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Rezension vom 27.01.2013 (12)
===Die Einleitung:===
Ich konnte mein Glück kaum fassen, als ich las, dass zwei Exemplare des Fantasydebüts „Harpyienblut“ der Autorin Daniela Ohms als Wanderbücher zur Verfügung gestellt werden und es dafür noch freie Plätze gab.
Begleitend zur Wanderbuchrunde stand uns die Autorin Frage und Antwort, was mir sehr viel Freude bereitet hat.
===Die Autorin:===
Daniela Ohms wurde 1978 in Nordrhein-Westfalen geboren, wo sie auf einem Bauernhof aufwuchs.
Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Berlin-Kreuzberg.
Wenngleich ihre wahre Leidenschaft seit jeher der Urban Fantasy gilt, ergatterte sie 2010 den zweiten Platz des Agatha-Christie-Krimipreises.
Neben ihrer Tätigkeit als Autorin arbeitet sie als Lektorin in einer Literaturagentur.
Unter www.daniela-ohms.de erfahrt ihr mehr über die Autorin und ihre Werke.
Im Januar 2013 erschien ihr neuestes Buch „Der geheime Name“ unter dem Pseudonym Daniela Winterfeld.
Dieser Name ist ein Pseudonym der Autorin Daniela Ohms, die im Frühling 2012 mit „Harpyienblut“ ihr Romandebüt gegeben hat.
Unter ihrem bürgerlichen Namen schreibt die Autorin Jugendfantasy. Unter dem Pseudonym Daniela Winterfeld erscheinen ab Januar 2013 ihre Fantasybücher im Erwachsenenbereich.
===Fakten zum Buch:===
Das gebundene Taschenbuch erschien im März 2012 bei Schwarzkopf & Schwarzkopf.
Das Buch umfasst 448 Seiten und ist im Buchhandel für 16,95 Euro zu haben.
===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des gebundenen Taschenbuches wurde in dunklen Farbtönen gestaltet.
Im Zentrum des Covers sieht man ein rosafarbenes Ei, dessen Schale in der Mitte zerbrochen ist.
Drei Finger einer kleinen Menschenhand schauen daraus heraus.
Das Ei befindet sich in einer Art Nest.
Um es herum sieht man einen grauen Nachthimmel und viele dunkle Blätter.
Über diesem Bild steht in weißen Buchstaben der Name der Autorin.
Unter dem Bild steht in großen weißen Druckbuchstaben der Titel des Buches.
Die Rückseite des Buches zeigt einen grauen Nachthimmel und viele dunkle Blätter, in deren Mitte man den Klappentext in Form eines Eis findet.
Mir gefällt die Gestaltung des Buches sehr gut.
Die düsteren Farben passen sehr gut zur Geschichte und mit dem Harpyienei auf dem Cover wurde ein Bild aus dem Prolog gewählt.
Sehr schön finde ich auch die passende Gestaltung der
Buchrückseite und die Schwarz-Weiß-Zeichnung des jungen
Harpyienmädchens.
===Der Verlag über das Buch:===
Anders als viele andere Teenager verbirgt Lucie ihren Körper
nicht aus Scham, sondern weil sie Angst hat, dass es sie ihr
Leben kostet, wenn jemand von ihrem Geheimnis erfährt:
Die 18-Jährige besitzt Flügel, die aussehen wie die eines
Raubvogels.
Was für ein Wesen sie ist und woher sie stammt, hat sie bisher jedoch nicht herausfinden können.
Aber der finstere Sergej aus ihrem Volleyballverein weiß mehr.
Und auch der unheimliche Junge mit den Schmetterlingsflügeln, der sie nachts beobachtet, kennt Lucies wahre Bestimmung:
Sie soll die Seelen toter Kinder durchs Jenseits begleiten.
Als Lucie schließlich gezwungen ist, sich ihrer grausigen Aufgabe zu stellen, muss sie fürchten, nun bald kein Mensch mehr zu sein…
===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Ich schlage das Buch auf und betrachte die schöne Schwarz-Weiß-Zeichnung der geflügelten Lucie, dann beginne ich damit, den Prolog zu lesen.
Er führt mich in eine kleine Wurzelhöhle mitten im Wald.
Aasgestank erfüllt die Luft und in seiner Mitte befindet sich eine Braut des Windes.
Sie wärmt ihr Ei und das nun schon seit fast neun Monaten.
Sofort muss ich an ein menschliches Baby denken und frage mich, wie lange es wohl dauert, bis ein Vogeljunges ausgebrütet wird.
Die jahrtausende alte Braut des Windes unterdrückt jeden Laut, um das Kind nicht auf ihre Stimme zu prägen.
Sie würde es gerne bei sich behalten und mit in den Schwarm nehmen, doch das wäre sein sicherer Tod, denn die Todesharpyien würden das Kleine töten.
Es ist ein Mischblut, nur zur Hälfte von ihrer Art.
Die Vogelmutter möchte ihr Kind in die Obhut einer Frau namens Maria geben, die in einem Haus am Waldrand wohnt.
Das Kind soll auf die andere Mutter geprägt werden, um zu überleben.
Mir tut die Braut des Windes Leid.
Sie führt ein Leben ohne Liebe und muss ihr eigenes Kind von sich fernhalten, um es nicht zu gefährden.
Die Vogelmutter lässt ihr Kind voller Schmerz im Wald zurück und wagt es nicht einmal, es anzusehen.
Maria findet das Ei, aus dem das Baby schlüpft im Wald.
Sie nimmt das geflügelte Baby zu sich und zieht es wie ihr eigenes Kind auf.
Ich frage mich, was aus der Vogelmutter geworden ist und bewundere Maria für ihre Selbstlosigkeit.
Nach dem aufwühlenden Prolog beginnt nun die eigentliche Geschichte.
Ich lerne die 18-jährige Schülerin Lucie kennen, die mit ihrer besten Freundin Emilia an einem Volleyballturnier teilnimmt.
Beide Mädchen verbindet eine tiefe Freundschaft und jede von ihnen ist voller Träume und Sehnsüchte.
Sie sind eingebunden in ihre Familien und in das Leben als Schülerinnen, doch ihre Schicksale heben sich von denen ihrer Altersgenossinnen ab.
Emilia hat große Pläne für die Zukunft und zählt dabei auf Lucie.
Nicht einmal sie weiß die Wahrheit über Lucie.
Lucie verfügt über einige ganz besondere Fähigkeiten und mir wird schnell klar, dass sie das inzwischen erwachsene Mädchen aus dem Prolog ist.
Ihre Fähigkeiten bringen Lucie zwar viele Vorteile, doch sie muss vorsichtig sein.
Nicht auszudenken was passieren würde, wenn ihre Flügel sich tatsächlich entfalten würden oder jemandem auffällt, wie hoch Lucie wirklich springen kann.
Was für ein Wesen sie eigentlich ist, weiß Lucie zunächst selbst nicht.
Sie weiß nur, dass sie ihre Flügel und ihre Fähigkeiten um jeden Preis geheim halten muss und dafür erfindet sie die abenteuerlichsten Lügengeschichten.
Lucie hat aufgrund ihrer Andersartigkeit eine entbehrungsreiche Kindheit hinter sich und auch Marita hat es nicht leicht.
Marita tat mir oftmals ziemlich Leid und ich hätte mir gewünscht, dass sie aus ihrer auswegslosen Situation entfliehen könnte.
Niemand scheint etwas über Lucies wahre Herkunft zu wissen,
außer dem düsteren Sergej, zu dem Lucie sich auf seltsame Weise hingezogen fühlt.
Im weiteren Verlauf der Geschichte lerne ich Jean, den Schmetterlingsmann kennen, der Lucie pausenlos beobachtet.
Er weiß einiges über Lucie und war mir anfangs ziemlich suspekt.
Lucie fühlt sich auch von ihm angezogen, hat aber gleichzeitig Angst vor ihm.
Ist er Freund oder Feind?
Was für ein Wesen ist er und welche Absichten hat er mit Lucie?
Lucie verwandelt sich nach und nach immer mehr und muss schließlich ihrer Bestimmung folgen.
Die Seelen toter Kinder ins Jenseits zu begleiten ist eine Aufgabe, an der sie fast zerbricht.
Ihr Körper verändert sich, ihr Charakter ebenso und mehr als ein Mal legt sie Verhaltensweisen an den Tag, die für Umstehende erschreckend sein müssen.
Ein Glück, dass sie Freunde wie Emilia und Sergej hat, die alles in ihrer Macht stehende tun, um ihr zu helfen.
Emilia hat selbst kein einfaches Schicksal.
Sie erlebt ihren persönlichen Albtraum und entgleitet Lucie immer mehr.
Mit Hilfe ihrer Freunde begibt sich Lucie auf die Spur der Geschichte der Harpyien und erfährt so einiges über Hungerharpyien, Todesharpyien, Harpyien mit und ohne Seele und andere Wesen.
Als eine große Gefahr droht, wird die Freundschaft der drei auf eine harte Probe gestellt.
Werden sie der Gefahr trotzen?
===Mein Fazit:===
Geschichten über Vampire, Dämonen, Engel, Hexen usw. gibt es wie Sand am Meer, doch eine Geschichte über Harpyien ist mir vor „Harpyienblut“ bisher noch nie untergekommen.
Der Debütroman der Autorin Daniela Ohms ist nicht nur thematisch erfrischend anders als andere Bücher aus dem Genre, sondern auch was die Wahl seiner Protagonistin angeht.
Lucie ist kein hilfsbedürftiges weibliches Wesen, welches gerettet werden muss, sondern eine vielschichtige junge Frau voller Geheimnisse und Überraschungen.
Ihre Fähigkeiten sind ungewöhnlich und die körperlichen Auswirkungen ihrer Andersartigkeit wurden gut gewählt und erklärt.
Ihr Los ist kein einfaches und zum Glück hat sie mit Emilia und Sergej richtige Freunde an ihrer Seite, die für sie durch die Hölle gehen würden.
Lucie ist ein sehr interessanter Charakter und ich konnte es kaum erwarten, mehr über sie zu erfahren.
Ich war schnell mittendrin in ihrer Gedanken- und Gefühlswelt und war fasziniert von ihren Fähigkeiten.
Die Autorin beschreibt sehr anschaulich, wie sehr Lucie ihre Aufgabe mitnimmt und wie auch ihr Umfeld und ihre Freunde darunter leiden.
Sie lässt ihre Protagonisten ungewöhnliche Wege gehen und nimmt den Leser damit mit auf einen Streifzug durch Berlin und Umgebung.
Auch die Liebe und die Erotik kommen in diesem Buch keineswegs zu kurz.
Es bahnen sich mehrere zarte Bande an, doch auch diese sind nicht einfach gestrickt, sondern erstmal ziemlich verstrickt und sehr emotional.
Auch die Freundschaft ist in diesem Buch ein großes Thema.
Lucie und Emilia bilden anfangs eine Einheit, doch Geheimnisse und Veränderungen stellen das gegenseitige Vertrauen auf eine harte Probe.
Sergej ist zunächst einmal der merkwürdige, düstere Beobachter, der durch seine wie zufällig gewählten Sprüche und seine undurchsichtige Art eine düstere Aura der Bedrohung verstrahlt.
Nach und nach bekommt sein Charakter mehr Substanz und er wächst mir ziemlich schnell ans Herz.
Er hatte eine traurige Kindheit, ist unglücklich verliebt und das Leben meint es noch oft nicht gut mit ihm.
Viele Male leide ich mit ihm.
Sergej ist für einige Überraschungen gut.
Er studiert und ist sehr belesen.
Regale voller Bücher in verschiedenen Sprachen machen den Großteil seiner Wohnung aus.
Solche Männer gefallen mir!
Emilia ist ein interessanter Charakter, voller Überraschungen und emotionaler Tiefe.
Sie hat kein einfaches Leben, muss viel erdulden und ist trotzdem so stark.
Es gab Momente im Buch, als ich Lucie nahezu verabscheute und Emilia hingegen alles Glück der Welt gönnte.
Dann gibt es da noch Jean, den geheimnisvollen Schmetterlingsmann.
Was ihn angeht hat die Autorin ganze Arbeit geleistet.
Zunächst einmal war er mir unheimlich und wenig sympathisch.
Das Wissen über ihn setzte ich wie Puzzleteilchen zusammen und konnte mich doch nicht entscheiden, wie das Ganze am Ende aussehen sollte.
War er Freund oder Feind?
Bruder, Vater oder Monster?
Zu erfahren, wie Lucie, Jean, Emilia und Sergej am Ende miteinander verbunden sind, war für mich eine große Überraschung, die aber auch manches damit erklärbar machte.
Über all den Irrungen und Wirrungen hingen immer Gefahr und Tod wie eine stumme Drohung und ließen die Spannung gar nicht mehr nachlassen.
Durch geschickt in die Geschichte eingefädelte Details wurden mir als Leserin die Harpyien und ihre verschiedenen Unterformen näher gebracht.
Die Figuren in dem Buch beschäftigten sich jedoch nicht nur mit der Mythologie, sondern auch mit moralischen und philosophischen Fragen rund um die Themen Tod und Wiedergeburt.
Das Buch räumt mit Vorurteilen über Marzahn und Russlanddeutsche auf und erinnert nachdrücklich an die Missetaten der Nazis, welche mehrfach in dem Buch Erwähnung finden.
Die wechselnden Erzählperspektiven führten dazu, dass ich mir von Emilia, Lucie, Sergej und Jean ein genaues Bild machen kann und so ihr Denken und Handeln besser nachvollziehen konnte.
Es viel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen, denn einmal in der Geschichte drin, lässt sie einen nicht wieder los.
Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit den jeweiligen Pärchen weitergeht und ob sie es schaffen, der nahenden Bedrohung durch die Todesharpyien zu entgehen.
Immer wieder gab es neue Entwicklungen, neue Geheimnisse wurden und enthüllt und Zufälle, die vielleicht gar keine waren.
Das Ende war spannend bis zur letzten Seite und ließ für mich keine Fragen offen, außer die nach einer möglichen Fortsetzung.
Mit „Harpyienblut“ ist der Autorin ein wunderbar tiefsinniges, düster-melancholisches Meisterwerk gelungen und ich bin schon sehr gespannt auf ihre weiteren Werke.
Rezension vom 03.11.2012 (16)
===Die Einleitung:===
Neulich las ich eine Leseprobe zu „Wassermanns Zorn“ von Andreas Winkelmann.
Ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte weiter gehen wird und wenig später war mir die Losfee hold, weshalb ich nicht nur ein Leseexemplar des Buches gewann, sondern auch an der durch den Autor begleiteten Leserunde teilnehmen durfte.
===Der Autor:===
Andreas Winkelmann wurde am 5. Dezember 1968 in einem Dorf bei Niedersachsen geboren.
Er bezeichnet sich selbst als Outdoorfreak mit einem morbiden Charakter und schwarzem Humor.
Der Autor entdeckte schon in jungen Jahren seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten und las bevorzugt Bücher von Stephen King.
Mit "Blinder Instinkt" und "Bleicher Tod" eroberte er selbst die Bestsellerlisten.
Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in einem einsamen Haus am Waldesrand bei Bremen.
Wer mehr über den Autor wissen möchte, wird unter www.andreaswinkelmann.com fündig.
Unter www.stadtmagazin.com/preview/andreas_winkelmann findet ihr ein Interview mit dem Autor.
===Fakten zum Buch:===
Das broschierte Taschenbuch erschien im August 2012 beim Wunderlich-Verlag.
Der Thriller umfasst 416 Seiten und ist im Buchhandel für 14,95 Euro zu haben.
Das Buch gibt es außerdem noch als E-Book in der Kindle-Edition und als Audio-Book zu kaufen.
Wer möchte kann sich unter
www.youtube.com/watch?v=liJxxdHzU3U&feature=playerembedded
ein Video zum Buch ansehen.
Wer starke Nerven hat, kann sich unter
www.youtube.com/watch?feature=playerembedded&v=-4OmW22mM1k
ein Video ansehen, welches der Autor auf dem Gorreg zum Buch gedreht hat.
===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover zeigt einen dunklen See.
Der Himmel über dem See ist grau und wird von zahlreichen grellweißen Blitzen durchzogen, die an einer Stelle hinter dem See einschlagen.
Auf der Oberseite des Covers steht in schmalen schwarzen Druckbuchstaben der Name des Autors.
Im Zentrum des Blitzes steht in blutroten Lettern der Buchtitel, dessen Buchstaben in der Mitte sichtbar von einem gleißenden Blitz durchbrochen werden.
Ein sehr schönes Detail, welches mich immerzu dazu verleitet über das Cover zu streichen, sind die fühlbar hervorgehobenen Buchstaben des Titels.
Ansonsten ist das Buchcover angenehm glatt.
Es wirkt durch die Farbwahl sehr düster und ein Hauch von Tod und Gefahr liegt in der Luft.
Intensiviert wird dieser Eindruck durch die blutroten Buchstaben und den Titel des Thrillers.
Schön finde ich, dass man die blutroten Buchstaben und den grellen Blitz auch auf der Rückseite des Buches findet.
In dem kurzen Text auf der Buchrückseite wird nicht zu viel verraten und die Neugier auf das Buch steigt....
===Der Verlag über das Buch:===
Er will dich spüren.
Wie du dich windest.
Wie du zuckst. Wie du stirbst.
Er ist der Wassermann.
Und er will mit dir tanzen.
Manuela Sperling ist neu bei der Polizei.
Gleich an ihrem ersten Tag muss sie sich mit dem grausigen Mord
an einer Prostituierten befassen, deren Leiche eingekeilt zwischen Baumwurzeln im seichten Teil des Flusses liegt - ertränkt.
Auf dem Bauch der Toten finden die Spurensicherer eine grausige Botschaft, gerichtet an Manuelas Chef, Kriminalhauptkommissar Stiffler.
Manuela muss erkennen, dass ihr Eifer nicht von allen im Präsidium gern gesehen wird.
Da ertrinkt erneut eine Frau, direkt vor ihren Augen.
Eine unsichtbare Macht zieht sie auf den See hinaus und unter die Wasseroberfläche
Und Stiffler dreht durch…
Der neue Thriller von Bestsellerautor Andreas Winkelmann,
dem Autor von >>Blinder Instinkt>Bleicher Tod<<.
===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Das Buch beginnt mit einer Passage, die den Titel "Vorher" trägt.
Die Passage handelt von einer Frau, die benommen von einem Schlag auf den Hinterkopf nackt in der eigenen Badewanne erwacht und über die Haare im Abfluss nachdenkt.
Zwei kräftige Hände drücken sie unter Wasser und mir drängt sich sofort das Bild eines Mannes auf.
Er hat die Frau entkleidet und versucht sie zu ertränken.
Mein Herz schlägt schneller, als es ihr fast gelingt sich zu retten.
Doch dann wird ihre Nase gebrochen und sie verliert den Todeskampf.
Bevor sie starb dachte sie noch über die Haare von ihr und einer anderen Frau nach, die genauso verflochten sind, wie ihre Leben.
Die ganze Szene lässt mich schaudern.
Grausam und bedrohlich so ein Tod in der eigenen Badewanne und niemand ist da, der dir helfen kann.
Keiner sieht deine Bemühungen dich zu retten, niemand bekommt deine letzten Gedanken mit und die trügerische Sicherheit deines Zuhauses verwandelt sich in eine tödliche Falle...
Gerade die Badewanne, die für mich eigentlich ein Ort der Entspannung ist.
Ein Ort, an dem ich den Alltagsstress hinter mir lasse und ein gutes Buch lese.
Ich frage mich, wer die Tote ist und wer sich hinter der Frau verbirgt, an die sie denkt.
Wer ist der Mörder und was ist sein Motiv?
Ehe ich das erfahren kann, beginnt ein neuer Handlungsstrang.
Nun befinden wir uns im "Jetzt".
Kriminalhauptkommissar Eric Stiffler wird via Telefon gefragt, ob er Lust hat zu baden.
Dann sagt der Anrufer zu ihm, dass eine Sie badet und dass diese tot ist, wenn er sie nicht findet.
Die Nummer unter welcher der Anrufer sich gemeldet hat, gehört zu einer Frau, welche Stiffler unter Werkstatt gespeichert hat.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Stiffler ihr sehr nahe stand.
Wurde sie am Ende womöglich sogar seinetwegen getötet?
Nun wechselt die Perspektive.
Eine Frau Mitte zwanzig namens Lavinia Wolff befürchtet, dass ein bestimmter Mann sie gefunden hat.
Ich frage mich, was ihr passiert ist und welche Verbindung es zwischen Lavinia, Stiffler und der toten Frau gibt.
Auf dem Heimweg fühlt sie sich beobachtet, verfolgt.
Erinnerungen an einen See und einen Kopf steigen in ihr hoch.
Was hat das zu bedeuten?
Sie flieht und ich frage mich, wer sie ist und warum sie verfolgt wird.
In ihrer Not wendet sie sich an den Taxifahrer Frank Engler, der ein dunkles Geheimnis zu verbergen scheint.
Sowohl sein Berufsleben, als auch sein Privatleben erweisen sich als ziemlich aufregend.
Er wird ein wichtiger Vertrauter für Lavinia.
Diese bemerkt den Wassermann nicht, dabei ist er ihr gefährlich nahe...
Sie flieht an einen Ort, der auch ihm gut bekannt ist.
Dort laufen alle Fäden zusammen, seine und ihre.
Die 25-jährige Manuela Sperling ist aufgeregt, denn ihr steht ein Gespräch mit dem Polizeichef Hans Bender bevor und Eric Stiffler, der Leiter des Morddezernats wird Manuelas Vorgesetzter sein.
Die schusselige Manuela ist ziemlich durch den Wind und gerade das macht sie in meinen Augen besonders sympathisch, weil ich genauso bin…
Während seine zukünftige Praktikantin ihren Dienst antritt, geht Eric Stiffler dem geheimnisvollen Anruf auf den Grund.
Wo hat der Mörder die Leiche hingebracht?
Ein weiterer Anruf bringt schreckliche Gewissheit.
Was für ein krankes Spiel spielt der Mörder mit Stiffler?
Stiffler fährt mit Manuela an den Ort, den ihm der geheimnisvolle Anrufer, der sich der Wassermann nennt genannt hat und findet eine Frauenleiche vor.
Die Mordkommission Ufer wird geboren.
Manuela hat es nicht leicht mit ihrem neuen Vorgesetzten.
Stiffler geht ziemlich rüde mit Manuela um.
Er wird mir langsam immer unsympathischer.
Offenbar ist er der Auffassung, dass Frauen in seinem Beruf nichts zu suchen haben.
Der Kriminalhauptkommissar ist ein totaler Macho und hat einige private Schicksalsschläge hinter sich.
Er ist psychisch labil und ein Trinker.
Manuela muss während der Ermittlungen nicht nur viel einstecken, sondern auch vollen Körpereinsatz bringen und all ihr Können unter Beweis stellen.
Frank, der inzwischen über Lavinias Verfolger Bescheid weiß, ist außer sich vor Sorge, denn Lavinia ist verschwunden und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Wird die Polizei ihm rechtzeitig helfen können?
Ich komme fast um vor Spannung...
Dem Wassermann gefällt es, Menschen im Augenblick größter Erleichterung und Euphorie die Hoffnung zu nehmen.
Aus irgendeinem persönlichen Grund will er Rache an Stiffler nehmen und lässt diesem Botschaften zukommen, bevor er Frauen während seinem Tanz unter Wasser tötet.
In kursiv geschriebenen Rückblenden erfahre ich mehr über sein Leben, seine kaputte Psyche, seine Vorstellungen und seine Morde.
Der Wassermann fühlt sich in seinem See Gorreg in seinem Element.
Hier fühlt er sich zu Hause, hier kann er mit seinen Opfern tanzen, bis sie sterben.
Während ich von seinen Taten lese, packt mich das kalte Grauen und ich verspüre wenig Lust, in einem dunklen Badesee, bei dem man den Grund nicht sieht zu baden.
Wer weiß, ob sich nicht vielleicht doch etwas Verstecktes, Bedrohliches in seiner Tiefe verbirgt und nur darauf lauert, mich am Bein zu packen und hinab in die Tiefe zu ziehen?
Es fällt mir schwer weiterzulesen, wenn der Wassermann gerade mordet.
Mich packte das nackte Grauen, als ich mir die hilflosen Frauen mit diesem gestörten Mann vorstellte.
Die Ereignisse überschlagen sich und mehr als ein Leben ist in Gefahr.
Manuela muss sich die Frage stellen, wem sie noch trauen kann und über allem verrinnt die Zeit bis zum nächsten Mord erschreckend schnell.
Hilfe kommt von unerwarteter Seite und als schließlich das Ende des Buches naht, kann ich es vor Neugier und Aufregung kaum aushalten.
Der Schreck der Geschehnisse sitzt mir noch in den Knochen und trotzdem giere ich nach einer Auflösung.
Wer hat überlebt? Wer musste sterben?
Gibt es ein Happy End?
Das Nachwort offenbart die Nahtoderfahrung des Autors im Wasser und erzählt von einer Berührung am Bein.
Es schließt mit zahlreichen Danksagungen ab.
===Mein Fazit:===
Ich bin in "Wassermanns Zorn" eingetaucht, habe das Buch vor dem Schlafen gehen und in der Mittagspause gelesen.
Es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen, weil es sehr spannend ist und mich mitten ins Geschehen hineinzieht!
Das Buch wurde sehr flüssig geschrieben und ich war sofort mittendrin in der Handlung.
Die ständig wechselnden Perspektiven sorgten dafür, dass ich die verschiedenen Charaktere des Buches kennen lernte und sowohl Sympathien als auch Abneigungen für sie entwickelte.
Sie halfen mir dabei, die jeweiligen Personen und ihre Motive besser zu verstehen und in ihre Gedankenwelt einzutauchen.
Manuela war mir sympathisch.
Die schusselige Berufsanfängerin entpuppte sich als ziemlich taff und bewies eine gute Kombinationsgabe und eine robuste Natur.
Die Pathologin Dr. Nina Vossfeld war mir ebenso sympathisch.
Sie machte einen freundlichen und ehrlichen Eindruck und hatte keine Scheu ihre Meinung offen kundzutun.
Stiffler empfand ich als ignorant und selbstgefällig.
Er hatte sicher kein leichtes Los mit seiner traumatisierten Frau und allem Drumherum, aber sein Charakter hat sich zu sehr ins Negative entwickelt, als dass ich ihm Sympathien hätte entgegen bringen können.
Er ist der Typ Mann, den man am Liebsten durchrütteln und ihm mal so richtig die Meinung sagen würde.
Nielsen war mir anfänglich sehr sympathisch und ich hatte Mitleid mit ihm.
Im weiteren Verlauf des Buches sorgte er noch für einige Überraschungen.
Frank tat mir ziemlich Leid.
Von seiner Krankheit hatte ich zuvor noch nie gehört.
Das muss ja schrecklich sein!
Als er Lavinia eine traurige Geschichte aus seinem Leben erzählte und Stück für Stück aufzeigte, welchen Konsequenzen seine Krankheit für ihn hat, konnte ich nur mühsam die Tränen zurückhalten.
Lavinia wuchs mir schnell ans Herz.
Sie lebte für ihren Traum und trotz all der Ängste und der Trauer war sie eine Kämpferin.
In mehr als einer Szene bewies sie, dass sie nicht auf den Mund gefallen ist und das gefiel mir sehr gut.
Die jeweiligen Perspektivwechsel wurden immer an besonders spannenden Stellen im Buch vollzogen, sodass ich schnell weiter las, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergehen wird.
Besonders der kursive Text über den Wassermann, seine Motive und seine Identität nahmen mich gefangen.
Immer wieder fragte ich mich, wie aus ihm der Mensch werden
konnte, der er nun war.
Während der Lektüre habe ich mich erschrocken, habe mich geekelt, hatte ich Mitleid, habe ich mitgefiebert und geträumt, bin falschen
Fährten gefolgt und habe gehofft und gebangt und noch lange
nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte beschäftigte es mich.
Ich ärgerte mich darüber, falschen Fährten gefolgt zu sein und
Theorien aufgeworfen zu haben, die nicht im Ansatz stimmten.
Hier hatte der Autor geschickt Szenarien entworfen, die den Leser
in die Irre führen und auch seine Ermittler, allen voran Manuela,
tappen lange Zeit in die falsche Richtung.
Umso überraschender war dann das Ende des Buches, welches mich schaudernd zurück ließ und mir bewies, dass auch Bücher ohne Happy End einen immensen Reiz ausüben können.
Der Autor deutet an, dass es ein Wiedersehen mit Personen aus dem Buch geben könnte und ich hoffe darauf.
Bis dahin werde ich auf jeden Fall seine anderen Bücher lesen, denn mit „Wassermanns Zorn“ hat er mich von seinem Können absolut überzeugt.
Ich habe selten einen Thriller gelesen, bei dem ich so mitgezittert habe und der so spannend und voller falscher Fährten war, dass ich sogar nach dem Ende der Lektüre noch offene Fragen hatte.
Rezension vom 17.06.2012 (25)
===Die Einleitung:===
Neulich las ich eine Leseprobe zu „Fünf“ von Ursula Poznanski.
Von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gelesen und war sehr gespannt auf ihren Schreibstil.
Die Leseprobe war sehr flüssig geschrieben und ich habe schnell Feuer gefangen.
Geocaching mit Leichenteilen, so etwas war mir noch nie untergekommen und hörte sich spannend an.
Ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte weiter gehen wird und wenig später war mir die Losfee hold, weshalb ich nicht nur ein Leseexemplar des Buches gewann, sondern auch an der durch die Autorin begleitete Leserunde teilnehmen durfte.
===Die Autorin:===
Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universitäten und landete schließlich als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag.
Nach dem fulminanten Erfolg ihres Jugendromans "Erebos" widmet sie sich nun hauptsächlich dem Schreiben.
Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.
Mehr zur Autorin : www.ursula-poznanski.at
===Fakten zum Buch:===
Das gebundene Taschenbuch erschien im Februar 2012 beim Wunderlich -Verlag.
Der Thriller umfasst 384 Seiten und ist im Buchhandel für 14,95 Euro zu haben.
Das Buch gibt es außerdem noch als E-Book in der Kindle-Edition und als Audio-Book zu kaufen.
Wer möchte, kann sich unter http://www.youtube.com/watch?v=t9TY_prf45M ein Video zum Buch ansehen.
===Die Gestaltung des Buches:===
Mein erster Eindruck gilt dem Cover des Buches, denn das ist es, was mir als Betrachterin zumeist als Erstes ins Auge fällt und ich muss sagen, das Cover passt gut zum Buch.
Die Geschichte spielt in einer trügerischen Idylle und diese Atmosphäre wird durch die von einem Zaun gesäumte, verschwommen dargestellte Wiese gut eingefangen.
Der dunkle Zaun mit fünf Latten und der Rabe oder die Krähe darauf geben der Szenerie etwas Düsteres, Unheilvolles und geben schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf, was den Leser des Buches erwartet.
Der auf dem Zaun sitzende schwarze Vogel glänzt sehr schön und hebt sich fühlbar vom restlichen Bild ab.
Ebenso verhält es sich mit dem Titel „Fünf“ dessen Buchstaben sich blutrot vom restlichen Bild sowohl farblich als auch von der Gestaltung merklich abheben.
Der Name der Autorin und das Genre des Buches sind zwischen den Zaunlatten versteckt.
Der Titel des Buches ist gut gewählt.
Wer das Buch noch nicht gelesen hat, kann in den Titel viel hinein interpretieren und auch dem Leser selbst wird erst im Laufe des Buches klar, warum es diesen prägnanten Titel trägt.
Auf der Rückseite des Buches findet man eine kurze Inhaltsangabe, welche ich weiter unten wiedergeben werde.
Die Rückseite passt in Design, Schriftart und Schriftfarbe sehr gut zum Cover des Buches.
===Der Verlag über das Buch:===
Thanks for the hunt…
Du bist fündig geworden.
Rätselaufgaben, deren Lösung Koordinaten sind.
In Plastikbehälter verpackte Leichenteile.
Zeugen, die nach der Befragung sterben.
Es ist eine blutige Version des Geocaching, eine grausige Jagd,
auf die sich die Salzburger Ermittlerin Beatrice Kaspary einlassen
muss.
Der Fall scheint unlösbar.
Und plötzlich wird sie selbst zur Beute.
===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Das Buch beginnt mit einem erschreckenden Prolog:
Ein gefesselter Mann, dem das linke Ohr fehlt, sitzt auf einem Stuhl und fleht stumm um sein Leben.
Eine Sie namens Nora scheint ihn zu kennen und offenbar tötet sie ihn.
Sie schluchzt, weint, daher vermute ich, dass sie den Mann nicht freiwillig tötet.
Sie schien es nicht aus freien Stücken zu tun, sondern eher so, als müsse sie sich zwischen ihrer beider Leben entscheiden.
Wer ist dieser Mann und warum muss er sterben?
Was verbindet die Beiden miteinander?
Wer hält sie gefangen?
Warum sind sie in dieser auswegslosen Lage?
Nun beginnt die eigentliche Geschichte.
Anstelle eines Kapitels stehen Koordinaten, das gefällt mir, denn es knüpft gleich eine Verbindung mit dem späteren Geschehen im Buch.
Mitten an einem idyllischen Ort, einer Kuhweide im Grünen entdecken die grasenden Kühe eine Frauenleiche und machen einen Bogen um sie.
Es dauert nicht lange und ein Bauer findet die tote Frau und meldet seinen grausigen Fund der Polizei.
Wir machen einen Schwenk zu Beatrice Kaspari und Florin Wenninger, ihres Zeichens Kollegen bei der Polizei.
Während Beatrice der Stress in Person zu sein scheint, ist Florin der ruhige, ausgleichende Kollege, der Beatrice wieder auf den Boden der Tatsachen bringt und sie umsorgt.
Mit Beatrices Alltagsleben möchte man nicht tauschen.
Sie schafft den Balanceakt als alleinerziehende Mutter und berufstätige Frau gerade noch so.
Neben ihrem stressigen Berufsalltag wird sie von ihrem Ex-Mann Achim mit ständigen Anrufen und Drohungen terrorisiert, der siebenjährige Sohn Jakob macht immer wieder Ärger in der Schule und auch die kleine Mina will versorgt werden.
Nun soll sie auch noch das Klassenmaskottchen ersetzen und gleichzeitig ihren Dienst nach Vorschrift leisten - Stress pur.
Kein Wunder, dass sie die Kinder immer öfter in die Obhut ihrer Mutter gibt, auch wenn diese dies nicht wohlwollend quittiert und sie auch noch kritisiert.
Achim wirkt auf mich recht unangenehm.
Warum die Beiden sich wohl getrennt haben?
Neben der vorwurfsvollen Mutter gibt es auch noch Druck vom Vorgesetzten namens Hoffmann, der auf die neuesten Berichte und Ergebnisse wartet und ihren Laptop regelmäßig mit Post-Its zupflastert.
Kein Wunder, dass es Beatrice da schwer fällt, nachts ein Auge zu zu tun.
Gut, dass Beatrice Florin hat.
Der Kollege mit dem ungewöhnlichen Namen ist immer für sie da, deckt sie beim Chef, wenn sie mal wieder zu spät kommt, erinnert sie daran zu essen, wenn sie es mal wieder vergessen hat und macht ihr einen Kaffee mit viel Liebe zum Detail.
Er hört Klassik, kocht gerne und ist leider schon vergeben, hat eine Fernbeziehung mit Anneke.
Ich vermute, dass Beatrice und er ganz gut zusammen passen würden.
Mal schauen, was sich da entwickelt...
In all dem Stress werden sie und Florin zu der Leiche der Frau auf die Kuhweide gerufen und stellen schnell fest, dass es sich um einen Mord handelt.
Ihre Kollegen Drasche und Ebner von der Spurensicherung sind schon vor Ort.
Drasche wirkt etwas pingelig, aber nicht unsympathisch.
Das Opfer wurde von einer Felswand gestoßen, die Hände wurden mit Kabelbinder gefesselt und an den Füßen wurden ihm seltsame Koordinaten eintätowiert.
Wer tut so etwas?
Nun gilt es, herauszufinden, um wen es sich bei dem Opfer handelt und die Angehörigen zu verständigen und siehe da, bei dem Opfer handelt es sich um Nora aus dem Prolog.
Mit wem hat sie vor ihrem Tod telefoniert?
Welche Geheimnisse verbarg sie?
Kannte sie ihren Mörder?
Sie war mehrere Tage lang verschwunden.
Was musste sie in dieser Zeit durchmachen?
Sehr authentisch schildert die Autorin, wie der Mann der Verstorbenen mit dem Tod seiner Frau konfrontiert wird.
Er tut mir Leid, es wirkt, als wurde ihm durch ihren Tod der Boden unter den Füßen weggezogen.
Gemeinsam mit ihrem Mann rekonstruieren Beatrice und Florin Noras letzte Stunden vor ihrem Verschwinden.
Während mich der Mordfall fesselt, begeistere ich mich ebenso sehr für Beatrices Privatleben.
Der Scheidungskonflikt zwischen ihr und Achim wird sehr gut und glaubhaft dargestellt.
Florin hingegen bringt mich zum Staunen.
Seine Kochkünste müssen sagenhaft sein.
Die Koordinaten auf Noras Fußsohlen führen die Ermittler zu weiteren grausigen Funden und so entwickelt sich ein schauriges Geocaching mit Leichenteilen an den jeweiligen Fundorten.
Wer ist dieser Mörder oder ist es eine Mörderin?
Welche Motive liegen vor und was hat der Prolog damit zu tun?
Und wofür steht der Titel des Buches?
Eine ebenso spannende, wie frustrierende Suche führt Beatrice und Florin zu einem Wald.
Durch ihren dortigen Fund erfahren sie, dass es sich bei ihm um ein Teil eines Spiels handelt.
In dem Cache genannten Behälter den sie durch die Koordinaten gefunden haben, finden sie eine grausige Überraschung und ein Rätsel.
Ein Zahlenrätsel, welches mit einem weiteren Rätsel zusammenhängt, ergibt neue Koordinaten für die Ermittler.
Auf seinen Rätseln und Notizen macht der so genannte Owner der Caches sich über die Polizei lustig, ja, er verhöhnt sie geradezu.
Offenbar hat er selbst eine Rechnung mit ihr offen.
Ein rasantes Spiel mit der Zeit beginnt.
Es scheint noch weitere Mordopfer zu geben und jedes Mal scheint der Mörder einen Schritt voraus zu sein.
Welches Motiv hat der Owner für sein grauenvolles Versteckspiel?
Handelt es sich bei dem Täter um einen Mann oder um eine Frau?
Eine langwierige Suche beginnt….
Endlich bringt ein Kollege von Beatrice und Florin namens Stefan Licht ins Dunkel der Ermittlungen.
Er weiß, was es mit "Cache", "Owner", "Stage" und den Koordinaten auf sich hat, denn was Geocaching angeht ist er ein Insider.
Stefan führt den Leser und Beatrice und Florin in die Materie ein.
Er tippt Berichte und trägt Informationen zusammen.
"Wir enden alle in Behältern" denkt Beatrice.
Ja, in einer Urne oder einem Sarg, aber bitte nicht in einem Cache!!!
Nach Stefan stößt noch ein weiterer Mann zum Ermittlerteam dazu.
Es ist Dr. Peter Kossar, forensischer Psychologe, mit der Angewohnheit zu starren.
Er ist sehr von sich überzeugt, spricht in Anglizismen und ist mir auf Anhieb unsympathisch.
Anstatt beratend tätig zu sein, möchte er in die laufenden Ermittlungen eingebunden werden.
Er ist ein ziemlicher Narzist und rühmt sich damit, in den USA studiert zu haben.
Beatrice kann ihn auch nicht leiden.
Immer wieder deuten Hinweise und Anspielungen auf ihre Vergangenheit darauf hin, dass Beatrice einen schweren Verlust hinter sich hat.
Sie hat unregelmäßige Freundschaften.
Ist es wegen der Arbeit oder steckt mehr dahinter?
Wen hat sie verloren und was ist damals passiert?
Der Owner ist Beatrice jedenfalls dicht auf den Fersen.
Wird Beatrice vom Owner beobachtet? Ist sie sicher?
An ihrer Stelle hätte ich mich unter Polizeischutz stellen lassen.
Wie nah der Owner Beatrice tatsächlich schon gekommen ist, gruselig!
Es gibt einen kurzen Perspektivwechsel zum Mörder, der sich auf eine Frau freut.
Ist es Beatrice, die er da im Visier hat?
Endlich erfahre ich, was Beatrice so bedrückt.
Sie hat Schreckliches durchgemacht und ihr "Wenn-Spiel..." kenne ich.
Es war interessant zu lesen, wie sie Achim kennen gelernt hat.
Die Suche der Ermittler gewinnt immer mehr an Tempo, denn die Zeit drängt und der Owner setzt seine Strategien brilliant in die Tat um.
Es kommt zu einem beklemmenden Finale und schließlich zur Auflösung des Falls.
Am Ende des Buches gibt es noch ein Nachwort, in welchem ich erfuhr, dass die Autorin selbst auch geocachen geht.
Dann gibt es noch eine Danksagung und der rasante Lesespaß ist leider schon zu Ende.
===Mein Fazit:===
Mit „Fünf“ konnte mich die mir bis dato unbekannte Autorin Ursula Poznanski von ihrem Können überzeugen.
Das Buch wurde sehr flüssig geschrieben und ich habe schnell Feuer gefangen.
Geocaching mit Leichenteilen, so etwas war mir noch nie untergekommen und hörte sich spannend an.
Ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte weiter gehen wird.
Die Buchidee wurde sehr interessant umgesetzt.
Das Buch war vom Prolog bis zum Ende spannend und ich wurde immer wieder aufs Neue überrascht.
Bis kurz vor Ende des Buches wusste ich nicht, wer sich hinter dem Owner verbirgt.
Ich habe mich geekelt, war gerührt, habe mitgefiebert, bin falschen Fährten gefolgt, habe gehofft und gebangt und beim Ende ziemlich mitgezittert.
Das Ermittlerteam war mir sympathisch und ich war total gespannt darauf, was die Beiden noch alles gemeinsam erleben würden.
Bei Beatrice interessierte mich besonders ihr Verhältnis zu ihrem Ex-Mann oder Noch-Ehemann, der sie ständig belästigte.
Sie lebt für ihren Beruf.
Dabei kommt sie selbst zu kurz, es macht sie jedoch als Ermittlerin wiederum sehr sympathisch.
Sie isst und schläft zu wenig und gibt ihre Kinder häufig in die Obhut ihrer Mutter.
Florin punktete bei mir, weil er Beatrice routiniert einen doppelten Espresso mit Kakao zubereitete, als sie gerade mitten im Stress ist und versucht, sich von Achims nächtlichen Anrufen zu erholen.
Er achtete darauf, dass Beatrice etwas isst und übernahm den unangenehmen Part der Arbeit, in dem er die Angehörigen über Noras Tod informierte.
Außerdem bot er Beatrice folgendes an:
Roastbeef, Hühnersalat, Chili con Carne mit Avocado-Limettensoße.
Welcher Mann der berufstätig ist, hat solche Gerichte bei sich zu Hause und kann sie auch noch selbst zubereiten? schwärm
So einen Kollegen möchte ich auch!!!
Ich könnte mir Beatrice und Florin gut als Paar vorstellen, da sie sich so gut ergänzen.
Bauer Raininger, der die Leiche von Nora Papenberg gefunden hatte, nervte mich etwas.
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Polizei öfter mit solchen übereifrigen, sensationslüsternen Personen zu tun hat.
Die Erzählungen der Autorin ließen bei mir tolle Bilder im Kopf entstehen, z.B. wenn sie Florins Stimme als "wie Bourbon auf Eis" oder als "scharf wie gesplittertes Glas" beschreibt.
Ihre Ausführungen über Beatrice, Achim und die gemeinsamen Kinder wirken sehr authentisch.
Ich frage mich, ob die Autorin selbst Kinder hat.
Über Hoffmann, den Chef von Beatrice und Florin muss ich oft den Kopf schütteln.
Er nennt Florin "Florian" und sagt häufig "Seien sie doch kein Mädchen!".
Beatrice scheint er nicht besonders zu mögen, denn diese sagt offen was sie denkt.
Stefan wirkt auch sehr sympathisch.
Er war sehr eifrig und gab sein Herzblut für die Ermittlungen.
Dank ihm laufe ich nicht mehr als „Muggle“ durch die Welt.
Mit dem Begriff aus „Harry Potter“ werden unter den Geocachern Menschen bezeichnet, die die Szene nicht kennen und unwissend sind.
Nach dem Lesen des Buches habe ich direkt Lust, mich bei
www. geocaching.com anzumelden und zusammen mit meinem Schatz auf die Suche nach interessanten Caches zu gehen.
So ein Nachtcache oder ein Baumcache mit Seiltechnik wären sicherlich sehr spannend.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe, bald wieder von Florin und Beatrice zu lesen....
Ich bin mir sicher, dass ich noch weitere Bücher der Autorin lesen werde!
Viel Spaß beim Lesen wünscht Alchemilla.







