Rezension vom 25.03.2013
(22)
Ich dachte an alles, was man einander je sagt, und ich dachte daran, dass jeder sterben muss, ob in einer Milisekunde oder in Tagen oder Monaten oder, wenn man gerade geboren worden ist, in 76,5 Jahren. Alles, was geboren ist, muss sterben, und das heißt, dass unsere Leben wie Wolkenkratzer sind. Der Rauch steigt unterschiedlich schnell auf, aber alle stehen in Flammen, und wir sitzen alle in der Falle.
In Extrem laut und unglaublich nah erzählt Jonathan Safran Foer, die Geschichte von Oskar Schell, der seinen Vater in den Anschlägen des 11. September verloren hat und unbedingt rausfinden möchte, warum sein Vater sich ausgerechnet an diesem Tag dort aufgehalten hat. Ich muss zugeben, mir ist es anfangs etwas schwer gefallen mich in Oskars Welt einzufinden. Für einen 9 jährigen weiß er schon ziemlich viel. Er hat ein "Was-ich-schon-erlebt-habe-Album" und eine eigene Visitenkarte. Trotz einiger Startschwierigkeiten, war ich dann so ab der 150. Seite in der Geschichte drin und hatte mich an den etwas anderen Schreibstil gewöhnt. Gut es ist größtenteils aus der Sicht eines 9-jährigen geschrieben, aber dennoch ist es schön geschrieben und der Schreibstil hat mich irgendwie fasziniert. Die ganze Geschichte hat mich fasziniert. Es geht um Familie, Liebe und Verlust- Natürlich auch um die Verarbeitung des Verlustes, vorallem von Oskar, (der alles immer krass oder hammerhart findet!). Im Buch sind zwischendurch immer Fotos aus Oskars Album, die er mit der Kamera seines Opas gemacht hat, was ich sehr erfrischend fand. Foer stellt in der Geschichte das Schicksal der Familie Schell dar, die den geliebten Ehemann,Vater und Sohn verloren hat, wie es auch wirklich hätte sein können. Ich glaube, es ist nicht unrealistisch,dass es manchen Familien wirklich so ging. Alles in allem kann ich nur sagen, dass es ein unglaublich tolles Buch ist, was fasziniert und irgendwie anders ist. Es hat hier und da auch ein paar Schwächen, manchmal war ich etwas verwirrt , und ich hab etwas gebraucht um mich einzufinden, aber dennoch vergebe ich 4 Sterne!
Mehr
Weniger
0 Kommentare