delirium aktualisiert
[amor delrira nervosa]
In Delirium geht es um ein Mädchen namens Lena. Sie lebt in der Zukunft in Portland, Amerika, in einer Welt, in der die Liebe als eine Krankheit gilt, die beseitigt werden muss. Die Menschen haben Angst vor den Konsequenzen der Liebe und machen sie für alles verantwortlich, was in der Geschichte schief gegangen ist. Stücke wie „Romeo und Julia“ gelten als Lehrstücke, die beweisen, wie gefährlich die Liebe ist. Lenas Mutter und ihre ältere Schwester waren von amor delrira nervosa betroffen, umso mehr freut sich Lena auf den heilenden Eingriff, der normalweise mit einem Alter von 18 Jahren erfolgt. An dem entschiedensten Tag in ihrem Leben, an dem sie endlich endgültig von der Liebe befreit wird, kommt es zu einem merkwürdigen Zwischenfall, sodass ihr Termin verschoben werden muss. Währenddessen sieht sie Alex, trifft sich danach immer mal wieder scheinbar zufällig und fühlt sich von ihm sehr angezogen. Lena nimmt ihre Gefühlsausbrüche in Kauf und möchte sich mit ihm treffen – schließlich ist Alex ein Geheilter und das Kontaktverbot von Jungen und Mädchen gilt somit nicht mehr. Doch nach und nach findet sie heraus, dass ihr Leben, Alltag und Weltverständnis gar nicht so sehr der Wahrheit entspricht: Alex ist gar nicht geheilt, unter den Geheilten gibt es viel mehr Sympathisanten als angenommen und schließlich erfährt sie, dass ihre für tot erklärte Mutter noch lebt. Damit bricht alles zusammen, was Lena je gewusst und geglaubt hat und schließlich stellen sich ihr viele Frage: ist die Liebe überhaupt so schlecht? Soll sie mit Alex fliehen? Was wussten ihre Tante und ihre Schwester über den angeblichen Tod ihrer Mutter? Wo ist ihre Mutter? Wird sie sie jemals wieder sehen? . . .
Die Gestaltung des Buches finde ich insgesamt recht gut, vor allem die Idee, dass auf dem Cover überall „Liebe“ steht, finde ich echt gut. Das Mädchen hätte ich ungeschminkt gelassen – oder natürlicher – denn Lena, die damit dargestellt wird (?) – wird im Buch sehr viel schlichter und natürlicher dargestellt und somit passt das Mädchen auf dem Cover nicht so sehr zu der Geschichte wie beispielsweise das geschriebene „Liebe“. Auch das Glitzer unter dem Schutzumschlag ist vielleicht eine Spur zu dick aufgetragen ^^.
Der Schreibstil Lauren Olivers ist sehr gut und leicht verständlich, er ist locker und sehr bildhaft. Das Buch ist aus der Sicht von Lena geschrieben, sodass es sehr leicht ist, in das Buch und die Umstände des Geschehens reinzukommen und zu verstehen, warum sie wann wie handelt, fühlt usw..
Mir persönlich hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es ist sehr schön geschrieben und berührt einfach das Herz – Sätze wie:
„Du weißt doch, dass man nicht glücklich sein kann, ohne manchmal auch unglücklich zu sein, oder?“;
„Es bringt mich um, es bringt mich um, es bringt mich um. Und es ist mir egal.“ oder
„Schnappschüsse, Momentaufnahmen, einzelne Augenblicke: so zerbrechlich, schön und hoffnungslos wie ein einsamer Schmetterling, der gegen heraufziehenden Wind anflattert.“
beschreiben meiner Meinung nach mit am besten die Stimmung im Buch. Es ist sehr leicht, mit Lena zu fühlen, lieben, lachen und weinen, ihre Sicht, Gedanken und Gefühle werden richtig gut und detailliert beschrieben, noch dazu hat sie eine Persönlichkeit, mit der man sich einfach identifizieren kann: sie ist nicht ganz groß, nicht ganz klein, nicht dick, nicht dünn, nicht hübsch, nicht hässlich. Lena ist nichts ganz, nicht Frau oder Mädchen oder sonst irgendwas – und dass macht sie für Jugendliche wohl auch so empfänglich: das Gefühl, nirgendswo ganz dazu zugehören greift ein Thema der Realität auf und macht das Buch noch liebenswerter, emphatischer, lesenswerter. Außerdem finde ich, dass in dem Buch das Thema behandelt wird, was wirklich wichtig im Leben ist: Sicherheit oder Gefühle, Beständigkeit oder Emotionen, geheilt werden oder lieben, was mir sehr gut gefallen hat.
Ich würde das Buch vor allem Mädchen ab ca. 12 Jahren empfehlen, Panem-Fans und allen, die neugierig sind auf eine neue Zukunftsfantasie und eine schöne Liebesgeschichte ( =
Viel Spaß beim Lesen!