. Aber sollte Religion nicht auch zu einem sozialen Verhalten der Menschen untereinander beitragen? Deshalb wäre vielleicht ein allgemeiner Religionsunterricht sinnvoll, in der die unterschiedlichen Religionen vorgestellt und die Unterschiede herausgestellt werden bzw. auch die historische Entwicklung einzelner Religionen dargestellt wird. Vielleicht würde dies auch dazu beitragen Vorurteile und Missverständnisse unter unterschiedlichen Glaubensrichtungen abzubauen und dass man lernt die Glaubensauffassungen anderer zu respektieren und nicht zu verteufeln. Den Kindern sollte bewusst gemacht werden, dass es die absolut richtige Religion nicht gibt. Dass es sich dabei um eine Glaubenssache handelt. Die könnten dann immer noch wählen, ob sie tatsächlich Glauben wollen. M.E. hat es stets zu Problemen geführt, wenn jemand die eigene Religion einen anderen aufdrängen will, z.B. in Form von Missionierung.

 
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“Philosophie” in Zahlen

Erstellt von Sokrates am 07.04.2007
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Die neuesten Notizen: 


El_Wursto Vor 1 Jahr

Ja da hast du vollkommen recht, ich hoffe das ich frischen Wind rein gebracht habe und eventuell noch einige Leute dazu anrege wieder aktiv zu werden.


Steppenwolf Vor 1 Jahr

Hier müsste mal wieder etwas mehr Schwung reinkommen.


Sokrates Vor 2 Jahren

Hallo an alle - ein neues Thema ist eingestellt; vielleicht gibt es ein paar interessante Gedanken aus der Gruppe! Grüße!


Gelöschter Benutzer Vor 3 Jahren

Wie wäre es denn mal, wenn wir eine Beschreibung schreiben und ein Gruppenfoto einfügen?


Gelöschter Benutzer Vor 3 Jahren

Habe mal ein paar Leute eingeladen, die sich für diese Gruppe begeistern könnten. Zwei davon sind Philosophiestudenten!!