Rezension vom 30.12.2012
(8)
Lord Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird auf Geheiß seiner Majestät zur Hand des Königs ernannt. Ein durchaus erstrebenswerter Titel im Land Westeros, verbunden mit vielen Pflichten und Aufgaben. Sonderlich begeistert ist Ned allerdings nicht davon, schließlich muss er seine Heimat Winterfell im hohen Norden verlassen. Außerdem weiß er wie es in Königsmund, der Hauptstadt des Königreiches, zugeht. Gerüchte, Intrigen, Politik und auch Mord sind hier an der Tagesordnung, alles Dinge die Lord Stark gerne aus der Ferne betrachten möchte. Doch trotz einiger Bedenken reist er mit seinen zwei Töchtern zur Hauptstadt um seinen Dienst für das Königreich zu erfüllen. Doch in Winterfell kommt es zu weiteren starken Veränderungen, ausgelöst durch den vermeintlichen Unfall von Lord Starks Sohn Bran, der sich bei einer Klettertour lebensgefährlich verletzt hat. Dunkle Schatten erheben sich am Horizont. Der Winter naht…
Der Autor George R. R. Martin überschüttet den Leser mit Namen und Adelshäusern, wodurch der Einstieg nicht unbedingt leicht fällt. Doch Hartnäckigkeit wird hier belohnt, denn die Handlung der Geschichte wird nicht nur aus einer Sichtweise gezeigt, sondern aus mehreren, teils sogar sehr unterschiedlichen Perspektive. Dies macht auch den Reiz der Geschichte aus. Es gibt hier kein Schwarz und Weiß, vermeintliche Bösewichte sind im Endeffekt nicht so teuflisch wie gedacht. Auch der Schreibstil hält den Leser bei der Stange, kommt er doch flüssig und klar daher. Martin schafft es hier eine sehr realistische Darstellung einer Fantasywelt zu schaffen. Wer hier feuerspeiende Drachen, Zwerge oder Elfen erwartet, ist hier leider fehl am Platz. Doch gerade der erste Band der Reihe zeigt deutlich das dies auch gar nicht nötig ist, denn überall im Land scheint es Probleme zu geben. Insbesondere der nahende lange Winter überschattet das Land.Der Winter ist hier nicht nur eine Jahreszeit, sondern auch ein Sinnbild für die kommenden Krisen. „Die Herren von Winterfell“ gibt immer wieder Andeutungen über die kommenden Krisen, wodurch zumindest meine Neugier immer weiter gesteigert wurde. Für mich war es fast undenkbar das Buch zur Seite zu legen.
Doch ich muss gestehen, dass ich zuerst sehr skeptisch war, ob mir „Das Lied von Eis und Feuer“ überhaupt gefallen würde. Ich dachte dass es mir vielleicht zu politisch sein würde und somit etwas trocken zu lesen wäre. Doch weit gefehlt, gerade diese ganzen Planungen, Intrigen und Andeutungen hielten mich bei der Stange. Mit jeder Seite merkt ich das sich was Großes anbahnt. Die Spannung steigt also zunehmend mit jedem Kapitel. Martin schafft es zudem glaubhafte Charaktere aufzubauen, das hat mich ungemein motiviert weiterzulesen. Kurzum würde ich jedem das Buch empfehlen, der mal eine etwas anspruchsvollere Fantasywelt erleben möchte. Der Einstieg ist wie bereits erwähnt nicht einfach, aber es lohnt sich allemal.
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