Rezension vom 18.05.2013
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Ein Meilenstein der Literatur, ein atemberaubendes Abenteuer, eine Odyssee, die einen Mann brechen kann – oder ihn für immer prägen wird. Henri Charriéres Erlebnisroman „Papillon“ ist eine spannende Geschichte, die einen so schnell nicht mehr loslässt, die man nicht leicht vergisst. In einem (seiner Meinung nach) unfairen Verfahren wird Henri, nach seiner Tattowierung auf der Brust von allen nur Papillon genannt, lebenslänglich nach Französisch Guayana in die dortige Strafkolonie verbannt. Ein Schlag, der ihn auf Rache sinnen lässt gegen diejenigen, die ihn dorthin brachten, allen voran den gerissenen Staatsanwalt. Doch schon auf dem Weg dorthin versucht man die Verurteilten zu brechen, sie durch körperliche und seelische Gewalt einzuschüchtern und ihnen den eigenen Willen zu rauben. Und nicht nur von den Aufsehern geht eine kontinuierliche Gefahr aus, auch vor den anderen Gefangenen haben sich Papillon und sein Freund Dega immer in Acht zu nehmen. Die Reise ist lange und beschwerlich, doch schließlich gelangen sie in das sogenannte Bagno, dem Gefangenenlager der französischen Republik. Schon vom ersten Augenblick an kann Papillon an nichts mehr anderes als an Flucht denken und so plant er schon bald, zusammen mit seinen neuen Freunden Maturette und Clousiot, eine atemberaubende Flucht. In einem kleinen Boot gelangen sie über die beiden Inseln Trinidad und Curacao bis nach Kolumbien, wo sie sofort wieder in Gefangenschaft geraten und zurück ins Lager gebracht werden sollen. Maturette und Clousiot werden inhaftiert, doch Papillon kann erneut zusammen mit einem kolumbianischen Schmuggler flüchten. Dieser Schmuggler bringt ihn bis an die Grenze zu Venezuela, von wo aus Papillon sich allein in das Gebiet begibt, welches von Kolumbien und Venezuela gleichermaßen anerkannt ist, das aber im Grunde noch immer in der Hand der Ureinwohner ist. Skeptisch und äußerst vorsichtig begibt er sich auf dieses Territorium, doch seine Füße sind von dem langen Marsch verwundet und er bricht zusammen. Es stellt sich heraus, dass die Indianer nicht nur friedliebend, sondern auch sehr gesellig sind. Zwar versteht Papillon deren Sprache nicht, aber er hat sich schon bald in die Gemeinschaft integriert und eine der jungen Indianerinnen wird zu seiner Frau. Die Idylle wäre zu schön, aber es zieht den entflohenen Häftling wieder zurück zu seinen Freunden. Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass Charriére nicht alles Geschriebene selbst erlebt, sondern nur Erzählungen aufgeschrieben hat, ändert dies nichts an der Tatsache, dass er mit seinem Roman „Papillon“ einen der größten Abenteuerromane des 20. Jahrhunderts geschrieben hat. Er gewährt uns einen meisterhaften Blick in die Zustände der damaligen, französischen Strafgefangenenlager und wie hart das Leben dort war. Wer Geschichten dieser Art mag, muss das Buch unbedingt lesen!
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