Inhalt
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Seit Jahren leiden der sechzehnjährige Jace, sein Bruder Christian und seine Mutter unter den Gewaltausbrüchen des Vaters. Christian hat es geschafft und konnte fliehen – seitdem hat Jace seinen Bruder nicht mehr gesehen.
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Fünf Jahre später wird Jace von seinem Vater rausgeschmissen, doch er schafft es nicht, auch seine Mutter aus den Fängen des gewalttätigen Mannes zu befreien. Jace kennt nur einen Ort, an dem er sich verstecken kann: bei Christian. Sein Bruder nimmt ihn schweren Herzens in seiner winzigen Wohnung auf. Gemeinsam mit seiner Freundin Mirriam kümmert er sich um Jace.
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Dennoch bleibt da immer diese Angst, die tief in den Brüdern verankert ist: Was ist, wenn der Vater sie findet? Und wie holen sie ihre Mutter nur da raus? Hinzu kommt, dass sich Christian Sorgen um Jace macht, der offensichtlich damit zu kämpfen hat, nicht selbst gewalttätig zu werden …
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Einschätzung
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Swati Avasthi erzählt mit ihrem Jugendbuch „Kein Zurück mehr“ eine sehr ergreifende und realistische Geschichte, die von Angst, häuslicher Gewalt und dem Zusammenhalt einer Familie handelt. Dabei bekommen die Protagonisten Jace und Christian viel Gelegenheit, sich ihren Ängsten und Sorgen zu stellen. Es geht in der Geschichte nicht darum, etwas Schreckliches zu vergessen, sondern sich dem Schrecklichen zu stellen und dennoch weiterzumachen. Themen, die von der Autorin mit viel Feingefühl aufgegriffen und gleichzeitig glaubwürdig sowie packend umgesetzt wurden.
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Nachdem Jace von seinem Vater rausgeschmissen wurde, macht er sich auf den Weg zu seinem Bruder Christian, den er seit Jahren nicht gesehen hat. Jace und Christian wissen zunächst nicht, wie sie miteinander umgehen sollen. Da ist zwar immer noch diese Vertrautheit von damals, dennoch steht viel Unausgesprochenes zwischen ihnen. Christian hat sich, nachdem er sein Elternhaus vor fünf Jahren verlassen hat, nie bei Jace gemeldet. Er wollte einfach mit allem abschließen. Dies nimmt Jace seinem großen Bruder natürlich übel und es kommt zu Konflikten zwischen den beiden. Von Christians Freundin Mirriam erfährt Jace, dass Christian auch ihr nie wirklich etwas über die Ereignisse von damals erzählt hat. Die Brüder befinden sich also fortan in einem schwierigen Verhältnis: Einerseits wollen sie nur nach vorne schauen, andererseits müssen sie zurückblicken, denn da ist ja noch die Mutter, die unter den Fittichen des Vaters steht.
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Die Geschichte setzt sich intensiv mit der Gefühlswelt von Jace auseinander. Erinnerungen an das Zusammenleben mit seinem Vater und daran, wie dieser seine Frau verprügelte, erklären dem Leser, wie aus Jace selbst ein gebrochener Mensch werden konnte, der jedoch mit allen Mitteln versucht, stark zu wirken und zu sein.
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Jace bemüht sich, sich reibungslos in Christians Leben einzufügen und lernt in einem Buchladen auch ein interessantes Mädchen namens Dakota kennen. Dennoch kann er einfach nicht zulassen, sich neu zu verlieben. Da ist noch eine andere Geschichte, mit seiner Ex-Freundin, die er verließ, nachdem er handgreiflich wurde …
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Jace steht fortan in einem heftigen inneren Konflikt mit sich selbst: Er möchte sich verlieben, doch er möchte um keinen Preis so werden wie sein Vater. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Dakota wird in der Geschichte sehr zart behandelt. Jace muss erst mal lernen, sich selbst wieder zu vertrauen. Der Schatten seiner Vergangenheit lauert immer hinter ihm, egal, wo er sich befindet oder mit wem er zusammen ist.
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Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin ihren Figuren viel Raum gegeben hat, sich dem Vergangenen zu stellen, aber dennoch auch ihre Weiterentwicklung im Auge behalten hat. Ihre Figuren machen Fehler und brauchen Zeit, um sich darüber klar zu werden, was sie wirklich wollen und um zu erkennen, was ihnen wichtig ist. Auch läuft während diesem Entwicklungsprozess nicht alles glatt. Ungeahnte Hindernisse lassen die Geschichte nie vorhersehbar werden.
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Der direkte und einfühlsame Schreibstil fängt die Thematik der Story sehr gut ein. Das Thema häusliche Gewalt wird hier in klaren, teilweise recht heftigen Worten dargestellt, sinnt aber nicht darauf, den Leser zu erschrecken, sondern zu zeigen, dass es sich lohnt, stark zu sein und sich von nichts und niemandem klein kriegen zu lassen.
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Fazit
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Mit ihrem Jugendbuch „Kein Zurück mehr“ beschreibt Swati Avasthi eine Geschichte voller realistischer Szenen, interessanten Charakteren und ohne moralischen Zeigefinger. Das Buch handelt von häuslicher Gewalt, aber vor allem geht es darum, zu zeigen, dass es sich lohnt, in schwierigen Zeiten stark zu sein!
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Von mir gibt es 5 von 5 Punkten. (DL)