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Leserunde: Hell's Angels (11 Beiträge)
Dann werd ich es mal mit den beiden versuchen wenn ich meinen aktuellen bücherberg abgetragen hab grins
Also falls du bis jetzt nur Hell's Angels von ihm gelesen hast, solltest du dir entweder The Rum Diary oder Angst und Schrecken in Las Vegas besorgen.
Wobei mir ersteres besonders gefallen hat. Kann ich nur empfehlen.
Also ich denke das ich Barger da eher traue, denn auch wenn das bei diesen Textstellen nicht so deutlich wird er beschönigt nichts wenn er die Angels beschreibt.
Er entschuldigt nichts aber er will eben auch nicht das etwas falsches über die Angels erzählt wird. Ausserdem hatte er zwei Co Autoren an seiter seite die wie ich inzwischen herausgefunden habe über einige erfahrung mit Biographien verfügen.
Zitat:
Keith and Kent Zimmerman have co-written 16 books in 13 years, including one New York Times and one London Times bestseller. They’ve done books with pop culture icons like Alice Cooper, Country singer Trace Adkins, John Lydon, American Chopper, NFL star Michael Strahan, and the Monterey Jazz Festival. They’re currently on the writing staff for a new HBO dramatic series debuting next spring.
Ich gehe also davon aus das sie auch darauf geachtet haben das er bei der Wahrheit bleibt.
Esme
Ich gebe dir recht das der Anfang von Thomsons Buch atmosphärisch tatsächlich sehr dicht ist und einen mitreißt aber er ist eben wie der Beginn eines Actionfilms.
Auch bei Barger Hatte ich das Gefühl dabei zu sein wenn sie über die Strasse fegen aber eben eher so wie ich mir das bei einem Dokumentarfilm vorstellen würde. Ich weiss nicht ob deutlich wird was ich damit sagen will.
Sophist
Wenn das ein eher schwaches Buch von Thompson ist sollte ich vielleicht bei Gelegenheit doch mal ein anderes von ihm lesen um mein Bild wieder grade zu rücken. Welches würdest du mir raten?
Also ich hab mich jetzt "durchgequält" und muss sagen, dass es mir nicht wirklich gefallen hat. Einmal fand ich den Schreibstil keineswegs ansprechend und es war auch nicht vergleichbar mit Rum Diary oder Kingdom of Fear. Und dann noch die gegenübergestellten Textstellen von Thompson und Barger tun ihr übriges dazu.
Also Fazit bleibt eigentlich nur, dass es definitiv ein sehr schwaches Buch von Thompson ist.
Also das wird jetzt etwas langwieriger.
Ich meine mit reißerisch nicht was er schreibt sondern wie er es schreibt.
Als Beispiel hab ich hier einfach mal die beiden Buchanfänge nebeneinander gestellt.
Ich denke dann wird klar was ich damit meine.
„Kalifornien, Labour-Day-Wochenende. Frühmorgens, der Ozeannebel noch in den Straßen, brechen Outlaw-Biker, die Ketten, Sonnenbrillen und speckige Jeans tragen, aus muffigen Garagen, durchgehend geöffneten Dinern und düsteren Absteigen in Frisco, Hollywood, Berdoo und East Oakland zur Monterey-Halbinsel auf, nördlich von Big Sur. Die Landplage ist wieder los, die Hell's Angels, die Hundert-Karat-Schlagzeile. Sie dröhnen über den frühmorgendlichen Freeway tief auf dem Sattel, keiner lächelt, schlängeln sich wie die Irren durch den Verkehr, brausen mit hundertvierzig Sachen den Mittelstreifen entlang, haarscharf an den Autos vorbei - wie Dschingis Khan auf einem Eisengaul, auf einem Monsterross mit rot glühendem Anus, mit Vollgas durch die Lasche einer Bierdose und dann die Schenkel deiner Tochter rauf, Gefangene werden nicht gemacht; zeigt den Spießern mal, was 'ne Harke ist, gebt ihnen 'ne Ahnung von den Kicks, die sie nie kennen werden. Ah, diese selbstgerechten Kerle, sie lieben es, richtig Stoff zu geben. „
Hunter S Thompson „Hell´s Angels“
Bei Barger klingt das dann so:
„Unsere Runs sind ein Treffen, eine mobile Party. Wenn man ein Hell's Angel ist, wird daraus eine Show von Kraft und Solidarität. Das bedeutet, frei zu sein und von all dem Quatsch davonzukommen. Angels machen keine Runs, weil sie auf der Suche nach Krawall sind; wir wollen nur unsere Bikes fahren und gemeinsam Spaß haben. Wir sind ein Club.
Die meisten Hell's Angels sind großartige Fahrer. Das ist schon ein toller Anblick, eine Gruppe von Hell's Angels nebeneinander und mit 130 Sachen über einen Highway donnern zu sehen. Im Konvoi zu fahren ist etwas ganz anderes, als allein unterwegs zu sein. Das ist schnell und gefährlich, und man muss dabei verdammt aufpassen. Was immer dem Guy vor dir passiert, passiert dir auch, man muss ständig auf der Hut sein. So wie Fuzzy, ein Oakland-Angel, einst sagte: «Gottverflucht, wir fahren manchmal mit 140 oder 150 Sachen im Regen. So schnell fahr ich noch nicht mal mit meinem Auto!»“
Ralph „Sonny“ Barger Hells´s Angel
Auserdem schreibt Thompson Dinge die offensichtlich nicht den Tatsachen entsprechen. So schreibt Thompson über ein “Ritual” zum Einweihen der Kutten und Jeans folgendes.
„Der Gestank, den sie angeblich verströmen, ist nicht so sehr Körpergeruch, sondern eher-der ranzige Gestank ihrer speckigen Kutten. Jedes Neumitglied der Angels kommt in einer neuen Levis-Jeans und einer passenden Jeansjacke mit abgeschnittenen Ärmeln und makellos sauberem Emblem hinten drauf zu seinem Initiationsritual. Diese Zeremonie verläuft von Chapter zu Chapter unterschiedlich, aber vor allem geht es dabei darum, die Kutte des Neumitglieds zu besudeln. Im Laufe des Treffens sammelt man einen Eimer voll Kot und Urin, der dem Neuling dann als feierliche Taufe über dem Kopf ausgekippt wird. Oder er zieht sich aus und steht nackt dabei, während der Eimer mit den Exkrementen über seiner Kleidung ausgeleert wird und die anderen darauf herumtrampeln.
Das ist seine »Kutte«, und er muss sie jeden Tag tragen, bis sie verfault. Die Jeans wird in Öl getunkt und dann zum Trocknen in der Sonne aufgehängt - oder man lässt sie über Nacht unter dem Motorrad liegen, damit sie die Öltropfen aus dem Kurbelwellengehäuse auffängt. Wenn sie dann eines Tages zu zerlumpt ist, um noch ihren Zweck zu erfüllen, trägt man sie über einer anderen, neueren Levis. Viele Kutten sind so schmutzig, dass man das Colour kaum erkennt, aber sie werden erst abgelegt, wenn sie buchstäblich auseinander fallen. Der Zustand der Kutte ist ein Zeichen für den Status des Trägers.“
Hunter S Thompson „Hell´s Angels“
Barger hatte später nachdem er das Buch gelesen hatte dazu nur eines dazu zu sagen:
„Ich las das Buch Hell's Angels: A Strange and Terrible Saga (Hell's Angels: Ein seltsames und schreckliches Epos), als es 1967 herauskam. Reiner Schrott. Das Schlimmste daran war, dass es zu einer Art Leitfaden über den Club für die Polizei wurde. In dem Buch standen blödsinnige Übertreibungen und unter Drogen und Suff zusammen geträumte Kommentare. Thompson behauptete, Angels würden auf ihre Patches pissen oder müssten ihre Hosen vor dem Anziehen mit Öl und Pisse tränken. Und angeblich sei unser Motto: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Den Scheiß glaubten die Bullen noch jahrelang. Dieser blöde Mythos stammt allein aus Hunters Buch.“
Ralph „Sonny“ Barger Hells´s Angel
Ich denke jetzt wird meine Skepsis gegenüber Thompsons Buch verständlich.
Ich muss dazu sagen das ich sein Buch zuerst gelesen habe also beim ersten Lesen völlig unvoreingenommen war. Doch selbst da kam mir schon einiges wie die üblichen Klischees aus einschlägigen Bikerfilmen vor. Dieses Gefühl hat sich verstärkt nachdem ich Bargers Buch gelesen hatte. Danach sah ich Thompsons Buch einfach mit anderen Augen.
Also ich werde auch heute abend mal damit anfangen. Mal sehen wie weit ich komme ;).
Also das Buch liegt hier nun und ich werde heute Abend anfangen. Ich bin gespannt. Es ist mein erster Thompson, wobei ich noch The Rum Diary in englischer Version hier liegen habe. Naja, mal schauen.
Tja ich hab’s ja schon gelesen und jetzt noch mal angefangen um nicht nur auf die erinnerung zurückgreifen zu müssen aber zum teil wurde meine erinnerung bestätigt, das der stiel sehr reißerisch ist. da ich von Thomson sonst noch nichts gelesen habe weiß ich nicht ob das typisch für ihn ist. jedenfalls habe ich mir auch die barger biographie (hells angel), von der ich in meinem ersten beitrag sprach, noch mal vorgenommen und auch da meine erinnerung bestätigt gefunden das beide zwar in der sache das selbe beschreiben (beispiel ein Run der Hells Angels ) das aber bargers wortwahl bei weitem nicht so ich sag jetzt mal künstlich brutal ist wie bei thomson. wohlgemerkt barger beschreibt die selben ereignisse aber auch eine wesentlich nüchternere weise.
Ich habe beim wieder lesen jetzt die stelle erreicht wo Thomson aus seiner wohnung ausziehen muss (die die er bei dem chinesen gemietet hat) wie weit seit ihr bisher gekommen und was sind eure eindrücke.
Ich würde es gern mitlesen.
Bin allerdings mit Werk und dem Gonzo-Journalismus noch so vertraut.
Dennoch, ich melde hiermit mein Interesse an.
ich habe bislang nur hell´s angels gelesen allerdings von den andern Büchern eine Menge gehört. Allerdings habe ich wie ich esme ja schon erzählt habe auch die Biographie von Ralph "sonny" Barger dem wohl bekanntesten Gründungsmitglied der Hells Angels gelesen so das ich auch noch eine andere Sichtweise auf Thompsons Buch habe. Freue mich auf jeden fall schon auf die diskussion.