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tripelg 21.07.2007, 23:52 Uhr
"An einem frühen Junimorgen 1872 ermordete ich meinen Vater - eine Tat, die mich damals tief beeindruckte. Es war vor meiner Heirat, als noch mit meinen Eltern in Winconsin lebte. Mein Vater und ich waren in der Bibliothek unseres Hauses und teilten eben die Erträge eines Einbruches, den wir in jener Nacht begangen hatten."
Wer Spaß an ebenso absurdem wie rabenschwarzem Humor hat, der kommt bei Ambrose Bierce komplett auf seine Kosten. Das obige Zitat stammt aus einer Sammlung von Geschichten des US-amerikanischen Autors, die bei btb als Taschenbuch erschienen ist (Juli 1997, ISBN 3-442-72180-6).
Bierce wurde 1842 als zehntes von 13 Kindern einer Farmersfamilie in Ohio geboren. Er war Soldat im Civil War und wurde dann Journalist. 1913 ging er nach Mexiko, wo er plötzlich verschwand. Bis heute ist nicht geklärt, was aus ihm wurde. Man nimmt an, daß er in den Wirren des mexikanischen Bürgerkriegs umkam.
Seine Geschichten sind dermaßen absurd und grotesk, daß man aus dem Lachen und Staunen nicht mehr herauskommt. In beinahe jedem Satz wird die Schraube der Absurdität noch ein Stück weiter gedreht, eine Pointe auf die nächste gesetzt, ohne daß dies jemals abgeschmackt wirkt. Dabei ging es Bierce augenscheinlich nicht um literarische Selbstbefriedigung oder l'art pour l'art, hinter den absurden Gags scheint die ganze Dekadenz und Brutalität der amerikanischen Gesellschaftsordnung, vulgo: Kapitalismus, auf, die Bierce schon zu seiner Zeit mit einer Klarheit wie wohl kein anderer seiner Zeitgenossen gesehen hat.
Kurz und gut: ein absolut lesenswertes Buch, ein empfehlenswerter Autor!
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