Hallo zusammen,
ich gebe es zu, ich lese gerne Fantasy und Sci-Fi Bücher. Aber warum? Und warum ist das eigentlich so "verschmäht"?
Erstmal kurz zu mir. Ich war als Jugendlicher (so zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr), sowohl Rollenspieler, Tabletopspieler und auch Fantasybuchleser. Von Drachenlanze bis Scheibenwelt habe ich alles verschlungen.
Aber wie das Leben nunmal so spielt, kamen dann irgendwann mal andere Dinge die wichtiger wurden. Alle drei Hobbys wurden beiseite gelegt, der alte Freundeskreis hat sich zerschlagen und vergessen war das, was man so als "Jugendlicher" getan hat.
Einige Jahre später, die Schule, Ausbildung, Bundeswehr etc. ist vorbei, das Reguläre Arbeitsleben hat mich gefangen genommen. Ich bin 23 und wohne seit 2 Jahren mit meiner Freundin zusammen, da kommt mir die Idee, man könnte ja mal ein Buch lesen. Jetzt hat man ja ab und an mal Zeit dafür.
Ich fange also an zu lesen, Krimis, Thriller (gerne mit Verschwörungstheorienhintergrund). Auf dem Weg zur Arbeit, Abends vorm schlafen. Alles ganz in Ordnung als Ablenkung. Dann, eines Tages, auf der Suche nach einem neuen Buch, fallen sie mir wieder ein. Fantasybücher. Aber kann ich das jetzt noch lesen? Ich bin doch jetzt 24, dass sind doch Kinderbücher. Aber schaden kann ein Versuch ja nicht. Ich kaufe mir zum ersten mal wieder ein Fantasybuch und bin begeistert. Vergessen sind alle anderen Arten von Büchern. Natürlich lese ich auch noch andere Bücher, aber keins kommt an gute Fantasybücher ran. Natürlich gibt es auch schlechte Fantasybücher, aber im großen und ganzen gefallen mir Fantasybücher einfach viel besser als alles andere.
Ich bin jetzt bald 28 und lese immer noch unheimlich gerne Fantasy. Ein Ende kaum in Sicht
Aber warum ist Fantasy so "verschmäht"?
Ich habe da einige Theorien gehört, aber für mich trifft keine zu.
1. Fantasy Leser entfliehen ihrer tristen Realität und sehen sich selbst in den Helden der Bücher.
Ein Funken davon ist sicher wahr, aber das bezieht sich doch auf alle Leute die lesen oder Filme sehen. Jeder läßt sich in die Geschichte hineinziehen. das hat meiner Meinung nichts mit Fantasy im speziellen zu tun.
2. Fantasy Leser sind dicke ungepflegte männliche Freaks, die nur im Drachen T-Shirt rumlaufen und sich am Wochenende mit Plastikschwerter prügeln.
Ähm, nein das trifft absolut nicht auf mich zu. Ich würde mich eigentlich als ziemlich durchschnittlich bezeichnen (Bürojob, Hygienefreak, langjährige Freundin, keine Drachen, Elfen etc. an den Wänden oder sonst wo ... von meiner Tattooleidenschaft mal abgesehen wohl also total 0815)
3. Fantasy Bücher sind für Kinder.
Oh, also wenn mein Kind irgendwann mal mit 10 oder so ein Fantasybuch lesen wollen würde, das würde ich vorher wohl erstmal gut prüfen müssen. Was da Teilweise an Blut spritzt, dass gebe ich keinem Kind in die Hand.
4. Fanatsy Bücher sind einfach schlecht geschrieben.
Ich weiß nicht ob ich da so Objektiv sein kann, aber ich konnte da wirklich keinen Unterschied zwischen Fantasy und anderen Romanen ausmachen. Es gibt hüben wie drüben gute und schelchte Autoren.
5. Fantasy Bücher sind unrealistisch
Klar sind sie das. Genauso wie Blaue 2,30 Meter Aliens, die zehntausendste unter Shizophrene oder unter Amnesie leidende Romanfigur, Actionhelden die mit jedem Schuss treffen wenn neben ihnen ca. eine Milliarde Kugeln ins leere gehen und so weiter und so fort. Trotzdem werden Filme/Bücher mit diesen Inhalten von den Massen geliebt.
Ich will jetzt ja nicht jeden dazu bringen Fantasy Bücher zu lesen (ich habe eine innere - mir unerklärliche - Abneigung gegen populären Mainstream und wenn jetzt alle Fantasy lesen würden, würde ich am Ende noch die Lust dran verlieren) aber warum verkauft sich Fantasy so schlecht? Fantasy ist so gut wie nie in der Spiegel Bestseller Liste vertreten, Skandinavische Thriller sind da jedoch mit einem Dauer-Abo ganz oben mit dabei.
So, jetzt aber genug getextet. Den Blaugrünen Faden habe ich eh schon lange verloren, wiedergefunden und angezündet. Wie steht Ihr zur Fantasy? Eure Meinungen würden mich interessieren